Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Eiszapfen

Was für ein Winterwetter …?! Da beginnt es zu tauen, überall tropft es von den Dächern und Bäumen. Aber es schneit noch, wenn auch in dicken Flocken. Und kaum hat man den matschigen Schnee weggeräumt, klart es auf, um wieder frostig zu werden.

Und der Winter zeigt ein neues Gesicht: An den Regenrinnen haben sich dicke Eiszapfen gebildet, die teilweise über einen Meter lang geworden sind und überall von den Dächern ragen. Noch finden sie Halt .. aber wenn es wieder tauen sollte (für Donnerstag, den 30.12., ist gefrierender Regen angekündigt, dann soll es so um die null Grad ‚warm’ werden), wird’s gefährlich. Die Eiszapfen können dann schnell zur ‚tödlichen Waffe’ werden.

Eiszapfen - Dezember 2010

Eiszapfen - Dezember 2010

Eiszapfen – Dezember 2010

Eiszapfen - Dezember 2010

Eiszapfen - Dezember 2010

Neue Vahr Süd – der Film

Am Mittwoch, den 1. Dezember, lief in der ARD die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Sven Regener: „Neue Vahr Süd“. Der große WDR hatte den kleinsten Sender der ARD-Familie Radio Bremen als Co-Produzenten ins Boot geholt. Das ist irgendwie ein Muss. Der Roman „Neue Vahr Süd“ spielt zu großen Teilen in Bremen. Und der Film auch. Beim Casting für die Statistenrollen herrschte ein Riesenandrang. Das Ostertor wurde auf das Stadtbild von 1980 zurückgebaut – alte Straßenbahnen rattern durch Bild, im Ostertor-Kino Cinema laufen „Shining“ und „Blues Brothers“. Puristen mögen allenfalls monieren, dass die Flutlichtmasten des Weserstadions für den Filmdreh nicht zurückgebaut wurden. Aber lassen wir das.

Es ist ein spannender Zeitsprung, drei Jahrzehnte zurück. Der Fernsehfilm „Neue Vahr Süd“ blickt hin ein in ein Deutschland, dessen Teilung zementiert zu sein schien. In ein Bremen, das 1980 eine Metropole der Revolution ist. 90 Minuten lang. „Neue Vahr Süd“ ist eine wunderbare Adaption des „585-seitigen Romans über ein kleines Missgeschick“ (siehe meinen Beitrag: Herr Lehmann und die Bundeswehr), wie es ARD-Programmchef Volker Herres formuliert. Frank Lehmann, Regeners Romanfigur, hat nämlich schlicht und einfach vergessen, den Wehrdienst zu verweigern und landet beim Bund. Mit gut dreiwöchiger Verspätung haben wir uns jetzt (ich und meine Lieben) den Film kurz vor Weihnachten angeschaut.

Regisseurin Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai“, „Effi Briest“) gelingt es, die starken Bilder und Dialoge der literarischen Vorlage auf den Bildschirm zu bringen – mit Wortwitz, Situationskomik und einer kräftigen Brise norddeutscher Lakonie.

Frank Lehmann ist ein naiver, kluger Antiheld. Einer, der durchs Geschehen geschubst wird, aber gleichwohl vorlaut das Geschehen mitbestimmt. Lehmann, Pionier wider Willen, gerät zwischen die Fronten – in der Kaserne und vor allem im Privatleben. Das Stück und damit auch Lehmanns Lebenslauf mündet in die Krawalle beim öffentlichen Gelöbnis für die Rekruten am 6. Mai 1980 rund ums Weserstadion. Lehmann ist mittendrin. Und steht sichtbar auf beiden Seiten.


