Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!
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Am 13.Juni 2009 trafen sich nach einem Aufruf im Internet auf StudiVZ über 5000 Jugendliche zur Strandparty auf Sylt. Wie die Heuschrecken überfielen die party-geilen Feierwütigen die Insel und trafen sich am Strand von Westerland. Dabei kam es am Samstag auch zu Schlägereien und Alkoholexzessen. Die Party folgte dem Prinzip des Flashmobs – einem spontanen Massenaufruf via Internet oder SMS. Zurückblieb jede Menge Müll.
Orte wie St. Peter-Ording an der Nordsee oder Timmendorfer Strand an der Ostsee sind gewarnt.
myvideo.de bietet nicht nur kurze Videoschnipsel sondern seit einiger Zeit auch Filme in voller Länge zum Gratisgucken an. Sicherlich sind das nicht die aller Neuesten, aber vielleicht möchte man ja doch den einen oder anderen Film (noch) einmal sehen.
Gemeinsam für ein sicheres Deutschland. Die Kampagne „Du bist Deutschland“ war 2005 der Beginn einer positiven Stimmungswelle im ganzen Land. Diese gebündelte Energie hat sich 2009 umgekehrt, denn nun bist du potenzieller Terrorist und wirst überwacht: Du bist Terrorist, wenn vielleicht auch nur ein potentieller (schlimm genug!).
Naja, eigentlich etwas doof, aber wie jeder weiß, können Politiker Computer nicht bedienen. Deswegen bekommen sie Internetseiten immer nur als Ausdruck ihrer Bediensteten zu Gesicht. Man spricht deshalb auch von den sogenannten Internet-Ausdruckern. Nun machen wir es ganz einfach. Mit einem minimalen Schnipsel CSS-Code schützen wir alle Seiten vor dem Ausdrucken. Und schwupps – kein Politiker wird jemals wieder eine Internet-Seite zu Gesicht bekommen.
Die Ferien- und Urlaubszeit steht an. Auch wenn das Geld nicht reichen sollte, eine längere Reise zu unternehmen, so möchte man doch seinen lieben Kleinen einige unterhaltsame Stunden bieten. Wenn es zudem noch lehrreich ist, dann ist es um so besser. Jede größere Stadt hat ihre Museen. Und seit vor 40 Jahren das Exploratorium in San Fransisco seine Pforten öffnete, haben Science Center auch bei uns in Deutschland einen Siegeszug angetreten. So gibt es hierzulande inzwischen zahlreiche Mitmach-Museen.
Bei uns in der Nähe, d.h. in Bremen, gibt es seit der Weltausstellung 2000 in Hannover das Universum Bremen. Mit unseren beiden Jungen (und oft auch mit Freunden von ihnen) haben wir bereits öfter dieses Erlebnismuseum besucht (siehe meinen Beitrag: AlbinZ im Universum).
Also schnell einige Butterstullen geschmiert, Eier hartgekocht oder eine Schüssel Kartoffelsalat zubereitet – und mit dem Auto oder der Bahn (mit den Ländertickets der Bahn können bis zu fünf Personen fahren – sie gelten meist auch in Verkehrsverbünden) kann es dann losgehen. Viel Spaß!
Im texanischen Alamo Bay am Golf von Mexiko lebt man vom Krabbenfang, doch Flüchtlinge aus Südvietnam machen den einheimischen Fischern das Leben zunehmend schwer. Der Vietnam-Veteran Shang will sich die unliebsame Konkurrenz vom Hals schaffen.
“In den Jahren nach dem Fall Saigons flüchtete eine Million Vietnamesen aus ihrem Land, von denen viele hofften, in den USA ein neues Leben aufbauen zu können. Diese Geschichte beruht auf einer Reihe von Ereignissen, die sich an der Golfküste von Texas zwischen 1979 und 1981 abspielten“, heißt es im Vorspann. Einer von diesen Flüchtlingen ist der junge Vietnamese Dinh. Er kommt mit viel Hoffnung und Vertrauen in den american way of life nach Alamo, ein texanisches Fischerstädtchen am Golf von Mexiko, Anfang der 1980er Jahre. Seit jeher ernährt man sich hier vom Krabbenfang. Doch mit den ersten Flüchtlingen, die sich als fleißige und geschickte Fischer entpuppen, ist die Stimmung angespannt.
