Postamt in Tostedt vor Schließung

Ich bin kein großer Freund von Bahn und Post. Aber man kommt nicht immer umhin, deren Dienstleistungen zu nutzen. Tostedt, ein Ort in der Nordheide (sprich: im Norden der Lüneburger Heide), ist nun nicht gerade riesig, aber immerhin nicht so klein, um weder Bahnhof noch Postamt zu haben. Jetzt will die Deutsche Post AG ihre Filiale in Tostedt schließen. Dafür sucht sie einen Geschäftsinhaber, der in seinem Laden eine so genannte Postagentur betreiben möchte. Wann diese „Umwandlung“ sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. Vielleicht erklärt sich ja das Kirchenbüro unserer Johannesgemeinde bereit, einen Postschalter zu eröffnen.

Postagentur

Werder wieder an der Spitze (15. Spieltag BL 2006/2007)

Miroslav Klose schoss mit seinen zwei Toren gegen Hertha BSC nicht nur sich an die Spitze der Torschützenliste, sondern auch seine Mannschaft, den SV Werder Bremen, zurück auf Platz eins der Bundesliga.

Miroslav Klose

Jetzt geht es am Dienstag im letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona um den Einzug ins Achtelfinale. Ein Unentschieden würde den Bremern in Barcelona genügen. Aber es wird sehr schwer werden, denn vor rund 100.000 katalanischen Zuschauern ist der FC Barca der eigentliche Favorit. Leider wird das Spiel nicht beim Sender Deutsches Sportfernsehen übertragen. Vielleicht sehen wir dann Werder Ende Februar im Achtelfinalspiel.

Was ist bloß mit Ian los? Teil 34: Von den Wurzeln zu den Zweigen

Hallo Wilfried,

ob sich hinter unserem Bundespräsidenten ein Tull-Fan verbirgt, kann ich nicht sagen. Ich möchte aber auf eines hinweisen: Nicht jeder Tull-Fan trägt Kopftuch. Ich hoffe, dass Mr. Anderson bei dem Konzert in Maria Laach etwas mehr Augenmerk auf seine Garderobe richtet. Ein Outfit, wie es auf Deiner (wieder sehr gelungenen !) Montage zu sehen ist, würde schon reichen. Lediglich mit der Kopfbedeckung könnte es Probleme geben: Maria Laach ist ein katholisches Gotteshaus und hier ist der Nicht-Kleriker aufgefordert, es nur barhäuptig zu betreten.

Steht nicht nächstes Jahr das 40jährige Jubiläum von JT an ? Ich habe noch nichts davon gehört oder gelesen, aber rein rechnerisch müsste das so sein.

Vielen Dank für den Hinweis auf die neuen Laufi-Videos ! Der Auftritt in der ZDF-Drehscheibe ist genau der, von dem ich an anderer Stelle bereits erzählt habe. Vielleicht erinnerst Du Dich: Am nächsten Tag bin ich losgezogen, um mir das gleiche Barett zu kaufen, wie es der Meister trug (allerdings steht es ihm besser als mir). 1982 ist es mir nicht aufgefallen, aber heute: Zum historischen Kostüm trägt Mr. Anderson wieder eine Armbanduhr. Diese Marotte kann ich mir nur so erklären, dass ihm in der Vergangenheit schon einmal eine Uhr in der Künstlergarderobe abhanden gekommen ist. Summa summarum komme ich zu dem Schluss, dass ein Playback-Auftritt in einer deutschen Nachrichtensendung im Vorabendprogramm nicht das richtige Forum für Könner wie JT ist. Klar, als Teenager habe ich den Auftritt damals genossen, aber die Musiker müssen Höllenqualen gelitten haben.

