Kategorie-Archiv: Sport ist Mord

Sport ist Mord, oder?

Tour de Testosteron

War ja auch verwunderlich: Floyd Landis, der auf der 16. Etappe völlig einbrach, war am Tag darauf plötzlich wieder ‚voll‘ da und legte mit seinem Etappensieg den Grundstein für den Sieg bei der Tour de France. Nun wurde ein zu hoher Testosteron-Wert bei ihm festgestellt. Alles ein „natürlicher Prozess“, so die Erklärung seiner Mannschaft. Die B-Probe steht noch aus. Jetzt droht dem guten Mann die Aberkennung des Toursieges.

Apropos „natürlicher Prozess“! Gilt stundenlanges Pornogucken auch schon als Doping? Und Viagra ist ja wohl auch auf dem Index!

siehe bei zdf.de: Landis positiv getestet

„Knochen, Leber, Hirn – alles gesund.“ – Wirklich?

Der „Gentleman“ kehrt zurück. Zehn Jahre nach seinem letzten Kampf ist Henry Maske entschlossen, die Neuauflage gegen Virgil Hill, gegen den er in eben diesen letzten Kampf verloren hatte und danach zurückgetreten war, zu wagen. Hill ist wie Maske 42 Jahre alt. Nicht gerade das Alter, um sich weiter die Birne weichkloppen zu lassen. Der Fight soll Anfang des nächsten Jahres starten. Vielleicht überlegt er es sich bis dahin noch einmal – besser …

Maskes letzter Kampf gegen Hill 1996

weiter siehe zdf.de

Tour des Amis

Nach dem Abgang von Armstrong und ohne Basso und Ullrich rückte die Tour de France bei vielen außerhalb jedlichen Interesses. Aber plötzlich wurde es dann spannend – u.a. weil Floyd Landis am Mittwoch völlig einbrach und nur im Schlepptau das Ziel in La Toussuire, über 8 Minuten nach den Spaniern Sastre und Pereiro, erreichte. Aber schon den Tag darauf schlug der US-Amerikaner zurück und fuhr in Morzine auf Platz drei vor, knapp hinter beiden Spaniern und fast zwei Minuten vor Klöden, der im T-Mobile-Team die deutschen Farben hochhielt. Es war fast mehr Dummheit als Überheblichkeit der Konkurrenz, die Landis am Donnerstag davonziehen ließ. Gestern beim Zeitfahren machte der Amerikaner dann alles klar. Andreas Klöden konnte lediglich auf Platz drei vorfahren. Nach der Dominanz Lance Armstrongs ist es also wieder ein Amerikaner, der auch 2006 die Tour de France gewinnt. So spannend war es dann also doch wieder nicht, die „Tour der Amerikaner“.

Andreas Klöden - 3. der Tour de France 2006

Armstrongs Rache

Der ganze Wirbel um den Dopingskandal, in den u.a. auch Jan Ullrich verwickelt ist, hat etwas sehr Mysteriöses. Neben Ullrich dürfen nun auch Ivan Basso und Alexander Winokurow nicht bei der Tour de France starten, letzterer ist zwar nicht verdächtig, da aber fast sein ganzes Team betroffen ist, bekommt er keine Mannschaft zusammen.

Jan Ullrich und Doping

Es geht um Eigenblutdoping, und mysteriös ist es für mich, dass anscheinend die halbe Radsportwelt bei den gleichen Ärzten ein- und ausging, um sich dopen zu lassen. Mysteriös auch, dass da Listen auftauchen, die Hinweise auf Ullrich geben, indem einmal der Name „Jan“, dann die Bezeichnung „Hijo Rudicio“, also Rudis Sohn (Hinweis auf Ullrichs Betreuer Rudy Pevenage), aufgeführt werden. Auf diese Art lässt sich nicht viel vertuschen. Oder sollte da nichts vertuscht werden? Da kommt mir einiges doch sehr ’spanisch‘ vor.

Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass der Radsport ohne Doping auskommt. Wer wirklich über Jahre in der Spitze mitfahren will, dem reichen Talent (wie bei Jan Ullrich) und ständiges Training kaum aus. Und wie in den Vorjahren ein Lance Armstrong, der zuvor nie an größeren anderen Rennen teilgenommen hatte, wie Phoenix aus der Asche aufstieg, um Jahr für Jahr die Tour de France zu gewinnen, das konnte auch nicht mit rechten Dingen zugehen. Nicht um sonst kamen im letzten Jahr Verdächtigungen gegen ihn auf, die dann aber – aus welchem Grund auch immer – sehr bald unter den Tisch gekehrt wurden. Der jetzige Dopingskandal erscheint mir fast wie Armstrongs Rache: Wenn ich nicht mehr fahre, dann soll von euch auch keiner Sieger werden …

Wie der Skandal nun zu Ende geht, ist auf jeden Fall spannender als die Tour selbst. Was ist die Tour de France eigentlich noch wert, wenn die großen Favouriten nicht am Start sind? Interessiert die Tour überhaupt noch ein Schwein?

Ab 2007/08 wird in der „T-Com“-Liga gekickt

Man gewöhnt sich an vieles. Dass das Volksparkstadion jetzt AOL Arena heißt und AufSchalke eben Veltins-Arena (kein Wunder, nachdem Rudi Assauer selbst bereits reichlich Werbung für das Bier machte). Wenn denn ein neues Stadion gebaut wird, dann darf es gern auch einen neuen Namen haben: die neue Münchner Allianz Arena. Aber warum eigentlich immer Arena, kämpfen dort Gladiatoren?

Das Weserstadion in Bremen heißt immerhin noch Weserstadion und das Berliner Olympiastadion hat auch noch nicht seinen Namen geändert (wie lange noch?). Dafür heißt die gute, alte Bremer Stadthalle seit einiger Zeit AWD Dome (warum nicht gleich Kathedrale oder englisch Cathedral?).

Wen wundert es dann noch, wenn auch die Fußball-Bundesliga sich mit einem Sponsorennamen zu schmücken trachtet. Nach dem Kuhhandel zwischen T-Com und dem neuen Pay-TV-Anbieter Arena wird ab der Saison 2007/08 die Bundesliga somit T-Com-Liga bzw. T-Com-Bundesliga heißen.

Schon in der kommenden Saison müssen die Spieler aller 36 Vereine das Telekom-Logo auf den Ärmeln ihrer Trikots tragen. Auch die Auswechsel-Tafeln zeigen den Namenszug des Sponsors.

Das Ganze bringt natürlich ordentlich Kohle in die Kassen der Vereine. Sei es ihnen gegönnt. Aber die erste Fußballliga wird für mich weiterhin nur Bundesliga heißen. Man kann natürlich froh sein, dass z.B. kein Klobürstenfabrikant als Sponsor für den deutschen Fußball auftritt, denn dann …

Und das Nemensrecht sollte man auch schon einmal vorsorglich ändern, damit man den Lebensweg seiner Kindern sponsern lassen kann. Dann heißen die lieben Kleinen eben mit Vornamen Haribo oder Mike-Rosoft oder so …

1. Mai – Maibaumaufstellen

Der 1. Mai ist bekanntlich der Tag der Arbeit und aus der Arbeiterbewegung als Kampftag für Arbeit entstanden. Am 1. Mai (manchmal auch schon am Vortag oder erst zu Pfingsten) wird in vielen Dörfern der Maibaum aufgestellt. Das ist Anlass zu einem Fest mit Bier und Bratwurst. Diesen Brauch findet man meist in Mittel- und Nordeuropa, also auch in Tostedt, genauer: in Todtglüsingen.

Maibaum in Todtglüsingen 2006

In diesem Jahr bei kaltem, aber doch meist sonnigem Wetter war das Maibaumaufstellen auch Gelegenheit für den Sportverein der Ortschaft, dem SV Todtglüsingen, durch Vorführungen einzelner Abteilungen für sich zu werben. Mein jüngster Sohn Lukas durfte so auch sein Können als Karate-Kämpfer beweisen.

Lukas als Karatekämpfer

Trapattoni: Ich schon wieder da

Wer kennt nicht den berühmten Spruch von Giovanni Trapattoni: Ich habe fertig! Der Ex-FC-Bayern-Trainer heuerte jetzt beim VFB Stuttgart an: Ich schon wieder da! Dabei war er nie weg, denn mit seinem unendlich italienischen Charme war er durch diverse Werbeverträge ständig auf deutschen Bildschirmen präsent. Freuen wir uns auf weitere Zornesausbrüche des ‚Misters‘, wie man ihn wohl u.a. nennt. Auch Trainer können Farbe ‚ins Spiel‘ bringen. Und in Stuttgart dürfte der radebrechende Trapattoni gut aufgehoben zu sein, denn bekanntlich kann man dort alles – außer hochdeutsch!