Neue Vahr Süd – der Trailer

Frederick Lau (Jahrgang 1989) spielt diesen Lehmann unspektakulär spektakulär, irgendwie großartig. Das prägt den Film. Und nicht nur Lau glänzt, auch die schrillen Typen der politisch linken, extrem unorthodoxen und wunderbar überzeichneten Ostertor-WG werden von dem jungen Schauspielerteam – Miriam Stein, Eike Weinreich, Johannes Klaußner, Robert Gwisdek, Albrecht Abraham Schuch, Daniel Michel und Rosalie Thomass – absolut glaubwürdig in Szene gesetzt. Jeder Typ ein Volltreffer. Ganz stark auch Hinnerk Schönemann als etwas einfältiger Feldwebel und vor allem Ulrich Matthes (der den Goebbels in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ mimte) als kalter Kompaniechef. Anders ausgedrückt: Die Mannschaft harmoniert. Und zwar bis in die kleinsten Nebenrollen.

So wurde aus der Romanverfilmung ein kurzweiliger ARD-Mittwochsfilm, den der geneigte TV-Konsument jetzt auch auf DVD Neue Vahr Süd käuflich erwerben kann. Allerbeste Unterhaltung eben.

Weihnachten bei AlbinZ 2010

Wer hat nicht seine kleinen Bräuche zu Weihnachten? Bei uns gehört auf jeden Fall ein Weihnachtsbaum dazu – nicht erst, seitdem wir Kinder haben, die inzwischen groß geworden sind. Am Wochenende vor Heiligabend fährt meine Frau mit unseren beiden Söhnen nach Dohren-Gehege, um dort unseren Baum höchst persönlich zu ‚schlagen’ – wie man sagt. Neben Bratwurst gehört ein Hektoliter Glühwein dazu … Dieses Jahr haben wir einen besonders schönen Baum erwischt:

Weihnachtsbaum bei den AlbinZ 2010

Und nach dem Gottesdienst (dieses Jahr um 16 Uhr 30) und dem Essen gegen 18 Uhr gibt es dann die ‚Bescherung’. Seit einigen Jahren machen wir es ganz spannend: Wir verpacken die Geschenke gleich mehrmals und benutzen dafür hauptsächlich altes Geschenkpapier u.ä. Auf dem ersten Papier kommt der Name dessen, der das Geschenk wirklich erhalten soll. Auf den weiteren ‚Verpackungen‘ können dann die Namen der anderen stehen. Jetzt wird reihum gewürfelt. Wer eine sechs (oder eins) würfelt, der darf sich ein Geschenk mit seinem Namen nehmen und es auspacken. Ist es ein weiteres Mal eingewickelt, so legt er das Geschenk zurück. So geht das, bis alle Geschenke den eigentlich Beschenkten erreichen und von diesem ausgepackt wurden.

Das Mehrfacheinpacken der Geschenke kommt traditionsgemäß aus Schweden: Zum Julfest (Wintersonnenwende) schenkt man sich kleine Sachen (Julklapp), die von unbekannten Gebern einfach in die gute Stube geworfen werden. Diese Geschenke verpackt man auch mehrmals (so kann sich ein zunächst großer Karton am Ende als ganz kleines Geschenk entpuppen).

siehe hierzu auch: Weihnachten bei AlbinZ (2005)

Wunder einer Winternacht

Es ist wohl der größte finnische Kinoerfolg aller Zeiten: „Wunder einer Winternacht“ nach einem Buch von Marko Leino, der auch das Drehbuch schrieb.

Hoch oben im Norden lebt ein kleiner Junge. Nikolas ist sein Name. Ein tragischer Unfall am Weihnachtsabend hat ihn zum Waisenkind gemacht. Die Menschen im Dorf nehmen sich seiner an und schenken dem schüchternen Jungen Wärme und Geborgenheit. Ein Jahr darf Nikolas bei jeder Familie bleiben, doch wenn der Weihnachtsabend naht, nimmt ihn das nächste Haus auf. Voller Dankbarkeit schnitzt Nikolas Jahr für Jahr heimlich Geschenke für all seine „Geschwister“. Doch als er zum bösartigen Tischlermeister Iisakki in die Lehre kommt, scheint sein neu gewonnenes Glück unwiederbringlich vorbei. Denn der bärbeißige alte Mann hasst Kinder…

Anders als die pompösen amerikanischen Weihnachtsmann-Geschichten zeigt dieser Film nicht nur atemberaubende Aufnahmen des winterlichen Finnlands, sondern auf ganz schlichte Weise eine herzerwärmende Geschichte, die nicht nur Kindern gefallen sollte. Der Film ist auf DVD Wunder einer Winternacht – Die Weihnachtsgeschichte erhältlich und nicht umsonst auch in Deutschland ein großer Erfolg.