Mit den Parallelen zwischen TAAB und Bohemian Rhapsody meinte ich in allererste Linie die ungewöhnliche Dauer dieser Stücke und der Bombast, mit dem sie vorgetragen werden. Natürlich gibt es Unterschiede in den Songs und den Künstlern. Der Größte ist vielleicht, dass JT in der Lage waren und sind, ihr Lied live darzubieten. Queen mussten bei den schwierigen Passagen, wie z.B. dem Chorgesang, auf das Tonband zurückgreifen. Vielleicht kennst Du God Save The Queen von Queen; nur Gitarre und Schlagzeug. Die Band spielte es lange Zeit am Ende ihrer Konzerte. Das heißt, sie spielte es nicht, sondern spulten es aus der Konserve ab. Ob Mr. May es live nicht hinbekommen hätte ? Keine Ahnung. Jedenfalls halte ich JT für das größere Live-Erlebnis.

Das Konzert im Madison Square Garden hat für mich eine ähnliche Klasse wie der Auftritt im Hippodrom. Wie Du schon sagtest, die beiden Events liegen nur ein Jahr auseinander. Aus meiner Sicht hatte die Gruppe 1978 den Zenit ihrer Schaffenskraft erreicht. Das war nicht mehr zu toppen. Von JT nicht, von anderen erst recht nicht.

Vorsichtshalber zur Richtigstellung: Am Prozess gegen Danton interessiert mich nicht das Ende auf dem Schafott, sondern seine unglaublich eloquenten Verteidigungsreden. Allerdings müsste ich einen Dolmetscher mit in die Zeitmaschine nehmen.

Die magere Reaktion auf Ralph Weber’s Endgame mag in der hohen Qualität des Textes begründet liegen. Ich kann mir vorstellen, dass mancher Tull-Fan den Kommentar mit offenem Mund liest und nur noch ein ehrfürchtiges Nicken zustande bringt. Jemanden, der so schreiben kann, quatscht man nicht ungefragt an. Das ist natürlich Unsinn, aber solche Gedanken schwingen möglicherweise im Unterbewusstsein mit.

Ich habe mir noch einmal, ganz bewusst, Roots to Branches angetan. Es bleibt dabei: Inhaltlich kann ich Herrn Weber nicht in jedem Punkt zustimmen. Wenn ich einem Außerirdischen die Qualität der irdischen Rockmusik mit einem Beispiel belegen müsste, würde ich ihm einen Liveauftritt von TAAB vorspielen. Es hatte also auch sein Gutes, dass der Mensch sich über den Affen erhoben hat.

Ich freue mich auf Heiligabend !
Lockwood

29.11.2006

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Hallo Lockwood,

die Freude auf Heiligabend (Weihnachten) hält sich bei mir in Grenzen. Meine Frau wird nämlich 50 Jahre alt (sie hat allerdings am 26. Geburtstag) und da ist eine große Feier angesagt, die im Gemeindehaus unserer evangelischen Kirche stattfindet. An Gästen werden mindestens 50 Leute erwartet, die dann auch noch Kinder mitbringen, sodass es sicherlich noch mehr werden. Hoffentlich sind die alle noch vom Weihnachtsbraten gesättigt (oder die haben bereits eine Magenerweiterung – da passt dann noch genügend hinein). Ich mag solche Massenveranstaltungen überhaupt nicht, aber da muss ich durch. Da unterhält man sich mit jedem und keinem. In kleiner Runde finde ich es um einiges besser. Mag dieser Kelch an mir vorüberziehen. Immerhin habe ich die Tage darauf frei und kann mich erholen.

In Maria Laach werden wir Herrn Anderson mit Sicherheit ohne Kopftuch oder Käppi sehen, also mit sehr breitem Scheitel. Er weiß, was sich gehört. Es ist auch nicht sein erster Auftritt in einer katholischen Kirche. Im Januar 2004 war er fürs italienische Fernsehen in Neapel aufgetreten und brachte u.a. Bourree zum Besten.

