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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Blumenpracht Teil 21

Dieses Jahr Ostern werden wir von der Sonne verwöhnt. Und im Sonnenschein blühen auch die Blumen im Garten voll auf. Das Sonnenwetter soll noch einige Tage anhalten. So können wir die wenigen verbleibenden Tage Urlaub und Ferien genießen.

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Ostern 2009: Blumenpracht in AlbinZ Garten

Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn

Auf meinem werktäglichen Weg zur Arbeit endet dieser allerdings nicht am Hauptbahnhof in Hamburg, sondern ich muss noch ein Stück weiter, diesmal mit der S-Bahn in Richtung Altona bis zur Station Sternschanze. Diese Strecke gehört zur ehemaligen Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn und beinhaltet neben dem Bahnhof Hamburg-Dammtor (für Fern- und S-Bahn) auch die S-Bahnstationen Sternschanze und Holstenstraße.

Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn

Die Station Sternschanze liegt im Stadtteil Sternschanze, der im Wesentlichen das so genannte Schanzenviertel ausmacht. Dieser Stadtbereich zeichnet sich durch ein individuelles soziokulturelles Gepräge der Bevölkerung sowie das dichte Gemisch von Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebebauung aus. Seinen Namen hat das Viertel von der 1682 dort gebauten Verteidigungsanlage Sternschanze. Auf diesem Hügel befindet sich heute der Sternschanzenpark mit der angrenzenden U- und S-Bahn-Station Sternschanze, wo meine S-Bahn-Fahrt endet. Ich muss von hier noch gut fünf Minuten des Wegs zu Fuß zurücklegen, um in der Amandastraße meinen Arbeitsplatz zu erreichen. Die Amandastraße liegt wiederum im Stadtteil Eimsbüttel.

Die Rollbahn: Hamburg Hbf – Tostedt Bahnhof

Jeden Werktag lege ich 93,6 km mit der Bahn zurück, davon 46,8 km von meinem Wohnort, dem Heidestädtchen Tostedt nach Hamburg-Sternschanze über Hamburg Hbf. am Morgen und die gleiche Strecke zurück am Abend. Bei rund 200 Arbeitstagen kommen so allein für meine Fahrten zur Arbeit und zurück rund 18.700 km im Jahr zusammen. Da ich diese Fahrten bereits seit 14 Jahren mache, summieren sich die Fahrten auf inzwischen rund 262.000 km, das ist eine Reise gut 6 ½ Mal um die Erde.

Ich will gar nicht die Zeit berechnen, die ich so im Zug verbringe. Und was gewisse Unannehmlichkeiten beim Zugfahren betreffen, so habe ich mich dazu an anderer Stelle hinreichend geäußert. Aber vielleicht versteht man jetzt meine manchmal ungehaltene Art, wenn es auf einer Fahrt mit der Bahn wieder einmal ganz dicke kam.

Zur Orientierung: Es gibt zwei Arten von Zügen im SPNV, wie es abgekürzt für das Wortungetüm Schienenpersonennahverkehr heißt, im Bahnverkehr zwischen Tostedt und Hamburg (zählt man die S-Bahn in Hamburg nicht dazu). Zum Einen ist es der RegionalExpress (RE), der heutige Metronom Express (ME), der Bremen mit Hamburg verbindet und zwischen Hamburg Hbf. und Tostedt nur noch in Hamburg-Harburg und Buchholz in der Nordheide hält. Dann gibt es die frühere Regionalbahn (RB) und den heutigen MEr (Metronom Express regional), der auf allen Unterwegsbahnhöfen hält (also an jeder Milchkanne, wie man unter Pendlern sagt) und Hamburg mit Tostedt verbindet (Tostedt ist Endstation).