Wunder einer Winternacht – Trailer

Jetzt wissen wir es also ganz genau: Der Weihnachtsmann ist ein Waisenkind aus Finnland. Und die rote Mütze trägt er, weil er dadurch die Rentiere besser unter Kontrolle hat.

Frohe Weihnachten 2010

Fliegender X-man

Fröhliche Weihnachten ...

Fliegender X-man

Auch dieses Jahr möchte ich an dieser Stelle allen danken, die meinen Blog besucht haben. Ich wünsche Euch ein geruhsames, friedvolles Weihnachtsfest mit möglichst wenig Stress. Und ich wünsche Euch ein gutes Neues Jahr 2011, in dem alles für Euch in Erfüllung geht, das Ihr Euch wünscht. Schöne Feiertage!

Nun denn, entspannen wir uns in diesen Tagen und lassen uns verwöhnen (oder besser noch: verwöhnen wir die Menschen, die uns etwas bedeuten, sie haben es verdient).

Merry Christmas & Happy New Year (englisch)
Joyeux Noël et Bonne Année! (französisch)
Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo (spanisch)
Buon Natale e Felice Anno Nuovo (italienisch)
Nollaig chridheil huibh (schottisches Gälisch)
Nadolig LLawen a Blwyddyn Newydd Dda (walisisch)
Vrolijk Kerstfeest en een Gelukkig Nieuwjaar! (niederländsich)
Prejeme Vam Vesele Vanoce a stastny Novy Rok (tschechisch)
Glaedelig Jul (dänisch)
Gledileg Jol og Farsaelt Komandi ar! (isländisch)
Wesolych Swiat Bozego Narodzenia (polnisch)
Hristos s-a Nascut si Anul Nou Fericit (rumänisch)
Meri Kirihimete (Maori)
Sinifesela Ukhisimusi Omuhle Nonyaka Omusha Onempumelelo (Zulu)
Natale hilare et Annum Nuovo! (latein)

Wintereinbruch in Tostedt – Dezember 2010

Temperaturen 24.11. - 22.12.2010 in Tostedt
Temperaturen ab 24.11. bis 22.12.2010 in Tostedt/Niedersachsen
Quelle: Wetterdaten Tostedt

Der erste Wintereinbruch hält bereits über vier Wochen an – und ein Ende ist nicht in Sicht. In Norddeutschland wird uns die weiße Pracht erhalten bleiben und sich zu Weihnachten auch noch etwas mehren: Weiße Weihnachten! Was wollen wir mehr. Da wir zu Hause bleiben und uns nicht in das Verkehrschaos (ob nun mit dem Auto oder mit der Bahn) stürzen wollen, so werden wir diese weiße Weihnacht genießen. Es darf also weiterschneien.

Hier einige Bilder von der weißen Pracht, die in unserem Garten liegt: ein kleines Schneeparadies zur rechten Zeit!

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Winter in AlbinZ Garten: Dezember 2010

Wenn Weihnachtswichtel witzeln

In zwei Tagen ist Heiligabend. Da denke ich an fette Gänsebraten, vielleicht Glühwein und manches Süße, das für eine gewisse Trägheit nicht nur des Körpers sorgt. Es kann dann nicht schaden, das Hirnschmalz etwas zum Sieden zu bringen. Hier eine kleine Denksportaufgabe zum Anregen der kleinen grauen Zellen:

Die Weihnachtswichtel haben sich einen Scherz erlaubt: Sie haben in der Bäckerei die Beschriftungen an den Zutaten vertauscht. Nun steht der Weihnachtsmann vor den drei Säcken und muss wieder für Ordnung sorgen.

