Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Frühzeitiger Winterbeginn

Der Wetterbericht hatte es schon früh angekündigt: Gestern nun kippte das Wetter, die Temperaturen sanken gegen null und statt Regen, begann es zu schneien. Schnell verwandelte sich der Schnee leider in Matsch. Zum Leidwesen der Kinder. Aber inzwischen, seit gestern Abend, haben wir leichten Dauerfrost. Und es schneite auch noch etwas, sodass sich uns heute eine winterliche Landschaft auftat. Und das bei klarem Himmel mit viel Sonnenschein. Wie kann Winterwetter schöner sein. Und das soll sich auch noch einige Tage so halten.

Abendlicher Schneehimmel

Schnee auf Büschen am Abend

Abendlicher Schneehimmel

Schnee auf Büschen am Abend

Engel im Schnee bei Sonnenschein

Buddha im Schnee bei Sonnenschein

Engel im Schnee bei Sonnenschein

Buddha im Schnee bei Sonnenschein

Meine 10 größten Gitarristen der Rockgeschichte: Frank Zappa

Zappa hatten wir hier schon öfter. Und in Meine Lieblingslieder – Teil 2 hatte ich darauf hingewiesen, dass er einer der größten Gitarristen der Rockgeschichte war, womit ich wieder beim Thema bin: Meine 10 größten Gitarristen der Rockgeschichte. Inzwischen dürften es bereits mehr als zehn sein, oder?

Nun bei wikipedia findet sich folgender Eintrag zu Zappa als Gitarristen:

Neben seinen Qualitäten als Komponist, Arrangeur und Bandleader konnte Zappa auf der E-Gitarre auch als Instrumentalist überzeugen. Er selbst sah sich an „als Komponisten, dessen Hauptinstrument eben die Gitarre ist“. Andere zählten ihn zu den talentiertesten und begabtesten Gitarristen seiner Zeit, zu den „echten Gitarrenhelden der Sixties“ oder „zu den eigenwilligsten und kompetentesten Gitarristen der Szene“. Bewundert wurde seine eigenwillige Spielweise.

Typisch für seine Spielweise ist die große Experimentierfreude, mit der Zappa zu Werke ging. Ein Merkmal ist die für die Rockmusik ungewöhnliche Länge seiner Soli. Zappa unterschied sich von vielen anderen Gitarristen auch dadurch, dass er bei seinem Spiel sämtliche Lagen des Griffbrettes einbezog. Seine Spieltechnik, die sich durch mitunter atemberaubende Schnelligkeit auszeichnet, hielt er selbst nicht für herausragend: „Ich bin kein virtuoser Gitarrenspieler. Ein Virtuose kann alles spielen, ich kann das nicht.“ Allerdings sehe er sich durchaus in der Lage das zu spielen, was er kenne und habe dazu eine hinreichend schnelle manuelle Fertigkeit entwickelt. „Wenn ich einen Ton mit der rechten Hand anschlage, spiele ich mit der linken Hand fünf. Ich schlage nicht alle Noten an, die ich spiele.“

Zappa sah sich also selbst nicht als virtuosen Gitarrenspieler? So kann nur einer reden, der an sich und andere höchste musikalische Ansprüche stellt. Und die stellte er wohl …

Erst vor Kurzem habe ich eine Kopie der DVD „Frank Zappa – The Dub Room Special!“ erstanden, die u.a. Live-Aufnahmen aus den Jahren 1974 und 1982 enthält. Von dieser Scheibe habe ich mir das Stück „Cosmik Debris“ herausgefischt, das am 27. August 1974 in den KCET Studios in Los Angeles aufgenommen wurde. Neben Frank Zappa (Guitar, vocals and percussion) finden sich die folgende hervorragende Musiker:

George Duke – Keyboards and vocals
Ruth Underwood – Percussion
Chester Thompson – Drums
Tom Fowler – Bass
Napoleon Murphy Brock – Flute, saxophone and vocals

Cosmik Debris (Anfang des Textes)

The mystery man came over
An’ he said “I’m outta site”
He said for a nominal service charge
I could reach ner-vonna tonite
If I was ready, willing, and able
Topay him his regular fee
He would drop all the rest
Of his pressing affairs
And devote his attention to me
But I said

Look here, brother
Who you jivin’ with that
Cosmik debris?
Look here, brother
Don’t you waste your time
On me

[etc.]

