Willis Plaudereien (3): Die Welt ist voller Keime

Ich weiß: Das gehört nicht hierher! Aber ich kann nicht anders: Es muss ‘raus! Es sind nur noch wenige Arbeitstage bis zu meiner Rente. Dass ich keinen Bock mehr auf die Arbeit habe, ist von mir schon an anderer Stelle hier (… wie 70 Einheiten Strafarbeit) geäußert worden.

Neben der Arbeit selbst sind es die deutlich länger gewordenen Fahrzeiten von zu Hause zur Arbeit und zurück, die ich wenigstens sinnvoll zu nutzen weiß. Es ist die Arbeitsstelle, die eine dauernde Baustelle ist. Und es ist das Scheißhaus!

Ich habe in einem Haus in der Nähe des Schanzenviertels gearbeitet. Vor einem Jahr sind wir dann an den Stadtrand kurz vor der Grenze zu Schleswig-Holstein umgezogen. Im alten Haus war meine Dienststelle (so nennt es sich) über viele Stockwerke verteilt. Im neuen Haus arbeite ich mit meinen Kolleg*innen nur noch auf einem Stockwerk. Das zeigt sich nun auch an der geringeren Anzahl der Toiletten. So teile ich mir mit allen männlichen Kollegen die wenigen, ‚übriggebliebenen‘ Scheißhäuser.

Willi mit Helm - unscharf (Edelsteinminen Idar-Oberstein Juli 2019)
Willi mit Helm – unscharf (Edelsteinminen Idar-Oberstein Juli 2019)

Wir haben hier einige Spezies, die anscheinend einen großen Horror vor Krankheitskeimen aller Art haben. Das äußert sich z.B. darin, dass sie keine Türklinken anfassen, sondern die Türen mit dem Ellenbogen öffnen. Es äußert sich aber auch in der Benutzung der WCs.

Ich mag es nicht beschreiben, aber es ist widerlich. Es sieht so aus, als würden sie, wenn sie einer großen Notdurft nachkommen, das ‚freihändig‘ erledigen. Mich wundert es nur, dass sie sich dabei nicht ihre eigenen Hosen bescheißen. Das führte u.a. dazu, dass eine intensive Bodenreinigung der Toilettenräume angeordnet werden musste.

Wie kann so etwas möglich sein. Bekackte, nur notdürftig (sic!) gereinigte Kloschüsseln (wenigstens blieben die Klobrillen bisher verschont) tragen sicherlich nicht dazu bei, Krankheitskeime zu bekämpfen. ‚Sauberkeitsfanatiker‘, die dem Hygienewahn erliegen, waren mir schon immer suspekt.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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