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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Vorweihnachtszeit 2013 (3): Nikolaustag

Vor vier Jahren habe ich einige kurze Anmerkungen zu Nikolaus und dem heutigen Nikolaustag samt Nikolauslaufen gemacht (Weihnachten von A bis Z: N wie Neujahr und Nikolaus), die ich hier wiederholen und etwas ergänzen möchte:

Der heilige Nikolaus besucht zusammen mit Knecht Ruprecht am 6. Dezember die Kinder. Der populäre Heilige hat tatsächlich gelebt und wird erstmalig in einer Urkunde, die um 500 nach Christi Geburt geschrieben wurde, erwähnt. Nikolaus war Bischof in Myra, einer Stadt in Lykien, heute südliche Türkei. Er ist der Schutzpatron der Kinder, Seefahrer und Kaufleute. Gestorben sein soll er am 6. Dezember 343 oder 350.

Rund um St. Nikolaus gibt es viel Brauchtum. Bei uns, in einer überwiegend evangelischen Gegend – aber nicht nur bei uns -, gibt es den Brauch, am Abend vor dem 6. Dezember die Stiefel oder Schuhe ‚vor die Tür’ zustellen. Geputzt sollten sie schon sein. Hat man Glück und war im ablaufenden Jahr überwiegend lieb und artig, dann findet man am Morgen des 6. Dezember kleine Geschenke, meist Süßigkeiten, in seinen Stiefeln. Die weniger Braven müssen mit einer Rute rechnen.

    Nikolaus: Warst du auch artig?

Der alte Heischebrauch des Nikolauslaufens ist in der Gegend um Bremen als Sunnerklauslaufen auch heute noch gut bekannt (am 6. Dezember). Dabei verkleiden sich Kinder, ziehen von Haus zu Haus, singen und sprechen Lieder und Gedichte, wofür sie mit Obst oder Süßigkeiten belohnt werden. Ich kenne das Nikolauslaufen in Bremen aus meiner Kindheit. Auch ich habe mich damals verkleidet (einmal hatte ich sogar ein altes Kleid meiner Mutter übergestülpt) und bin mit anderen Kindern von Geschäft zu Geschäft gezogen, habe Reime aufgesagt und wurde dafür mit Süßem belohnt. Der wohl bekannteste Reim ist der folgende – auf Plattdeutsch natürlich:

Sunnerklaus, de grote Mann
Kloppt an ale Dören an,
Lüttje Kinner bringt he wat,
Große steckt he in ’nen Sack.

Halli, halli, hallo,
Nu geiht’t na Bremen to!

Ick bün so’n lütten König.
Giff mi nich to wenig,
Loot mi nich to lange stohn,
Denn ick mutt noch wieder goon.

Homo (Britanicus) Erraticus

    Turn up the wick. Burn a little brighter.
    Ian Anderson (2013)

Diesmal hat Gerald Bostock (ja, der von ‚Thick as a brick’) wieder zur Feder gegriffen und sich eines verstaubten, bisher unveröffentlichten Werkes eines Amateurhistorikers namens Ernest T. Parritt (1873-1928) mit dem Titel „Homo Britanicus Erraticus“ angenommen. Bostock hatte wohl den ‚berühmten’ Matthew Bunter Old Library Buchladen (siehe u.a. auch unter StCleve.com) in der kleinen Ortschaft Linwell besucht und dort das Manuskript an sich genommen. In dem Machwerk geht es um die Geschichte der frühen Zivilisation Britanniens. Außerdem scheint es Zukunftsszenarien zu prophezeien. Der gute Parritt war zwei Jahre vor seinem Tod vom Pferd gefallen und hatte dabei wohl arg gelitten. Er war nach dem Sturz mit der übermächtigen Überzeugung erwacht, frühere Leben als historische Figuren genossen zu haben (awoke with the overwhelming conviction of having enjoyed past lives as historical characters, wie Anderson schreibt): als einen vorgeschichtlichen, nomadisierenden Siedler der Jungsteinzeit, einen Schmied der Eisenzeit, als einen sächsischen Invasoren, einen christlichen Mönch usw. – bis hin zu Prinz Albert, dem Ehemann von Königin Viktoria.

Ja, im April des nächsten Jahres soll das nächste Album von Jethro Tull’s Ian Anderson auf den Markt kommen: Homo Erraticus, der umtriebige, herumirrende Mensch, auch ist Land- bzw. Stadtstreicher gemeint (was Assoziationen zu Aqualung weckt). Die Musik soll im Folk-Rock-Metal-Stil gehalten sein (Ian Anderson: „But you can call it Prog.”).

Ian Anderson: Homo Erraticus

Man ahnt es bereits: Jedes Lied wird sich einer Epoche der britischen (Vor-)Geschichte widmen und Herr Anderson wird einmal als jungzeitlicher Nomade auftreten, dann mit Kutte als Mönch und zuletzt als Prinz Albert, dem deutschen Moralisten im sündigen England (heute ist Prinz Albert eigentlich nur noch für ein bestimmtes Genitalpiercing bekannt, aber dazu wird sich Herr Anderson wohl kaum äußern, oder?). Das Ganze erinnert an TAAB2, in dem Anderson versucht hat zu beschreiben, was alles aus einem etwa 50-jähriger Gerald Bostock, dem fiktiven Autoren von TAAB, hätte werden können. Und natürlich erinnert es an TAAB selbst, denn der fiktive Autor des Ganzen soll ja wieder Gerald Bostock sein.

