Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Pop meets Pop

„In den Räumlichkeiten des Hamburger Beatles-Museums (Beatlemania) erwarten die Besucher einige der populärsten Werke des legendären Pop-Art-Künstlers Andy Warhol, darunter auch einige Beatles-Motive.

Die Ausstellung ‚POP meets POP’ (Pop Music meets Pop Art) vermittelt ihren Besuchern einen Ausschnitt genialer Begebenheiten. Sie ist die fragmentarische Illustration einer Ära, in der zwei einzigartige Persönlichkeiten für einen Moment ‚vorbeihuschten’, um einander kennen zu lernen und sich näher zu kommen.

Pop meets Pop

BEATLEMANIA Hamburg zeigt im Original einige der populärsten Arbeiten Warhols, darunter die Portraits von Marylin Monroe, Ingrid Bergmann, Judy Garland oder Goethe, Variationen der Campbell Soup Cans, Teile der ‚Ladies & Gentlemen’-Serie und seine berühmte ‚Cow’.
Und natürlich fehlen bei einer Warhol-Ausstellung in den Räumen von BEATLEMANIA auch nicht das Portrait von John Lennon und seine Beatles-Motive. Zahlreiche Fotos dokumentieren darüber hinaus die Beziehung zwischen Andy Warhol und dem Beatle.

Insgesamt 80 Arbeiten Warhols und Fotografien von Billy Name umfasst die Ausstellung ‚POP meets POP’, darunter einige, die erstmalig in Deutschland gezeigt werden. Die Exponate sind Leihgaben des Andy Warhol Museum of Modern Art Slowakei. POP meets POP wird mit BEATLEMANIA Hamburg als Veranstalter in Zusammenarbeit mit dem Kurator Dr. Michal Bycko und der Andy Warhol Gesellschaft im Rahmen der Slowakischen Kulturtage 2011 realisiert.“

aus: hamburg.de

Adresse: Nobistor 10, 22767 – Hamburg

Tickets: Der Eintritt für BEATLEMANIA kostet für Erwachsene 12 Euro – der Eintritt für die Sonderausstellung ist in diesem Preis bereits enthalten.

Öffnungszeiten: Täglich von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 18:00 Uhr.

Natur und Hightech: Japan nach Erdbeben und Tsunami

Japan lebt mit der Erdbebengefahr. Was das Land aber jetzt durchmacht, ist die schwerste Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg. Zuerst zerstörte ein schweres Erdbeben das Land, kurz darauf rollte eine durch dieses Erdbeben ausgelöste Flutwelle über die Ostküsten des Landes. Die Anzahl der Todesopfer ist nicht absehbar. Viele tausend Menschen werden noch vermisst. Die Zerstörung ist gewaltig. Weitere Nachbeben erschüttern das Land.

Video bei zdf.de: Verstörendes aus einem zerstörten Land
Bilderserie bei zdf.de: Nach dem Tsunami: Spuren der Verwüstung
Japan – vor und nach der Welle: Satellitenbilder
Augenzeugenberichte aus Japan u.a. via YouTube: Citizentube

Japan ist ein Hightech-Land und hat viel Know-how eingesetzt, um Häuser, Straßen und besonders Atomkraftwerke (AKW) erdbebensicher zu bauen. Jetzt zeigt sich, dass auch die Japaner gegen solch verheerende Naturgewalten nicht gewappnet waren. „Das Erdbeben der Stärke 9,0 am Freitag im Nordosten Japans hat in sechs Atomkraftwerken große Probleme vor allem mit der Kühlung ausgelöst, die entscheidend für die Vorbeugung gegen eine Kernschmelze ist.“ Besonders das AKW Fukushima, in dem sich bisher zwei größere Explosionen ereigneten, ist betroffen. „In Tokio und anderen japanischen Städten wurde am Montag für drei Stunden der Strom abgeschaltet. Damit sollen Verluste ausgeglichen werden, weil die Atomstromproduktion momentan nur eingeschränkt läuft. 1,9 Millionen Haushalte waren von den Blackouts betroffen. Viele Menschen mussten auch auf eine andere Grundversorgung verzichten: Mindestens 1,4 Millionen Haushalte hatten kein Wasser.“ (Quelle: zdf.de)

Bisher ist nicht absehbar, wie dieser Alptraum endet. Mit dem Schlimmsten, den Super-GAU, muss weiterhin gerechnet werden. Natürlich ist damit die Atomdebatte auch in Deutschland wieder entfacht. Eine Rückkehr zur Tagesordnung ist nach den Ereignissen in Japan kaum möglich. Wenn Frau Merkel jetzt die Atommeiler in Deutschland überprüfen lassen will, dann ist das nur Augenwischerei, eine Überprüfung soll vor dem Hintergrund der vielen Landtagswahlen in diesem Jahr Handlungsfähigkeit signalisieren. Ansonsten hält sie weiter an der Kernenergie fest. Es stellt sich die Frage, warum jetzt eine Überprüfung erfolgen soll und diese nicht schon vor der Verlängerung der Laufzeiten erfolgte.