Kosmischer Tinnef (dt. Übersetzung)

Der Mystery Man kam zu mir her
Und er sagte „Ich bin einsame Klasse“
Er sagte, gegen ne nominelle Gebühr
Könnte ich heut’ abend das Nirwana erreichen
Falls ich bereit, willens und fähig wäre
Ihm sein übliches Honorar zu zahlen
Würde er all seine anderen
Dringenden Geschäfte sausen lassen
Und mir seine ganze Aufmerksamkeit widmen
Aber ich sagte

Schau her, Bruder
Wen willst du verarschen mit diesem
Kosmischen Tinnef?
Schau her, Bruder
Bei mir brauchst du dir gar keine
Mühe geben

[etc.]

Aus: Frank Zappa: Plastic People Songbuch – Zweitausendeins 1977 – Deutsch von Carl Weissner

Hier nun endlich das Video dazu. Zappas Gitarrensolo setzt ab 4:48 und ist für seine Verhältnisse äußerst kurz. Aber es zeigt (und lässt hören), warum Zappa, neben seinen weiteren musikalischen Fähigkeiten, eines der besten Gitarristen der Rockgeschichte war (okay, das Video gibt es bei youtube schon, aber ich habe mir erlaubt, es in einer besseren Qualität erneut dort einzustellen):


Frank Zappa: Cosmik Debris (08/27/1974)

Sean O’Casey: Stücke 2

Eigentlich beginnt man ja mit dem ersten Teil. Aber mein großer Sohn, der in der Schule das Seminar „Irland“ belegt, reißt sich zz. alles unter den Nagel, was irgendwie mit Irland zu tun hat. So auch den ersten Band zu O’Caseys Stücken. So blieb mir nur der 2. Band.

Seán O’Casey (* 30. März 1880 in Dublin, Irland; † 24. September 1964 in Torquay, England) war ein irischer Freiheitskämpfer und Dramatiker. Durch die kritischen Darstellungen des irischen Freiheitskampfes in seinen Werken gilt er als einer der größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts.

Im Suhrkamp Verlag sind O’Caseys Stücke in der edition suhrkamp (2133 und 2134) als Originalausgabe erschienen. Bei zweitausendeins.de gab es beide Bände (in 1. Auflage 1999) gewissermaßen aus der Grabbelkiste für nur wenige Euros.

Schuld daran, dass ich mir O’Caseys Stücke zugelegt habe, ist Martin Walser. Ich hatte bei zweitausendeins.de nach Werken von Walser gesucht, und bin dann bei O’Casey gelandet, weil drei kleinere Stücke von Johanna und Martin Walser gemeinsam übersetzt wurden. Johanna ist die Tochter von Martin Walser. Beide haben zusammen schon eine Menge Werke ins Deutsche übersetzt.

Sean O'Casey

Wenn irische Augen lachen,
Das ist wie der Sonnenschein,
Und das Lachen irischer Stimmen
Kann Musik von Engeln sein.

Sind irische Herzen glücklich,
Wird die Welt zum fröhlichen Ort,
Und wenn irische Herzen lachen,
Nehmen sie dir dein Herze fort.

(aus: Das Freudenfeuer für den Bischof)

In „Stücke 2“ sind wohl die weniger bekannten Bühnenaufführungen von Sean O’Casey enthalten. Aus dem Fernsehen bekannt ist mir „Der Preispokal“ (The Silver Tassie (1927), übersetzt von Tankred Dorst) in der Regie von Peter Zadek unter dem Titel „Der Pott“, Stuttgart, 1970; TV-Fassung, 1971. Es ist ein Antikriegsstück, in dem der Fußballspieler Harry Heegan, der zuvor mit seiner Mannschaft den Pokal gewonnen hat, in den Krieg nach Frankreich ziehen muss und als Invalide im Rollstuhl heimkehrt. Aus ihm ist ein Zyniker geworden, zumal sich seine Freundin Susie Taite von ihm abgewandt hat.

