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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Weihnachtliche Scheußlichkeiten

Zu den absoluten Scheußlichkeiten des Weihnachtsfestes gehören diese grell blinkenden Lichterketten, die jedes Haus zu Monstern aus der Geisterbahn mutieren lassen. Bei youtube gibt es unzählige Beispiele für diesen Lichterwahn, der aus den USA kommend nun auch Deutschland überflutet. Hier nur zwei der Beispiele (einmal mit 13.000, das andere Mal mit 16.000 Lichtern). Alles zudem computergesteuert und mit atemraubender Musik unterlegt. Scheußlicher geht es eigentlich nicht:


Christmas Lights Gone Wild


Our Christmas Lights 2006

Aber das ist alles nichts gegen das, was uns die Familie Griswold in dem Film „Schöne Bescherung“ zu bieten hat. Da sind es satte 25.000 Glühlämpchen, die den winterlichen Abendhimmel erhellen. Zu bestaunen ist das wie jedes Jahr so heute, den 07. Dezember, um 20 Uhr 15 auf RTL 2. Es lohnt sich …

Was ist bloß mit Ian los? Teil 87: Weihnachtliches mit Onkel Ian

Liebe Kretakatze, lieber Wilfried,

ich muss mich bei Euch, vor allem bei Kretakatze entschuldigen. In meiner letzten Mail schrieb ich, dass mir zu den Herren Anderson, Fogerty und Cross nichts mehr einfallen würde. Zu Herrn Cross hat niemand von uns je ein Wort geschrieben, deshalb ist Kretakatzes Frage, wer dieser Cross denn sei, nur zu berechtigt. Hier die (etwas peinliche) Auflösung:

Ich wollte schreiben, dass ich zu Herrn Stewart nichts sagen kann. Im Eifer des Gefechts und im Nebel meiner Hirnwindungen schrieb jedoch den Namen von Christopher Cross. Das liegt daran, dass ich die beiden Künstler und ihr Werk nicht auseinander halten kann. Beide haben für mich hohe Singstimmen und machen Musik, die sich für mich als Nichtkenner ziemlich gleich anhört.

Ich kann sie schon hören, die Aufschreie des Entsetzens, die die Fans der jeweiligen Musiker beim Lesen dieser Zeilen ausstoßen werden. Aber, wie gesagt, ich habe die Musik der Beiden nur am Rande wahrgenommen und für mich sind sie kompatibel.

Sorry, liebe Kretakatze, das geschah nicht mit Absicht. Es zeigt nur, wie unkonzentriert ich nach einem Arbeitstag und nach der Beschäftigung mit den Hausaufgaben von drei Söhnen sein kann.

In der nächsten Zukunft werden meine Mails den Umfang früherer Zeiten nicht mehr erreichen. Den Umfang der Kretakatze’schen Ausführungen schon mal gar nicht. Eines möchte ich aber auf jeden Fall loswerden: Kretakatze im Raubtieroutfit mit Tigergitarre ist ein toller Anblick ! Ich fühlte mich an Chrissie Hynde von den Pretenders erinnert. Rock on !!

Zuletzt ein Themenwechsel: Wir haben in der Vergangenheit sehr viel über Gesangsstimmen geschrieben. Vor einigen Tagen ist mir wieder bewusst geworden, wie viel Wohlklang auch in einer Sprechstimme liegen kann. Dass die Stimmen von Mario Adorf, Christopher Lee oder Elmar Gunsch das Ohr erfreuen können, ist hinlänglich bekannt. Ich habe nun einen Schauspieler entdeckt, dessen Stimme mich ganz einfach fasziniert. Es handelt sich um den britischen Mimen Alan Rickman. Der geneigte Cineast kennt ihn aus Die Hard, Robin Hood, Quigly der Australier, Rasputin und nicht zuletzt als Prof. Snape aus den Harry-Potter-Verfilmungen. Bei youtube gibt es einige Beispiele seiner Kunst; eine hat mir besonders gefallen. Hier liest Herr Rickman ein Shakespeare-Sonett. Mit Poesie kann ich nach wie vor nicht viel anfangen, aber hier ist es ganz einfach die Wirkung der Stimme, von der ich sehr angetan bin. Wer von Euch schöne Männerstimmen mag, möge dem Link folgen. Alle anderen können es getrost bleiben lassen.

