Wer die Beiträge der letzten Tage meines Weblogs liest, könnte meinen, ich befände mich auf einem Weihnachtstripp. Dem ist natürlich nicht (ganz) so, zu sehr bin ich (auf der Arbeit) noch mit anderen Dingen beschäftigt, als dass mich eine Art von Weihnachtsstimmung überkommen könnte. Aber wer auf den Kalender schaut, sieht, dass die Tage gezählt sind, die uns vom Weihnachtsfest trennen. Musik hilft sicherlich, mich in eine entsprechende Stimmung zu bringen. Hoffe ich nur noch, dass das Wetter langsam winterlich-weihnachtlich wird (kälter werden soll es ja).
Ich bin jetzt wieder auf einen Musiktitel gestoßen, den u.a. auch Jethro Tull auf ihrem „Christmas Album“ veröffentlicht hat: Pavane von Gabriel Fauré. Zunächst sollte man wissen, dass dieses Stück eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun hat. Pavane ist ein alter Streittanz des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Name leitet sich wahrscheinlich von der italienischen Stadt Padua ab. Der Franzose Fauré komponierte sein Stück 1887 für Orchester (optional für einen Chor) in Fis-Moll (Opus 50). Aber es passt sehr gut in die Weihnachtszeit (der Meinung war wohl auch Herr Anderson, sonst hätte er es nicht für das Christmas Album von Jethro Tull eingespielt). Und: Vielleicht sollte man gerade in der Weihnachtszeit öfter das Tanzbein schwingen, damit fette Weihnachtsgans und hochprozentiger Punsch besser verdaut werden.
Von Jethro Tull bzw. Ian Anderson gibt es zwei mir bekannte Mitschnitte des Stücks. Zum einen spielte die Gruppe es 2003 beim Jazzfestival in Montreux. Dann war Ian Anderson Ende 2004 mit dem Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt in Deutschland unterwegs. Das Konzert am 08.12.2004 wurde im Rosengarten Mannheim aufgezeichnet und ist als DVD erhältlich. Hierbei wurde auch Pavane aufgeführt. Neben Ian Anderson und dem Orchester spielten u.a. Ians Sohn James Duncan (Drums and Percussion), John O’Hara (Keyboards and Accordion – er dirigierte auch das Orchester), David Goodier (Bass Guitar and Glockenspiel) und der damals 21-jährige Rosenheimer/Münchner Florian Opahle (Acoustic and Electric Guitar):
Ian Anderson & Orchestra: Pavane of Gabriel Fauré
Nun bei youtube gibt es natürlich noch weitere Interpretation von Faurés Pavane. Ganz interessant ist sicherlich die gesangliche Darbietung durch Barbra Streisand – Pavane und die Fassung für Klavier, gespielt von dem Japaner Hiromi Okada.
Die Adventszeit ist ja bekanntlich auch die Zeit der Betriebsweihnachtsfeiern. Ich bin kein großer Freund von solchen Veranstaltungen, aber es ist nicht gut, sich immer nur zu ‚drücken‘. So fand vor einigen Tagen auch in der Firma, in der ich meine Brötchen verdiene, eine dieser Betriebsfeier statt … mit kalten Buffett und so. Und unweigerlich musste ich mich an ein altes Lied von Reinhard Mey erinnern, das dieser Anfang der 70-er Jahre veröffentlicht hatte …
Die heiße Schlacht am kalten Buffett (Willi mittendrin)
Hier der Text. Es scheint so, als hätte sich in den vielen Jahren nicht viel verändert:
Die heiße Schlacht am kalten Büffet
Gemurmel dröhnt drohend wie Trommelklang
Gleich stürzt eine ganze Armee
Die Treppe herauf und die Flure entlang
Dort steht das kalte Büffet.
Zunächst regiert noch die Hinterlist,
Doch bald schon brutale Gewalt,
Da spießt man, was aufzuspießen ist,
Die Faust um die Gabel geballt.
Mit feurigem Blick und mit Schaum vor dem Mund
Kämpft jeder für sich allein,
Und schiebt sich in seinen gefräßigen Schlund
Was immer hineinpaßt hinein.
