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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Ry Cooder als Gastmusiker bei Eric Clapton

Nein, die Wege von Ry Cooder und Eric Clapton kreuzen sich nicht erneut. Es ist über 25 Jahre her, dass sich beide zu der Aufnahme eines Albums von Eric Clapton getroffen hatten: Money and Cigarettes aus dem Jahre 1983.

Leider beschränkte sich die Zusammenarbeit der beiden Gitarristen aufs Musikstudio; es gibt meines Wissens also keine Aufnahmen von Live-Auftritten. Trotzdem möchte ich dieses Zusammentreffen nicht unerwähnt lassen, zumal ich neben dem 1981 erschienenen Clapton-Album Another Ticket eben auch diese 1983 veröffentlichte Scheibe besitze.

Ry Cooder ist immer wieder als Gastmusiker in Erscheinung getreten und spielte so u.a. mit den Rolling Stones (Love in Vain, Sister Morphine), Van Morrison (Full Force Gale), Randy Newman, Steve Ripley (The Tractors), John Lee Hooker u.a. Nebenbei schrieb Ry Cooder die Musik zu rund 20 Filmen.

Aber zurück zur Zusammenarbeit von Cooder und Clapton. Hier zunächst über amazon.de Hörbeispiele zu Money and Cigarettes

Track listing
1. „Everybody Oughta Make A Change“ (Sleepy John Estes) – 3.16
2. „The Shape You’re In“ (Clapton) – 4.08
3. „Ain’t Going Down“ (Clapton) – 4.01
4. „I’ve Got A Rock ‚N‘ Roll Heart“ (Steve Diamond, Troy Seals, Tony Seals, Eddie Setzer) – 3.13
5. „Man Overboard“ (Clapton) – 3.45
6. „Pretty Girl“ (Clapton) – 5.29
7. „Man In Love“ (Clapton) – 2.46
8. „Crosscut Saw“ (R.G. Ford) – 3.30
9. „Slow Down Linda“ (Clapton) – 4.14
10. „Crazy Country Hop“ (Johnny Otis) – 2.46

Produced by : Tim Dowel

Musicians :
· Eric Clapton – slide guitar, electric guitar, vocals
· Ry Cooder – slide guitar, electric guitar
· Donald „Duck“ Dunn – bass
· Roger Hawkins – drums
· Albert Lee – keyboards, acoustic guitar, electric guitar, vocals
· John Sambataro – background vocals
· Chuck Kirkpatrick – background vocals

Hier auch noch ein Titel in voller Länge:


Eric Clapton – Pretty Girl

Das erste Stück des Albums „Everybody Ought to Make a Change“ spielte Eric Clapton am 20. September 1983 live in der Royal Albert Hall in London beim ARMS Wohltätigkeitskonzert. Mit ihm traten viele weitere Größen der Rockmusik auf, u.a. die Stones Bill Wyman und Charlie Watts sowie Chris Stainton, Stevie Winwood, Andy Fairweather-Low, und Ray Cooper (der Perkussionist, nicht Ry Cooder).

Clapton spielt hier die Slide-Gitarre. Vergleicht man seinen Stil mit dem von Ry Cooder, dann wird wohl auch dem Laien klar, warum man Cooder (und nicht Clapton) zu den weltbesten Slide-Gitarristen zählt, oder?


Eric Clapton -„Everybody Oughta Change Sometime“ 1983

Autoren lesen: zehnseiten.de

Es ist immer schwer, den „Markt“ zu überblicken, im Auge zu behalten, was gerade angesagt ist. Das gilt für viele Dinge, für Musik – und auch für Literatur. Da kommt die Website zehnseiten.de gerade richtig: Diese Website will Literatur im Internet angemessen präsentieren.

Zehn Seiten ...

Der Autor liest dabei zehn von ihm selbst ausgewählte Seiten aus seinem Buch. Dadurch bekommt der Leser unmittelbare Informationen über Text und Verfasser. Und entdeckt vielleicht so nebenbei einen Autoren und sein Werk, das ihn begeistert.

