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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Die ‚gestohlene‘ Stunde

Immerhin war es dieses Jahr zu Ostern, die Umstellung auf die verfluchte Sommerzeit. So hatten fast alle zwei Tage Zeit, um sich wieder darauf einzustellen. Da ich nach Ostern noch einige Tage Resturlaub aus dem Vorjahr hatte, konnte ich mich noch gemächlicher darauf vorbereiten. Und doch: Die Stunde weniger fehlt mir besonders am Morgen, wenn es wieder dunkel ist (völliger Quatsch zwar, denn es ist ja einfach ’nur‘ eine Stunde früher), wenn es ans Aufstehen geht, um zur Arbeit zu kommen.

Wer für diesen absurden Blödsinn ‚Sommerzeit‘ verantwortlich ist, sollte heute noch getreten, an die Wand gestellt oder noch besser: permanent am SchlaF gehindert werden! Leiden wir nicht fast alle schon so an Schlaf- und Verdauungsstörungen? Und vom Stromspareffekt usw. redet sowieso kein Mensch mehr. Morgens braucht man wieder Licht. Was spart man da also?!

Nur unsere dumpfen Nachbarn freuen sich über die zusätzliche helle Abendstunde. Können sie noch eine Stunde länger draußen hängen und der Säufersonne (Mond!) entgegenfiebern!

Die ’neue‘ und die ‚alte‘ Unterschicht Teil 1

Der TV-Sender RTL II ist ein Beispiel dafür, wie für eine eindeutige Unterschicht unserer Gesellschaft ‚Programm‘ gemacht wird (Beispiel: Big Brother). Und da die Mittelschicht zugunsten der Unterschicht mehr und mehr bröckelt, findet ein solcher Sender ein zunehmend größeres Publikum, sodass auch andere Fernsehsender verstärkt auf Sendungen setzen, die dem eher schlichten Geschmack dieser Klasse entsprechen.

Ja, man spricht wieder von ‚Unterschicht‘, wenn auch die Definitionen dieses Begriffs sehr unterschiedlich ausfallen. Angesichts von über 5 Millionen Arbeitslosen darf man sich nicht wundern, wenn eben diese Bevölkerungsschicht wächst. Aber ist das so in Ordnung, jeden Arbeitslosen zur Unterschicht zu rechnen? Es gibt viele Akademiker, die keine Anstellung finden. Solange sie nur kurze Zeit ohne Arbeit sind, ist ein Zurechnen zur Unterschicht sicherlich falsch. Mit der Zeit aber und mit zunehmenden finanziellen Problemen beginnt dann sehr schnell der ‚gesellschaftliche Abstieg‘.

‚Unterschicht‘ ist in Deutschland ein verpöhntes Wort. Keiner will eigentlich dazu gehören (auch wenn er dazu gehört). Im Angelsächsischen ist das etwas anderes. Da haben die ‚lower classes‘ ein eigenes ‚Klassenbewusstsein‘ entwickelt. Mit dem Wachsen der Unterschicht (nicht nur durch Arbeitslosigkeit) gewinnt aber auch in Deutschland diese gesellschaftliche Gruppe ein eigenständiges ‚Profil‘, wenn der Begriff ‚Unterschicht‘ auch weiterhin nicht gern gehört wird. Das genannte Beispiel der TV-Sendung ‚Big Brother‘ ist hierfür eines der vielen Indizien. Man zeigt hier ein Selbstbewusstsein – und auch der Außenstehende, der sich diese Sendungen anschaut und aufgrund seiner Bildung usw. den ‚Helden‘ dieser Sendung sehr nahe kommt, sieht sich in seinem Selbstwertgefühl (wenn auch eher unbewusst) gestärkt.

Aber noch einmal zurück zu den Definitonsmöglichkeiten des Begriffs ‚Unterschicht‘. Geht man allein von der wirtschaftlichen Situation des Betroffenen aus, so kann auch ein Hochgebildeter durch wirtschaftliche Einbußen gesellschaftlich absteigen. Er wird nach dieser Definition ein Mitglied der Unterschicht; von der Bildung her bleibt er aber ‚vorerst‘ seiner alten Klasse erhalten.