Der alte Wally wird offen angefeindet, weil er den Fremden Arbeit auf seinen Krabbenkuttern gibt. Vor allem zwischen dem Vietnam-Veteranen Shang und Wally herrscht Verbitterung, wenn auch nicht nur wegen der Vietnamesen: ihre Feindschaft schwelt schon seit langem, denn Shang und Wallys Tochter Glory verbindet seit Jahren eine heiße Affäre, obwohl Shang inzwischen verheiratet und Vater ist. Auch zwischen dem Paar kommt es zu ernsten Spannungen, Shang reagiert eifersüchtig und wütend auf Glorys Freundschaft zu ihren „Gastarbeitern“, die sie als gleichberechtigte Partner behandelt – vor allem zu dem ehrgeizigen aber höflichen Dinh, der fleißig auf ein eigenes Boot spart.
Als Shangs eigener Kutter von der Bank gepfändet und konfisziert wird, eskaliert die Situation, aus der latenten Feindseligkeit lodern die Flammen offenen Hasses, der Ku Klux Klan schaltet sich ein und nützt die Gunst der Stunde. Dinh wird brutal aus einer Kneipe geprügelt, die Fischer organisieren einen Streik, um die Vietnamesen zu verjagen, anscheinend mit Erfolg auf der ganzen Linie. Die unwillkommenen Neubürger packen ihre Koffer und verlassen den Ort. Doch dann kehrt Dinh mit seinem Freund Ben zurück. Er will sich nicht noch einmal vertreiben lassen, nicht noch einmal der Gewalt weichen wie in seiner Heimat – und in Glory findet er eine Mitkämpferin. Sie fährt mit den beiden aufs Meer hinaus, obwohl sie weiß, dass sie damit alle Fischer gegen sich aufbringt – an ihrer Spitze den unberechenbaren Shang.
Louis Malle (1932-1995), der zehn Jahre lang, von 1976 bis 1986, in den USA lebte und arbeitete und in dieser Zeit fünf Spiel- und zwei Dokumentarfilme drehte, stemmt sich in diesem auf authentischen Ereignissen beruhenden Kinofilm aus dem Jahre 1985 gegen den damaligen Trend in den USA, die Veteranen des Vietnamkrieges zu Helden zu machen, wie es die „Rambo“-Kinoserie und Michael Ciminos „Im Jahr des Drachen“ versuchten, um das Trauma des verlorenen Krieges zu lindern. Malle zeigt den krassen Hass der „Verlierer“ gegen südvietnamesische Boat People und Einwanderer, die doch genauso Opfer des Krieges sind wie sie selbst, vertrieben vom neuen kommunistischen Regime.
Die Musik zu „Alamo Bay“ schrieb kein Geringerer als Ry Cooder, der damit bei einem weiteren Film für den Soundtrack verantwortlich zeichnete. Bei YouTube habe ich einen Ausschnitt aus dem Film gefunden. Zuletzt das Musikstück von Ry Cooder, das das musikalische Thema (Theme From Alamo Bay) zu dem Film bildet. Der Soundtrack zu dem Film ist zusammen mit der Musik für den Film „The Border“ (deutsch „Grenzpatrouille“) aus dem Jahr 1982 von Tony Richardson und mit Jack Nicholson sowie Harvey Keitel.auch auf CD erhältlich: Ry Cooder: The Border / Alamo Bay.
Alamo Bay (1985) Harbor Confrontation
Ry Cooder: Theme From Alamo Bay aus Alamo Bay (Soundtrack) (1985)
Im Netz kursieren allerhand Mitschnitte von Aufnahmen der Gruppe Jethro Tull (siehe auch meinen Beitrag: Coverversionen & Bootlegs von Jethro Tull). Jetzt hat sich wohl einer die Mühe gemacht, das ganze bisher unveröffentlichte Material der Gruppe zu sammeln und ebenfalls im Netz bereitzustellen. Es handelt sich dabei nicht etwa um Aufnahmen von Stücken, die wir von offiziellen Ton- und Bildträgern, sprich CDs und DVDs, her kennen, sondern um ‚Tunes’, die meist für eine bestimmte Tournee mit ins Programm genommen wurden (z.B. Bach’s Double Violin Concerto).
So sind 49 Stücke zusammengekommen, einiges an Intros (Ouverture wäre zuviel gesagt) und Ends, Instrumentals, also Soli von Gitarre und/oder Keyboards und Drums; Dave Peggy bringt Fairport-Conventionelles mit (einige Jigs), auch ein Stück von Andy Giddings darf nicht fehlen (Parrot) und das allwegs bekannte Girl from Ipanema, das am 08.08.1988 in São Paulo, Brasilien, angestimmt wurde. Fast zuletzt ist das Stück „Drive“ zu hören, ein Orchesterstück von und mit Ian Anderson an der Flöte, das 1999 zu einem Soundtrack zu dem Film „Mystery, Alaska“ gehörte. Die Qualität ist nicht immer die beste, aber für echte Tull-Fans ist diese Sammlung natürlich schon so etwas wie ein Schmankerl.