Skizirkus und Murmeltiere

Die alpine Ski-WM in Val d’Isère ist zu Ende gegangen (und die Murmeltiere können ihren Winterschlaf fortsetzen), da kommt die Biathlon-WM in Pyeongchang/Südkorea gerade in Fahrt (d.h. morgen ist Ruhetag). Der Skizirkus hat seinen Saisonhöhepunkt erreicht – und die deutschen Sportler dürfen sich mit Medaillen schmücken.

Bei der alpinen Ski-WM gab es neben einigen Platzierungen unten den jeweils zehn Besten auch zwei Goldmedaillen für die Damen (Kathrin Hölzl im Riesenslalom und Maria Riesch im Slalom), also ein gutes Ergebnis.

Alpine Ski-WM 2009 in Val d'Isère/Frankreich

Alpine Ski-WM in Val d’Isère bei zdf.de

Der Auftrakt der Biathlon-WM wird überschattet von dem dreifachen Doping-Skandal in der russischen Mannschaft, begann dann aber für die deutsche Mannschaft wie schon gewohnt positiv (von der Leistung her, nicht vom Doping): Gold und Silber für Kati Wilhelm. Dazu noch einmal Silber für Simone Hauswald.

Kurios: Björndalen verläuft sich zum Anfang des 10-km-Verfolgungsrennen und wird wie auch andere Läufer mit einer einminütigen Zeitstrafe belegt, muss also die sichere Goldmedaille gegen Bronze eintauschen. Sieger wird somit der Russe Maxim Tchoudov (war da nicht etwas mit der russischen Mannschaft?). Aber nein, nach einem Protest-Hickhack steht endgültig fest: Der falsche Weg brachte ihm keinen Zeitvorteil: Daher hat der Norweger Ole Einar Björndalen doch das Verfolgsungsrennen bei der Biathlon-WM in Pyeongchang gewonnen.

Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang/Südkorea

Biathlon-WM in Pyeongchang/Südkorea bei zdf.de

Zweifelhafte Ehrung: der Darwin Award

Der Naturwissenschaftler Charles Darwin postulierte, dass die Auswirkungen der natürlichen Selektion im Laufe der Zeit dazu führen, dass sich die Individuen so entwickeln, dass sie bessere Fähigkeiten als ihre Vorfahren aufweisen. Dies wird auch „Überleben der Bestangepassten“ genannt.

Zu Ehren von Charles Darwins Hypothese wird jährlich der Darwin Award (Website auf englisch und teilweise auf deutsch) an die (Reste von) Individuen verleihen, die alles in dem Versuch gegeben haben, unseren Genpool zu verbessern. Wir applaudieren jenen, die das ultimative Opfer erbracht haben, indem sie sich selbst in der außergewöhnlichsten und dümmsten Art und Weise töteten. Diese Auszeichnung wird fast immer posthum verliehen, vorzugsweise vor der Vermehrung.

Hauptsächlich erinnert dieser Preis an diejenigen, die den Genpool desinfizierten, indem sie innovativ schwachsinnige Wege fanden, sich selbst zu töten und dadurch halfen, unerwünschte Schwächen von den Genen zu entfernen. Die individuelle Absicht und Selbstopferung der Nominierten sowie die spektakulären Methoden, durch die sie sich selbst entfernten, sind lobenswert und sollen nicht verspottet werden. Tatsächlich ist es jedoch eine zweifelhafte Ehre, einen Darwin Award zu erhalten.

Darwin Award

Hierzu die Regeln für eine Nominierung

siehe auch zdf.de: And the winner is … Die Darwin-Awards und der menschliche Genpool (mit einigen originellen Fallbeispielen)

Berlin. London. Sankt Petersburg.

Jede Großstadt hat ihre markanten Punkte, Wahrzeichen. Täglich werden diese Plätze von unzähligen Besuchern aufgesucht und – unzählige Male fotografiert. Und: Auch Großstädte unterliegen dem Wandel. Eine Stadt, wie man diese vor zehn, 20 oder mehr Jahren besucht hat, ist oft nur in diesen markanten Punkten wiederzuerkennen.

