Der Samstagabend bestaltet sich in vielen Familien als Familien-Fernseh-Abend. Und an vielen dieser Abende wird „Wetten, dass …?“ geguckt. Das bereits seit über 35 Jahren. Auch ich gucke mit meinen Lieben oft genug Thomas Gottschalk und seine Wettkandidaten. Es ist wohl die ‚beliebstes‘ Sendung des deutschen Fernsehens. Auf ein noch längeres Bestehen darf die Gruppe Jethro Tull um Ian Anderson zurückblicken: 40 Jahre! Und das ist Anlass zum Feiern.
Nun weiß man, dass Thomas Gottschalk ein Fan von Jethro Tull ist – mehr oder weniger. Und was liegt da näher als der Gedanke, die Gruppe zu diesem ihren Jubiläum zu einer der „Wetten, das …?“-Sendungen einzuladen. Promis sind die Würze (und die Wettpaten) der Sendung. So habe ich auf den Terminkalender beider einmal geblickt und könnte mir vorstellen, dass das etwas werden könnte: Ein Auftritt von Jethro Tull bei „Wetten, dass …?“.
Also Ian Anderson z.B. am 8. November in Berlin auf der Couch neben Thommy und als Wettpate für eine kuriose Wette? Wer weiß … Vielleicht findet sich ja noch ein Wettkandidat für diese Sendung mit einer besonders auf Herrn Anderson abgestimmte Wette (natürlich irgendetwas mit Flöten oder so). Freiwillige vor!
Zunächst Grüße an Alex aus San Sebastián, der weiß schon warum.
Dire Straits, auf Deutsch etwa und der gleichen Anfangsbuchstaben wegen: dicker Schlamassel (deutsch ist gut, Schlamassel ist hebräisch), wurde 1977 gegründet und brachte ihre erste, gleichnamige LP 1978 heraus, die seitdem natürlich auch in meinem Plattenschrank steht (als LP). Geprägt wurde die balladenhafte Musik von Anfang an durch die rauchige Stimme, besonders aber durch das Gitarrenspiel einer der beiden Knopfler-Brüder, Mark Knopfler. Er spielt die E-Gitarre mit den Fingerkuppen in fast klassischer Manier und zupft dabei die E-Saite mit dem Daumen, obwohl er angeblich immer ein Plektrum in der Tasche hat, für „Notfälle“. Dadurch erzielt er einen unverwechselbaren Klang. Nach eigener Aussage wurde sein Spiel stark durch das von Hank Marvin von den Shadows beeinflusst. Die Shadows wurden als Begleitband von Cliff Richard und als Instrumentalband (Gitarrenmusik) Ende der 50-er, Anfang der 60-er Jahre bekannt (hier ein Video: The Shadows – Apache). Als weiteren Gitarristen, der ihn beeinflusst hat, nennt Mark Knopfler J.J. Cale, den ich hier in seiner Zusammenarbeit mit Eric Clapton auf der CD „The Road to Escondido“ vorgestellt habe. Hört man sich einerseits den guten alten Hank Marvin an, dann J.J. Cale, so hört man plötzlich Mark Knopfler. Aber das soll dem Können dieses einzigartigen Gitarristen keinen Abbruch tun. Im Gegenteil: Er bekennt sich zu seinen musikalischen Vorbildern.
Das bekannteste Stück des ersten Albums von Dire Straits ist wohl „Sultans of Swing“. Es ist eigentlich ein schlichtes, einprägsames Lied, fast schon ein längerer Riff, der sich natürlich besonders für Gitarrensolos eignet. Wenn man Mark Knopfler nennt (oder Dire Straits), dann kommt man unwillkürlich auf dieses Lied.
Eine kleine Exkursion: Jethro Tull, die mit „Crest of a Knave“ 1988 einen Grammy gewannen, wurde gerade bei diesem Album vorgeworfen, Mark Knopfler zu kopieren. Als ich mir vor über 20 Jahren (erschienen ist es 1987) das Tull-Album kaufte, ist mir diese Ähnlichkeit natürlich auch sofort aufgefallen. Zum einen liegt es an Ian Andersons Gesang damaliger Tage, vor allem aber auch an Martin Barres Gitarrenspiel. Heute würde ich sagen: ähnlich ja, aber lange nicht gleich. Am ähnlichsten klingt Jethro Tull noch auf dem langsamen Stück She Said She Was a Dancer. Martin Barre spielt aber eindeutig mit Plektrum.
„Sultans of Swing“ wurde übrigens von den Lesern des Guitar World Magazines auf Platz 22 der besten Gitarrensolos der Rockmusik gewählt. Und laut Rolling Stone-Magazin ist Mark Knopfler unten den besten Gitarristen aller Zeiten auf Platz 27 zu finden. Immerhin Anerkennung auch auf breiter Ebene. Ach so: Für mich ist er sowieso einer der besten Gitarristen …
Genug geschwafelt. Hier eine schöne Videoaufnahme von diesem Stück:
Dire Straits: Sultans of Swing
Und zuletzt zwei weitere Live-Videos, die Mark Knopfler mit Eric Clapton zeigt. Zwei Meister haben sich gefunden:
In Zeiten von fragwürdigen Superstars und Idolen fragt man sich vielleicht, welche Idole man selbst hat. Es gibt sicherlich zwei Menschen, die ich zu meinen Idolen erklären könnte. Sie sind es, weil sie ein Ideal vertreten, dem auch ich mich verpflichtet fühle: Widerstand gegen Diskriminierung alles Art, aber gewaltlos. Da fällt sicherlich vielen gleich der Name Gandhi ein. Richtig! Der andere ist Martin Luther King, der wohl größte Führer des gewaltlosen Protestes für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA, der sich auf Gandhi berief.