Sonntag ist der Erste Advent.
Ich bin mir nicht sicher, ob man den Wunsch nach einer besinnlichen Adventzeit noch ernst nehmen kann.
Ich wünsche sie Euch trotzdem !

Bis bald
Lockwood

29.11.2007

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Hallo Kretakatze, hallo Lockwood,

auf Kretakatzes ausufernden Beitrag kann ich nur teilweise eingehen (ich habe, der Jahreszeit gemäß, auch noch einiges auf Lager).

Zu dem Fogerty-Titel “Don’t You Wish It Was True” fällt mir leider auch nichts ein. Ich las aber bei laut.de:

Die Platte beginnt mit der beschwingten Countrypop-Nummer „Don’t You Wish It Was True“, ein Loblied auf eine Welt, in der jeder jeden liebt. Wer möchte, darf sich gerne an „Proud Mary“ erinnert fühlen.

Eine gewisse Ähnlichkeit ist wirklich nicht zu leugnen.

Kretakatze ist jetzt also unter die Hard-Score-Metal-Rocker gekommen. Macht sich ja nicht schlecht. Wann darf man mit einer Aufnahme von Dir rechnen? Würde mich schon interessieren, einige Riffs von Deiner Hand zu hören.

Ist eigentlich witzig: Nein, eine E-Gitarre habe ich mir nicht gekauft. Aber meine alte akustische Klampfe habe ich hervorgeholt und sie repariert, denn die Mechanik (zum Saitenaufziehen) war kaputt. Außerdem war der Hals an einer Stelle gebrochen. Ich habe ihn geleimt (und hoffe, dass es hält). Und so habe ich auch neue Saiten gekauft und aufgezogen. Es ist eine alte Fender Classic (Modell FC-20), war damals (ca. 1972) wohl das Preiswerteste, was Fender zu bieten hatte.

Fender Classic FC-20

Und so habe ich mir vorgenommen, wieder einmal nach langer Zeit in die Saiten zu hauen (wenn mich mein Großer lässt, denn er hat sie sich gleich unter den Nagel gerissen; das hat man davon, wenn man Söhne hat). Es wird aber wohl noch einiges dauern, bis ich die alte Fingerfertigkeit wiedererlangt habe (eigentlich hatte ich keine). Vielleicht reicht es ja für einige Lieder unterm Tannenbaum.

Zu Lockwood: Also zu Christopher Cross und Al Stewart wollte ich eigentlich nichts schreiben. Den ersteren kannte ich bisher überhaupt nicht und werde ihn schon gleich wieder vergessen. Da gefällt mir Al Stewart schon um einiges besser – wenn beide auch eher der Gattung gesanglich schmusig zuzuordnen sind. Jetzt geht Kretakatze gleich auf die Barrikaden. Aber das ist meine Meinung. Nichts für Kaltduscher wie mich 😉

Interessant das neue Thema Sprechstimmen, das uns Lockwood genau richtig zur Weihnachtszeit offeriert. Alan Rickman kenne ich eigentlich nur aus den Harry Potter-Verfilmungen, die anderen von Lockwood genannten Filme kenne ich eigentlich nur vom Titel her (vielleicht noch Robin Hood – mit Kevin Kostner wohl – ach ja, er spielt da den Sheriff von Nottingham). Sicherlich hat er eine anhörliche Stimme, wenn (richtig beschrieben) auch etwas zu schokoladig für mich (siehe oben unter Kaltduscher).

Am Rande: Wer ist Elmar Gunsch? Ja, ich weiß schon, in alter Zeit huschte der über den TV-Bildschirm. Lebt der eigentlich noch (ich denke ja). Ja, diese bassigen Männerstimmen.

Mir persönlich gefällt eine Stimme wie die von Wolfgang Völz (der u.a. auch Käpt’n Blaubär spricht, was ihn mir, dem alten norddeutschen Seebären, doppelt sympathisch macht). Frauenstimmen hatten wir ja bereits, was Singstimmen betrifft, im Angebot. Dazu lässt sich aber noch einiges mehr sagen. Vielleicht später …

Apropos Weihnachten! Da habe ich doch auch etwas Nettes und komme so auch wieder auf unser eigentliches Thema zurück: Vielleicht kennt Ihr es ja bereits. Der Herr Anderson, wenn seine Singstimme auch nicht mehr das Wahre ist …, wenn er spricht, so finde ich die Stimme noch voll in Ordnung (wenn sie hier auch etwas kratzig klingt):

Es handelt sich hierbei um einen Radio-Beitrag zu einer Sendung namens „A Toss the Feathers Christmas Special 2004“ und wurde eben vor drei Jahren über den amerikanischen Sender Public Radio International ausgestrahlt. Neben „Another Christmas Song“ und „Ring Out Solstice Bells” (am Ende) liest Ian Anderson aus Sir Walter Scott’s „Marmion“– Dichtung in sechs Gesängen (A Tale of Flodden Field in six Cantos) etwas Weihnachtliches vor:

INTRODUCTION TO CANTO SIXTH.

