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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Was wäre, wenn … (22. Spieltag BL 2005/06)

Es gehört auch Glück dazu, in Dortmund zu gewinnen. Werder Bremen hatte es und gewann durch ein Tor durch Klasnic gestern mit 1:0. Da die Bayern lediglich – auch nur mit Glück – zu einem 1:1 in Hannover kamen, konnte Werder den Abstand zu den Bayern wieder etwas verkleinern. Aber was wäre, wenn … Wenn z.B. die Bremer ihre Chancen in Stuttgart genutzt hätten und über die Nullnummer hinausgekommen wären? Und was, wenn man sich nicht so zu Hause gegen den Tabellenletzten Kaiserslautern blamiert hätte. Aber so hat man fünf Punkte unnötig verloren und den Bayern, die zuletzt alles andere als glänzen konnten, den Weg zur Meisterschaft geebnet.

    Thomas Schaaf zwischen Bangen und Hoffen

Aber der Sieg in Dortmund, so glücklich dieser war oder auch clever erspielt, ist hoffentlich die gelungene Generalprobe zum Spiel am Mittwoch gegen Juventus Turin im Achtelfinale der Champions League. Jungs, haut ran!

Stand nach dem 1. Drittel – Turin 2006

So schlecht ist die Medaillenausbeute des deutschen Teams bei der Winterolympiade in Turin nun wirklich nicht. Sicherlich gab es einige Enttäuschungen (bei den Aktiven eher mehr als bei uns trägen Zuschauern), so Tobias Angerer im Lauflauf, Ronny Ackermann in der Nordischen Kombination (wurde durch das Gold von Georg Hettich mehr als kompensiert) oder die Damen zunächst im Eisschnelllauf. Dem Hackl Schorsch hätte man bei seiner 6. und damit natürlich auch letzten Olympiade im Rodeln nochmals eine Medaille gewünscht. Er hat gut gekämpft, nur waren seine Startzeiten eben nicht berauschend. So reichte es eben nur zu Platz sieben. Trotzdem Glückwunsch zu dieser einmaligen Sportlaufbahn!

    Turin 2006Hier lebt das Leiden

Hier das nach dem 1. Drittel der Spiele gewonnene Edelmetall:

Gold
Nordische Kombination HETTICH Georg 11 February 2006
Biathlon Männer 20 km Individual GREIS Michael 11 February 2006
Biathlon Männer 10 km Sprint FISCHER Sven 14 February 2006
Rodeln Frauen Einzel OTTO Sylke 14 February 2006

Silber
Rodeln Frauen Einzel KRAUSHAAR Silke 14 February 2006
Rodeln Doppel Herren FLORSCHUETZ Andre und WUSTLICH Torsten 15 February 2006

Bronze
Biathlon Frauen 15 km Individual GLAGOW Martina 13 February 2006
Rodeln Frauen Einzel HUEFNER Tatjana 14 February 2006

Heute fallen einige Entscheidungen, bei denen deutsche Sportler gute Chancen auf einem Platz auf dem Treppchen haben. Beim nachgeholten 2. Springen im Mannschaftswettbewerb der Nordischen Kombination konnte das deutsche Team seinen 1. Platz verteidigen. Wenn ’s dann auch in der Loipe läuft … Außerdem startet heute der Biathlon-Sprint der Damen über 7,5 km. Und abends haben die Damen gute Aussichten im Eisschnelllauf (Verfolgung Team).

we are FAMILY

Gestern erhielt ich eine Mail von einer Fernsehproduktionsfirma namens 99pro media GmbH, die uns, also meine Familie und mich, einlud, an der Fernsehsendung „we are FAMILY! So lebt Deutschland“ teilzunehmen. Es handelt sich dabei um eine Reportage, die unterschiedliche Familien in Deutschland zeigt, werktags um 14 Uhr bei Pro7 ausgestrahlt wird und ½ Stunde dauert.

    we are FAMILY

Die Begeisterung, sich 4 bis 5 Tage von einem Fernsehteam begleiten zu lassen, hielt sich bei uns in Grenzen. Jan, unser Großer, meinte gleich: „Muss das sein?!“ und Lukas, der Jüngere: „Was wollen die von uns?“