Die deutsche Anlagen sind für einen derartigen Notfall wie in Japan ebenso wenig ausgelegt, denn auch in den 17 deutschen Atomkraftwerken sei der Ausfall der Kühlung möglich. Im hessischen Biblis habe am 8. Februar 2004 die Kernschmelze gedroht. Außerdem bleibt die Frage der Endlagerung von Atommüll weiterhin ungeklärt.

Lothar Hahn, Physiker und früherer Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit sagt: „Es war ein Fehler, den Atomkonsens aufzukündigen. Damals wurden Nachrüstungs-Maßnahmen gerade bei älteren Reaktoren unterlassen, weil diese noch kurze Restlaufzeiten hatten. Das schien vertretbar. Jetzt, bei acht oder 14 Jahren längerer Laufzeit, ist es das nicht mehr. Ich empfehle dringend: Die Regierung sollte die Verlängerung zurücknehmen.“ (Quelle: blog.zdf.de)

Atomkraft bleibt unbeherrschbar. Die Risiken sind einfach zu hoch. Deshalb müssen die Laufzeitverlängerungen deutscher AKW rückgängig gemacht werden. So fürchterlich die Katastrophe in Japan ist, so muss sie bei uns zu Konsequenzen und zu einem Umdenken der verantwortlichen Politik führen. Ansonsten hat der Wähler das Wort.

siehe auch meine Beiträge: Merkel und die AtomlobbyZiviler Ungehorsam

Nachtrag: siehe ard.de – Kommentar: Merkels hilfloses Wahlkampfmanöver zum Moratorium der Bundeskanzlerin

Vor 200 Jahren: Großfeuer zerstört Teile des Ortskerns

„Auf seinem Feldzug nach Russland war #Tostedt für Napoleon und seine Truppen eine so wichtige Station, dass der Feldherr 1811 den Auftrag erteilte, die alte Heerstraße zwischen Hamburg und Bremen (in etwa jetzige B 75) auszubauen und damit eine wichtige Verbindung für den Handel zu schaffen.

Die französischen Soldaten hielten sich also zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in Tostedt auf und ließen es sich hier durchaus gut gehen. Am 14. März 1811 [also heute vor genau 200 Jahren] waren die Soldaten dabei, sich Eierkuchen zu backen. Dabei verhielten sie sich so ungeschickt, dass sie ein Feuer entfachten, das so verheerende Ausmaße annahm, dass es in die Tostedter Geschichte einging.

Großfeuer 1811 in Tostedt

Tostedt, damals mit rund 400 Einwohnern ein gemütlicher aber wichtiger Ort, hatte seinen Ortskern rund um die alte Feldsteinkirche, die dort stand, wo jetzt das Gemeindehaus am Himmelsweg steht. Rund um die Kirche war der Friedhof (noch heute könnten Knochen gefunden werden, wenn tiefer gegraben würde) und darum herum standen die Häuser. Unter anderem auch die alte ‚Dubschmiede’, die schon 1659 von der Familie Prigge gegründet wurde.

Rund 150 Jahre lang wurde in ihr heißes Eisen geschlagen. Gestanden hat die alte Schmiede ziemlich genau dort, wo jetzt die alte Sporthalle der Dieckhofschule steht. Als 1928 mit den Ausschachtungen für die Halle begonnen wurde, wurden viele Schmiedeerzeugnisse gefunden. In dieser Schmiede also saßen die Franzosen, backten ihre Eierkuchen und steckten diese so in Brand. Und nicht nur die alte Schmiede wurde ein Opfer der Flammen, auch das Küsterhaus mit der Dorfschule und das alte Pfarrwitwenhaus. Eine große Katastrophe für die alten Tostedter. Stehen blieben glücklicherweise der Dieckhof und die alte Brennerei.

Der Dubschmied Prigge ließ sich nicht unterkriegen und begann kurz nach dem Brand mit dem Bau eines neuen Hauses, das bis heute steht. In der Waldstraße, die damals noch ‚Bauerbackhausstraße’ hieß, baute Christoph Prigge sein neues Haus, das 1812 fertig wurde. Genau gegenüber, am jetzigen Standort des Ärztehauses an der Ecke zur Bahnhofstraße entstand seine neue Schmiede. Das Haus von Familie Prigge war damals das überhaupt erste Haus in der Bauerbackhausstraße, dahinter Pferdekoppeln und Kartoffelacker. Auch noch heute ist hinter den Gebäuden eine große Wiese. Sie liegt etwas tiefer als der Rest der Straße, hier wurde früher Sand her genommen für den Kirchenbau, daher ist die Wiese eine Senke. In der Wiese ist ein kleiner Bachlauf zu sehen, der an einer Stelle in der Erde verschwindet. Dies ist die Quelle der Töste! Sie wird am Rand der Wiese in ein Rohr geleitet, fließt dadurch unter den Straßen durch und kommt hinter dem Sande wieder aus dem Boden und ist dort für alle zu sehen.