Heap on more wood!-the wind is chill;
But let it whistle as it will,
We’ll keep our Christmas merry still.
Each age has deem’d the new-born year
The fittest time for festal cheer: 5
Even, heathen yet, the savage Dane
At Iol more deep the mead did drain;
High on the beach his galleys drew,
And feasted all his pirate crew;
Then in his low and pine-built hall, 10
Where shields and axes deck’d the wall,
They gorged upon the half-dress’d steer;
Caroused in seas of sable beer;
While round, in brutal jest, were thrown
The half-gnaw’d rib, and marrow-bone, 15
Or listen’d all, in grim delight,
While scalds yell’d out the joys of fight.
Then forth, in frenzy, would they hie,
While wildly-loose their red locks fly,
And dancing round the blazing pile, 20
They make such barbarous mirth the while,
As best might to the mind recall
The boisterous joys of Odin’s hall.

And well our Christian sires of old
Loved when the year its course had roll’d, 25
And brought blithe Christmas back again,
With all his hospitable train.
Domestic and religious rite
Gave honour to the holy night;
On Christmas eve the bells were rung; 30
On Christmas eve the mass was sung:
That only night in all the year,
Saw the stoled priest the chalice rear.
The damsel donn’d her kirtle sheen;
The hall was dress’d with holly green; 35
Forth to the wood did merry-men go,
To gather in the mistletoe.
Then open’d wide the Baron’s hall
To vassal, tenant, serf, and all;
Power laid his rod of rule aside, 40
And Ceremony doff’d his pride.
The heir, with roses in his shoes,
That night might village partner choose;
The Lord, underogating, share
The vulgar game of ‘post and pair.’ 45
All hail’d, with uncontroll’d delight,
And general voice, the happy night,
That to the cottage, as the crown,
Brought tidings of salvation down.

The fire, with well-dried logs supplied, 50
Went roaring up the chimney wide:
The huge hall-table’s oaken face,
Scrubb’d till it shone, the day to grace,
Bore then upon its massive board
No mark to part the squire and lord. 55
Then was brought in the lusty brawn,
By old blue-coated serving-man;
Then the grim boar’s head frown’d on high,
Crested with bays and rosemary.
Well can the green-garb’d ranger tell, 60
How, when, and where, the monster fell;
What dogs before his death he tore,
And all the baiting of the boar.
The wassel round, in good brown bowls,
Garnish’d with ribbons, blithely trowls. 65
There the huge sirloin reek’d; hard by
Plum-porridge stood, and Christmas pie:
Nor fail’d old Scotland to produce,
At such high tide, her savoury goose.
Then came the merry maskers in, 70
And carols roar’d with blithesome din;
If unmelodious was the song,
It was a hearty note, and strong.
Who lists may in their mumming see
Traces of ancient mystery; 75
White shirts supplied the masquerade,
And smutted cheeks the visors made;
But, O! what maskers, richly dight,
Can boast of bosoms half so light!
England was merry England, when 80
Old Christmas brought his sports again.
‘Twas Christmas broach’d the mightiest ale;
‘Twas Christmas told the merriest tale;
A Christmas gambol oft could cheer
The poor man’s heart through half the year. 85

Eine deutsche Übersetzung habe ich leider auf die Schnelle nicht gefunden (wahrscheinlich gibt es auch keine), so dürft Ihr Euch selbst mit dem Schottischen herumschlagen (leider spricht Ian Anderson alles mehr oder weniger englisch aus. Schade eigentlich … Oder er kann nicht richtig schottisch).

Ach, das soll für heute auch schon genügen. Vielleicht später etwas mehr zu Cat Stevens/Yusuf Islam. Übrigens hatte meine Band Cat Stevens früher auch gecovert. Unser Schlagzeuger hat allerdings die Lieder gesungen (ich werde in meinen unendlichen Archiven kramen und hoffe, vielleicht eine alte Aufnahme davon zu finden).

