Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Großstadtlegenden – Hoaxes

Hoaxes bedeutet eigentlich Zeitungsente. Im Zeitalter des Internets geht der Begriff aber schon viel weiter und beschreibt ein Sammelsurium an Falschmeldungen, die im weltweiten Netz verbreitet werden. Grundlage ist die scheinbare Informationskompetenz, die das Internet ausstrahlt, denn diese lässt Falsches und Skurriles glaubwürdig erscheinen.

Haben Sie auch schon davon gehört? Kinder sollen in einem Möbelhaus verschwunden sein. Spurlos. Mit einer aidsinfizierten Spritze soll in einer Disko ein Irrer Tanzende bedroht haben. Auf einer Led Zeppelin Platte sollen satanistische Botschaften versteckt sein, die hörbar werden, wenn man die Scheibe rückwärts spielt. Niemand weiß Genaueres, aber jeder behauptet, es ist wahr.

Und so entstehen Legenden der Großstadt, von denen jeder irgendwann schon einmal gehört hat, eben Hoaxes. In seinem „Lexikon der Großstadtmythen“ erzählt Bernd Harder die irrsten Wahn-Geschichten der Gegenwart und zeigt, wie sie entstanden sind. Es ist ein Nachschlagewerk für Zweifler und Skeptiker, die urbanen Legenden, Gerüchten oder Kettenbriefen aus dem Internet nicht recht trauen, ob sie von Verschwörungstheorien erzählen, Ufo-Erscheinungen oder sexuellen Phantasien.

weiter siehe: 3sat.de

Der Idiot – Kommissar Graue – Fall 3

Wie schon erwähnt: Der 2. Fall von Kommissar Graue ist leider im Müll der vergangenen 35 Jahre verschüttet worden, also unauffindlich. So setze ich hier die literarisch hochwertige Reihe mit dem 3. Fall fort. Dank an den inzwischen zum Hauptkommissar aufgestiegenen HaJo Graue auch für diesen Beitrag aus seinem Leben.

aus: Der Idiot – Jg. 2 Nr. 2 (5) Febr. 1970: Kommissar Graue – Fall 3: Frage?

Der berühmte Kommissar Graue wurde einmal gefragt, welches sein schwerster und komischster Fall gewesen ist:

Es handelte (sich), so sagte Kommissar Graue, damals um den berühmten Einbruch in das Juwelenhaus K.H. Vorsatz. Es gab keine Spur, keinen Anhaltspunkt! Die Polizei tappte im Dunkeln. Kommissar Graue aber nicht, er tappte im Sumpf und schnitt sich den Fuß auf. An glasscharfen Diamanten.

Der Scherz daran war, daß Kommissar Graue damals erst 4 1/2 jahre alt war. Man sieht: „Was lang währt, wird endlich gut!“ oder so ähnlich!

Schottland 1985: Edinburgh

Vom 3. bis zum 24. August 1985 machte ich mit meiner heutigen Frau Christa eine Rundreise durch Großbritannien. Zunächst hielten wir uns in London auf (Anreise per Flieger). Von London ging es dann auch wieder nach Hause. Vom 3. bis zum 15. Tag (5. bis 17. August) hielten wir uns in Schottland auf. Die letzte Woche verbrachten wir dann im Norden Wales und hatten eine Unterkunft in einer kleinen Ferienwohnung im Badeort Llandudno. Hier nun die kurzen Aufzeichnungen vom Schottland-Aufenthalt:

Montag, den 5. August 1985 (3. Reisetag):

… Viel bekommen wir auf dieser Nachtfahrt (per Bus von London nach Edinburgh) nicht mit, wir versuchen, etwas zu schlafen, was uns nur teilweise gelingt.

