Kategorie-Archiv: Zukunft Deutschland

Wohin steuert Deutschland?

Hungernde Kinder

Gestern sah ich auf dem Sender N3 – Hallo Niedersachsen einen Bericht über ‚hungernde Kinder‘ in Deutschland. Diese Kinder leben in sozialen Randzonen, die Eltern sind z.B. arbeitslos. Zu Hause reicht es nicht für eine warme Mahlzeit. So gibt es einen Verein (ich glaube, es ist in Hannover), der sich dieser Kinder annimmt. Im Rahmen des Unterrichts werden von den Kindern selbst Mahlzeiten zubereitet, die Zutaten werden von dem Verein bereitgestellt. Wer von den Schülern will, ist eingeladen, an diesen Mahlzeiten teilzunehmen.

Kinder sind, dem Armutsbericht zufolge, in Deutschland das größte Armutsrisiko. Über eine Millionen Kinder leben in Deutschland von Sozialhilfe, jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen. Das besagt eine neue Studie des Institutes für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main (ISS).

Vernachlässigte Kinder sind Alltag in Deutschland. Immer häufiger melden Schulen, dass Kinder ohne Frühstück und Pausenbrot in den Tag starten. Arme Kinder hinken den anderen beim Lernen hinterher, haben Probleme in der Schule und viel geringere Berufschancen.

Längst betrifft das Problem auch die Mittelschicht. Die verfügbaren Familieneinkommen werden auch hier immer geringer, die Organisation des Familienlebens komplizierter, die Zeit für Kinder immer kürzer. Ein Teufelskreis.

Sind Kinder nicht unsere Zukunft? Wie steht es um die Zukunft in Deutschland, wenn bereits Kinder in Armut leben müssen?!

Abzocke bei Gas und Strom

Zum 01.09.2004 sind bei uns die Gaspreise um 13,3 %, ab 01.02.2005 die Strompreise um rund 6 % gestiegen, obwohl lt. dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) der durchschnittliche Einfuhrpreis für Gas im Zeitraum Januar bis Oktober 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2003 um 7,7 % gefallen ist. Meine Anfrage bei der EWE Aktiengesellschaft nach der Rechtmäßigkeit solcher Preiserhöhungen erfuhr in nur wenigen Tagen eine sehr umfassende, natürlich standardisierte Antwort. Alles sei natürlich rechtens und von der Regulierungsbehörde abgesegnet. Mein Verweis auf die Preissenkung beim Gas sei natürlich kalter Kaffee. Dafür sollte ich doch wissen, dass die Ölpreise so hoch wie lange nicht seien (Was ich auch weiß: Die Ölpreise sind längst wieder gefallen – wer schlürft da kalten Kaffee?). Und der Strompreis sei deshalb so hoch, weil man selbst eigentlich keinen (oder nur wenig) Strom produziere und diesen zu Weltmarktpreisen kaufen müsse. Verweis auf China (die brauchen so viel Energie – daher sind die Preise eben so hoch)!

Apropos Ölpreise (wir brauchen kein Öl): Da gibt es natürlich die Preisbindung für Gas an den Ölpreis. Eine tolle Erfindung übrigens: Wenn nämlich der Ölpreis steigt, dann steigt auch der Gaspreis. Und wenn jener fällt, dann fällt auch dieser (vielleicht). Und vor vielen, vielen Jahren, da war doch das Gas so teuer und das Öl so billig – und da hat man, wenn man Gas verbrauchte, so viel Geld gespart, damals (dieser kalte Kaffee ist schon schimmlig)?!

Es tut mir Leid: Für mich ist das nichts anderes als eine Abzocke ersten Grades! Die Aktionäre wollen Kohle sehen. Und da die Energieversorger ja schlecht ihr Gas und ihren Strom im Ausland verkaufen können (schließlich kann man den ins Ausland flüchtenden produzierenden Firmen aus Deutschland nicht solche Preise zumuten), wird der deutsche Normalverbraucher zur Kasse gebeten.

Der 31. Januar: Steigerung des Ertragswickels

Nachdem der Vorschlag, den Tag der deutschen Dreieinigkeit (oder heißt es Dreieinfältigkeit?) grundsätzlich auf das Wochenende zu verlagern, auf Eis gelegt ist, möchte ich eine weitaus viel versprechendere Initiative begründen: die Einführung eines 29. (nicht nur in den Schaltjahren), 30. und 31. Januar! Beließe man es bei den normalen 24 Stunden a 60 Minuten am Tag, so würde sich zwar im Laufe der Jahre die Jahreszeit verschieben (mit dem Ende des 1. Jahres der Einführung fiele der 31.12. dann nach altem Kalender auf den 3.1.), aber bei der anhaltenden globalen Erwärmung spielt das kaum eine Rolle, da der Unterschied zwischen Sommer und Winter immer geringer wird. Aber man könnte den Tag auch um die entsprechende Zeit kürzen, um nach Ablauf der 365 plus 3 neuen Tage auf die nach altem Kalender 365 zählende Tage zu kommen. Dann wäre der Tag in etwa nur noch 23 Stunden und 48 1/4 Minuten lang. Natürlich ergäben sich dann tageszeitliche Verschiebungen. Da aber – die wenigen Ausnahmen nicht gerechnet – die meisten Menschen sowieso bei Kunstlicht arbeiten, wäre das durchaus zu vertreten.