Natürlich ist die Vorstellung, als Familie ins Fernsehen zu kommen, verführerisch. Aber bei diesen so genannten Doku-Soaps besteht die Gefahr, sich schnell zum Affen zu machen. Auch ist uns das Sendeformat bisher unbekannt. Und wer guckt schon wochentags um 14 Uhr fern. Ich und meine Frau müssen arbeiten und die Söhne kommen von der Schule und haben ihre Hausaufgaben zu erledigen.

Grübel, grübel … Toll wäre es, wenn man einen solchen Auftritt irgendwie mit etwas Sinnvollem verbinden könnte, z.B. mit einem Aufruf zum Weltfrieden! Aber am Ende wird das herausgeschnitten und stattdessen gezeigt, wie man in der Nase popelt.

Ein erster Gedanke war natürlich der, das ganze Haus mit Werbung zu plakatieren. Da gibt es doch irgendwie eine Website eines englischen Studenten, der jedes Pixel einer 1000 x 1000 Bildpunkte großen Grafik für jeweils einen US-$ verscherbelt hat (und inzwischen reichlich kopiert wird, wenn auch eher erfolglos). Ähnlich könnten wir die Wände unseres Häuschen tapezieren (cm² statt Pixel). Wahrscheinlich wird man uns aber im Vorfeld vertraglich auferlegen, keine offensichtliche Werbung zu betreiben. Vielleicht finden sich ja auch Sponsoren, die sich mit weniger zufrieden geben (auf der Stirn unter einem dichten Pony die Tätowierung: „Currywurst 2 € in Heidi’s Imbiss“; bloß wie bekommt man die Tätowierung wieder weg).

Wie gesagt: Wir grübeln noch! Wie es aber aussieht, werden wir dankend ablehnen. Allein die Vorstellung, 4 bis 5 Tage über irgendwelche Kabel im Haus zu stolpern, beim morgendlichen Erwachen in grelles Licht zu blicken und ähnlich störende Beeinträchtigungen, werden uns abhalten, an der Sendung teilzunehmen.

Wer es selbst versuchen möchte, hier wie man sich und seine Familie bewirbt: Pro7-waf

siehe auch meinen Beitrag: 15 Minuten im Leben weltberühmt sein

(Karl-)Valentins-Tag

Heute ist Valentinstag. Vergesst also nicht, eure Lieben mit Blumen, Süßem und dergleichen zu beglücken. Bei uns ist übrigens gleichzeitig Karl-Valentins-Tag. Ja, der mit den Semmelnknödeln (nicht Semmelknödel, da bekanntlich die Knödel aus mehr als einer Semmel hergestellt werden):

    Prost, Karl Valentin

Willy Brandt – eine Biographie

Biographien politischer Persönlichkeiten meide ich eigentlich wie der Teufel das Weihwasser. Nicht dass ich alle Politiker für Schweinehunde und dergleichen halte. Aber z.B. die Erinnerungen von Herrn Helmut Kohl interessieren mich nun einmal partout nicht.

So bin ich dann auch nur durch Zufall zu einer Biographie über Willy Brandt (1913-1992) gekommen. Und ich habe es geschafft, diese bis zum Ende durchzulesen. Willy Brandt ist sicherlich einer der wichtigsten Politiker in Deutschland des 20. Jahrhunderts. Als Bürgermeister von Berlin erlangte Brandt auf Grund seines entschlossenen Handelns während des Berlin-Ultimatums (1958) und nach dem Mauerbau 1961 enorme Popularität. Mit dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ wurde er 1969 Bundeskanzler mit einer sozial-liberalen Koalition und trat nach der Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974 zurück. Brandts Amtszeit ist verbunden mit dem Stichwort der Ostpolitik, die den kalten Krieg unter der Losung „Wandel durch Annäherung“ bzw. „Politik der kleinen Schritte“ abmindern und die Berliner Mauer durchlässiger machen sollte. Der Kniefall von Warschau (1970) am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein, dafür erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis.