In „Purpurstaub” (Purple Dust (1940/ 1945)) haben sich die beiden Engländer Cyril Poges und Basil Stoke in Irland ein Haus gekauft und sind mit den irischen Frauen Souhaun, Cyrils Geliebte, und Avril, Basils Geliebte, bereits eingezogen, obwohl das Haus gerade renoviert wird, da es doch arg baufällig ist. Das Stück lebt von den snobistischen Engländern und den gelassen reagierenden Iren, allen voran den Maurervorarbeiter O’Killigain, und hat die Qualität einer shakespeare’schen Komödie.

„Das Freudenfeuer für den Bischof“ (The Bishop’s Bonfire (1955)) bringt einen ganzen Ort in Aufruhr. Im Haus des Stadtrats Reiligan werden mit Hilfe von Hochwürden Kanonikus Timothy Burren die letzten Vorbereitungen für den Empfang des neuen Bischofs getroffen, der ein Sohn der Stadt ist. Im Mittelpunkt stehen Reiligans Töchter Keelin und Foorawn, von denen die letztere am Ende sogar den Tod findet. Ansonsten treten hier viele, wie ich denke, typisch irische Charaktere auf, vom religiösen Eiferer über den Trunkenbold bis hin zum eher abgeklärten Pater Boheroe, der immer das Richtige zu sagen weiß. Gelassen-cool ist der alte Codger Sleehaun, der sich seinen Teil denkt oder in eher unverfängliche Verse zu fassen versteht.

Zuletzt drei kleine Stücke – wie erwähnt in der Übersetzung von Johanna und Martin Walser. In „Ein Pfund abheben“ (A Pound on Demand (~1930)) brauchen zwei Trunkenbolde dringend Geld, das sie von dem Postsparbuch eines der beiden abheben wollen. Die daraus resultierenden Verwicklungen haben etwas von Stan Laurel und Oliver Hardy.

„Das Ende vom Anfang” (The End of the Beginning (1937)): Auch hier musste ich an Laurel und Hardy denken: Lizzie, die Frau des Hause, tauscht ihre Hausarbeit mit der Arbeit ihres Mannes (die Weiden mähen) und behauptet im Vorfeld: „Wenn du halb soviel zu tun hättest wie ich hier, würde man dich, wenn der Tag vorbei ist, tot aus den Trümmern fischen.“

Nun tot muss sie ihren Darry Berrill nicht aus den Trümmern ziehen, aber mit Hilfe seines Kumpels Barry Derrill schafft er es, das Haus in Schutt und Asche zu legen.

Zuletzt „Gutnachtgeschichte” (Bedtime Story (1951)): Für eine Nacht verliert der religiöse Eiferer John Jo Mulligan alle Vorsätze aus den Augen und verbringt eine Nacht mit der hübschen Angela Nightingale. Am frühen Morgen heißt es nun für ihn, die gute Angela unbemerkt von der Hauswirtin und den Nachbarn hinauszubugsieren. Natürlich führt auch das zu ungeahnten Verwicklungen, deren Leidtragender am Ende John Jo Mulligan ist.

Die Entstehungsdaten verraten es: Die Stücke sind etwas antiquiert. Aber der oftmals irische Charme macht das schnell wieder wett. Ich bin gespannt auf den ersten Teil von O’Caseys Stücken, der Dubliner Trilogie. Aber dazu muss ich das Buch den Händen meines großen Sohnes entreißen (ich kann ja mit Band 2 tauschen).