Martin Luther King hatte mich schon in meiner Kindheit fasziniert. Besonders der so genannte Montgomery Bus Boycott in Alabama 1955/56, der über ein Jahr dauerte, am Ende aber erfolgreich war und durch den Martin Luther King bekannt wurde, hatte mich sehr beeindruckt.
Die Rassentrennung in den Bussen sah zu dieser Zeit vor, dass Schwarze nur bestimmte Sitzreihen in einem Bus nutzen durften. In Montgomery mussten sie vorne ihr Fahrgeld bezahlen und dann wieder aussteigen, um im hinteren Teil des Busses zu ihren Plätzen zu kommen – nicht selten fuhr dann der Busfahrer ab, ohne die Schwarzen einsteigen zu lassen. Hinzu kam eine ständige Belästigung durch die Fahrer und Mitfahrer, so dass diese rassistische Praxis für zunehmende Proteste sorgte. So wurde Rosa Parks am 1. Dezember 1955 in Montgomery festgenommen, nachdem sie sich geweigert hatte, ihren Platz für einen weißhäutigen Mitfahrer freizumachen. Diese Festnahme hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und führte unter den 42.000 Schwarzen in der Stadt zu dem Entschluss, zivilen Ungehorsam zu leisten. 381 Tage lang wurden die Busse durch die schwarze Bevölkerung boykottiert.
Ein anderes Ereignis sorgte ebenso für weltweites Aufsehen: Am 28. August 1963 demonstrierten friedlich mehr als 250.000 Menschen, darunter 60.000 Weiße und neben King sechs weitere schwarze Führer, auch um die Bürgerrechts-Gesetzgebung Präsident Kennedys zu unterstützen. Hier hielt King seine wohl bekannteste Rede I Have a Dream. Darin entwarf er seine Vision von einem Amerika, in dem Schwarze und Weiße gleichberechtigt miteinander leben.
„Ich habe einen Traum“, rief er, „dass eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenhaltern auf den roten Hügeln von Georgia am Tisch der Bruderschaft zusammensitzen können.“ Und er fuhr fort: „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden.“
Heute vor 40 Jahren wurde Martin Luther King durch die Gewehrschüsse eines weißen Rassisten tödlich verletzt.
Die Schlagzeilen überschlagen sich förmlich. Immer wieder liest man von weiteren Milliarden-Verlusten der Banken als Folge von Fehlspekulationen mit amerikanischen Hypothekenanleihen. Und wie von mir richtig vermutet, so hat auch Herr Ackermann, seines Zeichen Chef der Deutschen Bank, weitere Leichen im Keller, deren Gestank die Luft verpestet: weitere 2,5 Milliarden Euro wird die Bank abschreiben müssen. Gleiches gilt für die WestLB. Politiker wie Milbradt im Fall (wortwörtlich zu nehmen) der SachsenLB erdreisten sich, jede Mitverantwortung abzulehnen. Man kann es eigentlich schon nicht mehr hören.
Und kommt gleich heute die neueste Nachricht: Auch die BayernLB macht mehr Verluste als bisher befürchtet: 4,3 Milliarden Euro (wenn denn das alles wäre ist).
Aber: Die deutschen Banken haben die Finanzkrise laut einer Studie noch lange nicht überstanden und faule Kredite von rund 200 Milliarden Euro (wie Ackermanns Leichen) in ihren Büchern.
Da wird nun auch endlich Kritik an der Bankenaufsicht laut und kann eigentlich nicht laut genug sein. Länder wie Spanien, in denen diese Aufsicht offensichtlich noch funktioniert, haben nicht diese Probleme.
Das Ganze sollte und muss Konsequenzen haben. Angefangen mit den Bankchefs selbst. Herr Ackermann findet wohl seinen Hut nicht. Der Schweizer UBS-Präsident Marcel Ospel hat diesen bereits genommen. Aber die gesamte Bankenwelt muss sich fragen, ob diese Arten von Finanzspekulationen, die fast nichts anderes sind als Zockerei, nicht endlich eingedämmt werden, statt sich Sorgen zu machen, dass das Vertrauen der Anleger für einige Zeit verloren geht.
Der Ruf nach dem Staat wurde laut. Es kann aber nicht sein, dass der Staat, damit der Steuerzahler, für die Verluste aufkommt. Wenn der Staat und damit die Politik gefragt ist, dann nur im Zusammenhang mit Verboten dubioser Finanzjonglierereien.
Nun nicht alle Teddybären von Steiff sind Sammlerstücke. Eigentlich sollen sie auch für Kinder zum Spielen sein. Und so ist das nächste Stück aus Christas Bärchensammlung ein solches Spielzeug: die Handpuppe „Happy“. Besser eigentlich noch: Damit Eltern ihren Kleinen etwas vorspielen. Happy ist flauschig und strapazierfähig. Und da eben doch nicht bei uns als Spielzeug eingesetzt, so ist Happy trotz der Jahre noch im besten Zustand.