Ja, es sind keine drei Wochen mehr hin zum Weihnachtsfest. Ich bin noch sehr weit davon entfernt, mich weihnachtlich zu fühlen (wie fühlt man sich eigentlich so?), auch wenn meine Frau im Haus alles mit Kerzen und Weihnachtsdekoration ausgeschmückt hat. Schon allein das Wetter ist ein Graus. Immerhin habe ich (fast) alle Geschenke beisammen.

Wie auch immer: Ich hoffe, Ihr habt nicht mehr zu viel Stress und könnt Euch ab und zu genüsslich zurücklehnen. Auf jeden Fall wünsche ich Euch und Euren Lieben eine geruhsame Adventszeit.

Wir lesen voneinander
Bis dahin alles Gute
Euer Wilfried

04.12.2007

English Translation for Ian Anderson

Metronom auf allen Strecken

Mit dem Winterfahrplan, der ab Sonntag den 09.12. gültig ist, übernimmt die metronom Eisenbahngesellschaft mbH auch die Regionalbahn-Strecke zwischen Tostedt und Hamburg als metronom regional MEr von der Deutschen Bahn AG. Das hat einige Änderungen zur Folge, die ich nicht unbedingt glücklich nennen möchte. Jedem Fahrgast, der z.B. als Pendler auf dieser Strecke unterwegs ist, rate ich dringend, den neuen Fahrplan zu studieren (hier als PDF-Datei).

Es könnte z.B. sein, dass morgens in Harburg plötzlich Endstation ist (der MEr um 6:05 ab Tostedt endet so um 6:29 in HH-Harburg – er ersetzt die RB 6:17, die bisher bis HH Hbf fuhr). Auch abends werden die Regionalzüge um 15:58, 16:58, 18:01 und 18:55 nicht mehr am Hauptbahnhof, sondern erst ab Harburg eingesetzt. Immerhin kommen nagelneue Fahrzeugen zum Einsatz, die doppelstöckig und komfortabel sein werden.

der metronom - hier als MEr

Und noch eine ganz wichtige Meldung:

Vom 24.12.2007, 16:00 Uhr, bis 01.01.2008, 16:00 Uhr, wird die Strecke von Hamburg Hbf bis Hamburg-Harburg wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Gründe sind der Ausbau und Einschub von neuen Brücken (Oberhafen- und Straßenbrücke) auf diesem Streckenabschnitt und die Vorarbeiten für die Sanierung der sogenannten „Pfeilerbahn“ im Jahr 2008.

Zu viel des Lobes?

Spätestens seit dem Sieg gegen Real Madrid in der Champions League reimt sich auf Werder wunderbar und Wahnsinn. Sicherlich war es ohne eine Vielzahl der Stammspieler und ohne Diego, dem Spielmacher, eine starke Verstellung, die Werder Bremen gegen die Spanier bot. Und auch gegen den HSV im Nordderby bot die Elf (jetzt wieder mit Diego) das bessere Spiel beider Mannschaft. Am 15. Spieltag nur einen Punkt hinter den sich schwertuenden Bayern, die so fuminant gestartet waren: Keiner hätte das gedacht.

Wenn jetzt in Werder nicht nur mehr der Bayernjäger gesehen wird, sondern echte Konkurrenz der Bayern und damit auch ein Anwärter auf den deutschen Fußballmeistertitel, so entspricht das sicherlich den augenblicklichen Gegebenheiten. Und wenn man die Heimat der Spielfreude im Bremer Weserstation meint gefunden zu haben, so sprechen die 34 Tore, die meisten der Liga, eine klare Sprache.

Sicherlich ist Werders Einkaufspolitik vorbildlich zu nennen. Während die Bayern 70 Millionen für neue Spieler ausgaben, waren es an der Weser gerade 10 Millionen Euro. Hinzu kommt vorallem, was weitaus mehr zu loben ist, die erfolgreiche Jugendarbeit, die zahlreiche junge Spieler, alle um die 20 Jahre alt, bereits erste Früchte in der A-Auswahl hat ernten lassen (ansonsten sorgen sie mehr oder weniger in der Regionalliga als U23-Team für Furore).

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Bremen und München scheint mir aber die gesamte Atmosphäre in Bremen zu sein. Fragt man die Spieler, so fühlen sie sich rundum wohl an der Weser. Alles ist relaxer (Sanogo im Vergleich zum HSV), vielleicht auch übersichtlicher.