Nun in diesen 14 Jahren, die ich werktäglich mit der Bahn unterwegs war, hat sich einiges getan. Zunächst, d.h. bis zum 13. Dezember 2003 (also 8 ½ Jahre lang), fuhr ich mit Zügen der Deutschen Bahn bzw. eines ihrer Tochterfirmen. Wer kennt sie nicht die alten, im Winter überhitzten, im Sommer unklimatisierten Waggons der RegionalExpresse bzw, Regionalbahnen. Beim Öffnen der Türen hatte man sich öfter (fast) die Hand gebrochen. Und besonders angenehm roch es in den Zügen auch nicht. Das änderte sich dann, als im RegionalExpress-Verkehr die neuen klimatisierten Doppelstockwagen zum Einsatz kamen. Mit dem Winterfahrplan ab 14.12.2003 kam dann die erste größere Veränderung: Der Bahnverkehr zwischen Bremen und Hamburg wurde von den Zügen der neugegründeten metronom Eisenbahngesellschaft GmbH (damals noch MetroRail GmbH) übernommen und ebenfalls in Doppelstockzügen ausgeführt. Ein Jahr später (zum 12. Dezember 2004) wurde die Strecke bis Tostedt in den Hamburger Verkehrverbund (HVV) übernommen.

Es dauerte dann weitere drei Jahre bis zum 9. Dezember 2007, als die metronom Eisenbahngesellschaft GmbH auch die Regionalbahnlinie Hamburg-Tostedt übernahm. Seitdem hält fahrplanmäßig kein Zug der Deutschen Bahn mehr in Tostedt. Die Strecke zwischen Tostedt und Hamburg selbst gehört weiterhin einer DB-Tochter.

Die Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg führt zwar durch Teile der Lüneburger Heide. Aber viel Heide ist nicht zu sehen. Oft grenzen landwirtschaftliche Flächen an die Gleise. Die Strecke geht von Bremen weiter Richtung Ruhrgebiet und wird wegen der Tag und Nacht ständig rollenden Güter- und Personenzüge auch „Rollbahn“ genannt.

Hier zunächst das Teilstück zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Tostedt Bahnhof. Von Hamburg Hbf. führt der Weg zunächst über die neue Oberhafenbrücke (siehe auch meinen Beitrag Die „ewige“ Baustelle). Oft fährt dann der metronom über ein früher aus Backstein gemauertes, inzwischen neu errichtetes Viadukt im Freihafen, die so genannte Pfeilerbahn. Die nächsten beiden Brücken führen zunächst über die Norderelbe, später über die Süderelbe, den beiden Gabelungen der Elbe durch Hamburg. Dann kommt ein Halt in Hamburg-Harburg.

Wird Harburg verlassen, überquert die Autobahn A 253 die Gleise. Bevor dann die A7 die Gleise überquert, verlässt der Zug Hamburg und kommt in Niedersachsen an. Nächster Halt ist für den MEr Hittfeld. Nach der Überquerung der Autobahn A1 hält der MEr in Klecken, während der Metronom Express bis Buchholz durchfährt. Von Buchholz kann man in die Heidebahn wechseln. Nach 43,6 km ‚endet’ dann die Fahrt für mich bei Kilometer 311,7 in Tostedt. Nur der Metronom Express regional hält noch einmal in Sprötze.

Bahnstrecke Hamburg Hbf - Tostedt Bf

Campingurlaub mit Silvio

Er ist sich für keine Peinlichkeit zu schade, unser guter, alter Silvio. Da hat man durch ein Erdbeben Haus und Hof und liebste Anverwandte verloren. Da kann man die Unterbringung in Zeltstädten doch nur wie einem Campingurlaub empfinden. So meint der italienische Regierungschef Berlusconi. Vielleicht sorgt er jetzt noch für eine stimmungsvolle Abendunterhaltung und verbringt eine Nacht mit seinen leidgeprüften Landsleuten.

Berlusconi, der gefärbte Polit-Affe

siehe zdf.de: Berlusconis Sprüche – Eine Galerie der Peinlichkeiten

Hut ab, Hartmut

Nun hat er also doch seinen Hut genommen (nehmen müssen): Hartmut Mehdorn (sein zweiter Vorname war ‚Bahnchef’)! In den vergangenen Monaten sorgte sein Unternehmen für reichlich Schlagzeilen: Bedienzuschlag, Bonuszahlung, Achsenproblem, gescheiterter Börsengang und die Datenaffäre. Letzteres war dann doch eine Schlagzeile zu viel.

