Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Winter in Tostedt Teil 3

Als hätten wir noch nicht genug Schnee abbekommen, so schneite es gestern den ganzen Tag, an die 15 Zentimeter, wenn nicht noch mehr. Für norddeutsche Verhältnisse mehr als ungewohnt. So gab es heute im Landkreis Harburg auch wieder schulfrei. Und ich nahm mir auch gleich einen freien Tag, nicht nur zum Schneeschippen, sondern auch, um mit meinem jüngsten Sohn seinen weiteren schulischen bzw. beruflichen Weg zu ebnen. Letzteres hat mich fast den ganzen Tag in Anspruch genommen (und einiges an Nerven gekostet – dazu in den nächsten Tagen etwas mehr), sodass ich heute hier nur einige Bilder ins Netz stelle, die (noch bei Sonnenschein aufgenommen, denn inzwischen schneit es wieder in dicken Flocken) für die Nachwelt dokumentieren sollen, dass es auch in niedersächsischen Niederungen kräftig schneien kann:

Schneeberg im Vorgarten

PKW-Stellplatz schneemäßig zweckentfremdet

Schneeberg im Vorgarten

PKW-Stellplatz schneemäßig zweckentfremdet

Hecke mit Schneefüßen

Schnee überragt Terrasse

Hecke mit Schneefüßen

Schnee überragt Terrasse

Fünf Jahre WilliZ Blog

5 Jahre WilliZ Weblog Willkommen in WilliZ Blog. Seit fünf Jahren führe ich nun bereits dieses Weblog und staune selbst, wie die Zeit vergangen ist. Aller Anfang war einmal schwer, und inzwischen kratzen die Jahre am eigenen Lack. Oft erreichte ich dabei einen Punkt, da ich mich fragte, was das Ganze wohl soll, (fast) jeden Tag hier einen Beitrag abzuliefern. Aber es gibt eben Themen genug, die Anlass bieten, in die Tasten zu hauen. Und so bleibe ich halt bei der Stange, wie man sagt …
Das Fünfjährige ist natürlich auch Anlass für mich, Dank der treuen Lesergemeinschaft auszusprechen. Also auf ein Neues, wir lesen voneinander!

Euer Willi

WilliZ kritischer Blick aufs Zeitgeschehen (2005 in Inverness/Schottland)

Erhöhter Fahrpreis für Willi

Damit Ihr es wisst: Ich bin ein schlimmer Mensch, der sich arglistig die Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmittel erschleicht. Da ist ein erhöhter Fahrpreis von 40,00 EUR nur gerechtfertigt.

Oder anders gesagt: An manchen Tagen sollte man im Bett liegen bleiben, wenn solche Tage schon SO beginnen, dann kann daraus nichts werden.

Irgendwie hatte ich mich bereits darauf eingestellt, dass ich heute nicht pünktlich zur Arbeit komme, nicht an einen Montag und nicht mit der Bahn bei diesem Wetter. So wunderte mich auch nichts, als die Bahnsteiganzeige vermeldete, dass mein Zug 15 Minuten Verspätung haben wird. Leichter Schneefall bei knapp unter null Grad – es hätte schlimmer kommen können für uns im Freien Stehende. Dann kam ein Zug – der eigentlich ‚meinem’ Zug folgende – pünktlich wie die Maurer, allerdings ein Regionalzug, der an jeder Milchkanne hält – immerhin. Sogar einen Sitzplatz bekam ich. In Buchholz/Nordheide dann die Durchsage im Zug: ‚Mein’ Zug würde diesen Regionalzug in Buchholz überholen: „Wir bitten um etwas Geduld!“.

Willi ist nun ein schlaues Kerlchen, greift sich die Jacke und den Rucksack, eilt zum Ausgang des Zuges, hinaus, sprintet der Brücke im hohen Schnee (was soll hier schon am frühen Montagmorgen Schnee gefegt werden) entgegen, schnell hoch, hinüber und auf dem anderen Gleis wieder herunter: ‚Mein’ Zug (der eben nicht an jeder Milchkanne hält) fährt gerade ein.