Teddy Handpuppe „Happy“
30 cm groß
Nummer auf dem gelben Stoffetikett: 6485/32
Fabr.Nr.: 253539
Vorsicht Leute, heute werdet Ihr in den April geschickt: Aprilscherze sind angesagt. Also nicht alles glauben, was man Euch erzählt oder was in den Nachrichten steht, z.B.:
Warnung vor dem Umweltgift Dihydrogen-Monoxid, einem Hauptbestandteil des sauren Regens, welches in Tumoren und Kernkraftwerken zu finden ist und beim Einatmen tödlich wirkt.
nun ist es mir doch nicht mehr gelungen diesen Beitrag rechtzeitig zu Ostern fertigzustellen, und daher kann ich Euch jetzt nur noch nachträglich wünschen frohe Ostern verbracht zu haben. Im Schnee waren die bunten Eier ja sicher auch für Euch leicht zu finden…
Wilfried hat sich in letzter Zeit verdient gemacht, indem er zu Ehren des 40-jährigen Jubiläums von Jethro Tull zahlreiche neue Videos erstellt und auf YouTube geladen hat – einen Überblick über die gesamte Schaffenszeit von 1968 bis heute und Raritäten aus den frühen Jahren (z.B. die Aufnahmen aus dem Chateau D’Herouville). Vielen Dank für diese Kostbarkeiten! Und in seinem letzten Beitrag hat er wieder viele neue Details und Links zu Jethro Tull Seiten geboten. Da kann ich leider nicht mithalten.
Ich hatte Euch letztes Mal versprochen noch ein paar Einblicke in die internationale Superstar-Suche zu geben, und so kommt hier also heute die Folge „American Idol“ (wenn ich auch eher bezweifle, dass Ihr darauf großen Wert legt…). Simon Cowells Bemerkung über die teilweise bescheidene Qualität der Teilnehmer an World Idol hat mich dazu veranlasst einmal einen Blick über den großen Teich zu werfen, was denn die Amerikaner diesbezüglich so zu bieten haben. Und ich muss zugeben – wer bei American Idol in die Endausscheidung unter die Top 12 kommen will, der muss schon wirklich singen können.
Natürlich hat so ein großes Land auch ein großes Reservoir an Talenten, und die Konkurrenz ist hier besonders hart. Jedes Jahr werden zwischen 70.000 und 100.000 Bewerber für die Show gecastet – zurzeit läuft gerade die 7. Staffel. Ich habe einmal überschlagen, dass eine Jury bei 100.000 Bewerbern und 3 Minuten Dauer je Casting bei 10 Stunden Arbeitszeit am Tag ziemlich genau 2 Jahre (500 Arbeitstage) benötigt, um sich alle Kandidaten anzuhören. Das wäre natürlich so nicht machbar, die Castings müssen innerhalb von ein paar Wochen abgewickelt werden. Die Kandidaten müssen daher schon zwei Hürden bei örtlichen Musikproduzenten o.ä. genommen haben, damit sie vor der Jury aus Simon Cowell und Co. vorsingen dürfen.
Da aus diesen zeitaufwändigen und teuren Castings wenigstens ein bißchen Geld wieder hereinkommen soll, werden die Auftritte vor der Star-Jury gefilmt. So können die ersten Anfänge der späteren Popstars dokumentiert werden, aber auch die Darbietungen skurriler Nichtskönner werden festgehalten und zur Belustigung im Fernsehen gesendet. Teilweise habe ich da ja fast Mitleid mit Mr. Cowell bekommen – es muss schon hart sein, wenn man sich tagelang von morgens bis abends solche Aufführungen ansehen und anhören muss.
Und da ich nun einmal so gerne Geschichten erzähle – hier jetzt ein Beispiel dafür, wie man dieser Tage in den USA ein Pop-Star wird. Diese Geschichte wird Euch wahrscheinlich ein wenig an Kurt Nilsen erinnern, und tatsächlich haben sich beide Geschichten im gleichen Jahr zugetragen und auch die Hauptdarsteller sind gleich alt.
Ende 2002 erscheint in Charlotte, North Carolina, ein junger Mann mit Namen Clay Aiken zu den Castings (die auf englisch übrigens Audition heißen) für die zweite Staffel von American Idol. Er singt Somewhere Over The Rainbow (meiner Meinung nach keine sehr glückliche Wahl), und da kann er seine „Startnummer“ 88 drehen und wenden, wie er will, er wird nicht einmal bis zu den Juroren vorgelassen. Er ist halt auch Einer von denen, die nie einen Plattenvertrag bekommen werden, weil bei ihrem Aussehen sowieso niemals jemand eine Platte von ihnen kaufen würde. Unvorstellbar, dass sich dieser Mr. Aiken schon bald kaum noch vor den Scharen seiner kreischenden, weiblichen Fans würde retten können. Kein Mensch würde vermuten, dass er hier einen künftigen Gewinner der Wahl zu „America’s sexiest Singer“ vor sich hat. Aber machen wir erst einmal der Reihe nach…
Von seiner Absage in Charlotte lässt sich Mr. Aiken nicht entmutigen. Er nimmt den Flieger nach Atlanta, Georgia, wo die nächsten Castings stattfinden, wartet dort 36 Stunden in der Schlange und campiert auf der Strasse. Diesmal schafft er es tatsächlich bis zu Simon und Randy vorzudringen, und was er zu hören bekommt, nachdem er Always And Forever vorgetragen hat, kommt uns bekannt vor: „Großartige Stimme, aber Du siehst nicht aus wie ein Pop Star“. Bemerkenswerterweise sagt Mr. Cowell den Satz allerdings genau anders herum: „Du siehst nicht aus wie ein Pop Star, aber großartige Stimme“. Und bekanntermaßen bringt man das schlagende Argument immer zum Schluss. Das Video zeigt nicht die komplette Audition, da wurde einiges herausgeschnitten, aber trotzdem scheinen mir doch die Amerikaner weniger zögerlich als die Norweger, den unkonventionell aussehenden Kandidaten durchzulassen. Am Aussehen kann man was machen, meint Randy, und tatsächlich wird Mr. Aiken im Laufe seiner Karriere sein Aussehen noch ganz erheblich verändern.