Aber die Saison ist noch lang und bis zur Winterpause warten noch drei schwere Spiele (u.a. am 11.12. das Spiel in Piräus um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League). Und auch bisher war nicht alles Gold, was auf dem Spielfeld glänzte (Heimspiel gegen die Bayern, dann die Spiele zu Hause gegen Piräus und das in Rom gegen Lazio). Gerade gegen die Römer war man so überschwenglich siegessicher vor dem Spiel aufgetreten – und als begossener Pudel nach Hause heim gekehrt.

Eher ein wenig mehr Bescheidenheit, weniger Rummel ums Ganze – und vielleicht auch endlich die ersehnte Winterpause! Dafür weniger Lobhudelei!

Natürlich freut sich die (nicht bayern-anhängige) Nation, dass es immer noch eine Mannschaft gibt, die den Bayern Paroli bieten kann. Bei der nicht nur ein Hoeneß und Geld regieren. Da kommt eine Mannschaft wie Werder gerade gelegen.

siehe zdf.de: Werder, wunderbar!

Manipulation der Wahrnehmung

Von Paul Watzlawick ist vielleicht die „Anleitung zum Unglücklichsein“ bekannt. Jetzt habe ich Watzlawicks Buch ”Menschliche Kommunikation – Formen – Störungen – Paradoxien” (zusammen mit Janet H. Beavin und Don D. Jackson verfasst) begonnen, ein etwas sperrigeres Buch, da wissenschaftlich ausgerichtet, trotzdem höchst interessant und aufschlussreich.

Bereits gestern habe ich ein kleines Beispiel zitiert (Kulturbedingtes Paarungsverhalten), das verdeutlicht, welche Missverständnisse auftreten können, wenn die Zusammenhänge, die ein Verhalten ausmachen können, nicht bekannt sind. In der Kommunikation zwischen Menschen kann ein solches Verhalten fast nur in ihrem Kontext verstanden werden.

Hier ein einfaches Beispiel, das belegt, wie ‚Verhalten’ manipulierbar ist, sodass viele der Versuchspersonen am Ende nicht einmal ihrem eigenen Wahrnehmungsvermögen trauen:

In Untersuchungen über den Einfluss von Gruppen auf Einzelindividuen wurde eine Versuchsanordnung von eleganter Einfachheit verwendet. Es wurde mit Gruppen von acht Studenten gearbeitet, die im Halbkreis um den Versuchsleiter herumsaßen und von denen einer nach dem andern anzugeben hatte, welche von mehreren parallelen Linien (allen zugleich auf einer Reihe von Tafeln sichtbar gemacht) gleich lang waren. Sieben der Teilnehmer waren jedoch vorher instruiert worden, bei jeder Tafel einstimmig dieselbe falsche Antwort zu geben. Nur ein Student, die eigentliche Versuchsperson, war nicht eingeweiht und saß so, dass er als vorletzter an die Reihe kam, nachdem also sechs andere Studenten bereits mit großer Selbstverständlichkeit dieselbe falsche Antwort gegeben hatten. Es wurde herausgefunden, dass unter diesen Umständen nur 25 Prozent der Versuchspersonen ihren eigenen Wahrnehmungen trauten, 75 Prozent sich in einem kleineren oder größeren Grad der Mehrheitsmeinung unterwarfen, einige blindlings, andere mit beträchtlichen Angstgefühlen.