Allein schon dieser geschichtsträchtigen Lyrik wegen, könnte ich mich für das neue Album interessieren. Die Phantasie Ian Andersons treibt seltsame Blüten. Wenn dann auch noch die Musik halbwegs ‚stimmt’, dann ist alles gut. Gespannt bin ich allemal.

Kramen in Ian Andersons Dachstübchen

Übrigens: Ian Anderson hat wohl für etwas Ordnung in seinem Dachstübchen gesorgt. Andere nennen es Archiv, Ian Anderson „Attic“. Es darf gekramt werden …

Vorweihnachtszeit 2013 (2): Santa Pauli

Vorweihnachtszeit ist vor allem auch Weihnachtsmarktzeit. Ich bin kein großer Weihnachtsmarktgänger. Vor drei Jahren war es mehr zwangsläufig, dass ich mit meinen Lieben den Weihnachtsmarkt in Goslar besucht habe. Bei uns in Tostedt gibt es den Christkindlmarkt, der dieses Jahr am letzten, den 1. Adventswochenende stattfand.

Weihnachtsmarkt hat bei der Kälte, die meist herrscht, oft viel mit Essen und Trinken zu tun. Eine Bratwurst vom Rost und/oder einen Glühwein (mit und ohne Schuss) soll von innen wärmen.

Nun gibt es auch einen Weihnachtsmarkt, der gewissermaßen von außen einheizt. Ohne Hamburg auf St. Pauli und den Kiez reduzieren zu wollen: Wer aber in diesen Vorweihnachtstagen nach Hamburg kommt, sollte vielleicht doch einen Abstecher nach St. Pauli machen. Dort auf dem Spielbudenplatz im Herzen St. Paulis gibt es nämlich auch einen Weihnachtsmarkt, wenn auch einen ganz speziellen: Santa Pauli – Hamburgs geilsten Weihnachtsmarkt.

    Santa Pauli - Hamburgs geilster Weihnachtsmarkt

Noch bis zum 23. Dezember kommt auch der Kiez in ‚vorweihnachtliche’ Stimmung. Statt graubärtige Weihnachtsmänner begegnet man eher sexy Engel und knackige Wichtel. Statt Holzgeschnitztes aus Oberammergau oder dem Fichtelgebirge gibt es Latexmäßiges von Beate Uhse. „Santa Pauli“ ist Deutschlands einziger erotischer Weihnachtsmarkt.

Geöffnet ist der erotische Weihnachtsmarkt Montag bis Donnerstag von 16 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag von 13 bis 1 Uhr und Sonntag von 13 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Vorweihnachtszeit 2013 (1): Santa, reich mal die Buddel ‘rüber

Mit Beginn dieser Woche beginnt nun auch ‘offiziell’ die Weihnachts- bzw. Vorweihnachtszeit. Alles Volkstraurige, Gebüße und Totensonntägliche haben wir hinter uns gelassen, um verstärkt an Weihnachtsgeschenke zu denken (kaufen wäre auch nicht schlecht), Kekse zu backen und bald zu essen (bevor sie hart und ungenießbar sind) – und alles in Weihrauch- und Kerzengestank zu ersticken.

    Ian Anderson 2003 - Christmas Song

Aus allen Lautsprecherboxen dröhnt Weihnachtsmusik. Da will ich nicht hintanstehen und habe das Lied ‘Christmas Song’ von Ian Anderson (Jethro Tull) ausgegraben. Zu beachten ist die Textpassage, in der darauf hingewiesen wird, dass der weihnachtliche Geist nicht das ist, was man trinkt (that Christmas spirit is not what you drink) – in diesem Sinne wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit:


Video: Ian Anderson 2003 – Christmas Song

Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt

Man war das toll. Die geben einfach alles, um die Quoten zu erhöhen, und kennen keine Gnade gegenüber sich selbst: Joko gegen KlaasDas Duell um die Welt. Nein, die Welt wollen die nicht retten, die sind ja kaum selbst zu retten.

Wohl schon zum 4. Mal ging dieses seltsame Duell zweier Fernsehentertainer auf Sendung. Irgendwo in der Walachei (nein es war u.a. irgendwo in der Wildnis von Bosnien und Herzegowina bzw. China, auch in Äthiopien) mussten die beiden Herren am letzten Samstag irgendwelche fernab des guten Geschmacks liegende Aufgaben lösen, um Punkte zu sammeln. Im finalen Spiel kletterten sie über eine Unzahl Gymnastikbälle. Wer die aus anderen Spielshows bekannte Glocke als erstes bimmelte, war der Sieger.

    Joko gegen Klaas: Gymnastikball-Finale (30.11.2013)

Noch einmal: Joachim „Joko“ Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf werden getrennt voneinander in jeweils vier verschiedene Länder auf der ganzen Welt – wie zum Beispiel Japan oder die USA – geschickt und bekommen jeweils vom anderen eine Aufgabe gestellt. Anschließend bekommt der, der an der Reihe ist, eine zweite Aufgabe zu dem Land gestellt, die im Studio zu lösen ist. Wer Sieger wird, entscheidet ein finales Spiel. Da geht man durchaus schon einmal bis an die Grenzen der eigenen Zurechnungsfähigkeit.