Jetzt hat er erst einmal eines der heißbegehrten goldenen Tickets nach Hollywood ergattert, aber damit ist er natürlich noch lange nicht im Fernsehen. Zusammen mit über zweihundert anderen Kandidaten muss er über Tage hin in endlosen Vor-, Zwischen- und Endrunden vorsingen, es wird gesichtet und gesiebt. Letztlich gelangt er in die Runde der 32 Kandidaten, die live im Fernsehen vorsingen dürfen, doch er kann die Zuschauer zunächst nicht überzeugen – er fällt durch. Allerdings bekommt er noch eine letzte Chance, er darf zusammen mit 5 weiteren Kandidaten um eine Publikums-Wildcard antreten (wurde die eigentlich extra für ihn erfunden?). Er singt Don’t Let The Sun Go Down On Me, und keine Sorge, das haben sie auch nicht getan. Ganz im Gegenteil, seine Sonne hatte gerade erst angefangen aufzugehen. Und so betritt Pumuckl, Markenzeichen abstehende Ohren, die Bühne von American Idol: Somewhere Out There.
Ja, Pumuckl hat etwas Magisches, man könnte auch sagen etwas Charismatisches. Und er lernt schnell. Nur wenige Wochen später, bei To Love Somebody, sieht er zwar immernoch aus wie Pumuckl, aber der Auftritt erinnert bereits mehr an Frank Sinatra. Ich will’s kurz machen – diese Musik ist ja wahrscheinlich auch nicht so ganz Euer Stil. Überraschenderweise gewinnt Mr. Aiken den Titel NICHT. Er wird mit einem denkbar knappen Rückstand von 0,5% Zweiter. Hinterher wurde von verschiedener Seite angezweifelt, ob das Ergebnis korrekt war. Tatsächlich waren wohl zum Zeitpunkt der Abstimmung die Telefonleitungen und der Wahlcomputer überlastet, viele Clay Fans beschwerten sich darüber, dass sie mit ihrem Anruf nicht durchgekommen seien. Die Produzenten der Sendung gaben später auch an, dass Clay Aiken in allen vorangegangenen Abstimmungen vor dem späteren Sieger Ruben Studdard gelegen habe. Aber letztlich kann das Mr. Aiken auch gleichgültig sein. Er war nach American Idol 2 ein gemachter Mann. Der Gewinner Ruben Studdard hatte dagegen eher bescheidenen Erfolg.
Clay Aiken gilt heute nach Kelly Clarkson und Carrie Underwood als der dritterfolgreichste Teilnehmer an American Idol. Wen es interessiert, der kann sämtliche von ihm gehaltenen Verkaufsrekorde und gewonnenen Preise bei Wikipedia nachlesen. Was mich an der Geschichte des Mr. Aiken so fasziniert hat, ist zweierlei. Zum Einen die unglaubliche Ironie des Schicksals, die sich durch sie hindurchzieht wie ein roter Faden und alle Erwartungen auf den Kopf stellt. Da kommt Mr. Aiken zu seiner Audition herein und antwortet auf die Frage, warum er da sei, achselzuckend und lachend mit den Worten „Well, I am the American Idol“. Das war sicher selbstironisch gemeint, und die Juroren können über diesen Scherz nicht einmal müde lächeln, aber es sollte sich als eine nackte Tatsache entpuppen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärt er dann noch im Rückblick auf American Idol 1, er hätte in dieser Konkurrenz gut der Erste oder mindestens der Zweite sein können (das wurde bei obigem Video herausgeschnitten). Präziser hätte er seine spätere Platzierung nicht voraussagen können.
Und so geht es gerade weiter: Mehr als einmal hat Mr. Aiken in frühen Interviews betont, dass ihm schon klar sei, dass er nicht auf einen Schönheitwettbewerb gehöre. Wo fand einer seiner ersten großen Auftritte nach American Idol statt? Auf einem Schönheitswettbewerb. Natürlich ging es dabei (This Is The Night) nicht um seine eigene Schönheit, aber offensichtlich fanden es die Veranstalter von „Miss America“ nicht unpassend, diesen „hottest guest star ever“ mitten zwischen die geballte „American Beauty“ zu stellen. So furchtbar „hot“ sieht er für meine Begriffe hier ja noch nicht gerade aus, aber das sollte sich auch noch ändern. Anfänglich wirkte es auf mich eher rührend, wie dieser Junge, der eigentlich noch aussieht wie ein halbes Kind, auf der Bühne steht und schmettert, dass die Halle bebt. Schon ein Jahr später wirkt er allerdings merklich gereift, und noch einmal drei Jahre später ist er nicht mehr wiederzuerkennen: Drei Versionen von Solitaire (2003 – 2004 – 2007).