Kulturbedingtes Paarungsverhalten

Unter den während des 2. Weltkrieges in England stationierten amerikanischen Soldaten war die Ansicht weit verbreitet, die englischen Mädchen seien sexuell überaus leicht zugänglich. Merkwürdigerweise behaupteten die Mädchen ihrerseits, die amerikanischen Soldaten seien übertrieben stürmisch. Eine Untersuchung führte zu einer interessanten Lösung dieses Widerspruchs. Es stellte sich heraus, dass das Paarungsverhalten (courtship patterns) – vom Kennenlernen der Partner bis zum Geschlechtsverkehr – in England wie in Amerika ungefähr dreißig verschiedene Verhaltensformen durchläuft, dass aber die Reihenfolge dieser Verhaltensformen in den beiden Kulturbereichen verschieden ist. Während z.B. das Küssen in Amerika relativ früh kommt, etwa auf Stufe 5, tritt es im typischen Paarungsverhalten der Engländer relativ spät auf, etwas auf Stufe 25. Praktisch bedeutet dies, dass eine Engländerin, die von ihrem Soldaten geküsst wurde, sich nicht nur um einen Großteil des für sie intuitiv „richtigen“ Paarungsverhalten (Stufe 5 bis 24) betrogen fühlte, sondern zu entscheiden hatte, ob sie die Beziehung an diesem Punkt abbrechen oder sich dem Partner sexuell hingeben sollte. Entschied sie sich für die letztere Alternative, so fand sich der Amerikaner einem Verhalten gegenüber, das für ihn durchaus nicht in dieses Frühstadium der Beziehung passte und nur als schamlos zu bezeichnen war. Die Lösung eines solchen Beziehungskonflikts durch die beiden Partner selbst ist natürlich deswegen praktisch unmöglich, weil derartige kulturbedingte Verhaltensformen und –abläufe meist völlig außerbewusst sind. Ins Bewusstsein dringt nur das undeutliche Gefühl, der andere benimmt sich falsch.

aus: Paul Watzlawick/Janet H. Beavin/Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation

Paarungsverhalten der Kröten

Werder entthront die ‚Königlichen‘

Dem Urteil, Werder Bremen habe gegen die ‚Königlichen‘ aus Madrid (Real Madrid) königlich gespielt, möchte ich mich nicht anschließen. Dafür gab es im Mittelfeld zu viele Abspielfehler, die auch zu den beiden Gegentoren führten. Aber im 5. Spiel in der Fußball-Champions League gelang den Bremern mit einer Rumpf- bzw. Verlegenheitself eine hervorragende Mannschaftsleistung, mit der das Millionen-Ensemble niedergerungen wurde. Den Ausfall von Spielmacher Diego machte Daniel Jensen mit einer Weltklasseleistung wett. Auch Torwart Christian Vander stand in nichts dem Stammtorhüter Tim Wiese nach. Als Dusko Tosic für den bereits in der Anfangsphase verletzten Clemens Fritz (oh Weh, nicht schon wieder ein Verletzter) ins Spiel kam, ordnete sich dieser sehr gut in das Mannschaftsgefüge ein. Und dann diese Supertore von Markus Rosenberg, Boubacar Sanogo und Aaron Hunt, der lange verletzt war und erst seit zwei Wochen wieder am Mannschaftstraining teilnimmt.

Werders Mannschaftsgeist

Jetzt kann sich Werder Bremen aus eigener Kraft (aber auch nur mit einem Sieg bei Olympiakos Piräus) das Weiterkommen ins Achtelfinale sichern.

Und noch eine frohe Kunde (trotz der Verletztenmisere bei Werder): Ivan Klasnic absolvierte am vergangenen Wochenende gegen Energie Cottbus sein erstes Pflichtspiel in der A-Mannschaft nach seiner Nierentransplantation und spielte über 60 Minuten eine ansprechende Party.

Supporting Act: Jethro Tull

Später sollten sich andere Gruppen darum schlagen, bei Konzerten von Jethro Tull als Vorgruppe (Supporting Act) auftreten zu können. So habe ich bei meinem ersten Konzert von Jethro Tull 1972 in Hannover die (Vor-)Gruppe „Gentle Giant“ kennengelernt. Drei Jahre zuvor war Jethro Tull selbst noch Vorgruppe, wenn auch bei keinem Geringeren als Jimi Hendrix. So geschehen am 9. Januar 1969 im Konserthuset zu Stockholm (an dem Tag gab es gleich zwei Auftritte).

Überliefert sind zwei Stücke von Jethro Tull im Video:

To Be Sad Is A Mad Way To Be
Back to the Family

Weitere Stücke sind als Musik-CD (ich besitze die Bootleg-LP unter dem Titel ‚Nothing Is Easy‘) im Umlauf. Hier die gesamte Setlist von Jethro Tull:

My Sunday Feeling
Martin’s Tune
To Be Sad Is A Mad Way To Be
Back To The Family
Dharma For One
Nothing Is Easy
A Song For Jeffrey

Ergänzend zu meinem Beitrag Meine 10 größten Gitarristen der Rockmusik: Jimi Hendrix hier das Hendrix-Konzert aus Stockholm vom 9. Januar 1969; es müsste sich um das 1. Konzert des Tages handeln. Ich habe das Konzert vorliegen, bei youtube ist es bisher auch bereits (in voller Länge) vorhanden: