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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Georg Heinzen – Uwe Koch: Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden

Meine Generation (in den 50-er Jahren geboren) ist eine Zwischengeneration, die förmlich zwischen den Stühlen existiert, zwischen 68-er und No-Future, auch Single-Generation bzw. deutsche ‚Generation X‘ genannt, oder wie es die Süddeutsche Zeitung beschreibt:

„Es sind diejenigen, die – voller Pläne und Bildung – es einmal besser haben sollten, aber am Ende feststellen müssen, dass die Gesellschaft gerade für Pläne und Bildung am wenigsten Verwendung zu haben scheint. [Eine] … Generation, die sich von der vorangehenden die Ideale vorkauen ließ und von der nachfolgenden an Illusionslosigkeit und Durchsetzungskraft weit übertroffen wird.“

Ich habe jetzt ein gemeinsames Buch von Georg Heinzen und Uwe Koch, beides Angehörige meiner Generation, erneut gelesen: ‚Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden‚. Das Buch ist 1985 veröffentlicht und wohl bis 1990 auch als Taschenbuch öfter neu aufgelegt worden, heute aber nur noch über Antiquariate erhältlicht. Es handelt von einem Typen, der 1955 geboren wurde.

Mein Lebenslauf unterscheidet sich zwar ziemlich stark von dem des Romanheldens, aber in vielem kann ich mich doch wiederfinden. Beim Lesen kamen bei mir vor allem Erinnerungen hoch, die ich so fast verdrängt hatte.

„Ich muß ohnmächtig und kopflastig zusehen, wie sich die billigsten Ideen durchsetzen und die Verantwortungslosesten die Verantwortung tragen. … Ich belaste das soziale Netz mit meinen Forderungen, für die ich kaum Leistungen erbringe.“
(S. 9 der Taschenbuchausgabe rororo 1989)

„Immer seltener wurde dabei gefordert, etwas Neues zu erreichen, immer häufiger ging es darum, etwas Neues abzuwehren. Aus der Hochschulreform, die die Studenten einmal gefordert hatten, war eine Hochsschulreform geworden, mit der die Regierung drohte.“
(S. 49)

„Als abschließendes Reformationsgeschenk beschloß der Statt meine vorgezogene Volljährigkeit. An einem ersten Januar gab er sie mir und Millionen anderen mit auf den Weg. … Nicht einmal in das juristische Erwachsenensein bin ich hineingewachsen, es wurde mir dekretiert, …“
(S. 51)

Mit dem 1. Januar 1975 wurde die Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahre gesenkt. Ich selbst wurde, wie viele andere meiner Generation, also ‚mitten im Leben‘ volljährig (gut einem Monat vor Vollendung meines 21. Lebensjahres).

Die 70-er Jahre waren unsere Jahre; u.a. endete da der Vietnam-Krieg. Und zum ersten Mal in der Nachkriegszeit sprach man wieder von Wirtschaftskrise.

„.. als die letzten amerikanischen Kämpfer in überfüllten Helikoptern aus Saison flohen (1975), habe ich nicht daran gedacht, daß diese Ereignisse auf der anderen Seite der Welt auch mein Leben verändern würden.“
(S. 54)

„Unsere Kenntnisse seien verflacht, weil zu viele sie erworben hätten. Die Demokratisierung von Lebensmöglichkeiten sei eben zugleich ihre Entwertung. Das hätten wir nun von unserer Chancengleichheit.“
(S. 78)

Und es war die Zeit der RAF (Rote Armee Fraktion), damals Baader-Meinhof-Bande genannt, die Zeit, die später die bleiernde genannt wurde.

„Die ganzen sozialspießigen Motive gingen uns langsam auf die Nerven. … Alle, die einmal mitgemacht hatten, etwas zu verändern, das System oder ihre Beziehung, gerieten jetzt in das Taster der Fahndung.“
(S. 79)

„Die Nutzlosigkeit aller Ideen war zur vorherrschenden Idee geworden.“
(S. 80)

„Da wurde Freiheit für den Watzmann und die Verschonung der Gummibärchen gefordert.“
(S. 81)

Nach der Wirtschaftskrise gab es eine Zeit, die sie Wiederbelebung nannten.

„Die Krise war nur vertagt, der Krieg nur verschoben, die Verarmung hatte sich verlangsamt. Wenn das die besseren Zeiten waren, wie würden dann erst die schlechten sein, die noch kommen sollten?“
(S. 85)

„Den Konsumverzicht wollte ich durch Intellektualität ausgleichen, meine Schlichtheit durch Geschmack, meine Machtlosigkeit durch Geist.“
(S. 86)

„… irgendwie war es geil, nicht mehr ganz so kritisch zu sein.“
(S. 91)

In den 70-er Jahren hatte die Antiatombewegung (Stichwort: Brokdorf) ihren Höhepunkt. Außerdem formierte sich der Protest gegen die Stationierung der amerikanischen Mittelstreckenraketen in Deutschland.

„Und während ich mich fragte, wo dieses System überhaupt noch zu greifen sei, kamen auf VW-Bussen thronend die Entschlossenen an mir vorbeigefahren, die neue Generation des Widerstands, stolze Häuptling, vermummt und martialisch.“
(S. 97)

„Das machten mir die Beweglichen vor, die fröhlich jede Welle mitmachten … und mir höhnisch vorführten, wie unwichtig meine Bildung war. Was sie verkauften, war ganz beliebig, nur neu mußte es sein und erfolgreich. … sie hatten begriffen, daß nicht mehr die Arbeit in hohem Ansehen steht, sondern das Geld.“
(s. 136)

„Ich war wohl für diese Welt längst verloren. War zu anspruchsvoll, um auf das Träumen zu verzichten … War zu bedenkenlos genug, ein paar Sklaven für mich schuften zu lassen, und zu nachdenklich, um selbst groß herauszukommen.“
(S. 148)

Ich selbst habe die Kurve bekommen, wie man das wohl nennt, wenn man einen halbwegs erträglich-einträglichen Job hat, verheiratet und Vater von zwei Kindern ist, die mir langsam über den Kopf wachsen (und irgendwie auch einer Zwischengeneration angehören: teilweise noch No-future, dann aber schon zur digitalen Spaßgeneration gehören).

Heinz Erhardt: Und noch ’n Gedicht

Was heute so an Humor aus deutschen Landen über den Bildschirm trollt, ist meist unerträglich proletenhaft und witzelt auf Kosten anderer. Komiker sind ja auch keine Komiker mehr, sondern Comedians oder vielleicht noch Comicer (wie comical). Gut, Otto Waalkes ist erträglich witzig und Loriot ein Meister seines Fachs, aber längst in die Jahre gekommen.

Da gab es vor vielen Jahren einen dicklichen, knuddeligen, leicht schusseligen Herren mit breitem Scheitel: Heinz Erhardt. Noch heute laufen ständig Spielfilme aus den 60-er und 70-er Jahren, die längst in der Versenkung verschwunden wären, wenn nicht Heinz Erhardt in ihnen kleinere oder größere Auftritte hätte. Und selbst meine Söhne gucken sich gern diese alten Filme an – wegen Heinz Erhardt!

    tanzender Heinz Erhardt

Irgendwo las ich: Heinz Erhardt besass den wahren Humor mit einer gehörigen Portion Selbstironie, beleidigte nicht und witzelte nicht auf Kosten anderer. Wahrer Humor ist zutiefst menschlich, versucht, dort anzusetzen, wo, aufgrund unserer menschlichen Unzulänglichkeit, wir es schwer haben, mit dem Leben zurechtzukommen.

Das war gerade in der Nachkriegszeit wichtig. Und ich denke, dass das deutsche Wirtschaftswunder ohne Heinz Erhardt nicht möglich gewesen wäre – zumindest nicht so?! „Ich bin heute aber wieder auch ein Schelm..!“ Und schelmisch, nicht laut, witzig in seinen kleinen Gedichten, sicherlich durch und durch kleinbürgerlich, aber voller Humor – so überlebt Heinz Erhardt heute noch manchen Witzbold auf dem Bildschirm.