Geht man vom Bildungsstand einer Person aus, so kann diese, auch wenn sie nicht sehr gebildet ist, gesellschaftlich aufsteigen, wenn ihre wirtschaftliche Lage dieses hergibt. Von Bildung und Kultur her verbleibt sie aber in der Unterschicht, zumal sie keine Akzeptanz in der ’neuen‘ Klasse findet, es sei denn, dass sie den Rückstand an Bildung und Kultur ’nachholt‘, was nur in wenigen Fällen gegeben ist. Der gesellschaftliche (wirtschaftliche) ‚Wiederabstieg‘ ist meist vorprogrammiert.

Das Ergebnis der heute stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen ist die Vermengung in Grunde unterschiedlichster Gesellschaftsschichten. Und ökonomisch betrachtet ergeben sich daraus neue Absatzmöglichkeiten, die auch schon teilweise, wie anfangs belegt, genutzt werden.

mit-db-fahren-ist-scheisse@wilfriedalbin.com

Wer täglich wie ich mit der Deutschen Bahn AG (DBAG) als Pendler zur Arbeit fährt, weiß, wie ätzend das immer wieder sein kann. Ich fahre von Tostedt nach Hamburg und zurück. Seit Ende 2003 verkehrt die private metronom Eisenbahngesellschaft mbH auf der Strecke Hamburg – Bremen; lediglich die Regionalbahnen (RB) werden weiterhin von der DBAG bedient. Da der ‚Metronom‘ allerdings nur im Stundentakt fährt, ist man als Pendler, z.B. wenn man nicht zeitig loskommt, oft genug noch auf die Bahnen der DBAG ‚angewiesen‘.

Abends fahre ich schon grundsätzlich mit dem ‚Metronom‘. Der ist einfach zuverlässlicher, also pünktlicher. Und wenn er einmal verspätet ist, dann liegt das meist an der DBAG, die die Gleise blockiert. Immerhin ist man dann bemüht, die Zeit möglichst schnell und vollständig aufzuholen.

Nach meinem Urlaub hatte ich noch Probleme mit der schwachsinnigen Sommerzeitumstellung und bin (oder besser: wollte) an zwei Tagen morgens um 6 Uhr 18 ab Tostedt nach Hamburg gefahren. Beim 1. Mal kam der Zug aus Rotenburg/Wümme zunächst verspätet an, musste dann auf eine Überholung eines verspäteten ICs oder ICEs in Buchholz warten, um dann weitere Minuten vor dem Hauptbahnhof in Hamburg zu stehen. Bei einer Fahrzeit von 42 Minuten machen die 8-9 Minuten Verspätung rund 20 % aus. Heute nun fiel der Zug wegen Lokschaden ganz aus und ich durfte wie viele andere auch mit dem nächsten Zug um 6 Uhr 36 fahren, der natürlich jetzt brechend voll war, immerhin – oh, Wunder – pünktlich in Hamburg ankam.

    Hartmut Mehdorn, die Pappnase

Da ich kein unbelehrbarer Trottel bin, werde ich nun doch lieber morgens einige Minuten früher ausstehen: Mit dem ‚Metronom‘ klappt ’s wirklich besser! All die Armen tuen mir Leid, die nicht solche Ausweichmöglichkeiten (eben ‚Metronom‘) haben, und sich mit oft unfreundlichen, verknöcherten Zugbegleitern der DBAG herumschlagen müssen. Von lauten, verdreckten und vor allem verspäteten Zügen ganz zu schweigen!

Übrigens Beschwerden bei der DBAG (eine verlässliche Internet-Adresse kann ich leider nicht angeben, da diese ständig von der DBAG geändert wird) kann man sich gewöhnlich schenken. Diese werden einfach nicht beantwortet – auch das ist äußerst kundenfreundlich!

Jethro Tull in Schottland 2005: Pibroch (Cap in Hand)

Schottland 2005Schottland, das ist Whiskey, das sind Schottenröcke, also Kilts, das sind Highlands und Islands … Da war doch noch etwas, ach ja: Dudelsäcke, bagpipes!

Meine musikalische Reise zu den schottischen Wurzeln der Musik von Ian Anderson und seiner Gruppe Jethro Tull geht langsam zu Ende (bevor ich mich mit meiner Familie im Sommer selbst nach Schottland aufmachen werde). Sicherlich lassen sie textlich als auch musikalisch noch viele weiteren Bezüge herstellen (siehe CDs von Jethro Tull wie „Songs from the Wood“, „Heavy Horses“, „Stormwatch“ usw.), ein letztes – ich denke doch erst vorletztes – Lied sollte allerdings nicht fehlen: Pibroch.

