Kategorie-Archiv: Feiertage

… wenn ’s was zu feiern gibt

Jethro Tull: Beltane

Tanz in den Mai, wer kennt nicht das ausgelassene Treiben. Dabei ist die Nacht von heute auf den 1. Mai ursprünglich die Walpurgisnacht, eigentlich das Mondfest, das in der Nacht des ersten Vollmondes zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende gefeiert wird. Traditionell gilt jedoch die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der angeblich die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich Brocken), aber auch an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten und auf die Ankunft des „gehörnten Gottes“ warten.

Beltane in Schottland

Diese Nacht entspricht aber auch dem keltischen Fest „Beltane“. Es war wie viele ähnliche Feste ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest, es gehört zu den sogenannten Feuerfesten. Es steht für das Neuerwachen und die Aufbruchstimmung der Erde nach dem Winter, ein Fruchtbarkeitsfest nicht nur im Sinne der Fortpflanzung, sondern auch für Kreativität, neue Ideen, Projekte oder neue Beziehungen. Im keltischen Jahreskreis kann es mit der aufblühenden Jugend verglichen werden.

Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull, geboren in Schottland, hat sich in vielen Liedern mit den Ursprüngen seiner Heimat beschäftigt. Und so gibt es auch ein Lied von Jethro Tull mit dem Titel „Beltane“ (erschienen 1988 auf dem „20th Anniversary box set“, später auf der remastered CD „Songs from the Wood“ als Bonus-Track).

Have you ever stood in the April wood and called the new year in?
While the phantoms of three thousand years fly as the dead leaves spin?

Hast du jemals im April-Wald gestanden und das neue Jahr herbeigerufen?
Während die Phantome aus 3000 Jahren fliegen wie tote Blätter-Wirbel?

aus: Beltane


Jethro Tull: Beltane

Frohe Ostern 2010

Schon heute wünsche ich all den Besuchern meines Blog frohe Ostern und viele ‚Eier im Sack‘. Auch wenn die Wetteraussichten alles andere als gut sind, so werde ich mich und meine Lieben nicht verdrießen lassen: Morgen wird ‚gebruncht“ und am Ostermontag geht es zur Verwandtschaft nach Bremen bzw. Lilienthal.

Ostern 2007

Dann bis bald
Euer Willi

Karfreitag von Hermann Hesse

Karfreitag

Verhangener Tag, im Wald noch Schnee,
Im kahlen Holz die Amsel singt:
Des Frühlings Atem ängstlich schwingt,
Von Lust geschwellt, beschwert von Weh.

So schweigsam steht und klein im Gras
Das Krokusvolk, das Veilchennest,
Es duftet scheu und weiß nicht was,
Es duftet Tod und duftet Fest.

Baumknospen stehn von Tränen blind,
Der Himmel hängt so bang und nah,
Und alle Gärten, Hügel sind
Gethsemane und Golgatha.

aus: Hesse – Die Gedichte

Zwischen den Jahren

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennt man die Zeit „zwischen den Jahren“ (die Nächte, die längsten des Jahres, nennt man Raunächte). Die Medien nutzen diese Zeit für Rückblicke auf das nun fast vergangene Jahr. Einen solchen Rückblick, gar ein Resümee, will ich mir nicht anmaßen. In dem kleinen Video Absurdistan 2009 – Der Jahresrückblick findet sich aber alles trefflich zusammengefasst, was uns in diesem Jahr ‚auf den Geist’ gegangen ist.

AlbinZ Weihnachtsbaum 2009

Aber heute ist ja noch Weihnachten, der 2. Weihnachtsfeiertag, der uns dank der Bismarckschen Sozialgesetzgebung bis heute erhalten geblieben ist. Daher aus Wolfgangs Schatzkammer (Wolfgang’s Vault) 22 Christmas Tunes (kostenlose Anmeldung ist erforderlich) mit einigen weihnachten Musikschätzen aus Rock und Pop.

Frohe Weihnachten 2009

Fliegender X-man

Fröhliche Weihnachten ...

