Phantasie ohne Grenzen

„Fantasy“ gibt es nicht erst in der neueren Literatur oder als kinematische Errungenschaft. Schon in früheren Jahrhunderten gab es Schriftsteller, die ihre eigenen Welten erschufen mit Monstren, Riesen oder Zwergen, also all den Zutaten, wie wir sie heute als „Fantasy“-Erzeugnisse finden.

Hier nur eine kleine, aber feine Auswahl und jeweils als Insel Taschenbuch in schmucker Ausführung (d.h. mit vielen sehr schönen Illustrationen) zu moderaten Preisen erhältlich. Ich erwähne diese Bücher, weil ich sie selbst mit Lust und viel Spaß und Freude gelesen habe:

François Rabelais (1493 oder doch schon 1483 bis 1553): Gargantua und Pantagruel

Gargantua und Pantagruel erstreckt sich über zwei Bände und weit über 800 Seiten.

Freund, der du dies Buch durchblätterst,
Laß dich nicht in Harnisch bringen,
Daß du mir nicht tobst und wetterst,
Denn du find’st von schlechten Dingen
Nichts drin. Ob arg viel Gutes?
Weiß ich nicht, ’s wär‘ denn das Lachen!
Und ich will euch lachen machen.
In der Dumpfheit eures Blutes
Kann euch ja kein Scherz gelingen!
Eure Tränen steh’n euch schlecht:
Lachen! das ist Menschenrecht!

Hermann Hesse schrieb über das Werk: „Mag sein Loblied auf das Leben noch so maßlos, sein Humor noch so derb, seine Freude am Saftigen und Quellenden noch so trunken sein, er ist dennoch heute noch wunderbar lebendig, und ein Kapitel aus dem Gargantua mag einem heutigen Leser recht wohl als Katerfrühstück nach der Lektüre problematischer Tagesliteratur dienen“.

Miguel de Cervantes (1547 – 1616): Don Quixote

Der scharfsinnige Ritter Don Quixote von der Mancha dürfte vielen bekannt sein. Als Insel Taschenbuch kommt das gesamte Werk auf drei Bände und über 1300 Seiten. Auch hierzu äußerte sich Hermann Hesse: „… eines der grandiosesten und zugleich entzückendsten Bücher aller Zeiten, die Geschichte des irrenden Ritters und seiner Kämpfe mit eingebildeten Bösewichtern und seinen fetten Knappen Sancho, zweier unsterblicher Figuren“.

Jonathan Swift (1667 – 1745): Gullivers Reisen

Gullivers Reisen finden wir meist in einer Jugend-Ausgabe vor, obwohl das gesamte Werk (diesmal nur in einem Band, aber auch mit immerhin knapp 500 Seiten) eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Zeitgenossen darstellt und von daher schon nicht immer jugendfrei ist.

François Rabelais

Miguel de Cervantes

Jonathan Swift

François Rabelais

Miguel de Cervantes

Jonathan Swift

Alle drei Werke sind, wie bereits erwähnt, mit großartigen Illustrationen versehen. Bei Rabelais und Cervantes stammen diese von Gustave Doré. Für Swifts Gulliver zeichnete Grandville. Ich wünsche großes Lesevergnügen!

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.