Fastenzeit

Der heutige Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) stellt im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens dar und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Matthäus 4,2). Als Fastenzeit wird im christlich-abendländischen Kulturkreis der Zeitraum der sieben Wochen vor Ostern bezeichnet.

Fasten ist eine Form menschlicher Kultur entweder mit verminderter Nahrungsaufnahme und Elementen der Askese oder vollständigem Nahrungsverzicht, d. h. als Leben aus körpereigenen Reserven. Das Wort kommt vom gotischen fastan = (fest)halten, beobachten, bewachen; bzw. althochdt.: fasten = fest (an den Geboten der Enthaltsamkeit festhalten).

Wird nur eine bestimmte Art der Nahrung – beispielsweise Fleisch – oder ein Suchtmittel weggelassen oder eingeschränkt, spricht man von Enthaltung oder Abstinenz.

Allgemein soll das Fasten mittels reduzierter Nahrungsaufnahme mehreren Zwecken dienen:
– der religiösen Praxis, u. a. in der christlichen Fastenzeit und im muslimischen Fastenmonat Ramadan
– in mehreren Religionen, der Vorbereitung auf religiöse Feste
– einem Gewinn an seelischer Harmonie und an Demut
– einer Förderung der Wahrnehmung und der eigenen Aufmerksamkeit
– einer Erhöhung der Willenskraft und Vorbereitung auf spezielle Herausforderungen
– der Trauer über einen Todesfall oder sonstigen Verlust
– dem Zuwachs an psychischer und sozialer Kontrolle bzw. Macht (siehe z. B. Mahatma Gandhi oder allgemein Hungerstreik),
– und (bei gezielter Methodik) auch dem Abnehmen, bzw. der Kontrolle des Körpergewichts.

Um es gleich zu sagen: Ich habe vorerst nicht vor zu fasten. Aber bei den Suchtmitteln möchte ich mich doch beschränken.

Meine Frau allerdings wird wie in den Vorjahren eine Fastenzeit einlegen, in der sie ihre Nahrungsaufnahme im Wesentlichen auf Früchte- und Kräutertees, Obst- und Gemüsesäfte beschränkt. Dafür presst sie besonders Gemüsesäfte selbst, damit diese wenigstens einige Ballaststoffe noch haben. Dieses Fasten dient für sie hauptsächlich der Entschlackung des Körpers.

Mein älterer Sohn, seit längerer Zeit bereits Vegetarier, will in der Fastenzeit zusätzlich auf alle Eier- und Milchprodukte verzichten, also vegan leben. Er tut sich hierfür mit anderen jungen Leuten zusammen, die auf ihre Art fasten oder zumindest abstinent leben wollen, z.B. auf Süßigkeiten aller Art verzichten möchten.

Neben dem religiösen und gesundheitlichen Aspekt halte ich das Fasten bzw. die Abstinenz für sinnvoll, um (wie bereits erwähnt) die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Tun und Lassen, aber auch gegenüber der Umwelt zu erhöhen und die eigene Willenskraft zu stärken. In einer Welt, in der sich die Menschen oft nur noch treiben lassen, tut es gut, eine Zeitlang eine Nische aufzusuchen, um das eigene Bewusstsein zu schärfen.

Siehe auch Fotoschau bei zdf.de. Gute Vorsätze für die Fastenzeit

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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