Das alte Gebäude der Dubschmieds steht noch heute an gleicher Stelle. Nur das Strohdach wurde 1953 durch ein festes Dach ersetzt. Der Hof des Dubschmieds, der Hof Nr. 32 in Tostedt, war der letzte Hof des alten Dorfes, wie es über Jahrhunderte bestanden hat. Die danach erbauten Höfe gelten als Neubauerstellen und prägten das ‚moderne’ Tostedt.

… Die Bauerbackhausstraße … wurde nach dem ersten Weltkrieg in ‚Waldstraße’ umbenannt.“

aus: Tostedter Wochenblatt – Nr. 4/ 4. Jahrgang – 10. März 2011 – Seite 1 + 3

siehe auch meinen Beitrag: Napoleon in Tostedt?! – 200 Jahre B 75

Endlich Frühling

Bis zum eigentlichen Frühlingsanfang ist es noch über eine Woche hin. Aber an diesem Wochenende stiegen endlich die Temperaturen deutlich über 10 °C, die Sonne zeigte sich längere Zeit, sodass man sich einmal längere Zeit draußen aufhalten konnte, ohne sich Frostblasen zu holen.

Die Nacht zum Samstag war zwar wieder leicht frostig, aber den Blumen im Garten macht das nichts mehr aus. Im Sonnenschein blühten Krokusse und Schneeglöckchen tagsüber voll auf. Es soll ab Mittwoch wieder leicht regnen. Der Frühling lässt sich aber nicht mehr aufhalten: Endlich Frühling!

Frühlingswiese bei AlbinZ mit Krokussen

Frühlingswiese bei AlbinZ mit Krokussen

Frühlingswiese bei AlbinZ mit Krokussen

Frühlingswiese bei AlbinZ mit Krokussen (März 2011)

Happy Birthday, Janosch!

Heute gestern wurde Janosch (eigentlich Horst Eckert) 80 Jahre alt. Er ist ein deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller. Besonders als Kinderbuchautor wurde er über die Grenzen Deutschlands bekannt.

Sein bekanntesten, aber wohl auch sein schönstes Kinderbuch ist: Oh, wie schön ist Panama. 1979 erhielt Janosch dafür den Deutschen Jugendbuchpreis. Eigentlich kauft man sich im zarten Alter von Mitte zwanzig Jahren keine Kinderbücher, es sei denn für die eigenen Kinder. Vor dreißig Jahren kam ich aber nicht umhin, das Buch MIR zu kaufen.


Janosch: Oh, wie schön ist P a n a m a

Zwar sind meine beiden Söhne inzwischen (fast) erwachsen. Groß geworden sind beide u.a. auch mit Janosch und seinen Büchern – und mit der TV-Produktion des Südfunk Stuttgart, in der die Geschichten liebevoll umgesetzt wurden: TV-Produktion Janoschs Traumstunde auf insgesamt 4 DVDs (Laufzeit: ca. 718 Min – zum Preis vom 35 €)

Wer kleine Kinder hat, ob als die eigenen oder im Familien- und Freundeskreis, dem kann ich nur wärmstens Janoschs Bücher empfehlen. Selbst für Erwachsene sind sie ein großer Spaß.

Happy Birthday, Janosch!

Siehe auch meine Beiträge: Oh, wie schön ist PanamaJanoschs Traumstunde: Schnuddelbuddel

und siehe auch zdf.de: Video Janosch wird 80

weser-kurier.de: Janosch feiert heute 80. Geburtstag. Testen Sie ihr Wissen in unserem Janosch-Quiz

Stichtag

Stichtag ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Todd Phillips aus dem Jahr 2010 mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis in den Hauptrollen.

Peter Highman (Robert Downey Jr.) hat keine Zeit zu verlieren, seine Frau (Michelle Monaghan) erwartet in wenigen Tagen in Los Angeles ihr erstes Kind. Alles kein Problem für den gut organisierten Architekten, der sich momentan noch in Atlanta, also (fast) am anderen Ende der Vereinigten Staaten, aufhält. Bereits vor dem Flughafen stößt Peter jedoch mit dem Möchtegern-Schauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis) zusammen. Gepäckstücke werden vertauscht und Peter muss beim Sicherheitscheck einen gefundenen Joint erklären. Doch damit beginnt die Katastrophe erst: Noch bevor das Flugzeug startet, wird der adrette Peter wegen Terrorismus-Verdachts festgehalten und mitsamt seines neuen „Freundes“ Ethan auf die No-Fly-List gesetzt! Ohne Gepäck und Brieftasche muss Peter eine alternative Reisemöglichkeit auftun. Der nervtötende Ethan bietet ihm als Wiedergutmachung an, ihn in einem Leihauto nach Kalifornien mitzunehmen. Mit einem schlechten Gefühl steigt Peter ein – eine Entscheidung, die er bereits nach wenigen Meilen schon wieder zutiefst bereut…

aus: filmstarts.de


Stichtag – Deutscher Trailer (OT: Due Date)

Mit Hangover hatte der Schauspieler Zach Galifianakis seinen großen Durchbruch. Und wie in diesem Film so führte auch in ‚Stichtag’ Todd Phillips Regie. Robert Downey Jr. kennen wir aus Sherlock Holmes und Iron Man (Teil 1 und 2). Mich erstaunte es dann schon, beide Seite an Seite in einer Road-Trip-Komödie wiederzufinden. Sollte das gut gehen?

