Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Vertrauen Sie niemanden!

Wurde AIDS in einem US-Labor entwickelt? Ist der Tod Prinzessin Dianas Folge eines Attentates? Ist Cholesterin in Wahrheit gar nicht schädlich? Existiert die Stadt Bielefeld nicht? Hitler, John F. Kennedy, Uwe Barschel, 11. September 2001 …

Verschwörungstheorien gibt es zu fast jedem Thema – egal, ob Politik, Gesellschaft oder Gesundheit. Speziell im Internet diskutieren immer mehr User über Komplotte und Intrigen – und vermuten stets geheime Strippenzieher, die das Weltgeschehen nach ihren eigenen Interessen manipulieren.

US-Autor R.A. Wilson hat die gängigsten Theorien im „Lexikon der Verschwörungstheorien“ (Piper, 9,90 Euro) zusammengefasst.

Sehr witzig ist ohne Zweifel die Bielefeld-Verschwörung. Denn in Bielefeld kumuliert gewissermaßen alles, was an Verschwörungstheorie ‚denkbar‘ ist. Aber Bielefeld gibt es ja gar nicht …

Mehr Infos im Internet

Postkartenversand mit eigenem Motiv und eigener Briefmarke

Für nur 2,50 Euro druckt PMS eine so genannte StampCard für Euch aus – mit Eurem Foto als offizielle Briefmarke – und verschickt diese weltweit. Ideal z.B. zum Muttertag, für Geburtstage, Hochzeiten und um z.B. Urlaubskarten aus jedem Land der Welt mit Eurer eigenen Briefmarke und einem persönlichen Foto auf der Motivseite zu versenden.

    Postkarte mit eigenem Briefmarkenmotiv

Der Ausdruck erfolgt auf festem Karton (200 g/qm) und ist qualitativ voll in Ordnung. Die Bilder für die Motive kann man aussuchen oder eigene hochladen und sollten einer Größe von 10,5 x 14,8 cm entsprechen (etwa 1690 x 1200 Pixel), für die Briefmarken sind 845 x 600 Pixel okay.

Bisher sind die Postkarten bei uns im Freundes- und Bekanntenkreis bestens angekommen.

Schmelzende Gletscher

Das sichtbarste Zeichen der Klimaänderung ist das Abschmelzen der Gletscher: Wir sind Zeitzeugen des schnellsten Gletscherschwundes seit Jahrtausenden, können heute aber noch richtige Gletscher sehen, noch, denn für unsere Nachkommen wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit schon sehr schwierig sein.

Im Gletscherarchiv wird auf eindringliche Weise anhand von Bildvergleichen der Schwund des Gletschereises gezeigt. Die umfangreiche Dokumentation ist von großer Bedeutung, da dort eine Entwicklung aufgezeigt, deren Gegenstand zunehmend verschwindet.

Zwei dieser Gletscher kenne ich selbst. So habe ich mich 1997 mit meinen Lieben auf dem Hintertuxer Gletscher getummelt. Und 2002 war meine Familie mit mir in Grainau, gleich neben Deutschlands größtem Berg, der Zugspitze:

    Tuxer Ferner/Zillertal 1924 Tuxer Ferner/Zillertal 2004

Tuxer Ferner (Hintertux im Zillertal/Tirol) 1924 und 2003

    Schneeferner/Zugspitze um 1910 Schneeferner/Zugspitze 2003

Schneeferner Zugspitze (Bayern) um 1910 und 2003

Vor 15 Jahren war ich mit meiner Frau (unser älteste Sohn war gerade ‚unterwegs‘) auf Island. Dort ist mit knapp 8500 qkm Europas größter Gletscher, der Vatnajökull. Hier zwei Aufnahmen von unserem Island-Aufenthalt:

    Willi über dem Gletscher Skaftafellsjökull der Gletschersee Jökullsárlon

Willi über dem Gletscher Skaftafellsjökull ………… und der Gletschersee Jökullsárlon
weitere Bilder und Videos auf unseren Island-Seiten

Amok

Wir erinnern uns: Am 26. April 2002, also vor genau drei Jahren, erschoss der von der Schule verwiesene Amokschütze Robert St. 16 Menschen am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, bevor er sich schließlich selbst tötete. Es war ein Amoklauf „nach amerikanischem Vorbild“, den in Deutschland keiner für möglich halten wollte.