Das Bemerkenswerteste an der Geschichte des Mr. Aiken ist aber wahrscheinlich seine geradezu unglaubliche Transformation vom kopflastigen, spießig-ungelenken Außenseiter (amerikanisch Nerd) zum witzig-unterhaltsamen Frauenschwarm mit Sex-Appeal. Eigentlich sollte man das für unüberbrückbare Gegensätze halten, Mr. Aiken schaffte die komplette Verwandlung innerhalb von etwa drei Jahren. Und hier das Ergebnis: Claymania Anno 2006 mit anschließendem Talkshow-Auftritt. Das hat mich ein wenig an die Metamorphosen des Mr. Anderson erinnert, wobei es da ein paar wesentliche Unterschiede gibt, und das nicht nur, weil die äußerliche Entwicklung der beiden Herren in umgekehrte Richtung verlaufen ist – bei Mr. Aiken spiegelt sie den Effekt von Erfolg und zunehmender Reife wider, bei Mr. Anderson sind die Ursachen wohl eher nachlassender Erfolg und zunehmendes Alter.
Dazu kommt, dass Mr. Aiken nach eigener Aussage kaum Einfluss darauf hat, wie er aussieht. Seine Aufgabe sei es zu singen, um sein Aussehen kümmern sich Andere. Und so kommt es, dass er inzwischen so ziemlich alle Haarfarben, Haarlängen und Frisuren durch hat, da haben sich seine Stylisten nicht lumpen lassen. Hier eine kleine (unvollständige!) Auswahl der Erscheinungsbilder des Mr. Aiken aus den letzten 5 Jahren in etwa chronologischer Reihenfolge. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass er wohl einer der meistphotographierten Männer der letzten Jahre sein muss, und das ist auch nicht weiter verwunderlich. Er ist einfach so ergiebig, denn er sieht ständig anders aus.
Jetzt fehlt aber noch ein wichtiger Aspekt. Oben habe ich geschrieben, Mr. Aiken habe sich vom „Nerd“ (mir fehlt irgendwie das passende deutsche Wort, so eine Art spießiger, zurückgezogener, intellektueller Bücherwurm…) zum „Hottie“ (braucht, glaube ich, keine Übersetzung…) entwickelt. Das stimmt so nicht ganz. Eigentlich ist es eher so, dass er gelernt hat, wie man sich jederzeit bedarfsgerecht vom Einen ins Andere verwandelt. Als ich neulich auf YouTube auf ein Video mit der Überschrift „Clay Aiken = Superman“ gestossen bin, habe ich zuerst gedacht, jetzt sind seine Fans völlig übergeschnappt. Bis mir aufgefallen ist, dass das garnicht so abwegig ist. Es ist vor allem diese rasend schnelle Verwandlung von Clark Kent in Superman, die auch er inzwischen perfekt beherrscht. Dazu kommt die verblüffende Ähnlichkeit der Namen Clark Kent und Clay Aiken. Das hat mir zu denken gegeben. Hier zum Vergleich:
Clark Kent
Superman
Clay Aiken
Superclay
Ist also Mr. Aiken der Superman unserer Tage? Oder geht hier einmal wieder meine überschwängliche Phantasie mit mir durch? Und mit dieser uns alle bewegenden Frage verabschiede ich mich für heute.
Es grüßt Euch ganz herzlich bis zum nächsten Mal Eure Kretakatze
PS.: Passend zu weißen Ostern möchte ich Euch nun doch zum Schluss noch ein kleines Weihnachtslied kredenzen. Natürlich wird es von niemand anderem gesungen als unserem wandlungsfähigen Mr. Aiken. Es heißt Mary, Did You Know, und wenn Ihr Euch noch an John Fogerty und „Mary, Don’t You Weep“ erinnert, dann ahnt Ihr schon, was Euch erwartet. Bleibt mir nur noch Euch einen guten Rutsch in die Sommerzeit zu wünschen…
so langsam werde ich wohl die Handbremse betätigen, sonst landet unsere gute Kretakatze auch noch bei der deutschen Variante von „American Idol“, DSDS mit Dieda Bohlen. Also Mark Madlook, oder wie der heißt, kommt mir nicht in mein Blog.
Okay, ich finde Deine „Geschichte“, wie Du es selbst nennst, liebe Kretakatze, rund um diesen Clay Aiken ganz witzig. Sie zeigt, dass so etwas wie der „amerikanische Traum“ durchaus noch möglich ist. Und nicht nur die Karriere von Clay Aiken, er selbst, ist sehr amerikanisch – für mich etwas zu sehr amerikanisch. Ich bestätige gern, dass er eine außergewöhnliche Stimme hat – trotz seiner Schmalbrüstigkeit. Aber alles klingt für mich sehr nach Gospelchor oder Musical. Wobei mir Gospel als solche besser gefallen als der Singsang von Herrn Aiken. Wem das gefällt, okay. Wenn es Dir, Kretakatze, gefällt, so ist das auch okay. Aber da höre ich doch lieber die leicht nasale Stimme von Herrn Anderson (aus alten Tagen, versteht sich).