Zivilcourage zeigen

Wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder sich um sich selbst kümmert und keine Zeit für andere hat. Geraten andere sichtbar in Not, schauen wir viel zu häufig weg und lassen das Opfer allein. Es fehlt uns an Zivilcourage, an dem Mut, auch für andere einzutreten, den Mund aufzumachen, wenn offensichtlich Unrecht geschieht.

Die Frage ist, wie verhalte ich mich, wenn z.B. in der U-Bahn eine Person tätlich angegriffen wird. Zu dieser Frage und überhaupt zum Thema „Eingreifen“ gibt es im Internet einige hilfreiche Seiten, z.B. eingreífen.de.

Zivilcourage zeigen

Auch die Polizei gibt in aller Kürze Tipps und Verhaltenshinweise:

1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
2. Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
3. Ich beobachte genau und präge mir Täter-Merkmale ein.
4. Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
5. Ich kümmere mich um Opfer.
6. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Gefordert ist nicht Heldentum. Vielmehr genügen oft schon Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzeugen. Manchmal reicht es bereits, das Handy zu benutzen und Hilfe zu holen oder weitere Passanten um Unterstützung zu bitten.

Zum Täter sollte eine räumliche und psychologische Distanz gehalten werden. Man sollte z.B. das Opfer deutlich und laut fragen, ob es Hilfe benötigt. Spricht man den Täter an, so sollte man diesen auf keinen Fall duzen, sondern möglichst ‚höflich’ ansprechen.

Leider ist es oft genug gefährlich, sich einzumischen oder man muss mit Ärger rechnen. Mancher Helfer wird in der Öffentlichkeit schnell zum Täter erklärt, speziell wenn es um politisch bedingte Übergriffe geht; siehe hierzu das Dossier: Wer eingreift, muss sich vorsehen. Zivilcourage hat so seine Tücken. Sicherlich ist das auch der Grund dafür, wegzuschauen, sich nicht einmischen zu wollen. Andererseits dekoriert man „Helden des Alltags“, die eigentlich keine sein wollen, mit Preisen und Bundesverdienstkreuzen, was natürlich durchaus angemessen ist. Im Grunde aber muss es jeder mit sich selbst ausmachen, ob er hilft oder nicht. Es ist eine Gewissensfrage. Und: Zivilcourage zu entwickeln ist eine Frage der Stärke und des Selbstbewusstseins.

siehe hierzu auch meine Beiträge: Absurdität des AlltagsTostedt ist bunt – 2008

Der (fast) Alleskönner: VLC Media Player

Ähnlich wie im Grafikbereich so gibt es viele Audio- und Videoformate, für die man meist nach einem geeigneten Abspielprogramm (Player) am PC sucht. Um es gleich zu sagen: Es geht mir hier um den erweiterten Hausgebrauch. Absolute Audio- und Videofreaks brauchen nicht weiterzulesen, die werden ihre entsprechende Hard- und Software schon selbst zusammengestellt haben. Daher also nichts Neues zu den hochauflösenden Formaten.

Nun in einem anderen Beitrag habe ich den folgenden Player bereits vorgestellt: VLC Media Player. Dieses Abspielprogramm wurde erstmals 1999 von Studenten einer französischen Ingenieurschule entworfen und wird seitdem weitweit von vielen Programmierern weiterentwickelt. Und er ist kostenlos herunterzuladen (deutsche Version z.B. bei chip.de – Größe. 13,9 MB).

VLC Media Player

Das Besondere am VLC Media Player ist die Vielseitigkeit des Programms, das nahezu jedes Format und jede Datei abspielt, auch unvollständige oder bruchstückhafte AVI-Dateien, was z. B. bei nicht vollständig heruntergeladenen Dateien der Fall sein kann. Dabei sind alle Standardfunktionen kommerzieller Produkte verfügbar. Aus urheberrechtlichen Gründen ist die Wiedergabe von DRM-geschützten Formaten nicht möglich.

Als ich vor Jahren noch keinen DVD-Brenner hatte, da habe ich viele meiner eigenen Videos als Super-Video-CD (SVCD) abgespeichert, die eine bessere Bildqualität aufweisen als herkömmliche Video-CDs (VCD). Da ich die Scheiben nicht gleich auf den Müll schmeißen möchte, die meisten Player-Programme aber SVCD nicht unterstützen (okay, mein DVD-Player Power DVD packt es), habe ich ein Problem. Hatte – denn der VLC Media Player spielt auch diese Scheiben ab. Gleiches gilt für DTS-CDs mit 5.1-Ton oder – vor allem – Videos im Flash-Video-Format (FLV), wie diese heute fast überall in Video-Portalen wie youtube usw. benutzt werden. Über dem Menüpunkt „Medien“ – „Advanced Open File“ lassen sich auch Videos direkt aus dem Internet aufrufen (Protokoll z.B. HTTP und Adresse aus dem Internet eingeben).

Inzwischen habe ich den VLC Media Player für fast alle Videoformate als Standardplayer auf meinem Rechner im Einsatz (außer DVDs und DIVX-Filme). So ein Allrounder hat schon was.

Musikalische Scheußlichkeiten der 80-er und 90-er Jahre

Bei spreeblick.com bin ich auf eine Auswahl musikalischer Scheußlichkeiten gestoßen, die wirklich kaum zu überbieten sind. Wer an Verstopfung oder Völlegefühl leidet, dem kann ich diese beiden Web-Seiten nur empfehlen (nur sollte der Weg zum nächsten Klo nicht allzu lang sein):

Erschreckendste Hits der 80erErschreckendste Hits der 90er

Ich muss gestehen, dass ich mir noch nicht alle diese „Hits“ angeschaut habe. Was zu viel ist, ist einfach zu viel. Natürlich fragt man sich heute, wer damals solchen Müll gekauft hat. Denn es wären keine Hits, wenn diese Liedchen nicht Eingang in diverse Plattensammlung (spät-)pubertierender Jugendlicher gefunden hätten.

Wirklich witzig finde ich die jeweiligen Kommentare zu diesen „Hits“. Mehr ist dazu nicht zu sagen (schreiben).

Nun, musikalische Scheußlichkeiten sind nicht an Jahreszahlen gebunden. Dieser Tage entdeckte ich (wie man entdeckt, dass man in einen Haufen Hundekot getreten ist) das folgende Video mit dem Rapper Bushido und der goldenden Stimmgabel Prags Karel Gott: Bushido feat. Karel Gott – „Für immer jung“ – Hat nicht auch schon mal Heino gerappt?

The Yes Men

In den USA kursiert eine „gefälschte“ Ausgabe der „New York Times“ (Download als PDF bei zdf.de – oder im Internet zu betrachten), allerdings auf den 4. Juli 2009 datiert, die u.a. das Ende des Irak-Krieges und damit die Rückkehr der US-Soldaten verkündet. Außerdem berichtet sie, dass das US-Gefangenenlager Guantanamo geschlossen und Bush wegen Hochverrats angeklagt worden sei. In einem Kästchen am oberen Rand der Zeitung steht übrigens: „All the News We Hope to Print“.

All the News We Hope to Print: The Yes Men's New York Times

Herausgeber der 14-seitigen Zeitung, die am Mittwoch in mehreren amerikanischen Städten verteilt wurde und eine Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren hat, ist die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe „The Yes Men“. Die Initiatoren erklärten, sie wollten die neue Regierung des künftigen US-Präsidentin Barack Obama ermuntern, ihre Wahlversprechen zu halten.

Die Yes Men sind bereits früher durch beachtenswerte Aktionen aufgefallen. So geht eine Fälschung der Website der WTO (Welthandelsorganisation) auf ihr Konto. Außerdem erschlichen sie sich den Zugang zu diversen Konferenzen, bei denen sie auch als Redner auftraten. Sie gaben sich dabei als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikierten mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele.