siehe auch: wikipedia

Wer war aber nun der Mensch Willy Brandt? Die Biographie von Gregor Schöllgen skizziert die Lebensstationen des Politikers und kommt dabei auch auf die Spur des Menschen Willy Brandt. Ich erinnere mich selbst noch sehr genau an die Zeit um 1970. Brandt polarisierte die Menschen. Die einen verehrten ihn („Willy will i!“), weil er trotz oder gerade wegen seiner Widersprüche immer sehr menschlich zu sein schien. Die anderen brachten oft nur Verachtung für ihn auf – angeheizt durch Verleumdungen aus dem rechten Lager.

Schöllgen zeigt diese Widersprüche auf, weiß aber auch immer um die Hintergründe. Auf der einen Seite war Brandt der sozialdemokratischen Tradition verbunden, zumal er selbst aus dem Arbeitermilieu stammte, sich von dort nach oben gearbeitet hatte. Er war aber auch ein Genussmensch, Kettenraucher, kein Kostverächter sowohl Frauen als auch geistigen Getränken gegenüber. Für Moralisten das gefundene Fressen.

    Willy Brandt 1976

Und irgendwie war er auch immer auf der Flucht. Schon früh reiste er durch Europa, im hohen Alter finden wir ihn in Afrika oder Asien unterwegs. Es ist eine Flucht nach vorn, um Niederlagen hinter sich zu lassen.

Interessant ist auch das Bild, das wir von Brandt in seinen Verhältnissen zu Herbert Wehner und Helmut Schmidt, seinem Nachfolger auf dem Kanzlerposten, erhalten. Zwiespältiger können solche politischen Männerfreundschaften kaum sein.

siehe auch: Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

Ihr Nazis seid leider auch Deutschland.

Die Kampagne „Du bis Deutschland!“ finde ich nun wirklich reichlich bescheuert, um es einmal so auszudrücken. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie für andere Zwecke missbraucht wird. Erst traf es unseren Bundespräsidenten Horst Köhler, der im Internet von Neonazis mit „Nein Horst, Du bist nicht Deutschland“ defamiert wird – das Ganze illustriert mit einem Foto, das Köhler beim Besuch einer Synagoge zeigt, bei dem der Bundespräsident die jüdische Kopfbedeckung Kipa trägt.

Und jetzt trifft es den in Ghana geborenen und mit 14 Jahren nach Deutschland übergesiedelten Fußballspieler von Schalke 04, Gerald Asamoah, der seit 2001 deutscher Nationalspieler ist und bisher auf 36 Einsätze für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kam.

Was mir hierzu einfällt? Ihr Neonazis und ihr Ewiggestrigen seid leider auch Deutschland. Ihr gehört zu Deutschland wie auch die Dummheit zur Menschheit gehört. Ihr gehört zur Kehrseite einer Medaille, die sich auch durch dumme Kampagnen nicht leugnen lässt.

siehe auch: zdf.de

Winterolympiade in Turin eröffnet

Mit dem Aufruf zu Frieden, insbesondere durch die Botschaft von Yoko Ono, der Witwe John Lennons, der vor 25 Jahren ermordet wurde, begangen gestern in Turin die 20. Olympischen Winterspiele. Bemerkenswert u.a. auch, wie acht Damen die Olympische Flagge ins Stadium trugen. Die Diva Sophia Loren (71) schritt auf ihre unnachahmliche Weise voran – begleitet von Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, der Schauspielerin Susan Sarandon, der Menschenrechtlerin Somaly Mam, der Schriftstellerin Isabel Allende sowie den Olympiasiegerinnen Nawal El Moutawakel, Maria Mutola und Manuela di Centa. Auch das ein Zeichen des Friedens.