The Border, zu deutsch Grenzpatrouille, ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1982 in der Regie von Tony Richardson und mit Jack Nicholson sowie Harvey Keitel. Die Musik stammt von Ry Cooder, den wir bereits als Komponisten diverser Soundtracks zu anderen Filmen kennen. Für den Soundtrack zu diesem Film wurden u.a. auch zwei Lieder von Domingo Samudio verwendet, besser bekannt als Sam the Sham von der Tex-Mex-Band Sam the Sham & the Pharaohs aus den 60er Jahren.
Vielleicht noch einige Anmerkungen zu Filmmusik allgemein. Diese wird meist eingesetzt, um die optischen Eindrücke zu untermalen bzw. zu unterstützen oder gar zu verstärken. Man spricht hierbei von Underscoring. Diese Musik nennt man auch Off-Musik, also eine Musik, die die eigentlichen Filmcharaktere nicht wahrnehmen. Im Gegensatz dazu ist On-Musik eine Musik, die auch die Protagonisten des Film wahrnehmen, z.B. wenn im Film in einer Bar die Musikbox spielt. So genannte Soundtracks, also Musik, die auf Musik-CDs veröffentlicht wird, unterscheidet man oft in Samplers und Scores. Ein Score ist in der Regel die Musik, die speziell für den Film komponiert wurde und dem genannten Underscoring (immer Off-Musik) dient. Hierzu gehört auch ein Leitmotiv, das wiederkehrend bestimmten Charakteren oder Handlungssträngen zugeordnet wird. Ein Sampler enthält dagegen meist Lieder, die sowohl Off- als auch On-Musik sein können, also Lieder oder Stücke, die oft nicht extra für einen Film komponiert wurden (wie z.B. die zwei Lieder von Domingo Samudio) und ‚nur’ thematisch gut zu einem Film passen. Oft erscheinen auf einem Sampler auch Stücke, die im Film gar nicht angespielt wurden.
Aber weiter zur Thematik des Filmes: Er handelt von einer Grenzpatrouille (United States Border Patrol) an der Grenze zwischen Texas und Mexiko und dem Problem der illegalen Einwanderung von Mexikanern in die USA. Dabei werden Menschenschmuggel bis hin zu Menschenhandel (von Kindern, die als Adoptivkinder verkauft werden) anhand von Einzelschicksalen thematisiert.
Hier zunächst ein Trailer zu dem Film:
Tony Richardson. The Border (Grenzpatrouille)
… und ein etwas längerer Filmausschnitt (im Original):
Jack Nicholson: The Border
Zuletzt aus dem Soundtrack zu diesem Film das Stück “Too Late”, das Ry Cooder u.a. mit John Hiatt (Gitarre, Gesang) und Jim Keltner (Drums), die immer wieder bei Plattenaufnahmen von Cooder mitwirkten, eingespielt hat:
Ry Cooder/John Hiatt u.a. – Too Late
Übrigens: Den Film gibt es heute Abend auf Tele5 im Fernsehen.
Ich weiß nicht, wie es denen geht, die nicht nahe der Küste leben. Aber für mich, der nun einmal in der norddeutschen Tiefebene haust, haben Leuchttürme etwas Faszinierendes. So kommt ein Tag wie der am Sonntag, den 14. Juni, geradezu recht: Elbe-Leuchtturm-Tag von Hamburg bis zur Nordsee. An diesem Tag öffnen in der Zeit von 10 bis 17 Uhr immerhin zehn dieser Leuchttürme für das interessierte Publikum ihre Türen.
Was mich besonders erstaunt ist, dass insgesamt 56 Leuchttürme die Elbe allein zwischen Hamburg und Nordsee säumen. Diese finden sich zwischen Neuwerk in der Elbmündung und Bunthäuser Spitze an der Trennung zwischen Norder- und Süderelbe. Jedes hat seinen eigenen Takt, seine eigene unverwechselbare Farbkennung. 43 von ihnen sind noch aktiv und für den Schiffsverkehr unverzichtbar.