2004 gingen die Yes Men als „Yes, Bush Can!“ (Ja, Bush kann!) auf Tour und ermutigten die Unterstützer ein „Patriotisches Gelöbnis“ zu unterzeichnen, indem sie ihre Bereitschaft erklärten, nukleare Abfälle in ihrem Garten zu lagern und ihre Kinder in den Krieg zu schicken. Sie traten ebenfalls auf dem Republikanischen Parteitag auf.

Das völlig Absurde an diesen Aktionen ist, das die Yes Men mit ihren Forderungen vorwiegend auf ‚positive’ Resonanz trafen und nicht als das entlarvt wurden, was sie sind: Kritiker der Globalisierung. Unbedingt empfehlen möchte ich ein Video von den Yes Men (Deutsche Version – 76 Min. lang – lässt sich mit Real Media auch als FLV-Flash-Video herunterladen) Das Yes Men Video

An dieser Stelle möchte ich Euch auch ein weiteres Video ans Herz legen (ist in mehrere Teile zerlegt und im Original, also auf Englisch, mit deutschen Untertiteln): Frank Dorrel: The war against the 3rd world

Die ABC-Woche

Bahnfahren ist absurd und oft sehr chaotisch. Was gibt es z.B. Absurderes als die Nummerierung von Gleisen auf einem Bahnhof. Der Bahnhof meines Wohnortes Tostedt hat so ein Gleis 1 und einen Bahnsteig mit den Gleisen 3 und 4. Wo ist Gleis 2? Versucht es einmal vom Gleis 4 des Hauptbahnhofs in Bremen abzufahren (okay zwischen Gleis 3 und 5 gibt es noch zwei Gleise, also 4 und ?). Und am Hannover Hbf. fehlen die Gleise 5 und 6.

Ziemlich absurd ist es auch, wenn man morgens auf dem zügigen (sic!) Bahnsteig steht und auf den Zug nach Hamburg wartet und erfährt, dass dieser wegen Bauarbeiten im Bereich des Hauptbahnhofs Bremen Verspätung hat. Dann später im Zug selbst (endlich warm und trocken) entschuldigt sich der Zugbegleiter für die Verspätung – wegen einer Signalstörung in Rotenburg. Ja, wat denn nun?

Reichlich absurd ist das auch mit den technischen Mängeln, die beim ICE neuerer Baureihe festgestellt wurden. Erst die ICEs, jetzt die Nahverkehrszüge: Laut Eisenbahnbundesamt sind in mehr als 700 Bahnen die automatisch schließenden Türen für Reisende gefährlich. Außerdem reichten die Bremsen nicht – die Züge müssen nun langsamer fahren. – Noch LANGSAMER …?!

Diese Woche nun war das, was ich eine ABC-Woche nenne: eine absurde Bahn-Chaos-Woche, die neben vielen Verspätungen ihren Höhepunkt am Mittwoch erreichte. Wegen auf den Gleisen spielender Kinder war die Strecke Hamburg Hbf. nach Hamburg-Harburg längere Zeit gesperrt. Natürlich fragt man sich zuerst, wie können Kinder auf Gleisen spielen (und was spielen sie: Eisenbahn?)? Und wie kommen sie dorthin? Gibt es keine ausreichenden Absperrungen wie Zäune o.ä., die den Zugang zu den Gleiskörpern der Deutschen Bahn verwehren?

Wie auch immer: Es fuhr keine Bahn und keine S-Bahn. Als ich nun meinem wohl verdienten Feierabend entgegen mit dem Metronom, einer privat betriebenen Eisenbahngesellschaft, die u.a. die Strecke Hamburg – Bremen über meinen Zielort Tostedt bedient, nach Hause wollte, erlebte ich einmal wieder das absolute Chaos am Hauptbahnhof. Längst weiß man, dass die Bahn so etwas wie einen Notplan nicht parat hat. Aber warum nun plötzlich alle mit dem Zug fahren wollten, mit dem ich nach Hause fahre, weiß keiner. Vielleicht wurden die Fahrgäste durch eine entsprechende Durchsage zu diesem Tun veranlasst. Keine Ahnung!