Gesammelte Gedichte: Und noch ’n Gedicht

ein kleines Video (aufs Bild klicken) Video Heinz Erhardt

Jethro Tull auf Deutschland-Tournee

Im Juni 2005 kommt Jethro Tull wieder auf Deutschland-Tournee. Hier die Termine:

1 Juni Leipzig
3 Juni Berlin
4 Juni Bad Franken
5 Juni Dresden
7 Juni Zwickau
8 Juni Schwerin
9 Juni Magdeburg
10 Juni Bremerhaven
11 Juni Bochum
15 Juni Köln
16 Juni Rastatt
17 Juni Nürnberg
18 Juni Hannover
21 Juni München
22 Juni Weilburg

Am 10. Juni werde ich mit meinem alten Kumpel Helmut Liebeck, der bekanntlich in Bremerhaven wohnt, das dortige Konzert in der Stadthalle besuchen. Nach langer Zeit ist es wieder ein Konzertbesuch von mir bei Mr. Ian Anderson & Co.:

    Willi mit Konzertplakat Jethro Tull Tour 2005 Konzertplakat Jethro Tull 10. Juni 2005 Bremerhaven

siehe auch: WilliZ Jethro Tull Site

Translation english

Ich, der Punk-Daddy?!

Am Freitag, den 14.05., war ich mit meinem Sohn Jan und seinem Kumpel Eike in Bremerhaven, um in der dortigen Stadthalle ein Konzert der ‚Toten Hosen‚ zu besuchen. Bereits Ende Dezember 2004 war ich in Hamburg (AOL-Arena) zu Jans erstem Konzert der Hosen, überhaupt Jans erstem Konzert. Das wurde durch die bescheidene Akustik der AOL-Arena etwas getrübt. In Bremerhaven war der Klang dann doch um einiges besser (soweit man bei einer größeren Mehrzweckhalle überhaupt von Akustik reden kann). Auf jeden Fall war es laut. Ginge man nicht freiwillig in ein solches Konzert, dann wäre der Tatbestand der Körperverletzung sicherlich erfüllt.

    Eintrittskarte DTH Bremerhaven

Die Stimmung war auf jeden Fall gut und auch ziemlich familär, wenn man das im Kreise von Punks (Möchtegern- und Freizeitpunks) so nennen kann. Immerhin bekam ich viel Lob, weil ich mir das antat und mit meinem Sohn ein Hosen-Konzert besuchte. Viel Schulterklopfen und Begrüßungen durch wildfremde Menschen mit ‚Hi, Daddy …!‘ und ‚Hallo, Papa …!‘. Ein Bier bekam ich dann aber doch nicht ausgegeben; das musste ich selbst bezahlen. Aber irgendwo hatte ich durchaus auch meinen Spaß bei dem Konzert.

Knisterndes – Teil 1

Als ‚echter‘ Mann betrachtet ich natürlich gern schöne Frauen. Besonders wenn diese halbseidend verhüllt (besser enthüllt) sind. In natura bekomme ich dieses weniger zu Gesicht (höchstens in der Badeanstalt, nur da gucke ich eher disket weg – oder zu Hause: die eigene Frau).

Im Internet, das weiß jeder pubertierende Jüngling, ist das Angebot geradezu unendlich. Nur ist zu befürchten, dass man zur Kasse gebeten wird oder sich Viren, Spyware u.a. ähnliches Viehzeug einhandelt (virtuelle Geschlechtskrankheiten).

    Tiffany Fallon - Playboys Playmate des Jahres 2005

Unter babes@the goose gibt es nun wohl viele, viele Bildchen (mehr oder weniger) schöner Frauen, prominent oder auf dem Weg dorthin, die des Betrachtens wert erscheinen (und nicht immer jugendfrei sind) …

Hochzeitstag vergessen

Heute Freitag, den 13., schenkte mir meine Frau ein Buch: nachträglich zum 15. Hochzeitstag! Oh, SCHANDE über mich! Ich habe ihn tatsächlich vergessen: unseren Hochzeitstag!

Und ich hätte schwören können, dass ich weder Geburtstage meiner Lieben, noch eben unseren Hochzeitstag vergessen werde. Unvorstellbar! Und nun ist es doch passiert. Liegt es am Alter? Alzheimer? Oder der Ärger auf der Arbeit in dieser Woche? Jetzt nur keine faulen oder halbfaulen Ausreden! Ich habe einfach nicht daran gedacht (und gestern hatte mein Bruder einen ‚runden‘ Geburtstag und ich habe den auch vergessen). Als ob es etwas Wichtigeres für mich als meine Frau und meine Söhne geben könnte …

Freitag der 13.

Schwarze Katzen, die den Weg kreuzen. Nicht unter Leitern durch. Mit dem falschen Bein aufstehen (war das nun das linke oder rechte?). Und natürlich Freitag, der 13.! All das bringt Unglück, behaupten viele. Was ist aber dran, am Freitag, den 13.?

    Freitag, der 13.

Nach alter Zahlensymbolik ist die Primzahl 13 eine ‚übersteigerte Zwölf‘ und zerstöre die Harmonie des Universums. 13 bedeutete in vielen Kulturen, dass die Zahl 13 die symbolträchtige 12, die göttliche, kosmische und jahreszeitzeitliche Ordnungen repräsentiert (der Tag hat 12 Stunden – und auch die Nacht; es gibt 12 Monate und die Apostel Jesu waren derer 12), überschreitet. Bei der 13 hat Satan die Hand mit im Spiel, im Volksmund wird die 13 auch als das ‚Dutzend des Teufels‘ bezeichnet.

Die 13 als Unglückszahl treibt seltsame Blüten. So gibt es in vielen Hotels kein Zimmer mit dieser Nummer. Und auch in Flugzeugen überspringt man gern diese Zahl. Wer sitzt schon gern auf einem Platz mit der Nummer 13. Und dann gab es natürlich die Raumfahrtmission zum Mond mit Apollo 13 im April 1970, die voller Pannen war, am Ende aber doch glimpflich verlief. Übrigens startete Apollo 13 an einem Freitag.

Das die 13 für viele allerdings auch eine Glückszahl sein kann, zeigt sich daran, dass die erste Lottozahl, die am 9. Oktober 1955 gezogen wurde, eine 13 war.

Und weshalb Freitag? Aberglaube ist zwar die Umkehrung des Glaubens, hat aber immer noch etwas mit Glauben zu tun. An einem Freitag wurde Christus an das Kreuz genagelt. Also kann Freitag nur ein Unglückstag sein. Aus jüngerer Zeit kennen wir den ’schwarzen Freitag‘, den Tag des Börsenkrachs im Jahre 1927.

Und: In grauer Vorzeit galten Jahre (und auch Monate) als Unglücksjahre, wenn diese mit einem Freitag begannen.

siehe: Freitag, den 13.

Thomas Mann: Felix Krull und die Homosexualität

Um es gleich zuzugeben: Auch wenn man Thomas Mann für einen der größten Schriftsteller deutscher Sprache hält, so bin ich mit ihm nie so richtig ‚warm‘ geworden. Sicherlich ist „der Zauberberg“ geistreich und „Felix Krull“ amüsant, aber die Sprache Thomas Manns ist für mich zu aufgeblasen, zu schwulstig-pompös und manieriert, als dass sie mir auf Dauer gefallen könnte. Die Sprache Kafkas, klar und einfach, ohne ein überflüssiges Wort, sagt mir da viel eher zu.

„Felix Krull“ lernte ich vor vielen Jahren in meiner Jugendzeit als Film mit Horst Buchholz in der Titelrolle kennen. Der Film wurde 1957, nur wenige Jahre nach der Veröffentlichung ‚der Memoiren erster Teil‘, fertiggestellt. Und im Kopf habe ich immer noch Horst Buchholz bei der Musterung, als er durch vorgespielte epileptische Anfälle ausgemustert wird. Wirklich köstlich!

Das Buch lese ich nun zum zweiten Mal. Es ist Fragment geblieben, da Thomas Mann 1955, ein Jahr nach der Veröffentlichung des 1. Teils, starb. Der oben beschriebene Eindruck des Manieriertheit hat sich eher verstärkt, obwohl es ein von Thomas Mann bewusst gewähltes Stilmittel ist.

    Thomas Mann übt Felix Krulls Handschrift

Interessant finde ich nun die immer wieder auftauchenden Hinweise auf die gleichgeschlechtiche Liebe. Wir wissen, dass Thomas Mann, obwohl verheiratet und Vater von einigen Kindern, als homosexuell galt. Felix Krull, der Titelheld, ist ein Adonis, ein Schönling, der den Frauen zugetan ist, den im Gegenzug die Frauen lieben, zu dem es aber auch gewisse Herren zieht.

