Urlaub: Tunesien 1999/2000

Es ist fast 7 Jahre wieder her, dass ich mit meinen Lieben am 1. Weihnachtstag 1999 in den Süden Tunesiens aufgebrochen war, um dem Trubel des Jahrtausenwechsels zu entgehen. Die Nacht von Silvester auf Neujahr wollten wir in der Wüste verbringen. Unser Ziel: Tozeur, eine Oasenstadt mit zigtausend Dattelpalmen. Es wurde ein ganz toller Urlaub, in dem wir vieles sahen und in uns aufnahmen. Den Silvesterabend waren wir zwar in der Wüste, aber bei einem Open Air-Konzert von Gloria Gaynor mit vielen anderen Gästen und Einheimischen. Wir waren also mitten im Trubel! Aber es war von der Atmosphäre her einfach super!

Dann nächtigten wir allerdings doch noch in der Wüste, in der es nachts frostig kalt wurde. Auch ein Kamelritt durfte nicht fehlen. Und der Besuch der Starwars-Kulissen. Hier ein neu überarbeitetes Video – unsere Reise in Zusammenfassung:

Schneeeeeeee – Teil 2

12. Dezember
Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nachbar sagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Bob sagt, dass wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, dass ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Bob ist sehr nett – ich bin froh, dass er unser Nachbar ist.

14. Dezember
Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte lässt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute Nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, dass ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte, ich würde nicht so Pusten und Schnaufen.

Schnee - Teil 2

15. Dezember
60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Hab den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich – schließlich sind wir nicht in Alaska.

Fortsetzung folgt …

Was ist bloß mit Ian los? Teil 36: Minnesänger auf der Empore

Hallo Wilfried,

es ist nicht schön, wenn man so etwas zugeben muss, aber die letzten weihnachtlichen Gefühle hatte ich als Kind. Aber ich möchte hier nicht über das Fest herziehen; die Grundidee des Festes war gut und zu dem, was daraus geworden ist, habe ich meinen Beitrag geleistet und werde es sehr wahrscheinlich auch weiterhin tun.

Ist die Montage in Deiner letzten mail von Dir ??? Falls ja, würde ich gerne wissen, wie Du das hinbekommen hast. Sensationell !

Tja, mit dem 40jährigen Jubiläum im kommenden Jahr lag ich wohl daneben. Einige Quellen (z.B. Wikipedia) nennen 1967 als Gründungsjahr. So ist das eben mit bedeutenden Ereignissen, die lange zurück liegen; auch Christi Geburt lässt sich nicht mehr exakt datieren.

Bei „cupofwonder“ habe ich früher schon mal reingeschaut. Aber nicht oft; die englischsprachigen Beiträge sind mir zu anstrengend. Voorbij müsste sich wie „vorbei“ anhören, aber da ich kein niederländisch spreche, bin ich nicht sicher. Heute war ich auf dem Konsulat, da mein Ausweis abläuft. Glücklicherweise sprach die Dame dort deutsch.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wer die einleitenden Worte auf „Minstrel“ spricht. Sie sind sehr leise, genuschelt und zum Glück schnell vorbei. Ein tolles Album übrigens. Ich konnte mich nie entscheiden, welches mein Lieblingsalbum von JT ist. „Minstrel“ gehört auf jeden Fall zur engeren Wahl. Irgendwo las ich, dass Mr. Anderson zurzeit dieses Albums Probleme hatte, deshalb klinge das Werk so finster. Weißt Du, welche Probleme das damals waren ?

Nächste Woche ist der Meister in Maria Laach. Fast auf Hörweite. Wenn ich Zeit hätte, wüsste ich, was zu tun ist …

Bis bald
Lockwood

08.12.2006

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Hallo Lockwood,

wie Du vielleicht in meinem Weblog siehst, versucht meine Frau mich und die Kinder durch entsprechende Dekoration weihnachtlich einzustimmen. Nun gestern hatten wir ja einen zwar kalten, aber dafür sonnigen Sonntag, der förmlich zum spazieren einlud, was ich mit meiner Frau dann auch gern wahrnahm. Dabei kam dann wenigstens etwas von Weihnachtsbesinnlichkeit auf.

Also das ZDF sendet ab 17 Uhr das Weihnachtskonzert des Bundespräsidenten – und wir dürfen uns auf einen hoffentlich nicht zu kurzen Auftritt des Meisters freuen. Da wir wohl erst nach 18 Uhr essen werden, werde ich mir das Ereignis also schon gleich am Fernseher angucken. Lassen wir uns überraschen.