Das ist also das berühmte Barrett? ZDF-Drehscheibe habe ich früher mit meinen Eltern auch öfter gesehen. Diese Sendung muss ich aber verpasst haben. Nett sind ja die älteren Damen am Schluss. Die gucken etwas gelangweilt, klatschen aber höflich ihren Beifall. Haben die etwas härteres erwartet? Am Schlagzeug muss ein Gerry Conway sitzen. Der ist mir überhaupt nicht gegenwärtig. Ich habe zwar einige Videos aus 1982. Die sind aber von der Qualität recht schlecht. Und irgendwie habe ich da auch nie so richtig auf den Mann an der Schießbude geachtet. Conway hat auch nur auf „Broadsword“ gespielt, auf „Crest of a Knave“ gab es dann einen fliegenden Wechsel mit Doane Perry (auf „Under Wraps“ hat Anderson selbst die Schlagstöcker gewirbelt), der mithin auch schon 20 Jahre bei der Truppe ist.

Apropos Videos! Ich habe auch einmal einen Blick bei myvideo.de gewagt und wem bin ich dabei begegnet? Unserem alten Kumpel Francis, wenn Du Dich an den erinnerst. Da musst Du unbedingt hineingucken. Der Mann ist zwar ziemlich kaputt (wenn man in meinem Alter ist, dann ist das kein Wunder), aber ein ‚echtes’ Showtalent, was die Tull-Imitationen betrifft. Kein Grund zum Lästern, zu Playback so tun als ob ist wirklich nicht leicht – aber das Thema hatten wir bereits.

Francis

In „Roots to Branches“ habe ich auch einmal intensiver hineingehört. Das Album liegt zwischen den Solo-Scheiben „Devinities“ und „Secret Language of Birds“ von Ian Anderson, was nicht zu überhören ist. Das Flötenspiel erinnert mich an das erst genannte Album (z.B. das Stück „Wounded, Old and Treacher“, der dann folgende ‚Rapper’ Anderson macht das Lied dann allerdings ziemlich kaputt), recht ausgreifend und von Weltmusik geprägt. Der Gesang, aber auch einige Instrumentalpassagen ähneln der zweiten (z.B. „At last, forever“ – außerdem: das hört sich hier wirklich einmal nach einer 12-saitigen Gitarre an). Ich muss gestehen, dass ich mich zunächst auch nicht voll für „Roots to Branches“ begeistern konnte; nach dem 3. Lied hatte ich einen Hänger. Aber bereits beim 2. Hören wird man ‚vertrauter’. Und es gibt einige Lieder, die mir dann sogar ganz gut gefallen (z.B. „Beside Myself“, das ich durch die Videoaufnahmen schon etwas näher kenne, und „Another Harry ’s Bar“). So ganz Unrecht hat der gute Herr Weber allerdings nicht – die Arrangements sind äußerst ausgefeilt wie kaum auf einem anderen Tull-Album und bieten dabei den Mitspielern doch viel Raum zur Entfaltung.

In Deiner Beurteilung bezüglich der mageren Reaktion auf den Weber’schen Beitrag End game – Jethro Tull im Halbschatten im Laufi-Forum gebe ich Dir voll und ganz Recht. Es ist zudem eine Sichtweise, eine Perspektive, die dem Leser unvertraut sein dürfte (wer als Frosch plötzlich die Welt von oben sieht, der dürfte sehr erstaunt gucken – „mit offenem Mund“ wie Du schreibst).

Und: Was die besonderen Ereignisse in der Menschheitsgeschichte anbelangt, da könnte es doch einiges geben, nur wären das im eigentlichen Sinne keine „besonderen Ereignisse“: Ich wäre z.B. gern einmal Franz Kafka begegnet, einfach um einmal diesen im vollen Wortsinne ‚merkwürdigen’ Menschen live erlebt zu haben. Und da gäbe es noch einige andere Menschen, die leider nicht mehr unter uns weilen.

Ja, nur noch drei Wochen bis Weihnachten. Hast Du bereits alle Geschenke für Deine Lieben im Sack? Mein Weihnachtsgeschenk steht ja bereits auf meinem Schreibtisch (der neue Bildschirm, weil der alte den Geist aufgab).

Jan hat heute Geburtstag und wird 16 Jahre alt. Um 19 Uhr kommt eine ganze Horde Jugendlicher und bevölkert dann den Abend unseren Keller. Also genug für heute.