Um 8 Uhr 20 sind wir also in Edinburgh. Es scheint sogar die Sonne (womit wir nicht gerechnet haben); mit unserem Gepäck latschen wir die Princes Street bis zur Touristeninformation und fragen dort nach einem Doppelzimmer. Es geht alles klar, wir zahlen 2,03 £ an ( 1,53 £ werden uns auf das Zimmer angerechnet, 50 p. sind für Vermittlung und Stadtplan). In der Pilrigstreet bekommen wir ein recht nettes Zimmer in dem Marvin Guest House für 19,50 £. Wir stellen erst einmal unser Gepäck ab, da das Zimmer noch nicht fertig ist, und gehen zurück in die Innenstadt. Wir gucken auf dem Bahnhof nach einer Verbindung nach Inverness, machen einige Fotos und essen dann in einer Einkaufspassage an der Princes Street Salate mit Brot und Tee. Wir klönen mit einem älteren Pärchen aus Chester (bei Liverpool). Dann gehen wir zurück zu unserer Pension, wo wir unser Zimmer No 2 beziehen können. Es gibt eine Teekochgelegenheit, die wir auch gleich ausnutzen – dazu (zum Tee) essen wir Kuchen, den wir uns gekauft haben. Wir machen uns noch frisch, ziehen uns um und gehen dann nochmals in die Stadt, kaufen zuvor Äpfel, Käse und Obst-Pies.

Wir gehen Richtung Schloss (Edinburgh Castle), das aber geschlossen ist. Abends ist hier wohl Konzert. So streifen wir weiter durch die Stadt, gehen in eine Kirche (St. Giles) und machen mehrere Fotos. Gegen 20 Uhr sind wir zurück auf unserem Zimmer in dem Gästehaus. Wir versorgen uns heute selbst, essen zu Tee selbstgebackenes Brot mit Salami und Käse usw. Ich pinsle etwas Reisetagebuch.

London Terror Blogs

Nach dem Terroranschlag in London gegen U-Bahnen und Busse erlangt das Medium der Blogs bzw.Weblogs, also so genannter Internettagebücher, eine ungeahnte Aufmerksamkeit. Anders als Beiträge der Presse und der Fernsehsender wirken die Beiträge dort dem Geschehen näher und somit authenischer. Hinzu kommt das Foto- und Videomaterial, das per Handy unmittelbar ‚vor Ort‘ aufgenommen wurde.

Hier einige der Blogs im Netz:

Blog: Surviving a Terrorist Attack
London Underground Blog
London.Metblogs

    Terror in London

Mit einer ungewöhnlichen Aktion bieten Internetnutzer den Terroristen von London die Stirn. Männer, Frauen und Kinder schicken seit Donnerstag Selbstporträts und andere Bilder in einen so genannten Foto-Blog, ein Internet-Forum, mit dem sie eine klare gemeinsame Botschaft an die Adresse der Extremisten richten: „We’re not afraid“ (Wir haben keine Angst) Illustriert wird diese Nachricht mit außergewöhnlichen Motiven.

Der Idiot – Kommissar Graue – Fall 1

Es war in meiner Schulzeit um das Jahr 1970 herum, da brachte ich mit meinem alten Schulkumpel Hans-Joachim Graue ein eigener ‚Blättchen‘ mit dem Namen ‚Der Idiot‘ heraus. Der Titel war natürlich Programm. In loser Folge werde ich hier den einen oder anderen Beitrag aus diesem ‚Blättchen‘ veröffentlichen, denn der hohe literarische Wert ist unverkennbar, wenn es auch zu einer Nominierung zum Nobelpreis für Literatur nicht ganz gereicht hat. Zunächst die aufregenden, da nervenzerreißend spannenden Fälle des Kommissar Graue (ich weiß HaJo, inzwischen bis du längst Hauptkommissar).

aus: Der Idiot – Jg. 2 Nr. 1 (4) Jan. 1970: Kommissar Graue – Fall 1: Bankeinbruch in Brasham

Gestern morgen wurde der sensationellste Bankeinbruch, der jemals in Brasham unternommen wurde, aufgedeckt. Kommissar Graue, extra aus Peking angeflogen, hat den Fall so gut wie aufgeklärt. Er hat mehrere Details aufgedeckt:

1. Es müssen mehrere Täter gewesen sein
2. Es fehlt viel Geld (muß noch geprüft werden)
3. Es gibt keine Bank in Brasham.