Durch die drei zusätzlichen Arbeitstage erreichte man eine Produktivsteigerung von knapp 1,5 %. Eine weitere Steigerung wäre durch die dann ohnehin sinnvolle Dezimalisierung des Zeitsystems zu erreichen. Statt 24 Stunden hätte der Tag dann nur noch 20 Stunden a 100 Minuten (wobei unter Berücksichtigung der Verkürzung des Tages auf 23 Stunden und 48 1/4 Minuten eine Neuminute nur noch etwa 0,714 alte Minuten lang wäre). Und statt 8 Altstunden wären dann z.B. nur 7 Neustunden zu arbeiten pro Tag, was aber insgesamt länger ist. Immerhin ist der psychologische Effekt („Ich brauche ja nur noch 7 Stunden zu arbeiten!“) nicht zu übersehen. Weitere knapp 0,5 % Renditesteigerung aus dem Humankapital sind so möglich, eine Steigerung des Ertragswickels …!?

Bildungsnotstand in Deutschland?

Nicht erst mit den Pisa-Studien wissen wir, dass es in Deutschland nicht allzu rosig mit der Bildung bestellt ist. Ich kenne es bereits aus den 70-er und 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als man die Bildungssysteme in den skandinavischen Ländern pries und auf Fehlentwicklungen bei uns aufmerksam machte. In den vielen Jahren hat sich nicht viel getan. Und durch die ‚angespannte Haushaltslage‘, wie es die Politiker nennen, ist trotz des Denkzettels aus Pisa Besserung nicht in Sicht.

Apropos Haushaltslage: Höchste deutsche Gerichtbarkeit hat bekanntlich grünes Licht für die Erhebung von Studiengebühren gegeben. Das werden sich die Länder nicht zweimal sagen lassen und kräftig zuschlagen. 500 € pro Semester sind im Gespräch. Wenn denn die eingenommenen Gelder zurück in die Bildung flössen, wäre das noch okay. Aber wie so oft ist zu fürchten, dass klaffende Haushaltslöcher mit diesen Einnahmen gestopft werden und das mit dem perfiden Hinweis, man müsste ansonsten weitere Mittel für die Bildung streichen.

Bestimmte Kreise wollen eine Elite heranzüchten. Dank der Studiengebühren käme man diesem Ziel sehr nahe, da man so bestimmte Gesellschaftsschichten ausgrenzen könnte. Gut, sollen Eliteschulen entstehen – und sollen diese auch etwas kosten. Aber wir brauchen nicht allein die großen Denkfabriken. Die deutsche Wirtschaft benötigt geschultes Fachpersonal. Und ohne entsprechende Ausbildung, schulische und berufliche, wird das alles nichts werden.

Es ist der Begriff von einer Gesellschaft der Hochgebildeten gefallen (Matthias Horx, Zukunftsforscher). Wenn das nicht elitär heißen soll, sondern den gesellschaftlichen Versuch beschreibt, die Talente jedes einzelnen aufzudecken und für uns alle nutzbar zu machen, dann wäre das ein wünschenswertes Ziel. Und wo lassen sich solche ‚Ressourcen‘ besser erkennen, wenn nicht bereits im frühen Alter eines Menschen. Die Förderung individueller Begabungen kann aber nur mit einer fundierten Allgemeinbildung einhergehen. Nur wer ein breites Gesamtwissen besitzt, ist in der Lage komplexe Zusammenhänge zu erkennen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich gewisse Regeln auferlegt hat, um ein geordnetes Zusammenleben zu gewährleisten. Eine der wichtigsten Grundlagen dabei ist, jedem einzelnen sein Auskommen zukommen zu lassen. Denn ist das nicht möglich, so sind Konflikte vorprogrammiert. Jeder soll dabei je nach seinen Fähigkeiten sein Auskommen selbst bestreiten. Die Förderung dieser Fähigkeiten ist im Wesentlichen institutionalisiert (Kindergarten, Schule, Berufsausbildung). Das hat sich bewährt. Je besser der Bildungsstand, umso besser die beruflichen Aussichten. Wenn das nicht mehr funktioniert, dann muss sich die Gesellschaft insgesamt fragen lassen, ob sie noch auf dem richtigen Weg ist.

Zukunft Deutschland?

Betrachte ich die neuen Zahlen der Arbeitslosenstatistik für Januar 2005 (über 5 Millionen Menschen sind ohne Arbeit), dann erinnert mich das an das Ende der Weimarer Republik. Auch heute machen sich die Nazis wieder breit. Und es gruselt mich vor der Zukunft, denn immerhin habe ich zwei Kinder, die noch zur Schule gehen und erst in einigen Jahren eine Berufsausbildung beginnen werden. Alles geht irgendwie den Bach ‚runter.

Da klagen einerseits Unternehmen, sie hätten nicht genügend Fachkräfte und begründen damit die Auslagerung ihrer Entwicklung (nicht nur der Produktion) ins Ausland. Und anderseits sollen Studiengebühren erhoben werden, damit wieder Geld in staatliche Kassen fließt. Und selbst ausbilden, das wollen möglichst wenige Firmen. Da fordert z.B. die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley mehr Freiheit, mehr Selbstverantwortung, mehr Grenzenlosigkeit, mehr Risiken von allen. Aber die Freiheiten nehmen sich nur die GROSSEN über Grenzen hinweg heraus, während die Risiken wir Kleinen zu tragen haben. Viele machen sich Gedanken, wie es weitergehen soll – in Deutschland. Da fordert man die politische Auseinandersetzung (z.B. auch mit den Rechtsradikalen); aber die Macht hat nicht die Politik (oder nur begrenzt), sondern die Wirtschaft.

Wie sieht also die Zukunft in Deutschland aus (und wie könnte sie aussehen, wenn nicht nur die richtigen Konzepte, sondern DAS richtige Gesamtkonzept Anwendung findet – nur was ist richtig?). Ich fürchte nur, es wird viel gedacht und beraten, aber wenig gemacht. Hier und da wird geflickschustert, da und dort verschlimmbessert. Und wenn dann vielleicht gar nichts mehr läuft, dann wird ‚abgewickelt‘ …