Hartmut 'Bahnchef' Mehdorn

Mehdorn, der Geradlinige, der Direkte, der oft Kritisierte, der die Deutsche Bahn AG (DBAG) börsentauglich zu machen gedachte. Was wird es ihn ärgern, über eine solche Lappalie wie eine Bespitzelungsaffäre stolpern zu müssen. Sein Lebenswerk zerstört – oder, für die Zukunft gesehen, mit seinem Namen nur noch als Randglosse versehen.

Was hat er nicht alles für die Deutsche Bahn getan. Durch ihn wurde sie mit seinen mehr als 500 Tochterfirmen ein Global Player in der absoluten Spitzengruppe des Logistikmarktes. Dabei wurde nicht immer auf maulende Fahrgäste Rücksicht genommen, die ihm mehrheitlich jede Unpünktlichkeit persönlich zuschrieben, die er gleichsam dafür verantwortlich machte, dass die Züge der Bahn nicht immer so sauber sind, wie man es erwartet. Da nur das Ziel: Börsengang zählte, so wurden auch schon mal unprofitable Teilstrecken stillgelegt oder in andere Hand gelegt. Für Otto Normalverbraucher gibt es notfalls auch Busse.

Nun ist er also aufs Altengleis geschoben.

Apropos: Stillgelegte bzw. von anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen.betriebene Teilstrecken. Da gibt es z.B. die Strecke Hamburg-Bremen, die seit Ende 2003 von der metronom Eisenbahngesellschaft GmbH betrieben wird („Im Mittelpunkt der metronom Unternehmensphilosophie steht der Kunde: Er ist der Maßstab unseres Handelns. Seine Zufriedenheit ist unser Erfolg“ – Ist Ihnen da vielleicht doch etwas entgangen, Herr Mehdorn?). War diese Strecke der DBAG nicht profitabel genug? Überhaupt der SPNV, außer als Melkkuh hatte Herr Mehdorn wenig im Sinn mit diesen ganzen tagtäglichen abertausend Pendlern.

Eigentlich wollte ich Herrn Mehdorn hier keiner Träne ‚nachweinen’. Ob sein Nachfolger etwas diplomatischer agiert oder nicht, spielt nicht die Rolle – das Resultat am Ende zählt. Und das heißt in einer globalisierten Wirtschaftswelt trotz Wirtschaftskrise weiterhin Gewinnmaximierung! Nein, Mehdorn ist für mich nur der Aufhänger für eine kleine Reihe von Beiträgen, in denen ich den bereits erwähnten Schienenpersonennachverkehr, kurz SPNV, in der Region, in der ich wohne und arbeite, beleuchten möchte. Es geht um bestehende und stillgelegte Bahnstrecken im ‚Gleis’-Dreieck Weser – Elbe, also um Bahnverbindungen zwischen Bremen und Hamburg und darüber hinaus in Richtung Nordsee, sprich: Bremerhaven und Cuxhaven. Einige dieser Strecken werden heute mit Bussen bedient (nein, Herr Mehdorn ist nicht der einzigste, der alte Bahnstrecken stilllegt), z.B. Tostedt – Zeven. Ausgangspunkt wird mein Wohnort Tostedt sein, der schon in ‚grauer Vorzeit’ ein Verkehrsknotenpunkt, wenn auch ein nicht allzu bedeutsamer, war (In der alten Posthalterei am Sande, wo die Pferde der Postkutschen gewechselt wurden, im Hause der Familie Huth soll sich Napoleon aufgehalten haben).

demnächst auf diesem Gleis: Die Rollbahn

Verwackelte Bilder

Der zunehmende Gebrauch von Handys mit Foto- und Filmfunktionalität, die handlichen Kameras, die in jede Hosentasche passen, machen es möglich, dass blitzschnell der Apparat gezückt und ein Foto oder eine Filmsequenz aufgenommen werden kann. So kann heute jeder auch zum Chronisten außergewöhnlicher Ereignisse werden.