Nun der Film ist vor Kurzem als DVD Stichtag bzw. Blu-ray Stichtag erschienen und die Erwartungen, die ich und mein jüngerer Sohn in diesen neuen Film steckten (denn ‘Hangover’, diese aberwitzige Komödie, hatte uns sehr gut gefallen), wurden nur zum Teil erfüllt.

Sicherlich ist es ein verrückter Road-Trip durch Amerika. Aber wer auf die ganz großen Knaller wartet, wird eher enttäuscht. Dazu wird nach meinem Geschmack zu sehr auf die Klamottenkiste zurückgegriffen. Die Szene im Flugzeug, die dazu führt, dass beide Protagonisten aus dem Flieger geworfen werden, hat es woanders schon ähnlich (wenn nicht sogar besser) gegeben. Vertauschte Koffer oder die Kaffeedose mit den Überresten eines Vaters (die Asche findet später versehentlich als Kaffeepulver Verwendung) – irgendwie kennt man das schon. Und wenn Ethan Tremblay alias Zach Galifianakis eine Ausfahrt nach Mexiko mit einer Texaco-Tankstelle verwechselt, nun ja, das ist neu, aber nur begrenzt witzig.

Vielleicht gaben die beiden Hauptdarsteller wegen ihres Gegensatzes dann doch ein gut harmonierendes Gespann ab, Harmonie aber in einem eher negativen Sinne. Und was den Film letztendlich herausreißt, ist, dass er immer herrlich unkorrekt und unangepasst bleibt. Das gilt in besonderer Weise für Peter Highman alias Robert Downey Jr., dessen Charakter bis zum Schluss unfreundlich bleibt. Man spürt die Erleichterung, die er empfindet, als sein Gegenspieler, der Möchtegern-Schauspieler Ethan, endlich die Kurve kratzt. Wohl keiner der Zuschauer würde es lange mit diesem Typen (ich meine Ethan) ausgehalten haben, die gut 90 Minuten Filmlaufzeit einmal ausgenommen.

Herzlich

Es ist doch wohltuend, morgens bereits herzlich im Zug gegrüßt zu werden: „Werte Fahrgäste, wir begrüßen Sie herzlich … zur Fahrt nach … und wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt!“ So, oder so ähnlich. Angesichts des Streiks bei der Bahn und hier bei uns beim Metronom klingt das aber fast wie Hohn. Überhaupt: Herzlich begrüßt werden möchte ich von meiner Frau, meinen Kindern und guten Freunden, aber nicht von wildfremden Zugbegleitern.

Nun heute wurde ich nicht herzlich begrüßt; ich wurde gar nicht begrüßt. Per Lautsprecherdurchsage am Bahnsteig wurde ich darauf hingewiesen, dass zwischen Bremen und Hamburg bis um 10 Uhr keine Züge fahren werden. Natürlich wusste ich, dass die GDL (ich brauche wohl keinem zu erläutern, für was diese drei Buchstaben stehen) heute von 4 Uhr bis 10 Uhr morgens zum Streik aufgerufen hat. Aber irgendwie muss ich ja zur Arbeit – und das geht bei mir nur mit dem Zug.

So sitze ich jetzt also zu Hause, habe einen Tag frei nehmen müssen, obwohl auf der Arbeit wichtige Dinge warten. Das ist das erste Mal, dass mir so etwas passiert.

Dafür möchte ich der GDL ‚herzlich’ danken, so komme ich schon einmal dazu, meine Unterlagen für die Steuererklärung zusammenzusuchen und damit zu beginnen, via ElsterFormular die ersten Daten einzutragen.

Ein Tag mag ja noch gehen, aber wie wird es weitergehen? Wie viel Streik kommt da noch auf uns zu? Der Streik im Güterverkehr klappte übrigens wohl nicht ganz so gut, nach den zahlreichen Güterzügen zu urteilen, die heute Morgen bei uns vorbeirauschten. Dafür hat es den Pendlerverkehr massiv getroffen. Ich möchte nicht wissen, wie viele neben mir heute einen freien Tag genommen haben oder heute Abend ihre fehlenden Arbeitsstunden nachholen müssen. Und ich möchte nicht wissen, wie viele Schüler heute anstehende Klausuren verpasst haben.

Das breite Verständnis für die Forderungen der Lokführer (Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer) dürfte im Schwinden begriffen sein. Und es wird weiterschwinden, wenn man Pendler auch in den nächsten Wochen zum Sündenbock machen wird. Ich habe keine Verständnis für solch unsinnige Aktionen von Arbeitnehmern gegen Arbeitnehmern.