U-Bahn in Japan: Einer passt noch hinein

Es war auf jeden Fall so, als wolle die Bahn einen neuen Weltrekord im Guinness-Buch verzeichnen lassen: Die meisten Fahrgäste in einem Zug! Ich kenne einen ähnlichen Rekord mit einem Auto, in das sich Unmengen Menschen zu quetschen versuchten. Klar, in einen Zug passen viel mehr Menschen hinein. Was fehlte, waren die ‚Türsteher’ wie in Japan, die ‚behilflich’ sind, auch noch den letzten Fahrgast in den Waggon zu schieben.

Nun, ich bin heil nach Hause gekommen. Mit dem Rekord hat es leider nicht geklappt. Lassen wir es auf einen neuen Versuch ankommen. Wird schon irgendwann einmal klappen. Vielleicht bei der nächsten ABC-Woche!

Die Nie Vollendete

Warum Franz Schubert 1822 die Arbeit an seiner Sinfonie in h-Moll einstellte, ist bis heute nicht bekannt und unter Musikwissenschaftlern ein großer Streitpunkt. Die Tatsache, dass das Werk nur zwei anstelle der damals üblichen vier Sätze enthielt, brachte ihr jedenfalls die Bezeichnung „Die Unvollendete“ ein.

Jetzt gibt es ein Opus klassischer Musik, an dem jeder seinen Beitrag leisten kann. Musikalische, insbesondere Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Daraus entsteht die „Nie Vollendete“, denn die kleinen „Kompositionen“ werden aneinandergereiht.

Mit der Webseite „Die Nievollendete“ hat das Konzerthaus Dortmund jetzt einen vielversprechenden Versuch gestartet, Internetnutzern die vielfältige Welt der klassischen Musik auf moderne Art näher zu bringen. Dahinter verbirgt sich eine Mitmach-Plattform, auf der Besucher ohne Notenkenntnisse am längsten Musikstück der Welt, der „Nie Vollendeten“, mitkomponieren können.

Besonders junge Menschen sollen auf diesem Weg angesprochen werden. Ich finde es eine tolle Idee. Und es macht sogar richtig Spaß. Zunächst wählt man eine Grundmelodie aus. Zur Auswahl stehen Allegro, Andante, Barock, Grave und Fuge. Musikalische Laien, die mit derartigen Bezeichnungen wenig anfangen können, halten einfach den Cursor über den gewünschten Eintrag – schon ertönt die Melodie aus dem Lautsprecher.

Anschließend öffnet sich das eigentliche Kompositionsfenster. Per gedrückter linker Maustaste lassen sich dort einzelne Instrumente wie Klarinette, Geige, Piano und eine Soprano-Stimme auf die insgesamt drei Tonspuren ziehen (dort in eines der freien, weiß markierten Felder) – schon ist das eigene Werk fertig, kann Probe gehört und bei Gefallen zur Veröffentlichung freigegeben werden.

Die Nie Vollendete Opus 875: Piece for Joe

So habe ich mich also auch mit einem Stück in Allegro hier verewigt: Piece for Joe heißt es (mir fiel auf die Schnelle nichts besseres ein), klingt bisschen holprig, aber immerhin … Zur Nachahmung unbedingt empfohlen!

Alles Gute zum Geburtstag, Loriot!

Fast hätte ich es vergessen: Gestern, am Mittwoch, den 12. November, hatte Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, noch viel kürzer: Loriot, Geburtstag und wurde 85 Jahre alt.

Wer kennt nicht seine gezeichneten Knollennasenmännlein und seine Sketche im Fernsehen – oft zusammen mit der kongenialen Evelyn Hamann (Jodeldiplom, „Das Bild hing schief“, Die Nudel, Opa Hoppenstedt uvm.).

Auf die Frage, wer ihn geprägt habe, antwortete Loriot 2007: „Ich weiß, als ich anfing zu studieren, wohnte ich zwischen dem Irrenhaus, dem Zuchthaus und dem Friedhof. Allein die Lage wird es gewesen sein, glaube ich.“

Abschied von der Spitze?!