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Adventwochenende.
Bis bald
Wilfried

01.12.2006

English Translation for Ian Anderson

Topfschlagen statt Saufen – Die Feier

Gestern wurde mein großer Sohn Jan nun 16 Jahre alt und feierte wie erwähnt seinen Geburtstag mit Schulkameraden und Freunden bei uns im Keller. Okay, so ganz ohne Alkohol ging es nicht ab. Lukas, mein Jüngster, spielte den Kellner und spendierte zum ‚Empfang‘ ein Glas Sekt. Und auch danach gab es in kleinen Mengen Bier. Am Ende konnten dann die Mädchen und Jungen ohne Gleichgewichtsstörungen den Heimweg antreten. Irgendwie Spaß gemacht haben muss es dann aber trotzdem, auch ohne Saufen. Und meine Frau und ich konnten nach kurzem Aufräumen beruhigt zu Bett gehen.

Lukas als Kellner

Jans Kalenderblatt: Dezember 2006

Ein letztes Kalenderblatt von meinem Sohn Jan für Dezember: Klar, es geht um Weihnachten, denn der Dezember dreht sich eigentlich nur um dieses Fest. Der Weihnachtsmann auf dem Bild schaut nicht gerade fröhlich, eher hinterhältig aus seinem roten Anzug. Für wem wohl die Geschenke sind? Jeder mache sich selbst seinen Reim auf dieses Bild:

Jans Kalenderblatt Dezmber 2006

Phishing bei den Online-Bankern

Wenn Sie eine ähnliche wie eine der beiden folgend aufgeführten Mails erhalten und zudem online Ihre Bankgeschäfte tätigen, dann sollten Sie diese Mail umgehend löschen (eigentlich sollten Sie es der Polizei melden, aber die werden sich sicherlich nicht retten können vor solchen Meldungen). Es handelt sich dabei um den mehr oder weniger plumpen Versuch, Sie zur Herausgabe Ihrer Zugangsdaten zum Online-Banking zu bewegen. Phishing nennt man das auf Neu-deutsch. Keine Bank wird Sie per Mail nach Ihren Daten fragen. Also immer Vorsicht walten lassen!

Phishing - Postbank

Phishing - Volksbanken

Statistisches aus den USA – der wahre Horror

Statistiken lügen – oder: Mit Statistiken kann man alles beweisen, auch das Gegenteil! Dass die Deutschen immer träger und damit fetter werden, dazu bräuchte man eigentlich kein statistisches Jahrbuch, man sieht es eigentlich auch so. Der wahre Horror an statistischen Zahlen, dabei in ‚real time‘, kommt aus den USA. Habt ihr gewusst, dass fast eine Million amerikanischer Mädchen im Teeny-Alter schwanger sind? Dass fast 400 Tausend Kinder zz. in den USA vermisst werden? Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist auch der Horror unbegrenzt möglich.

Was ist bloß mit Ian los? Teil 33: Weihnachtliche Wallfahrt

Ich falle ins Koma !
Der Meister in Maria Laach ! Ich kenne diese Abtei, sie ist ca. 100 km von hier entfernt, wunderschön an einem Kratersee gelegen. Jetzt wird aus diesem sakralen Anziehungspunkt auch noch ein Wallfahrtsort für IA-Fans.

Danke für die Info ! Ich werde schon mal eine leere Videocassette für Heiligabend bereithalten.

Viele Grüße
Lockwood

22.11.2006

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Hallo Wilfried,

ich bin leider nicht in der Lage, die Spielweisen verschiedener Gitarristen zu unterscheiden. Dazu reicht mein Gehör bei weitem nicht aus. Unter günstigen Bedingungen kann ich eine Fender von einer Gibson unterscheiden, mehr aber nicht. (Lediglich Brian May’s „Red Special“ würde ich aus allen Anderen heraushören).