Bei der heißen Schlacht am kalten Büffet,
Da zählt der Mann noch als Mann,
Und Auge um Auge, Aspik um Gelee,
Hier zeigt sich, wer kämpfen kann, hurra!
Da blitzen die Messer, da prallt das Geschirr
Mit elementarer Wucht
Auf Köpfe und Leiber, und aus dem Gewirr
Versucht ein Kellner die Flucht.
Ein paar Veteranen im Hintergrund
Tragen Narben auf Hand und Gesicht,
Quer über die Nase und rings um den Mund,
Wohin halt die Gabel sticht.
Ein tosendes Schmatzen erfüllet den Raum,
Das rülpst und das grunzt und das quiekt.
Fast hört man des Kellners Hilferuf kaum,
Der machtlos am Boden liegt.
Da braust es noch einmal wie ein Orkan,
Ein Recke mit Übergewicht wirft sich auf‘s Büffet im Größenwahn,
Worauf es dann donnernd zerbricht.
Nur leises Verdauen dringt noch an das Ohr,
Das Schlachtfeld wird nach und nach still.
Aus den Trümmern sieht angstvoll ein Kellner hervor,
Der längst nicht mehr fliehen will.
Eine Dame träumt lächelnd vom Heldentod,
Gebettet in Kaviar und Sekt,
Derweil sie, was übrigzubleiben droht,
Blitzschnell in die Handtasche steckt.
Das war die Schlacht am kalten Büffet,
Von fern tönt das Rückzugssignal,
Viel Feind‘, viel Ehr‘ und viel Frikassee
Na denn: „Prost“ bis zum nächsten Mal – hurra!
Das war die Schlacht am kalten Büffet
Und von dem vereinnahmten Geld
Geh‘n zehn Prozent, welch‘ noble Idee,
Als Spende an „Brot für die Welt“ – hurra!
Es überrascht schon zu sehen und zu hören, dass die spröde Blonde Aimee Mann ein Weihnachtsalbum herausgebracht hat. Das ist inzwischen allerdings ein Jahr her. Da ich schon dabei bin, diverse Musiker, die meinem Gusto (halbwegs) entsprechen und die uns mit Weihnachtsalben, einzelnen Weihnachts- oder winterlichen Liedern überrascht haben (Jethro Tull, Frank Zappa, Blackmore’s Night und zuletzt Ry Cooder), hier Gehör zu verschaffen, so möchte ich hier auch auf das Album One More Drifter in the Snow von Aimee Mann zu sprechen kommen.
Entsprechend amerikanischer Tradition bummelt nun also auch Aimee Mann durch den weihnachtlichen Schnee. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung ihrer liebsten Weihnachtslieder, die sie betont ruhig und sparsam instrumentiert. Bis auf „Calling on Mary“, von Paul Bryan und ihr komponiert, gibt es eine Auswahl an Wehnachtsklassikern wie z.B. „White Christmas“ und „God Rest Ye Merry Gentlemen“, das wir auch instrumental von Ian Anderson & Band kennen.
Es mag sicherlich an den Liedern selbst liegen, dass ich mich für viele nicht begeistern kann, vielleicht weil sie zu hollywood-mäßig sind (die begleitende Hawaii-Gitarre finde ich fast schon kitschig). Aber zwei, drei Lieder sind schon ganz okay so. Besonders die Bläser (und das schmetternde Becken) auf „God Rest Ye Merry Gentlemen“ ist sehr reizvoll und natürlich die Eigenkomposition. Aimee Mann sollte bei ihren eigenen Liedern bleiben. Immerhin ein Versuch, einen eigenen Beitrag zum Fest der Liebe zu leisten. Nicht ganz gelungen zwar, aber es gibt Schlimmeres.