Italienische Verhältnisse

Die GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) kündigt unbefristete Streiks an, nachdem ihre Mitglieder in einer Urabstimmung für eine Ausweitung des Ausstandes gestimmt haben. Das betrifft auch den Personennahverkehr in Norddeutschland und damit die Züge der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH.

Die GDL fordert einen Flächentarifvertrag für alle Lokomotivführer (egal ob sie Fern-, Nah- oder Güterzüge fahren) in Deutschland, kurz BuRaLFT genannt. In diesem Flächentarifvertrag soll ein Entgelt festgeschrieben werden, das bei 105 Prozent des DB-Niveaus liegt.

Die Tarifrunde selbst dauert bereits seit Sommer 2010 an und ist aus verschiedenen Gründen für Außenstehende nicht vollständig nachvollziehbar. „Am 8. Oktober hatten die privaten SPNV-Unternehmen der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA“ (seit dem 30. November 2010 sind diese beiden zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, kurz EVG, fusioniert) „ein weitgehendes Angebot vorgelegt, das im Basistarif eine Anhebung der Entgelte auf das DB-Niveau vorsieht. Bei Berücksichtigung struktureller Unterschiede in den Zuschlägen und Zulagen kommt das Angebot beim Jahresentgelt auf 90 Prozent des DB-Niveaus.“ Am 5.11.2010 wurde hierzu ein bilaterales Schlichtungsverfahren vereinbart. Zu diesem Gespräch war auch die GDL eingeladen. „Ziel der Schlichtung soll ein gemeinsamer Tarifvertrag für die Beschäftigten im Schienennahverkehr sein.“ (Quelle: arriva.de).

Im Januar 2011 hatten sich dann die genannten sechs SPNV-Unternehmen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie mit der DB auf einen Branchentarifvertrag für den SPNV geeinigt. Die Einigung kam durch einen Schlichterspruch von Dr. Peter Struck, ehemaliger Bundesverteidigungsminister und bis 2009 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, zu Stande. Mit diesem Branchentarifvertrag SPNV wurde erstmals die Eigenständigkeit der Branche anerkannt. (Quelle: veolia-verkehr.de)

Genau diesen Branchentarifvertrag akzeptiert die GDL nicht.

Die GDL hat etwa 34.000 Mitglieder; von den rund 25.000 Triebfahrzeugführern in Deutschland sind mehr als 70 Prozent bei der GDL organisiert. Die ‚konkurrierende“ EVG hat etwa 240.000 Mitgliedern. Bei ihr ist die Mehrzahl der Lokrangierführer organisiert.

GDL und EVG treten mehr und mehr konkurrierend auf. Die EVG hatte sich ja Anfang des Jahres mit den Arbeitgebern auf einen SPNV-Branchentarifvertrag geeinigt. Der EVG- Vorsitzende Alexander Kirchner kritisiert daher die jetzige Vorgehensweise der GDL. „Es gehe den Lokführern [der GDL] nicht um den Tarifkonflikt…. Ihr Ziel sei es stattdessen, mehr Mitglieder als die Schwestergewerkschaft zu bekommen. Kirchner sehe die Gefahr einer Entsolidarisierung der Gesellschaft, wenn jede Berufsgruppe für sich ‚vom Kuchen immer ein größeres Stück abschneidet als die anderen’ ‚Im Bereich Bahn gibt es jede Menge Beschäftigtengruppen, die mindestens oder sogar noch ein höheres Druckpotenzial erzeugen können als die GDL’, sagte Kirchner. Er kritisierte auch mögliche längere Streiks: ‚Wenn es aber darum geht, dass in Zukunft nur noch Ergebnisse erzielt werden, wenn man möglichst lange und häufig streikt, dann kriegen wir eine andere Republik, eine andere Gesellschaft.’“ (Quelle. zdf.de) Italienische Verhältnisse?

Werfen wir einen Blick auf die Arbeitgeberseite und hier speziell auf die Gesellschaft, die die Metronom-Züge betreibt:

Die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH gehört zu 69,9 % der NiedersachsenBahn GmbH. Diese wiederum ist ein Zusammenschluss der privaten Osthannoversche Eisenbahnen AG (60 %) aus Celle und der staatlichen Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (40 %) aus Zeven. Die Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) wiederum ist seit März 2007 mehrheitlich im Besitz der Arriva Deutschland GmbH. Nachdem diese zwischenzeitlich ein Teil der Deutschen Bahn war, wurde die Arriva Deutschland GmbH Anfang Dezember 2010 an ein Konsortium der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato und des französisch-luxemburgischen Finanzinvestors Cube Infrastructure verkauft. Über die Arriva Deutschland GmbH gehört die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH also der italienischen Staatsbahn. Italienische Verhältnisse – Klappe die zweite?

In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen GDL auf der einen Seite und der Deutschen Bahn samt der sechs großen Schienenpersonennahverkehrsunternehmen (Abellio GmbH, Arriva Deutschland GmbH, BeNEX GmbH, Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, Veolia Verkehr GmbH und die Unternehmen der Hessischen Landesbahnen) andererseits zählt man die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH zur Arriva Deutschland GmbH.