Nach einem verkorksten Oktober und der Rückkehr der Leistungsträger wie Torwart Wiese, Goalgetter Pizarro und vor allem Spielmacher Diego schien alles wieder im Lot zu sein – beim Fußballbundesligisten Werder Bremen. Die schwache Hertha aus Berlin wurde beim 5:1-Heimsieg förmlich auseinandergenommen, wobei der Ersatztorhüter der Hertha kräftig mithalf, dass es einem schon Leid tun konnte.

Aber nach der folgenden 0:3-Heimniederlage in der Champions League gegen Panathinaikos Athen konnte man nur noch von Arbeitsverweigerung der gesamten Mannschaft sprechen. Schlechter geht es nicht. Und so wurde auch der Werder-Manager Klaus Allofs mehr als deutlich: „Wenn die Spieler einige Dinge in absehbarer Zeit nicht verstehen wollen, dann muss man entweder seine Erwartungshaltung herunterschrauben oder man muss sich von den Spielern trennen. Und an unseren Erwartungen wollen wir nichts ändern.“

Nun im letzten Spiel am Samstag gab es nur ein mageres 0:0 in Bochum. Zudem eine aus Sicht der Bremer strittige rote Karte gegen Mesut Özil. Aber Besserung war unverkennbar zu bemerken (oder wurde auch nur hereingeredet). Trotzdem zu wenig, wenn man wirklich wieder in die Spitze will.

Wie geht es mit Werder nun weiter? Natürlich ist noch alles drin, sowohl in der Meisterschaft als auch in der Champions League. Theoretisch. Praktisch aber glaube ich nicht mehr daran, dass hier noch etwas ‚gerissen’ wird,  zumal Özil nach der roten Karte in Bochum für drei Spiele gesperrt ist. Und auch gegen Claudio Pizarro wird wegen unsportlichen Verhaltens ‚ermittelt‘, nachdem er die Schiedsrichterleistung im Bochum-Spiel öffentlich kritisiert hatte.

Und obwohl die Erwartungshaltung der Vereinsverantwortlichen weiterhin hoch ist, so fürchte ich doch auf längere Sicht um einen Abstieg in die Mittelmäßigkeit. Beispiel Diego: Er hat zwar noch einen Vertrag bis 2011. Aber kommt kein Erfolg, so wird er Bremen bald verlassen. Wer soll ihn dann aber ersetzen? Vielleicht Özil? Andererseits muss man sich fragen, ob bei anderen Vereinen überhaupt Interesse an Diego besteht, wenn er für einen Verein spielt, der nur Mittelmaß darstellt. Zumindest wird der Marktwert von Diego drastisch fallen. Oder Frings? Für mich ist er auf dem absteigenden Ast. Und Pizarro ist nur für ein Jahr ausgeliehen. Dann fehlt mit der nächsten Saison vielleicht wieder ein Stürmer. Und was ist eigentlich mit Carlos Alberto, der nach Brasilien ausgeliehen ist, nachdem er in Bremen nicht warm wurde?

Ich erwarte für die nächste Zeit eine weitere Durststrecke für viele eingefleischte Werder-Fans. Meisterschaft ade. Auf dem europäischen Parkett vielleicht noch ein Weiterkommen im UEFA-Cup. Aber für diese Saison keinen Titel!

Für die weitere Zukunft hängt vieles davon ab, wie man das durchaus vorhandene Potential jedes einzelnen Spielers abrufen kann. Die Trainerfrage darf nicht immer tabu bleiben. Denn den Reden müssen Taten folgen. Vom Werder-Management wird zudem viel Verhandlungsgeschick abverlangt. Wird man Diego halten können? Wie sieht ansonsten eine Zukunft ohne ihn aus? Welcher Mannschaftsteil wird personell verstärkt? Was ist mit Pizarro und Carlos Alberto? Man darf gespannt sein!