Aber oh Schreck: da stehe ich wie belämmert vor Wagen zwei, gespenstig dunkel, keine Tür lässt sich öffnen – totale Sperrung eines von vier Wagen (früher führte der Zug einmal sechs Wagen), na toll. Da bleibt mir nur eins: in Wagen eins mein Heil zu suchen (und nicht zu finden, wie wir gleich sehen werden). Dieser Wagen eins hat es in sich: Ein schönes Bistroabteil mit verlockenden Angeboten – aber mit nur wenigen Sitzmöglichkeiten (passend für einen Ausflug, weniger passend am Morgen, wenn der Zug brechend voll ist). Im Zwischenstock dann auch nur Klappsitze (das Thema hatte ich schon einmal). Also auf in den 2. Stock (der Zug ist mit Doppelstockwagen ausgestattet).

Aber im Wagen eins im oberen Teil gibt es nur die erste Klasse. Und da darf man sich eben mit einem Zweite-Klasse-Ticket nicht hinsetzen (wahrscheinlich nicht einmal stehen), auch wenn der Zug brechend voll ist und nirgends ein weiterer Platz frei ist (in Wagen zwei und darüber hinaus konnte ich ja nicht entweichen). Manchmal kommt es zwar vor (gerade in einer Situation wie der heutigen), dass die Erste-Klasse-Abteile auch für das gemeine Fußvolk frei gegeben werden. Aber dazu hatte die Zugbegleitung heute wohl keine Veranlassung.

Fahrpreisnacherhebung: Erhöhter Fahrpreis für Willi

Und so kam es wie es kommen sollte: Kurz vor meinem Ziel, dem Hamburger Hauptbahnhof, wurde ich kontrolliert – und jeglicher Hinweis auf die Situation wurde ignoriert: Ich wurde, da ohne gültige Fahrkarte (meine Abo-Karte interessiert hier ja keinen), zu einem erhöhten Fahrpreis von 40 EUR verdonnert.

Mit 18 Minuten Verspätung erreichte der Zug (mit dem Sünder Willi im Gepäck) Hamburg Hbf. Vielen Dank Metronom, vielen Dank DB Vertrieb GmbH – Fahrpreisnacherhebung.

Ja, an solchen Tagen wie den heutigen sollte man im Bett liegen bleiben. Auf der Arbeit angekommen, durfte ich feststellen, dass dort die Heizung ausgefallen ist. So sitze ich hier in Winterjacke, Pudelmütze und Handschuhen, schlürfe hastig meinen Tee und harre der Dinge, die da noch auf mich zukommen.

Nachtrag: Ich frage mich, was die DB Vertrieb GmbH (in deren Auftrag wurde der erhöhte Fahrpreis erhoben) eigentlich mit der ganzen Sache zu tun hat. ich habe eine Fahrkarte des Hamburger Verkehrsverbundes HVV und war auch im Tarifgebiet des HVV unterwegs.

Winter in Tostedt Teil 2

Der Winter kann einen ganz schön geschäftigen: Schneefegen ohne Ende, aber auch winterliche Spaziergänge durch Wald und Flur. Da lässt man seinen Rechner gern einmal Rechner sein. Heute spazierte ich bei leichtem Schneefall mit meiner Frau durch das Wäldchen namens Düvelshöpen (Düvel ist der Teufel, Höpen ist die Hoffnung – wenn ich das Plattdeutsche richtig übersetze) – in kurzer Zeit von unserem Haus erreichbar:


Düvelshöpen – Tostedt

Durch das Wäldchen Düvelshöpen
Durch das Wäldchen Düvelshöpen

Winter in Tostedt

Ja, das Wetter bleibt ein beliebtes Thema: Der gestrige Tag hat uns hier in Tostedt wieder jede Menge Schnee gebracht. Auch heute Morgen musste ich noch einmal mit dem Besen die Wege vom Schnee befeien. Aber bereits zu Mittag brach der Himmel auf und ließ für einige Stunden sogar die Sonne hervorkommen. Da die Temperatur erträglich ist (nur einige Grade unter Null), kann man sich durchaus im Freien zeigen und Sauerstoff tanken. Anders ist es weiter Richtung Osten, wo „Mini“-Daisy den Verkehr lahm legt. Die weiteren Wetteraussichten: In der Nacht wird es wieder etwas kälter. Und morgen Mittag soll es wieder leicht schneien: Winter goes on!

Willkommen im Töster Winter Vereiste Pflanzen
Willkommen im Töster Winter Vereiste Pflanzen
Schneeiger Strauch Licht aus Schneebällen
Schneeiger Strauch Licht aus Schneebällen
Winterliche Straße in Tostedt Johannes-Kirche im Töster Winter
Winterliche Straße in Tostedt Johannes-Kirche im Töster Winter

Urlaubsplanung 2010: Rhein-Mosel-Tour

Bei diesem doch eher tristen Winterwetter kann man schon Depressionen bekommen. Was auch dagegen hilft: Urlaubsplanungen! Schon entschwindet man in sommerlich gefärbte Gefilde und vergisst graue Himmel und eisige Temperaturen.

Dieses Jahr soll es an den Rhein gehen – mit Abstecher an die Mosel. Keine Rundreise, aber doch fast. Erstes Ziel wird Düsseldorf sein (für zwei Nächte), um nicht nur über die zu flanieren und in der Altstadt an der Welt längsten Theke ein gepflegtes Alt zu schlürfen, nein, ein Abstecher gilt Essen.


Düsseldorf – Altstadt

Essen und das Ruhrgebiet sind ja bekanntlich zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gekürt worden und bieten dementsprechend viel von Kunst bis Musik und Literatur. Unser eigentliches Ziel heißt Ruhr Museum mit der Zeche Zollverein A 14 (Schacht XII, Kohlenwäsche). Hier fand u.a. die Eröffnungsfeier statt.


Zeche Zollverein

Anschließend werden wir eine Ferienwohnung in Bacharach am Rhein beziehen. Wir haben zunächst in anderen Orten am Rhein gesucht (z.B. Koblenz), aber wir sind dann dort fündig geworden (preiswert, groß und zentral). Auf der Fahrt von Düsseldorf nach Bacharach werden wir wohl in Königswinter einen Stopp einlegen. Hier werden Kindheitserinnerungen bei mir wach, wenn ich u.a. an das Erklimmen des Drachenfels denke.


Bacharach am Rhein

Von Bacharach (als Mittelpunkt) werden wir dann mit Sicherheit Orte wie Koblenz mit Abstecher zur Mosel, Boppard mit der großen Rheinschleife, St. Goar bzw. St. Goarshausen mit Loreley, Bingen und Rüdesheim (ohne Drosselgasse) heimsuchen. Die Feinplanung haben wir noch vor uns (oder nennt man das auch hier Feinkonzept?).

Zwischen Bonn und Bingen wäre ich dann nicht zum ersten Mal unterwegs. Ich bin zwar kein ausgesprochener Weintrinker, aber das eine oder andere Gläschen eines möglichst trockenen Weißweines werde ich mir zusammen mit meiner Frau schon gönnen (und in Düsseldorf natürlich ein kühles Alt oder zwei). Im Mittelpunkt werden sicherlich die zahlreichen Burgen am Mittelrhein stehen. Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf diese Reise, auch wenn es noch so lange hin ist.

Alster„Eis“Vergnügen 1997

Gestern Abend kletterten die Temperaturen nach langen Tagen des Dauerfrostes einmal wieder über die Null-Grad-Grenze. Aber es bleibt weiter Winter. Spätestens am Wochenende gibt es wieder anhaltenden Frost. In Hamburg stellt sich anhand solcher Temperaturen immer die Frage, ob die Alster, speziell die Außenalster, der bis 164 ha große und bis zu 4,5 m tiefe, größere, nördliche Teil des Alstersees, zufriert und zum Betreten frei gegeben wird.

zugefrorene Außenalster Januar 2010

Spätestens seit letztem Sonntag tummeln sich die ersten Wanderer und Schlittschuhläufer auf dem Eis. Aus Sicherheitsgründen wird die zuständige Umweltbehörde aber auch an diesem Wochenende kein Alstereisvergnügen mit Glühweinständen und Würstchenbuden auf der Außenalster genehmigen. „Das Eis ist derzeit für eine Vergabe von Standplätzen nicht stabil genug. Die Kerneisstärke liegt nach bisherigen Messungen bei zwölf bis 18 Zentimetern, es müssten aber mindestens 20 Zentimeter sein“, sagte Behördensprecher Volker Dumann. Die gute Nachricht: „Die Tragfähigkeit ist auf weiten Teilen der Außenalster für das Betreten und Schlittschuhlaufen geeignet. Es gibt jedoch einige Stellen, die speziell gekennzeichnet sind, weil dort Einbruchgefahr besteht“.

Nach 13 Jahren ist die Alster also wieder zugefroren und kann betreten werden. Die kurzzeitigen Plusgrade werden dem keinen Abbruch tun. So werde auch ich die Gelegenheit beim Schopfe packen und mich am Samstag ‚aufs Eis wagen’.

Als vor 13 Jahren im Januar 1997 die Alster zuletzt zufror, war ich mit meinen Lieben (meine Jungs waren da gerade drei und sechs Jahre alt) natürlich auch auf der Außenalster. Solche Gelegenheiten gibt es meist nur alle gut 10 Jahre (in den 80er Jahren war ich und Freundin, heute meine Frau, mit Skiern auf dem Eis unterwegs). Damals am 4. Januar 1997 schien die Sonne von einem stahlblauem Himmel und der Wind fegte eisig übers Eis, das größtenteils mit Schnee bedeckt war. Aber es hat natürlich Spaß gemacht, wie das damals von mir aufgenommene Video zeigt:


Alstereisvergnügen in Hamburg am 04.01.1997

Weiter Winter

Spätestens am morgigen Tag soll die Temperatur wieder in den positiven Bereich klettern. Dafür ist ab heute Mittag fast überall Schnee angekündigt. Die Wetteraussichten: Am Donnerstag gibt es im Norden einen Mix aus vielen Wolken, häufigen Schneeschauern und etwas Sonne. Im Süden bleiben die Wolken meist dicht und es schneit immer wieder. Es weht ein lebhafter, an der See auch starker West bis Nordwestwind. Die Höchsttemperatur liegt zwischen minus 2 und plus 4 Grad. Am Wochenende soll es dann wieder frostig werden – bei uns im Norden bis zu – 9 °C. Und wenn man den Prognosen für die nächsten 16 Tage glauben darf, dann ist schon wieder mit einer ähnlichen Kältewelle wie die jetzt Richtung Westen ziehenden zu rechnen.

Der Winter wird uns also weiterhin fest im Griff halten. In Rumänien und Polen gab es erste Kältetote. In Hamburg wartet man auf das erste Alstereisvergnügen seit 1997 (dazu später sicherlich noch etwas mehr). Dauerfrost und große Eisschollen machen der Schifffahrt in Norddeutschland zu schaffen. Auf Nord- und Ostsee treiben dicke Eisschollen, auch die Elbe friert mehr und mehr zu und wird für die Binnenschifffahrt zum Nadelöhr. Am Montagabend wurde die Oberelbe zwischen der Schleuse Geesthacht und der Süderelbe, wo das Hamburger Hafengebiet beginnt, komplett gesperrt. Der Mittellandkanal ist bereits seit dem Wochenende zwischen Wolfsburg und Magdeburg nicht mehr befahrbar.

