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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)

Alles, was lange währt, wird mit der Zeit gut – und endet. Mit sieben Harry Potter-Romanen hat uns Joanne K. Rowling beglückt, deren letzter Teil nun in die Kinos gekommen ist – genauer: der erste Teil des letzten Roman: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)

Um gleich eines festzuhalten: Die Harry-Potter-Romane sind der Kinder- und Jugendliteratur zuzuordnen. Es geht um eine Entwicklungsgeschichte eines Jungen und seiner Freunde zum Erwachsenen, auch wenn mit den Stilmitteln des Fantasy gearbeitet wird. Es gibt die Guten und die Bösen. Es geht um Freundschaften und zuletzt natürlich auch um erste Liebschaften.

Was noch in meiner Kinder- und Jungendzeit die Abenteuerromane von Karl May waren, der ganze Kosmos um Old Shatterhand und Winnetou, um Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar (wobei mir die beiden letzteren lieber waren als der Indianer-Zirkus), sind in den letzten Jahren Harry Potter und Co. – Frau Rowling wird sich freuen, wurde sie durch ihre Romane (samt Vergabe der Filmrechte usw.) zur Milliardärin.

Seit Donnerstag nun gibt es „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ im Kino, den letzten Teil der sieben Romane, der in zwei Teile zerlegt wurde, also HP 7.1

Im Mittelpunkt steht die Suche von Harry Potter, Hermine Granger und Ron Weasley nach den Horkruxen, in die Lord Voldemort mittels dunkler Magie seine Seele gebannt.

Durch das Märchen von den drei Brüdern, in dem es um drei Brüder geht, erfahren wir von den Heiligtümern des Todes: den Elderstab, den Stein der Auferstehung und den Tarnumhang.

Die letzte Szene des Films hingegen spielt in Hogwarts: Voldemort fliegt zu Dumbledores Grab, bricht es auf und nimmt den Elderstab aus den Händen des Toten an sich. Er triumphiert.

Mit diesem offenen Ende zurückgelassen, wartet nun die ganze Harry Potter-Schar auf Teil 7.2 … und wird wohl noch bis Mitte des nächsten Jahres warten müssen. Der dann endgültig letzte Teil soll aber endlich in 3D zu sehen sein.


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)

Weiteres aus dem Harry Potter-Kosmos

Einstimmen auf Harry Potter

Meine beiden Söhne sind mit Harry Potter ‚aufgewachsen’. Mein Frau hat ihnen, als sie noch einige Jahre jünger waren, viele Abende lang aus den dann insgesamt sieben Romanen vorgelesen. Mit Spannung haben sie den Worten gelauscht. Konnte mein Frau einmal nicht, dann musste ich einspringen und vorlesen. Und so haben wir natürlich auch alle Harry Potter-Filme im Kino gesehen – und zu Hause per DVD und Beamer die Filme mindestens noch einmal betrachtet.

Seit gestern nun gibt es „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ im Kino, den letzten Teil der sieben Romane, der in zwei Teile zerlegt wurde, also HP 7.1

Natürlich werde ich auch diesmal – und zwar noch heute -, wenn auch nur mit dem jüngeren meiner beiden Söhne ins Kino gehen, um mir den Film anzugucken. Zur Einstimmung haben wir uns gestern Abend noch einmal den 6. Teil angeschaut: Harry Potter und der Halbblutprinz.

Lord Voldemort hat darin keinen Auftritt. Aber wir erfahren seine Vorgeschichte, die des Tom Riddle. Im Mittelpunkt dieses Teils steht Horace Slughorn, Lehrer für Zaubertränke in Hogwarts und einst Lehrer des Tom Riddle. Wir erfahren etwas über Horkruxen, Gegenstände, in den ein Zauberer mittels dunkler Magie einen Teil seiner Seele bannt, um dem Tod zu entfliehen. Dieser Horkruxen bedient sich auch der dunkle Lord. Am Ende dieses 6. Teils wird Albus Dumbledore, Direktor der Zauberschule, von Severus Snape (in diesem Teil Lehrer für die Verteidigung gegen die dunklen Künste) mit dem Avada-Kedavra-Fluch getötet.