Die Leuchttürme entlang der Elbe sind eindrucksvolle Belege der über 100-jährigen Navigations- und Ingenieurskunst. Sie lassen sich vereinfacht in Leitfeuer und Richtfeuer unterscheiden. Die Leitfeuer lenken die Schiffe durch schwierige Gewässer, indem sie z.B. durch verschiedenfarbige Lichter sicheres und unsicheres Fahrwasser kennzeichnen. Ein Richtfeuer dagegen besteht aus zwei Leuchttürmen: dem höheren Ober- und dem kleineren Unterfeuer. Zusammen kennzeichnen sie die Mitte des tiefen Fahrwassers. Sieht der Schiffsführer die Lichter in einer senkrechten Linie mit seinem Schiff, so befindet er sich auf der Richtfeuerlinie; sieht er die Lichter verschoben, muss er den Kurs korrigieren.
Wieder einmal hat Wolfgangs Schatzkammer eine Reihe von Konzertaufnahmen für uns bereits, die auch mich interessieren (und für Lockwood ist auch ein Slade-Konzert dabei).
Keine vielen Worte dazu, nur soviel: Viel Spaß beim Hören!
Allzu viel Geld haben wir nicht im Säckel. Aber für einige Tage wollen wir doch aus den eigenen vier Wänden hinaus: Es ist nicht mehr lang hin, dann beginnen die Sommerferien – und auch mein Urlaub lässt nicht lange mehr auf sich warten.
Zu Pfingsten war ich ja mit meiner Familie und dem Austauschschüler aus Polen für einen Tag in Cuxhaven und dort bei Ebbe im Wattenmeer wandern. Von Cuxhaven kann man zu Fuß oder mit der Pferdekutsche einen Ausflug zur Insel Neuwerk unternehmen. Und so kam uns die Idee, vielleicht einmal mehrere Tage auf der Insel zu verbringen. Wir haben nun einmal ein Faible für Inseln.
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und für eine Reise zu planen, wenn es denn auch nur eine kurze Reise wird, macht viel Spaß. Am Montag nun forschte ich im Internet nach Unterkünften auf Neuwerk und der Möglichkeit mit der Fähre dorthin zu kommen.
Von Cuxhaven fährt in der Sommerzeit täglich eine Fähre zu der kleinen Insel. Und eine Ferienwohnung für uns vier war auch schnell gefunden, gebucht und bestätigt.
Insel Neuwerk
Mit meiner erster Urlaubswoche geht es nun also nach Neuwerk. Die Insel ist wie Helgoland eine ‚verwaltungstechnische’ Besonderheit. Als Stadtteil „Insel Neuwerk“ gehört sie im Bezirk Hamburg-Mitte zur Freien und Hansestadt Hamburg und liegt im südöstlichen Teil der Nordsee bzw. im nordwestlichsten Teil der Elbmündung ca. 13 km von Cuxhaven entfernt. Neuwerk gehört zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und ist geprägt von den Gezeiten. So sollte man beim Wattwandern schon wissen, wann das nächste Hochwasser kommt. Auf jeden Fall bietet die Insel viel entspannende Ruhe und selbst meine Söhne freuen sich schon sehr auf den Inselaufenthalt.
Die letzten Amerikaner (auch im Verleih als „Kommando Bravo“, im Original „Southern Comfort“) ist ein 1981 erschienenes Kriegsdrama des Regisseurs Walter Hill. Die stimmungsvolle Südstaaten-Filmmusik wurde vom langjährigen Mitarbeiter Hills Ry Cooder komponiert.
Der Film handelt von einer Reserveübung der Nationalgarde, die an einem Wochenende in den Sümpfen von Louisiana stattfindet. Dabei kommt es zu Auseinandersetzungen mit den einheimischen Cajuns, einer frankophonen Bevölkerungsgruppe, die immer mehr eskaliert.