Temperaturen in Tostedt/Niedersachsen zwischen 12.12.2009 und heute ...
Temperaturen in Tostedt/Niedersachsen zwischen 12.12.2009 und heute …

Ja, das Winterwetter hält bereits seit sieben Wochen an, sieht man vom dem kleinen „Wärmeeinbruch“ nach Weihnachten (und den kurzzeitigen Plus-Temperaturen am 18./19. Januar) einmal ab. Und ein Ende ist – wie gesagt – noch nicht in Sicht. Da hilft kein Klagen, obwohl auch ich vom Dauerfrost langsam die Schnauze (im wahrsten Sinne des Wortes) voll habe.

30 Jahre Abenteuer

Der Münchner Geograf und Fotograf Michael Martin lebt seinen Traum. Als einziger Mensch hat er alle Wüsten der Erde durchquert – und von dort atemberaubende Bilder und Geschichten mitgebracht. Schon als 17-Jähriger hatte er sich mit dem Mofa in die Sahara aufgemacht.

Nach dreißig Jahren Reisen und Fotografieren zieht Michael Martin eine faszinierende Zwischenbilanz. Michael Martin erzählt mit einzigartigen Dias und spannenden Geschichten von der ersten Mofatour nach Marokko über Reisen mit dem Peugeot 504 kreuz und quer durch die Sahara bis hin zu ersten Geländewagentouren durch Afrika. Mit oftmals unveröffentlichten Bildern erzählt er von seinen Motorradreisen, die ihn in den letzten fünfzehn Jahren zunächst durch die Wüsten Afrikas, dann durch die Wüsten der Erde führten.

Auf der Vortragstournee »30 Jahre Abenteuer« füllt Michael Martin bundesweit zz. auch große Säle oft bis auf den letzten Platz. So kommt der Mann der Wüsten mit seiner atemberaubenden Bilderschau am kommenden Sonntag, den 31.10.2010 auch nach Hamburg in die Laeiszhalle (ehem. Musikhalle), Beginn 16 Uhr.

Siehe zdf.de Video: Mann der Wüste

siehe auch meine Beiträge: Mein Lieblingsplatz: Durch die WüsteUrlaub: Tunesien 1999/2000Tozeur/Tunesien 1999/2000

Der Witzableiter (15): Damit Sie bitte recht verstehen

Fortsetzung von: (14): Pointen, die sich verdrückt haben

In der Kolumne „Der Witzableiter“ von Eike Christian Hirsch, die 1984 im ZEITmagazin erschien, geht es in der heutigen Folge um das Missverständnis, die Mutter vieler Witze. Es ist das klassische Muster, das uns aufzeigt, wie Witze aufgebaut sind.

Bei der Zimmerwirtin klingelt ein junger Mann und sagt: „Ich möchte zur Gabi.“ Die Wirtin: „Die ist ausgezogen!“ „Das macht nichts“, sagt der junge Mann, „ich kenne sie gut.“ Das war wohl ein Mißverständnis. Alle Witze, die ich Ihnen heute biete, sind Mißverständnisse. Davon gibt es Tausende. Man darf wohl sagen: Der typische Witz ist einfach ein Mißverständnis.

„Anna, wenn Sie heute abend den Kalbskopf servieren, stecken Sie eine Zitrone ins Maul und Petersilie in die Ohren.“ „Mein Gott, gnädige Frau, wie werd ich denn dann aussehen?“ Ein wenig haben wir diese Technik schon früher einmal, nämlich beim unfreiwilligen Humor, kennengelernt. Da versteht auch manch einer falsch. So auch hier: „Bringen Sie mir Karpfen“, sagt Graf Bobby zum Ober. „Der Karpfen ist gestrichen.“ „Interessant, in welcher Farbe denn?“

Diese Technik bietet das klassische Muster eines Witzes: Es gibt zwei Bedeutungen, die sich beißen, und wir als Witzhörer sind die lachenden Dritten, die sich über das Malheur amüsieren können. Sollten wir nicht bei diesem klassischen Muster am leichtesten erkennen können, wie Witze überhaupt gebaut sind?