Die „Tausend Mütter“ habe ich mir in den letzten Tagen noch einige Male angehört; die 2000er Version, versteht sich. Es gefällt mir jedes Mal besser. Hier wird wirklich deutlich, dass wir über eine hervorragende Band sprechen. Dieser Auftritt gefällt mir so gut, dass ich kaum dazu komme, mich über des Meisters Stimme zu ärgern. Ich stimme Dir gerne zu: Über viele Jahre waren Jethro Tull wirklich ohne gleichen. Auch wenn ich die Musik von Queen und den Pogues in ihrer Summe mag, muss ich feststellen, dass deren Qualität nicht an die von JT heranreicht. Apropos Queen: Findest Du nicht, dass deren „Bohemian Rhapsody“ Parallelen zu „Thick as a Brick“ aufweist ? Ziemlich provokante Frage, ich weiß. Ich finde aber, es lohnt sich, ein oder zwei Gedanken daran zu verschwenden.

Clapton, Hendrix und kein Ende. Jeder Gitarrist wird an diesen beiden gemessen. Ich weiß nur sehr wenig über diese Herren; Clapton bringe ich mit Stratocaster in Verbindung. Von Jimmy Hendrix kenne ich nur seinen Auftritt in Woodstock. Und natürlich Hey Joe, das aber mehr aus persönlichen Gründen. Bei Mr. Hendrix denke ich an eine Gitarre, die mit den Zähnen, hinter dem Kopf oder sonstwie gespielt wird. Das hinterlässt zwar einen spektakulären Eindruck, aber ist das wirklich ein Ausdruck von Virtuosität ? Die Frage, ob er wirklich so herausragend war, brauche ich Dir nicht zu stellen, für Dich verkörpert er schließlich die Referenz-Klasse der Gitarristen. Aber was ist es, was ihn über andere Gitarristen erhebt ? War er besonders schnell, kannte er besonders viele Akkorde, oder was machte seine Klasse aus ? Hendrix hin, May her: Meine favorisierte Gitarrenmusik sind die akustischen Klänge des Mr. Anderson. Er ist vielleicht nicht der Welt bester Gitarrist, aber seine Kunst auf den sechs Saiten überzeugt mich.

Auf dem Thema der synthetisch erzeugten Flötenstimme werde ich nicht länger herumreiten. Entscheidend ist, dass das Gesamtergebnis einer Besetzung stimmt, und das ist bei JT bekanntlich stets der Fall. Darüber hinaus haben die Mannen hinreichend bewiesen, dass sie alles beherrschen, was eine sehr gute Live-Band können muss. Ein kleiner technischer Trick hin und wieder ist da durchaus hinzunehmen.

Vielen Dank für die mp3 – Datei des Auftritts in Japan ! Aus 1972; da hört man noch den hakligen Sound der frühen Jahre, bevor Dynamik und Drive bei den Liveaufnahmen Einzug gehalten haben. Ich habe (nicht zuletzt durch Deine Unterstützung) einige Tull-Konzerte auszugsweise oder komplett auf Video gesehen. Meine Nummer eins darunter ist nach wie vor das Konzert von 1977 aus dem Hippodrom.

In der Geschichte der Menschheit gibt es einige Ereignisse, bei denen ich gerne dabei gewesen wäre: Golgatha, Schlacht von Hastings, Prozess gegen Georges Danton, Fall der Berliner Mauer. Und: Hippodrom am 10.02.1977.

End game – Jethro Tull im Halbschatten:
Das ist wirklich ein hervorragender Beitrag zum Thema Jethro Tull. Auch wenn ich mit dem Autor Ralph Weber inhaltlich nicht in jedem Punkt übereinstimme, so ist dieser Beitrag eine Pflichtlektüre für jeden Tull – Fan. Der Autor scheint die Band schon eine ganze Weile zu beobachten und bündelt seine Wahrnehmungen in einem sehr fundierten Resümee zu Mr. Anderson’s Wirken. Er weiß um die Schwächen der Band, versucht aber nicht, sie zu kaschieren oder zu verharmlosen. Ralph Weber führt mir und allen, die an JT etwas auszusetzen haben, sehr deutlich vor Augen, dass die Stärken der Gruppe ihre Schwächen bei weitem überwiegen. Das war uns zwar schon klar, aber es tut gut, wenn diese Tatsache anhand konkreter Beispiele bewiesen und dokumentiert wird.

