Kategorie-Archiv: Literatur

WilliZ Welt der Literatur

Kleine Zeitgeschichte für Fortgeschrittene

Gerade zur beginnenden Weihnachtszeit sollte man derer gedenken, die nicht von den Segnungen von Demokratie, Wohlstand oder Frieden bedacht sind. Ich möchte hier drei Bücher vorstellen und anempflehlen, die bei zweitausendeins zu kaufen sind, die den Gabentisch vielleicht etwas schwer belasten, die aber eine Zeitgeschichte vermitteln, die wir nicht in den Tagesnachrichten verfolgen können.

Ich habe nichts gegen Israel. Israelis haben das gleiche Recht darauf, innerhalb eines eigenen Staates zu leben. Aber die Gründung des Staates Israel ist mit großem Unrecht belastet, das nicht verschwiegen werden darf, so wie das völkermordende Unrecht der Nazi-Diktatur niemals unter den Teppich gekehrt werden darf. Und auch das Elend chinesicher Bauern sollte nicht hinter leuchtenden Reklamen verschwinden. Vom Elend in Afrika ganz zu schweigen (oder eben nicht zu schweigen):

Die ethnische Säuberung Palästinas. Die Vertreibung von 800.000 Menschen vor, während und nach der Gründung Israels. Dokumentation von Ilan Pappe.

Zwei Monate vor dem Ende der britischen Verwaltung Palästinas im Auftrag der UN, am 10. März 1948, trifft sich im Roten Haus in Tel Aviv, dem Hauptquartier der Untergrundmiliz Hagana, eine Runde hochrangiger zionistischer Politiker. Eingeladen hat David Ben Gurion, später Ministerpräsident Israels. Mit dabei sind Politiker und Militärführer wie unter anderem Yigal Allon (später Außenminister), Moshe Dayan (später Verteidigungs- und Außenminister), Yigael Yadin (später stellvertretender Ministerpräsident), Yitzchak Rabin (später Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger).

Sie verabreden die Endfassung eines Masterplans zur Vertreibung der arabischen Bevölkerung: „Plan Dalet“ (Plan D). Das Land – nur zu elf Prozent im Besitz der jüdischen Einwanderer, die nicht einmal ein Drittel der Einwohner stellen – soll systematisch freigemacht werden für eine endgültige jüdische Besiedelung, und hierzu ist jedes Mittel recht.

Der israelische Historiker und Politikwissenschaftler Ilan Pappe ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Haifa und Leiter des dortigen Instituts für Konfliktforschung. Anhand von Augenzeugenberichten, Tagebuchauszügen und Dokumenten aus Militärarchiven, die bis vor kurzem unter Verschluss gehalten wurden, zeichnet er ein Bild der Ereignisse zwischen 1947 und 1948, das der offiziellen Geschichtsdarstellung und dem Gründungsmythos Israels in entscheidenden Punkten widerspricht. (Wegen des Drucks, dem er seit der Veröffentlichung seines Buchs ausgesetzt ist, verlegt er in diesem Jahr seinen Wohnsitz zumindest vorübergehend nach Großbritannien.)

Ilan Pappe „Die ethnische Säuberung Palästinas“. Deutsche Erstausgabe. Deutsch von Ulrike Bischoff. 19 Fotos. 416 Seiten. Fester Einband.

Der verbotene Millionenseller. Ausgezeichnet mit dem Lettre Ulysses Award, dem „Nobelpreis für Journalismus“.

Die chinesische Wirtschaft boomt mit zweistelligen Zuwachsraten. Für die Europäer ist die Volksrepublik ein riesiger Zukunftsmarkt. Doch abseits der neuen Megastädte leben über 60 Prozent der chinesischen Bevölkerung in bitterer Armut: 900 Millionen Bauern, Land- und Wanderarbeiter. Auf dem Land herrschen Despotie und Willkür. Die Bauern werden mit unsäglichen Steuern und Abgaben belegt – zugunsten der stürmischen industriellen Entwicklung und der Prosperität der Ostküstenmetropolen. China ist ökonomisch und kulturell tief zerrissen – so tief, dass selbst die Bewohner von Peking und Schanghai so gut wie nichts über die Lebensbedingungen der Bauern wissen.

„Über Monate haben sich die Reporter Chen Guidi und Wu Chuntao in den Dörfern der chinesischen Bauern aufgehalten, Minute für Minute, Dokument für Dokument rekonstruiert, mit radikaler Rechtschaffenheit dargelegt, was Korruption, mafiose Verstrickungen, Mord im großen Reich angerichtet haben, für dessen Befreiung von Willkür in der großen Revolution Millionen starben“ (Die Zeit).

Chen und Wus Reportage „Zur Lage der chinesischen Bauern“ wurde in China sofort nach Erscheinen zum Bestseller. Doch bereits bei den Vorbereitungen für eine zweite Auflage schritt die Zensurbehörde ein. Inzwischen kursiert ihr Buch millionenfach als Raubkopie. Jetzt gibt es exklusiv bei uns erstmals die deutsche Übersetzung aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann.

Chen Guidi/Wu Chuntao. „Zur Lage der chinesichen Bauern“. Mit zwei Karten. 600 Seiten.

„Ich weiß, dass es Gott gibt, denn ich habe dem Teufel die Hand geschüttelt.“

„Die akribische Beschreibung des vielleicht schlimmsten Verrats der Menschheitsgeschichte, ein Buch, das man lesen muss“ (Guardian): UNO-General Roméo Dallaire, Leiter UN-Friedensmission in Ruanda, kämpfte erst verzweifelt gegen den drohenden Genoid Als der schnellste Völkermord unserer Zeitgeschichte beginnt, hält er gegen den Nicht-Eingreifen-Befehl der UN-Zentrale mit seiner kleinen Truppe von 250 Ghanaern aus. Ihre Selbstlosigkeit und Tapferkeit konnten die furchtbaren Ereignisse jedoch nicht aufhalten. Der Westen schaute zu … „Nach meiner Rückkehr aus Ruanda fragte mich ein Armeegeistlicher, wie ich weiterhin an Gott glauben könne. Ich weiß, dass es einen Gott gibt, antwortete ich ihm, weil ich in Ruanda dem Teufel die Hand geschüttelt habe“ (Dallaire). „Wer einen Einblick gewinnen will, welche Mechanismen hinter den Kulissen der Vereinten Nationen ablaufen, muss dieses Buch lesen – und wundert sich beim Blick auf Krisenregionen wie Darfur im Sudan über nichts mehr“, resümierte der General-Anzeiger bereits vor zwei Jahren. Das Thema Darfur ist immer noch auf der UN-Tagesordnung …

Dallaire, Roméo: Handschlag mit dem Teufel – Aus dem Englischen von Andreas Simon dos Santos. 651 Seiten. Broschur.

Günter Grass wird 80

Nach den Aufregungen vor gut einem Jahr wegen der verspäteten Offenlegung seiner Mitgliedschaft zur Waffen-SS am Ende des 2. Weltkrieges (siehe meinen Beitrag: Das späte Geständnis des Günter Grass) sollten diese Tage Anlass zum Feiern sein: Günter Grass feiert heute seinen 80. Geburtstag.

Und so werde ich mir dieser Tage den kleinsten Teil der Danziger Trilogie zu Gemüte führen, die Novelle „Katz und Maus“, die ich gezwungenermaßen ein zweites Mal kaufen musste, nachdem ich das ausgeliehene erste Exemplar bis heute nicht zurück bekommen habe. Der neue Eigner soll sich schämen (oder besser noch: das kleine Büchlein lesen). Und eine DVD mit der Schlöndorff’schen Verfilmung von Grass‘ „Blechtrommel“ steht auch noch im Schrank …

Auch wenn ich mich wiederhole, aber ich habe Günter Grass’ schriftstellerisches Werk genossen, sei es die Blechtrommel, der Butt oder sein kleines Geschichtenbuch ‘Mein Jahrhundert’. Sein politisches Engagement in Sachen Aussöhnung mit dem Osten, sein unermütliches Mahnen, die Gräuel der Nazizeit nicht zu vergessen, haben ihn zu einer moralischen Instanz in Deutschland werden lassen, die besonders im Ausland für Aufmerksamkeit sorgte. Der Lohn war u.a. der Nobelpreis für Literatur.

Dass Günter Grass bis heute nicht unumstritten ist, wundert angesichts dieser Biografie keinen. Auch ich kann und konnte mich nicht immer für ihn begeistern. Und zuletzt konnte er mich auch schriftstellerisch nicht mehr überzeugen. Sein ‚barocker‘ Stil hat sich ziemlich aufgebraucht. Aber allein die Danziger Trilogie und auch „Der Butt“ sind Werke, die weit über die Grenzen Deutschlands die verdiente Anerkennung fanden. Weltliteratur eben.

Also auch von meiner Seite her: Alles Gute zum 80. und weiterhin gutes Gelingen!

siehe auch meinen weiteren Beitrag: Günter Grass’ “Beim Häuten der Zwiebel”

siehe auch zdf.de: Grass wird 80

siehe zdf.de: [Bilderserie] [Video: Günter Grass – Der Unbequeme] [Video: Danzig feiert Günter Grass]

Erik H. Erikson: Identität und Lebenszyklus

Wenn es um die Psychoanalyse geht, so bin ich eigentlich hin- und hergerissen, denn bis heute sind die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie, die uns Siegmund Freud vermittelte, nicht unumstritten. Unklar ist für mich auch die Abgrenzung gegenüber der Psychiatrie, die sicherlich nicht nur Pillen verabreicht oder frankenstein-mäßig in den Hirnen psychisch Kranker herumschnippelt.

Wenn ich erklären sollte, woher eine gewisse Skepsis bei mir gegenüber Freuds Lehren herrührt, könnte ich keine genaue Antwort geben (Verdrängung, Widerstand?). Vielleicht liegt es daran, dass ich manche Erkenntnis der Psychoanalyse für zu statisch (u.a. im Sinne von allgemeingültig) ausgelegt halte. Natürlich ist es nicht so, dass jeder Junge mit dem Messer dahergerannt kommt, um seinen Vater zu töten, damit er sich sexuell an seiner Mutter befriedigen kann (Ödipus-Komplex). Und Mädels kommen auch ohne das Gehänge im Schritt aus (Penisneid). Unbewusst und in unterschiedlichster Ausprägung mag es aber solche Konflikte geben.

Ungeachtet meiner Skepsis interessiere ich mich schon für die Theorien der Tiefenpsychologie und habe einige Bücher zu diesem Thema gelesen. Denkanstöße bietet die Psychoanalyse allemal.

Im Zusammenhang mit einem Artikel über Pädagogik (ich bin Vater von zwei heranwachsenden Jungen, da möchte ich schon wissen, was ich in meiner Erziehung verbessern kann) bin ich auf folgendes Buch gestoßen: Erik H. Erikson: Identität und Lebenszyklus (Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft, Nr.16).

Erikson (1902-1994) löst einwenig die von mir kritisierte Statik und erweitert die psychoanalytische Betrachtungsweise um die Erforschung der Ich-Identität, die natürlich auch von historisch-gesellschaftlichen Veränderungen abhängig ist. Das Buch gilt als ‚klassische’ Arbeit (zwischen 1946 und 1956 in drei Aufsätzen veröffentlicht) und erweitert (etwas anders ausgedrückt) den Interpretationsrahmen der Psychoanalyse – die Lebensgeschichte – um die „psychosoziale“ und die „psychohistorische“ Dimension. Insbesondere hat er den Menschen unter diesen Gesichtspunkten von seinen frühkindlichen Verhaltensweisen bis hin zu den Phasen des Erwachsenseins erforscht. Er war also Praktiker – besonders in der Jugendpsychologie.

Erik H. Erikson

„Identität, das ist der Schnittpunkt
zwischen dem, was eine Person sein will,
und dem, was die Welt ihr zu sein gestattet.“

Nach Erikson ist die Entwicklung der Persönlichkeit eine Abfolge „psycho-sozialer“ Krisen, die er in einem Phasenmodell (Phasen der psychosozialen Entwicklung) skizziert hat. Hierzu auch eine allgemein verständliche Zusammenfassung.

Sicherlich kann eine solche Skizze (als tabellarische Übersicht) auch nur statisch sein. Wie ich aber bereits erwähnte: Wenn man sich die hier aufgezeigten einzelnen Entwicklungsstufen des Menschen vor Augen hält, bietet ein solches Modell genügend Stoff zum Nachdenken und Diskutieren (Denkanstöße). Und bei aller grauen Theorie lässt uns Erikson aufschlussreiche Einblicke in seine praktische Arbeit gewähren.

Ich-Psychologie: Freuds Drei-Instanzen-Modell
Drei-Instanzen-Modell

Siehe auch meine bisherigen Beträge zum Thema Psychoanalyse:
Die Kunst des Liebens – zum 25. Todestag von Erich Fromm
Freud’sche Fehlleistungen
Bestie Mensch

John Irving: Bis ich dich finde

Jack Burns, der Protagonist des Romans und gewissermaßen das Alter Ego von John Irving, begibt sich auf die Suche nach seinem Vater („Bis ich dich finde“) – zunächst noch als Kind mit seiner Mutter, denn der Vater hatte seine Mutter sitzen lassen, als diese von ihm schwanger war. Und dann sucht er ihn als Erwachsener, inzwischen berühmter Schauspieler und Drehbuchautor, und findet ihn und dazu noch eine Schwester.

Das klingt zunächst nicht allzu aufregend. Bedenkt man aber, dass Jacks Mutter eine Tätowierkünstlerin ist und vieles in dem Buch in der entsprechenden Szene spielt, der Vater hingegen ein begnadeter Organist ist, dessen ganzer Körper (bis auf Kopf, Hals, Hände und Penis) mit kirchlichen Liedertexten und –noten volltätowiert ist, und wenn man „berücksichtigt“, dass das Buch von John Irving ist, dann ahnt man vielleicht, was auf einem auf über 1100 Seiten zukommt.

John Irving: Bis ich dich finde
John Irving: Bis ich dich finde.

Es ist (wieder) eine Geschichte mit skurrilen, aber liebenswerten Typen, lüsternen und starken Frauen, sexuellen Absonderlichkeiten, wahnwitzigen Episoden und sarkastischen Pointen. Aber abgesehen davon, dass mir das Milieu der Tätowierer nicht gerade zusagt, so finde ich vor allem, dass sich Rhythmus der Sprache und Dramaturgie der Handlung allzu häufig verlieren. Sicherlich ist es schwer, ein hohes sprachliches Niveau über mehr als 1100 Seiten durchzuhalten. Vielleicht wäre es da besser gewesen, den ganzen Stoff etwas zu straffen.

Und es ist in meinen Augen Irvings amerikanischstes Buch, obwohl in vielen Episoden Europa als Schauplatz dient. Da Jack Burns Schauspieler ist, so landen wir natürlich in Hollywood (den Oscar, den Jack Burns für sein Drehbuch erhält, hat Irving selbst im Jahre 2000 für „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ erhalten). Und da landet Jack Burns auf der Couch einer Psychiaterin (das Buch selbst ist eine Art Therapie – für John Irving). Bedenklich in diesem Zusammenhang ist die Empfehlung eines Mittels gegen Depressionen, als wäre es sinnvoll, die Wirkung einer Ursache zu behandeln und nicht an der Ursache selbst Hand anzulegen.

Aber auch dieser Irving-Roman hat ein unübersehbares Suchtpotential. Nach über 1100 Seiten ist er dann fast unerwartet zu Ende, mittendrin gewissermaßen, als müsse es doch jetzt erst recht weitergehen, da Jack Burns seinen Vater gefunden hat (und dazu noch eine Schwester).

Jack Kerouac: Unterwegs – On the Road

Vor 50 Jahren erschien Jack Kerouacs Roman „On the Road“ und wurde zum Sprachrohr einer Generation – auf der Suche nach Freiheit von Konventionen und Rhythmus im „Beat“.

Der Roman ist das literarische Manifest einer Jugend, die inmitten der „schlechtesten der Welten“ ein dröhnendes Bekenntnis zum „glückseligen Leben“ ablegt und lässt den ehrlichen Bürger erschauern. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit sind die Zauberwörter der beat generation, die ständig auf der Suche nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein ist. Ihre Trampfahrten durch die ungeheueren Weites des Landes lassen sie ein Amerika entdecken, das die Landkarten bürgerlicher Erfolgsmoral nicht verzeichnen. In der spontanen, scheinbar improvisierten Prosa Kerouacs äußert sich das Lebensgefühl einer sehr modernen Romantik mit ihren eigenen Freundschaftsidealen und Solidaritätsvorstellungen.

Jack Kerouac

Wie schreibe ich moderne Prosa? – Ein Glaubensbekenntnis und ein technischer Ratgeber

Liste der unentbehrlichen Hilfsmittel

1 Geheime Notizbücher und lose Manuskriptseiten, die du zu deinem eigenen Vergnügen vollgekritzelt bzw. wild vollgetippt hast.
2 Gib dich jedem Eindruck hin! Öffne dich! Lausche!
3 Versuche, dich nie außerhalb deiner eigenen vier Wände zu betrinken!
4 Sei in dein Leben verliebt!
5 Etwas, was du fühlst, wird die ihm eigene Form finden.
6 Sei immer blödsinnig geistesabwesend!
7 Schlage so tief, wie du schlagen willst!
8 Wenn du etwas Unergründliches schreiben willst, hole es aus dem Grunde deiner Seele empor!
9 Die unaussprechliche Vision des Individuums.
10 Keine Zeit für Lyrik, aber genau Bescheid wissen.
11 Visionäre Krämpfe durchzucken die Brust.
12 Auge haftet in träumerischer Entrücktheit an vor dir befindlichem Objekt.
13 Beseitige literarische, grammatische und syntaktische Hindernisse!
14 Mach es wie Proust: Gehe mit dem Schatz deiner Erfahrungen und Erinnerungen hausieren.
15 Erzähle die wahre Geschichte der Welt im inneren Monolog!
16 Im Zentrum des Interesses leuchtet juwelengleich das Auge innerhalb des Auges.
17 Schreibe aus der Erinnerung und sei erstaunt über die Ergebnisse.
18 Geh immer vom Kern der Sache aus, schwimm im Meer der Sprache.
19 Finde dich mit Verlusten ab, und zwar für immer.
20 Glaube daran, dass die Konturen des Lebens heilig sind.
21 Es gilt, die Flut, die in deinem Inneren bereits unversehrt existiert, aufzuzeichnen! Ringe darum!
22 Denke nicht gleich an Worte, wenn du dich nur unterbrichst, um das Bild besser sehen zu können!
23 Bleibe jedem Tag auf der Spur. Sein Datum schmücke deinen Morgen wie ein Wappenschild.
24 Empfinde weder Angst noch Scham, wenn es um die Würde deiner Erfahrungen, deiner Sprache und deines Wissens geht!
25 Schreibe, was die Welt lesen soll und worin sie genau das Bild sehen muss, was du dir von ihr machst.
26 Das Buch in Drehbuchform ist der Film in Worten, eindeutig die amerikanische Form.
27 Sei des Lobes voll, wenn du in der frostig kalten, unmenschlichen Einsamkeit einen Charakter findest.
28 Komponiere wild, undiszipliniert, rein! Schreibe, was aus den Tiefen deines Inneren aufsteigt! Je verrückter, desto besser!
29 Du bist allezeit ein Genie!
30 Autor und Regisseur irdischer Filme, vom Himmel finanziert und heiliggesprochen.

JACK KEROUAC, Evergreen Review, New York, 1959

30 Jahre „Deutscher Herbst“

Am 5. September 1977 entführte die RAF Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Es war der Auftakt zu 45 Tagen Terror in Deutschland, dem „Deutschen Herbst“.

Im Februar war Brigitte Mohnhaupt, die 1972 verhaftet wurde, frei gekommen und bildete seitdem die Spitze der 2. Generation der Roten Armee Fraktion. Deren Ziel war es, die Führung der 1. Generation, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe freizupressen. Ulrike Meinhof hatte bereits 1976 Selbstmord begangen.

Die RAF

Vor der Entführung Schleyers war Generalbundesanwalt Buback und der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Ponto, ermordet worden.

Am 13. Oktober wurde die Lufthansa-Maschine „Landshut“ entführt. In Mogadischu wurden alle Passagiere durch den Einsatz der Antiterroreinheit GSG9 befreit. Der Chefpilot war bereits zuvor ermordet worden.

Als die Radionachrichten die „Landshut“-Befreiung melden, beginnt die Todesnacht von Stammheim. Andreas Baader schießt sich in den Nacken. Gudrun Ensslin erhängt sich an ihrem Zellenfenster. Jan-Carl Raspe setzt sich eine Pistole an die Schläfe und drückt ab. Den Häftlingen ist es gelungen, sich Waffen ins Gefängnis schmuggeln zu lassen.

Nach dem Tod der Gefangenen erschießt die RAF Arbeitgeberpräsident Schleyer.

Das erste deutsche Fernsehen (ARD) strahlte am 9. und 10. September [2007] eine zweiteilige Dokumentation von Stefan Aust und Helmar Büchel (Buch und Regie) über die rote Armee Fraktion (RAF) aus, die in detaillierter Form die (Vor-)Geschichte der RAF bis zum Herbst 1977 beschreibt. Dabei wird auch Material aus bisher verschlossenen Archiven gezeigt.

Es ist schon bemerkenswert, wie eine kleine Anzahl von jungen Frauen und Männern ein ganzes Land über Jahre in Aufruhr halten kann. Der Terror der RAF ist dabei aber nicht mit dem heutigen Terrorismus zu vergleichen. Die Anschläge der RAF richteten sich in erster Linie gegen die Repräsentanten eines Systems, das sie zu bekämpfen trachteten. Der heutige Terror macht dagegen selbst vor einfachen Bürgern keinen Halt.

siehe auch meine Beiträge: Georg Heinzen – Uwe Koch: Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden und Ex-RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt bald auf freiem Fuß

Literaturtipps:

Der Autor Friedrich Christian Delius hatte sich in seiner Romantrilogie „Deutscher Herbst“ (Ein Held der inneren Sicherheit – Mogadischu Fensterplatz – Himmelfahrt eines Staatsfeindes) mit dem Geschehen des deutschen Herbstes beschäftigt. Das Ergebnis liest sich trotz alles Fiktion sehr real:

Deutscher Herbst 1977: Ein Karrierist ist vollkommen verunsichert, als sein Chef gekidnappt wird; eine Frau erlebt die spektakuläre Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“; das Begräbnis dreier Staatsfeinde wird wie ein Volksfest gefeiert.

Im Bemühen, als antiimperialistische Kampfgruppe zu handeln, konnte er einige Fachleute anwerben, die größere Sprengkörper bauten. Und als die Truppen der USA, nachdem sie in wenigen Wochen über dem kleinen Land mehr Bomben abgeworfen hatten als im Zweiten Weltkrieg über Deutschland und Japan zusammen, die Bombardements auf Wohngebiete noch einmal verschärften, Häfen verminten und kein lebendiges Ziel schonten, entschloß sich seine Truppe zum Widerstand.

Es gelang ihr, Sprengkörper in zwei Casinos der US-Army zur Explosion zu bringen. Vier Soldaten wurden getötet, achtzehn verletzt. Ein Gebäude mit der Computeranlage, die auch Einsätze und Nachschuboperationen für den fernen Krieg regulierte, wurde beschädigt.

In kurzen Abständen folgten weitere Anschläge, bei denen eher durch Glück nur Verletzte zu beklagen waren. Doch nun wurden alle, aber auch alle Polizisten des Landes aufgeboten, an allen Ecken Sperren errichtet, die Bevölkerung zu allerhöchster Aufmerksamkeit angespornt. Der Idealismus der Armee, die von den Menschen Verständnis für die Attentate gegen die fernen Verbrechen und damit auch Werbung für sich selbst erwartete, wurde aufs gründlichste widerlegt. Sie hatte endlich das ganze Land in Aufruhr gebracht – jedoch gegen sich. Nur wenige Tage dauerte es, bis fast alle wichtigen Leute der Armee aufgespürt und verhaftet waren, darunter … und …, der, durch einen gezielten Schuß in den Oberschenkel kampfunfähig gemacht, seinen so erstaunten wie glücklichen Häschern übergeben werden konnte.

Aus: Delius, Friedrich Christian: Deutscher Herbst: Himmelfahrt eines Staatsfeindes

Meyers Konversationslexikon

Ich gehöre zu den Menschen, die gern in alten Büchern stöbern. Besonders alte Lexika haben es mir angetan. Es ist äußerst interessant zu erfahren, wie die Menschen früher unsere Welt sahen. Und schnell erfährt man, dass Grenzen (Ländergrenzen und die des geistigen Horizonts) nur begrenzt Gültigkeit haben.

Eines der größten Nachschlagewerke, Meyers Konversationslexikon, gibt es jetzt in einer digitalen Ausgabe im Internet. Diese Site macht das Lexikon von 1888 mit seinen 19 Bänden und ca. 20.000 Seiten jetzt online verfügbar. Dazu wurde das Lexikon Stück um Stück digitalisiert und via OCR in Text umgewandelt, welcher manuell korrigiert werden.

Meyers Konversations-Lexikon.

Zusätzlich wird Meyers Lexikon als Taschenlexikon auch in einer aktuellen Version (10. Auflage) seit 2006 online veröffentlicht, alle Artikel sind kostenlos abrufbar.

Menschenverachtung mit Methode

Dagegen sind die filmischen Dokumentationen des Michael Moore harmlose Plänkeleien, die uns einen linkischen George Dabbeljuh Bush zeigen, für den man fast noch Sympathie aufbringen könnte (oder eher Mitleid). Es geht um schriftliche Dokumente, die uns aufzeigen, mit welchen unmenschlichen Methoden die Administration eines Landes arbeitet, dass sich immer wieder gern als Weltpolizist aufspielt. George Dabbeljuh ist dabei der Dreh- und Angelpunkt dieser Aktivitäten.

George W. Bush

So beschreibt John Dean, ein Kenner der Washingtoner politischen Szene, in einer Insider-Analyse die Geheimpolitik der Bush-Verwaltung: Das Ende der Demokratie. Oder in dem Buch ‚Deckname Artischocke‘ werden die Menschenversuche des CIA enthüllt, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Oder: Wie die USA die Folter anwendet. Viele Milliarden Dollar sind seit 1950 aufgewendet worden, um perfide Foltermethoden wissenschaftlich zu erforschen und zu perfektionieren. Oder: Die CIA und das Heroin. Hier wird gezeigt, wir sehr CIA und US-Außenministerium Drogenbosse unterstützen bzw. selbst im Drogenhandel verwickelt sind.

Die Dirty Tricks sind sicherlich keine sehr „gute Abendlektüre“, aber sie zeigen auf, wie hier in der so genannten freien Welt mit Methoden gearbeitet wird, die an Menschenverachtung kaum zu überbieten sind. Zu bestellen sind die Bücher bei zweitausendeins.de.

In den frühen 50ern begann die CIA mit umfangreichen, streng geheimen Experimenten zur Gedankenkontrolle. Das Programm nannte sich „MK-Ultra“. Erst 1974 wurden die Vorgänge bekannt und vor einer Untersuchungskommission gebracht. Zu den meist unwissenden Probanden gehörten Agenten, Soldaten, Geistekranke und Prostituierte. Sie wurden mit LSD, Heroin, Meskalin, Hypnose und Elektroschocks traktiert. Es kam zu mindestens einem Todesfall: Ein Mediziner, dem 1953 ohne sein Wissen LSD verabreicht worden war, beging eine Woche später Selbstmord. Das Programm erzielte keine kontrollierbaren Resultate und wurde nach seinem Bekanntwerden eingestellt.

Max Frisch: Stiller

Im Jahr meiner Geburt erschien von Max Frisch der Roman „Stiller“ (1954). Wer nun denkt, dieses literarische Werk wäre von der Zeit angestaubt (auch ich mag inzwischen angestaubt sein, aber nur äußerlich), der darf sich getäuscht sehen. Okay, da rennen keine Männlein mit Handys herum und trifft sich niemand in einem Internet-Cafe. Ob solche Dinge unserer Zeit als brauchbare Errungenschaften zu werten sind, mag ich dahin gestellt lassen.

Max Frisch wurde 1911 in Zürich/Schweiz geboren und verstarb dort kurz vor seinem 80. Geburtstag. Er arbeitete zunächst als Korrespondent für eine Zeitung, berichtete so u.a. von einer Eishockey-WM. Daneben veröffentlichte er auch sein erstes Buch. Bis 1940 studierte er Architektur und arbeitete bis 1955 als freier Architekt. Ein Stipendium ermöglichte ihn 1951 einen einjährigen Aufenthalt in den USA, wobei er auch Mexiko besuchte.

Die Erlebnisse dieses Aufenthaltes fließen in den Roman „Stiller“ ein. Seit 1955, nach dem Erfolg dieses Romans, arbeitete Frisch als freier Schriftsteller.

Max Frisch

Im Wesentlichen finden sich in diesem ersten größeren Roman die Themen wieder, die auch weiterhin das Werk von Max Frisch bestimmten.

Aber zunächst zum Inhalt. Worum geht es? Ein Mann, den seine Frau, der Bruder, die Geliebte und Freunde als den vor sechs Jahren spurlos verschwundenen Schweizer Bildhauer Stiller erkennen, bleibt beharrlich bei seiner Behauptung: „Ich bin nicht Stiller!“ Daraus entwickelt sich ein Roman voller origineller Ideen, in dem Mr. White, der nicht Stiller sein will, aus den letzten Jahren erzählt.

Es sind Aufzeichnungen in sieben Heften – und das ist das Mittel mit dem Frisch auch weiterhin arbeiten wird: nur wenige Tagebuchaufzeichnungen haben den literarischen Rang erreicht wie die von diesem Autor.

Es geht um den Konflikt eines Menschen, der etwas anderes ist oder sein will, als er für andere zu sein scheint, um das ‚Bildnis‘, das andere von uns machen. Es geht um die Erzählbarkeit des Lebens und um unsere Gier nach Geschichten. Und weiterhin handelt das Buch von den Wiederholungen, die unvermeidbar unser Leben ausmachen und aus denen wir auszubrechen versuchen, wie Stiller, der als Mr. White ein anderes Leben zu leben trachtet. Es geht also um die Kommunikation zwischen den Menschen. Ein Thema, das gerade heute wieder sehr aktuell ist.

Man kann alles erzählen, nur nicht sein wirkliches Leben; – diese Unmöglichkeit ist es, was uns verurteilt zu bleiben, wie unsere Gefährten uns sehen und spiegeln, sie, die vorgeben, mich zu kennen, sie, die sich als meine Freunde bezeichnen und nimmer gestatten, daß ich mich wandle, und jedes Wunder (was ich nicht erzählen kann, das Unaussprechliche, was ich nicht beweisen kann) zuschanden machen – nur um sagen zu können: „Ich kenne dich.“

Max Frisch – Stiller (S. 64 der Taschenbuchausgabe Suhrkamp 9. Aufl. 1977)

Albert Camus: Der Fremde

Heute ist Mama gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß es nicht. Aus dem Altersheim bekam ich ein Telegramm: „Mutter verschieden. Beisetzung morgen. Vorzügliche Hochachtung.“ Das besagt nichts. Vielleicht war es gestern.

Mit diesen lakonischen Worten beginnt Albert Camus‚ erster Roman „Der Fremde“, eigentlich nur eine Erzählung von knapp 120 Seiten, 1940 entstanden und 1942 – wie eines seiner philosophischen Hauptwerke „Der Mythos des Sisyphos – Ein Versuch über das Absurde“ – veröffentlicht.

Das frühe Meisterwerk schildert in einer Sprache von kristallener Härte und Klarheit die Geschichte eines jungen Franzosen, der unter der unerbittlichen Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht. Im Scheitern seiner scheinbar absolut freien Existenz erfährt er, daß Leben Miterleben heißt.

Albert Camus

Albert Camus war französischer Philosoph und Schriftsteller, 1913 in Algerien geboren, 1957 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Man zählt ihn zu den Vertretern des Existenzialismus wie Jean-Paul Sartre, mit dem er zunächst befreundet war, sich später aber wegen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten entzweite (für den Marxisten Sartre endet die Revolte im Endziel Kommunismus, bei Camus ist die Revolte ‚endlos‘).

Ausgangspunkt der Philosophie Camus‘ ist das Absurde des Lebens, die Sinnlosigkeit. Dem kann der Mensch nur durch die Revolte, durch ein tägliches sich Aufbäumen, entgehen. Morgens, wenn ich aufstehe, so lebe ich trotzdem (trotz der Sinnlosigkeit) und mühe mich um menschliche Solidarität. Wesentlich ist dabei die Gleichgültigkeit, die Indifferenz, gegenüber dem Leben. So tue ich Gutes, nicht weil es einen Sinn macht, sondern aus völliger ‚Gleichgültigkeit‘.

„Der Fremde“ ist ein Beispiel für diese ‚Gleichgültigkeit‘ dem Leben gegenüber. Er lebt scheinbar in den Tag hinein. Aber dieses Leben hat seine Ordnung und muss jeden Tag neu gelebt werden. Ein dummer Zufall lässt ihn einen Araber töten. Absicht? Notwehr? Es war die Sonne!

Den Prozess gegen ihn erlebt er ebenso indifferent. Erst in der Verkündigung des Todesurteils gegen ihn dämmert es ihm, wie die ganze Absurdität des Lebens über ihn hereinbricht. Plötzlich beginnt er dagegen zu rebellieren. Er anerkennt seine Situation als unausweichlich und akzeptiert sich nun auch als ein Teil seiner Welt. Damit und in der Erwartung seiner Hinrichtung lässt er das Absurde des Lebens hinter sich.

siehe auch meine Beitrag. Mythos Kafka – Mythos Camus

John Irving: Die vierte Hand

Dass an dieser Stelle (in meinem Weblog) bisher kein Sterbenswörtchen zu John Irving zu finden war, wundert mich selbst ein bisschen. Nicht, dass ich Irving für den größten aller Schriftsteller halte, davor kommen zunächst Franz Kafka (und dann erst einmal nichts), dann zeitgenössische Schriftsteller deutscher Zunge wie Martin Walser, Günter Grass usw. Aber bei Günter Grass ist man dann schnell bei John Irving, denn beide sind wohl nicht nur Freunde geworden, sondern Irving hat sich von Grass stark inspirieren lassen.

John Irving

Zunächst sollte ich an dieser Stelle einen Glückwunsch los werden: John Irving ist am 2. März 65 Jahre alt geworden, kommt also auch in die Jahre, was ihn aber nicht davon abhält, weiterhin seine Romane zu schreiben. 2002 erschien „Die vierte Hand“, mit 430 Seiten ein für Irving eher schmales Büchlein (dafür hat „Bis ich dich finde“ von Anfang 2006 sogar über 1100 Seiten), ein vom Inhalt her allgemein als schriftstellerische Talsohle empfundenes Werk.

Nachdem ich Irvings Werke wie „Garp – und wie er die Welt sah“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Owen Meany“ und „Witwe für ein Jahr“ gelesen habe, muss ich mich diesem Urteil teilweise anschließen. Auch wenn es sich wieder um einen Entwicklungsroman handelt, wenn Irving sich durchaus gekonnt kritisch zum Fernsehjournalismus äußert, so schwächelt es ein wenig. Zunächst schrieb ich das der deutschen Übersetzung zu, aber auch im Original kann das Buch nicht völlig überzeugen. Vielleicht liegt es auch am Sujet, einer Handtransplantation.

Dem TV-Journalisten Patrick Wallingford wird anlässlich einer Reportage über einen indischen Zoo vor laufender Fernsehkamera von einem Löwen die linke Hand abgebissen. Ein Bostoner Handchirurg transplantiert ihm die Hand eines toten Bierfahrers, dessen Witwe ein Besuchsrecht bei der Hand verlangt. Und ein Kind!

Klingt merkwürdig. Aber so sind nun einmal die Romane von John Irving. Eigentlich geht es in dem Roman um Verlust, Trauer und um Sex, aber auch um Liebe. Der Protagonist, ein ziellos-unbekümmerter Don Juan, der sich von jeder Frau verführen lässt, entwickelt sich zu einem Mann, der sich ernsthaft um seine Liebe bemüht, plötzlich Verantwortung spürt und sich kritisch mit seiner beruflichen Tätigkeit auseinandersetzt. In seinen letzten Sendungen mahnt er Respekt vor den Opfern und die Wahrung der Privatsphäre beispielsweise der Hinterbliebenen an.

eine ausführliche Inhaltsangabe und Rezension bei TourLiteratur

Es gibt sicherlich bessere Werke von Irving. Aber wie die bereits genannten so macht auch dieser Irving süchtig. Sicherlich liegt es an den vielen skurrilen Typen, die er uns präsentiert, und der überbordenden Phantasie der Handlung.