Hier die gesamte Playlist:
1. Whatever Happened To Christmas
2. The Christmas Song
3. Christmastime
4. I’ll Be Home For Christmas
5. You’re A Mean One Mr. Grinch
6. Winter Wonderland
7. God Rest Ye Merry Gentlemen
8. Have Yourself A Merry Little Christmas
9. White Christmas
10. Calling On Mary
Aimee Mann: „One More Drifter in the Snow“ (Samples)
Aimee Mann: Whatever Happened To Christmas
Calling on Mary
I heard the sidewalk Santa say:
Merry Christmas, Merry Christmas
Salvation’s coming cheap today
Merry Christmas, Merry Christmas
I searched the skyline for a star
Merry Christmas, Merry Christmas
And baby I wondered where you are
Merry Christmas, Merry Christmas
‚Cause comfort’s not possible when
You look past the joy to the end
Calling on Mary is voluntary
Unless you’re alone like me
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Christmas tree
When I was young I couldn’t see
Merry Christmas, Merry Christmas
All that my true love gave to me
Merry Christmas, Merry Christmas
She offered sight to the blind
But I’m not the miracle kind
Calling on Mary is voluntary
Unless you’re alone like me
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Christmas tree
And to all the lost souls down below:
Merry Christmas, Merry Christmas
What’s one more drifter in the snow?
Merry Christmas, Merry Christmas
Merry Christmas! Merry Christmas!
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Christmas tree
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Christmas tree
Wer ins Alter kommt, der beginnt Denkmäler zu bauen – meist für sich selbst. Ry Cooder, der Musiker und Musikethnologe, ist nun auch schon 60 Jahre alt. Aber die Denkmäler, die er baut, sind die für andere. Was die Gebrüder Grimm für die deutsche Märchenwelt waren, das ist Ry Cooder für die amerikanische Musiktradition. Er zeichnet auf, und da er so nebenbei noch ein außergewöhnlicher Musiker ist, entstehen Musikalben, die es in sich haben.
Zurück in seiner Heimatstadt Los Angeles erzählte Cooder in seinem 2005 erschienenen Album „Chávez Ravine“ die Geschichte des gleichnamigen mexikanischen Viertels, das in den 50er Jahren in der L.A. Hillside blühte – und Stadtplanern und ihren Bulldozern weichen musste. Heute steht dort das Stadion der „Dodgers“. Es ist ein Konzeptalbum über klassische L.A./Hispanic/Pachuco-Legenden um Not, Korruption, Politik, die ‚Rote Gefahr‘, groß und klein, Nachbarschaft gegen große Companys – alles auf einmal.
Pünktlich zu Weihnachten jetzt sein neuestes Album: My Name Is Buddy mit dem Untertitel „Another Record by Ry Cooder“. Es ist wieder ein Konzeptalbum geworden und eine Fabel besonderen Ausmaßes: Buddy, die Katze, und Lefty, die Maus (oder Ratte, wie man es nimmt) werden Freunde – und anhand dieser beiden werden die Geschichten der Arbeiter und der Armen Amerikas erzählt, die ansonsten langsam dem Vergessen anheim fallen würden. Nur soviel: Es ist eine komisch-ernste und traurig-fröhliche Geschichte. Schon allein die Texte sind ein Geniestreich von Ry Cooder. Alles weitere wird in zahlreichen Rezensionen näher erläutert: [1][2][3][4]
Komme und bleibe ich bei der Musik: Ry Cooder ist nach diversen Ausflügen in die Weltmusik in seine Heimat zurückgekehrt: das Amerika des Folks und des Bluegrass, des Blues und des Rocks. Aber Cooder wäre nicht Cooder, würde er das neue Album nicht auch mit musikalischen Exkursionen wie TexMex, Pop-Soul-Gospel oder Jazz schmücken. Alles in allem sind es scheinbar „alte“ Songs aus einem Repertoire, das Cooder Zeit seines Lebens faszinierte. Aus der Feder Ry Cooders werden die Lieder allerdings zu einer „Modern Folk Music“ von seiner besten Seite.
Der Blues-Heroe Pops Staples meinte einmal über Ry Cooder: “Immer, wenn ich ihn höre, bekomme ich eine Gänsehaut. Er gräbt einen alten Song aus, den meine Eltern mir einst beibrachten, und ich habe das Gefühl, die Zeit dreht sich zurück.”