Das Ganze hat natürlich noch eine weitere Dimension: Im Auftrag des Landes Niedersachsen erstellt die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) „ein bedarfsgerechtes öffentliches Verkehrsangebot und gestaltet es für Fahrgäste einfacher, mit Bahnen und Bussen aktiv zu sein.“ Die LNVG ist eine Tochter des Landes Niedersachsen und übernimmt „die Verkehrsplanung und konzipieren den Fahrplan, … führt Wettbewerbsverfahren durch und schließt Verträge mit Eisenbahnverkehrsunternehmen.“

So wird alle acht Jahre der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zwischen Bremen und Hamburg sowie zwischen Hamburg und Uelzen – kurz Hanse-Netz genannt – durch die LNVG ausgeschrieben. Zuletzt zum Dezember 2010. Und wie bereits acht Jahre zuvor (und zum ersten Mal) bekam die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH den Zuschlag und schlug einen Konkurrenten wie die Deutsche Bahn aus dem Rennen (siehe hierzu eine Info der LNVG als PDF 109 KB groß). Kritiker behaupten nun, Metronom hätte den Zuschlag bekommen, weil diese durch ‚Dumping-Löhne’ den Preis drücken konnte. Italienische Verhältnisse – Klappe die dritte?

Ja, so langsam wird ein Karussell daraus. Und auf diesem sitzt der dumme August, der Kunde. Ich will das hier gar nicht weiter ausführen und kommentieren. Jeder wird sich seinen eigenen Reim darauf machen können. Irgendwo hat, wie es scheint, jeder Dreck am Stecken. Was ich aber zuletzt dann doch noch sagen darf:

Ich möchte die SPNV-Betreiber wie Metronom, die Gewerkschaft GDL und ihre Lokführer und auch die Verantwortlichen beim Land daran erinnern, dass es der Kunde ist, der so genannte Fahrgast, für den Ihr alle arbeiten dürft und der Euch bezahlt. Wenn Ihr den aus dem Karussell fallen lässt (um bei diesem Bild zu bleiben), dann entzieht Ihr Euch auch Eure Existenzgrundlage. Mögen die Forderungen nach einem Flächentarifvertrag (und eine Gehaltserhöhung von rd. 16,6 % – geht man von bisher 90 % des DB-Niveaus aus und der GDL-Forderung von 105 %) gerechtfertig sein oder nicht. Es muss doch etwas anderes geben, als durch Streik den Kunden zu vergraulen.

Blues Guitar Women

Ruf Records ist ein deutsches Blues-Labels, das 1994 in Lindewerra von Thomas Ruf gegründet wurde und inzwischen ein weltweites Renommee genießt. 2007 wurde Ruf von der ehrwürdigen, amerikanischen Blues Foundation mit „einem der wichtigsten Preise der Blues-Musik-Szene“ (Berliner Zeitung), dem „Keeping the Blues alive Award“, ausgezeichnet. Ruf Records war damit einer der ersten europäischen Preisträger überhaupt. Die musikalische Ausrichtung der Plattenfirma war entscheidend: „Geografische oder enge stilistische Grenzen sind Firmengründer Thomas Ruf fremd“, lobte die Blues Foundation. Getreu dem Firmenmotto „Where Blues crosses over“; erscheinen bei Ruf Records Alben von traditionellem Blues bis bin zu Bluesrock und modernem Blues.

Namhafte Musiker haben sich unter der Obhut dieses Blues-Labels gefunden, die zudem nicht nur für sich Musik machen, sondern sich auch ‚cross over’ zusammenfinden, teilweise bei Produktionen oder jährlich im Rahmen des Blues Caravan-Projekts, um gemeinsam auf Tour zu gehen. Bemerkenswert finde ich den Anteil von Frauen, die bei Ruf Records veröffentlichen.

Bei den Frauen handelt es sich dabei nicht nur um Sängerinnen, sondern auch um Gitarristinnen, die außergewöhnliches Talent zeigen. Ich habe einmal im Netz etwas weiter recherchiert und dabei eine Handvoll ‚Blues Guitar Women’ zusammengetragen, die ich Euch hiermit näher vorstellen möchte. Zur jeweiligen Biografie gibt es nicht allzu viel zu berichten. Ich denke, die jungen Damen überzeugen durch ihr Können.

Zunächst Sue Foley (eigene Website: suefoley.com), die 1968 in Ottawa, Ontario, Kanada) geborene kanadische Bluessängerin, Gitarristin und Songschreiberin.


Sue Foley – Blues In D Natural / Queen Bee

Audio-CDs/DVDs/MP3-Downloads: Sue Foley

Aus Helsinki, Finnland, stammt Erja Lyytinen und zeigt, dass nicht alle Finnen Tango tanzen, sondern durchaus auch dem Blues zugetan sind (Erja Lyytinen – Voracious Love PROMO zu letzten CD):


Erja Lyytinen – Oil And Water

Audio-CDs/DVDs/MP3-Downloads: Erja Lyytinen

Ana Popović (eigene Website: anapopovic.com) stammt aus Serbien und wurde 1976 in Belgrad geboren. Sie wohnt heute in den Niederlanden:


Ana Popovic – My Man

Audio-CDs/DVDs/MP3-Downloads: Ana Popovic

Ebenfalls aus Kanada stammt Roxanne Potvin (eigene Website: roxannepotvin.com), die 1982 in Regina, Saskatchewan geboren wurde und zweisprachig aufwuchs.