Nüsse

In einem Sack sind Mandeln, in einem anderen Sack sind Nüsse, und im dritten Sack ist eine Mischung aus Mandeln und Nüssen. Die Wichtel haben die drei Schilder an den Säcken vertauscht, so dass keines mehr an dem richtigen Sack hängt.

Der Weihnachtsmann greift, ohne in den Sack hineinzusehen, in einen bestimmten der drei Säcke und holt eine einzelne Frucht heraus. Sofort weiß er mit Sicherheit, welches Schild an welchen Sack gehört.

Welches falsche Schild hängt an dem Sack, in den der Weihnachtsmann gegriffen hat?

Auflösung

Dies ist der 2000. Beitrag in WilliZ Weblog

Späte Reisende

Unser kleines Örtchen zeichnet sich als Einflugschneise für zahlreiche Zugvögel aus. Aber so spät noch im Jahr wundert es einen schon, wenn plötzlich lautes Geschnatter am Himmel zu vernehmen ist. Immerhin sind es viele Grad unter null, wenn auch der Himmel, wie am letzten Samstag, wolkenlos und klar erscheint. Ja, da fliegen letzte späte Reisende gen Süden, wo es um einiges wärmer ist als jetzt hier. Man hätte Lust, mit ihnen zu ziehen.

Zugvögel: Ab in den warmen Süden

Zugvögel: Ab in den warmen Süden

Zugvögel: Ab in den warmen Süden

Zugvögel: Ab in den warmen Süden

Zugvögel: Ab in den warmen Süden

Schlimmer geht immer

Das Jahr geht dem Ende entgegen und ich kann nur sagen: Gottlob, denn es war in vielerlei Hinsicht ein mieses Jahr, ein echtes Scheißjahr. Natürlich hoffe ich, dass das nächste Jahr besser wird, aber – wie mein Bruder so gern sagt: Schlimmer geht immer! Kann’s aber wirklich noch schlimmer kommen?

Ich will mich erst gar nicht über all die privaten Sorgen und Nöte hier auslassen. Meiner Frau geht es nach ihrer Erkrankung wieder ganz gut – das ist das Wichtigste! Und so können wir Weihnachten in Ruhe und auch wieder in etwas mehr Zufriedenheit erleben.

Das Wetter ist zz. wirklich winterlich. Nach dem Schnee haben wir jetzt Frost. Aber schon ab Mittwochabend soll es regnen (gefrierend), um am Heiligabend wieder in Schnee überzugehen. Mit Einschränkungen könnte es eine weiße Weihnacht werden. Froh bin ich darüber, dass ich nur noch heute und morgen arbeiten muss (auch meine beiden Söhne haben ab Mittwoch frei), denn was uns die Bahn, und bei uns die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, zumutet, ‚das geht auf keine Kuhhaut’. Natürlich liegt es am Wetter und es liegt an den Schönwetterzügen, die für diese Witterungsbedingungen einfach nicht ausgelegt sind und am laufenden Band ‚streiken’. Erst heute Morgen blieb mein Zug liegen, erreichte ‚mit knapper Not’ noch den nächsten Bahnhof, von dem ich mit dem nächsten, bereits überfüllten Zug, der natürlich hat schon über 10 Minuten Verspätung hatte, weiterfahren konnte. Oder am Freitag, der sich am Hamburger Hauptbahnhof zur Mittagszeit auch an wärmeren Tagen als Chaostag entpuppt, ging teilweise gar nichts mehr. Bedenkt man, dass der Winter erst anfängt, dann kann man nur das Schlimmste befürchten, denn: Schlimmer geht wirklich immer. Natürlich ist das nichts dagegen, was Fahrgäste letzten Donnerstag auf der Fahrt von Hamburg nach Lübeck erlebten, als sie stundenlang im Zug ohne Strom ausharren mussten.

Dass die Fans des Fußballbundesligisten Werder Bremen in dieser Saison auf eine harte Probe gestellt werden, habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt (Die fetten Jahre sind vorbei). Auch wenn der Abschluss in der Champions League Gruppenphase mit dem 3:0-Sieg gegen den Titelverteidiger Inter Mailand immerhin versöhnlich war , ausgeschieden ist man damit trotzdem aus allen laufenden Pokalwettbewerben. Und in der Bundesliga selbst, auf die sich die Mannschaft jetzt beschränken darf, läuft auch nicht viel. Zur Halbzeit ist es ein für Bremer Verhältnisse kläglicher 14. Tabellenplatz – knappe 4 Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt und satte 24 Punkte von der Tabellenspitze. Werder Bremen steht im Abstiegskampf, da gibt es nichts mehr zu leugnen. Geht’s hier im nächsten Jahr vielleicht noch schlimmer?

Ach ja, Weihnachten steht vor der Tür – und einige freie Tage. Da kann mich Werder und der Fußball ‚gern haben’ und ich werde einen großen Bogen um Bahn und Busse machen. Wenigstens für diese wenigen Tagen wird alles wieder gut.

Der geschlagene Raab

Nachdem die TV-Show „Wetten, dass ..?!“ durch den tragischen Unfall eines der Wettkandidaten seinen Tiefpunkt erreicht hat (die Sendung wurde abgebrochen), erlebte am Wochenende auch die Spielshow „Schlag den Raab“ ihr bisher unerreichtes Tief.

Die Sendung lebt vom Zweikampf eines zuvor von fünf von Zuschauer ausgewählten Kandidaten gegen den TV-total-Moderator Stefan Raab in den unterschiedlichsten Spielen und wird schnell langweilig, wenn einer der Kontrahenten zu einseitig Spiel für Spiel für sich entscheidet – wie in der vorletzten Sendung am 23. Oktober 2010 geschehen, als Raab am Ende mit 66:0 Punkten gegen eine glücklos agierende Medizinstudentin gewann.

Nun am Samstag (auf Sonntag – die Sendung endet nie vor 24 Uhr) traten in der Version „Schlag den Raab mit links“ Stefan Raab und der Kandidat mit der jeweils schwächeren (linken) Hand an, nachdem sich Raab in der Vorwoche bei einem Skiunfall das rechte Handgelenk gebrochen hatte. Besser wäre es ohne Zweifel, die Sendung zu canceln. So aber schaffte es ein dicklich-kleiner, nicht allzu sportlich wirkender Kandidat, den lustlos und manchmal auch orientierungslos auftretenden Raab zu schlagen, der zudem ständig nörgelte und stöhnte, dass es fast zum Steinerweichen war. Die Sendung war eine absolute Zumutung.

Man kennt Raab und weiß, dass es selbst aus Dreck noch eine Sendung und damit Geld macht. Neben „TV Total“ und „Schlag den Raab“ gibt es alljährlich die Wok-Weltmeisterschaft, das Turmspringen, die Stock Car Crash Challenge, die Autoball-Europameisterschaft usw. – Und als Initiator und Jurypräsident hat er Lena Meyer-Landrut zum Gewinn des Eurovision Song Contest 2010 geführt. Das Ganze scheint mir allmählich auszuarten. Aber jeder muss selbst wissen, was er sich im Fernsehen ansieht. Mit einem Auftritt wie eben jetzt am Wochenende buddelt sich Herr Raab aber sein eigenes Grab. Natürlich zähle ich schon allein aufgrund meines Alters nicht zur Zielgruppe der Raab-Sendungen und habe mir manches von dem nur meinem jüngeren Sohn zuliebe angeschaut. Aber mir reicht es nun. Und wenn Raab so weitermacht, dann werden sicherlich auch viele andere Zuschauer abspringen und einmal etwas zeitiger am Samstagabend zu Bett gehen können.

