Dit un dat im Internet (9)

Trump – Klappe, die erste: Und jetzt … NICHT ins fu**in‘ Weiße Haus

Auf die Frage in einem Interview hin, ob sie bei einem Sieg der US-amerikanischen Mannschaft bei der Fußball-WM der Frauen einer Einladung des Präsidenten ihres Landes in dessen Amtssitz Folge leisten würde, antwortete Megan Rapinoe: „Ich gehe nicht ins fu**ing Weiße Haus!“

Auf einer Pressekonferenz bei der Weltmeisterschaft in Frankreich nahm Rapinoe das Schimpfwort zurück, stand aber weiterhin klar zu ihrer Aussage, nicht ins Weiße Haus gehen zu wollen. Sie ermutigte auch ihre Teammitglieder, die Einladung nicht anzunehmen, um Trump keine Bühne zu bieten.

Donald Trumps Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie solle erstmal GEWINNEN bevor sie REDET! Beende den Job!

Nun sind die US-Amerikanerinnen Weltmeister geworden und Megan Rapinoe zudem beste Spielerin und beste Torschützin des Turniers. Sie hat also ihren Job getan! Da wurde selbst Trump kleinlaut …

Übrigens: Neben Rapinoe hatten unter anderem Alex Morgan, Ali Krieger und Becky Sauerbrunn angekündigt, sich den Ausflug nach Washington zu schenken.

Trump – Klappe, die zweite: Ehrliche Einschätzung eines Botschafters

Die britische Zeitung „Mail on Sunday“ hatte am letzten Sonntag die eigentlich für das Außenministerium in London bestimmten Berichte des britischen Botschafters in den USA, Kim Darroch, publik gemacht. Der schrieb u.a., dass er Zweifel hege, ob das Weiße Haus „jemals kompetent wirken“ werde. Mit Trump könne man sich nur verständigen, indem man sich mit einfachen Worten und unverblümt ausdrücke. Er hält die Regierung Trump für dysfunktional, unberechenbar; gespalten, diplomatisch ungeschickt und unfähig.

Wem erzählt er das?

Horde oder Individuum

Für mich zählt er zu den bedeutendsten Schriftstellern unserer Zeit: Mario Varga Llosa. Jetzt hat er mit Der Ruf der Horde eine intellektuelle Autobiografie verfasst:

Er begann als Kommunist und entwickelte sich zu einem glühenden Verfechter des Liberalismus. Das Leben des Schriftstellers Mario Vargas Llosa hat selbst das Zeug zum Gesellschaftsroman. Nächtelang stritt er mit Fidel Castro, speiste mit Margaret Thatcher und eroberte mit seinem Freund Gabriel García Márquez die literarische Welt. Nun hat der peruanisch-spanische Nobelpreisträger unter dem Titel «Der Ruf der Horde» seine intellektuelle Autobiographie vorgelegt. Darin lässt er unter anderen Adam Smith oder Karl Popper aufleben: Philosophen, die sein liberales Denken geprägt haben.

Mario Marqués de Vargas Llosa
Foto: Daniele Devoti – Padova, Italien (13. Juni 2010)

Gegen den „Ruf der Horde“ (Karl Popper), gegen den weltweit grassierenden, primitiven Populismus vergegenwärtigt Mario Vargas Llosa die Traditionen des Liberalismus, die ihn geprägt, bereichert und ein ganzes Leben lang geleitet haben – als politischen Schriftsteller wie als schreibenden Politiker.

Für seine politischen Überzeugungen ist der peruanische Nobelpreisträger jahrzehntelang kritisiert, beschimpft und angefeindet worden – aber was, wenn er recht hatte? Und welche Denker, welche Bücher haben ihm zu diesen Überzeugungen verholfen?

Mit essayistischer Verve und analytischem Scharfsinn schreibt Mario Vargas Llosa über seine Heroen des historischen Liberalismus, über Adam Smith, José Ortega y Gasset, Friedrich Hayek, Karl Popper, Raymond Aron, Isaiah Berlin und Jean-François Revel. Denn sie haben ihn mit einer ganz anderen Denkungsart vertraut gemacht, mit einer Denkungsart, die das Individuum stets höher stellte als die „Horde“, die Nation, die Klasse oder die Partei und die die freie Meinungsäußerung immer schon als fundamentalen Wert für das Gedeihen von Demokratie zu verteidigen wusste.

„Perfektes Gegenmittel gegen einen derzeitigen Trend, der so viele Menschen in die Arme von Scharlatanen, ruchlosen Mächtigen, charismatischen Demagogen zu treiben droht.“ (El Imparcial)

Zu Hause in Madrid erklärt Vargas Llosa, was ein wahrhaft freies Leben ausmacht – und welche politischen Strömungen dieses derzeit besonders bedrohen.

Er ist einer der großen Schriftsteller unserer Zeit, und einer der wichtigsten politischen Denker. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger spricht der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa über die Kraft der Fiktion, dem Sieg der Bilder über die Ideen, die Bedrohung durch den Populismus und die philosophischen Quellen seines Schaffens.


Mario Vargas Llosa: Freiheit, die ich meine (Sternstunde Philosophie) – SRF 2019

Zuletzt:

Für die, die es nicht schlimm finden, wenn sie aller Orten (im Internet, per Videokamera usw.) überwacht werden:

„Zu sagen, das Recht auf Privatsphäre sei egal, weil man nichts zu verbergen hat, ist nicht anders als zu sagen, Meinungsfreiheit sei egal, weil man keine Meinung hat.“ Edward Snowden

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.