    Amok in Erfurt 2002

Erst in diesem Tagen hörten wir von zwei weiteren Amokläufen – in den USA, wo sonst … Aber wir wissen ja nun: Das ist auch bei uns möglich!

In einer alten Ausgabe der Zeitschrift „Die Zeit“ (Nr. 29 vom 15. Juli 1988) fand ich beim Aufräumen im Feuilleton-Teil einen Artikel von Gabriele Goettle mit dem Titel: Amok

Hier einige von mir herausgesuchte Textpassagen, die unserer Hirnmasse Anregung zum Nachdenken bieten könnten:

Freundliche Nachbarn, treusorgende Familienväter, harmlose Eigenbrötler … beschließen eines Tages aus nichtigem Anlaß, daß sie heute nicht mehr da weitermachen werden, wo sie gestern aufgehört haben. Zunächst erstechen, zerhacken, erdrosseln oder erschlagen einige ihre Frauen, Kinder und alten Eltern. Normalerweise enden damit derartige Familiendramen. Für den Amokläufer ist es nur der erste Schritt. Danach wechselt er meist das Tatwerkzeug und überschreitet schwerbewaffnet und endgültig die Schwelle seines Heims. Als Ziel wählt er den öffentlichen Platz.

Amok, rückwärts gelesen, ergibt Koma. Aber das ist nur ein Zufall.

Danach setzt er in der Regel seinem Leben ein Ende.

In unseren Breitengraden ereignen sich Amokläufe meist im Frühling und im Herbst.

Immerfort tatenlos zusehen zu müssen, wie die Maßgeblichen sich durchsetzen und dabei keinerlei Kosten scheuen, während das eigene Tun und Lassen vollkommen belanglos bleibt, das stachelt auf. Daß einer seine Kränkung und Erbitterung ernst nimmt und dann Ernst macht, erregt Bewunderung.

Er wirkt wie der Schiffbrüchige, den Brecht als einen charakterisiert, der verzweifelt nach der Planke greift, nicht, um sich zu retten, sondern um etwas zu haben, das er mit hinabnehmen kann in die Tiefe.

Das Leben ist die Pflicht, Amok die Kür.

Nun drängt sich vielleicht die Frage auf, weshalb der Amokläufer nicht im Parlament des Bundestages oder auf der Vorstandsetage von Siemens wirkt. Aber einmal abgesehen davon, daß ihm alles Hemmende verhaßt ist – so auch die Sicherheitsmaßnahmen dieser Zeilgruppen – hat er vermutlich längst schon resigniert vor der Zerbröselung aller Schuld im Mahlwerk der Macht.

Amoklauf ist ein Symptom der fortschrittlichen Entfremdung, in der die Herrschaft so abstrakt, die Gewalt so schmeichlerisch, die Schuld nicht nachweisbar und der Feind verallgemeinerbar ist.

Der Amokläufer ist kein Pädagoge, kein glühender Weltverbesserer, der mit der Bombe unter dem Mantel auf den Herrscher lauert, auch kein Don Quichotte, nicht einmal ein Desperado, der Funktionäre aus den Machtgruppen herausschießt. Im juristischen Sinn ist er nicht einmal ein Mörder, denn weder tötet er aus Mordlust oder Habgier, noch will er an den Opfern seinen Geschlechtstrieb befriedigen. Derart niedrige Beweggründe interessieren ihn nicht. Er kennt keinerlei Hoffnungen mehr, keine Machtgruppen und kein Strafrecht; er will nur noch, daß die anderen Ruhe geben und das ungenießbare Leben vorbei ist.

Er schießt wahllos. Die Opfer sterben einen sinnlosen Tod. Aber vielleicht liegt gerade in dieser Willkür die eigentliche Wahrheit des Amoklaufs. Er deckt das Spiel des Zufalls auf, der über allen waltet, der konstituierendes Prinzip all der mühsamen und langweiligen Lebensläufe durch den Spätkapitalismus ist.

Brutales Berserkertum ist nur beim organisierten Amaklauf erwünscht, also bei Pogrom und Mobilmachung.

Frauen sind so gut wie gar nicht vertreten, mit weniger als einem Prozent.

Vielleicht ist es so, das Frauen aus Geiz nicht Amok laufen. Denn wenn bei ihnen der Wunsch aufkommt, den Gatten, die Kinder und einige Kunden im Supermarkt niederzuschießen, kommen sie nicht umhin, den Schaden kaltblütig zu überschlagen; zudem stellt sich die Frage, wer das hinterher alles wegmachen soll. Im Vergleich zu den Männern ist das Verhältnis der Frauen zum sozialen Leben nicht abstrakt. Sie müssen alles immer wieder in die Hand nehmen.