Mit dem Charme der 60er Jahre

Es war die TV-Serie meiner Jugendzeit: Mit Schirm, Charme und Melone (im Original: The Avengers, später. The New Avengers), die allerdings im Oktober 1966 erst mit der vierten Staffel ins deutsche Fernsehen kam. Diese vierte Staffel (noch in schwarz-weiß) und die fünfte Staffel (erstmals in Farbe) waren dann aber auch gleichzeitig der Höhepunkt der Serie. Neben John Steed war es besonders Emma Peel (gespielt von Diana Rigg), die dem Ganzen ihren Stempel aufdrückte. Diese britische Serie war eine Mischung aus Spionage-, Kriminal- und Science Fiction-Elementen und für damalige Zeiten äußerst ungewöhnlich.

Es war deshalb für mich ein Fest – und eine Reise in meine Jugendzeit -, als im letzten Jahr die Serie (mit der 4. Staffel beginnend) nach und nach auf DVD auf den Markt kam:

Mit Schirm, Charme und Melone

Und es war Anlass genug, mich in diesem Blog mehr oder weniger ausführlich mit der Serie zu beschäftigen; hier die Beiträge im Einzelnen:

Mit Schirm, Charme und MeloneMrs. Peel – we ’re neededEmma mit viel ElanEmma & William: Ein SommernachtstraumEmma, John & James

Was natürlich noch fehlte, das waren die Folgen der ersten drei Staffeln von 1961 bis 1964. Okay, ohne Emma Peel dürften diese nicht so interessant sein. Aber irgendwie hätte ich mir doch gern die eine oder andere Folge angeschaut. Daran war aber nicht zu denken. Welcher deutsche Fernsehsender sollte diese alten Folgen ausgraben, Geld für Synchronisation und Remastering ausgeben wollen. Um so überraschender dann die Meldung: Von den ersten drei Staffeln werden die noch erhaltenen, erstmals remasterten Folgen auf ARTE ausgestrahlt.

The Avengers: Mit Schirm, Charme und Melone (1961-1964)

Jeden Tag ab dem 6.Dezember 2010 um 18.05 Uhr laufen jetzt insgesamt 54 Folgen der Serie: „Mit Schirm, Charme und Melone“ (siehe hierzu auf arte.tv: Im Laboratorium der Avengers). Von der ersten Staffel sind nur zwei Folgen erhalten geblieben. Dafür gibt es von den folgenden Staffeln genügend Material. Im Mittelpunkt steht John Steed (natürlich gespielt von Patrick Macnee). An seiner Seite bereitete aber eine gewisse Dr. Catherine Gale, genannt Cathy (gespielt von Honor Blackman), den Boden, auf dem die ebenso emanzipierte und schlagfertige Emma Peel (Diana Rigg) der Serie zu Weltruhm verhalf. Jene Cathy Gale führte dann auch (noch vor Emma Peel) den hautengen Lederanzug ein.

Die ersten zehn Folgen sind nun gesendet, weitere 44 folgen. Was mich besticht, ist dieser Charme der 60er Jahre und ein John Steed durchaus schon in Höchstform. Es mag vielleicht auch an der gelungenen Synchronisation liegen, aber John Steed ist die Coolness in Person, wenn auch noch nicht ganz so gentlemanlike wie später. Natürlich hat mich in meiner Jugend besonders Emma Peel (auch durch ihre weiblichen Reize) eingenommen. Aber diesen John Steel fand ich in seiner snobistisch britischen Art immer wieder köstlich. Er trägt sicherlich viel Schuld daran, dass ich ein besonderes Faible für alles Britische entwickelt habe.

Wenn diese Episoden, die ARTE jetzt ausstrahlt, auch nicht das Niveau der späteren Folgen (mit Emma Peel) erreichen, so finde ich sie durchaus spannend und vor allem amüsant. Für alle Avengers-Fans sind sie auf jeden Fall ein Muss. Also wochentags ab 18 Uhr 05: Mit Schirm, Charme und Melone auf ARTE.

Übersicht über die Folgen der Staffel 2 und Staffel 3

Ein Anlass, weshalb ARTE die alten Folgen ‘ausgegraben’ hat, ist wohl der 50. Jahrestag von „The Avengers“, also „Mit Schirm, Charme und Melone“, im nächsten Jahr 2011.