Fotos haben für mich etwas immer wieder Faszinierendes. Das gilt für alte Fotos, noch in schwarz-weiß, von Menschen und Gebäuden vor fast 100 Jahren. Das gilt für beeindruckende Landschaften, aber auch für Fotos aus großen Städten. Und dort eben nicht nur die markanten Punkte, aber auch …

Das Internet macht wie so vieles so auch dies möglich: Anhand ungewöhnlicher Bilder kann man sich auf eine virtuelle Stadtrundfahrt begeben. Es gibt für eigentlich jede große Stadt auch mindestens einen Fotoblog.

[sorry, kein Bild]
Berlin – Brandenburger Tor

London - Towerbridge
London – Towerbridge

St. Petersburg heute – Leningrad 1941/44
St. Petersburg heute – Leningrad 1941/44

Hier nur eine kleine Auswahl. Zunächst Berlin in Bildern. Dann weitere Berlin-Fotos, deren Betrachtung sich lohnen [1] [2] [3].

Sehenswert finde ich auf jeden Fall die London-Fotos „London from above, at night” also London abends und von oben [1] [2].

Zuletzt Fotos aus St. Petersburg, die sich mit alten Aufnahmen aus dem früheren Leningrad kreuzen, die aus der Zeit der Belagerung der Stadt von deutschen Truppen vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 stammen: Sankt Petersburg/Leningrad

Nachtrag zur Grammy-Verleihung 2009

Bei der Grammy-Verleihung 2009 sahnten das Duo Robert Plant (genau der Led Zeppelin-Sänger) & Alison Krauss sowie die Gruppe Coldplay wohl am meisten ab.

Ich bin kein großer Freund von Preisverleihungen und richte bestimmt nicht meinen Geschmack danach aus, obwohl ich mich damals 1989 schon gefreut habe, als Jethro Tull auch einmal einen Grammy bekam (was ich aber erst viel später erfuhr). Und so geht eine entsprechende Grammy-Verleihung eigentlich von mir unbeachtet vorbei.

Aber wie bereits 2008 als Joan Armatrading (Bestes zeitgenössisches Blues-Album), Tom Waits und Ry Cooder (beide: Bestes zeitgenössisches Folk-/Americana-Album), Musiker, die ich sehr schätze, für einen Grammy nominiert waren, wenn auch nicht gewannen, so gab es auch bei der diesjährigen Verleihung zwei Preisanwärter, die mich interessieren.

Im ersten Fall gab es sogar einen Grammy in der Kategorie: Beste Darbietung eines Rockinstrumentals (Best Rock Instrumental Performance): für „Peaches En Regalia“ (siehe Videos bei youtube) von Zappa Plays Zappa. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das der Sohn von Frank Zappa, Dweezil Zappa, leitet und an dem u.a. Musiker wie Steve Vai, Terry Bozzio, Napoleon Murphy Brock u.a. beteiligt sind. Richtig müsste es dann „Dweezil Zappa plays Frank Zappa“ heißen.

Grammy 2009 für (Dweezil) Zappa plays (Frank) Zappa
Dweezil Zappa in der Mitte

Die andere Nominierung war wie ein Jahr zuvor wieder in der Kategorie Bestes zeitgenössisches Folk-/Americana-Album (Best Contemporary Folk/Americana Album) und wieder für Ry Cooder, diesmal für das Album ”I, Flathead”. Ry Cooder, in diesem Blog öfter schon erwähnt, hat bereits mehrere Grammys in der Vitrine zu Hause stehen. Diesmal klappte es allerdings wieder nicht. Das Album „Raising Sand“ von Robert Plant & Alison Krauss, das auch in anderen Kategorien erfolgreich war gewann diesen Grammy.

A flathead one more time

Three o’clock, thismorning, I woke up in a dream.
Thought I heard a flathead motor roar, I thought I smelled gasoline.
A feeling came upon me, that I ain’t had in years.
Something like a hot dry wind, whistling past my ears.
Saying „time, time, time is all you got“.
There’s a memory that’s still burning, way down in my mind.
And that’s why, I’m going out and trying, a flathead one more time.