Harry Potter und der Halbblutprinz

Heute nun sehen wir uns den vorletzten der Harry Potter-Filme an: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1):


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)

Altes „Neues“ von Jethro Tull (8)

Hi, Freunde. Heute nur etwas in aller Kürze – und zudem quasi eine Quizfrage mit sofortiger Auflösung:

Man kann sich selbst als Tull-Fan kaum die Namen aller Musiker merken, die irgendwann einmal bei Jethro Tull mitgespielt haben, ganz abgesehen von denen, die nie auf einem Album mitgewirkt haben. Da kommen gerade in den letzten Jahren (mangels CD-Veröffentlichungen) einige zusammen (auf die Schnelle fallen mir nur Florian Opahle und Mark Mondesir ein).

Und in diesem Zusammenhang nun die angekündigte Frage: Kennt einer von Euch einen Francis Wilson?

Francis Wilson: Seewetterbericht

Ne, keinen Schimmer? Vielleicht noch ein kleiner Tipp: Francis Wilson unterstützte den Meister Ian Anderson gewissermaßen auf dem Album Stormwatch. Klingelt’s jetzt? Auch nicht? Macht nichts. Francis Wilson war bis Juni 2010 der Kachelmann des britischen Fernsehens. Er hat keine Freundinnen mutmaßlich vergewaltigt, das nicht: Er war der Wettermann. Zunächst ab 1978 bei Thames TV. Dann ab 1983 bei BBC Breakfast, also dem britischen Frühstücksfernsehen – und von 1993 an bei Sky News, wo er die TV-Wetterfront führte, die 24 Stunden am Tag den Wetterbericht für Europa verkündete.

Auf „Stormwatch“ ist Wilson gleich zweimal zu hören. Im Stück „North Sea Oil“ verliest er den Seewetterbericht (Shipping Forecast) – und er spricht die Einleitung im Lied „Dun Ringill“. (“Lines join in faint discord and the stormwatch brews a concert of kings as the white sea snaps at the heels of a soft prayer whispered….”):


Jethro Tull – Stormwatch (Shipping Forecast ca. 1:50)


Jethro Tull – Dun Ringill

Soviel für heute …

Ernst und/oder unterhaltend (Musik)

Es ist ein Kreuz mit den Schubkästchen. Spätestens seit Aristoteles ist es Brauch, alles Mögliche zu klassifizieren und in Gattungen, Arten und dergl. zu untergliedern. Wie sollte es da mit der Musik und der Literatur nicht anders sein. Die Krux ist es aber, nicht immer das richtige Fach zu finden.

Verbleiben wir heute einfach nur bei der Musik. Da unterscheidet man zunächst einmal ganz schlicht zwischen E- und U-Musik – und eine F-Musik kommt für alle Fälle auch noch hinzu. E steht für ernst und kulturell wertvoll, U für unterhaltend, populär, fast immer kommerziell und ohne Anspruch, Kunst zu sein. Und F für funktional (Militärmusik, Kirchenmusik, Bühnenmusik und Filmmusik). Sie wird auch Gebrauchsmusik genannt und soll hier vernachlässigt werden.

Die Klassifizierung in E- und U-Musik ist ziemlich neu. Gern wird dabei eine „hohe“ Musik von einer „niederen“ unterscheidet (Im Englischen kennt man die Begriffe ‚serious music’ und ‚art music’ bzw. ‚popular music’ und ‚light music’).

Die Grenzen zwischen E- und U-Musik sind natürlich fließend und zudem nur im zeitlichen Kontext zu sehen. Musik, die früher einmal der U-Musik zugerechnet wurde (z.B. Operetten), kann heute zur E-Musik gehören; umgekehrt allerdings weniger (vielleicht nur durch exzessiven kommerziellen ‚Missbrauch’, z.B. für Werbung).

Ob eine Unterscheidung von U-Musik und E-Musik möglich ist und ob damit Werturteile verbunden sind, ist Thema der Musikästhetik und der Musiksoziologie und wird in den Interessenverbänden kontrovers diskutiert – auch deshalb, weil diese Einteilungen mit ökonomischen Interessen verbunden sind.

Ernste Musik oder Kunstmusik wird meist in ein Mäntelchen eingehüllt, dem wir das Synonym klassische Musik gegeben haben und im Wesentlichen die europäische Musiktradition (von der alten bis zur neuen Musik) betrifft. Ohne Probleme ordnen wird da Komponisten und Musiker wie Johann Sebastian Bach, Mozart, Beethoven und auch Strawinski und Arnold Schönberg zu.

Unterhaltsame Musik gliedert sich im Grunde in Popularmusik und Volksmusik, wobei beides ursprünglich das Selbe beinhaltete: Der deutsche Begriff „Volkslied“, als Übersetzung der englischen Bezeichnung „popular song“, stammt aus einer 1773 erschienenen Rezension von Johann Gottfried Herder über eine 1765 in England erschienene Sammlung von englischen und schottischen Balladen. Im Gegensatz zur Popularmusik (auch Popmusik) sieht man in der Volksmusik heute meist die regionaltypische Musiktradition (siehe hierzu auch den Beitrag: Was ist bloß mit Ian los? Teil 70: Von folkloristischen grauen Haaren aus Dublin)

Soweit die Unterscheidung im Groben. Der U-Musik sagt man meist nach, sie wäre gekennzeichnet durch „Einfachheit“ oder gar „Trivialität“ und zeichne sich durch eine als angenehm empfundene einfache Harmonik und durch leicht einzuprägende und nachsingbare Melodiefolgen aus. Wie war das noch mit der Krux?

Neben „Der Mai ist gekommen“ gilt „Komm lieber Mai und mache“ als eines der beliebsteten Lieder, die eben zu einer Zeit gesungen werden, in der Bäume ausschlagen und kleine Veilchen blühen. Letzteres stammt von keinem Geringeren als Johann Amadeus Mozart (KV 596), genau dem, der hier im Text weiter oben als eindeutig der E-Musik zugeordnet wurde. Ist das aber nicht ein Volkslied – eigentlich? Oder doch ‚schon’ ein Kunstlied? Ähnlich verhält es sich mit Franz Schuberts Forelle.

Apropos ernst und kulturell wertvoll … und Mozart? Wie viele sicherlich wissen, war unser kleines Wolferl ein in mancherlei Hinsicht ganz Schlimmer. „Gute Nacht, gute Nacht, scheiß ins Bett, daß’ kracht; gute Nacht, schlaf fei’ g’sund, und reck’ den Arsch zum Mund!“ heißt es da.


Wolfgang Amadeus Mozart – Bona nox, bist a rechta Ox (KV 561)

Dem nicht genug, komponierte und dichtete Mozart den sechsstimmiger Kanon „Leck mich im Arsch“. Seine Entstehung lässt sich auf das Jahr 1782 datieren. Zu Lebzeiten des Komponisten blieb das Werk ungedruckt, erst seine Witwe Constanze Mozart überließ es dem Leipziger Verlag Breitkopf & Härtel zur Publikation. Dort wurde allerdings die erste Zeile des Textes in „Lasst froh uns sein“ abgeändert. Der Kanon erhielt die Köchelverzeichnis-Nummer 231. Seit der dritten Auflage von 1937 trägt er dort die Nummer 382c und wurde so in einer Gruppe mit mehreren Kanons und kleineren Gelegenheitswerken, darunter auch „Leck mir den Arsch fein recht schön sauber“ KV 382d (ehemals KV 233), zusammengefasst.


Wolfgang Amadeus Mozart – Leck mich im Arsch (KV 382c)

Nur so am Rande: Über Mozarts Hang zur Koprolalie gibt es reichlich Belege, wahrscheinlich litt er sogar am Tourette-Syndrom (siehe Mozart und das Tourette-Syndrom). Aber das ist ein anderes Thema, gelt, Sauschwanz Wolfgang Amadé Rosenkranz?!

Aber genug zu Mozart an dieser Stelle (ich verweise auf Mozart an anderer Stelle in diesem Blog: Amadeus, der GrößteHappy birthday, Amadeus!Spirits of Mozart – Ian Andersons Mo’z Art MedleyAlso sprach Schincklass – Mozartetc.)

U-Musik ist also nicht immer hehrer Art, sondern kann durchaus auch sehr profan sein (wie schön, das zu wissen). Andersherum geht es natürlich auch. Was gern als alltäglich, simpel und fernab jeglicher Kunst betrachtet wird, kann durchaus die Kriterien der U-Musik erfüllen. Ein beliebtes Beispiel: Thick as a Brick von der Gruppe Jethro Tull (Jethro Tull live on 10th Feb. 1977 at Golders Green Hippodrome – Teil 1Teil 2)

Über Jethro Tulls „Thick as a Brick“ habe ich mich hier lang und breit ausgelassen. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Im Zusammenhang mit diesem über 40-minütigen Stück wurde und wird immer wider der Begriff Konzeptalbum benutzt. Zusammen mit dem Text (Libretto) und dem Cover des Albums kann man durchaus auch von einem Gesamtkunstwerk sprechen. Ja, Kunstwerk, denn das ist dieses Album ohne Zweifel. Es wird dem Progressive Rock zugerechnet und ist neben melodischem Hardrock stark von Folk-Rock-Elementen, Jazz und in Teilen der klassischen sinfonischen Musik beeinflusst. Die Musik wechselt vielfach zwischen unterschiedlichen Stilen und Tempi und wirkt im Ganzen wie eine sinfonische Dichtung (von Suite, also einem Zyklus von Instrumental- oder Orchesterstücken, ist die Rede) oder – wegen des Gesangs – eine Kurzoper. In der Terminologie der klassischen Musik verwendet man gern auch den Begriff Programmmusik.