Ich werde mir „Roots to Branches“ noch einmal anhören, diesmal unter anderen Vorzeichen. Ich werde versuchen, bei diesem Album das von Ralph Weber diagnostizierte Genie des Meisters herauszuhören. Bisher mochte ich dieses Album überhaupt nicht, da es musikalisch zu weit von dem entfernt ist, was ich an der Anderson’schen Musik schätze (Folk, you know). Aber ich werde mich bemühen, das Album so unvoreingenommen wie möglich wahrzunehmen. An dieser Stelle mein besonderer Dank an Ralph für seine sehr gelungene Expertise ! Ein wahrer Meilenstein in der Tull-Kritik.

Ich habe gerade ein wenig bei Laufi reingeschaut. Die wissen natürlich schon von dem Konzert aus Maria Laach. Überraschenderweise scheint die halbe Laufi-Gemeinde, Laufi eingeschlossen, in räumlicher Nähe der Abtei zu wohnen. Wie ich gelesen habe, findet das Konzert am 16.12. unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass die Abtei an diesem Tag einen ungewohnten Besucherandrang erleben wird. Vielleicht erfahren wir bis dahin noch einige Details.

Wie kommt es eigentlich, dass Du kein Mitglied im Laufi-Forum bist ?

Mach’s gut !
Lockwood

25.11.2006

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Hallo Lockwood,

Was die Teilnahme von Ian Anderson am Weihnachtskonzert des Bundespräsidenten betrifft, würde es mich sehr interessieren, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Sollte Herr Köhler vielleicht ein verkappter Tull-Fan sein (ich stelle ihn mir gerade mit Kopftuch bzw. Käppi vor)?

Ian Anderson und Fan Horst Köhler, Bundespräsident

Ja, das Konzert selbst findet bereits am Samstag, den 16. Dezember, statt und wird dann am Heiligabend vom ZDF ausgestrahlt. Ich denke, der Meister wird einiges aus dem „Christmas Album“ zum Besten geben. Aber lassen wir uns überraschen.

Überraschend sind auch schon die Ankündigungen zur Tull live on Tour 2007 in Deutschland, die im Juni/Juli 2007 stattfinden soll (zu sehen im Laufi-Forum). Auf der offziellen Tull-Website findet sich da bisher nichts, außer Termine bis April 2007 als Acoustic Tull-Tour. Also eine Fortsetzung auf deutschem Boden?

Und eine Acoustic Tull-CD ist auch in Planung mit einigen Live-Aufnahmen. Ich fürchte, es wird nichts Neues geben, wieder nur eine „Best of …“, wenn auch der Akustik-Titel. Gern lasse ich mich eines Besseren belehren.

Da wir gerade bei laufi.de sind: Es gibt wieder neue Videos dort zum Herunterladen. Zunächst ein Promo-Clip von „Moths“. Und dann wohl ein Beitrag aus der ZDF-Drehscheibe von 1982. Es hat beides seinen besonderen Reiz. Merkwürdig, wie oft Jethro Tull im deutschen Fernsehen zu sehen war (und weiterhin zu sehen ist).

Warum ich nicht Mitglied im Laufi-Forum bin? Zum Mitglied hat es nie gereicht. Ich weiß auch nicht. Man kann ja auch ohne Anmeldung die Beiträge lesen. Und wenn man seinen Senf dazu geben möchte, konnte man das zumindest früher auch ohne Anmeldung. Ich habe dort also durchaus meine Spuren hinterlassen und einige Kommentare verfasst. Neuerdings muss man sich dazu aber wohl anmelden. Da ich in letzter Zeit nichts zum Kommentieren auf dem Herzen hatte (okay zum Beitrag „End game – Jethro Tull im Halbschatten“ hätte ich etwas schreiben mögen – aber hatte dann keine Lust, mich anzumelden), so bin ich bis heute eben noch kein Mitglied. Dafür habe ich mich beim TullChat angemeldet – und bin dort seit langer Zeit nicht mehr gewesen. Es genügt mir, wenn ich mich hier äußere. Ich muss nicht allgegenwärtig sein.

