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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Seelenstripstease und Zeitvergeudung? Teil 2

(Fortsetzung von Teil 1)

Hoffentlich habe ich Euch mit dem 1. Teil meines Beitrags über soziale Netzwerke nicht zu sehr erschreckt. Twitter, Facebook, MySpace, YouTube – und wie sie alle heißen – sind nicht ohne Grund weltweit populär, Twitter wohl mehr in Deutschland, Facebook in Italien. Wer zu Seelenstripstease allgemein neigt, wird vermutlich auch im Netz seine Seele entblößen. Ich wiederhole es noch einmal: Man sollte sich allerdings der Konsequenzen bewusst sein: Jeder könnte es lesen. – Da wir heute viel mehr freie Zeit haben als die Menschen früher, so sucht jeder nach einer mehr oder weniger sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Die sozialen Netzwerke bieten sich hierzu natürlich an.

Soziale Netzwerke

Auch ich habe mich bei den vier genannten Portalen resp. Diensten angemeldet. Bei YouTube habe ich sogar mehrere Accounts und bin in gewissen Kreisen schon fast so etwas wie eine Cewebrity (eine Web-Celebrity, also Berühmtheit im Internet), aber auch nur fast: Der Kanal JOANandTULL hat für die dort 173 hochgeladenen Videos bereits über 5 Millionen Aufrufe erzielt und zz. 1682 Abonnenten (enthält vorwiegend Musikvideos). Schon längere Zeit habe ich ein Konto (willizspace) bei MySpace, das aber eher den Status einer Dateileiche hat (sehr selten gucke ich dort einmal hinein). Bei Facebook habe ich eigentlich nur ein Konto eingerichtet, weil ich darüber u.a. mit Freunden in Italien kommuniziere.

Komme ich zu Twitter zurück. Wie das funktioniert, dürfte jetzt bekannt sein. Zu Twitter gibt es eine Menge Tools, also Werkzeuge, mit denen man Manipulationen oder Erweiterungen erzielen kann. Ein Tools zu Followersteigerung habe ich im ersten Teil bereits genannt. Empfehlenswert finde ich es nicht. Sollten einmal 140 Zeilen für einen Beitrag nicht genügen, dann kann man twitlonger.com benutzen. Übrigens: Für alle diese Dienste meldet man sich mit seinem Twitter-Account an.

Gleich 50 unterschiedlichste Twittertools gibt es bei karrierebibel.de. Interessant (auch für Besucher) ist tweetree.com. Hier werden die Tweets geordnet und ‚verschlüsselte’ Links aufgelöst – tweetree.com nennt auch den Link zu einem bestimmten Beitrag.

Wer automatisch Accounts folgen will, die ein bestimmtes Schlüsselwort in ihren Tweets enthalten haben, der benutze twollow.com. Keine direkten Tools, aber doch ganz witzig ist Twitter auf Bairisch – oder es sind die historischen Tweets.

Wer sich auf das ‚Abenteuer’ soziale Netzwerke einlässt, wer also bei Twitter ein Konto eröffnen will, der sollte wissen, dass er dafür Zeit investieren muss, sonst sollte er es besser lassen. Wie so oft im Leben, so gilt auch hier (ich wiederhole mich): Von nichts kommt nichts!

Seelenstripstease und Zeitvergeudung? Teil 1

Seit Ende August 2009 bin ich bei twitter.com angemeldet. Damals war mir nicht ganz klar, was Twitter eigentlich soll. Wenn ich jetzt noch ‚zwitschere’, deutet das vielleicht daraufhin, dass ich Gefallen an Twitter gefunden habe.

Web 2.0 ... & Soziales netzwerk

Das stimmt bei mir nur zum Teil: Ich bin kein ausgesprochener Twitterer wie manche, die geradezu von morgens bis abends die Timeline ihres Twitter-Accounts offen haben müssen. Und oft genug frage ich mich, ob es nicht doch arge Zeitverschwendung ist, die Tweets (Beiträge) anderer, denen man folgt, zu lesen oder nach neuen interessanten Mittwitterern zu fahnden usw. Aber dann macht es doch wieder Spaß, Geistreiches oder Sinnloses zu texten, um seine Followern (die Leser, die meine Beiträge abonniert haben) bei Laune zu halten. Sicherlich kann man über Twitter auch schnell Infos austauschen. Und da ich über ein Widget meine aktuellsten Twitterbeiträge auch in diesem Weblog einbinden kann, bekommt dieses Weblog zusätzliche Dynamik. Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich auch, dass sich der eine oder andere Follower auch auf mein Weblog verirrt. Und man kann seinen zwitschernden Vogel auch füttert, ohne selbst in die Tastatur hauen zu müssen (RSS-to-Twitter-Dienste), aber mit der Zeit wird man damit spärlicher, schließlich soll der eigene Twitter-Account kein Nachrichtendienst für andere sein.