“Thick as a Brick” ist ein Grenzgänger zwischen E- und U-Musik und schon eher der ernsten Musik zuzurechnen, denn den vollen Genuss erlangt man erst, wenn man das Album „in aller Stille“ hört.

Ja, mit den Schublädchen ist das schon so eine Sache. Wie gut, dass sich eben doch nicht alles so einfach einordnen und beschriften lässt. Gerade anspruchvolle Musik, ob als E- oder U-Musik etikettiert, – und natürlich auch Literatur – verdient kein starres Korsett, sondern braucht Raum und Zeit, um ‚atmen’ zu können und als ‚schön’ wahrgenommen zu werden (Wahrnehmung = Ästhetik).

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Das Internet ist ein öffentlicher Markt. Und ein solcher lädt natürlich auch jede Art von kriminellen Konsorten ein, ihr Unwesen zu treiben. Wer es aber so dummdreist versucht, gehört schon aus dem Grund hinter Gitter, weil er sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, seinen ‚Lockruf zum Klicken’ in einwandfreies Deutsch zu fassen – wie folgende Mail verdeutlicht:

Hallo Gast Visa Europe,

Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto.
Wir haben zu bestimmen,dass jemand Ihre Karte ohne Ihre Erlaubnis verwendet haben. Für Ihren Schutz haben wir Ihre Kreditkarte aufgehangen. Um diese Suspension aufzuheben Klicken Sie hier und folgen Sie den Staat zur Aktualisierung der Informationen in Ihrer Kreditkarte.

Vermerk: Wenn diese nicht vollständig ist , werden wir gezwungen sein, Ihre Karte aussetzen

Wir bedanken uns fur Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.
Dossier n : PP-1124-075-998

Danke,
Kunden-Support-Service.

Copyright 1999-2010 VerifedbyVisa . Tous droits rserves.

Lila, Lila

Lila, Lila ist eine Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Martin Suter aus dem Jahr 2009. Regie führte Alain Gsponer, die Hauptrollen spielen Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Henry Hübchen.

„Das ist die Geschichte von Peter und Lila. Lieber Gott, lass sie nicht traurig enden.“ Das sind die ersten Sätze des Romans „Lila, Lila“ von David Kern (Daniel Brühl), dem Literatur-Hot-Shot des Jahres. Kritiker und Publikum haben Tränen geheult bei dem Buch, in dem der unsterblich verliebte, aber verschmähte Peter am Ende Selbstmord begeht. Vor allem die schöne Marie (Hannah Herzsprung) hat sich nicht nur in die romantischen Zeilen, sondern auch in David verliebt. Doch die Sache hat einen Haken: Die Worte stammen nicht von David. Er hat das Manuskript in der Schublade eines auf dem Flohmarkt erworbenen Nachtschränkchens gefunden und Marie als angeblicher Autor zum Lesen gegeben. Damit wollte er die junge Literaturstudentin, die ihn, den unsichtbaren Kellner, bislang ignoriert hat, auf sich aufmerksam machen. Doch diese eine Lüge entwickelte eine solche Eigendynamik, dass der schüchterne David, der nicht einmal „Rendezvous“ aussprechen kann, nun Lesungen vor hunderten Zuschauern in der Volksbühne halten muss. Eines Tages steht plötzlich der abgehalfterte Alkoholiker Jacky (Henry Hübchen) vor David. Er gibt sich als wahrer Autor zu erkennen. Doch statt David aufliegen zu lassen, will er abkassieren. Dabei drängt er sich immer mehr in das Leben des „Pop-Literaten“ und droht, dessen Liebe zu Marie zu zerstören.

aus: filmstarts.de

Wieder eine Literaturverfilmung (hier das Buch Lila, Lila von Martin Suter), könnte man meinen. Aber schaut man genau hin, so stammt der Stoff vieler Filme der letzten Zeit aus Romanen. Der Film ist jetzt auch als DVD Lila, Lila erhältlich.


Lila, Lila – Kinotrailer

Lila, Lila ist eine Liebesgeschichte, ein Film über einen Betrug, die Darstellung einer Erpressung, aber auch eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb, wenn im Film auch weniger als im vorliegendem Buch.

Daniel Brühl ist die ideale Besetzung für David Kern. Dieser entspricht genau dem Rollentypus, der Brühl berühmt gemacht hat: schüchtern und unbeholfen zu Beginn, nach und nach an seiner Aufgabe wachsend. Henry Hübchen darf als Dauertrinker Jacky dem Affen so richtig Zucker geben. Er ist voll in seinem Element, wenn er über die Leipziger Buchmesse krakeelt, Empfänge stört, via Serviettenaustausch Honorarverhandlungen führt oder sich als Penner in Luxussuiten mit Champagner verwöhnen lässt. Hübchen fungiert als Motor, der dem locker-leichten Film mehr Dramatik verleiht. Die schwierigste Aufgabe hat Hannah Herzsprung zu bewältigen, deren Figur im Vergleich zum Buch deutlich an Tiefe eingebüßt hat. Sie ist die Angebetete von David Kern, nicht mehr. Es ist ihr deshalb besonders hoch anzurechnen, dass Marie neben den beiden Männern immer präsent ist und die absolute Liebe, die David für sie verspürt, nachvollziehbar bleibt.

Dass Suter mit seinem Insiderwissen auch den Literaturbetrieb aufs Korn nimmt, ist der Verfilmung leider nur selten anzumerken. Stattdessen fokussiert sich die filmische Umsetzung verstärkt auf die Liebesgeschichte, die deutlich komödiantischer aufbereitet wird. David stolpert noch viel stärker in die Lüge rein und rennt, nachdem er das Manuskript Marie gegeben hat, Hals über Kopf aus dem Café, um im nächsten Buchladen erst einmal zu überprüfen, ob „sein“ Roman vielleicht schon veröffentlicht wurde. Trotzdem ist auch die Film-Version nicht frei von Satire. Diese konzentriert sich allerdings stärker auf den Medienbetrieb im Allgemeinen und damit auf eine Zeit, in der Menschen über Nacht zu Superstars hochgejubelt werden, ohne zu wissen, wie ihnen eigentlich geschieht.

Alles in allem ist es ein sehr vergnüglicher Film, genau etwas für einen Wochenendabend.

Verdammnis

Verdammnis (Originaltitel: „Flickan som lekte med elden“, wörtliche Übersetzung: Das Mädchen, das mit dem Feuer spielte) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stieg Larsson, der zweite Teil der Millennium Trilogie (Verblendung – Verdammnis – Vergebung) und damit die Fortsetzung von Verblendung. Regie führte der Schwede Daniel Alfredson.

Das „Millennium“-Magazin von Star-Journalist Mikael Blomkvist bekommt eine brandheiße Story angeboten. Der junge Reporter Dag Svensson (Hans Christian Thulin) hat eine Reportage über Prostitution und Mädchenhandel geschrieben, die Verbindungen in illustre Kreise aufdeckt. Doch dann werden Dag und seine Freundin Mia (Jenny Silfverhjelm) erschossen aufgefunden. Die Tatwaffe führt die Polizei zu einem weiteren Mordopfer: dem Anwalt Nils Bjurman (Peter Andersson), der Vormund von Lisbeth Salander. Deren Fingerabdrücke sind auf der Waffe und so liegt für Polizei und Öffentlichkeit die Lösung des Falls sofort auf der Hand: Lisbeth Salander ist eine Dreifachmörderin. Blomkvist ist hingegen davon überzeugt, dass die untergetauchte Verdächtige unschuldig ist – er begibt sich auf Spurensuche. Die smarte Hackerin mit dem fotographischen Gedächtnis, dem flippigen Auftreten und mittlerweile einigen per Online-Betrug erschlichen Millionen auf dem Bankkonto nimmt ihr Schicksal derweil allerdings gewohnt unnachgiebig selbst in die Hand…

aus: filmstarts.de


Stieg Larsson – VERDAMMNIS – Kino Trailer

Meine Vermutung, die drei Teile der Millennium-Trilogie möglichst zeitnah zu betrachten, zeigt sich spätestens nach Teil zwei, der ebenfalls auf DVD Verdammnis erhältlich ist. Alle drei Teile bilden eine gewisse Einheit, ergänzen und runden sich, besonders Teil zwei „Verdammnis“ und Teil drei „Vergebung“ bilden wohl eine zusammenhängende Geschichte – aber natürlich lassen sich die drei Teile der Trilogie auch unabhängig voneinander betrachten.

In Verdammnis sind es wiederum die Charaktere, die fesseln. Sie sind ganz und gar nicht alltäglich und entblättern ihre Facetten nur langsam. In der ersten Hälfte steht noch der Journalist Mikael Blomkvist im Mittelpunkt, aber nach und nach ist es Lisbeth Salander, die nur so vor Coolness strotzt – egal ob sie nun lässig am Fenster Zigarette raucht (die Nouvelle Vague lässt grüßen) oder im Finale zum unzerstörbaren Racheengel mutiert (inklusive doppeltem Kill Bill-Zitat).

Um es endlich zu sagen: der zweite Teil reicht nicht an den ersten heran. Sicherlich liegt es auch daran, dass ein anderer die Regie übernommen hat. Aber wie vielleicht schon in der Romanvorlage (ich habe sie nicht gelesen) wird hier sehr dick aufgetragen. Geht es anfangs noch um Prostitution und Mädchenhandel, so verliert sich die damit verknüpfte politische Dimension schnell zugunsten der Familienanamnese (Lisbeth Salander, ihr Vater und ihr schmerzunempfindlichen Halbbruder, der als Handlanger des Vaters agiert), auch wenn es zumindest interessant ist zu erfahren, weshalb Lisbeth Salander das geworden ist, was sie ist. Aber wie schon im ersten Teil so werden auch hier die Hacker-Fähigkeiten von ihr etwas zu mühelos präsentiert. Sicherlich ist auch dieser Film spannend. Aber da gibt es die kleinen logischen Brüche, die mir am Ende nicht so recht schmecken mögen. So bin ich auf den dritten Teil gespannt.

Wirklich gute Kriminalfilme sind selten. Meist werden mit viel Tempo die logischen Schwächen übertüncht. Oder die Psychologie der Agierenden stimmt einfach nicht. Die Millennium-Trilogie zählt ohne Zweifel bisher zu den eindeutig besseren Filmen diese Genres. Das liegt vor allem an Noomi Rapace, die der weiblichen Hauptperson – gerade ein Meter 50 groß bei etwas mehr als 40 kg – wirklich Leben einhaucht.

Jethro Tull und Berlusconi

Natürlich ist mir klar, dass die Videos von der Gruppe Jethro Tull auf meinen YouTube-Account eigentlich gegen Urheberrecht verstoßen. Aber wo kein Kläger ist, da ist kein Richter. Es sei denn, der Kläger heißt Berlusconi.

Natürlich heißt der Kläger nicht namentlich Silvio Berlusconi. Es geht um die Fernseh-Sendergruppe Mediaset, die von Herrn Berlusconi gegründet wurde und mehrheitlich der Familie Berlusconi gehört. Und es geht um die Aufzeichnung einer Fernsehsendung des Senders Canale 5 vom 20.09.1991, in der die Gruppe Jethro Tull aufgetreten ist.

Jethro Tull und Berlusconi (Mediaset)

Diesen TV-Mitschnitt hatte ich nun über YouTube veröffentlicht. Eigentlich nichts besonderes, da Jethro Tull hier mit Playback auftritt. Nun machte Mediaset ihre Urheberrechte geltend, das Video wurde entfernt. Es geht dabei um die Fernsehauszeichnung, nicht um die Musik von Jethro Tull selbst, also nicht um die Urheberrechte von Herrn Ian Anderson. Da das die zweite Urheberrechtsbeschwerde zulasten meines YouTube-Kontos ist, führt eine einzige weitere Beschwerde zur Kündigung des Kontos.

Hermann Hesse: Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein.
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Hermann Hesse, November 1905

Auch wenn heute sogar die Sonne sich für Minuten zeigt: Der November ist ein Nebelmonat. Hier im Norden meist als Hochnebel. Nur am Morgen liegen dicke Nebelschwaden auf den Feldern und Äckern. Der November ist nicht nur durch diese düsteren Feiertage ein Melancholie erzeugender Monat. Das oft triste Wetter trägt maßgeblich dazu bei, in Depressionen zu verfallen. Aber es bleibt ein Sehnen nach besseren Tagen …

Herkulesarbeit

Vieles ändern sich und nichts so sehr wie die ‚Anforderungen’ im Internet. Da gab es vor einigen Jahren den Rechtsstreit zwischen Real Networks und Microsoft. Real Networks hatte Microsoft vorgeworfen, mit der Integration seiner Mediensoftware Media Player in das weltweit verbreitete Betriebssystem Windows Wettbewerber ausgeschlossen zu haben. Der Streit endete dann wohl friedlich – oder wie das Hornberger Schließen. Man kann das sehen wie man will.

Zu Zeiten weniger großer Bandbreiten, d.h. Übertragungsraten im Internet, war das RealMedia-Format durchaus von Vorteil, da es bei Videos kleine Dateien mit relativ guter Qualität generierte. So stieg ich damals vor eben vielen Jahren auf den ‚realen’ Zug auf und bot meine Videos (besonders auf meiner Jethro Tull-Site) in diesem Format an. Inzwischen sind viele Internetseiten von Real- auf Flash-Streaming umgestiegen. YouTube arbeitet von Anfang an mit Flash-Videos. Und natürlich ist dank DSL die Bandbreite um ein Vielfaches höher (die Video-Dateien dürfen also durchaus etwas größer sein).

Da viele meiner Videos eben bei YouTube gehostet sind (selbst oder von anderen dort eingestellt), und diese über den Object-Tag auf der eigenen Website eingebettet werden können, habe ich schon nach und nach meine RealMedia-Dateien durch YouTube-Videos ausgetauscht.

Beispiel eines Object-Tags (YouTube-Video):

<object width=“480″ height=“385″><param name=“movie“ value=“https://www.youtube.com/v/WINnTVnTTrI?fs=1&amp;hl=de_DE“></param><param name=“allowFullScreen“ value=“true“></param><param name=“allowscriptaccess“ value=“always“></param><embed src=“https://www.youtube.com/v/WINnTVnTTrI?fs=1&amp;hl=de_DE“ type=“application/x-shockwave-flash“ allowscriptaccess=“always“ allowfullscreen=“true“ width=“480″ height=“385″></embed></object>

Aber nicht nur die Videolandschaft hat sich geändert, sondern auch die Marktanteile der Webbrowser. War der Internet Explorer von Microsoft vor einigen Jahren noch unangefochten führend, so ist dieser inzwischen vom Mozilla Firefox längst überholt worden. Auch das hat Auswirkungen auf das Angebot von Videos im Netz. Denn der IE (Internet Explorer) ‚arbeitet’ mit der CLASS-ID des Object-Tags (liest darüber aus der Registry die Abspielsoftware aus, z.B. den Windows Media Player), während Firefox lediglich den EMBED-Teil ausliest (z.B. type=“audio/x-pn-realaudio-plugin“) und auf installierte Plugins verweist.

Ausschnitt aus Object-Tag (RealMedia-Video):

<object ID=“video1″ CLASSID=“clsid:CFCDAA03-8BE4-11CF-B84B-0020AFBBCCFA“ HEIGHT=“240″
WIDTH=“320″>

<param name=“SRC“ value=“https://www.albinz.net/models/test.ram“>
<param name=“CONTROLS“ value=“ImageWindow“>
<param name=“CONSOLE“ value=“Clip1″>
<param name=“LOOP“ value=“0″>

<embed SRC=“models/test.ram“ type=“audio/x-pn-realaudio-plugin“ CONSOLE=“Clip1″ CONTROLS=“ImageWindow“ HEIGHT=“240″ WIDTH=“320″ AUTOSTART=“false“>
</object>

Das Problem: Nicht jeder hat für seinen Firefox die RealMedia-Plugins installiert.

Aber genug der Technik: Ich habe mir eine Herkules-Arbeit vorgenommen und werde so peu à peu auf Flash-Videos umstellen (mein Webhoster unterstützt mich dabei).

Und da ich in den letzten Monaten verstärkt mit diesem Blog beschäftigt bin, habe ich die Websites meiner Familie und mir doch sehr vernachlässigt. Auch da werde ich in nächster Zeit wieder etwas basteln müssen.

siehe auch meinen Beitrag: Real goes youtube

Robin Hood

Wer kennt sie nicht, die Sagengestalt Robin Hood, den Geächteten und Wegelagerer, der die Reichen ausraubt, um es den Armen zu geben. Mit seinen Gefährten versteckt er sich vor dem Gesetz, in Gestalt des Sheriffs von Nottingham, im Sherwood Forest. Der abenteuerliche Stoff blieb bis heute populär. Er wurde in Dramen, Romanen und Opern, seit dem 19. Jahrhundert auch in der Jugendliteratur und seit dem 20. Jahrhundert im Medium Film aufgegriffen.

Die bisher letzte Verfilmung von Robin Hood ist ein Historienfilm des Regisseurs Ridley Scott aus dem Jahr 2010 und erzählt eine fiktive Vorgeschichte zur eigentlichen Robin-Hood-Legende, reale historische Personen und Gegebenheiten aus dem 12. Jahrhundert wurden in die Handlung integriert.

England, um 1200. Das Land darbt. Die Armee reibt sich seit Jahren in fremden Landen in den verheerenden Kreuzzügen des Königs Richard Löwenherz (Danny Huston) auf, während die Bevölkerung zuhause am Hungertuch nagt und von der Krone mit überhöhten Steuern drangsaliert wird. Als Löwenherz im Kampf gegen die Franzosen fällt, besteigt sein inkompetenter und selbstherrlicher Bruder John (Oscar Isaac) daheim in England den Thron. Der Bogenschütze Robin Longstride (Russell Crowe) kommt mit seinen Mitstreitern Will Scarlett (Scott Grimes), Little John (Kevin Durand) und Allan A‘Dayle (Alan Doyle) einem Komplott auf die Spur: Der undurchsichtige Godfrey (Mark Strong) treibt ein doppeltes Spiel und versucht, sein Heimatland für den eigenen Vorteil zu verraten. Der in den Hinterhalt gelockte Edelmann Sir Robert Loxley (Douglas Hodge) ringt Robin auf dem Sterbebett ein Versprechen ab. Er soll sein Schwert seinem alten Vater in Nottingham überbringen, um seine Ehre zu retten. Robin willigt ein und trifft dort auf Lady Marion Loxley (Cate Blanchett), die von ihrem Schwiegervater Walter (Max von Sydow) dazu gedrängt wird, ihn, Robin Longstride, als ihren heimgekehrten Ehemann Robert Loxley auszugeben…

aus: filmstarts.de

Zunächst gab es für mich ein Wiedersehen mit Max von Sydow als Sir Walter Loxley. Max von Sydow wurde durch seine Mitwirkung in Filmen von Ingmar Bergman international bekannt. Ich erinnere mich noch an den Film Das siebente Siegel von 1957 – damals noch in schwarz/weiß (Filmausschnitt bei YouTube). Einer der letzten Filme mit ihm war Schnee, der auf Zedern fällt nach dem gleichnamigen Roman von David Guterson (Trailer bei YouTube), in dem er den Verteidiger Nels Gudmundsson spielt. Max von Sydow ist für mich einer der ganz großen Schauspieler.

Nun der Film ist jetzt auch als DVD Robin Hood erhältlich und ich habe ich mir am letzten Wochenende mit meinem jüngeren Sohn über Beamer im Keller angeschaut.


Robin Hood – Deutscher Trailer

Als ich im Vorfeld hörte, dass Russell Crowe den Titelhelden in dieser Neuverfilmung spielen sollte, war ich doch ziemlich überrascht. In seiner Rolle als Gladiator mochte er durchaus überzeugen, aber als Robin Hood? Nun da es in dem Film um die Vorgeschichte des Sagenhelden geht, ließ ich mich auf den zweieinhalbstündigen Film ein. Es ist ein Monumentalfilm alter Hollywoodgüte mit Schlachtszenen und einer gewissen epischen Breite. Max von Sydow habe ich bereits erwähnt. Cate Blanchett als schön-herbe Lady Marion zeigt durchaus einige Selbstironie, ihr Verhältnis zu Robin Hood ist weniger leidenschaftlich als pragmatisch, wie überhaupt der Film eher durch Realismus als Romantik und harte Actionszenen statt augenzwinkerndem Gaunercharme überzeugt.

Ein durchaus interessanter Gesichtspunkt ist die Schau auf die Mechanismen der Macht. Der neue König und Bruder des verstorbenen Richard Löwenherz, „Prinz“ John, erweist sich als inkompetenter, aber selbstherrlicher Herrscher und erinnert mich in vielen an manches Staatsoberhaupt im heutigen Europa (Italien, Frankreich). Er ist es denn auch, der Robin Hood ächtet und so in die Verbannung der Wälder von Sherwood Forest und Barnsdale Forest schickt. Damit endet der Film.