Nein, die Montage ist nicht von mir. Ich habe sie im Internet bei cupofwonder.com gefunden. Allerdings ist das Bildchen auch ziemlich ätzend. Steht bei Aqualung an der Wand „SPEND CHRISTMAS SKIING …“ so heißt es bei dem guten Aquaclaus „SPEND CHRISTMAS SHAGGING …“. Ansonsten stimme ich Dir zu: Die Montage ist wirklich geglückt. Ich denke aber, dass der Mantel eigentlich nur in rot gefärbt wurde. Trotzdem viel Arbeit. Ich habe ein etwas größeres Bild, da steht unten rechts ein Name: F. Mahalland oder so ähnlich (die a’s könnten auch teilweise o’s sein); das dürfte der Künstler sein. Ich bin zz. mehr mit Videobearbeitung (Ulead MediaStudio Pro 8 ) beschäftigt (soweit ich Zeit finde). Damit kann man auch viele ‚schöne Sachen’ machen. Ich habe lange darüber gebrütet, wie ich einen Titel in Starwars-Manier zustande bekomme. Du weißt, vorn wird ein Text eingeblendet, der langsam zur Mitte fährt und dabei kleiner wird. Mit Hilfe meines Jüngsten (Lukas) habe ich es (fast) hinbekommen. Ansonsten bin ich mit dem Video für meine Frau zu deren Geburtstag zu ziemlich fertig.

Was die Arbeit betrifft, so lasse ich die Tage bis Weihnachten langsam ausklingen. Nach Weihnachten habe ich einige Tage frei und brauche erst am 4. Januar wieder zur Arbeit. Das diesjährige Weihnachtsprogramm sieht durch die Geburtstagsfeier meiner Frau bei uns etwas anders aus. Heiligabend feiern wir allein unter uns – wie gehabt. Dieses Jahr werden wir wohl zum Mitternachtsgottesdienst gehen, bisher waren wir immer nachmittags in unserer Johannes-Kirche. Den 1. Weihnachtstag bleiben wir zu Hause (Vorbereitungen zur Feier). Bisher waren wir an diesem Tag (fast) immer in Bremen bei meinen Eltern bzw. bei meiner Verwandtschaft. Und den 2. Feiertag ging es dann zu meinen Schwiegereltern. Das entfällt dieses Jahr auch. Man sieht sich ja abends (ab 18 Uhr geht es los). Da ich Spielchen jeder Art und auch lange Dankesreden hasse, zeige ich in einem Nebenraum das in mühevoller Arbeit zusammengebastelte Video ‚aus dem Leben’ meiner Frau. Ich habe mir vor gut zwei Jahren einmal einen Beamer zugelegt. Da lässt sich dann ein DVD-Player anschließen.

Zu den Problemen, die Ian Anderson 1975 bei Erscheinen des „Minstrel“-Albums gehabt haben soll, weiß ich leider nichts. In dem Jahr war er gewissermaßen solo. Im Februar 1970 hatte er Jennie Franks geheiratet, die ja bekanntlich den Text zu „Aqualung“ verfasste. Und laut Zeitungsartikel aus dem Jahre 1999 über Jennie Franks waren beide seit Erscheinen von „Aqualung“ bereits geschieden („Since ‚Aqualung’ came out, she ’s divorced Jethro Tull lead singer Ian Anderson …“). Die Scheibe kam in UK im März 1971 (in den Staaten im Mai 1971) heraus. Shona Jacqueline Learoyd hat Anderson 1976 geheiratet, also ein Jahr später. Vielleicht besteht hier ein Zusammenhang (Minnesänger -> Frauen und so).

Willi mit Shona und Ian Anderson
Willi mit Shona und Ian Anderson (okay, die Montage ist Mist, als hätte ich einen Genickbruch, egal – immerhin ein ziemlich neues Bild von Shona mit Gatten)

Heute einmal so gut wie nichts zu Jethro Tull und Ian Anderson. Wie sieht die Weihnachtszeit eigentlich bei Dir und Deiner Familie so aus?