Und anderswo las ich über Cooder: „Seine Saitenarbeit weist alle anderen Gitarristen in die Schranken und ist dabei so unauffällig, dass es schon unverschämt ist.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Für mich ist Ry Cooder einer der größten Gitarristen dieser Welt. Seine Musik ein Bestandteil meines Lebens. Und schön ist es zu wissen, dass es mit ihm auch noch den ‚anderen‘ US-Amerikaner gibt.
Da Weihnachten vor der Türe steht, hier das Lied „Christmas in Southgate“, in dem es aber u.a. heißt: „I’d even give up drinking whiskey and gin – If Jesus and Santa ever get back down to Southgate again“, ein Lied in einem 3/4-Takt, selbst für Cooder eher ungewöhnlich:
Ry Cooder: Christmas in Southgate
Lyrics mit Akkord-Angaben (zum geneigten Mitklampfen): My Name is Buddy
Meine Schwägerin beschwerte sich dieser Tage bei einer der beiden Tageszeitungen in Bremen über die Berichterstattung von fast nur noch ausschließlich deprimierenden Horrornachrichten in der Zeitung.
Sicherlich ist es erschreckend, was die Medien in letzter Zeit zu berichten haben. Da die Leichenfunde kleiner Kinder, dort der Mord an fünf Geschwisterkindern (wahrscheinlich durch die eigene geistig verwirrte Mutter). Wieder einmal ein Amoklauf in den USA. Und weil das nicht genug ist, gleich noch mehrere Schießereien vor amerikanischen Kirchen. Da ignoriert man fast die Nachrichten von den kruden CIA-Verhörmethoden.
Und das alles zu Weihnachten. Aber das hier soll eine weihnachtliche und keine weinerliche Botschaft werden. Trotzdem kommt man nicht umhin festzustellen, dass sich gerade zu so einer festlichen Zeit wie der Weihnachtszeit solche nicht nachvollziehbaren Gewalttaten häufen. Sicherlich gibt es hierfür Erklärungen, die im Kontrast zwischen dem feierlichen Anspruch insgesamt und dem seelischem Zustand einzelner zu finden ist. Aber genug …
Wir alle haben so unsere Probleme im Umgang mit unseren Mitmenschen. Das bleibt nicht aus und soll besonders zu Weihnachten besser werden. Aber gerade dann, wenn wir alles besser machen wollen, laufen wir Gefahr, alles noch schlechter zu machen als es ist. Es ist vielleicht ein merkwürdiger Ratschlag: Aber ich empfehle, sich nicht zu viel für die Festtage vorzunehmen (und fürs neue Jahr). Eher sollte man nichts Besonderes vornehmen und dafür versuchen, den Status Quo zu wahren. Mit Sicherheit läuft es dann von sich aus besser als gedacht.
In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Besuchern eine möglichst geruhsame, zumindest nicht zu stressige Adventszeit. Versucht Euch zu entspannen, wo es geht, und wenn es nicht geht, so verliert wenigstens nicht den Kopf.
Ritchie Blackmore kenne ich natürlich noch aus alten Deep Purple-Zeiten. Nicht das ich ein Fan der Gruppe war, ein Kumpel war es um so mehr, aber die Gruppe war in den 70-er Jahren so populär, dass man nicht umhin kam, sie immer wieder zu hören (im Radio und bei Feierlichkeiten – nicht nur bei meinem alten Kumpel).
Um so erstaunter war ich dann natürlich, als ich die ersten Lieder von „Blackmore’s Night“ hörte, Ritchies Gitarrenspiel und Candice Nights (naja) elfenartiger Gesang. Dieser mittelalterliche Touch hatte sicherlich etwas, wenn mir manches aber auch zu honig-süß aus den Lautsprechern troff. Mein Herr Anderson (Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull) hat übrigens auf einem ihrer Lieder auch schon einmal seine Flöte ausgeliehen.
Nun es ist nicht nur mehr im angelsächsischen Musikgeschäft (inzwischen auch bei uns) Tradition, wenigstens einmal ein Weihnachtsalbum zu veröffentlichen (2003 war ja bekanntlich Jethro Tull soweit: Christmas Album). Und bei dem Stil von „Blackmore’s Night“ verwundert es fast, dass es bis 2006 dauerte, bis auch Blackmore und Night ein entsprechendes Album veröffentlichten: Winter Carols – fast durchgehend aus der angelsächsischen Tradition stammende Weihnachtslieder.
Hier in einem Video das typische Weihnachtslied „Christmas Eve“ (Heiligabend), das wohl in etwa unserem „Stille Nacht, heilige Nacht“ entspricht:
Blackmore’s Night: Christmas Eve
Wer Interesse an anderen englisch-sprachigen Texten von Weihnachtsliedern zeigt, der schaue hier: Christmas Songs
Zu den absoluten Scheußlichkeiten des Weihnachtsfestes gehören diese grell blinkenden Lichterketten, die jedes Haus zu Monstern aus der Geisterbahn mutieren lassen. Bei youtube gibt es unzählige Beispiele für diesen Lichterwahn, der aus den USA kommend nun auch Deutschland überflutet. Hier nur zwei der Beispiele (einmal mit 13.000, das andere Mal mit 16.000 Lichtern). Alles zudem computergesteuert und mit atemraubender Musik unterlegt. Scheußlicher geht es eigentlich nicht:
Christmas Lights Gone Wild
Our Christmas Lights 2006
Aber das ist alles nichts gegen das, was uns die Familie Griswold in dem Film „Schöne Bescherung“ zu bieten hat. Da sind es satte 25.000 Glühlämpchen, die den winterlichen Abendhimmel erhellen. Zu bestaunen ist das wie jedes Jahr so heute, den 07. Dezember, um 20 Uhr 15 auf RTL 2. Es lohnt sich …
ich muss mich bei Euch, vor allem bei Kretakatze entschuldigen. In meiner letzten Mail schrieb ich, dass mir zu den Herren Anderson, Fogerty und Cross nichts mehr einfallen würde. Zu Herrn Cross hat niemand von uns je ein Wort geschrieben, deshalb ist Kretakatzes Frage, wer dieser Cross denn sei, nur zu berechtigt. Hier die (etwas peinliche) Auflösung:
Ich wollte schreiben, dass ich zu Herrn Stewart nichts sagen kann. Im Eifer des Gefechts und im Nebel meiner Hirnwindungen schrieb jedoch den Namen von Christopher Cross. Das liegt daran, dass ich die beiden Künstler und ihr Werk nicht auseinander halten kann. Beide haben für mich hohe Singstimmen und machen Musik, die sich für mich als Nichtkenner ziemlich gleich anhört.
Ich kann sie schon hören, die Aufschreie des Entsetzens, die die Fans der jeweiligen Musiker beim Lesen dieser Zeilen ausstoßen werden. Aber, wie gesagt, ich habe die Musik der Beiden nur am Rande wahrgenommen und für mich sind sie kompatibel.
Sorry, liebe Kretakatze, das geschah nicht mit Absicht. Es zeigt nur, wie unkonzentriert ich nach einem Arbeitstag und nach der Beschäftigung mit den Hausaufgaben von drei Söhnen sein kann.
In der nächsten Zukunft werden meine Mails den Umfang früherer Zeiten nicht mehr erreichen. Den Umfang der Kretakatze’schen Ausführungen schon mal gar nicht. Eines möchte ich aber auf jeden Fall loswerden: Kretakatze im Raubtieroutfit mit Tigergitarre ist ein toller Anblick ! Ich fühlte mich an Chrissie Hynde von den Pretenders erinnert. Rock on !!
Zuletzt ein Themenwechsel: Wir haben in der Vergangenheit sehr viel über Gesangsstimmen geschrieben. Vor einigen Tagen ist mir wieder bewusst geworden, wie viel Wohlklang auch in einer Sprechstimme liegen kann. Dass die Stimmen von Mario Adorf, Christopher Lee oder Elmar Gunsch das Ohr erfreuen können, ist hinlänglich bekannt. Ich habe nun einen Schauspieler entdeckt, dessen Stimme mich ganz einfach fasziniert. Es handelt sich um den britischen Mimen Alan Rickman. Der geneigte Cineast kennt ihn aus Die Hard, Robin Hood, Quigly der Australier, Rasputin und nicht zuletzt als Prof. Snape aus den Harry-Potter-Verfilmungen. Bei youtube gibt es einige Beispiele seiner Kunst; eine hat mir besonders gefallen. Hier liest Herr Rickman ein Shakespeare-Sonett. Mit Poesie kann ich nach wie vor nicht viel anfangen, aber hier ist es ganz einfach die Wirkung der Stimme, von der ich sehr angetan bin. Wer von Euch schöne Männerstimmen mag, möge dem Link folgen. Alle anderen können es getrost bleiben lassen.
Sonntag ist der Erste Advent. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Wunsch nach einer besinnlichen Adventzeit noch ernst nehmen kann. Ich wünsche sie Euch trotzdem !
Die Platte beginnt mit der beschwingten Countrypop-Nummer „Don’t You Wish It Was True“, ein Loblied auf eine Welt, in der jeder jeden liebt. Wer möchte, darf sich gerne an „Proud Mary“ erinnert fühlen.
Eine gewisse Ähnlichkeit ist wirklich nicht zu leugnen.
Kretakatze ist jetzt also unter die Hard-Score-Metal-Rocker gekommen. Macht sich ja nicht schlecht. Wann darf man mit einer Aufnahme von Dir rechnen? Würde mich schon interessieren, einige Riffs von Deiner Hand zu hören.
Ist eigentlich witzig: Nein, eine E-Gitarre habe ich mir nicht gekauft. Aber meine alte akustische Klampfe habe ich hervorgeholt und sie repariert, denn die Mechanik (zum Saitenaufziehen) war kaputt. Außerdem war der Hals an einer Stelle gebrochen. Ich habe ihn geleimt (und hoffe, dass es hält). Und so habe ich auch neue Saiten gekauft und aufgezogen. Es ist eine alte Fender Classic (Modell FC-20), war damals (ca. 1972) wohl das Preiswerteste, was Fender zu bieten hatte.
Und so habe ich mir vorgenommen, wieder einmal nach langer Zeit in die Saiten zu hauen (wenn mich mein Großer lässt, denn er hat sie sich gleich unter den Nagel gerissen; das hat man davon, wenn man Söhne hat). Es wird aber wohl noch einiges dauern, bis ich die alte Fingerfertigkeit wiedererlangt habe (eigentlich hatte ich keine). Vielleicht reicht es ja für einige Lieder unterm Tannenbaum.
Zu Lockwood: Also zu Christopher Cross und Al Stewart wollte ich eigentlich nichts schreiben. Den ersteren kannte ich bisher überhaupt nicht und werde ihn schon gleich wieder vergessen. Da gefällt mir Al Stewart schon um einiges besser – wenn beide auch eher der Gattung gesanglich schmusig zuzuordnen sind. Jetzt geht Kretakatze gleich auf die Barrikaden. Aber das ist meine Meinung. Nichts für Kaltduscher wie mich 😉
Interessant das neue Thema Sprechstimmen, das uns Lockwood genau richtig zur Weihnachtszeit offeriert. Alan Rickman kenne ich eigentlich nur aus den Harry Potter-Verfilmungen, die anderen von Lockwood genannten Filme kenne ich eigentlich nur vom Titel her (vielleicht noch Robin Hood – mit Kevin Kostner wohl – ach ja, er spielt da den Sheriff von Nottingham). Sicherlich hat er eine anhörliche Stimme, wenn (richtig beschrieben) auch etwas zu schokoladig für mich (siehe oben unter Kaltduscher).
Am Rande: Wer ist Elmar Gunsch? Ja, ich weiß schon, in alter Zeit huschte der über den TV-Bildschirm. Lebt der eigentlich noch (ich denke ja). Ja, diese bassigen Männerstimmen.