>>Darum begegnete ich, etwa an den klebrichten Marmortischchen der kleinen Nachtlokale, … neugierigen Annäherungsversuchen und Zudringlichkeiten mit … Höflichkeit…

So war denn sie es auch, die ich zu Hilfe nahm bei unwillkommenen Vorschlägen, die meiner Jugend … je und je, mit mehr oder weniger Verblümtheit … von gewisser männlicher Seite unterbreitet wurden.< <

(S. 85 der Taschenbuchausgabe)

Und schon kurz darauf:

>>Ganz anders nun aber verhält es sich mit gewissen abseits wandelnden Herren, Schwärmern, welche nicht die Frau suchen, aber auch nicht den Mann, sondern etwas Wunderbares dazwischen. Und das Wunderbare war ich. …

Ich verschmähe es, die Moral gegen das Verlangen ins Feld zu führen, das mir in meinem Fall nicht unverständlich erschien.< <

(S. 86 der Taschenbuchausgabe)

Thomas Mann, Entschuldigung: Felix Krull ist nichts Menschliches fremd dabei. Und es ist eigentlich weniger die Suche nach dem Gleichgeschlechtlichen, als die Suche nach einem androgynen Doppelwesen, ein Wesen, das Mann und Frau in sich vereinigt. So fühlt sich Felix Krull einmal durch ein Geschwisterpaar, dann auch durch das Paar Mutter und Tochter angezogen.

Man kann dieses Werk in Teilen durchaus als ein humorvolles, vielleicht auch schon ironisches Betrachten der eigenen häretischen Geschlechtlichkeit ansehen.

Thomas Mann beim Fischerverlag
Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich

Deutschland – wenig kindgerecht

Ein Drittel aller Kinder in Deutschland lebt in nicht kindgerechten Wohnverhältnissen: Die Wohnung zu klein, wenig Spielmöglichkeiten in der Nähe und viel Verkehr. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI).

Die Wohnqualität hängt freilich in hohem Maße vom Einkommen der Eltern ab: Kinder aus einkommensschwachen Familien sind laut Studie häufig benachteiligt. Auf dem Land und im Westen Deutschlands finden Kinder darüber hinaus oft günstigere Wohnverhältnisse vor als in der Stadt und in den neuen Ländern.

siehe: zdf.de

Das ist leider wieder ’nur‘ eine Studie, die aufzeigt, wie wenig kinderfreundlich Deutschland ist. So wie wir mit den ‚Stützen unserer Zukunft‘ umgehen, so wird sich zwangsläufig auch die Zukunft unseres Landes entwickeln. Okay, Deutschland war nie wirklich kinderfreundlich; immer gab es Mängel aufzuzeigen. Aber was uns jetzt stückweise zu Ohren und Augen kommt, sollte alarmierend sein. Wohin führt die Zukunft Deutschlands, wenn wir unseren Kindern nicht das zu bieten im Stande sind, was unsere Kleinen brauchen: Platz zum Spielen, Raum zum Entfalten ihrer Kreativität. Arme Kinder, armes Deutschland!

Miroslav Klose erhält Fair-Play-Preis

Wenn sonst schon nichts dieses Jahr an Pokalen und Salatschüsseln für Werder Bremen zu holen war, so wurde wenigstens Miroslav Klose von der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) mit der Fair-Play-Plakette ausgezeichnet. Der Stürmer wird damit für sein sportliches Verhalten beim Punktspiel am 30. April gegen Arminia Bielefeld (3:0) geehrt. Beim Stand von 0:0 hatte der 26-Jährige nach einem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Herbert Fandel zugegeben, dass der Bielefelder Torwart Mathias Hain ihn im Strafraum regelgerecht vom Ball getrennt hatte. Fandel hatte daraufhin die Elfmeterentscheidung und die Gelbe Karte gegen den Keeper wieder zurückgenommen.

Wenn du jetzt noch ein paar Tore gegen Freiburg und in Kaiserslautern schießt, lieber Miroslav, dann geht die Saison auch sportlich halbwegs erträglich zu Ende.