Übrig bleibt ein einsamer, amoklaufender Mann. Bestensfall mittlerer Gehaltsgruppe.

Er geht auf in männlich martialischer Härte, im Ideal des Kämpfers, der sich ums Niedermachen kümmert. Und als Mitglied einer industrialisierten Gesellschaft bildet er seine Tat dem Modell der entfremdeten Arbeit nach. In der Regel benutzt er automatische Waffen. Er muß seine Opfer nicht überwältigen, nicht einmal berühren.

Man könnte zumindest überlegen, ob ein derart erschüttertes Subjekt nicht auch anders ausbrechen könnte, beispielsweise in Tränen.

Man stelle sich vor: ein Mann, der öffentlich versagt; ein Amokläufer mit Tränen vollständiger Verzweiflung.

Aralsee schrumpft

Ich stöbere gern in alten Atlanten. Unsere Erde hat irgendwie etwas Beständiges, auch wenn sich die Ländergrenzen, wie gerade in den letzten 15 Jahren, ständig ändern. Natürlich weiß ich, dass nichts so bleibt wie es ist, auch auf unserer guten Erde nicht. Da bahnt sich ein Fluss neue Wege, da bröckelt Felsen oder es entsteht durch vulkanische Tätigkeit auch schon einmal eine kleine neue Insel. Aber so dramatisch, wie es um den riesigen Aralsee in Zentralasien bestellt ist, so etwas habe ich dann doch in diesem Ausmaß bisher nicht erfahren.

    Aralsee 1960 Aralsee 2000

Der Aralsee ist kaum wieder zu erkennen, wenn man aktuelle Luftbilder mit vierzig Jahre alten Karten vergleicht. Heute hat der Aralsee nicht einmal mehr die Hälfte der ursprünglichen Ausdehnung (früher war er einer der größten Seen unsere Erde mit über 65.000 qkm). Eine Fläche so gross wie die Schweiz ist trocken gefallen. Das Wasservolumen ist sogar auf einen Fünftel von früher geschrumpft. Und der Grund: Bewässerung der Felder zur Produktion von Baumwolle für unsere Kleider.

    Entwässerung des Aralsse 1960-1994

Der Aralsee ist ein Beispiel für den brachialen Eingriff, den die Menschen in die Natur vornehmen. Erschreckend!

Wo ist Max denn heute?

Weblogs (Blogs) als neue Kunstform? Sicherlich nicht, eher stellen Weblogs ein neues Medium dar, um Kunst (Grafik, Literatur, Musik), aber eben nicht nur Kunst, zu transportieren, also an Mann und Frau zu bringen. Man kann diese Form des Journals in vielerlei Manier nutzen (ich mache es nach meinem Gusto). Dem einen ist es Tagebuch (wen ’s interessiert?!), dem anderen Forum, um sich über sein Lieblingsthema auszutauschen. Filigranere Typen stellen ‚ihre‘ kleinen Schätze ins Netz (was auch immer das ist); weitblickende Menschen Multimediales über viele Genres hinweg, weiterblickende wie Max eine Art Anwesenheitsprotokoll: Damit jede Welt weiß, wo Max gerade ist!

Die Palette ist breit. Und wie immer, wenn etwas weit gespannt ist, gibt es innerhalb des Spektrums Neues, Innovatives, aber auch einfach nur Müll: Klein-Lieschens pubertär-erotische Abenteuer in Tagebuchform genauso wie WilliZ höchstintelligente Beiträge zur Geisteswissenschaft (soll nur ein Scherz sein!).

All inclusive – Genuss auf Tour

Bei ‚all inclusive‘ denkt man unwillkürlich an Urlaub im Süden. Aber jetzt gibt es auch eintägige Touren, die nicht nur alles beinhalten, also Fahrt, Essen und Trinken, sondern die auch echten kulinarischen Genuss versprechen – alles von einheimischen Erzeugern. Und das bei uns im hohen Norden!

Genuss auf Tour heißt das Ganze und kostet 69 Euro pro Nase. Für eine Tagestour scheint das viel Geld zu sein. Bedenkt man aber, was einem dafür geboten wird, da, so denke ich, geht das in Ordnung.

Zunächst gibt es ab 9 Uhr im Freilichtmuseum Kiekeberg vor den Toren Hamburgs ein rustikales Frühstück. Dann geht es mit dem Bus nach Hollenstedt zu einer Schinkenräucherei. Hier gibt es ein deftiges Mittagessen (z.B. Spargel mit Katenschinken). Weiter nach Bargstedt zu einer Käserei (natürlich wieder mit Essen und Trinken). Und vor der Rückreise zum Kiekeberg-Museum geht es ins Alte Land nach Jork zu einem Obsthof mit angemessener Kaffeetafel und Kuchen & Torten vom Buffet. Die Genuss-Tour endet gegen 17 Uhr.

Die nächste Tour ist am 30. April. Aber die ist bereits ausgebucht. Die weiteren Termine stehen aber auch schon fest. Und je nach der Jahreszeit werden wohl auch die kulinarischen Genüsse variieren. Prost Mahlzeit!

Habemus papam: Benedikt XVI.

Nach über 480 Jahren gibt es wieder einen deutschen Papst. Dass es Joseph Ratzinger geworden ist, überrascht nach einiger Überlegung nicht unbedingt. Dass die Wahl so schnell getroffen wurden, dann auch nicht. Einigen Politikern aus deutschen Landen fällt dazu nicht mehr ein, als den Stolz zu verkünden, dass eben der neue Papst aus Deutschland komme. Aber wir sind nicht die Polen, die sich mit dem alten Papst identifizierten. Deutschland ist auch das Land Luthers.

Bei aller Freude besteht bei vielen Skepsis, denn Benedikt XVI ist als konservativ bekannt, als Bewahrer der reinen Glaubenslehre, die sich entgegen jedem Modetrend zu bewähren hat.

Aber in bestimmten Dingen muss sich der neue Hirte über eine Milliarde Menschen doch fragen lassen, ob auch unabhängig vom Zeitgeist Änderungen überholter Ansichten notwendig sind. Ich denke da z.B. an Empfängnisverhütung. Eine liberalere Haltung in dieser Frage bedeutet nicht das Begünstigen von Promiskuität. Ein Paar, das sich liebt, betreibt den Geschlechtsakt nicht allein, um für Nachwuchs zu sorgen. Eine erfüllte Sexualität, das wissen auch katholische Geistliche, legt die Grundlage für eine funktionierende Partnerschaft in Glück und Zufriedenheit. Wahre Liebe heiligt sich notfalls selbst.

Aber lassen wir den neuen Papst erst einmal wirken. Dann sehen wir, was er bewirkt. Obwohl z.B. Johannes Paul II nach Meinung vieler sehr konservativ war, so hat er sich durch seinen unbeugsamen Willen und Einsatz für den Frieden über die Religionsgrenzen hinaus hohe Verdienste erworben.

Nach Elfmeterkrimi ausgeschieden (DFB-Pokal 2004/2005)

Nach dem Elfmeterkrimi auf Schalke ist Werder Bremen auch im DFB-Pokal 2005 ausgeschieden. Jetzt kann es nur noch gelten, den UEFA-Pokalplatz zu halten. Und wenn man nicht aufpasst, ist dieser spätestens am letzten Spieltag auch noch flöten. Dann bleibt nur noch der UI-Pokal (oder wie heißt diese ungeliebte letzte Qualifizierungsmöglichkeit für gestrauchelte Mannschaften zum UEFA-Cup); ist doch auch etwas, oder?

Kapitalismus-Debatte

Die SPD schürt die Kapitalismus-Debatte (siehe u.a. zdf.de). So wünscht sie sich, dass Käufer das Verhalten von Unternehmen beachteten, wenn diese sich nur durch Personalabbau sanierten, sagt Ute Vogt. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende legt damit in der von ihrem Parteichef angestoßenen Debatte nach, will ihre Worte aber nicht als Boykott-Aufruf verstanden wissen.

Es ist ganz einfach: Wir, wenn wir Arbeitnehmer sind, haben ein Interesse, dass unsere Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben. Vielleicht sind wir eine aussterbende Spezies (angeblich werden nur noch 40 % des Einkommens in Deutschland durch ‚ehrliche Arbeit‘ verdient). Solange wir aber noch etwas Geld im Geldbeutel haben, so lange sollten wir auch nur dort kaufen, wo die Ware stimmt – aber eben auch die Unternehmenspolitik unseren Interessen (auch der Arbeitnehmer) entspricht. Das ist kein Wahlkampfgetöse, das ist schon fast Notwehr!