Mir persönlich gefällt eine Stimme wie die von Wolfgang Völz (der u.a. auch Käpt’n Blaubär spricht, was ihn mir, dem alten norddeutschen Seebären, doppelt sympathisch macht). Frauenstimmen hatten wir ja bereits, was Singstimmen betrifft, im Angebot. Dazu lässt sich aber noch einiges mehr sagen. Vielleicht später …
Apropos Weihnachten! Da habe ich doch auch etwas Nettes und komme so auch wieder auf unser eigentliches Thema zurück: Vielleicht kennt Ihr es ja bereits. Der Herr Anderson, wenn seine Singstimme auch nicht mehr das Wahre ist …, wenn er spricht, so finde ich die Stimme noch voll in Ordnung (wenn sie hier auch etwas kratzig klingt):
Es handelt sich hierbei um einen Radio-Beitrag zu einer Sendung namens „A Toss the Feathers Christmas Special 2004“ und wurde eben vor drei Jahren über den amerikanischen Sender Public Radio International ausgestrahlt. Neben „Another Christmas Song“ und „Ring Out Solstice Bells” (am Ende) liest Ian Anderson aus Sir Walter Scott’s „Marmion“– Dichtung in sechs Gesängen (A Tale of Flodden Field in six Cantos) etwas Weihnachtliches vor:
INTRODUCTION TO CANTO SIXTH.
Heap on more wood!-the wind is chill;
But let it whistle as it will,
We’ll keep our Christmas merry still.
Each age has deem’d the new-born year
The fittest time for festal cheer: 5
Even, heathen yet, the savage Dane
At Iol more deep the mead did drain;
High on the beach his galleys drew,
And feasted all his pirate crew;
Then in his low and pine-built hall, 10
Where shields and axes deck’d the wall,
They gorged upon the half-dress’d steer;
Caroused in seas of sable beer;
While round, in brutal jest, were thrown
The half-gnaw’d rib, and marrow-bone, 15
Or listen’d all, in grim delight,
While scalds yell’d out the joys of fight.
Then forth, in frenzy, would they hie,
While wildly-loose their red locks fly,
And dancing round the blazing pile, 20
They make such barbarous mirth the while,
As best might to the mind recall
The boisterous joys of Odin’s hall.
And well our Christian sires of old
Loved when the year its course had roll’d, 25
And brought blithe Christmas back again,
With all his hospitable train.
Domestic and religious rite
Gave honour to the holy night;
On Christmas eve the bells were rung; 30
On Christmas eve the mass was sung:
That only night in all the year,
Saw the stoled priest the chalice rear.
The damsel donn’d her kirtle sheen;
The hall was dress’d with holly green; 35
Forth to the wood did merry-men go,
To gather in the mistletoe.
Then open’d wide the Baron’s hall
To vassal, tenant, serf, and all;
Power laid his rod of rule aside, 40
And Ceremony doff’d his pride.
The heir, with roses in his shoes,
That night might village partner choose;
The Lord, underogating, share
The vulgar game of ‘post and pair.’ 45
All hail’d, with uncontroll’d delight,
And general voice, the happy night,
That to the cottage, as the crown,
Brought tidings of salvation down.
The fire, with well-dried logs supplied, 50
Went roaring up the chimney wide:
The huge hall-table’s oaken face,
Scrubb’d till it shone, the day to grace,
Bore then upon its massive board
No mark to part the squire and lord. 55
Then was brought in the lusty brawn,
By old blue-coated serving-man;
Then the grim boar’s head frown’d on high,
Crested with bays and rosemary.
Well can the green-garb’d ranger tell, 60
How, when, and where, the monster fell;
What dogs before his death he tore,
And all the baiting of the boar.
The wassel round, in good brown bowls,
Garnish’d with ribbons, blithely trowls. 65
There the huge sirloin reek’d; hard by
Plum-porridge stood, and Christmas pie:
Nor fail’d old Scotland to produce,
At such high tide, her savoury goose.
Then came the merry maskers in, 70
And carols roar’d with blithesome din;
If unmelodious was the song,
It was a hearty note, and strong.