Fliegender X-man

Ein turbulentes Jahr geht dem Ende entgegen. Sowohl auf der Arbeit als auch ‚in deutschen Landen’ hat sich einiges getan. Nicht umgedingt zum Guten, leider. Aber jetzt zu Weihnachten wollen wir nicht klagen. Wer halbwegs gesund ist, wer im Kreis seiner Lieben Halt und die ‚Wärme’ findet, die uns sonst im Alltagsleben immer mehr verloren zu gehen scheint, kann sich glücklich schätzen. Die Weihnachtszeit bietet sich dazu an, uns all der ‚positiven’ Dinge unseres Lebens bewusst zu werden – und dafür den Menschen zu danken, die maßgeblich ihren Beitrag hierzu geleistet haben. Nun, denn … Ich wünsche Euch allen ein geruhsames, friedvolles Weihnachtsfest und danke für Euren Besuch meines Blog. Und ich wünsche Euch ein gutes Neues Jahr 2010, in dem alles für Euch in Erfüllung gehen möge, das Ihr Euch wünscht. Man liest voneinander!

Schöne Weihnachtsgrüße 2009

Weihnachten von A bis Z: Z wie Zwischen den Jahren

Mit dem Buchstaben Z kommen wir heute am Heiligen Abend zum Ende des Weihnachtslexikons von Theo Herrlein. Zimt ist ein wichtiges Weihnachtsgewürz in vielerlei Backwaren, aber auch beim Bratapfel unverzichtbar. Sri Lanka ist die Heimat des Zimtbaumes, der strauchartig kultiviert wird. Von den zweijährigen Trieben schält man die Rinde ab und trocknet sie. Diese ergeben die bekannten Zimtstangen.

Übrigens: Der zweite Weihnachtsfeiertag wird fast nur in Deutschland gefeiert und geht auf die Sozialgesetzgebung Bismarcks zurück, der ihn zusammen mit dem Ostermontag als gesetzliche Feiertage einführte.

Zwischen den Jahren ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bzw. Heilige Drei Könige. Dies war früher eine Zeit der Arbeitsruhe. In einigen Gegenden nannte man früher diese Tage auch Zwischen den Zeiten.

Frohe Weihnachten

Zuletzt noch zwei Gedichte. Zum 24. Dezember ist ein Gedicht von Theodor Fontane (1819-1898):

Zum 24. Dezember

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben heraus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Weihnachten von A bis Z

Und in ganzen acht Zeilen bringt Wilhelm Busch (1832-1908) in seinem Gedicht Zu Neujahr seine Wünsche zum Neujahr trefflich zum Ausdruck.

Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen
das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.

Weihnachten von A bis Z: Y wie Yule

Auch zum Buchstaben Y gibt es im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein nur sehr wenige Begriffe. Der arabische Staat Yemen (auch Jemen) ist neben dem Emirat Oman die Heimat des Weihrauchbaumes, von dem das kostbare Aromaharz Weihrauch gewonnen wird.

Weihnachten von A bis Z

Im Norden von England und in Schottland hat sich das alte Yule als Bezeichnung für das Weihnachtsfest erhalten und ist die englische Variante des skandinavischen „Jul“.

Weihnachten von A bis Z: W wie Weihnachten

Das Wangerooger Nikolausspiel hat eine lange Tradition. Vor der Eröffnung des Nikolausmarktes findet in der Kirche traditionell das Nikolausspiel statt. In das Spiel werden hier auch die „Furcht einflößenden Piraten“ mit eingebunden, die in den vorhergehenden Jahrhunderten auf den friesischen Inseln ihr Unwesen trieben. Im Wangerooger Nikolausspiel werden die Piraten natürlich bekehrt.

Das Stichwort Weihnacht nimmt im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein verständlicherweise viel Raum ein. So beginnt es mit dem Hinweis auf Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) und seiner Erzählung Weihnacht, die seine erste abgeschlossene literarische Arbeit darstellt. Weihnachten ist abgeleitet aus dem Mittelhochdeutschen „Ze den wihen nahten“ und bedeutet „in den Heiligen Nächten“. Der Begriff taucht im Deutschen erstmals 1190 beim bayerischen Dichter Spervogel auf.

Weihnachten von A bis Z

Weiter geht es über Weihnachtsaltar, Weihnachtsfasten und Weihnachtsglocken hin zu Weihnachtsinseln, Weihnachtsmann und Weihnachtsschinken, der in Norddeutschland und vor allem in den skandinavischen Ländern traditionell im Mittelpunkt des Weihnachtsessens steht.