Aber zurück zu Dir: Brian May und Queen sind mir nicht so geläufig. Ich hatte, als ich in Bremen lebte, einen Kumpel, der Queen-Fan war. Aber er konnte mich mit seiner Begeisterung nicht anstecken. youtube.com sei dank: ich habe mir „Bohemian Rhapsody“ angesehen und –gehört, Brian May spielt da ja wohl auch seine „Red Special“. Soviel habe ich zuvor gelesen, dass es sich dabei um einen Eigenbau handelt und die Gitarre wohl einen speziellen Klang hat. Nun, die Gitarre klingt weicher und erinnert mich irgendwie an die Gitarre (Steve Howe) von der Gruppe „Yes“ (z.B. in „Close to the Edge“).

Parallelen von „Bohemian Rhapsody“ zu „Thick as a Brick“ vermag ich nicht erkennen. Das Queen-Stück ist (oh, mamma mia) weitaus eingängiger als TAAB, das sich erst nach mehrmaligem Hören richtig erschließt. Allein die Gesangsstimmen von Freddie Mercury und Ian Anderson sind so unterschiedlich. TAAB ist zwar ein Konzeptalbum und solche werden oft wie Opern gehandelt. Wenn aber etwas opernmäßig ist, dann „Bohemian Rhapsody“. Nichts gegen Queen, irgendwie liegen die bei mir auf einer Linie mit „Who“ (und die haben ja auch Rockopern verfasst), was nicht abwertend ist. Aber so richtig erwärmen kann ich mich nicht für die. Ich gestehe aber, dass ich das Gitarrenspiel von Brian May nicht übel finde.

Zu Gitarrenheroen: Ich denke schon, dass Eric Clapton und auch Jimi Hendrix zu den ganz großen Gitarristen zu zählen sind. Clapton zeichnet sich durch einen gewissen Minimalismus aus. Nicht umsonst nennt man ihn auch „Slowhand“, was etwas irreführend ist. Er kann durchaus mit „schneller Hand“ spielen. Aber er spielt keine unnötige Note und hat den richtigen Drive, das richtige Rhythmusgefühl, das genaue Gefühl, den Blues … Auch versteht er es zu improvisieren. Angeblich hat er noch nie eine falsche Note gespielt (wobei man ‚falsche’ oder ‚richtige’ Noten immer im Kontext sehen muss; ich denke, dass er auch schon mal daneben gegriffen hat, aber die nächsten Noten so gespielt hat, dass sich die anscheinend falsche Note im Umfeld dieser nächsten Noten wieder als ‚richtig’ erwies). Ein ähnliches Improvisationstalent war Hendrix. Leider war er zu oft zu sehr vollgedröhnt, sodass manches dann doch eher unerträglich fürs Ohr war. In früheren Zeiten gab es ja das berühmte Schlagzeugsolo, ich erwähnte es bereits. Die richtige Zeit, um aufs Klo zu gehen. Ähnlich verhielt es sich mit schier endlosen Gitarrensoli. Die kamen manchmal einer in aller Öffentlichkeit vollzogenen Selbstbefriedigung gleich. Ein solcher Onanist war Hendrix.

Kommen wir mit frisch gewaschenen Händen von der Toilette zurück. Andersons Technik auf der akustischen Gitarre ist eine ganz besondere und vor allem individuelle. Ich weiß nicht, wie er sie entwickelt hat. Ich kenne auf jeden Fall keinen, der diesen Anschlag hat (es sei denn, dieser imitiert Herrn Anderson). Und mir ist diese Spieltechnik weitaus lieber als alle diese superschnellen Riffs, die mehr Demonstration darstellen als wirklich gefühlvolle Musik (John McLaughlin ist ein solches Beispiel – höre hierzu: Mahavishnu Orchestra: Open Country Joy – dieses Stück finde ich noch sehr schön; später wurde es dann aber richtig ätzend, es war so, als wolle die gute John einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen). Ein Solo auf der elektrischen Gitarre wie das von Martin Barre in „Aqualung“ hat natürlich auch etwas.