Trapattoni: Ich habe fertig! (als mp3)
Text und mehr der legenderen Rede
weitere ‚Sportzitate‘

Tour der France 2005: Prolog

Sollte das zu Beginn der Tour der Leiden auch schon das Ende für Jan Ullrich sein? Bereits beim Prolog zur Tour de France, einem Einzelzeitfahren über 19 km, nahm der bisher sechs-fache Gewinner dieses größten Radrennens der Welt, der Amerikaner Lance Armstrong, dem Deutschen 1 Minute und 6 Sekunden ab und wurde Zweiter hinter seinem Landsmann David Zabriskie, der weitere 2 Sekunden schneller als Jan Ullrich war. Es kam dabei einer Demütigung gleich, als Armstrong, der nach Ullrich gestartet war, diesen kurz vor Ende des Rennens nicht nur einholte, sondern auch noch an ihm vorbeizog.

Ich fürchte, dass Lance Armstrong lockerer denn je auch diese Tour wieder gewinnen und im gelben Trikot bei der Ankunft in Paris seine Karriere beenden wird. Jan Ullrich fährt wieder einmal nur hinterher.

Die Tour im ZDF
Die Tour bei der ARD

Blutgrätsche

Der Name ist Programm, auch wenn sich bei mir alle Muskeln ruckartig zusammenziehen, wenn ich das Wort höre: Blutgrätsche! Endlich ein Weblog, das sich ausgiebig dem deutschen Fußball widmet und alles aufdeckt, was gern unter den Rasen gekehrt werden soll. Und dabei hat der gewillte Besucher die Möglichkeit, interaktiv zu werden, d.h. sich an diversen Tippspielen und Abstimmungen zu beteiligen (Helden, Säcke, fliegende Trainer, Tor usw. der Woche bzw. der Monats).

Besonders erwähnenswert ist die Wahre Tabelle, die Bundeligatabelle, die auch Fehlentscheidungen der Schiedsrichter berücksichtigt (leider nicht immer up-to-date).

Albins Gegengambit

Ein großer Schachspieler bin ich nicht, dazu fehlt mir schon allein die Spielpraxis. Dass eine Sizilianischer Eröffnung etwas mit Schach zu tun hat, weiß ich aber noch. Es ist gleich am Anfang eines Schachspiels ein Bauernzug. Ähnlich verhält es sich mit Albins Gegengambit, genannt nach dem Österreicher Adolf Albin, mit dem ich aber weder verwandt noch verschwägert bin (so denke ich wenigstens). Immerhin gibt es so einen ganz bestimmten Schachzug, der meinen Nachnamen trägt.

Unter Gambit versteht man im Schachspiel die Eröffnung einer Partie, wobei der Spieler mit dem Opfer eines Bauern einen Stellungsvorteil erlangen möchte. Mit Albins Gegengambit geht der schwarze Spieler gewissermaßen in Gegenoffensive.

    Albins Gegengambit

Aber lasse ich den Fachmann ‚ran:

„Als Adolf Albin beim Turnier in New York 1893 erstmals Albins Gegengambit (1.d4 d5 2.c4 e5) spielte, war sein Gegner kein Geringerer als Emanuel Lasker. Anfang des Jahrhunderts war die neue Waffe so gefürchtet, dass die Weißspieler sogar lieber 2.Sf3 spielten. Inzwischen weiß man zwar, wie man gegen das Gambit spielen muss, trotzdem bleibt es eine gefährliche Waffe in der Hand des Angriffsspielers. Und wer sich mit Weiß nicht auskennt, gerät schnell unter die Räder.“

Wer sich das auch optisch zu Gemüte führen möchte, bitte: Albins Gegengambit

Nur die Bayern …

Bis Anfang der Woche war der deutsche Fußballhimmel noch auf Erden – trotz Schummelschiris und eines nicht abtreten wollenden Funktionärs. Spätestens seit gestern Abend ist der Himmel die Hölle. Die Chemiewerkself aus Leverkusen steht nach der 1:3-Niederlage in Liverpool noch verhältnismäßig gut da (noch ist ‚alles‘ drin, eben auch das Ausscheiden). Für Werder Bremen gebe ich keinen Pfifferling mehr. Und im UEFA-Cup haben alle drei bis dato verbliebenen deutschen Teilnehmer das Segel gestrichen. Was bisher (eben bis Anfang der Woche) als größter deutscher Erfolg im europäischen Wettbewerb seit Jahren zu feiern war, gilt jetzt als Riesenpleite! Nur die Bayern …