Olympische Ringe Turin 2006 Olympische Flagge Turin 2006
Olympische Ringe Turin 2006 Olympische Flagge Turin 2006 – mit Sophia Loren, Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai u.a. honorigen Damen

Heute nun begannen die Wettbewerbe mit einem sensationelle Auftritt der deutschen Sportler. Nach Gold durch Michael Greis über 20 km Biathlon holte gleich im 2. Wettkampf der nordische Kombinierer Georg Hettich ebenso Gold. Besser kann ’s ja kaum noch werden. Gratulation an die beiden Überraschungssieger!

Erfinden nach Plan

Entwicklungsingenieure sind begeistert, wenn sie TRIZ ausprobieren, die russische „Teorija Reschenija Isobretatjelskich Zadatch“ („Theorie zur Lösung Erfinderischer Probleme“). Während der Entwickler von TRIZ, Genrich Altschuller, 1989 bitterarm starb, gingen seine Schüler in den 1990er Jahren in die USA und machten dort mit seiner Methode ein Vermögen. Weltweit sind TRIZ-Kompetenzzentren und -Schulen aus dem Boden geschossen.

TRIZ ist ein Baukasten von Lösungsmethoden, dessen Kern aus der Analyse von vielen Tausenden Patenten besteht. Man hat festgestellt, dass es für alle sprungartigen und innovativen Problemlösungen in der Technik nur vierzig Kategorien gab. Genrich Altschuller hatte bis 1950 etwa 200.000 Industriepatente analysiert und so erkannt, dass es zwar unendlich viele Probleme, aber nur eine begrenzte Anzahl von Lösungen gibt.

Aus derartigen Anforderungen entwarf der Analytiker eine Matrixtabelle, die als Lösungen eine Kombinationen aus den vierzig Grundprinzipien anbietet. Ein einfaches Beispiel ist das Taschenmesser, das mehrere Funktionen kombiniert und ein System in das andere versenkt. Altschullers Vision war es, Erfindungen am Fließband zu liefern. 50 Jahre hat es gebraucht, bis seine Methode weltweit Anerkennung fand.

Hier die 40 so genannten Innovativen Grundprinzipien (IGP):

1 Prinzip der Zerlegung bzw. Segmentierung
2 Prinzip der Abtrennung
3 Prinzip der örtlichen Qualität
4 Prinzip der Asymmetrie
5 Prinzip der Kopplung
6 Prinzip der Universalität (Integration)
7 Prinzip der „Steckpuppe“ (Matrjoschka)
8 Prinzip der Gegenmasse
9 Prinzip der vorgezogenen Gegenwirkung
10 Prinzip der vorgezogenen Wirkung
11 Prinzip des „vorher untergelegten Kissens“ (Prävention)
12 Prinzip des Äquipotenzials
13 Prinzip der Funktionsumkehr
14 Prinzip der Kugelähnlichkeit
15 Prinzip der Dynamisierung
16 Prinzip der partiellen oder überschüssigen Wirkung
17 Prinzip des Übergangs zu höheren Dimensionen
18 Prinzip der Ausnutzung mechanischer Schwingungen
19 Prinzip der periodischen Wirkung
20 Prinzip der Kontinuität (Permanenz) der Wirkprozesse
21 Prinzip des Durcheilens
22 Prinzip der Umwandlung von Schädlichem in Nützliches
23 Prinzip der Rückkopplung
24 Prinzip des „Vermittlers“
25 Prinzip der Selbstbedienung
26 Prinzip des Kopierens
27 Prinzip der billigen Kurzlebigkeit anstelle teurer Langlebigkeit
28 Prinzip des Ersatzes mechanischer Wirkprinzipien
29 Prinzip der Anwendung von Pneumo und Hydrokonstruktionen
30 Prinzip der Anwendung biegsamer Hüllen und dünner Folien
31 Prinzip der Verwendung poröser Werkstoffe
32 Prinzip der Farbveränderung
33 Prinzip der Gleichartigkeit bzw. Homogenität
34 Prinzip der Beseitigung und Regenerierung von Teilen
35 Prinzip der Veränderung des Aggregatzustandes eines Objektes
36 Prinzip der Anwendung von Phasenübergängen
37 Prinzip der Anwendung von Wärme(aus)dehnung
38 Prinzip der Anwendung starker Oxidationsmittel
39 Prinzip der Verwendung eines trägen Mediums
40 Prinzip der Anwendung zusammengesetzter Stoffe

mehr zu TRIZ

Na denn: Frohes Erfinden!