Man kann von sozialen Netzwerken halten, was man will. Nimmt man daran teil, dann sollte man sich selbst gewisse Spielregeln auferlegen und sich auch möglicher Konsequenzen zuvor klar werden. Ich will hier keinen Verhaltenscodex aufstellen, aber einer Sache sollte man sich von Anfang an bewusst sein: Das, was ich im Netz veröffentliche, kann jeder Mensch lesen. Wenn ich also über andere Leute herziehe, muss ich davon ausgehen, das diese das vielleicht auch lesen. Wenn ich über die Arbeit schimpfe … dann kann das mein Chef auch gewahr werden. Ich selbst bin dank meines Alters darüber vielleicht schon erhaben, trotzdem bemühe ich mich um einen gewissen Anstand.

Twitter, Facebook, MySpace, YouTube – und wie sie alle heißen; diese Portale und Dienste beinhalten ohne Zweifel eines: die Möglichkeit, sich über Grenzen (sowohl geografische wie soziologische, religiöse usw.) auszutauschen. Man ‚trifft’ Leute, die man sonst wohl nie treffen würde. Man trifft auch Leute, mit denen man sicherlich nicht in Kontakt käme, würde man ihnen nur auf der Straße begegnen. Mögliche erste Hemmschwellen sind also gar nicht vorhanden. Das kann in letzter Konsequenz beim Benutzer des sozialen Netzes zu einem veränderten Sozialverhalten auch in der Realität führen.

Eine soziale Studie soll das hier nun auch nicht werden, nur so viel: Nicht jeder Nutzer sozialer Netzwerke ist an Kommunikation interessiert. Viele treibt ein durch Medienhype gewecktes Interesse zu Twitter, Facebook und Co. Schnell verlieren diese die Lust und verbleiben höchstens als Dateileiche (besonders bei Twitter ist das der Fall). Die anderen, die bleiben, erkennen schnell die Möglichkeiten, die der Austausch mit anderen Menschen bietet – und nutzen ihn je nach Temperament und Interesse (Die Nutzer aus Marketinggründen möchte ich hier einmal außen vor lassen).

Zunächst steht man ziemlich allein da, wenn man sich bei einem sozialen Netz angemeldet hat. Wesentlich erstes Ziel ist deshalb, mit anderen in Verbindung zu treten. Es werden Freunde oder bei Twitter Follower gesucht. So werde ich erst einmal mein Profil und dann eigene Beiträge einstellen, um überhaupt eine Basis zu haben. Von nichts kommt bekanntlich nichts: Ich muss mich auf die Suche machen und werde andere Nutzer suchen, die gleiche oder ähnliche Interessen haben wie ich. Lokalpatriotismus spielt bei dieser Suche übrigens auch eine große Rolle (Suche nach Benutzern aus dem lokalen Umfeld). Je nach eigenem Aufwand (der ist aber von Nöten) werde ich nach und nach mit anderen in Verbindung treten. Das Prinzip ist bei allen (fast) immer das Gleiche.

Das Weitere hängt davon ab, wie diese Verbindungsaufnahme mit anderen klappt. Viele geben schnell auf, wenn sie nicht genügend Freunde/Follower bekommen. Bei Twitter kann man da zwar einwenig mit Tools zu Followersteigerung nachhelfen, aber das kann allemal kurzfristig befriedigen (viele Follower heißt dann auch viele Verfolgte/Following: Wann will man die ganzen Beiträge lesen? – siehe hierzu einen interessanten Beitrag bei seo-monster.de). Nein, es müssen schon echte Freunde/Follower sein, sonst kommuniziert man mit dem Nirwana.

Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man sich fragt, was soll das Ganze, was mache ich hier. Selbst ein sich zuvor eingestellter Suchtfaktor nimmt dann schnell ab. Findet man nicht die ‚richtigen’ Freunde/Follower, dann wirft man das Handtuch: Alles Weitere ist verplemperte Zeit, die man andernorts „wesentlich sinnvoller“ nutzen könnte. Oder: „Man wächst aus diesen Dingen heraus…Unnötiger Seelenstriptease“, lautet eine andere Begründung (siehe hierzu bei zdf.de).

Einigen gelingt es, ihren Account zu löschen und der Welt der sozialen Netze den Rücken zu kehren. Aber andere, so vermute ich, werden so schnell nicht loskommen. Es hat schon etwas von einer Sucht, die man sich dann schönredet, und hat man erst einmal ein eigenes kleines ‚Netzwerk’ aufgebaut, wird es schwer, sich daraus zu verabschieden.

(Fortsetzung folgt)

Eine Katastrophe?!

Wer in diesen Tagen wissen wollte, ob im Landkreis Harburg die Schule wegen der Witterungsbedingungen ausfällt, wurde, was das Angebot im Internet betrifft, auf eine harte Probe gestellt. Immerhin hatte man es geschafft, auf den Websites des Landkreises und der Kommunen eine vorgeschaltete Seite einzurichten, aber wer z.B. am Dienstagabend wissen wollte, ob der Mittwoch weiterhin schulfrei sein wird, konnte lange Zeit die entsprechenden Websites nicht erreichen.

Hatte man das Glück, die Info-Seite aufzurufen, so wurde man vertröstet. Eine Entscheidung der Schulabteilung des Landkreises Harburg werde nicht vor 20 Uhr 30 gefällt. Noch um 21 Uhr 30 kam die gleiche Meldung (wenn man die Seite überhaupt erreichte). Dann vermeldete die Website der Samtgemeinde Tostedt es zuerst: Eine Entscheidung werde erst am nächsten Tag gegen 5 Uhr 45 verkündet, da an diesem Dienstagabend eine genaue Prognose der Wetterlage für den kommenden Tag nicht möglich sei.

Als ich dann am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr 40 die Website des Landkreises aufrief, bekam ich die benötige Information: Die Schulbeförderung entfällt, damit fällt auch der Unterricht an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen des Landkreises aus.

Warum tat man sich mit der Entscheidung so schwer? Und vor allem: Warum war keine der Websites in angemessener Zeit erreichbar?

Zum ersten: Die prognostizierte Wetterlage war meines Erachtens eindeutig: Frost, aber kein Niederschlag. Dass eine 100-%ige Prognose nicht möglich ist, wissen wir alle. Aber mit einem schnellen Wetterumschwung war nicht zu rechnen. Wichtig konnte so nur der Zustand der Straßen sein (z.B. für die Beförderung der Schüler mit den Schulbussen). An dem hatte sich in den letzten 24 Stunden wohl kaum etwas verändert (es besteht wg. Streusalzmangel schon seit Tagen nur ein stark eingeschränkter Winterdienst). Eine Entscheidung hätte also durchaus rechtzeitig gefällt werden können. Spätestens nach 20 Uhr am Dienstag hätte man sich für „schulfrei“ entscheiden sollen, wenn man eine Gefährdung der Schüler nicht eingehen wollte.

Vorsicht, Glatteis

Zum zweiten: Viel schlimmer finde ich, dass die Websites von Landkreis und Gemeinden lange Zeit nicht erreichbar waren. Nach der ersten Pleite am Sonntag hatte man inzwischen eine vorgeschaltete Seite eingerichtet – aber noch mit vielen hübschen bunten Bildchen, was natürlich zusätzliche Zeit beim Laden der Seite benötigt. Erst bei der nächsten Meldung (die ich Mittwoch morgens aufrief) verzichtete man endlich auch auf diese unnötigen Bilder. Die zuletzt aufgerufenen Websites des Landkreises und der Gemeinden Winsen/Luhe, Buchholz in der Nordheide und Tostedt verrieten zumindest, dass hier eine konzertierte Aktion ablief (alle ließen den gleichen Infotext verlauten, auch strukturell waren die Seiten in gleicher Weise angelegt, endend auf /internet/page.php bzw. /internet/).

Was mich eigentlich nachdenklich stimmt: Wie werden sich die genannten Websites verhalten, wenn es nicht mehr um schulfreie Tage, sondern um einen Katastrophenfall geht. Man stelle sich einmal vor, am Wochenende stürzt ein Flugzeug über dem Landkreis ab. Werden dann die Webserver von Landkreis und Gemeinden auch nicht mehr Herr der Anfragenflut? Welche Alternativen bieten dann die öffentlichen Verwaltungen noch (z.B. neben Telefon). Und eine ganz wichtige Frage. Gibt es so etwas wie einen Notfallplan für Landkreis und Gemeinden im Katastrophenfall?

Die Technik möchte ich hier erst gar nicht ansprechen. Leistungsfähige Server, evtl. eine Verteilung der Anfragelasten – all das ist mit Kosten verbunden, die in der augenblicklichen Lage wohl kaum zu tragen sein werden. Es muss auch andere Wege geben.

Immerhin hat man aus der jetzigen Lage schon etwas gelernt: Vorgeschaltete Seiten wurden eingerichtet, auf unnötige Grafiken wurde verzichtet. Aber es gibt bestimmt noch weitere Möglichkeiten, das Internet sinnvoll zu nutzen. Ich denke dabei z.B. an Twitter, den Mikroblog-Dienst. Die Hansestadt und der Landkreis Lüneburg nutzen z.B. diesen Dienst (Dank an herdavon für diese Info). Hier wurden z.B. Zahlen im Zusammenhang mit der Schulfrei-Anfrage genannt: Fünf mal so viele Zugriffe, wie sonst. Derzeit über 13.000 pro Tag. Den Newsletter haben übrigens fast 3.000 Leute abonniert.

Apropos Newsletter: Auch das wäre ein Instrument, um Informationen weiterzugeben. Natürlich muss man hierzu beim Newsletterdienst angemeldet sein. Eben nur zwei Möglichkeiten, den Informationsfluss in Bewegung zu bringen. Vielleicht sollte man sich auf Landkreisebene mit den Gemeinden einmal zusammensetzen, um aus der jetzigen Panne für die Zukunft erfolgreich Konsequenzen zu ziehen.

Nachruf auf Daisy

Inzwischen hat sich das Tief namens Daisy vom Acker gemacht und das Hoch namens Bob übernahm das Zepter: Es ist wieder richtig kalt in Deutschland geworden. Vielerorts kämpft man aber noch mit den Nachwehen von Daisy – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Durch Schneefall und Sturm haben sich Schneewehen gebildet, die sich teilweise wie auf Rügen drei Meter und höher aufgetürmt haben. Ja besonders die großen Insel in der Ostsee (Fehmarn, Rügen und Usedom) mussten unter Daisy leiden. Viele Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Teilweise gab es sogar Stromausfall.

Uns in der Lüneburger Heide traf Daisy nicht so hart. Zwar schneite es von Samstag auf Sonntag und auch noch tagsüber am Montag durchgehend, sodass sich in den Straßen der Schnee nun doch schon ungewöhnlich hoch aufhäuft. Und der Winterdienst innerhalb der Samtgemeinde Tostedt ist stark eingeschränkt, da die Streusalzvorräte fast restlos aufgebraucht sind und Nachschub nicht in Sicht ist. Montag und Dienstag war zudem im Landkreis Harburg schulfrei (inzwischen ist es verkündet: auch heute ist im gesamten Landkreis schulfrei). Aber ich selbst bin bisher mit der Bahn immer noch ganz gut zur Arbeit und wieder nach Hause gekommen.

Immerhin lud dieser Winter uns zu verschiedenen Aktivitäten im Freien ein. So ziert ein größerer Schneemann unseren Garten. Und auf Langlauftretern kommt man auch bei tieferen Schnee ganz gut voran:

Winter in Tostedt - Januar 2010

Winter in Tostedt - Januar 2010

Winter in Tostedt - Januar 2010

Winter in Tostedt – Januar 2010

In Berlin ging es trotz Kälte heiß her: Eigentlich sollte dort im Rahmen des Global No Pants Subway Ride auch Berlin für „mehr Beinfreiheit“ gemäß dem Original aus New York antreten. Leider wurde nicht die gewünschte Beteiligungsquote erreicht, dafür versammelten sich aber ein paar hundert Leute im Görlitzer Park für die Schneeballschlacht „Kreuzberg vs. Neukölln“. Initiiert wurde die Schlacht von stoffwechsel. So schön kann eine Schneeballschlacht sein:


Schneeballschlacht – Görlitzer Park – Berlin – 10.1.2010 – Kreuzberg gegen Neukölln

Publikumsbeschimpfung

Publikumsbeschimpfung ist eigentlich ein Sprechstück in einem Akt von Peter Handke. Aber lange vor Handke gab es einen Autoren, der uns heute als Philosoph bekannt sein sollte, der bereits „das Publikum“ beschimpfte: Søren Kierkegaard (* 5. Mai 1813 in Kopenhagen; † 11. November 1855 ebenda). Bekannt wurde Kierkegaard durch sein Werk Entweder – Oder.

Sören Kierkegaard

Kierkegaard ist uns heute als radikaler Verfechter des Individualismus und als Vorreiter des Existenzialismus bekannt. Dabei wird allerdings oft verkannt, dass er den Individualismus in Bezug auf das Christentum verstand. Er sah im Individuum, im einzelnen Menschen ein Selbst, dem nur von Gott als dem Unendlichen Existenz zukommt. Nur der Einzelne kann zu Gott finden. Das Ziel des religiösen Menschen ist es, in ein existenzielles Verhältnis zu Gott zu treten. Dies kann allein im Glauben geschehen. Gott als der Absolute ist nicht der Kausalität der Welt unterworfen und entzieht sich daher als der Unbekannte dem menschlichen Verstand, er ist rational nicht erkennbar.

Aber ich bin thematisch schon übers Ziel hinausgeschossen. Vor vielen Jahren habe ich mir einmal ein Buch mit einer Auswahl aus dem Gesamtwerk von Søren Kierkegaard zugelegt. Da ich immer wieder über seinen Namen gestolpert war, wollte ich auch etwas von ihm lesen. Aber erst jetzt habe ich mich ausgerafft, um dieses gut 400 Seiten umfassende Buch zu lesen. Dabei bin ich zunächst über den Begriff des Publikums gestolpert. Kierkegaard schreibt:

(Es) … muß erst einmal ein Phantom zuwege gebracht werden, … eine ungeheuerliche Abstraktion, ein allumfassendes Etwas, welches Nichts ist, eine Luftspiegelung – dies Phantom heißt Publikum.

Kierkegaard verbindet dieses Phantom mit der Presse. Heute könnte man allgemein von den Medien sprechen (also Presse samt Fernsehen, Internet usw.). Das Publikum gibt es eigentlich für ihn nicht. Es ist keine Versammlung, kein Verein, keine Gruppe. Es ist eine Abstraktion, in deren Namen Meinung gemacht wird:

Fünfundzwanzig Unterschriften unter das törichtste Zeug sind eine Meinung; des vorzüglichsten Kopfes gründlichst durchdachte Meinung ist ein Paradox.

Man spürt, woher der Wind weht. Und ich frage mich, was heute anders ist als vor über 150 Jahren. Auch heute wird gewusst Meinungsmache betrieben, und man stellt dabei ein Publikum in den Mittelpunkt, das es so in aller Verallgemeinerung gar nicht gibt. Auch heute werden Redensarten zu Weisheiten, indem man sie nur oft genug dem Publikum wiederholt. Eine imaginäre Masse wird so zum Repräsentanten einer angeblich allgemeingültigen Meinung erhoben. Dabei gibt es weder dieses „Publikum“, noch kann von einer allgemeinen Gültigkeit einer solchen Phrase gesprochen werden.

Ich kann mich dieser Kierkegaard’schen Publikumsbeschimpfung nur anschließen, obwohl es eigentlich keine Beschimpfung eines Publikums ist, sondern die von Politikern und Medienmachern, die uns ihre Meinungen als die unseren verkaufen wollen.

Siehe auch: Text von Kierkegaards „Entweder/Oder“

Was ist da wirklich drin?

Es gibt eine durchaus interessante Website, über die ich alle Angaben zum Nährwert von Produkten erhalte, die es zu kaufen gibt. Die Produktkategorien reichen von „Alles aus dem Meer“ über Getränke bis hin zu Zucker. Auf die Frage: Was ist wo drin? bekomme ich jetzt die Antwort. Und so nebenbei erfahre ich vieles mehr zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, zu Test- und Qualitätssiegel usw: das-ist-drin.de

Unbedingt ein Weg, sich bewusster zu ernähren, ist diese Website nicht, aber vielleicht ein erster Schritt.

Online mit Jesus

Ich bin nicht katholisch, deshalb kann ich nicht sagen, ob Sünden, die man online gesteht, vergeben werden. Reue und der Vorsatz, sein Verhalten wieder gut zu machen und sich zu bessern, gehören ohne Zweifel dazu. Man kann davon halten, was man will; auf einer privat betriebenen Seite kann der sündige Mensch jetzt seine Beichte ablegen. Einfach die Verfehlung eintippen, mit der Maus auf das Feld «Herr, ich habe gesündigt» – und schon geht das ganze über eine «gesegnete IP» gen Himmel: Online beichten

Daisy kommt hereingeschneit

Man hört zz. immer wieder: So einen Winter hatten wir schon lange nicht mehr, was natürlich nicht ganz stimmt. Seit fast fünf Jahren führe ich dieses Blog – und da Wetter ganz allgemein ein immer wieder beliebtes Thema ist, kommt auch das Wetter hier (als Donnerwetter) nicht zu kurz.

Erinnern wir uns nur kurz: Im Februar 2005 beeindruckte uns ein Orkantief namens ‘Ulf’. Im Januar 2006, also vor vier Jahren, war es Hoch ‘Claus’, das uns gefrieren ließ. Im März kam dann noch kräftig Schnee bei Eisestemperaturen dazu. Im Januar 2007 war es dann wieder ein Orkantief, das diesmal sogar tiefe Spuren im Land hinterließ: Kyrill war sein Name. Und zu Ostern 2008 im März gab es dann auch noch Schnee bis zu uns in die Tiefebene Norddeutschlands.

Aber es ist schon richtig: Eine so lange Kälteperiode wie zurzeit – und ein Ende ist noch nicht abzusehen – gab es in den letzten Jahren nicht. Meist ging es mit den Temperaturen hinab und kurz darauf wieder hinauf. Wenn es schneite, dann blieb der Schnee nicht lange liegen und wurde schnell zu Matsch. Guckt man auf die augenblickliche Wetterkarte, dann sieht man, dass fast ganz Europa (bis hin in den Süden Spaniens) unter Kälte leidet (Nordasien und Teile Nordamerikas sowieso):

Wintereinbruch in ganz Europa - Januar 2010

Und jetzt mit diesem Wochenende schneit wieder ein Tief bei uns herein – mit dem schönen Namen Daisy – und bringt uns neben der Kälte wohl auch reichlich Schnee mit – und Sturm, was in der Kombination mit Schnee nicht ganz so erquicklich sein wird. Immerhin ein Gutes hat das Ganze: Daisy kommt zum Wochenende, da sollte man es sich, wenn es geht, hinterm warmen Ofen gemütlich machen.

Schauen wir mal, was da auf uns zukommt: Ich wünsche weiterhin einen frostigen Winter!

siehe auch zdf.de: Schnee und Sturm: Es wird ungemütlich

Werder weiter der sympathischste Klub Deutschlands

Immerhin 80 % der Fußballinteressierten zwischen 14 und 69 Jahren finden die Bundesligamannschaft des SV Werder Bremen „sympathisch“ oder sogar „sehr sympathisch“. Und auf die Frage „Welchen Klub mögen Sie am liebsten?“ kommt Werder auf sehr gute 14 Prozent der Befragten. Nur die Münchener Bayern liegen mit 23 Prozent vor den Bremern. Allerdings stammt die Umfrage aus einer Zeit vor dem 16. Spieltag, als Werder auch in der Tabelle noch auf dem 2. Platz rangierte.

Am nächsten Freitag beginnt nach verkürzter Winterpause die Rückrunde mit dem Spiel Bayern München – Hoffenheim. Die Mannschaft von Werder weilt bis morgen noch im Trainingslager in Dubai und lässt es sich dort gut gehen. Immerhin konnte sie ihr erstes Spiel dieses Jahres, ein Pokalsiegerduell gegen Al Ain FC, einer Mannschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die 2003 immerhin die asiatische Champions League für sich verbuchte, mit 2:1 gewinnen, wobei Claudio Pizarro beide Bremer Tore markierte.