Es werden viele Einwohner verdächtigt. Kommissar Graue ist zuversichtlich.

Der 2. Fall muss mir irgendwie durch die Lappen gegangen sein. Vielleicht finde ich den ja noch in dem Berg all der unveröffentlichten Manuskripte aus jeder Zeit.

Trapattoni: Ich schon wieder da

Wer kennt nicht den berühmten Spruch von Giovanni Trapattoni: Ich habe fertig! Der Ex-FC-Bayern-Trainer heuerte jetzt beim VFB Stuttgart an: Ich schon wieder da! Dabei war er nie weg, denn mit seinem unendlich italienischen Charme war er durch diverse Werbeverträge ständig auf deutschen Bildschirmen präsent. Freuen wir uns auf weitere Zornesausbrüche des ‚Misters‘, wie man ihn wohl u.a. nennt. Auch Trainer können Farbe ‚ins Spiel‘ bringen. Und in Stuttgart dürfte der radebrechende Trapattoni gut aufgehoben zu sein, denn bekanntlich kann man dort alles – außer hochdeutsch!

Trapattoni: Ich habe fertig! (als mp3)
Text und mehr der legenderen Rede
weitere ‚Sportzitate‘

Olympia 2012 in London

London ist Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2012 und damit zum dritten Mal nach 1908 und 1948 Olympia-Schauplatz. Im vierten und letzten Wahlgang setzte sich die britische Hauptstadt in Singapur mit 54:50 Stimmen gegen den großen Favoriten Paris durch. In einer spannenden Entscheidung auf der 117. IOC-Session waren zuvor erst Moskau, dann New York und Madrid ausgeschieden. Die Spiele 2012 sollen vom 27. Juli bis 12. August stattfinden, die Paralympics einige Wochen später.

siehe: zdf.de

Die nächsten Olympischen Spiele 2008 finden übrigens in Peking statt.

Nachtrag: Eben erfahre ich, dass London Ziel mehrerer Terroranschläge gegen U-Bahnen und Busse geworden ist. Mehr hierzu unter: zdf.de

Software-Patente gescheitert

Das Europäische Parlament hat einen heftig umstrittenen Vorschlag für die Patentierung von Software-Lösungen abgelehnt. Eine deutliche Mehrheit von 648 Abgeordneten gegen 14 Stimmen und 18 Enthaltungen wies am Mittwoch in Straßburg einen Kompromissvorschlag des EU-Ministerrates zurück, der einheitliche Regeln für die Patentierung von auf Computerprogrammen basierenden Erfindungen vorsah.

Vor allem größere Hersteller hatten darauf gedrängt, um ihre teuren Entwicklungen besser gegen Konkurrenten schützen zu können. Kleinere Firmen hatten dagegen gewarnt, eine Patentierung könne sie vom Markt drängen und technischen Fortschritt bremsen. Sie befürchten, dass sie nach der Patentierung selbst einfachster Software-Bausteine mit finanziellen Ansprüchen von Patentinhabern überhäuft werden.

siehe: zdf.de

Einfach ausgedrückt: Herr Bill Gates kann nun nicht jeden Pups, den er fahren lässt, patentieren. Und jeder andere, der an Blähungen leidet, braucht mithin an Herrn Gates keine Gebühren entrichten, nur weil auch ihm ein Lüftchen entwichen ist.

Dalai Lama wird 70

Glaubt man an die Wiedergeburt, wird der Dalai Lama an diesem Mittwoch eigentlich nicht 70, sondern 614 Jahre alt: Nach diesem Glauben ist er bereits die 14. Inkarnation eines Bodhisattva, eines Erleuchteten, der im Mittelalter zum ersten Mal beschloss, den Menschen als Lehrer zu dienen, statt ins Paradies einzugehen.