Ja das Hippodrom-Konzert aus 1977 gefällt mir auch sehr gut. Da hatten Anderson und Co. den richtigen Drive gefunden. Witzig auch, wie Barriemore Barlow sein Mini-Schlagzeug auf die Bühne zieht. Natürlich ist allein die Setlist vom feinsten. Sehr schön finde ich aber auch das Konzert von 1978 in Madison Square Garden, das damals über Satellit nach Europa übertragen wurde. Aber kein Wunder, beide Konzerte liegen zeitlich sehr eng beieinander. Allerdings würde ich schon einiges dafür geben, aus den Jahren 1972 und danach etwas in bewegten Bildern (und entsprechender Qualität) nachvollziehen zu können.

Was die besonderen Ereignisse in der Menschheitsgeschichte anbelangt, da würde mir das Hippodrom-Konzert vollständig ausreichen. Den Fall der Berliner Mauer habe ich zumindest indirekt miterlebt. Zum einen reichte die Trabi-Kolonne am besagten Tag im November 1989 bis zu uns nach Tostedt. Zum anderen war ich zum Jahreswechsel 1989/90 in Dresden und Umgebung (mit Interflug angeflogen) und habe etwas von der Stimmung dort mitbekommen. Golgatha, Schlacht von Hastings, Prozess gegen Georges Danton? Da genügt mir, was der Chronist überliefert hat. Alles etwas zu blutig für mich.

Für heute genug. Zum Beitrag End game – Jethro Tull im Halbschatten im Laufi-Forum später etwas mehr (aber der spricht ja eigentlich für sich selbst – da wundert es mich auch nicht, dass so wenige mit so wenigen Worten darauf geantwortet haben. Scham? Unverständnis?)

Bis bald
Wilfried

27.11.2006

English Translation for Ian Anderson

Urlaub 1990: Island

Ich bin gerade dabei, alte Videofilme zu digitalisieren, und habe so auch die Videoaufnahmen von unserer Island-Reise im Juni 1990 ausgegraben. Einige dieser Aufnahmen und auch Fotos sind schon längere Zeit im Internet auf unserer Island-Seite zu besichtigen. Jetzt habe ich zusätzlich kurze Passagen zusammengeschnitten, die einen Gesamtüberblick über unsere Reise vermitteln. Viel Spaß beim Gucken!


Island 1990 – Musik: Eric Clapton – Tears in Heaven

Bahnfahren mit Dampf

Als Pendler bin ich nicht immer ein Freund des Bahnfahrens, nämlich dann wenn ich im Regen stehe und auf den Zug warten muss, weil sich dieser verspätet – oder wenn Schienenersatzverkehr angesagt ist. Es gibt aber auch Zeiten, dann lehnt man sich ganz entspannt zurück und geniesst eine Bahnfahrt, wenn ’s z.B. mit Dampf voran geht und man Urlaub hat.

So geschehen im Sommer 1997, als ich mit meinen Lieben Urlaub im östereichischen Zillertal machte. Einige der Impressionen habe ich auf Video gebannt, diese leicht stilisiert überarbeitet und mit den wohl unumgänglichen „Locomotive Breath“ von der Gruppe Jethro Tull (live eingespielt am 25. November 2001 im Hammersmith Apollo, also heute vor genau 5 Jahren) unterlegt.

weitere Videos …

Die Zillertalbahn kommt Zillertalbahn - 'Kinderbahn' Fahrt mit der Achenseebahn
Die Zillertalbahn kommt Zillertalbahn: Mit der Kinderbahn Fahrt mit der Achenseebahn