Könnte man den Saisonauftakt (die Heimniederlage gegen Frankfurt) und die beiden letzten Spiele der Hinrunde (Niederlagen gegen Schalke und dem HSV) vergessen, dann wäre es eine sehr gute Hinrunde geworden. Aber so liegen die Bremer mit 7 Punkten Abstand auf den Herbstmeister Bayer Leverkusen nur auf den 6. Rang und damit zwei Plätze, aber auch nur zwei Punkte besser als vor einem Jahr. So schnell (innerhalb von zwei bzw. drei Spielen) kann es gehen – und man befindet sich wieder in der Mittelmäßigkeit. Vielleicht tut da ein Aufenthalt in Dubai ganz gut. Und hoffentlich sind die Jungs wieder voll da, wenn es in acht Tagen nach Frankfurt geht und daran, die dumme Niederlage aus der Hinrunde vergessen zu machen.

The Rising Sons live im Ash Grove 28.05.1965

Nachdem ich in den letzten Tagen von der Zusammenarbeit von Ry Cooder in seinen jungen Jahren mit den Sängerinnen Pamela Polland und Jackie DeShannon in den Jahren 1962 bis 1964 berichtet hatte, komme ich noch einmal auf seine Band „The Rising Sons“ mit dem fünf Jahre älteren Henry St. Clair Fredericks, der unter dem Namen Taj Mahal ein weltweit bekannter Bluesmusiker werden sollte, zurück. Wie schon mit den genannten Sängerinnen so hatte Cooder auch mit „The Rising Sons“ einen Auftritt im Ash Grove, einem Musikclub in Los Angeles. Die Gruppe trat am 28.05.1965 in der Late Show auf. Und auch von diesem Konzert sind tatsächlich Aufnahmen vorhanden, die uns wieder einmal Wolfgangs Schatzkammer (bitte kostenlos anmelden) zum Anhören bereitstellt (Download ist auch möglich, kostet dann aber auch etwas): The Rising Sons Concert Ash Grove (Los Nageles, CA) – Late Show

Ry Rooder & Taj Mahal: The Rising Sons

Die Setlist des Konzertes – zu beachten ist dabei, dass sie einige Stücke enthält, die nicht auf der dann erst 1992 veröffentlichten CD enthalten sind:

1. Walkin‘ The Dog 4:44
2. Baby, What Do You Want Me To Do? 3:42

3. Song Introduction 0:31
4. High Heel Sneakers 4:16
5. Song Introduction 1:01
6. Walkin‘ Down The Line 2:26
7. Song Introduction 1:05
8. Little Red Rooster 5:45
9. Tuning 1:25
10. Fanny Mae 3:07
11. Hambone / Band Introductions 1:59

12. Announcements 0:54

Jahr der biologischen Vielfalt 2010

2010 ist das Internationale Jahr der Biodiversität, also das Jahr der biologischen Vielfalt – in ihm soll es gelingen, das Artensterben zu stoppen. Doch was beim Klima und vielen anderen Bereichen gilt, gilt auch hier: Verpflichtungen soll man einhalten, man muss es aber nicht. Dabei ist biologische Vielfalt wichtig:

Jahr der biologischen Vielfalt 2010

Die biologische Vielfalt wird als eine der Grundvoraussetzungen für die Stabilität der weltweiten Ökosysteme gegenüber Störeinflüssen betrachtet. Auf der anderen Seite bedeutet die Ausrottung der Arten, wie sie durch Umweltverschmutzung, Flächenversiegelung, Massenproduktion und Raubbau hervorgerufen wird, eine unwiederbringliche Verarmung der Fauna und Flora und der Varietäten der Arten. Eine hohe genetische Vielfalt ist aber vielfach Voraussetzung für eine evolutionäre Anpassung der Arten zum Beispiel an sich, insbesondere durch den Menschen, rapide verändernde Umweltbedingungen und – letztendlich – die weitere Evolution.

Siehe auch zdf.de: Warum Artenschutz ökonomisch Sinn macht und Interaktiv Der reiche Planet – Biologische Vielfalt

Übereinkommen und Berichte zur UN-Konferenz zur Biodiversität 2008 in Bonn