Roxanne Potvin – A Love That’s Simple

Audio-CDs/MP3-Downloads: Roxanne Potvin

Dani Wilde hatte ihren ersten Auftritt mit 17 Jahren als Opening für Steeleye Span’s Maddie Prior und wurde in England geboren.


Dani Wilde – I Love You More Than I Hate Myself

Audio-CDs/DVDs/MP3-Downloads: Dani Wilde

Soviel zu der Handvoll “Blues Guitar Women“. Eine außergewöhnliche Sängerin scheint in Wien, Österreich, zu Hause zu sein. Meena Cryle, auch nur kurz Meena genannt, erinnert mich sehr stark an Janis Joplin und könnte sehr gut als deren Reinkarnation durchgehen:


MEENA – Rather Be Blind (Video Clip mit Erja Lyytinen)

Audio-CDs/MP3-Downloads: Meena

Zuletzt, damit die Herren nicht ganz so blöde dasteht, hier einen Sänger und Gitarristen, der in der kleinen Stadt Centralia, Illinois/USA, geboren wurde: Corey Stevens (eigene Website: coreystevens.com) erinnert mich sehr stark in Gesang und Gitarrenspiel an keinen Geringeren als Eric Clapton:


Corey Stevens (One More Time)

Audio-CDs/MP3-Downloads: Corey Stevens

weitere Audio-CDs/DVDs/MP3-Downloads: Ruf Records

Gabriel Laub: Spielen Sie Detektiv

Beim Kramen in meinen Bücherregalen fiel mir folgendes kleine Büchlein in die Hände:
Gabriel Laub: Spielen Sie Detektiv. Ein literarisches Quiz für schlaue Leser – 50 literarische Rätsel (Ungekürzte Ausgabe Dezember 1987 – Deutscher Taschenbuch Verlag, München)

„Bücherschreiben“, sagt Gabriel Laub, „ist das einzige Verbrechen, bei dem sich der Täter bemüht, Spuren zu hinterlassen.“ Diesen Spuren zu folgen, die Verbrecher zu stellen und ihre Taten ans Tageslicht zu bringen – dazu wird hier der Leser aufgefordert. Zu diesem Zweck hat der Autor fünfzig Helden und Heldinnen aus der Literatur aller Zeiten und Sprachen ausgewählt und neue Geschichten um sie gerankt. Die Protagonisten erhalten eine neue Existenz, werden in eine andere Zeit verpflanzt. Eine wichtige Eigenschaft jedoch bleibt ihnen erhalten: ihre Sprache. An ihr wird der Leser sie erkennen, sie ist das Indiz, das den Weg zum Täter weist. Um den Überblick zu erleichtern, sind sämtliche Originalzitate kursiv gesetzt. Sollten diese Anhaltspunkte trotzdem nicht auf die richtige Spur führen, so kann, wie bei Kriminalgeschichten üblich, zu den letzten Seiten Zuflucht genommen werden. Dort werden die gesuchten Helden und ihre Autoren dingfest gemacht. (aus dem Klappentext)

Gabriel Laub, 1928 geboren, studierte in Prag Journalismus, arbeitete als Reporter, Redakteur und Übersetzer und lebte seit 1968 in Hamburg, wo er 1998 starb.

Leider ist das Buch nur noch im Antiquariat erhältlich. Es bietet Gelegenheit, seinen eigenen ‚Sachstand’ in Fragen der Literatur zu überprüfen – und gleichzeitig Anregung, das eine oder andere Werk einmal wieder oder vielleicht auch zum ersten Mal in die Hand zu nehmen.

Volkszählung 2011: Der Staat will’s wissen …

Am 9. Mai ist wieder Volkszählung und wir werden zwangsbefragt.

„Nur bei Wirtschaftsstatistikern herrscht uneingeschränkte Vorfreude auf das neue Datenmaterial. … Das Innenministerium wüsste das jetzt gerne mal genauer. Und die Aussage verweigern dürfen Sie nicht. Am 9. Mai 2011 ist wieder Volkszählung.

Volkszählung? Da war doch was?! Genau! 1983 führte die geplante Volkszählung zu Massenprotesten. Tausende von Bürgerinitiativen schossen aus dem Boden. Verena S. Rottmanns Widerstandsratgeber verkaufte sich bei Zweitausendeins innerhalb von fünf Monaten fast 300.000-mal. Die Folge: Verfassungsbeschwerde. Und das Bundesverfassungsgericht stoppte die Volkszählung. Sie konnte erst vier Jahre später nach erheblichen juristischen Nachbesserungen durchgeführt werden.