I ain’t seen my racing buddies in thirty years, or more.
One by one I lost them, out on the dry leaf floor.
We learnt to push those flathead cars as hard as they could go.
Just like old Whiskey Bob, down on Thunder Road.
I hear their voices calling, just accross the finish line.
And that’s why, I’m going out and trying, a flathead one more time.

I’ll get back to you baby, don’t you have no fear.
‚Cos I been there, and I wrecked that, and baby I’m still here.
But I can’t take you with me, when I cross the finish line.
And that’s why, I’m going out and trying, a flathead, one, more, time.

Time, time, time is all you got.

Ein Rennfahrer, ein Mann aus dem Weltraum und ein Mädchen aus Trona, Kalifornien. Mit „I, Flathead“ vollendet RY COODER seine Kalifornien-Trilogie, die er mit „Chavez Ravine“ (2005) begann und „My Name Is Buddy“ (2007) fortführte. Und wieder überrascht der findige Songwriter auf 14 Songs mit einer Fülle von Ideen und einem atmosphärenstarken Gemisch aus Folk, Blues, Mariachi, Western & Country, Rock’n’Roll und Pop.

Hatte „Chávez Ravine“ vom Verlust der Geschichte und der Heimat erzählt und „My Name Is Buddy“ von Solidarität und Zusammenhalt berichtet, beschreibt „I, Flathead“ den Aufbruch der amerikanischen Nachkriegsgeneration in etwas ganz Neues. Eine Do It Yourself-Kultur von Außenseitern, die sich aus alten Kriegsmaterialien sagenhafte Rennmaschinen für den Geschwindigkeitsrausch auf den Salzseen zusammenbasteln und in eine scheinbar grenzenlose Zukunft blicken. Die Songs des Albums sind die Songs Kash Buks, des hartgesottenen Salzebenen-Rennfahrers und Bandleaders, der zugleich die erzählende Hauptfigur der Story ist. Er wird begleitet von seiner Band The Klowns, der 17-jährigen Roxanne und Kashs außerirdischen Kumpel Shakey. Dazu gehört dann noch eine ganze Reihe von Freunden, Feinden, Verliebten und Dragster-Fans, die die Story bevölkern. Sie alle stammen aus RY COODERS Novelle „I, Flathead“, die der streng limitierten Luxus-Edition von „I, Flathead“ praktischerweise beigefügt ist. In dieser errichtet COODER ein Universum, in dem „eigenartige Leute die Norm sind“ und sich aus Science-Fiction- und Motorsport-Magazinen rekrutieren.

Aus: Cooders Biografie bei warnermusic.de

Zum Schluss des Albums, in dem Song „5000 Country Music Songs“ wird endgültig deutlich, dass ein Mann auf ein Leben zurückblickt, dessen Hoffnungen und Träumen in der Desillusion enden. Die besteht aus einem Trailer als Wohnung, zwei verrosteten Cadillacs und ein paar Tausend Liedern, die kein Mensch in der Country-Zentrale Nashville haben will.


Ry Cooder – Waitin‘ For Some Girl

Hörbeispiele bei amazon.de

Zuviel Eitelkeit zur Unzeit

1. Frau Merkel ist eine Ziehtochter von Helmut Kohl. Wie er so neigt auch sie dazu, Sachen auszusitzen, anstatt diese anzupacken.

2. Auch heute noch verhält sich die CSU zur CDU wie ein vernachlässigtes, unverstandenes Kind zum Stiefvater.

Zu 1.: Anstatt Herrn Seehofer, Bayerns Ministerpräsidenten, der in letzter Zeit anscheinend die Richtlinien der Bundespolitik zu bestimmen scheint, zur Ordnung zu rufen, lässt sie die Zügel schleifen.

Zu 2.: Weil er sich von der Bundeskanzlerin, Frau Merkel, übergangen fühlte und in der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht eingebunden wurde, tritt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) von seinem Posten zurück. Hinzu kam dann auch noch der Druck von Seiten seines CSU-Vorsitzenden (ebenfalls Herr Seehofer), der über ihn entsprechenden Einfluss auszuüben gedachte.