Offenbar gehören zwei Bedeutungen oder Gedanken zu den unentbehrlichen Zutaten. Gewöhnlich hat man vom Kontrast gesprochen. „Wie geht es Ihnen, Herr Schmidt?“ „Ach, danke, es geht noch – einmal die Woche.“ „Ich meine, wie geht es zu Hause?“ „Zu Hause geht es gar nicht mehr.“ Da reden zwei aneinander vorbei. Halten wir also das Stichwort Kontrast fest. Aber wie muß er beschaffen sein, um komisch zu wirken? Da hat es viele Meinungen gegeben. Es sei der Übergang von etwas Großem zu etwas Kleinem, meinten einige Witzforscher. Der Münchner Philosoph Theodor Lipps meinte 1898 entdeckt zu haben, es handele sich immer um den Kontrast „der Bedeutung und Bedeutungslosigkeit der Worte“.

Ein Mann kommt in das Behandlungszimmer und nimmt seine Brille ab. „Na, wo fehlt ’s denn“; fragt der Augenarzt, „ist die Alte nicht mehr scharf genug?“ „Das geht Sie überhaupt nichts an“, knurrt der Patient, „ich brauch ’ne neue Brille!“ Sollte es hier wirklich um Bedeutung und Bedeutungslosigkeit gehen?

Der amerikanische Psychologe John M. Willmann schrieb 1940, es sei der Kontrast zwischen einer schockierenden und einer erfreulichen Sache. Das könnte schon eher zutreffen, etwa hier: Der kleine Xaver zieht mit der Kuh am Strick durchs Dorf. „Wo willst du denn hin damit?“ erkundigt sich der Pfarrer. „Ich muß die Kuh zum Stier zum Decken bringen“, sagt er. „Kann das denn nicht dein Vater machen,“ fragt der Pfarrer besorgt. „Nein, das muß schon ein richtiger Stier machen.“

Witzableiter (15)

Schock und Erfreuliches? Ich glaube eher, das Vergnügen liegt in uns und nicht in den dargestellten Dingen. Es hat viele Theorien gegeben, nur eine hat mir ganz eingeleuchtet. Sie stammt von Emil Kraepelin, der mit kaum dreißig Jahren eine große Abhandlung über das Komische schrieb (1885) und der später ein Begründer der modernen Psychiatrie wurde. Er ist damit ein Gegenspieler von Sigmund Freud geworden, dessen Jahrgangsgenosse er war (beide wurden 1856 geboren und beide haben über den Witz geschrieben). Bevor ich Ihnen sage, wie Kraepelin den Kontrast definiert hat, hier noch ein Beispiel, das wenigstens thematisch paßt:

„Ich träume immer wieder vom Gefängnis oder vom Friedhof.“ „Waren Sie schon einmal in einer Nervenklinik?“ „Noch nie – immer Gefängnis oder Friedhof.“

Komisch wirke, meinte Kraepelin, der „unerwartete intellektuelle Kontrast, der in uns einen Widerstreit der Gefühle erweckt.“ Das ist es! Auf die Gefühle kommt es an. Den Kontrast selbst versucht Kraepelin klugerweise erst gar nicht zu definieren.

Zwei Nachbarinnen unterhalten sich. „Mein Mann ist heute zum Zeugen geladen worden.“ „Ach, das ist überhaupt eine Idee! Meinen sollte ich auch mal laden lassen!“ Das war wieder etwas unpassend, aber immerhin, Gefühle weckt es. Kraepelin, dessen Theorie übrigens allgemein abgelehnt wurde (auch von Lipps und Freud), meinte etwas derb müsse es schon zugehen: komisch wirke gerade „die gewaltsame Vereinigung recht disparater Vorstellungen“. Zwei Herren kommen in der Bar ins Gespräch. „Wissen Sie, ich hatte mit meiner Frau vor der Ehe gar nichts. Und Sie?“ Der andere überlegt. „Keine Ahnung“, sagt er dann, „wie war denn ihr Mädchenname?“

Ich glaube, mehr ist nicht zu sagen als dies: ein Kontrast, der unsere Gefühle hervorruft. Vater zum Sohn: „Für so ein schlechtes Zeugnis müßte es eigentlich Prügel geben!“ „Genau“, sagt der Junge, „ich weiß auch wo der Lehrer wohnt“.