    Dalai Lama

siehe: zdf.de

Kamelliste

Zwei deutsche Forschungsreisende machen sich auf in jenes Wüstengebiet Südarabiens, das Rub‘ Al-Khali, Leeres Viertel, genannt wird. Beide führen ein Tagebuch. Nur reiste der eine am Ende des 18. Jahrhunderts und war auf der Suche nach den mosaischen Gesetzestafeln. Der andere folgt 200 Jahre später den Spuren seines Vorgängers, um eine Theorie über archaische Formen des Spielens zu entwickeln. Für beide wird es eine Reise ins Ich und in die Fremde …

Es handelt sich um das Buch Leeres Viertel Rub‘ Al-Khali von Michael Roes. Wie die Woche schreibt:

„Eine kühne Gratwanderung zwischen den Gattungen: Abenteuerroman, Ethnographie, phantastische Legende und autobiographisches Fragment“.

Wie die Inuit, also die Eskimos, viele Wörter für Schnee in ihrer Sprache kennen, denn Schnee spielt nun einmal eine viel größere Rolle bei Eskimos als bei uns (später einmal mehr hierzu), so kennen die Araber viele Wörter für ihr wichtigstes Tier, dem Kamel. In dem genannten Buch listet so der Autor eine längere Liste dieser Bezeichnungen auf:

bil
 
thilb
 
dschalli
 
dschaqma
 
hurr
 
chawar
 
fiha
 
qabb
 
harsus
 
haschi
 
huwar
 
fatr
 
hajil
 
mu’aschar
 
chalfa
 
‚awda
 
rahula
 
rikab
Kamel
 
altes Kamel
 
vernünftiges Kamel
 
unzähmbares Kamel
 
reinrassiges Kamel
 
nicht reinrassiges Kamel
 
kräftige Kamelstute
 
starkes Kamel
 
schwächliches Kamel
 
junges, entwöhntes Kamel
 
junges, noch nicht entwöhntes Kamel
 
reife Kamelstute
 
unfruchtbare Kamelstute
 
trächtige Kamelstute
 
Kamelstutenwöchnerin
 
altere Kamelstute
 
Packkamel
 
Reitkamel
zaml
 
schajiba
 
musanni
 
zaruba
 
mijasir
 
‚ajra
 
‚ajib
 
ghawdsch
 
filaq
 
midthab
 
nib
 
hidsch
 
wasiq
 
awd’a
 
dhud
 
ridf
 
mandschub
 
mischlaq
männliches Packkamel
 
altersgraue Kamelstute
 
eiterndes oder schleimendes Kamel
 
Zuchtkamel
 
läufige Kamelstute
 
erlesene Kamelstute
 
bissiges Kamel
 
großzügiges Kamel
 
überarbeitetes Kamel
 
Rennkamel
 
Eckzahnkamel (6-jährig)
 
gezähmtes Kamel
 
geplündertes Packkamel
 
weißes Kamel
 
kleine Kamelherde
 
Kamelritt
 
Rennkamelreiter
 
Kamelreiterreihe

Graffiti Archaeology

Vielen sind sie ein Dorn im Auge und gelten als Schmierereien. Täglich rücken Putzkolonnen an, um ihnen mit Lösungsmitteln, Bürsten und Schubbern den Garaus zu machen. Andere sehen in ihnen eine Art von bildnerischer Kunst. Ich spreche von Graffiti (Mehrzahl von Graffito).

Im Großraum New York, um nur ein Beispiel anzuführen, tummeln sich viele Künstler und Möchte-gern-Künstler, die jeden ‚freien Raum‘ mit ihren Logos, Sprüchen und Bildern besprühen. Auf der Website Graffiti Archaeology kann man viele dieser kleinen Kunstwerke betrachten. Das Besondere daran ist, dass man dabei auch die chronologische Entwicklung dieser Graffiti verfolgen kann. Immer wieder kommen andere Sprayer, um vorhandene Graffiti umzugestalten, zu übersprühen oder durch ‚eigene Akzente‘ zu erweitern.

    Gebäude mit wechselnden Graffiti

Die angeführte Website hat übrigens im Bereich Art, also Kunst, den 9th Annual Webby Award 2005 gewonnen (siehe auch: Web Awards).