Wie in John Boormans «Beim Sterben ist jeder der erste» thematisiert Walter Hill («Nur 48 Stunden») die Überheblichkeit des Zivilisationsmenschen, seine Dummheit und Ignoranz gegenüber der Natur. Das Mißverständnis beginnt dort wie hier damit, daß die Wildnis lediglich als sportliche Herausforderung betrachtet wird. Der packende Actionthriller ist darüber hinaus eine interessante Studie über die Entstehung von Gewalt und nicht zuletzt auch eine politische Parabel über den Vietnamkrieg. (CINEMA)
Von der Musik von Ry Cooder heißt es u.a.: „Von schleppenden Gitarrenklängen untermalte Kamerafahrten durch überflutete Sumpfwälder künden bereits im Vorspann von kommendem Unheil, …“ ODER „Untermalt wird der Film von der unheilvollen Musik Ry Cooders.“
Auch wenn es nicht ein Film ist, den ich mir unbedingt angucken möchte, so ist doch erkennbar, dass es Ry Cooder gelingt, auch in einem Film wie diesen (irgendwo zwischen Thriller und Kriegsdrama) mit seiner Musik zur dichten Atmosphäre der Handlung beizutragen. Hier zunächst der Trailer zum Film im Original:
Southern Comfort Trailer (1981)
Zuletzt ein Stück aus dem Soundtrack von Ry Cooder zu dem Film:
Ry Cooder: Theme From Southern Comfort aus Southern Comfort (Soundtrack) (1981)
Es ist eine so einfache wie geniale Idee, die der große amerikanische Literat F. Scott Fitzgerald („Der große Gatsby“) in seiner 1921 erschienenen Kurzgeschichte „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ durchspielte: Wie würde das Leben eines Mannes aussehen, der rückwärts altert, also als Greis auf die Welt kommt und als Säugling stirbt?
Benjamin Button (Brad Pitt) kommt 1918 mit dem Aussehen eines 80-jährigen zur Welt. Der schockierte Vater entledigt sich unverzüglich des greisen Winzlings, und so wächst Benjamin bei Pflegemutter Queenie (Taraji B. Henson) im Altenheim auf. Dort freundet er sich mit Daisy an, der Enkelin einer Insassin. Als sich der immer jünger werdende Benjamin und Daisy (Cate Blanchett) viele Jahre später wiedersehen, beginnt nach einigen Anlaufschwierigkeiten eine wunderschöne Liebesgeschichte. Doch Benjamin weiß, dass seine biologische Uhr erbarmungslos in die andere Richtung läuft: Eines Tages wird Daisy nicht nur ihre Tochter, sondern Ben als zweites Kind haben.
Der seltsame Fall des Benjamin Button – deutscher Trailer
Der Film Der seltsame Fall des Benjamin Button in der Regie von David Fincher (USA 2008), der u.a. für Ry Cooder 1988 das Musikvideo zu „Get Rhythm” drehte, ist bestes amerikanisches Erzählkino und erinnert mich sehr an Forrest Gump mit Tom Hanks in der Titelrolle. Erfreulich ist immer wieder, das Hollywood auch noch Geld für solche Filme hat und nicht allein auf Action-Kracher setzt.
Heute findet nun auch in Deutschland die Wahl zum Europaparlament statt. Es wird mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung gerechnet – wahrscheinlich unter 40 %.
Er sei absolut politisch, „deshalb wähle ich auch nicht mehr.“ Europa sei ihm zu abstrakt und unverständlich geworden. Brüssel sein für ihn das Synonym für Regulierungswut: „Bürokraten sind überall, sie beherrschen uns.“ Mit einer Wahl fürchtet er, dieses System zu unterstützen. Außerdem ist er mit dem politischen Personal unzufrieden.
So äußert sich Oliver Thiele, freier Kameramann in Berlin. Als Gründe für die Europaskepsis gelten die fehlende Transparenz europolitischer Entscheidungen und die geringe Wahrnehmung des Europa-Parlaments. Außerdem hat das Europaparlament das Handicap, dass es selbst keine Regierung und keinen Regierungschef in Europa bestimmen kann. Für viele Wähler ist das aber ein wesentlicher Bestandteil einer Wahl: die, wenn auch indirekte Einsetzung einer Regierung.
Ich selbst bin mir bis heute noch nicht sicher, ob ich wirklich zur Wahl gehen werde. Ich teile die Skepsis vieler Bürger. Brüssel, das heißt für mich in erster Linie Bürokratie. Allein Stimmenverweigerung wird aber keine Reform dieses erstarrten Europas bringen. Es müssen zusätzlich andere Wege gefunden werden.
Nachtrag: Nach heißen Diskussionen mit meinem älteren Sohn, der zum ersten Mal wählen darf, habe ich mich entschlossen, doch zur Wahl zu gehen: Jede nicht abgegebene Stimme ist eine verlorene Stimme. Man kann seinen Protest gegen die Europa-Bürokratie auch dadurch zum Ausdruck bringen, indem man z.B. eine ungültige Stimme abgibt. Zwar hat die Abgabe einer ungültigen Stimme keinen Einfluss auf das Wahlergebnis, aber in der amtlichen Wahlstatistik werden ungültige Stimmen explizit aufgeführt. Ansonsten empfehle ich die Wahl der Piratenpartei.