Und flickr.com und youtube.com sei Dank, lassen sich Bilder und Videos kostenlos ins weltweite Netz stellen und werden von jedem anderen aufrufbar. Das führt natürlich zu einer Flut an ‚Bildern’, nicht nur auf dem heimischen Rechner.

Beispiel YouTube: Da braucht man nur den Namen seiner Lieblingsband eingeben und wird überhäuft von Videoschnipseln, die meist mit dem Handy beim letzten Konzert, vielleicht erst gestern, aufgenommen wurden. Der Ton ist oft grausam und das Bild verwackelt bis zur Unkenntlichkeit. Zum Großteil liegt das an der dann doch eher mangelhaften Technik des Aufnahmegeräts. Und natürlich ist nicht jeder, der eine Kamera (oder ein Handy mit Kamera) besitzt, auch gleichzeitig ein guter Fotograf resp. Kameramann. Dazu bedarf es der Übung und eines ‚guten Auges’.

Verwackeltes Bild

Sicherlich ist es ein ungeheurer Ansporn, seine Bilder im Internet präsentiert zu sehen. Ich kann mich davon nicht freisprechen. Aber jeder, der Bilder und/oder Videos ins Internet stellt, sollte dann doch wenigstens einen Mindestanspruch an die Qualität der Aufnahmen stellen.

Eigentlich schreibe ich das hier aus einem ganz anderen Grund: Angeblich sind bei YouTube Videoaufnahmen von den letzten Minuten (bzw. Sekunden) des Amokschützen von Winnenden zu sehen, die wohl mit einem Handy aufgenommen wurden – Amateuraufnahmen nennt man das wohl (wer sie sich ansehen will, sollte selbst bei YouTube suchen). Zunächst musste ich erst einmal begreifen, was da vor sich ging:

Es stehen mehrere Autos in einer Reihe, und es ist offensichtlich ein Mann, der scheinbar unentschlossen auf und ab geht. Es hat den Eindruck, als warte er auf etwas. Plötzlich fällt der Mann (habe ich einen Schuss gehört?) – Schnitt – der Mann liegt auf dem Boden.

Erst dachte ich, dass das Ganze wohl gestellt ist. Wieder einer dieser üblen Streiche im Internet. Dann aber wurde mir eines klar: Irgendwie hatte ich mehr ‚Action’ erwartet. Nicht unbedingt eine wilde Schießerei. Aber zumindest hektische Bewegungen des jungen Mannes, der dann plötzlich am Boden lag.

Ob die Bilder nun gestellt sind oder nicht, ist für mich nicht so interessant. Wahrscheinlich sind sie echt. Mir geht meine ‚Erwartungshaltung’ nicht aus dem Kopf. Bin ich schon so von diesen ganzen Action-Filmen amerikanischer Machart manipuliert, dass ich denke, auch in der Wirklichkeit muss es in solchen Szenen mit Hektik zugehen, ereignisreich und turbulent?! Die gezeigten Bilder entsprechen dem in keiner Weise. Der Tod kommt eher leise daher. Das Aufsehen erregende Ereignis bleibt aus. Im Grunde bin auch ich wieder einer Sensationsgier aufgesessen.

Wildpark Lüneburger Heide in Nindorf-Hanstedt

Die Lüneburger Heide bietet einige Attraktionen, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man hier zu Besuch ist (oder sogar wohnt). Der Wildpark in Nindorf-Hanstedt gehört auf jeden Fall dazu, denn hier gibt es Tiere zu sehen, die man selten in Zoos antreffen wird: Wisente, Wasserbüffel, Bären, Wölfe und Greifvögel – insbesondere in einer Freiflugschau einen Kondor, einer der größten flugfähigen Vögel der Erde.

Der Wildpark ist ganzjährig geöffnet, zeigt über 1000 Tiere und bietet darüber hinaus viele Spielplätze für unsere Jüngsten.

Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

Captain Beefheart feat. Ry Cooder: Safe as Milk (1967)

Nachdem Ry Cooder im Alter von 17 Jahren 1964 mit dem späteren Taj Mahal die Gruppe Rising Sons gegründet hatte, diese Gruppe aber zunächst nur eine Single veröffentlichte und das 1966 aufgenommene Album (Taj Mahal & Ry Cooder: Rising Sons) erst 1992 auf den Markt kam, löste sich diese Gruppe im Laufe des Jahres 1966 wieder auf.

Dafür treffen wir bereits 1966 Ry Cooder bei Captain Beefheart & His Magic Band wieder. Captain Beefheart (* 15. Januar 1941 in Glendale, Kalifornien) ist das Pseudonym von Don Glen Van Vliet (geboren als Donald Vliet). Seine Musik wurde ab den späten 1960er-Jahren einem größeren Publikum bekannt. Dies wurde begünstigt durch Unterstützung von und Zusammenarbeit mit seinem Schulfreund, dem Gitarristen und Komponisten Frank Zappa.

Captain Beefheart gründete 1964 die Magic Band und debütierte mit ihr 1965 bei der Hollywood Teenage Fair. Bereits im folgenden Jahr veröffentlichte die Gruppe ihre erste Single „Diddy Wah Diddy“, kurz darauf gefolgt von „Moonchild“. Einfache, direkte Rhythm and Blues-Stücke, die aber anfangs nicht auf Anklang in der Musikindustrie stießen. Die Band versuchte einen Plattenvertrag zu bekommen und Beefheart unterschrieb verschiedene Verträge, die ihm angeboten wurden, was ihm später noch rechtliche Probleme und anstrengende Gerichtsprozesse bescherte. Trotzdem konnte die Band 1966 ihr erstes Album „Safe as Milk“ bei Buddah Records veröffentlichen. Auf diesen Erstveröffentlichungen Captain Beefhearts finden wir nun auch Ry Cooder wieder.

Captain Beefheart & His Magic Band. Safe as Milk (1967)

Captain Beefheart & His Magic Band. Safe as Milk (1967)

Captain Beefheart & His Magic Band: Safe as Milk (1967)

Cooder spielte dabei nicht (wie z.B. bei Eric Claptons Album aus 1983 „Money and Cigarettes“) als Gast- bzw. Studiomusiker mit, sondern war mit Captain Beefheart auch auf Tour und z.B. bei einem Auftritt am Strand von Cannes 1968 mit dabei. Das Stück mit beginnt mit der Slide-Gitarre von Ry Cooder:


Captain Beefheart & Magic Band – Sure ’nuff ’n Yes I do – Live in Cannes (1968)

Tracklist von Captain Beefheart: Safe as Milk (1967):

Sure ’nuff ’n‘ Yes I Do 2:20
Zig Zag Wanderer 2:44
Call on me (Don Van Vliet) 2:39
Dropout Boogie 2:36
I ‚m Glad (Don Van Vliet) 3:35
Electricity 3:09

Yellow Brick Road 2:32
Abba Zaba (Don Van Vliet) 2:48
Plastic Factory (Don Van Vliet) 3:13
Where There’s Woman 2:13
Grown So Ugly (Robert Pete Williams) 2:32
Autumn’s Child 4:01

Words and Music Don Van Vliet / Herb Bermann (except where noted)

Musicians:

ALEX SNOUFFER alex (pyjama) st. claire * guitar
RY COODER * guitar * slide guitar ** bass guitar
JERRY HANDLEY * bass guitar
JOHN FRENCH drumbo * drums * percussion
DON VAN VLIET captain beefheart * vocals * harmonica ** bass marimba
guest RUSS TITELMAN ** guitar
guest MILT HOLLAND ** percussion ** log drums
guest TAJ MAHAL ** percussion
guest SAMUEL HOFFMAN ** theremin

1968 muss Ry Cooder die Band von Captain Beefheart wieder verlassen haben. Ab 1970 veröffentlichte er dann Alben unter seinem Namen.

zuletzt eine Playlist bei YouTube: Captain Beefheart & His Magic Band: Safe as Milk (1967)