>> There’s a light in the house in the wood in the valley.
There’s a thought in the head of the man.
Who carries his dreams like the coat slung on his shoulder,
Bringing you love in the cap in his hand. < <

Dieses Lied aus der Feder von Ian Anderson ist das Lied einer unerwiderten Liebe. Als ein Mann – sicherlich nach langer Zeit – „ihr seine Liebe in der Mütze, die er in seiner Hand hält, bringt“ – zu dem Heim seiner Liebsten kommt, muss er feststellen, dass bereits ein anderer seinen Platz eingenommen hat.

Das Wort Pibroch (spricht sich ähnlich wie im Deutschen aus: pib-broch mit kurzem o wie doch) leitet sich vom schottisch-gälischen pìobaireachd ab, was allgemein mit englisch ‚piping as an activity‘, also etwa mit Dudelsackspielen als Tätigkeit (auch: die Kunst des Dudelsackpfeifens) zu übersetzen ist. Darunter versteht man Variationen eines kriegerischen Themas oder eines traditionellen Klageliedes, das auf den „highland bagpipes“ gespielt wird. Noch allgemeiner kann man Piproch mit Dudelsackmusik übersetzen.

Alle Pibrochs beginnen mit dem „urlar“, dem Grund- oder Hauptthema, das in der Regel durch seine sehr langsame Spielweise auffällt. Im Weiterem wird dieses „urlar“ immer wieder variiert. Diese Variationen nennt man u.a. „suibhal“, „leumluth“ und „taorluth“, die dann zu der komplexesten Variation, dem „crunluth“ oder dem „crunluth a mach“, hinführen. Das Werk endet mit der Wiederholung des „urlar“. Ein gesamtes Pibroch dauert etwa 15 bis 20 Minuten.

Pibrochs gehören zur ‚big music‘ (ceòl mór), also zur großen Musik, im Unterschied zur ‚little music‘ (ceòl beag), der kleinen Musik, z.B. den „jigs“, „reels“ und „strathspeys“.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem „Pibroch“ von Jethro Tull. Allerdings spielen hier keine „pipes“, sondern die Elektrogitarre nimmt das Thema auf, das dann durch Andersons Flötenspiel ergänzt wird:

Jethro Tull: Pibroch

    Bagpiper

Hier noch ein Beispiel eines „echten“ Pibroch – gespielt von Barnaby Brown auf einem Instrument von Julian Goodacre in den Ruinen unterhalb von Galtrigill am Loch Dunvegan: „Pibroch“ Chehotrao Hodro

Natürlich sind „bagpipes“ sehr eng mit Schottland verbunden. Schottland ist nur nicht das einzigste Land, in dem Musik auf Dudelsäcken gemacht wird. Das ist aber schon ein anderes Thema (später einmal mehr hierzu)!

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg …

Zu Ostern lief auf SuperRTL der Film „Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam“ (The Englishman who went up a hill but came down a mountain GB 1994 – Regie: Christopher Monger) mit Hugh Grant, Tara Fitzgerald u.a.

Okay, meine Frau ist ein Hugh Grant-Fan. Ich gestehe aber, dass auch ich viele seiner Filme wirklich gut finde. Sie haben diesen typisch britischen Humor, wenn auch manchmal mit viel Herz und Schmerz, aber dieses eben auf eine unaufdringliche, glaubwürdige Art.

