Kategorie-Archiv: Feiertage

… wenn ’s was zu feiern gibt

Frohe Ostern 2013

Allen Besuchern meines Weblogs wünsche ich hiermit frohe Ostern. Eigentlich solltet Ihr nicht hier sein, sondern die Feiertage für ’sinnvollere‘ Dinge des Lebens nutzen. Nun denn …

Ostern 2012
Eure Willi

Tipp fürs Ostereiersuchen: Dieses Jahr sind die Eier aus gegebenem Anlass mit Sicherheit nicht gefärbt worden, sondern weiß geblieben 😉

Weiße Ostern

Es wird wohl der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein?! Zu kalt ist er auf jeden Fall – und ‚ausgezeichnet’ mit einer fast immer bestehenden Schneedecke all die Märzentage. Die Frage, ob es weiße Ostern gibt, ist längst beantwortet: natürlich ja. Es ist für die Ostertage mit weiterem Schneefall zu rechnen. Und: Die Wetteraussichten für den Ostersonntag sagen uns hier im Norden Temperaturen voraus, die im Schnitt um satte 8 °C unter denen von Heiligabend 2012 liegen werden.

Ostereier im Schnee (Ende März 2008)

Aber wir dürfen getröstet sein: Schnee zu Ostern ist nichts Außergewöhnliches. Nach wenig Schnee schien auf einem Osterspaziergang 2008 sogar die Sonne – um gleich danach die Ostereier doch noch mit einer ordentlichen Packung Schnee zu belegen.

Okay, als wir letztes Jahr am Ostersonntag aus Grainau unterhalb der Zugspitze abreisten, da schneite es – wie sonst nur im Winter. Aber Grainau liegt immerhin über 700 m über dem Meeresspiegel. Trotzdem: Anfang April ist Schnee auch hier eher ungewöhnlich.

Nach Ostern dann soll es langsam, aber stetig Frühling werden …

Karfreitag – von Hermann Hesse (Wh.)

Karfreitag

Verhangener Tag, im Wald noch Schnee,
Im kahlen Holz die Amsel singt:
Des Frühlings Atem ängstlich schwingt,
Von Lust geschwellt, beschwert von Weh.

So schweigsam steht und klein im Gras
Das Krokusvolk, das Veilchennest,
Es duftet scheu und weiß nicht was,
Es duftet Tod und duftet Fest.

Baumknospen stehn von Tränen blind,
Der Himmel hängt so bang und nah,
Und alle Gärten, Hügel sind
Gethsemane und Golgatha.

aus: Hesse – Die Gedichte

Ein gutes neues Jahr 2013

Auch zum Jahresanfang 2013 sind wir hier im Norden Deutschlands weit davon entfernt, so etwas Ähnliches wie Winter zu haben. Von Schnee keine Spur, dafür eher frühlingshafte Temperaturen. Robert Walsers kleine Schneelandschaft ließ erahnen wie es sein könnte, wenn … Mit dem Schweizer Robert Walser, einem besonderen Sonderling und eigenartigen Poeten, will ich das neue Jahr auch beginnen – und wenigstens noch einmal mit fiktivem Schnee. Aber es wird sicherlich auch bei uns hier noch einmal Winter geben. Der kann sich bekanntlich bis in den Anfang des Mais erstrecken.

Raureif

Warum Robert Walser? Für mich ist er einer der liebsten Schriftsteller. Warum, das vermag ich kaum zu beantworten. Man sollte ihn lesen – dann wird man ihn mögen für alle Tage, oder einfach für verschroben und altmodisch abtun. Peter von Matt, ebenfalls ein Schweizer Schriftsteller, hält für Robert Walser besonders «die Unvorhersehbarkeit des nächsten Satzes» für charakteristisch. Das heute vorgestellte Prosastück wird das sicherlich verdeutlichen. Meine Ex-Schwägerin würde sagen, dass er von Kuchen backen auf Pobacken käme. Ich sehe darin eher einen bunten Blumenstrauß mit vielen einzelnen Farbtupfern.

Zuvor will ich Euch allen aber ein friedvolles und geruhsames neues Jahr 2013 wünschen mit viel Gesundheit und Zufriedenheit. Vom Glück will ich gar nicht schreiben. Das ist oft so flüchtig … Macht es also gut. Mögen wenigstens einige Eurer Wünsche in Erfüllung gehen. Wer keine Wünsche mehr hat, wem alles erfüllt wurde, der hat auch nichts mehr zu erwarten …

Schnee liegt auf Straßen und Plätzen, auf Denkmälern, Dächern, das paßt zur Neujahrszeit. Weihnachtsbäume, Süßigkeiten gönne ich andern. Dichter sind darin großartig, daß sie ihrer Mitmenschen Freude mit ansehen können, ohne gleich zu meinen, daß sie mitgenossen haben müßten. Eine warme Stube ist im Winter schon viel. Les’ ich nicht außerdem in einem Büchlein, betitelt: „Treu wie Gold“? – „Guten Tag, Frau Direktor von Stempel“, sprach ich neulich eine Dame an, die anders heißt, und die laut ausrief: „Was ist Ihnen?“ – „Gut aufgelegt bin ich“, gab ich zur Antwort. Den ersten Theaterabend meines Lebens erlebte ich in einer Neujahrsnacht, trug den hohen Eindruck heiß ins Elternhaus. An einem himmelblauen Frühlingstag erwartete eine Mutter ihren geliebten Sohn, den Leutnant von Schöllermark. Da klopfte es energisch an die Türe; der Ersehnte war’s, sie lagen sich in den Armen. Er kam dann nach Berlin, wo er die wundersamste Motzsträßlerin oder Millionärin kennenlernte; sie war jung und unerhört schön. Im Tiergarten gaben sie sich Rendezvous; flogen zusammen auf Schlittschuhen um die Rousseauinsel, die im kleidsamen Dezemberlichkeitsgewand lieblich aussah. Die Schöne sagte ihm, indem sie Kuß um Kuß von ihm empfing, ihr Papa habe Pläne mit ihr; er taumelte zurück, erlebte seine große Enttäuschung, was ich alles aus einem Vergissmeinnichtbüchlein habe. Nun meld’ ich etwas von mir und beichte, daß ich als Knabe auf einen Neujahrswunschzettel unachtsamerweise „ich wüsche“ schrieb, statt „ich wünsche“. Wie einem so etwas im Kopf bleibt! Der junge Napoleon siegte schon als Schüler im Schulhof zu Brienne in Schneeballschlachten. Schneemänner haben einen breiten Mund, nicht sehr eindrucksvolle Augen, in der Hand einen Besen und stehn unglaublich ruhig da. „Zwischen zwei Herzen“ nennt sich eine rührende Geschichte, die ich meinem Bibliothekchen einverleibte: Einer, der Geld hat, tritt einem, der keins hat, die, die er liebt, ab, da er nicht mehr jung ist, während dem andern die Jugend zum Antlitz herausstrahlt. Das Mädchen hieß Roberta und der Glückliche Max. Anderntags saßen alle friedlich beisammen. Möglich ist, daß sie bei Tisch saßen und aßen. Ich war neulich dabei, wie sich einer Wirtin ein netter, junger Mensch als Officebursche stramm vorstellte. Achtung erweckt man meist hinter seinem Rücken; daher weiß man nichts davon. Die, denen wir sympathisch sind, bleiben still, und das ist richtig, man nähme sich sonst zu wichtig. Ein Kurzwarenhändler sagte mir, man käme mit der Höflichkeit am besten weg; ich pflichtete ihm bei. Zu Neujahr wird geschenkt, Schenkende erhalten wieder ihrerseits Geschenke. Beides, Nehmen wie Geben, darf und will geübt sein. Ich erinnere mich an eine Zeichnung mit leichter Anfärbung: ein weißgefiederter Engel schaut zu einem Fensterchen in die Stube hinein, wo das Christkind liegt; nur ein kleines Blatt, und doch vergaß ich’s nicht. Man kann viel vergessen, sich wieder auf vieles besinnen, und herrlich ist im Erinnerungsbereiche dann ein wiedergefundenes Schäfchen; der Verlust wird lieb, da er sich ausglich.

Schnee liegt auf Straßen und Plätzen
Aus: Robert Walser – Dichtungen in Prosa …

Zwischen den Jahren 2012 auf 2013

Diesmal hat es mich zwischen den Jahren erwischt: Ich muss die beiden ‚verbleibenden’ Werktage zur Arbeit. Als ‚zwischen den Jahren’ bezeichnet man die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr (die Nächte, die längsten des Jahres, nennt man Raunächte). Aber da ich noch einige Überstunden abzubummeln habe, sind die Tage (gestern und heute) nicht ganz so lang ….

Ein Jahr geht zu Ende, ein neues Jahr steht vor der Tür. Zeit, um auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken. Aus meiner Sicht war es wieder ein ‚durchwachsenes’ Jahr. Positiv muss man die Wiederwahl Barack Obamas werten. In Syrien dagegen wütet immer noch ein Bürgerkrieg, dem bereits viele Tausend Menschen zum Opfer fielen. Ein Ende der korrupten Wirtschaftspolitik und der Sturz der Baath-Regierung von Präsident Baschar al-Assad ist weiterhin nicht in Sicht. Und Ägypten ist nach dem Sturz Husni Mubaraks ein zerrissenes Land. Europa kämpft weiterhin mit der Euro-Krise.

Im nächsten Jahr stehen diverse Neuwahlen an. Bereits am 20. Januar wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Nach letzten Umfragen dürfte die CDU zwar wieder die stärkste Fraktion bilden, die schwarz-gelbe Koalition unter Ministerpräsident David McAllister sollte aber wohl durch eine rot-grüne Regierung abgelöst werden. Ähnlich verhält es sich im Bund. Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag wird voraussichtlich im September oder Oktober 2013 stattfinden. Eine Fortsetzung der jetzigen Regierung unter Angela Merkel dürfte nur möglich sein, wenn die FDP dann doch noch die 5 %-Hürde schafft.

Auch für mich persönlich hatte dieses Jahr einige Höhen und sicherlich auch einige Tiefen. Die sicherlich schönsten Tage verbrachte ich bereits in der Zeit vor Ostern bei einem erneuten Aufenthalt mit meiner Familie in Grainau. Von solchen Tagen zehre ich immer lange.

Blick vom Zugspitzplatt Ende März 2012

Was nun das neue Jahr tatsächlich bringt, steht in den Sternen. Wichtig ist und bleibt, dass wir auch das neue Jahr gesund überstehen. Daher wünsche ich Euch allen viel Gesundheit für 2013. Alles andere wird sich schon von selbst regulieren.

AlbinZ Weihnachtsbaum 2012

    AlbinZ Weihnachtsbaum 2012

Blätter hat er keine, nur Nadeln – dafür ist er selbst ‘geschlagen’, was bei uns schon zur Tradition gehört. Am vierten Advent (dies Jahr bereits am dritten Advent) macht sich meine Frau mit unserem jüngsten Sohn auf, um zusammen mit einem Bekannten den eigenen Baum zu schlagen (d.h. ihn abzusägen). Dazu gibt es Glühwein (kostenlos) und Bratwurst … Bisher hatte ich keinen Grund zum ‚Meckern’. Auch wenn der Tannenbaum nicht riesige Dimensionen einnimmt, so ist die Größe gerade recht.

Noch einmal Euch allen ein geruhsames Weihnachtsfest!

Frohe Weihnachten 2012

 

 

 

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2013

Alle Jahre wieder …: Allen Freunden, Bekannten, Verwandten und Besuchern meines Weblogs wünsche ich ein geruhsames Weihnachtsfest 2012 und einen gelungenen Start ins Neue Jahr 2013.

Mögen die Geschenke zahlreich, besonders aber sinnvoll sein, die Weihnachtsgans nicht allzu fett und der Tannenbaum feuerfest.

Fliegender Weihnachtsmann

Fröhliche Weihnachten 2012 - Euer Willi

Fliegender Weihnachtsmann

Vorweihnachtszeit 2012 (18): (Fast) klassische Weihnachtsgedichte

Als Kind habe ich es nicht so gemocht, Gedichte vorzutragen. Das galt natürlich auch zu Weihnachten für Weihnachtsgedichte. So etwas sollte man sowieso den Profis überlassen … – Das heißt nicht, dass ich keine Gedichte mag. Es gibt viele schöne Weihnachtsgedichte, die uns nicht unmäßig rührig, aber besinnlich stimmen können: „Für viele Menschen gehört ‚Von drauß vom Walde komm‘ ich her’ und viele andere klassische Weihnachtsgedichte genauso zur Vorweihnachtszeit, wie der Duft von frisch gebackenen Keksen oder das Weihnachtsshopping. Ob Theodor Storm, Johann Wolfgang von Goethe oder Wilhelm Busch, für jeden Geschmack gibt es das passende Weihnachtsgedicht.“ Hier nur eine kleine Auswahl:

Schöne Vorweihnachtzeit 2012

    Ich sehn‘ mich so nach einem Land
    der Ruhe und Geborgenheit
    Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt,
    als ich den Sternenhimmel weit
    und klar vor meinen Augen sah,
    unendlich großes Weltenall.
    Und etwas dann mit mir geschah:
    Ich ahnte, spürte auf einmal,
    daß alles: Sterne, Berg und Tal,
    ob ferne Länder, fremdes Volk,
    sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl,
    daß Regen, Schnee und jede Wolk,
    daß all das in mir drin ich find,
    verkleinert, einmalig und schön
    Ich muß gar nicht zu jedem hin,
    ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
    ein’s jeden Dinges, nah und fern,
    wenn ich mich öffne und werd‘ still
    in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
    der all dies schuf und halten will.
    Ich glaube, daß war der Moment,
    den sicher jeder von euch kennt,
    in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
    Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse: Weihnachten

    Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
    ein milder Stern herniederlacht;
    vom Tannenwalde steigen Düfte
    und kerzenhelle wird die Nacht.
    Mir ist das Herz so froh erschrocken,
    das ist die liebe Weihnachtszeit!
    Ich höre fernher Kirchenglocken,
    in märchenstiller Herrlichkeit.
    Ein frommer Zauber hält mich nieder,
    anbetend, staunend muß ich stehn,
    es sinkt auf meine Augenlider,
    ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm: Das Weihnachtsfest

Vorweihnachtszeit 2012 (17): Joachim Ringelnatz – Vorfreude auf Weihnachten

Jetzt geht es wirklich ‚hart’ auf Weihnachten zu. Statt die letzten Geschenke zu kaufen stürze ich mich auf die Fabrikation von Geschenkgutscheinen (es geht um Klamotten, die soll sich der ‚Beschenkte’ selbst kaufen, ich würde nur das Falsche kaufen). Ansonsten ist alles besorgt – einen Festtagsbraten gibt es bei uns schon deshalb nicht, weil der ältere meiner Söhne Veganer ist (was uns Restliche nicht davon abhalten wird, die eine oder andere ‚leichte’ fleischliche Leckerei zu genießen). Am Heiligabend werde ich morgens nur noch Brötchen einkaufen gehen …

Joachim Ringelnatz hatte ich hier bereits mit seiner Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu präsentiert. Heute, so kurz vor Weihnachten, noch ein kleines weiteres Gedicht von ihm: Vorfreude auf Weihnachten. Lassen wir in diesen Tagen wie Ringelnatz die Flämmchen am Christbaum blühen.

Schöne Vorweihnachtzeit 2012

Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –

Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traum eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Joachim Ringelnatz: Vorfreude auf Weihnachten

Vorweihnachtszeit 2012 (16): Weiße Weihnacht im Norden?

Die Frage, die sich jedes Jahr aufs Neue stellt, ist die Frage nach dem Wetter zu Weihnachten, insbesondere zu Heiligabend. In den letzten Tagen gab es zwar reichlich Prognosen, die aber immer wieder durch neue und andere überholt wurden. Interessant ist natürlich zunächst, wie das Wetter an den Tagen vor Weihnachten ist. Schnee hatten wir ja bereits einigen, aber seit dem letzten Wochenende regnet es immer wieder bei Plus-Temperaturen um die 5 ° C – lediglich einige vor Tagen aufgetürmte Schneehaufen präsentieren sich heute noch als geschrumpfte Eisklumpen.