In normalen Zeiten steht es sicherlich der CSU und damit dem CSU-Vorsitzenden zu, den Nachfolger zu benennen, was Herr Seehofer mit Herrn von Guttenberg auch tat. Aber muss es wirklich ein in Wirtschaftsfragen eher unbedarfter Newcomer sein? Ich maße mir nicht an, über Herrn von Guttenberg, Glos’ Nachfolger, ein Urteil zu fällen. Allein aus Reihen der CDU kommt reichlich Kritik an dieser Personalie.

In Zeiten einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist Seehofers Personalentscheidung äußerst bedenklich. Sie offenbart Eitelkeiten, die jetzt völlig fehl am Platze sind. Und sie offenbart auch den Mangel an Wirtschaftskompetenz der Union, wie es selbst der Finanzexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt (CDU), feststellt.

Und so nebenbei: Im Herbst stehen Bundestagswahlen an. Mir graut jetzt schon vor einer Regierungsbeteiligung der freien Demokraten, die sich bisher als Nutznießer der Finanz- und Wirtschaftskrise erwiesen haben und nicht unbedingt durch Sachverstand glänzten.

Helgoland – ist die Insel reif?

Vor knapp 300 Jahren riss eine Sturmflut die natürliche Verbindung zwischen der Hauptinsel und der Düne, den zwei Inselteilen Helgolands, weg. Jetzt plant ein Hamburger Bauunternehmer und Hotelier auf Helgoland, Arne Weber, die Insel wieder zu vereinen und dabei auf fast die doppelte Größe zu erweitern.

Weber will eine Stahlbetonspundwand in den Felsgrund rammen, bis zur gegenüberliegenden Westseite der Düne. Gut fünf Meter hoch über dem Wasser, zwölf Meter tief, 1000 Meter lang. Sand braucht Weber auch. Zehn Millionen Kubikmeter davon will er mit Baggern aus dem Dreieck zwischen Elbmündung, Wesermündung und Helgoland saugen lassen und auf das Helgoländer Felsenwatt aufspülen. Und damit Helgoland um 100 Hektar erweitern, auf fast die doppelte Fläche. 80 Millionen Euro soll das kosten, sagt Weber. Das Kieler Umweltministerium hält die Zahlen für realistisch und das Projekt „aus wasserwirtschaftlicher Sicht“ für möglich.

Dort, wo im Moment nichts als Wasser ist, sieht Weber schon Hotels, einen Golfplatz, den Anleger für Kreuzfahrtschiffe, den Badestrand. Er will die Insel wiedervereinen – und spaltet sie zugleich.

Im vergangenen Jahr kamen 334000, fast ein Fünftel weniger als 2006. Das liegt nicht nur am Wetter, denn wenn es stark stürmt, fallen Fähren und Flüge aus. Es liegt auch am verschnarchten Image, der dem „Fuselfelsen“, dem Duty-Free-Shop im Meer, anhaftet. Die zollfreie Zone gilt als Einkaufsparadies für Kaffeefahrten. Wegen des Fusels kommen die Tagestouristen aber längst nicht mehr.

Helgoland heute
Helgoland heute

Helgoland nach der Sandaufspülung
Helgoland nach der Sandaufspülung

Der Rückgang der Besucherzahlen nagt an der Lebensfähigkeit der Insel. Viele junge Leute sehen keine Perspektive und ziehen weg. Lebten früher einmal fast 3000 Bewohner auf der Insel, so sind es heute nur noch knapp 1300. Im Winter müssen sich etliche Helgoländer arbeitslos melden – doch die Lebenshaltungskosten sind hoch. 16 Prozent gewann die Linke bei den Kommunalwahlen 2008 – so viel wie in sozial gebeutelten Stadtteilen von Großstädten.