Und heute? Ist die Volkszählung in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung, Google Street View, GPS-Handys, Gesundheitskarte, Personalausweis mit RFID-Funkchip und Facebook überhaupt noch ein Thema? Dieses Buch zeigt: Allerdings!

Beim kommenden sogenannten ‚Mikrozensus’ werden ca. 25 Millionen in Deutschland lebende Menschen (z.B. alle 17,5 Millionen Wohnungs- oder Hausbesitzer) von 80.000 Interviewern besucht, die mit ihnen die ausführlichen Fragebögen über alle Lebensbereiche ausfüllen: Sind Sie homosexuell, woher stammen Ihre Eltern, empfangen Sie Hartz-IV und bewerben Sie sich auch fleißig? ‚Erkundungen’ im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld zur Kontrolle der Angaben haben die Befragten hinzunehmen.

Damit die befragte Person hinter dem angeblich anonymisierten Fragebogen nicht verloren geht, werden die persönlichen Daten unter einer eindeutigen Ordnungsnummer gespeichert. Aber genau das hatte das Bundesverfassungsgericht bei der letzten Volkszählung ausdrücklich verboten. Verboten, damit nicht künftig vielleicht mitregierende deutsche Geert Wilders oder Jörg Haiders die Daten für ihre Zwecke nutzen können.

’Was Sie gegen Mikrozensus und Volkszählung tun können’, lautete der Titel gegen die Volkszählung 1983. Jetzt hat Mitautorin Verena S. Rottmann ein neues Buch zur neuen Volkszählung geschrieben. Sie zeigt, dass bereits seit November 2010, von der Öffentlichkeit kaum beachtet, ohne Ihre Einwilligung sensible persönliche Daten aus den Ämtern in einer Datenbank zusammengeführt werden. Sie zeigt, wie dieser ‚Mikrozensus’ – befragt wird fast ein Drittel (!) der Bevölkerung – das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt. Sie klärt über die Verfassungsmäßigkeit einer Volkszählung auf. Sie erklärt Ihnen, was Sie gegen die Volkszählung 2011 unternehmen können.

Das Buch enthält neben den Fragebögen und Infos zur Rechtslage Musterbriefe an Behörden, Politiker und Gerichte, mit denen Sie Einspruch gegen die Zählung erheben können.“ (Quelle: zweitausendeins.de)

Verena S. Rottmann Mikrozensus und Volkszählung 2011: Wieder verfassungswidrig?: Was Sie gegen Zwangsbefragung und für Ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung tun können“, ca. 330 Seiten. Broschur. Tolkemitt Verlag.

Hier einige wichtige Informationen zum Zensus 2011 selbst (Quelle: zensus2011.de) : Stichtag der Gebäude- und Wohnungszählung ist der 9. Mai 2011. Ab Anfang Mai 2011 werden alle 17,5 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnraum angeschrieben. Eine Ausnahme bilden die Wohnungsunternehmen, die sich am Online-Verfahren beteiligen.

Ab dem 9. Mai 2011 werden an diesen [nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren ausgewählten] Anschriften Interviewerinnen und Interviewer bei allen Bewohnerinnen und Bewohnern der ausgewählten Anschriften [auf Stichprobenbasis] vorsprechen, um die Befragung durchzuführen. Selbstverständlich wird es auch möglich sein, den Fragebogen selbst auszufüllen und zurückzusenden oder die Fragen online zu beantworten.

Die Interviewerinnen und Interviewer werden von den Erhebungsstellen eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe ist es, im Rahmen der Haushaltebefragung und der Befragung an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften vor Ort die Existenz der dort wohnenden Personen festzustellen und zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern beziehungsweise den Einrichtungsleitungen die Fragebogen auszufüllen.

Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit sind Voraussetzung für die Tätigkeit als Interviewer: Sie alle werden vor Aufnahme ihrer Tätigkeit schriftlich verpflichtet, das Statistikgeheimnis zu wahren.

Alle Interviewerinnen und Interviewer üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Aus Datenschutzgründen dürfen sie nicht in der unmittelbaren Nähe ihrer Wohnung eingesetzt werden. Außerdem dürfen sie die aus ihrer Tätigkeit gewonnenen Erkenntnisse über Auskunftspflichtige zu keinem Zeitpunkt für andere Zwecke als den Zensus verwenden.
Mit der Haushaltebefragung werden auch Merkmale erhoben, die nicht in den Registern enthalten sind, deren Daten für den Zensus 2011 genutzt werden dürfen. Hierzu gehören zum Beispiel der derzeitige Schulbesuch, der Schulabschluss oder der berufliche Bildungsabschluss. In Bezug auf die Erwerbstätigkeit liefert die Befragung Angaben über Selbstständige sowie zur Beteiligung am Erwerbsleben.

Hierzu die MusterfragebogenHaushaltebefragung (PDF 1MB)

weitere Informationen zur Volkszählung 2011:

wiki.vorratsdatenspeicherung.de – insbesondere: Kritik an der Volkszählung
Der Zensus-Phrasendrescher-Antwortgenerator – Um Mithilfe wird gebeten