Wetter in Norddeutschland – 24.12.2012 (Heiligabend)

Wie wird also das Wetter? Für mich interessiert natürlich in erster Linie das Wetter an meinem Wohnort irgendwo zwischen Bremen und Hamburg in der norddeutschen Tiefebene (richtiger soll die Bezeichnung norddeutsches Tiefland sein – ich bleibe und liebe aber nun einmal den Begriff Tiefebene). Nach dem heutigen Stand könnte es ab morgen Abend bei leichtem Dauerfrost schneien und der Schneefall bis zum Sonntagabend anhalten (d.h. nicht, dass es andauernd schneien wird). Entgegen der Prognose von gestern steigen die Temperaturen am Heiligabend aber wieder in den Plus-Bereich mit Sprühregen, ab ersten Weihnachtstag sogar wieder mit Dauerregen. Danach soll es größtenteils trocken bleiben. Der Winter findet wohl wieder woanders statt.

Schöne Vorweihnachtzeit 2012

Mit Glück werden wir hier im Norden also am Heiligabend etwas Schnee liegen haben. Aber so ganz sicher ist bis heute noch nichts. Im Westen bleibt es dagegen regnerisch und milde. Lassen wir uns also überraschen. Am Wetter eine Schraube drehen können wir nicht. Ist dann aber auch besser so …

Nachtrag: Die Wettervorhersage wurde schon wieder ‚angepasst‘: Bereits am Sonntag (23.12.) wechselt das Wetter von Schnee zu Regen – an weiße Weihnachten ist also auch im Norden Deutschlands kaum zu denken.

Vorweihnachtszeit 2012 (15): Karl May – Weihnachten

Ich komme noch einmal auf Karl May zu sprechen, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 170. Mal jährt. Außerdem wird seines 100. Todestages gedacht (siehe meine Beiträge Karl May: Durch die Wüste und Karl May-Filme (1): Die Sklavenkarawane (1958) – Der Löwe von Babylon (1959)). Karl May hat nämlich eine längere Erzählung verfasst, in der er uns u.a. als bekannter Held, Old Shatterhand, über den Weg läuft. Der Wilde Westen also im weihnachtlichem Gewand. Hier zum Abschluss des Karl May-Jahres die Erzählung:

Schöne Vorweihnachtzeit 2012

Welch ein liebes, liebes, inhaltsreiches Wort! Ich behaupte, daß es im Sprachschatze aller Völker und aller Zeiten ein zweites Wort von der ebenso tiefen wie beseligenden Bedeutung dieses einen weder je gegeben hat noch heute giebt. Dem gläubigen Christen ist es der Inbegriff der heißersehnten Erfüllung langen Hoffens auf die Erlösung aller Kreatur, und auch für den Zweifler bedeutet es eine alljährlich wiederkehrende Zeit allgemeiner Festlichkeit, der Familienfreude und der strahlenden Kinderaugen. Jenem leuchtet in der tiefsten Tiefe seines Herzens der Wahrspruch »Jesus Christus gestern und heut und derselbe in alle Ewigkeit!« und dieser stimmt wohl unwillkürlich auch mit ein oder läßt wenigstens seine Kinder einstimmen in den Frohgesang

»Welt ging verloren,
Christus ward geboren;
Freue dich, o Christenheit!«

Unter Palmen ging der längst erwartete Zweig Isais, des Bethlehemiten, auf, und über Bethlehem strahlte der Stern, welcher die Weisen aus dem Morgenlande zu der Weihnachtskrippe leitete. »Ehre sei Gott in der Höhe!« sangen die himmlischen Heerscharen über diese Stadt, von welcher ein Strahl des Lichtes ausgangen ist, der alle Welt erleuchten und beglücken soll. »Friede auf Erden!« erklang es nach dem himmlischen Gloria, und der Friede, dessen Sinnbild noch heut die Palmen sind, hat sich von dorther ausgebreitet über alle Länder und in alle Herzen, welche seinem Einzuge offen standen. Und wo im Norden keine Palmen wehen, da haben ihre Wedel sich in Tannenzweige verwandelt, welche Sterne und Lichter tragen in der schönen seligen Zeit, welcher die Worte des Propheten gelten: »Mache dich auf, und werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf!« Da glänzt der Weihnachtsbaum im Palaste und in der Hütte; da schallen Glockenklänge, um die Geburt des Erlösers zu verkünden, durch die stille Nacht, und von allen Kanzeln und Altären, von Mund zu Mund erklingt der Engelsruf: »Siehe, ich verkündige Euch große Freude, die allen Nationen widerfahren wird, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Davidsstadt!«

[…]

Karl May: Weihnachten