Who lists may in their mumming see
Traces of ancient mystery; 75
White shirts supplied the masquerade,
And smutted cheeks the visors made;
But, O! what maskers, richly dight,
Can boast of bosoms half so light!
England was merry England, when 80
Old Christmas brought his sports again.
‘Twas Christmas broach’d the mightiest ale;
‘Twas Christmas told the merriest tale;
A Christmas gambol oft could cheer
The poor man’s heart through half the year. 85
Eine deutsche Übersetzung habe ich leider auf die Schnelle nicht gefunden (wahrscheinlich gibt es auch keine), so dürft Ihr Euch selbst mit dem Schottischen herumschlagen (leider spricht Ian Anderson alles mehr oder weniger englisch aus. Schade eigentlich … Oder er kann nicht richtig schottisch).
Ach, das soll für heute auch schon genügen. Vielleicht später etwas mehr zu Cat Stevens/Yusuf Islam. Übrigens hatte meine Band Cat Stevens früher auch gecovert. Unser Schlagzeuger hat allerdings die Lieder gesungen (ich werde in meinen unendlichen Archiven kramen und hoffe, vielleicht eine alte Aufnahme davon zu finden).
Ja, es sind keine drei Wochen mehr hin zum Weihnachtsfest. Ich bin noch sehr weit davon entfernt, mich weihnachtlich zu fühlen (wie fühlt man sich eigentlich so?), auch wenn meine Frau im Haus alles mit Kerzen und Weihnachtsdekoration ausgeschmückt hat. Schon allein das Wetter ist ein Graus. Immerhin habe ich (fast) alle Geschenke beisammen.
Wie auch immer: Ich hoffe, Ihr habt nicht mehr zu viel Stress und könnt Euch ab und zu genüsslich zurücklehnen. Auf jeden Fall wünsche ich Euch und Euren Lieben eine geruhsame Adventszeit.
Wir lesen voneinander Bis dahin alles Gute Euer Wilfried
Jo, so langsam aber sicher geht ’s auf Weihnachten zu. Und der Winter kommt auch schon bald. Mit Schnee in dicken Flocken. Warten wir ’s ab. Dann geht es los mit Schneemänner bauen und Schneeballschlacht. Aber Jungs & Mädels, daran denken:
Passt auf, wo die Hunde hinmachen … Und esst mir ja nicht diesen gelben Schnee!
In verschiedenen Religionen, besonders aber auch in Mythen, finden wir die Himmelfahrt als das höchste Ziel, nämlich mit allem, was einem eigen ist, ins Jenseits einzutreten. Am heutigen Feiertag feiert die Christenheit Christi Himmelfahrt, also die Rückkehr des Jesus von Nazareth als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel, nachdem er zu Karfreitag gekreuzigt und zu Ostern wiederauferstanden war von den Toten.
Grundlage der Himmelfahrt Christi ist das Evangelium von Lukas 24 Verse 50ff.:
Jesu Himmelfahrt
50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.
51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.
52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude
53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
In unseren Breiten wird der Himmelfahrtstag zunehmend als Vatertag für Saufgelage missverstanden – wie bereits berichtet. Apropos Vatertag:
Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
daß er garnicht abgeneigt.
Nur will er mit seinen Sünden
keinen guten Zweck verbinden,
sondern, wenn die Kosten kommen,
fühlet er sich angstbeklommen.
Neben dem Tanz in den Mai (der 30. April ist auch die Walpurgisnacht) und der Tradition des Maibaumaufstellens ist der 1. Mai seit vielen Jahren der Tag der Arbeit, also der Tag, an dem die Arbeiterbewegung ihre Forderungen durch Demonstrationen bekräftigt. Statt Arbeiter setze man heute Arbeitnehmer.
In einer Gesellschaft, die sich als zivilisatorisch versteht, sollte jeder durch seinen Fähigkeiten entsprechende Arbeit den ihm angemessenen Lebensunterhalt bestreiten können. Dass das nicht immer selbstverständlich war und teilweise auch heute nicht ist, bedarf keiner weiteren Erörterung.