Der Begriff Weihnachtssinggeld taucht in alten Klosterbüchern auf und war früher eine Abgabelast für den Schulmeister, also ein Entgelt für dessen weihnachtliches Singen von Haus zu Haus (also eine erste Art von GEMA-Gebühr).

In aller Munde ist zz. das Weihnachtswetter. Schnee ist dabei die absolute Wunschvorstellung, die jedoch immer seltener eintrifft. Noch hoffen wir alle, dass diese Weihnachten ‚weiß’ sein wird.

Speziell in Norddeutschland gehören die Weihnachtswichtel zu den Begleitern des Weihnachtsmannes. Dieser Brauch wurde von der skandinavischen Weihnachtsmythologie übernommen. Wienachtsmann ist der volkstümliche, niederdeutsche Name des Weihnachtsmannes.

Frohe Weihnachten

Der Sage nach haben viele Leute in Schleswig-Holstein und im Herzogtum Lauenburg in den „Zwölften“ (den Raunächten), namentlich am Weihnachtsabend, den Wode auf einem weißen Pferd mit 24 wilden Hunden ziehen sehen. Man tue gut daran, so die Überlieferung, sich in diesen Nächten nicht im Freien aufzuhalten und die Türen gut zu verschließen. Die Wutingnacht ist ein alter deutscher Name für die Nacht auf den 6. Januar. Sie galt einst als die letzte und auch gefährlichste Raunacht.

Weihnachten von A bis Z: V wie Väterchen Frost

Da das Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche in Russland erst nach Jahresanfang am 6. Januar gefeiert wird, bringt der Gabenspender „Deduschka Moros“, auch liebevoll Väterchen Frost genannt, den Kindern bereits am 31. Dezember die Geschenke.

Vater Winter ist dagegen eine altdeutsche Bezeichnung für den Weihnachtsmann.

Im Mittelalter gab es den Brauch der Verkehrten Welt. Immer am 28. Dezember hatten die Kinder und Jugendlichen das Sagen, und die Erwachsenen mussten ihnen zu Diensten sein (sind es die Erwachsenen nicht das ganze Jahr über?).

Weihnachten von A bis Z

Der erste Montag nach Heilige Drei Könige wurde früher auch als Verlorener Montag bezeichnet. An diesem Tag wurde der Weihnachtsbaum weggeräumt.

Viel Schellische ist ein alter Wunsch zum neuen Jahr auf der Insel Helgoland.

Im Dritten Reich versuchte die nationalsozialistische Partei, zusammen mit dem „Winterhilfswerk“ (WHW), die so genannte Volksweihnacht immer mehr in den Vordergrund zu stellen – raffinierterweise unter Ausnutzung der weihnachtlichen Emotionen, christlicher Elemente, wie auch Besinnlichkeit und Tradition. Nach und nach verschwanden sodann die christlichen Symbole und wurden durch das Sonnenrad und das Julfest ersetzt. Vorweihnachten war der nationalsozialistische Adventskalender in Buchform, der 1942 in München erschien. Darin wurde versucht, die religiösen Weihnachtseinflüsse durch altgermanische Gegenbilder zu ersetzen. Dabei wurde der heilige Nikolaus zu Knecht Ruprecht und erwies sich als wieder auferstandener Schimmelreiter Wotan. Das Christkind verwandelte sich in ein „Lichtkind“, die Weihnachtskrippe unter dem „Julbaum“ wurde zum „Weihnachtsgärtchen“, und der Adventskranz zum „Sonnwendkranz“.

Im norddeutschen Raum wird der Weihnachtsabend, nicht ohne Grund, auch Vullbucksavend, also Vollbauchabend, genannt, denn das Essen spielt an diesem Abend eine besonders große Rolle.

Weihnachten von A bis Z: U wie „Unter dem Tannenbaum“

Zum Buchstaben U gibt es im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein nicht allzu viele Begriffe. Unter dem Tannenbaum ist eine Weihnachtsnovelle von Theodor Storm (1817-1888), in der ausführlich vom Auspacken, Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaumes erzählt wird. In dieser 1865 zum ersten Mal erschienenen Erzählung ist das berühmte Gedicht „Von drauß’ vom Walde komm ich her …“ eingebettet.

Weihnachten von A bis Z

Der reich geschmückte Weihnachtsbaum sollte früher das unvergängliche Leben in der sonst im Winter abgestorbenen Natur darstellen.