„In dem Moment, in dem du hörst, was du machen sollst, schnürt es dir die Kehle zu. Du kriegst Bauchschmerzen, hast keinen Bock mehr und willst nach Hause“, sagt der 34-jährige Joko Winterscheidt (Quelle: stern.de). Wie gut, dass ich bereits zu Hause war und nur die Fernbedienung nehmen brauchte, um dem Schwachsinn ein Ende zu bereiten.

Dank mancher Privatsender ist das Niveau des deutschen Fernsehens immer mehr gegen Null gesunken. „Joko gegen Klaas“ mit ihren Duellen tragen kaum dazu bei, dieses Niveau anzuheben. Wahrscheinlich bin ich einfach zu alt, um den Unterhaltswert solcher Sendungen zu erfassen. Bekanntlich erfreut sich das Duo besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen großer Beliebtheit. Heufer-Umlauf und Winterscheidt wurden zwischenzeitlich sogar als Nachfolger für Thomas Gottschalk bei der ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“ gehandelt. Das ZDF hätte dann allerdings kaum etwas falsch gemacht, denn mit Markus Lanz hat es auch das ZDF geschafft, sich dem infantilen Geschmack eben jener Privatsender anzugleichen.

Jethro Tull: Benefit (Deluxe Edition 2013)

Nach Special Edition und Limited Edition jetzt also eine Deluxe Edition (heißt offiziell sogar A Collector’s Edition, ach, was weiß ich …). Um Begriffe ist Ian Anderson wohl nicht verlegen. Nach Aqualung (40th Anniversary Special Edition 2011) und Thick as a Brick (Special Collector’s Limited Edition 2012) war in diesem Jahr Benefit aus dem 1970 dran, um als Doppel-CD mit dem neuen Stereo Remix von Steven Wilson und außerdem auf DVD mit 5.1 Mix DTS & Dolby Digital Surround auf den Markt zu kommen: Benefit (Deluxe Edition).

Ich weiß: Viele werden es wieder für reine Geldschneiderei des Flötenmeisters halten, dass er nach und nach die alten Scheiben von Jethro Tull neu auflegt. Aber ich denke, es ist der Technik geschuldet, die uns auch als Otto Normalverbraucher ins Haus gewachsen ist. Wer die entsprechende Anlage für 5.1-Mehrton besitzt und Jethro Tull mag, den wird es freuen (natürlich ist auch der Remix auf CD in Stereo nicht zu verachten). Ansonsten spart man sich das Geld für andere hübsche Dinge.

    Jethro Tull: Benefit (1970)

Hier zur Erinnerung die Setlist der alten Benefit-Scheibe:

1. With You There To Help Me
2. Nothing To Say
3. Alive And Well And Living In
4. Son
5. For Michael Collins, Jeffrey And Me
6. To Cry You A Song
7. A Time For Everything?
8. Inside
9. Play In Time
10. Sossity; You’re A Woman

Fürs Geld gibt es natürlich noch etwas mehr als diese zehn Lieder. Neben der Neubearbeitung u.a. auch der Singles „Sweet Dream“ und „Teacher“ samt B-Seiten, ist eine 2. CD im Box-Set mit diversen anderen „Mischungen“ bis hin zu Mono enthalten. Vielleicht etwas zu viel des Guten. Den Allessammler und auch den Puristen wird’s aber freuen.

Zunächst etwas zur Musik als solcher. „Benefit“ fristete bis zum heutigen Tag eher ein Nischendasein. Es war die Scheibe zwischen „Stand Up“ aus dem Jahre 1969, die zum ersten Mal aufzeigte, in welche musikalische Richtung die Reise können wird, und 1971 dann „Aqualung“, die Scheibe, die Jethro Tull in aller Welt bekannt machte. Ich erinnere mich über die 43 Jahre zurück, als ich nach neuem Material aus der Feder von Ian Anderson geradezu hungerte – und dann endlich das Plattencover im Schallplattenladen entdeckte. Irgendwie hatte ich vielleicht etwas ganz anderes erwartet, als das, was ich da zu hören bekam. Und doch war ich überrascht, was die Gruppe da wieder im Studio produziert hatte.

„Benefit“ hat wie eigentlich alle Alben von Jethro Tull seinen ganz eigenen Charakter. Mir fallen heute verschiedene Begriffe im Zusammenhang mit diesem Album ein, ohne dass einer auch nur halbwegs zutreffend wäre (oder doch?). Nach den Gitarrenriffs zu urteilen, könnte man bereits dieses Album in die Schublade Hardrock verfrachten (bei amazon.de wird es hier geführt und hat es sogar in die Top 20 geschafft). Überhaupt Gitarrenriffs: Es ist ein Album der Riffs – und musikalisch erweitert gesehen – der Hooklines, also der charakteristisch eingängigen Melodiephrasen. Nach Meinung des Rezensenten des Musikmagazins Rolling Stone ist das Album „langweilig“, „lustlos und mechanisch gespielt“ und ein Ausdruck „schreiender Mittelmäßigkeit“. Ich kann das durchaus einwenig nachvollziehen, denn (und hier noch ein weiterer Begriff, der eigentlich nicht zutrifft 😉 ) ich höre eine Art Barmusik heraus, Musik, die sonst nur von einem Barpianisten in den Dunst aus Bier und Rauch (ach, nein, es darf ja nicht mehr geraucht werden) hineingeklimpert wird, ohne aufdringlich zu sein und die Gespräche zu stören, um gleichsam aber doch den Gästen den akustischen Background zu bieten, das Wohlfühlambiente, um locker und entspannt den Abend zu beginnen. So könnte man „langweilig“ und „lustlos“ auch mit locker und entspannt und „mittelmäßig“ mit unaufdringlich übersetzen. „Benefit“ also Barmusik? In gewisser Hinsicht schon (siehe Titel wie „Alive And Well And Living In“, „For Michael Collins, Jeffrey And Me“ oder „Inside“ – für mich sogar ohne Zweifel). Hinzu kommt, dass alle Stücke der Scheibe in Molltonarten gehalten sind, was bei vielen als melancholisch, traurig empfunden wird und den ’negativen‘ Charakter der Lieder verstärkt.

Wie steht es nun um dieses neue Remix. Wer nicht direkt alt und neu vergleicht, wird kaum größere Unterschiede heraushören. Das Ursprungsmaterial ist nun einmal das Gleiche. Nichts wurde neu eingespielt oder so. Ich habe mir erst einmal die CD- also Stereo-Version angehört (klar mit 5.1 hört der Vergleich auf, da stellt die räumliche Fülle – als Zuhörer befindet man sich gewissermaßen zwischen den Instrumenten – alles in den Schatten). Was mir als erstes aufgefallen ist, dass ist das Schlagzeug, das nun besser herauskommt. Die Instrumente sind insgesamt deutlicher ‚getrennt’, alles klingt auch in Stereo räumlicher, nicht so ‚gedrängt’. Das Remix wurde auch diesmal wieder von Steven Wilson bewerkstelligt, der dabei wiederum Wert auf Feinheiten legte. So hört man z.B. das Zirpen (die Flageoletttöne) der Gitarre (in „Alive and Well an Living In“), die in dem alten Mix kaum hörbar untergegangen sind. Natürlich hat so ein Remix seine Grenzen. Wäre das Ursprungsmaterial bereits digital aufgenommen worden, dann ließe sich noch mehr erreichen. Aber immerhin …

Hier einige der Stücke von „Benefit“, teilweise live, auch in unterschiedlichen Interpretationen – und (soweit von Platte) natürlich noch im alten ‚Gewand’:


Jethro Tull: With you there to help me/By Kind Permission Of … live Beatclub1970


Jethro Tull: Nothing to Say


Jethro Tull: Alive And Well And Living In


Jethro Tull: For Michael Collins, Jeffrey And Me


Jethro Tull: To Cry You a Song/A New Day Yesterday (07/31/1976)


Martin Barre – To cry you a song, Bamberg 22.10.2013


Jethro Tull: Inside (Purple Rocks Vintage)


Jethro Tull – Play in Time – MyVideo


Jethro Tull: Medley: Sossity; You’re a Woman/Reasons For Waiting (Live at Carnegie Hall 1970)

Zuletzt ein Bonustrack, der auch als Single 1970 Erfolge feierte, nach meinem Geschmack aber nicht so ganz in die “Benefit”-Reihe passt:


Jethro Tull: Teacher (Bonustrack) Beat Club 1970

Django Unchained

Django Unchained ist ein US-amerikanischer Western von Quentin Tarantino aus dem Jahr 2012. Der Film weist inhaltlich sowie musikalisch sehr viele Merkmale und Anlehnungen gleichermaßen an den Italowestern wie auch an das Blaxploitationgenre (reißerische Filme aus der Sicht von Afroamerikanern gedreht) auf. Zu den Hauptdarstellern zählen Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson. Tarantino (Bestes Originaldrehbuch) und Waltz (Bester Nebendarsteller) erhielten 2013 für „Django Unchained“ den Academy Award (Oscar).

Am Wochenende habe ich die Zeit gefunden, um mir Django Unchained anzuschauen.

    Django Unchained

Der Sklave Django (Jamie Foxx) wird von dem deutschen Ex-Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz), heute Kopfgeldjäger, befreit und unter die Fittiche genommen. Django soll Schultz helfen, die Verbrecher Big John (M.C. Gainey), Ellis (Tom Savini) und Roger Brittle (Cooper Huckabee), die sich auf einer Farm irgendwo im Süden unter neuem Namen versteckt haben, aufzuspüren. Da Django von den Brittles einst nicht nur gefoltert wurde, sondern diese auch seine Frau Broomhilda (Kerry Washington) vergewaltigten, hat er sich ihre Gesichter bestens eingeprägt und soll sie nun identifizieren. Auf dem Weg zu ihrem Ziel wird Django unter Schultz Patenschaft selbst ein gefürchteter Verbrecherjäger. Gemeinsam jagt das Duo böse Jungs für Geld, bis Django seinen Mentor um einen Gefallen bittet. Er soll ihm helfen, seine Ehefrau Broomhilda zu finden, von der er allerdings keine Ahnung hat, wo sie mittlerweile ist. Die Spur führt das ungleiche Duo zur Farm des Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), der, unterstützt von dem verschlagenen Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson) und dem sadistischen Billy Crash (Walton Goggins), seine Sklaven zu brutalen Kämpfen auf Leben und Tod antreten lässt.

aus: filmstarts.de


DJANGO UNCHAINED Trailer Deutsch

Mit Filmen von Quentin Tarantino habe ich so meine Schwierigkeiten. Obwohl sich die explizite Darstellung von Gewalt in diesem Film in einem für Tarantino ungewöhnlich kleinen Rahmen hält, komme ich nicht ganz klar damit. Natürlich spritzt wieder das Blut auf unnatürliche Weise durch die Gegend (Tarantino scheint einen höllische Spaß daran zu haben; mir kommt das eher ziemlich infantil vor). Auf eine Vergewaltigungsszene, wie sie im Drehbuch stand, hat er aber vorsorglich verzichtet. Dafür kracht es aber öfter gewaltig und kurz vor dem Schluss lässt Tarantino durch Django ein ganzes Herrenhaus in die Luft gehen.

Western habe ich noch nie wirklich gemocht. In Jugendzeiten, ich habe es öfter schon erwähnt, waren mir die Orient-Abenteuer von Karl May lieber als der ganze Winnetou-Old Shatterhand-Schmus. Und die Italo-Western mit ihrer Darstellung teilweise exzessiver Gewalt waren noch weniger mein Fall. Tarantinos Django ist eine Art Reminiszenz zu Filmen von Sergio Leone und Sergio Corbucci mit Franco Nero als Django. Das beginnt mit den roten Schriftzügen am Anfang des Films. Und setzt sich fort mit der Musik, die zum großen Teil aus eben solchen Italo-Western stammt.

Christoph Waltz spielt eine ähnliche Rolle wie in Inglourious Basterds, nur hat er diesmal die Seiten gewechselt und mimt den Guten. Ähnlichkeiten mit Klaus Kinski als Loco in Corbuccis Leichen pflastern seinen Weg sind nicht rein zufällig. Was zunächst an der Figur des Dr. King Schultz (wieso eigentlich King?) wie reinster Sarkasmus erscheint, entpuppt sich als eher gutmütig-naiver Charakter, der Jagd auf die Bösen macht (nach unserer Sicht gehören natürlich auch Sklavenhändler zu den Bösen) und ihnen den Garaus macht („tot oder lebendig“, da doch lieber tot). Geradezu liebenswert verhält er sich zu dem von ihm (mehr oder weniger) frei gekauften Sklaven namens Django, der ihn in seiner Suche nach seiner Frau, Broomhilda von Shaft, an die Sage von Siegfried und Brunhilde erinnert (Tarantino offeriert hier allerdings die nordische Variante der Sage, nicht die des Nibelungen-Liedes). Beide werden Partner als Kopfgeldjäger und als Befreier von Djangos Frau.

Dieses oft Naive der Charaktere spiegelt für mich die Denkweise von Tarantino wider. Zum einen bereitet es ihm geradezu kindliches Vergnügen, das Blut spritzen zu lassen. Zum anderen dienen seine Helden ja dem Guten (auf wirklich naive Art), wenn sie das Böse beseitigen. Leider geht das nicht immer so einfach. Und selbst Tarantino ist bereit, seine Helden zu opfern. Es erinnert mich an Hitchcocks Psycho, in dem Janet Leigh als Marion Crane lange Zeit die Hauptrolle spielt, um diese dann an Anthony Perkins als Norman Bates abzutreten. Auch in Django ist zunächst Christoph Waltz als Dr. King Schultz eindeutig die Hauptfigur, muss aber wie Marion Crane sterben, um Django das Finale zu ermöglichen.

Mit zwei ein halb Stunden zieht sich der Film doch ziemlich in die Länge, nimmt aber in der zweiten Filmhälfte noch einmal Fahrt auf, „was auch mit den Auftritten von Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson zu tun hat. Der ‚Titanic’-Star gibt mit sichtlichem Vergnügen den aalglatten und grausamen Bösewicht, der seine intellektuelle Überlegenheit nur behauptet: In Wahrheit wäre er ohne seinen cleveren Haussklaven Stephen aufgeschmissen. Diese Rolle wiederum legt Samuel L. Jackson meisterhaft an der Grenze zur Parodie an.“

Wie gesagt, so ganz komme ich mit Tarantinos Filme nicht klar. Für ihn erscheinen sie mir wie eine Spielwiese zu sein, auf der er seine manchmal eben recht naiv-kindliche Lust am Vergnügen auslebt. Und da andere eine ähnliche Lust verspüren, hat er diesen ungewöhnlichen Erfolg. Christoph Waltz ist da natürlich als Idealbesetzung ein Glückfall für Tarantino.

Kompetenz statt Parteibuch

Bis Mittwoch soll der Koalitionsvertrag stehen. Doch etliche Punkte sind zwischen Union und SPD noch strittig wie die Finanzierung der Mütterrente oder der Start eines Mindestlohns. Eine Verlängerung der Verhandlungen wird nicht ausgeschlossen.

Noch gar nicht geklärt ist, wer welches Ministeramt übernehmen wird, überhaupt welche Ministerien es geben wird. Wenn schon große Koalition, dann ist der Wunsch besonders groß, dass Kompetenz und nicht das Parteibuch Ausschlag für die Besetzung geben sollte. Spiegel.de hat eine alternative Kabinettsliste vorgelegt und dabei 10 Männer wie Frauen vorgeschlagen, die Minister werden sollten. Natürlich kann man sich auch hier über die eine oder andere Personalie streiten. Aber die Tendenz ist eindeutig.

    Kompetenz statt Parteibuch

Am Ende allerdings, so ist zu befürchten, werden wir wieder Ministerinnen und Minister haben, die von der Sache wenig bis gar nichts verstehen und lediglich wie Moderatoren dem Bürger Entscheidungen ihrer ministerialen Bürokraten zu vermitteln haben.

Heute Ruhetag (43): Jean Paul – Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz mit fortgehenden Noten

Arno Schmidt sagte einmal, dass Jean Paul „einer unserer Großen (…), einer von den Zwanzig, für die ich mich mit der ganzen Welt prügeln würde“ gewesen sei. Nun beide waren verquere Köpfe mit hohem literarischen Anspruch, der vielen leider zu weit geht. „Jean Paul spielte ständig mit einer Vielzahl witziger und skurriler Einfälle; seine Werke sind geprägt von wilder Metaphorik sowie abschweifenden, teilweise labyrinthischen Handlungen.“ Was wohl auch für Arno Schmidt gilt, wenn auch in ‚anderer Fassung’.

„Ähnlich vielgestaltig und verwirrend wie viele seiner Romane muss auch Jean Pauls Charakter gewesen sein: Er war wohl sehr gesellig und geistreich, gleichzeitig extrem sentimental, von fast kindlichem Gemüt und schnell zu Tränen gerührt. Seine Werke lassen immer wieder erkennen, wie sehr er sich nicht nur für Literatur, sondern auch für Astronomie und andere Wissenschaften interessierte.“

Das Jahr geht langsam dem Ende entgegen, in dem wir den 250. Geburtstag von Jean Paul feiern durften. An einem anderen Ruhetag habe ich bereits auf seine Erzählung Dr. Katzenbergers Badereise hingewiesen und als Lektüre empfohlen (und in einem zweiten Beitrag noch etwas ausführlicher behandelt). Heute möchte ich eine andere seltsame Erzählung aufs Tapet bringen, in der Schmelzle, ein „Angsthase“, „mit Heldenpose“ von seiner „Feigheit vor dem Feind in napoleonischer Zeit“ erzählt.

Zum Inhalt (Quelle: de.wikipedia.de):

Schmelzle stellt eine – dem Anschein nach offensichtliche – Tatsache als Gerücht hin: Der Militärgeistliche Schmelzle hat „aus bedeutenden Schlachten Reißaus genommen“. Seine letzte diesbezügliche Affäre war bei Pimpelstadt. Dies bedauerliche Faktum war natürlich auch seinem höchsten militärischen Vorgesetzten, dem großen Minister und General Schabacker in Flätz nicht verborgen geblieben. Trotzdem reist Schmelzle unerschrocken zu dem General hin, um dem Militär eine Bittschrift vorzulegen. Der Fahnenflüchtige möchte Professor der Katechetik werden. Angetrieben wird Schmelzle von seiner Ehegattin Teutoberga, Tochter eines reichen Pächters. Bergelchen, wie Schmelzle seine liebe Frau nennt, möchte gerne ihre „niedrige Geburt“ vergessen machen, möchte „etwas vorstellen und manche Honoratiorin ausstechen“.

Schmelzle dringt in das Vorzimmer des Generals vor. Die Antwort Schabackers auf die Petition lautet bedauerlicherweise: Schmelzle möge sich wieder zum Teufel scheren, wie er bei Pimpelstadt getan.

Das kann den Überlebenskünstler Schmelzle kein bisschen verdrießen. Ist er doch durch das Vermögen seiner guten Frau besser besoldet als durch zehn katechetische Professuren.

„So bist du also nichts geworden?“ gibt sich das Bergelchen enttäuscht und denkt an die „hochtrabenden vornehmen Weiber“ in Neusattel, vor denen sie in der Kirche blutrot werden wird vor Scham.

Schmelzle will Abhilfe schaffen. Vielleicht wird Bergelchen Berg-, Bau-, Hof-, Kriegs-, Kammer-, Kommerzien-, Legations-, Henkers- oder auch Teufels-Rätin.

Heute Ruhetag = Lesetag!

Ein lautes Gewitter, das dem Postwagen nachfuhr, veränderte den Diskurs. Ihr, Freunde, erratet wohl alle – da ihr mich nicht als einen Mann ohne alle Physik kennen lernen – meine Maßregeln gegen Gewitter: [89 In großen Städten lebt der Fremde die ersten Tage nach seiner Ankunft bloß von seinem Gelde im Gasthofe, erst darauf in den Häusern seiner Freunde umsonst; langt man hingegen auf der Erde an, wie z.B. ich, so wird man gerade die ersten Jahre hindurch höflich freigehalten, in den andern und längern aber – denn man bleibt oft sechzig Jahre – muß man wahrhaftig (ich habe die Dokumente in Händen) jeden Tropfen und Bissen bezahlen, als wäre man im großen Gasthofe zur Erde, was noch dazu wahr ist.] ich setze mich nämlich auf einen Sessel mitten in der Stube (oft bleib‘ ich bei bedenklichem Gewölk ganze Nächte auf ihm), und decke mich durch mein Reinigen von allen Leitern, Ringen, Schnallen und so weiter und durch mein Absitzen von allen Blitzabsprüngen immer so, daß ich kaltblütig die Sphärenmusik der Donnerpauke vernehme. – Diese Vorsicht hat mir nie geschadet, da ich ja dato noch lebe; und ich wünsche mir noch heute Glück, daß ich einmal aus der Stadtkirche, ob ich gleich tags vorher gebeichtet hatte, ohne weiteres und ohne vorher das Abendmahl zu nehmen, ins Gebeinhaus hinausgelaufen, weil ein schweres Gewitter (was wirklich in die Kirchhofslinde einschlug) darüber stand; – ich kam auch sogleich nach der Entladung der Wolke aus dem Gebeinhaus in die Kirche zurück und war so glücklich, noch hinter dem [112 Ich sage aber nein. Der Mensch stelle sich so wie seinen Hut – wenn er sich und diesen nicht gerade gebraucht – beide, um sie zu schonen, so lange auf den Kopf, bis er wieder getragen wird.] Henker (als dem letzten) zu kommen und das Liebesmahl zu genießen.

So denk‘ ich für meine Person; aber leider, im vollen Postwagen traf ich Menschen, denen Physik wahre Narretei ist. Denn als die Gewitter sich fürchterlich über unsern Kutschenhimmel versammelten und prasselnde Feuerklumpen, als wären’s Johanniswürmchen, im Himmel umherspielten; und als ich endlich ersuchen mußte, das schwitzende Postkonklave möchte nur wenigstens Uhren, Ringe, Gelder und dergleichen zusammenwerfen, etwa in die Wagentaschen, damit kein Mensch einen Leiter am Leibe hätte: so tat’s nicht nur keiner, sondern mein eigener Schwager, der Dragoner, stieg gar mit gezogenem nackten Degen auf den Bock hinaus und schwur, er leite ab. Ich weiß nicht, war der desperate Mensch ein gescheiter oder keiner; kurz, unsere Lage [10 Die Weltepochen feiern – wie die spanischen Könige – Regierungsantritt, Volljährigkeit, Vermählung – gern mit Scheiterhaufen (Autodafés, Tressenausbrennungen der Weisen oder auch der Irrgläubigen).] war fürchterlich, und jeder konnte ein gelieferter Mann sein. Zuletzt bekam ich gar einen halben Zank mit zweien von der rohen Menschenfracht der Kutsche, dem Vergifter und der Hure, weil sie fragend fast zu verstehen gaben, ich hätte vielleicht bei dem angepriesenen Preziosenpicknick nicht die ehrlichsten Anschläge gehabt. So etwas verwundet die Ehre mit Gewalt, und in mir donnerte es nun stärker als oben; dennoch mußt‘ ich den ganzen nötigen Erbitterungswortwechsel so leise und langsam als möglich führen und haderte sanft, damit nicht am Ende eine ganz in Harnisch gebrachte Kutsche in Hitze und Schweiß geriete, und in unsere Mitte so den nahen Donnerkeil auf Ausdünstungen durch den Kutschenhimmel herabfahren [144 Der Rezensent gebraucht seine Feder eigentlich nicht zum Schreiben, sondern er weckt mit deren Brandgeruch Ohnmächtige auf, kitzelt mit ihr den Schlund des Plagarius zum Wiedergeben, und stochert mit ihr seine Zähne aus. Er ist der einzige im ganzen gelehrten Lexikon, der sich nie ausschreiben und ausschöpfen kann, er mag ein Jahrhundert oder ein Jahrtausend vor dem Tintenfasse sitzen. Denn indes der Gelehrte, der Philosoph und der Dichter das neue Buch nur aus neuem Stoff und Zuwachs schaffen, legt der Rezensent bloß sein altes Maß von Einsicht und Geschmack an tausend neue Werke an, und sein altes Licht bricht sich an der vorbeiziehenden, stets verschieden geschliffenen Gläserwelt, die er beleuchtet, in neue Farben.] ließe. Zuletzt setzt‘ ich der Gesellschaft das ganze elektrische Kapitel deutlich, aber leise und langsam – ich wollte nicht ausdampfen – auseinander und suchte besonders von der Furcht abzuschrecken. Denn, in der Tat, vor Furcht konnte jeden der Schlag – ja ein doppelter, mit dem elektrischen ein apoplektischer – treffen, da aus Erxleben und Reimarus genug bewiesen ist, daß starkes Fürchten durch Dünsten den Strahl zulockt; ich stellte daher in ordentlicher Angst vor meiner und fremder Furcht den Passagieren vor, daß sie jetzt durchaus bei unserer schwülen Menge, bei dem die Blitze spießenden Degen auf dem Kutschbock, und bei dem Überhang der Wetterwolke, und selber bei so vielen Ausdünstungen anfangender Furcht, kurz, bei so augenscheinlicher Gefahr nichts fürchten dürften, wollten sie nicht samt und sonders erschlagen sein. »O, Gott,« rief ich, »nur Mut! Keine Furcht! Nicht einmal Furcht vor der Furcht! – Wollen wir denn als zusammengetriebene Hasen hier seßhaft, von unserem Herrgott erschossen sein? – Fürchte sich meinetwegen jeder, wenn er aus der Kutsche heraus ist, nach Belieben an anderen Orten, wo weniger zu besorgen ist, nur aber nicht hier.«

Ich kann nicht entscheiden – da unter Millionen kaum ein Mensch an der Gewitterwolke stirbt, aber vielleicht Millionen an Schnee- und Regenwolken und dünnen Nebeln – ob meine Kutschenpredigt auf Menschenrettungspreise Anspruch zu machen hatte, als wir sämtlich unbeschädigt, einem Regenbogen entgegen, in das Städtchen Vierstädten einfuhren, wo ein Posthalter in der einzigen Gasse wohnte, die der Ort hatte.

aus: Erste Station, von Neusattel nach Vierstädten.

Signatur: Jean Paul

Jean Paul: Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz mit fortgehenden Noten

Wolverine: Weg des Kriegers

Wolverine: Weg des Kriegers (Originaltitel: The Wolverine) ist der dritte Ableger der Comicverfilmungs-Trilogie X-Men und nach X-Men Origins: Wolverine die zweite Einzelverfilmung der Titelfigur. Die Handlung knüpft an die Ereignisse von X-Men: Der letzte Widerstand, dem letzten Teil der Filmtrilogie X-Men an.

    Wolverine: Weg des Kriegers

Also noch ein X-Men- bzw. Wolverine-Film. Der Film ist ab nächsten Freitag als DVD bzw. Blu-ray Wolverine: Weg des Kriegers zu kaufen. Ich habe mit meinem jüngeren Sohn die ‚Vorab’-Version sehen dürfen.

Mutant Logan (Hugh Jackman), auch bekannt als Wolverine, wird unter zwielichtigen Umständen nach Japan gelockt, das er seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr betreten hat. In einer Welt der Samurai und Yakuza findet er sich unerwartet auf der Flucht mit einer ebenso schönen wie mysteriösen Erbin wieder. Zum ersten Mal wird er mit der Aussicht auf Sterblichkeit konfrontiert, in einer Zeit, in der er an seine emotionalen und physischen Grenzen gelangt. Er ist nicht nur gezwungen, gegen seinen größten Erzfeind Silver Samurai (Will Yun Lee) anzutreten, sondern auch gegen die Schatten seiner eigenen Vergangenheit. Während er versucht, seinen Gegner trotz dessen tödlichen Samurai-Stahls zu besiegen, muss er gleichzeitig einen eigenen inneren Kampf gegen seine Existenz als Mutant ausfechten. Doch an jedem aussichtslos erscheinenden Problem wächst Wolverine und wird dadurch letztendlich stärker als jemals zuvor.

aus: filmstarts.de


Wolverine: Weg des Kriegers | Trailer & Filmclip

Unweigerlich erinnere ich mich an drei Filme, in denen ein knallbuntes, neonbeleuchtetes Tokio als Hintergrund zu sehen ist. In Lost in Translation (2003), in Enter the Void (2009) und auch in The Stratosphere Girl (2004) begegnen sich Vertreter der westlichen und fernöstlichen Kultur in Japans Hauptstadt. Dabei vermischen sich westliche Traumwelt mit östlicher Wirklichkeit. Auch dieser neue Wolverine-Film greift in gewisser Hinsicht dieses Thema auf. Wolverine, der unsterbliche, menschliche Mutant mit seinen Krallen ist hier mehr oder weniger der Vertreter der westlichen Kultur, der die japanische Welt nicht so ganz versteht …

Im Gegensatz zum ‚ersten Teil’ der Wolverine-Reihe bemühen sich Autoren und Regisseur es diesmal mit weniger Action, dafür mit mehr Tiefgang. Aber so ganz will das nicht gelingen. Vieles bleibt im Halbdunklen. Wolverine, im Comic eine gequälte Seele, ein instinktgetriebener Killer, ein Nihilist wie aus einem Film noir, bleibt in der Kino-Version der nette Superhelden-Onkel von nebenan. Auch die weiblichen Nebenfiguren bleiben eher blass. Hinzu kommt, dass der Film ganz offensichtlich auf eine vom Studio als unabdingbar vorgegebene Jugendfreigabe getrimmt wurde, was dem Film dann eher Märchencharakter verleiht.

Okay, ich brauche keine Unmenge an Krachbumm-Action und Spezialeffekt-Gewitter. Aber wenn die ersehnte psychologische Tiefe der Protagonisten fehlt, dann kann am Ende nur ein Film herauskommen, der vielleicht einen Abend unterhält, den man aber schon den Tag drauf mehr oder weniger vergessen hat. Um was ging es noch gleich im Film …?! 😉

Vor 50 Jahren: Das Attentat auf John F. Kennedy

Heute vor 50 Jahren, am 22. November 1963 wurde John F. Kennedy auf einer Wahlkampfreise gegen 12:30 Uhr an der Dealey Plaza, einem Platz in Dallas, Texas, mit mehreren Gewehrschüssen während einer Fahrt im offenen Wagen durch die Innenstadt von Dallas ermordet. Knapp eineinhalb Stunden nach dem Attentat wurde ein mutmaßlicher Verdächtiger namens Lee Harvey Oswald verhaftet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. Zwei Tage später sollte Oswald in das Staatsgefängnis von Dallas überführt werden. Dabei wurde Oswald vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby im Keller des Polizeigebäudes erschossen, noch bevor es zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kommen konnte.

Über die Hintergründe dieses Attentats ist viel spekuliert worden und es war Anlass zu diversen Verschwörungstheorien. Den 50. Jahrestag nehmen die Medien von Presse und Fernsehen zum Anlass, um die Ereignisse am 22. November 1963 in Dallas noch einmal aufzurollen. Siehe hier zu u.a.:

John F. Kennedy: 50 Jahre nach dem Attentat
Wer erschoss Kennedy?

    Zapruder-Film: Attentat auf Kennedy 22.11.1963

Auch ich habe mich bereits vor sechs Jahren dieses Attentats in diesem Blog angenommen. Ausgangspunkt war eine Dokumentation im ZDF: Kennedy-Mord: eine Verschwörung (leider sind verlinkte Web-Artikel und Video im Netz nicht mehr verfügbar) und im 2. Teil der Zapruder-Film, der der einzigste Film ist, der das ganze Attentat festgehalten hat und daher auch bei der Bestimmung des Tatablaufes wichtige Hinweise bietet: Kennedy-Mord: eine Verschwörung Teil 2