Noch schöne und hoffentlich stressfreie Tage
Wilfried

11.12.2006

English Translation for Ian Anderson

Schulzentrum in Tostedt lahm gelegt

Langsam nimmt es Überhand: Die Trittbrettfahrer, die mit ihren vorgetäuschten Ankündigungen zu Amokläufen für Unruhe an deutschen Schulen sorgen. So gestern in meinem Wohnort Tostedt geschehen: Eine anonyme Bombendrohung, schriftlich, wohl auch telefonisch aufgegeben, veranlasst die Schulleitung und die Polizei, das Schulzentrum (mit Gymnasium Tostedt, Erich Kästner-Realschule und Hauptschule) nach der 1. Schulstunde zu räumen. So fiel für rund 2000 Schüler der weitere Unterricht an diesem Tag aus. Trotz des Einsatzes von Spürhunden konnte die Polizei keinen Sprengsatz finden. Bisher hat die Polizei nach eigenen Angaben noch keine Erkenntnisse über einen Tatverdächtigen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um einen Nachahmungstäter handelt, der sich die Vorfälle der letzten Zeit zum Vorbild genommen hat.

Auch meine beiden Söhne waren von dem Unterrichtsausfall betroffen. Meinem jüngsten hat es aber nichts genützt: Er musste in der 1. Schulstunde eine Mathe-Arbeit schreiben. Natürlich sind wir alle froh, das nicht wirklich etwas passiert ist. Trotzdem hoffen wir, das der unbekannte Hinweisgeber gefasst wird. Die Kosten des Polizeieinsatzes waren nicht unerheblich.

Weihnachtliche Dekoration – Teil 2

Meine Frau tut alles, um uns ein wenig in weihnachtliche Stimmung zu bringen. Dazu gehört natürlich eine entsprechende und allgegenwärtige Dekoration in und am Haus, der man sich nicht völlig entziehen kann. Wenn dann auch noch das Wetter etwas winterlicher wird (und ich bald freie Tage habe), dann könnte es vielleicht wirklich noch etwas mit Weihnachtsstimmung werden:

Weihnachtliche Dekoration: Briefkasten Weihnachtliche Dekoration: Gesteck mit Lichtern
Briefkasten Gesteck mit Lichtern
Weihnachtliche Dekoration: Viele Weihnachtsmänner Weihnachtliche Dekoration: Kerze mit Weihnachtsmann
Viele Weihnachtsmänner Kerze mit Weihnachtsmann

Schöne Bescherung – immer wieder …

Die Familie Griswold feiert Weihnachten. Familienoberhaupt Clark Griswold stürzt dabei alles in ein unsägliches Chaos, sodass für den Betrachter kein Auge trocken bleibt. Es gehört bei uns zur weihnachtlichen Tradition, mindestens einmal den Film ‚Schöne Bescherung‚ (National Lampoon ’s X-Mas Vacation – USA 1989 – Regie: Jeremiah Chechik) mit Chevy Chase anzusehen.

    Weihnachten bei den Griswolds

Sei es die Suche nach dem richtigen Weihnachtsbaum, das Installieren einer Lichterkette mit immerhin 25.000 Glühbirnen, die Invasion der buckeligen Verwandtschaft oder das Warten auf die ersehnte Weihnachtsgratifikation:

Es gibt keine schönere Bescherung als die mit den Griswolds! So macht Weihnachten Spaß! Am Freitag, den 15. Dezember, gibt es den Film im Fernsehen auf RTL2 ab 20 Uhr 15 (Wiederholung am Samstag, den 16.12., um 15 Uhr 15).

Ubrigens: Der illuminierte Wahnsinn, also die Weihnachtsbeleuchtung in deutschen Städten und Vorgärten verbrauchte im letzten Jahr ca. 25 Millionen Kilowattstunden.

Video (Ausschnitte): Familie Griswold – Schöne Bescherung

Gerührt oder geschüttet? Der neue Bond ist da

Im Vorfeld gab es schon einiges Murren um den neuen James Bond-Darsteller Daniel Craig: zu blond, zu hässlich (mein jüngster Sohn taufte den neuen Bond auch gleich James Blond), mit Problemen beim Autofahren und nur mit Schwimmweste zu bewegen, Wasserfahrzeuge zu betreten. Das ist nicht der Bond, den wir bis jetzt kannten. Eher wie ein russischer Agent (die Ähnlichkeit mit Putin).