Etwas anders als Kraepelin hat es Arthur Koestler gesagt, der meinte, zum Kontrast müsse noch „ein Tropfen Adrenalin“ hinzukommen. Damit die Gefühle aufwallen.

Der junge Mann zum Vater seiner Auserwählten: „Ich möchte Ihre Tochter heiraten.“ „Waren Sie schon bei meiner Frau?“ „Nein, aber offen gestanden, ich möchte lieber Ihre Tochter heiraten.“

Eike Christian Hirsch – Der Witzableiter (Kolumne in 25 Teilen)
aus: ZEITmagazin – Nr. 42/1984

[Fortsetzung folgt]

Hanse-Netz: Neue Express-Linie zwischen Hamburg und Bremen

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat für das Fahrplanjahr 2010/2011 ein Konzept für das so genannte Hanse-Netz zum Ausbau der an allen Stationen zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen haltenden Züge erarbeitet. Für das neue Netz hat die LNVG bereits zusätzliche Doppelstockzüge und Lokimotiven beim Hersteller Bombardier bestellt, damit künftig mehr und längere Züge fahren können. …

Zwischen Bremen und Hamburg wird neben der schon jetzt bestehenden Express-Linie (heute ME), die in den aufkommensstärksten Bahnhöfen hält, eine weitere durchgehende Metropol-Linie mit Halt an allen Stationen geschaffen. Letztere ersetzt die beiden Linien zwischen Bremen und Rotenburg (heute RB) sowie zwischen Tostedt und Hamburg (heute MEr) und schließt so die bestehende Lücke zwischen Tostedt und Rotenburg. Damit sollen alle zwischen Bremen und Hamburg liegenden Stationen ganztags halbstündlich bzw. stündlich schnelle Direktverbindungen in die beiden Metropolen erhalten. Die Zahl der Direktverbindungen zwischen Bremen und Hamburg wird damit fast verdoppelt werden. Für die Pendler aus Richtung Buchholz und Lüneburg sollen in den Hauptverkehrszeiten zusätzliche Züge eingesetzt werden, so dass die heute teilweise sehr stark besetzten Züge entlastet werden und mehr Fahrgäste einen Sitzplatz finden.

Metronom-Zug am Hamburger Hbf.

Mögliche Konflikte mit dem Güterverkehr von und zum Hamburger Hafen konnten zunächst geregelt werden. Ab Dezember 2010 werden alle von Bremen und Hamburg kommenden Züge ganztägig bis zum Hamburger Hbf. durchfahren. … Damit erhöht sich die Anzahl der Direktfahrten zum Hamburger Hauptbahnhof an Werktagen um insgesamt 30 gegenüber den heutigen 134 Durchbindungen. Sollte es aufgrund steigenden Güterverkehrsauskommens aus und in Richtung der Hafenbahnhöfe doch noch zu Trassenkonflikten zwischen Güter- und Personenverkehr kommen, sollen alle Anstrengungen unternommen werden, um die notwendigen Infrastrukturausbauten durchzusetzen.

Da die Ausschreibung für das künftige Hanse-Netz derzeit läuft, kann im Moment noch nicht gesagt werden, durch welches Einsenbahnverkehrsunternehmen diese Strecken zukünftig befahren werden. Selbstverständlich tut die metronom Eisenbahngesellschaft GmbH alles, um wieder den ‚Zuschlag’ zu erhalten.