So auch dieser Film mit dem Titel, der einer Inhaltsangabe gleichkommt und in Wales im Spätsommer 1917 spielt. Auf dem europäischen Festland tobt der Erste Weltkrieg. Doch die Bewohner von Ffynnon Garw haben ein ganz anderes Problem: Zwei Kartographen ihrer Majestät tauchen nämlich auf und wollen den Berg vermessen und ihn dann in die königliche Karte eintragen. Doch die zwei eleganten Herren stellen fest, dass dem Berg genau 16 Fuß fehlen, um ein Berg und kein Hügel zu sein. Und da Hügel nicht in der Karte aufgeführt werden, ist für die Kartographen eigentlich alles erledigt. Nicht aber für die Einwohner von Ffynnon Garw. Zuerst versuchen es die in ihrem Stolz gekränkten Dörfler mit Überredungskunst. Doch die englischen Fremden zeigen sich völlig unbeeindruckt. Da müssen die Waliser eben härtere Geschütze auffahren und den Berg wachsen lassen. Aber das Wichtigste: die ‚Feinde‘ müssen vor Ort bleiben und die Messung wiederholen, wenn das ‚Wachstum‘ ihres Hügels abgeschlossen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, lassen sich die Einwohner so einiges einfallen: Mysteriöse Motorschäden, Frei-Gin bis zum Abwinken und schließlich die Dorf-Geheimwaffe, die bildhübsche Betty. Sie soll einem Beamten ihrer Majestät den Kopf verdrehen und so lange im Dörfchen festhalten, bis der Hügel gewachsen und damit zum Berg geworden ist. Und da kein Hügel ohne Hilfe wächst, greifen auch hier die Walliser trickreich ein: Eimerweise wird die Erde aus den Vorgärten geschleppt bis aus dem Hügel ein ‚offizieller‘ Berg wird…

Ein Film mit vielen skurilen Typen. Wirklich hervorragend dargestellt. Einfach köstlich und empfehlenswert!

Nachtrag: Konfirmation 2005 in Tostedt

Das Wetter hat mitgespielt: Die Konfirmation (in der Johannes-Kirche zu Tostedt) meines Sohnes Jan (sowie seines Freundes Eike und seiner Cousine Lena) konnte bei strahlendem Sonnenschein gefeiert werden.

    Konfirmationsfeier am 3. April 2005

Die Sonne lacht: Der Patenonkel Manfred K. mit meinen Söhnen Lukas und Jan, dem Konfirmanden, und mir (hantierend mit Jans neuer Errungenschaft, einem Apple iPod 20 GB MP3-Player)

Der Zug ist abgefahren (27. Spieltag BL 2004/2005)

Der Meisterschaftszug ist für Werder Bremen nach der unglücklichen Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart für diese Saison abgefahren. Stuttgart baut so seinen 3. Tabellenplatz, der zur Qualifizierung zur Champions League berechtigt, weiter aus. Jetzt muss Werder sogar noch um einen UEFA-Cup-Platz bangen, wenn auch der 4. Platz gehalten wurde.

Konfirmation 2005 in Tostedt

Am 3., am 10. und 17. April und dann noch am 1. und 8. Mai finden in der Johanneskirche zu Tostedt die Konfirmationsfeiern 2005 statt. Auch mein Sohn Jan wird dieses Jahr konfirmiert.

Bereits 2001 fand (für einige der diesjährigen Konfirmanden) eine Vorkonfirmation in Rahmen eines neuen Modells des Konfirmandenunterrichts, des sogenannten ‚Hoyaer Modells‘, statt: Begleitend zur 4. Schulklasse (daher auch kurz als KU4 bezeichnet) werden die Kindern hauptsächlich von Elternteilen unterrichtet . So hatte auch meine Frau unseren Sohn mit einigen seiner Schulkameraden als Gruppe unterrichtet. Das zweite Jahr des Unterrichts begleitet dann – wie gehabt – das 8. Schuljahr. Nach dem ersten Jahr dürfen die Vorkonfirmanden u.a. am Abendmahl teilnehmen.

    Vorkonfirmanden 2001

siehe hierzu: KU4

Mit der Konfirmation werden die Konfirmanden als aktive Mitglieder in den Kreis der Kirchengemeinde aufgenommen. Die Ähnlichkeit mit der Initiation, also die durch bestimmte Gebräuche geregelte Aufnahme in eine Standes- oder Altersgemeinschaft, besonders die Einführung von Jugendlichen in den Kreis der Männer oder Frauen bei Naturvölkern, ist natürlich unverkennbar.

Im Vorfelde haben wir (d.h. meine Frau mit mir und Jan) überlegt, ob eine Konfirmation überhaupt in Frage kommt. Kirche und damit Glaube spielt in unserer heutigen Gesellschaft keine wesentliche Rolle mehr. Wir haben die Entscheidung letztendlich unserem Sohn überlassen. Für meine Frau spielt Kirche noch eine große Rolle. Für mich ist es mehr der kulturelle Hintergrund, den ich nicht völlig leugnen kann. Die Frage des Glaubens ist, ich gebe es zu, zweirangig.

Leider ist die Kirchengemeinde in Dingen des Datenschutzes weiterhin etwas unbedarft und hat im Gemeindeblatt nicht nur die Namen der Konfirmanden aufgeführt, sondern auch deren vollständigen Anschriften (außer Postleitzahl). Und so kamen nicht nur von Verwandten und Freunden Konfirmationsglückwünsche, sondern z.b. auch von einigen Bankinstituten. Konfirmanden, die an der Schwelle zur weiteren Berufsausbildung stehen, sind natürlich potentielle Kunden, um die man sich nicht früh genug kümmern kann.

Rebecca Michéle: Der Schatz in den Highlands

Da ich mit meinen Lieben dieses Jahr nach Schottland fahre, glaubte meine Frau, mir eine Freude zu machen, indem sie mir das Buch ‚Der Schatz in den Highlands‘ von einer gewissen Rebecca Michéle schenkte.

Natürlich war ich schon anfangs gewarnt, denn die Autorin ist Mitglied bei DeLiA, der ersten (und hoffentlich letzten) Vereinigung Deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren.

Anfangs las sich das Machwerk ja noch einigermaßen. Ein gewisses literarisches Talent ist der Autorin auch nicht abzusprechen. Aber mit der Zeit troff der Schmalz und floss reichlich Tränenflüssigkeit angesichts einer solch unglaublichen inhaltlichen Konstruktion.

Das Ganze spielt zwar in Schottland (das wenige Lokalkolorit wurde wohl notdürftig aus dem Internet zusammengeklaubt), aber wenn ’s in Bayern oder auf den Fidschi-Inseln geschehe, würde es die Geschichte auch nicht schlechter oder besser machen.

Was mich aber wirklich ärgerte, ist der Rückgriff der Autorin auf eine durch einen Unfall körperbehinderte Frau als ‚Heldin‘ des Romans. So eröffnen sich für die Leserinnen ganz andere Möglichkeiten der Identifizierung. Aber, oh Wunder, durch einen erneuten Unfall und endlich der richtigen ärztlichen Behandlung ‚gesundet‘ unsere Heroin und findet ihre Liebe, den Schatz im Silbersee, Entschuldigung: den Schatz in den Highlands.

Mir ist bewusst, dass ich bestimmt nicht zur Zielgruppe dieser guten Frau gehöre. Aber irgendwo fragt man sich dann doch: Wer liest eigentlich einen solchen Schmarren? Bedenkt man, wie viele sogenannter Frauenzeitschriften es gibt, dann kann man sich allerdings nicht wundern, dass auch ein solches Buch Leserinnen (und Leser wie mich) findet.

Jethro Tull in Schottland 2005: Coronoch

Schottland 2005Bevor ich mich mit meiner Familie im Sommer auf nach Schottland mache, setze ich meine musikalische Rundreise zu den schottischen Wurzeln der Musik von Ian Anderson und seine Gruppe Jethro Tull fort:

Mitte der 80-er Jahre lief auf dem britischen Sender Channel 4 eine TV-Serie mit geschichtlichem Hintergrund: „The Blood of the British“. Das Lied „Coronoch“ (Text und Musik von David, heute Dee Palmer) wurde von Jethro Tull mit David Palmer eingespielt.

>> Sweet the rose sharp the thorn;
meek the soil and proud the corn.
Blessed the lamb that would be born
within this green and pleasant land.
Hi-O-Ran-I-Ro
Hi-O-Ran-I-Ro < <

Coronoch ist ein schottisch-gälisches Wort und die Bezeichnung für Todestrauer und Wehklage. In seinem Gedichtszyklus „The Lady of the Lake“ von Sir Walter Scott (1771-1832 – geboren in Edinburgh, bekannt u.a. durch seinen Roman Ivanhoe) gibt es ein Gedicht überschrieben mit „Coronoch“. Er selbst schrieb hierzu: „The Coronoch of the Highlanders … was a wild expression of lamentation, poured forth by the mourners over the body of a departed friend.“

Der Chorus „Hi-O-Ran-I-Ro“ stellt nach Aussage von Ian Anderson einen gälische Kriegsruf dar.

Jethro Tull & David Palmer: Coronoch (1986 veröffentlicht als Single)