Superstar? Für viele ist er sicherlich ein Superstar. Und wenn man das Bankkonto von Herrn Aiken einsehen könnte, dann dürfte dieses der Höhe nach das eines Superstars sein. Aber schon allein mit dem Begriff Superstar habe ich meine Probleme (wie vor allem mit dem Begriff Idol). Ian Anderson war und ist nie mein Idol gewesen. Und er selbst wird sich nie als Superstar gefühlt haben. Ich denke, dass das ganze Superstar-Gerede auch ziemlich typisch amerikanisch ist, das sich leider mit den Jahren auch bei uns eingebürgert hat (z.B. DSDSuperstar). Um in Deutschland ein Superstar nach amerikanischem Vorbild zu werden, dann müsste schon jeder zweite Deutsche die Scheiben von einem kaufen.
Natürlich hat uns Kretakatze Clay Aiken auch deshalb präsentiert, weil das anfängliche Äußere des guten Mannes bestimmt nicht die spätere Karriere erahnen ließ. Nun wurde uns durch Dich, Kretakatze, Herr Aiken gewissermaßen in Zeitraffer vorgestellt. Die Bilder aber stammen aus einem Zeitraum von fünf bis sechs Jahren. Da ist der anfangs recht junge Mann schon allein äußerlich gereift (fülliger geworden mit leichtem Bartwuchs). Die Brille wich schon früh einem Satz Kontaktlinsen. Und die großen Ohren wurden dann von längeren Haaren kaschiert. Den Rest besorgten Stylisten. Nein, so verwunderlich findet ich den Wandel gar nicht. Und ein halbwegs forsches Auftreten war schon am Anfang vorhanden, wenn auch noch etwas ungelenk. Aber auch das lässt sich mit der Zeit ‚korrigieren’. – Was mich interessiert: Wie bekannt ist Clay Aiken eigentlich in Deutschland? (Lt. Amazon.de ist der Verkaufsrang von der CD „A 1000 Different Ways“ bei 145205 – da schneidet ja Jethro Tulls „Live in Montreux“ auf Platz 29874 besser ab, die CD, nicht die DVD, die sich weit besser platziert hat – und Medlock/Bohlens Machwerk „Dreamcatcher“ ist z.B. auf Platz 276 bei den CDs) Bisher habe ich von ihm nichts gehört, aber das ist nicht verwunderlich, weil mich diese Art von Musik (samt dem ganzen Klimborium) nicht sonderlich interessiert. Und wenn ich das richtig sehe, so gehen die Verkaufszahlen selbst in den USA doch gewaltig zurück, wenn sie auch noch sehr hoch sind. Clay Aiken ist, so denke ich mir, ein Typ Sänger, der sich schnell ‚verbraucht’. Und ich sage (schreibe) es noch einmal: Da ist mir ein Ian Anderson lieber, der es immerhin auf 40 Jahre Musikerdasein gebracht hat.
Ich selbst, wie in diesem Blog der letzten Tage ablesbar ist, bin musikalisch in die 70-er Jahre abgetaucht. Da ward Ihr beiden noch junge Spunde, wie man bei uns sagt. Das waren natürlich auch die besten Jahre von Jethro Tull. Überhaupt boten besonders die ersten Jahre der 70-er viel erstklassische Musik. Flowerpower und Psychedelische Musik wurden ad acta gelegt. Es wurde experimentiert, Stile gemischt (besonders Jazz und Rock) und viele auch technisch hervorragende Musiker betraten die Bühne. Es wurde – einfach gesagt – wieder Musik gemacht. Der Großteil meiner Plattensammlung stammt aus dieser Zeit. Sicherlich werdet Ihr nicht an allem Gefallen finden, was mich damals begeistern konnte (und was ich heute noch gern höre, wenn vieles auch den etwas indiskreten Charme jener Jahre hat). Da aber viele alte Scheiben technisch aufpoliert den Weg zurück in die Verkaufregale gefunden haben, deutet doch einiges darauf hin, dass diese Musik auch heute noch ihr Publikum findet (und nicht nur bei den alten Hasen).
Ach, Kretakatze hat mich mit ihrem „American Idol“-Kram irgendwie aufs Glatteis gebracht. Und da finde ich den Weg nicht mehr zurück. So soll es für heute genügen.
Und: Kretakatze beginnt sich langsam Sorgen um Lockwood zu machen. Ich weiß nur, dass er vor einigen Tagen seinen 45. Geburtstag gefeiert hat: Und ich habe das glatt vergessen. Tut mir Leid: Von dieser Seite also alles Gute für Dein neues Lebensjahr, Lockwood.
Heute keine Links und keine Bildchen (damit hat uns Kretakatze ja reichlich eingedeckt). Nein, so kann ich mich nicht verabschieden. Hier also ein Video mit einem uralten Micky Maus-Cartoon und … mit Locomotive Breath unterlegt (nun ja, so ganz passt das eigentlich nicht, wenn ich mir auch Herrn Anderson durchaus in der Rolle von Donald Duck vorstellen könnte):
Locomotive Breath – Jethro Tull
Man liest voneinander Viele Grüße aus der norddeutschen Tiefebene Euer Willi
P.S. Lockwood – ein Lebenszeichen, bitte! Nur ein kurzes Lebenszeichen!
ich schäme mich. Ich schäme mich dafür, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Das ist wirklich kein guter Stil. Eure Sorge um mich rührt mich, sie ist aber Gottseidank unbegründet; es geht mir ganz gut. Zwar hatte ich wie wir alle mit den Tücken des Alltags zu kämpfen, aber eigentlich bin ich ok.
Zu Eurem aktuellen Thema „DSDS“ möchte ich auch noch meinen Senf zugeben: Ich habe die letzten Sendungen der laufenden Staffel in Ausschnitten gesehen. Und ich muss sagen: Die Kandidaten, die jetzt noch im Rennen sind (zurzeit acht) sind alle jung, attraktiv und sehr gut bei Stimme. Besonders die Mädels. Trotzdem oder gerade deswegen kann ich mich nicht für sie erwärmen. Sie sind sich alle zu ähnlich, zu kompatibel. Es sind keine „Typen“ darunter. Sie scheinen alle aus der selben Form gegossen. Wer aussieht wie Tom Waits oder Shane MacGowan und es trotzdem schafft, der ist ein Superstar. Und wenn man schon das Pech hat, gut auszusehen, sollte man sich durch besondere Fähigkeiten unverwechselbar machen, wie z.B. Kate Bush.
Tom Waits (von dem ich durch Wilfried zum ersten Mal hörte) ist wirklich ein interessanter Typ, weit weg von jedem Mainstream, äußerlich wie inhaltlich. Nach Mr. MacGowan ist er vielleicht der häßlichste Mann, der sich je dem Rampenlicht ausgesetzt hat. Diesem Neandertaler-Schädel sind aber einige schöne Melodien entsprungen. So entstammt z.B. Springsteens „Jersey Girl“ Waits’ Feder. Mir als agnostischem Pseudo-Katholiken gefällt auch sein Chocolate Jesus .
Ansonsten hat sich bei mir in Sachen Musik nicht viel getan. In einem bekannten Internet-Auktionshaus habe ich für eine Handvoll Euros ein CD-Album der Don Kosaken ersteigert. Dieses Album habe ich seit ca. 25 Jahren auf Vinyl, aber deren Qualität wird im Laufe der Jahrzehnte nicht besser. CDs sind halt auch praktischer. Es packt mich jedesmal, wenn ich diesen Chor höre. Hier könnten die Superstars dieser Welt lernen, wozu die menschliche Stimme in der Lage ist.
Lieber Wilfried, vielen Dank für Deine guten Wünsche zu meinem Geburtstag ! Der Zahl nach bin ich der Jüngste von uns Dreien, aber nachdem ich heute vier Fahrräder und zwei Autos geputzt habe, schmerzt mein Rücken wie bei einem Greis. Na ja, das vergeht auch wieder.
Ich beende mein Schreiben mit einem Gefühl der Erleichterung. Das schlechte Gewissen ob meiner langen Abwesenheit ist erst einmal wieder besänftigt. Habt Dank für Eure Treue !
Im April 1967 wagte der Geschichtslehrer William Ron Jones zusammen mit Schülern und Lehrern an der Cubberley High School in Palo Alto ein Experiment, The Third Wave, das jetzt mit Jürgen Vogel unter dem Titel „Die Welle“ verfilmt wurde: Um nachzuweisen, dass auch heute noch fast jeder von faschistischen Parolen verführt werden kann, verleitet der Lehrer seine Schüler dazu, sich als Elite zu betrachten. Jeder erhält klar umrissene Aufgaben, wird dabei strengen Einschränkungen unterworfen. Wer mitmacht, kommt weiter, wer sich weigert, fliegt raus, notfalls mit Gewalt.
Mal ehrlich, Herr Vogel, für wie realistisch halten Sie die Vorgänge im Kinofilm?
Jürgen Vogel: Das funktioniert heute noch ganz genauso wie vor siebzig Jahren. Und warum? Weil viele einsam sind, aber alle zu einer Gruppe gehören möchten, Teil von etwas Besonderem sein wollen. So etwas findet heute doch permanent statt!
Wie meinen Sie das?
Zurzeit wird in Kenia ein ganzes Volk manipuliert, Freunde und Nachbarn bringen sich plötzlich um, weil zwei machthungrige Politiker es so wollen. Vor 14 Jahren war es in Ruanda ganz ähnlich. Damals starben eine Million Menschen. Das Prinzip ist immer dasselbe: Wenn du nicht einer von uns bist, musst du dran glauben!
Aber in Deutschland …
Klar, mit einer SS-Uniform funktioniert das natürlich nicht mehr, die Lektion haben wir alle gelernt. Aber der Wahlkampf in Hessen ging doch in die Richtung: Buhmänner finden, den Wählern Feindbilder einreden und sich dann als Retter feiern lassen. Gott sei Dank war das zu unreflektiert vorbereitet – aber lassen Sie da mal jemanden mit mehr Charisma auftreten.
Wie haben Sie sich im Film als Anführer so einer Gruppe gefühlt?
Macht macht an, ganz klar. Auch wenn ich privat keine Führerqualitäten habe, kann ich durch die Rolle sehr gut nachvollziehen, wie der Lehrer von der Erotik der Macht verführt wird. Alle hängen an seinen Lippen, sind diszipliniert, er fühlt sich wie ein Held. Interessant ist doch, dass nicht nur die Kids, sondern auch die Erwachsenen diesem Spiel erliegen.
Interview aus: TV-Movie Nr. 6/08
Es gibt viele Beispiele dafür, dass faschistoide Parolen auch heute noch zünden, und das nicht nur bei Unterschichtlern und Außenseitern. Das möchte der Film „Die Welle“ (D 2008 – Regie: Dennis Gansel – Darsteller: Jürgen Vogel, Christiane Paul u.a.) aufzeigen. Ich denke, dass ihm das ganz gut gelungen ist. Und es hat immer etwas mit „gruppendynamischen Prozessen“ zu tun. Gerade junge Menschen schließen sich gern einer Gruppe von Gleichgesinnten an, was immer darunter auch zu verstehen ist. Hat diese Gruppe einen charismatischen Führer, dann kann dieser die Gruppe auch dahin führen, wohin die Einzelnen eigentlich gar nicht wollen.
Lebensmittel und Energie werden teurer und teurer. Die Inflationsrate für März beträgt schon 3,1 %. Und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange, sagen Experten. Aber dazu braucht man kein Experte zu sein. Und auf uns kleine Steuerzahler kommt noch einiges mehr zu. Denn wer hat am Ende für die Fehlspekulationen z.B. einer BayernLB den Geldbeutel aufzuhalten? Na, wer …?
Eine Nachricht, die keine ist: Die Olympischen Spiele finden ohne Kanzlerin und Bundespräsident statt: Angela Merkel und Horst Köhler werden nicht zu den Sommerspielen reisen. Das sei jedoch nicht als Absage zu deuten. Beide hätten nie die Absicht gehabt, hieß es. In welcher Disziplin wollten denn beide eigentlich starten?
Oje, Wordstar, eines der ersten Textverarbeitungsprogramme für private Anwender, hatte ich auch auf meinem ersten PC. Die Bedienung mit der Tastatur musste schon gekonnt sein. Und was man am Monitor sah, entsprach längst nicht dem, was aus dem Drucker kam. Immerhin: Seit nun 30 Jahren dürfen am PC Texte verarbeitet werden.
Warum nicht gemeinsam, sondern gegeneinander? In einer Umfrage des US-Fernsehsenders CNN gaben 28 Prozent der Clinton-Anhänger an, für die Republikaner stimmen zu wollen, falls Clinton nicht zur Kandidatin wird. Umgekehrt sagten 19 Prozent der Obama-Anhänger, sie würden sich für McCain entscheiden, falls Clinton bei der Präsidentenwahl antreten sollte. Die Zerrissenheit, gar Selbstzerfleischung der demokratischen Partei ist das einzige Mittel, das McCain zum Präsidenten machen kann. Bessere Wahlhelfer als die Demokraten kann McCain also gar nicht haben.
Internetprovider dürfen auf Vorrat gespeicherte Daten nur bei Verdacht auf eine schwere Straftat an die Behörden weitergeben. Dazu zählt Musikpiraterie aber nicht – die Musikindustrie klagt dennoch weiter. Vielleicht sollte endlich das Grundgesetz geändert werden, damit der Datenschutz bei Urheberrechtsverletzungen ganz allgemein aufhoben wird. Aber wer schützt die Musiker vor der Musikindustrie?
Anfang der 70er Jahre galt mein Interesse einer Musik, die Elemente des Jazz mit der der Rockmusik mischte. Und neben Colosseum und dem Mahavishnu Orchestra war das die britische Band „If“, die besonders durch die Bläsersätze (Saxofon) auffiel und damit Gruppen wie Blood Sweat & Tears and Chicago Konkurrenz machen wollte. Leider gelang es nur teilweise, und ebenso wie Colosseum trennte man sich schon früh wieder. Immerhin ragten aus der Musikerriege zwei Instrumentalisten hervor, die in der Jazzsparte Poll Winner bei der damals angesehenen Musikzeitschrift „Melody Maker“ wurden: Dick Morrissey (Saxofon und Querflöte) and Terry Smith (Gitarre).
Aus jener Zeit vor über 35 Jahren habe ich lediglich eine Musikkassette von der Gruppe aus dem Jahre 1971: If 3. Leider gibt es im Internet nicht allzu viel Material von der Band. Und bei youtube gibt es auch nur einen Mitschnitt aus dem Bremer Beat-Club, der am 25. September 1971 ausgestrahlt wurde: „Forgotten Roads“ von dem angesprochenen Album. Bemerkenswert finde ich dabei das Gitarrensolo.
In den letzten Jahren sind einige der alten Scheiben als CD neu aufgelegt worden und mithin käuflich zu erwerben – so auch If 3.
Der folgende Bär aus Christas Sammlung ist leider ohne Hinweis auf den Hersteller, also ohne Knopf im Ohr, Etikett oder dergleichen. Wir erinnern uns nur daran, dass er während einer Wartezeit im Bahnhof Hamburg-Dammtor vor einigen Jahren gekauft wurde (dürfte jetzt etwa 5 Jahre her sein). So etwas kommt eigentlich nicht vor; meist weist zumindest ein kleines Etikett darauf hin, welche Firma den Teddy hergestellt bzw. importiert hat. Ungeachtet dessen hat ihn Christa gern in ihre Sammlung aufgenommen, weil die Verarbeitung ordentlich ist und der Teddy als solches nicht in größerer Anzahl vorhanden sein sollte (vielleicht kann einer von Euch weitere Hinweise geben). Hier also Graf Dracula als rund 30 cm großer Teddybär in grau-schwarzer Farbe mit rot-schwarzem Umhang. Vorsicht vor seinen Zähnen!
Vampirbär "Dracula" – 30 cm groß mit rot-schwarzem Umhang – gekauft bei Stofftiergarten Körber, Bahnhof Hamburg-Dammtor