Gentle Giant – An Inmate’s Lullaby

Nachtrag zu meinem Beitrag: Heinar Kipphardt: März


Gentle Giant – An Inmate’s Lullaby (Wiegenlied eines Insassen)

Professor F… war so gewissenhaft, daß er einen Skandinavienurlaub unterbrach, um 20 ausgesuchten Patienten pünktlich ihren verordneten Elektroschock zu geben. Damals vertrat er die Ansicht, daß jede diagnostizierte Schizophrenie sofort einer Elektroschockbehandlung zu unterziehen sei, zumal durch die gleichzeitige Injektion des Nervengiftes Curare die Gefahr eines Wirbelbruchs ausgeschaltet war. Der Konsulvator setzt im Gehirn einen epileptischen Krampf, der durch eine toxische Nervenlähmung genialerweise nicht realisiert werden kann. Das war ein Fortschritt nach dem Geschmack von Professor F…. Das wird ihn natürlich nicht abhalten, 15 Jahre später die Psychopharmaka für die Wende in der Psychiatrie zu halten, wie er in den 50er Jahren von der Psychochirurgie die Wende erwartet hatte. In nicht zu langer Zeit werden wir an unsere heutigen Behandlungsmethoden nur mit Scham zurückdenken.

… Der portugiesische Hirnchirurg Egas Moniz durchtrennte Weihnachten 1935 als erster die Nervenverbindungen zwischen Stirnhirn und Thalamus bei einem Schizophrenen, um dessen psychisches Verhalten operativ zu verändern. Der aggressive Kranke verfiel nach dem Eingriff in einen Zustand unerschütterlichen Gleichmuts. Bei sieben von 19 aggressiven Patienten, die er so operiert hatte, erzielte er das gleiche Ergebnis. Seine Operationsmethode, die sogenannte Leukotomie, hatte aggressive Wahnsinnige in den lenkbaren Dauerzustand gleichmütiger Apathie versetzt. Mit Begeisterung wurde das als der Beginn der Psychochirurgie gefeiert. In den Vereinigten Staaten wurden etwa 50000 Patienten innerhalb der nächsten 20 Jahre leukotomiert, in der übrigen Welt schätzungsweise 60000. Auf der Höhe der Begeisterung wurde Moniz 1949 der Nobelpreis verliehen, bald darauf jagte ihm ein früherer Leukotomie-Patient fünf Pistolenkugeln in den Leib. Zehntausende von Patienten dämmerten im Gefolge dieser Operationen apathisch dahin, es verfiel ihre Intelligenz, ihr Gefühlsleben, und es erlosch ihr Interesse an der Umwelt. Die Leukotomie kam aus der Übung, weil Schocktherapien und Psychopharmaka den Zweck der Dämpfung und Zähmung ebenso gut erreichten. Jetzt lese ich über neue Fortschritte der Psychochirurgie mit eleganteren Methoden, die viel kleinere Hirnpartikel gezielt zerstören können, um Sanftheit und Zahmheit zu erzielen. Professor J. Andy operierte in Amerika einen neunjährigen Jungen, der als gewalttätig, streitsüchtig und schwer erziehbar beschrieben wurde, viermal, bis das Kind gezähmt war. Der japanische Verhaltenschirurg Kaiji Sano operierte erfolgreich 22 aggressive Kinder, die danach bemerkenswert ruhig, passiv und lenkbar wurden. Sein Landsmann Narabayashi führte 27 Kindern zwischen 5 und 13 Jahren stereotaktische Operationen durch, die einen zufriedenstellenden Gehorsam und dauerhaften Gleichmut erbrachten, Professor Roeder operierte in Göttingen Drogensüchtige, Alkoholiker und Homosexuelle. Er lobt die Wirtschaftlichkeit des stereotaktischen Eingriffs gegenüber den langen Unterbringungszeiten in psychiatrischen Heilanstalten und Gefängnissen. Sie denken nicht an die Grundlagen der Nazi-Psychiatrie und nicht an das Ende von Professor Moniz.

aus: Heinar Kipphardt: März (S. 85 f. – AutorenEdition Bertelsmann Verlagsgruppe – 1976)