Aber kaum lief der neue Bond-Film „Casino Royale“ in den Kinos an, da war alle voreilige Kritik vergessen. Einen neuen Bond haben wir da vor uns. Nichts da mit Gentlemen-Agenten und dergleichen. Es geht sofort hart zur Sache. Und statt Effektegewitter ein Actionspektakel mit ganz tollen Stunts. Ein neuer Bond für eine neue Generation.

Sicherlich war der letzte Bond mit dem unsichtbaren Aston Martin trotz guter Einspielergebnisse sehr seicht und unglaubwürdig. Also zurück zu den Wurzeln und auch den Romanen, die immerhin das Material für die Bond-Reihe liefern. Aber der neue Bond ist nicht mein Bond. Nicht nur zu blond, sondern auch zu brutal, ja zu real, außer bei den „sportlichen Leistungen“, die Bond zu Beginn vollbringt (Herkules hätte nicht diese Ausdauer).

Erstaunlich für mich die Rollenbesetzung von „LeChiffre“, dem Gegenspieler von James Bond: Mads Mikkelsen. Ich kenne ihn aus den dänischen Filmen „Adams Äpfel“ und „Dänische Delikatessen“ (letzterer wartet noch darauf, von mir gesehen zu werden). Man glaubt es kaum, den gleichen Schauspieler vor Augen zu haben. Hut ab!

Okay, Sean Connery, selbst Pierce Brosnan – beide sind nicht zu toppen. Der neue Bond-Film ist sicherlich ein spannender Agentenfilm mit toller Action. Und Daniel Craig als der Top-Agent auch bestens besetzt – würde er nur nicht James Bond heißen.

Ausschnitte aus James Bond: Casino Royale (2006)

Was ist bloß mit Ian los? Teil 35: Christmas Album

Hallo Wilfried,

ich hoffe, dass Ihr den Kindergeburtstag (darf man das noch sagen ?) gut überstanden habt.

Deine getrübte Vorfreude auf den 26.12. kann ich nachvollziehen. Feiern im großen Kreise liegen mir auch nicht. Heute Abend haben meine Eltern ihren Hochzeitstag gefeiert. Nur im kleinen Kreis: Ihre Kinder und deren Familien. Das war ein schöner gemütlicher Abend. Mein Vater hatte seinerzeit seinen 60. Geburtstag in großer Familienrunde gefeiert. Das hat ihm so gefallen, dass er an eine Feier zum 70. Geburtstag nicht einmal gedacht hat.

Wenn Mr. Anderson sein Outfit für Maria Laach mit der selben Sorgfalt auswählt wie 2004 in Neapel, bin ich sehr zufrieden.

Zum Stichwort Barrett muss ich gestehen, dass ich nicht exakt das Gleiche erworben habe wie der Meister. Meines fällt etwas schlichter aus und der Bommel fehlt. Der Schlagzeuger aus dem Drehscheiben-Auftritt ist mir vollkommen fremd. Halt einer von ungezählten ehemaligen Bandmitgliedern.

Ich habe mir Francis‘ Playback-Auftritte angesehen. Wirklich, gar nicht mal schlecht. Ich habe Profis erlebt, die es nicht so gut hinbekamen. Auch sonst kann ich über Francis nur staunen…

Ich bestreite gar nicht, dass „Roots to Branches“ gut gemacht ist. Die Arrangements und Leistungen der Musiker sind bestimmt klasse. Aber: Es gefällt mir nicht. Auch nach mehrmaligem Hören nicht. Es kostet mich jedesmal Überwindung, diese CD einzulegen. Aber damit kann ich leben. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass Mr. Anderson andere musikalische Ziele hat, als nur meinen Geschmack zu bedienen. Er hat eine Handvoll Alben gemacht, die mein Leben bereichert haben und dafür danke ich ihm.

Noch einmal zur Menschheitsgeschichte: Auch bei mir gibt es eine innere Liste von Menschen, denen ich gerne begegnet wäre: Albert Einstein, Konrad Lorenz, William Wallace, Hannibal… Vielleicht ergibt sich im jenseitigen Leben eine Möglichkeit dazu, wer weiß ? Bevor Johannes Paul I. auf dem Stuhl Petri Platz nahm, hat er unter seinem bürgerlichen Namen Albino Luciani für eine italienische Zeitung eine kleine Serie geschrieben. Es waren fiktive Briefe an verstorbene Persönlichkeiten der Geschichte. Diese Briefe sind später in einem kleinen Buch zusammengefasst worden: Ihr ergebener Albino Luciani. Dieses Buch ist wirklich sehr schön zu lesen. Ich glaube, ich werde in meinem Schrank noch einmal danach suchen.

Die Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgt meine Frau dankenswerterweise. Mir bleibt nur noch, ein Geschenk für meine Frau zu besorgen. Das ist mir heute Nachmittag gelungen. Jetzt fehlt nur noch das Geschenk für ihren Geburtstag.

Du hast also einen neuen Bildschirm. Lass‘ mich raten: Ein Samsung TFT 19″. Mein Röhrengerät ist jetzt über sechs Jahre alt. Ein No-Name – Produkt aus dem Supermarkt. Dummerweise (hätte ich fast gesagt) funktioniert er wie am ersten Tag. Ist aber ganz gut so; ein Breitwand-Bildschirm ist mit einem Schmalspur-Konto nicht kompatibel.

Falls es Dir in den nächsten Tagen und Wochen gelingen sollte, in einer besinnlichen Minute an den eigentlichen Zweck von Weihnachten zu denken, musst Du mir unbedingt verraten, wie Du das geschafft hast. Ich ärgere mich jedes Jahr über die galoppierende Säkularisierung des Festes und jedes Jahr mache ich beim Tanz um den Mammon ganz brav mit.

Eine erträgliche Woche wünscht Euch
Lockwood

03.12.2006

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Hallo Lockwood,

den Geburtstag meines großen Sohnes haben wir alle gut überstanden. Es gab keine jugendlichen Ausraster und dergleichen. Ohne Alkohol ging es leider nicht. Aber alles in Maßen, sodass auch alle heil nach Hause kamen.

Ja, überhaupt diese Familienfeiern. Ich bin froh, wenn alles hinter uns gebracht ist und ich mit meinen Lieben wieder Ruhe finde. Leider lässt sich nicht alles vermeiden. Und überhaupt Weihnachten. Ich bin noch sehr weit davon entfernt, weihnachtliche Gefühle zu entwickeln. Liegt nicht nur am Wetter.

Mein neuer Bildschirm ist zwar nicht von Samsung, sondern von Philips, aber sonst hast Du Recht. ein flacher 19-Zöller. Immerhin habe ich meinen Rechner „auf Vordermann“ gebracht. Er läuft wieder normal. Irgendwie hatte er Probleme mit einem DVD-Laufwerk, das dazu führte, dass der ganze Rechner abstürzte. Jetzt darf er gern noch ein bis zwei Jahre halten. Technisch gab es in letzter Zeit ja nicht so große Sprünge.

Weihnachten steht also vor der Tür. Hast Du eigentlich das „Christmas Album“ von Jethro Tull? Es sind ja vorwiegend ältere Lieder, die neu aufgenommen wurden. Aber es enthält auch neue. Bis auf den Instrumentaltitel „God Rest Ye Merry Gentlemen“ (klingt mir zu Oldtime-Jazz-mäßig) finde ich die Scheibe ganz okay und werde sie öfter in dieser Vorweihnachtszeit anhören.

Aqualung Aquaclaus

40 Jahre Jethro Tull – das dürfte wohl erst 2008 sein. Laut der Tull-Biographie auf der offiziellen Tull-Website heißt es dort:

In the latter months of 1967, four shaggy wannabe’s congregated in the Southern UK town of Luton, Bedfordshire. From the debris of the disillusioned and disintegrated John Evan Band and McGregor’s Engine, the naïve, untutored talents of Ian Anderson, Mick Abrahams, Glenn Cornick and Clive Bunker tentatively coalesced to form the original Jethro Tull line-up.

After fulfilling a few remaining dates under the John Evan banner, the group established themselves as Jethro Tull, new resident band at London’s famous Marquee club, albeit after a few false start identities („Navy Blue“, „Ian Henderson’s Bag ‚o Blues“, Jethro Toe“ and the certainly suicidal „Candy Coloured Rain“).

By March 1968, they had built a following as the new face of the blues-based British underground music scene. Lines stretched around the block on a Thursday night when they performed at the Marquee. Ian Anderson would typically join the line as if to buy a ticket himself wearing the shabby hand-me-down overcoat which was to become his trademark for the next few years. Often, he would be seen with a Woolworth’s carrier bag containing flute, harmonicas, alarm clock and hot water bottle, in strange precursor role of the Aqualung/tramp persona.

Also in den letzten Monaten des Jahres 1967 ‚versammelten’ sich die Gründungsmitglieder in Luton, hatten unter dem John Evan ‚Banner’ noch einige Termine zu erfüllen, um dann nach einigen Fehlstarts als Jethro Tull ab März 1968 im Marquee Club zu London erste Erfolge zu verzeichnen.

In den FAQs auf der Tull-Site steht:

Back in February, 1968, we had many different names which usually changed every week, since we were so bad that we had to pretend to be some new band in order to get re-booked in the clubs where we aspired to find fame and fortune. Our agent, who had studied History at college, came up with the name Jethro Tull (an eighteenth century English agricultural pioneer who invented the seed drill). That was the band name during the week in which London’s famous Marquee Club offered us the Thursday night residency. So it stuck. Is it too late to change? I thought so.

Also Ende 1967 spielten Anderson, Abrahams, Cornick und Bunker bereits zusammen. Den Namen Jethro Tull hat die Gruppe ab März 1968 und brauchte ihn nicht mehr zu ändern, weil sich plötzlich lange Schlangen vor dem Marquee bildeten. Wie gut, dass die Gruppe da nicht „Navy Blue“ oder „Candy Coloured Rain” (wirklich selbstmörderisch) hieß („Marineblau“ bzw. „bonbonfarbener Regen“, na toll).

Das „20th Anniversary box set“ (bzw. die Doppel-Scheibe „20 Years of Jethro Tull“) ist 1988 und das „25th Anniversary box set“ 1993 erschienen – ausgehend vom Jahre 1968. Wir müssen uns also noch bis 2008 gedulden, um 40 Jahre Jethro Tull zu feiern. Hoffen wir nur, dass es bis dahin die Gruppe noch gibt. Ansonsten müssten wir noch ein Jahr warten, um Andersons 45. Jahrestag als Musikant zu feiern (“Ian Anderson, known throughout the world of rock music as the flute and voice behind the legendary Jethro Tull, celebrates his 41st year as a recording and concert musician in 2004.” aus: Ian Anderson Biography, Jan. 2004).

Ab und zu stöbere ich auch bei Jan Voorbij (cupofwonder.com). Seine Anmerkungen zu den Tull-Liedern sind wirklich bemerkenswert. Da kommen wir lange nicht heran. ‚Leider’ auf Englisch, da muss man schon öfter im Dictionary nachschlagen. Wir waren ja eine längere Zeit mit David resp. Dee Palmer beschäftigt. Hast Du gewusst, dass Palmer die einleitenden Worte zu „Minstrel in the Gallery“ gesprochen hat?

Bei Jan Voorbij (wie spricht sich der Name eigentlich aus? Wie das deutsche „vorbei“?) steht:

[David Palmer – spoken intro] :

‚My lord and lady, we have fortuitously happended upon these, er, strolling players, who will provide you with, er, goodly tunes while you set about your prandial delights…albeit in the lamentable absence of your guests. So, my lord and lady, for your entertainment!…..‘

Ich dachte immer, Anderson selbst spricht diese Einleitung.

Ja, der Tanz um den Mammon. Heute habe ich die letzte Order für ein Geschenk für meine Frau aufgegeben (sie ist leidenschaftliche Bärchen-Sammlerin und ich habe noch einen schönen Teddybären gefunden). Das war es dann auch. Hoffentlich bleibt noch etwas vom Weihnachtsgeld übrig, um es für den Urlaub 2007 zurückzulegen. Ich will mit meinen Lieben noch einmal nach Grainau, wenn auch nur für zwei Wochen. Morgen haben wir in der Firma Weihnachtsfeier. Eigentlich wollte ich mich da dünne machen (die Feier wird vom Betriebsrat veranstaltet), aber ich will keine Schwäche zeigen und werde mich für 1 bis 2 Stunden in unsere Kantine bequemen, mir den Magen voll schlagen und dann gen Heimat ziehen. Weihnachtliche Besinnung muss ich dann auf später verschieben.

Bereits heute Dir und Deinen Lieben einen schönen 2. Advent
Wilfried

06.12.2006

English Translation for Ian Anderson

Schneeeeeeee – Teil 1

1. Dezember
Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen, wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schweben. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch – wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.

Schnee - Teil 1

6. Dezember
Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!

Fortsetzung folgt …