Das Projekt Aufspülung spaltet die Helgoländer: Die Jungen sind dafür, die älteren eher dagegen. Ein Argument dagegen: Die mächtige Strömung der Nordsee würde durch die Sandaufspülung umgelenkt und die Badedüne, das Herzstück Helgolands, abtragen. Und riesige Hotelbauten würden den Anblick der Insel auch nicht gerade verbessern.

siehe hierzu „Hamburger Abendblatt“ vom 6. Februar 2009

Wie ein Mercedes ohne Stern
Mein Lieblingsplatz: Am Meer

Dinge, die man im Leben getan haben sollte

Einmal im Leben einen Baum gepflanzt haben, ein Kind gezeugt oder einmal einen Zwölf-Zylinder-Wagen gefahren haben – da gibt es Listen, die einem aufzeigen sollen, was man im Leben mindestens einmal getan haben sollte, damit das Leben sinnvoll war.

Man kann davon halten, was man will. Sicherlich gibt es da vieles, was von sich aus schon nicht sinnvoll ist – und um ein zufriedenes, sinnvolles Leben zu führen, sind diese ‚Dinge’ auch nicht unbedingt nötig.

Trotzdem möchte ich hier eine ‚erweiterte’ Liste vorstellen: Es sind dann auch gleich 200 Dinge, die man gemacht haben sollte. Vielleicht gibt es da für den einen oder anderen Anregungen, doch noch etwas zu tun, was dazu beiträgt, zufriedener zu werden: 200 Dinge

Spaßeshalber habe ich die Liste ‚abgearbeitet’ und bin dabei immerhin auf 76 Dinge gekommen, die ich bisher gemacht habe. Damit liege ich immerhin über dem Durchschnitt.

Obama und die deutschen Wurzeln

Wenn jeder dritte US-Amerikaner deutsche Vorfahren hat, dann wundert es keinen, wenn auch amerikanische Präsidenten auf deutsche Vorfahren zurückblicken können. Bei dem neuen US-Präsidenten, Barack Obama, wundert man sich dann aber doch. Das ist doch ein Afro-Amerikaner oder nicht?

Nun die Hauptfarbe verrät es gleich: Ein Elternteil, nämlich die Mutter, war weiß – und genau die hat u.a. deutsche Vorfahren, mithin auch Barack Obama.

Obamas Vater, Barack Hussein Obama Senior (1936–1982), stammte aus Alego in Kenia und gehörte zum Luo-Volk. Obamas Mutter, Stanley Ann Dunham (1942–1995), war eine weiße US-Amerikanerin aus Wichita im Bundesstaat Kansas. Die Eltern lernten sich als Studenten an der Universität von Manoa, Hawaii kennen. Sie heirateten 1961 in Hawaii, als in anderen Teilen der USA Ehen zwischen Schwarzen und Weißen noch verboten waren.

1964 ließen sie sich scheiden. Der Vater setzte sein Studium an der Harvard University fort. Obama sah ihn als Zehnjähriger zum letzten Mal. Er hat väterlicherseits drei ältere und drei jüngere Halbbrüder sowie eine jüngere Halbschwester namens Auma, die in Heidelberg studiert hat.

Die Mutter heiratete einen Indonesier und späteren Ölmanager und zog mit ihm und ihrem Sohn Barack 1967 nach Jakarta. Sie gebar dort Obamas jüngere Halbschwester Maya.

Barack Obama als Kind mit seiner Mutter

Barack Obama hat also deutsche Wurzeln, und zwar in Gestalt seines Ururururururgroßvaters. Christian Gutknecht hieß der Mann, 1722 im elsässischen Ort Bischweiler geboren (der damals unter der Herrschaft eines bayerischen Pfalzgrafen stand, heute zu Frankreich gehört und Bischwiller heißt). Mit 24 heiratete Gutknecht eine Maria Magdalena Grünholtz, drei Jahre später wanderten sie nach Amerika aus, wo sie am 13.September 1749 an Land gingen. Bei der Übersetzung seines Namens ins Englische erhob Christian Gutknecht sich vom „Knecht“ zum Edelmann und nannte sich zunächst „Goodknight“. Da das „k“ in seiner neuen Sprache lautlos blieb, verwandelte er den Namen weiter zum eingängigen „Goodnight“. Obamas Ururururururgroßvater erlebte, vermutlich als Farmer in Pennsylvania, die Amerikanische Revolution und die Gründung der USA. Er starb am 26. Dezember 1795 in – Germantown.