Super-Gesetz, Franz!

Die Altersbezüge von rund 20 Millionen Rentnern bleiben stabil. Das hat die Bundesregierung mit einem Gesetz festgezurrt. Das Kabinett billigte eine Initiative von Arbeitsminister Müntefering. Ohne das Gesetz, das nun noch vom Bundestag beraten werden muss, könnte es bei der anstehenden Rentenanpassung zum 1. Juli erstmals zu Einschnitten kommen. Hintergrund ist die schwache Entwicklung der Löhne im vergangenen Jahr, an denen sich auch die Altersbezüge ausrichten.

Wirklich ganz toll … Da muss ein Gesetz erlassen werden, das nichts anderes besagt, als dass man nichts tun wird. So als erließe man ein Gesetz, in dem in § 1 steht: Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) wird im Jahre 2006 nicht erhöht. Und in § 2: Das gilt ab sofort und bis zum 31.12.2006.

Natürlich ist mir klar, dass hinter Franzens Gesetz etwas ganz anderes steckt. Die Renten haben sich der Lohnentwicklung in Deutschland anzupassen. Und da diese rückläufig ist, müssten dann hiernach auch die Renten gekürzt werden. So kommt es durch Münteferings Initiative lediglich zu einer dritten Null-Runde. Immerhin lässt sich an dem Ganzen eines sehr gut ablesen: Die Entwicklung der Löhne und Gehälter ist in den letzten Jahren stagniert und zuletzt sogar real nach unten gegangen. Bedenkt man, dass die Preise trotzdem stetig ansteigen, dann fragt man sich, wo das Geld eigentlich bleibt. Soviel versteht man auch als Wirtschaftslaie. Und siehe da: Herren wie das Ackermännchen von der Deutschen Bank frohlocken über dicke Gewinne. Da bleibt also unser Geld!

siehe auch: zdf.de

Knüppel zwischen den Beinen

Knüppel zwischen den Beinen

Immer irgendwie das Gleiche. Da wirft man Knüppel zwischen deine Beine, und du wunderst dich, daß du stolperst. Und immer aufpassen, daß dir das nicht passiert, das kannst du eben nicht. Wo, kommen wir denn auch hin? Aber gerade, wenn du gut drauf bist, garantiert, dann passiert dir das. Du legst dich lang hin, guckst ganz verduzt, die Schnauze blutet dir schon, und höhnisches Grinsen aus höheren Lagen kommt dir entgegen und macht alles noch schlimmer. Du willst dich aufrappeln, aber es fehlen dir plötzlich die Kräfte. Und wenn du es wirklich ‚mal schaffst, dann spürst du schon den Ellenbogen in deinen Rippen, die Luft geht dir aus und du liegst wieder lang. Und falls du dem Ellenbogencheck tatsächlich ausweichen kannst – du wirst ja langsam clever und ahnst den Hinterhalt; man muß ja mit allem rechnen -, dann ist da immer noch der Knüppel zwischen deinen Füßen, der dich erneut zu Fall bringt. Shit, man kann nicht auf alles achten! Aber, gesetzt den Fall, du kommst auf deine Beine, kannst den Knüppel von dir stoßen und selbst dem Ellenbogen kontern, was nützt dir das alles: An der nächsten Straßenecke, wenn du die Kurve gekratzt hast, wartet der nächste Knüppelleger. – Und noch einen Schritt weiter: Du stehst also auf den Beinen, hast jedlichen Angriff abgewehrt, ja, du gehst selbst zum Angriff über. Schon schreit der Knüppelleger Mord und Totschlag, und alle Welt kommt ihm zur Hilfe, schlägt dich mit allem, was sie in Händen hält, mit Schirmen, Gehstöckern und Handtaschen, was bleibt dir dann? Es hilft nur Eines, oder? Werde selbst zum Knüppelleger! …

(6.10.92)