Deutscher Stammbaum von Barack Obama

Von Christian Goodnight geht es über sechs Generationen und die US-Staaten Virginia und Indiana nach Kansas zur Geburt von Obamas Mutter Stanley Ann Dunham im Jahr 1942. Sie brachte mit 18 Jahren ihren Sohn Barack Obama zur Welt, 212 Jahre nach Christian Gutknechts Atlantiküberquerung.

Können wir Obamas Germanness noch etwas genauer haben? Yes, we can! Obama ist zu 4,6875 Prozent deutsch. Das hat der amerikanische Genealoge William Addams Reitwiesner unter Einbeziehung aller bekannten Vorfahren errechnet. (Eine andere Linie führt zum Beispiel nach Heilbronn, bis ins Jahr 1616.) Deutschland scheitert damit zwar knapp an der Fünfprozenthürde, liegt damit aber immerhin an dritter Stelle – hinter dem kenianischen Volk der Luo mit 50 und englischen Vorfahren mit 37,3 Prozent.

siehe hierzu zeit.de: Der deutsche Obama

Unterschrift von Barack Obama

Mesut Özil – neue Integrationsfigur?!

Es bedurfte eigentlich keiner Studie, um zu wissen, dass Zuwanderer aus der Türkei schlechter in Deutschland integriert sind als andere Gruppen. Jetzt wissen wir: Jeder Dritte ist ohne Schulabschluss. Die Gründe sind vielfältig. Neben der allgegenwärtigen Ablehnung durch die deutsche Gesellschaft ist ein Grund sicherlich auch der, dass türkische Migranten viel zu lange geglaubt haben, Deutschland wäre nur ein Provisorium für sie.

Mesut Özil mit Diego

Nun nominiert der Fußballbundestrainer Joachim Löw den erst 20 Jahre alten Mesut Özil von Werder Bremen für die A-Nationalmannschaft, nachdem sich Özil, der bereits zehn Mal für die deutsche U-21-Nationalmannschaft gespielt hat, dafür entschieden hat, weiterhin für Deutschland spielen zu wollen. Mesut Özil ist Türke und in Gelsenkirchen geboren. Seine Familie lebt allerdings in der dritten Generation in Deutschland. „Zwei Herzen schlagen in meiner Brust“, sagt der junge Fußballer. Und er hat es sich nicht leicht gemacht mit seiner Entscheidung: Lange hat der türkische Nationaltrainer Fatih Terim um den 20-Jährigen geworben. Aber vergeblich.

Das freut natürlich auch besonders die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer: „Seine Nominierung ist ein wichtiges Signal für die Integration der Migranten in Deutschland. Özil setzt ein Zeichen für Migranten, sich in Deutschland aktiv einzubringen und zu engagieren. Zudem zeigt sein großer Erfolg anderen Menschen aus Zuwandererfamilien: Der soziale Aufstieg ist möglich, Anstrengung lohnt sich.“

Mesut bedeutet „Freude“, aber auch „Glück“. Der Wechsel des jungen Spielers vor genau einem Jahr zum SV Werder Bremen war auch ein Glück für diesen Verein, denn Özil überzeugt nachhaltig mit guten Leistungen und hat es so zum Stammspieler gebracht. Trotzdem kommt die Nominierung durch Bundestrainer Löw für das Testspiel der A-Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Norwegen ziemlich überraschend.

Man sollte die Erwartungen an Mesut Özil natürlich nicht zu hoch schrauben, weder sportlich noch in der Rolle als neue Integrationsfigur. Wenn er aber durch seine Entscheidung, für Deutschland zu spielen, dazu beiträgt, die Zuwanderer aus der Türkei in Deutschland zu mehr Integration zu motivieren, dann ist das nicht nur ein sportlicher Erfolg.

Natürlich hat jede Medaille auch ihre Kehrseite: Das Gästebuch von Mesut Özils Website musste geschlossen werden, da er dort von aufgebrachten Türken übel beschimpft wurde.

siehe hierzu Videos: Der Grenzgang des Mesut ÖzilNiersbach: Özil ohne türkischen Pass – DFB-Generalsekretär über Integration im Fußball