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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Wie Deutschland (nicht) Fußballweltmeister wird

Heißa, was für eine Fußball-WM! Die großen Favoriten kommen ins Straucheln, manch Kleiner zeigt sich groß – leider kommen die Afrikaner auf dem eigenen Kontinent nicht klar.

Nach dem 4:0-Sieg gegen Australien schien beim deutschen Team alles bestens zu sein. Auch Klose schien wieder die Kurve gefunden zu haben. Dann die Ernüchterung gegen die Serben. Ein Déjà-vu? Bei der Europameisterschaft 2008 gab es nach einem souveränen Sieg gegen Polen eine 2:1-Klatsche gegen Kroatien. Erst nach einem mühevollen 1:0-Sieg gegen den Hausherrn Österreich qualifizierte sich Deutschland für die nächste Runde. Gegen Ghana morgen wird es mit Sicherheit nicht leicht. Ein Ausscheiden schon in der Vorrunde ist also möglich.

Klaus Allofs hat mit Blick auf seinen Schützling Mesut Özil die Taktik von Joachim Löw bei der 0:1-Niederlage gegen Serbien kritisiert. Löw hatte den Mittelfeldspieler Özil nach der Gelb-Roten-Karte für Miroslav Klose 33 Minuten lang als Spitze spielen lassen, ihn dann aber für Cacau ausgewechselt. „Es war sicher keine leichte Entscheidung. Aber dass Mesut ganz vorne gespielt hat, war nicht die beste Lösung! Wir wissen aus Bremen, dass er dort nicht so wirkungsvoll ist. Es war nicht ideal für Mesut und für die ganze Mannschaft“.

Und die anderen Favoriten? Der Streit in Englands WM-Team spitzt sich zu. „Es fühlt sich an, als wären die letzten zwei Jahre Zeitverschwendung gewesen“, zitierten britische Zeitungen Nationaltrainer Fabio Capello. Der enttäuschte Coach distanziert sich zunehmend von seiner Mannschaft. „Ich habe keine Ahnung, wie oder warum die Spieler an diesem Punkt ankommen konnten“, meinte Capello. An die Spitze der Capello-Kritiker bei den „Three Lions“ hat sich Abwehrchef John Terry gestellt. „Meuterei: Terry greift nach der Rolle als Spielertrainer“, titelte die Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ am Montag.

Die französische Nationalmannschaft hat bei der WM für einen Eklat gesorgt. Das am Sonntag in Knysna angesetzte Training der „Bleus“ ist nach einem handfesten Streit zwischen Patrice Evra und Konditionstrainer Robert Duverne auf Forderung der Spieler abgesagt worden. Anschließend erklärte der Verbandsoffizielle Jean-Louis Valentin seinen Rücktritt. „Was hier passiert, ist ein Skandal für die französische Mannschaft und für das gesamte Land“, so Valentin. Das Team protestierte mit seinem Boykott gegen den WM-Ausschluss von Nicolas Anelka. Anelka soll Trainer Raymond Domenech beleidigt haben.

Italien hat auch sein zweites WM-Spiel nicht gewinnen können. Wie schon beim Auftakt gegen Paraguay kam der Weltmeister diesmal gegen Neuseeland nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus, hat aber noch alle Chancen auf das Achtelfinale. In der 7.Minute schockten die Neuseeländer die Italiener mit der 1:0-Führung durch Smeltz. Danach kam von den „Kiwis“ zu wenig. Italien drückte auf das 1:1 und wurde mit einem Elfmeter von Iaquinta belohnt. In Hälfte zwei belagerte die Suqadra Azurra den Strafraum der aufopferungsvollen Neuseeländer, allerdings fehlte Italien die Durchschlagskraft für den Siegtreffer.

Rekord-Weltmeister Brasilien hat bei der WM in Südafrika das Achtelfinale erreicht. Gegen die Elfenbeinküste siegten die Südamerikaner 3:1 (1:0). Die Selecao zeigte erneut keinen Samba-Fußball, aber eine umso effizientere Chancenverwertung. Mit einem strammen Schuss aus kurzer Distanz brachte Fabiano (25.) sein Team in Führung. Auch der zweite Treffer (50.) ging auf sein Konto. Allerdings spielte Fabiano zuvor zweimal Handspiel. Erst nach dem 3:0 von Elano (62.) zeigten die Brasilianer mehr Spielfreude. Rüde gestoppt wurden sie dabei von den Ivorern, die mit harten Attacken ihrem Frust Luft verschafften. Drogba gelang noch das Tor zum 1:3.

Europameister Spanien begann mit einer 0:1-Pleite gegen die Schweiz, weil sie ihre vielen Chancen nicht verwerten konnten. Ein Doppelpack von Stürmerstar David Villa hat Spanien dann gestern den ersten Sieg bei der WM in Südafrika beschert. Gegen Honduras gewannen die Spanier 2:0 (1:0), wobei die Mittelamerikaner noch gut bedient waren, da auch in diesem Spiel die Chancenauswertung schlecht war.

Portugal steht mit einem Bein im Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika. Die Portugiesen setzten sich gegen Nordkorea mit 7:0 (1:0) durch und liegen nun in der Gruppe E mit vier Punkten auf Rang zwei hinter Brasilien. Portugal begann furios. Nach drei Minuten gab Cristiano Ronaldo den ersten Warnschuss ab. Doch auch die Nordkoreaner waren nicht ungefährlich, die Tore machten letztlich aber die Portugiesen. Raul Meireles eröffnete die Tore-Flut. Die weiteren Treffer von Simao, Almeida und Tiago fielen alle innerhalb von nur sieben Minuten. In der Schlussphase trafen dann Liedson, Ronaldo (endlich traf er ins Tor) und Tiago.

Die Niederlande gewannen zwar ihre ersten zwei Spiele, konnten aber noch nicht so überzeugen wie in der Vorrunde bei der EM 2008. Ein gutes Zeichen für die nächsten Spiele?

Enttäuscht sein müssen die Afrikaner. Kamerun ist bereits gescheitert. Nigeria, Gastgeber Südafrika und Algerien stehen vor dem Aus. Und Ghana müsste zumindest unentschieden gegen die deutsche Mannschaft spielen, um ins Achtelfinale einzuziehen.

Ab heute läuft nun der dritte Spieltag der Vorrunde. Mit welchen Überraschungen ist noch zu rechnen? Welche Mannschaften schaffen es ins Achtelfinale neben der Niederlande und Brasilien (Portugal ist auch so gut wie durch). Bisher fand ich diese WM eher als enttäuschend. Die wirklich guten Spiele kann man an einer Hand abzählen. Viele Mannschaften spielen einfach nur ergebnisorientiert (z.B. die Niederlande und Brasilien), was zwar den bisherigen Erfolg gesichert hat, aber nur wenig Sehenswertes für den Zuschauer bietet. Und wenn nun vielleicht (fast) alle afrikanischen Mannschaft ausscheiden, dann schweigen vielleicht nicht nur die Vuvuzelas.

Die FIFA hat seinen WM-Schiedsrichtern den Rücken gestärkt. „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit den Leistungen. Fehler sind nur menschlich“, sagte Schiedsrichter-Kommissions-Chef Jose Maria Garcia-Aranda. Einzelne Entscheidungen wollte der Spanier nicht kommentieren. Dass tatsächlich die besten Referees der Welt bei der WM in Südafrika pfeifen, hält unter anderem Neuseelands Mannschaftskapitän Ryan Nelsen für einen schlechten Witz. „Wenn das die besten Schiedsrichter sind, die die FIFA zu bieten hat, will ich die schlechtesten nicht sehen“, sagte Nelsen. Dem kann ich mich nur anschließen (siehe hierzu auch ein Interview auf zeit online: Schiedsrichter-Debatte – „Bei einer Weltmeisterschaft pfeifen nicht die Besten“ – Warum sollen aber Schiedsrichter auch besser als die Spieler sein …).

Wer wird am Ende dann Weltmeister? Hoffentlich nicht wieder so eine Gurkentruppe wie Italien. Ich tippe trotz Auftaktniederlage weiterhin auf Spanien. Dann müsste das spanische Team aber seine Torchancen besser ausnutzen. Vielleicht die Niederlande? Baldmöglichst soll Arjen Robben zum Einsatz kommen. Aber auch von ihm sind keine Wunderdinge zu erwarten. Brasilien wird sich weiter durchmogeln. Bleibt dann noch Argentinien, die immerhin gezeigt haben, dass sie im Stande sind, auch ansehnlichen Fußball zu spielen (nicht nur dank Messi). Chile und Paraguay muss man wohl auch noch zum erweiterten Favoritenkreis zählen (mehr aber nicht). Und Deutschland? Noch ist alles möglich. Zum Titel wird es, so denke ich, auch dieses Mal nicht reichen.

Unsere neuen „Untermieter“

In unserem kleinen Haus (eine Doppelhaushälfte) und im Garten hatten wir schon einige Untermieter. Neben Igel und Grauschnäpper haben sich bei uns Raupen, Libellen und Marienkäfer und zuletzt auch ein Amselpärchen ein Quartier gesucht. Wespen und Hummeln hatten wir auch bereits (im Dachvorstand bzw. durch die Lüftungsritzen im Mauerwerk). Jetzt sind es Erdhummeln, die sich einen Blumenkübel für ihr Nest ausgesucht haben. Ob es sich dabei um dunkle oder helle Erdhummeln handelt, konnten wir nicht ausmachen, da beide Arten kaum zu unterscheiden sind.

Quartier unserer Untermieter: Erdhummeln

Quartier unserer Untermieter: Erdhummeln

Unsere neuen Untermieter: Erdhummeln

Unsere neuen Untermieter: Erdhummeln

Schulabschluss 2010 in Tostedt

Unsere beiden Söhne haben es geschafft: Am vergangenen Freitag, den 18. Juni, fanden für beide die Entlassungsfeiern an ihren Schulen statt. Jan besuchte seit August 2003 das Gymnasium in Tostedt und absolvierte mit guten Noten (1,8 im Schnitt) die Schule (insgesamt erreichten 76 Schülerinnen und Schüler – 48 Abiturientinnen und 28 Abiturienten – ihre Hochschulreife), Lukas ging seit August 2004 zur Erich Kästner-Realschule und schaffte jetzt den erweiterten Realschulabschluss.

Gymnasium Tostedt

Erich Kästner-Realschule Tostedt

Gymnasium Tostedt

Erich Kästner-Realschule Tostedt

Leider gab es für uns Eltern einigen Stress, da die Abschlussfeier an der Realschule um 12 Uhr, die am Gymnasium um 13 Uhr begann. Wie gut das beide Schulaulen ziemlich nah beieinander liegen. Und auch die Abschlussbälle beider Schulen fanden am Freitagabend statt; der der Realschule im Schützenhaus in Tostedt, der Abschlussball des Gymnasiums in einem Gasthaus in Nenndorf. So mussten sich meine Frau und ich leider ‚teilen’ (ich ging zum Abschlussball des Gymnasiums).

Wie geht es nun mit unseren Söhnen weiter? Jan, der ältere, will in Hamburg (ggfs. in Kiel) Physik studieren. Lukas wird weiterhin zur Schule gehen und ab August an der BBS Stade (berufsbildende Schule) die Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung mit dem Schwerpunkt „Verwaltung und Rechtspflege“ beginnen.

Ja, meine Frau und ich sind ‚stolz’ auf unsere beiden Söhne. Beide haben einen wichtigen Meilenstein in ihrem Leben erreicht. Und beide haben klare Ziele vor sich. Sie werden ihren Weg im Leben gehen. Dort, wo wir es können, werden wir sie hilfreich begleiten.

Schulabschluss Erich Kästner-Realschule Tostedt 18.06.2010

Schulabschluss Gymnasium Tostedt 18.06.2010

Schulabschluss Erich Kästner-Realschule Tostedt 18.06.2010

Schulabschluss Gymnasium Tostedt 18.06.2010

Schulabschluss Erich Kästner-Realschule Tostedt 18.06.2010

Schulabschluss Gymnasium Tostedt 18.06.2010

Tutu, Vuvuzela & Jabulani

Neben Nelson Mandela ist der anglikanische Erzbischof Desmond Tutu Symbolfigur der Schwarzen im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika geworden. 1984 wurde ihm für sein Engagement gegen die Apartheid der Friedensnobelpreis verliehen. Seit 1995 ist Tutu Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika. Tutu hat auch immer wieder Deutschland besucht, u.a. 2007 zum Evangelischer Kirchentag in Köln.

Am Vorabend des Eröffnungsspiels der Fußball-WM veranstaltete die FIFA am 10. Juni in Johannesburg ein gigantisches Konzert unter dem Motto Südafrika begrüßt die Fußballwelt. Das Konzert wurde auch im deutschen Fernsehen übertragen und ist im Internet weiterhin aufrufbar (Zusammenschnitt von ca. zwei Stunden Dauer). Neben bekannten Musikern und viel afrikanischer Musik hat auch ein Mann im Trikot der Südafrikaner mit Pudelmütze und Fanschal seinen Auftritt: Desmond Tutu (ca. ab 53:40). Der Mann mit seinen fast 80 Jahren ist ein Unikum. Mit wenigen einfachen Worten sagt dieser Mann mehr als all die Schwätzer dieser Welt. Und er hat dabei immer den Schalk im Nacken. Ich finde ihn einfach faszinierend in seiner bescheiden auftretenden Menschlichkeit. Und er vermittelt einem das Gefühl, wirklich in Afrika willkommen zu sein.

Desmond Tutu bei der WM 2010 in Südafrika

Ein Tag später ging es dann wirklich los mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Und auch wir als ferne Zuschauer am Bildschirm bekamen gleich mit, was uns die nächsten vier Wochen erwartet: das Getröte unzähliger Vuvuzelas, das sich wie ein Hornissenschwarm in unseren Gehörgängen einnistet. Das zwischenzeitlich geplante Verbot dieser nervenraubenden und hörschädigenden Plastiktrompeten wurde wieder verworfen. Versuche, das durchdringende Geräusch dadurch zu mindern, indem es herausgefiltert wird, scheiterten bisher. Es gehört zu dieser WM und wir müssen damit leben (oder den Ton ausschalten).

Ein weiteres Ärgernis stellt einmal wieder das offizielle Spielgerät dieser Weltmeisterschaft dar, der WM-Ball Jabulani, der rundeste Fußball aller Zeiten. Selbst Weltfußballer Lionel Messi äußerte seinen Frust über das unheimliche Flatterwesen. Seine Unberechenbarkeit soll auch Schuld tragen an dem Schnitzer des englischen Torwarts, Robert Green, im Spiel gegen die USA. Außerdem habe die DFB-Elf durch den WM-Ball Jabulani einen „unfairen Vorteil“ gegenüber allen 31 Konkurrenten. Dies behauptet zumindest Englands Nationalspieler Jamie Carragher. „Die Deutschen spielen seit Februar mit dem Ball“, sagte der Abwehrspieler. „Der Ball ist vollkommen anders als andere. Das ist für alle Teams dasselbe – außer vielleicht für Deutschland.“ Tatsächlich fand das Premierenspiel mit dem Jabulani in der Bundesliga bereits am 4.Dezember 2009 beim Duell zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach statt.

Kurz noch etwas zum wirklich Sportlichen: Die deutsche Mannschaft schaffte einen gelungenen Einstand mit dem 4:0-Sieg gegen überforderte Australier bei der WM. Und Miroslav Klose, von vielen Fans bereits zum Teufel geschickt, nutzte das in ihn gesteckte Vertrauen des Bundestrainers und machte ‚sein’ Tor, ein Kopfballtor, wenn er auch andere hochprozentige Chancen ausließ. Ob ihm damit aber endlich der Durchbruch gelungen ist, wird sich zeigen. Neben der deutschen Mannschaft konnte bisher lediglich Argentinien im Spiel gegen Nigeria überzeugen. Ansonsten gab es viel Hausmannskost und auch schon reichlich viel Gekicke zum Abgewöhnen. Es sind eben nur eine Handvoll Mannschaften, die das Salz in der Suppe darstellen – und die schonen sich möglichst noch, denn das Turnier ist lang (bis zum Finale sind es sieben Spiele).

Weltmeisterschaft ohne Stars?

Heute ist es also soweit: die 19. Fußballweltmeisterschaft 2010 startet in Südafrika. Nach der Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr mit dem Spiel Südafrika – Mexiko (Livestream auf ard.de) endlich auch der sportliche Teil.

Eine Fußball-WM lebt von den Stars, die die Spiele ihrer Mannschaften gestalten und notfalls auch für die entscheidenden Tore sorgen. Nicht immer waren es die Spieler, bei denen man im Vorfeld davon ausgehen konnte, dass ihre Sterne am Fußballhimmel leuchten werden. Vor vier Jahren bei der WM in Deutschland stürzte z.B. der Stern eines Ronaldo geradezu ins Bodenlose ab, während Zinédine Zidane noch einmal zeigte, warum er lange Zeit der beste Fußballer weltweit war (auch wenn sein Abgang dann unrühmlich war).

Wer werden also die Stars der heute beginnenden WM?

Es sieht nicht gut aus: Nicht nur die deutsche Mannschaft muss auf einen ihrer wichtigsten Spieler verzichten, auch andere Mannschaft trifft es hart. Besonders auf dem neuen englischen Meister, dem FC Chelsea, scheint so etwas wie ein Fluch zu liegen. Neben Ballack fürs deutsche Team sind es afrikanische Mannschaften, die auf ihre Stars durch Verletzungen verzichten müssen: Michael Essien (Ghana) und wohl auch Didier Drogba (Elfenbeinküste), und zuletzt Nigerias John Obi Mikel.

Aber auch weitere Mannschaften müssen auf wichtige Spieler verzichten. So sind die Portugiesen ohne Nani abgereist. Und ob Arjen Robben für die Niederlande am Montag auflaufen wird, steht trotz gegenteiliger Meldungen noch in den Sternen. Er verletzte sich unglücklich in einem Testspiel gegen Ungarn.

Sollte es eine Weltmeisterschaft ohne große Stars werden?

Viele reden von Lionel Messi, dem Fußballer des Jahres 2009. Aber der wirkt müde und nicht fit genug nach einer langen, strapaziösen Saison. Wayne Rooney fiel bisher nur durch verbale Entgleisungen gegenüber Schiedsrichtern auf. Die Niederlande hat zwar viele gute Spieler, aber keinen wirklichen Stars. Und selbst bei den Brasilianern wüsste ich keinen Spieler (außer vielleicht Kaka), der aus der natürlich bestehenden Klasse herausragt.

Bei der EM vor zwei Jahren sollte der Stern eines Mario Gomez aufgehen. Aber er blieb nicht nur während des gesamten Turniers blass und ist seitdem nicht mehr richtig auf die Beine gekommen. Die 30 Millionen Euro, die die Bayern für ihn gezahlt haben, müssen wohl als Fehlinvestition gelten. Wenn ein deutscher Spieler bei der WM in Afrika zum Star werden kann, dann ein Bremer. Natürlich denke ich da zunächst an Mesut „Messi“ Özil, aber auch Marko Marin könnte es schaffen, weltweit für Aufsehen zu sorgen (wenn Bundestrainer Joachim Löw ihn denn lässt). Beide Spieler sind technisch brilliant, Özil hat das richtige Auge für den Nebenspieler und Marin tribbelt seine Gegenspieler schwindlig (Mitspieler Per Mertesacker über ihn: „Mit seinem Körperschwerpunkt auf Höhe der Grasnarbe ist es schwer, gegen ihn zu verteidigen.“).

Nun, warten wir es ab. Ich bin aber davon überzeugt, dass auch diese WM 2010 einen Spieler haben wird, der über all die anderen herausragen wird. Die Mannschaft, die diesen in ihren Reihen hat, sollte große Chancen auf den Titel haben.

So kommt die WM auf den PC – Interessante Webangebote rund um König Fußball

Amselnest und Feldblumen

Keinen Meter Luftlinie von unserem Briefkasten entfernt nisteten Amseln in einem die Hauswand hochrankenden Gewächs. Sie ließen sich kaum von uns stören. Wir waren aber auch bemüht, so wenig wie nur möglich Lärm zu machen. Es ist bereits das zweite Mal, dass Amseln hier für ihre Brut Quartier bezogen. Im letzten Jahr diente zwischenzeitlich ein Futterhaus als Unterschlupf.

Ich bin eigentlich ein Stadtkind. Aber in den großen Sommerferien machte ich doch öfter Ferien auf dem Lande und erinnere mich an weite Kornfelder, an deren Rändern Klatschmohn und Kornblumen blühten. Heute findet man diese Blumen eigentlich nur noch in Vorgärten – wie auch bei uns. Eigentlich schade, denn das Rot und das Blau dieser Pflanzen waren mehr als nur Farbtupfen in der Landschaft. Es ist mindestens 15 Jahre her, da war ich mit meiner Frau und meinem damals ersten Sohn, es war im April, für zwei Wochen auf Sizilien. Dort blühte es auf den Wiesen, wie ich es sonst nie wieder gesehen habe. Eine Wiese stand vor lauter Mohnblumen in einem satten Rot. Aber auch sonst gab es eine Vielfalt an Wiesenblumen, wie sie bei uns höchstens noch in den Bergen zu finden ist.

Nest einer Amsel in einer rankenden Pflanze

Nest einer Amsel in einer rankenden Pflanze

Nest einer Amsel in einer rankenden Pflanze

Nest einer Amsel in einer rankenden Pflanze

Mohnblumen

Kornblumen

Mohn- und Kornblumen im eigenen Garten

Ry Cooder: Last Man Standing (Soundtrack)

Er ist auf dem Weg nach Mexiko. Seine Reise führt ihn durch das Grenznest Jericho. Aufgehalten von einem auf der Straße liegenden Pferdekadaver wirft er einen Blick auf die vorbeischreitende Freundin (Karina Lombard) des örtlichen Gangsterbosses Doyle (David Patrick Kelly). Dafür wird ihm das Auto gehörig demoliert. Auf die Frage, wer er sei, nennt er sich John Smith (Bruce Willis). Er bleibt in Jericho. John sieht die Entweihung seines Autos als persönliche Herausforderung an. Wenig später tötet er den Übeltäter. Er schließt sich einem mit Doyle verfeindeten Gangsterboss an: Fredo Strozzi (Ned Eisenberg). Doch seine Loyalität währt nicht lange…

Last Man Standing (im Original auch: Welcome to Jericho) ist ein US-amerikanischer Film von Regisseur Walter Hill mit Elementen von Thriller, Actionfilm, Western, Gangsterfilm und Drama. Er ist eine Neuverfilmung von Akira Kurosawas Yojimbo – Der Leibwächter bzw. Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar und kam am 20. September 1996 in die Kinos.

Der Film spielt im Jahr 1931, an der Grenze zwischen Texas und Mexiko. Die Handlung ist in der amerikanischen Prohibitionszeit angesetzt. Dementsprechend wurden die Banden der Vorlage zu rivalisierenden Mafia-Familien und die Schwertduelle zu spektakulären Pistolengefechten. Die Rolle des waffentechnisch überlegenen Gegenspielers spielt Christopher Walken, während Bruce Willis in die Rolle des wortkargen und abgekochten Pistoleros schlüpft. Einem unbestätigten Gerücht zufolge wurde Kurosawa von Dashiell Hammetts Roman „Red Harvest“ (Rote Ernte) inspiriert.


Trailer: Last Man Standing (deutsch)

Ich bin kein Fan von Filmen mit viel Geballere (Walter Hill behind the camera. Ry Cooder on the guitar. Whiskey, Beer, Hookers, Gangs….and oh yeah…..Guns: Bruce Willis), davon gibt es in Last Man Standing reichlich. Wenn mich etwas an diesem Film reizt, dann sind es Stil und Ausstattung, die sich als der große Trumpf von „Last Man Standing“ erweisen. Die edle Art der Kameraführung, der solide Schnitt und das karge Wüsten-Setting begründen eine ansehnliche Atmosphäre. Und natürlich Ry Cooders musikalische Umrahmung: diese fördert dieses atmosphärische Ambiente zusätzlich und rundet ein formal hohes Niveau ab. Hätte auch der Rest des Films diesen beträchtlichen Standard beibehalten können, „Last Man Standing“ wäre ein denkwürdiger Film geworden. So aber bekommt es der Betrachter nur mit einem grundsoliden Action-Western zu tun, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ry Cooder ist bekanntlich der Haus- und Hofkomponist von Filmen des Regisseurs Walter Hill. Auch hier trägt seine Musik viel zur Atmosphäre des Films bei. So werden Bild und Musik zu einer Einheit.


Last Man Standing Composed By Ry Cooder


Ry Cooder – Sanctuary (Last Man Standing)

Generalprobe: gelungen

Was die deutsche Fußballmannschaft gestern – besonders in der 2. Halbzeit – abgeliefert hat, lässt wirklich hoffen (3:1-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina). Zwar sagt man, wenn die Generalprobe daneben geht, dann wird die Premiere gut (und umgekehrt), aber …

Nun es gab natürlich nicht nur Licht, sondern auch einigen Schatten – und es gab Gewinner und eindeutige Verlierer. Die Verlierer: Trochowski, Gomez und Klose. Wenn Joachim Löw noch einige Spieler nach Hause schicken könnte, dann wären es diese drei: es war einfach grottenschlecht, was diese Spieler abgeliefert haben. Moderner Fußball sieht anders aus. Zu den Gewinner zählen ohne Zweifel Marin, Helmut und Müller. Als Helmut Klose in der 2. Halbzeit ersetzte, nahm das Spiel der deutschen Mannschaft endlich Fahrt aus. Und mit Marin und Müller kam noch mehr Schwung in den Angriff.

Die Doppelsechs mit Schweinsteiger und Khedira scheint zu passen und lässt Ballack vergessen. Özil spielte stark mit einigen genialen Pässen, ist nur im Abschluss schludrig. Podolski spielte engagiert und dürfte sich ein Platz in die Startelf gesichert haben.

Und die Abwehr? Badstuber könnte sich in die Mannschaft gespielt haben. Innenverteidiger-Duo Mertesacker/Friedrich war meistens im Bilde. Lahm ist schon als Kapitän über jeden Zweifel erhaben, wenn er auch beim Gegentreffer (halbes Eigentor) etwas unglücklich agierte. Neuer im Tor ohne größere Anforderungen.

So könnte also die Startelf für Südafrika aussehen, die am Sonntag, den 13.06. um 20 Uhr 30, das erste Spiel gegen Australien in Durban bestreiten wird:

Neuer
Lahm Mertesacker A. Friedrich Badstuber
Khedira Schweinsteiger
Müller Özil Podolski (Marin)
Helmut
1

1 Helmut: Nach seiner Einbürgerung und der darauf folgenden Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft nannte Ludovic Magnin Cacau (eigentlich Claudemir Jeronimo Barreto) fortan Helmut, was sich auch im Team und in den Medien durchsetzte

Ob die deutsche Mannschaft ihren eigenen Anspruch, Fußballweltmeister zu werden, Genüge tun wird, bezweifle ich aber weiterhin. Sicherlich haben deutsche Teams immer wieder gezeigt, dass sie sich in einem Turnier von Spiel zu Spiel steigern können, aber Mannschaften wie den Europameister Spanien, wie den fünffachen Weltmeister Brasilien, aber auch die Niederlande, England und evtl. Argentinien und Portugal zählen für mich zum Favoritenkreis – die afrikanischen Mannschaften (vorn weg die Elfenbeinküste und Gastgeber Südafrika) nicht zu vergessen. Ein Manko zeigte sich auch gestern wieder: die mangelnde Ausbeute bei Standardsituationen wie Ecken und Freistößen. Hier muss dringend nachgebessert werden. Aber warten wir es ab: Das deutsche Team hat auf jeden Fall gute Chancen, mindestens bis ins Viertelfinale vorzustoßen. Vielleicht kommt am Ende auch noch etwas mehr heraus.

Spielplan der WM 2010 in Südafrika zum Selbertippen

Die Zeit (b)rennt

Es ist wieder soweit: Morgen öffnet das Landesjugendcamp der Evangelischen Jugend
in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Vom 4. – 6. Juni 2010 findet auf dem Gelände des Jugendhofs Sachsenhain in Verden/Dauelsen das größte nichtkommerzielle Camp Niedersachsens von Jugendlichen für Jugendliche unter dem Motto „Die Zeit (b)rennt“ statt.

Landesjugendcamp 2010 Verden: Die Zeit (b)rennt

Das Motto der Veranstaltung, zu der die Organisatoren 2000 Jugendliche erwarten, drückt die Verantwortung des Einzelnen für religiöse und gesellschaftliche Themen aus. „Es ist noch nicht zu spät für Veränderungen und Engagement. Doch die Zeit rennt und die Themen, für die wir uns einsetzen müssen, brennen unter den Nägeln. Wir haben die Chance, unsere Zeit sinnvoll und auch erfüllend zu nutzen“, so Lena Borgers, Vorsitzende der Landesjugendkammer.

Wie vor zwei Jahren (Motto damals: Ich heiß – du cool?), so nimmt auch diesmal mein Sohn Jan aktiv an diesem Jugendcamp teil und ist bereits seit gestern vor Ort, um beim Aufbau der Zelte usw. zu helfen. Vor zwei Jahren trat er zusammen mit seiner Band „Halb So Wild“ beim Bandcontest auf:

Halb So Wild

Nachtrag: Porzellanhochzeit

Endlich bin ich trotz des ganzen Durcheinander der letzten Tage dazu gekommen, die Fotos der letzten Wochen zu ‚sichten’. Inzwischen sind drei Wochen seit unserem 20. Hochzeitstag vergangen; es wird also Zeit, den Freundinnen meiner Frau für ihre Mühe zu danken, die sie sich mit der ‚Dekoration’ unseres Gartens gemacht haben: Kristin und Catarina, dem ‚Import’ aus Island und Finnland, sowie Astrid.

Porzellanhochzeit

Porzellanhochzeit

Porzellanhochzeit bei AlbinZ (20. Hochzeitstag)

Porzellanhochzeit

Porzellanhochzeit

Köhler geht

Die Äußerungen des Bundespräsidenten, Horst Köhler, zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr waren mehr aus umstritten. Sein Hinweis auch auf die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands (… „im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege.“) sorgten für Empörung, obwohl ich denke, dass dieser Hinweis durchaus berechtigt ist, wenn Köhler es auch anders gemeint hat. Hinter dem Einsatz der Bundeswehr stehen nicht nur hehre Ziele.

Gestern nun erklärte Horst Köhler mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt von dem Amt des Bundespräsidenten – für alle überraschend. Als Grund nennt er den fehlenden Respekt der Kritiker vor seinem Amt.

Horst Köhler war in seinem Amt darauf bedacht, ein Bundespräsident für alle Bürger zu sein. Er war sicherlich nicht ein Mann der großen Worte (wie z.B. Richard von Weizsäcker), aber seine klare Kritik an der Finanzwelt ließ auch mich aufhorchen. Daher überraschten mich Köhlers Äußerung bezüglich des Einsatzes der Bundeswehr zur Sicherung wirtschaftlicher Interessen doch sehr. Die Kritik daran war aufgrund der Brisanz des Themas durchaus angemessen.

Daher kann ich wie viele andere den Rücktritt nicht so ganz nachvollziehen. So wird auch vermutet, dass ein weiterer Grund dazu führte, dass sich Köhler zum Rücktritt entschloss: Die mangelnde Unterstützung derer, die ihn gewählt hatten, bei der aufflammenden Kritik an seinen Äußerungen. Wie auch immer: Köhler hätte sich der Kritik stellen müssen.

Nun muss innerhalb von 30 Tagen ein neuer Bundespräsident gewählt werden. Und das Gerangele um den Nachfolger ist so im vollen Gange. Immerhin ist die Frage, wer die Mehrheit in der Bundesversammlung hat, geklärt: Schwarz-Gelb kann einen Kandidaten benennen, der die Nachfolge Köhlers antreten wird.

Viele sehen im Rücktritt Köhlers ein weiteres Zeichen (nach dem Rücktritt Roland Kochs) für der Verfall der schwarz-gelben Koalition. Auch ich denke, dass Merkel, Westerwelle und Co. in der kurzen Zeit ihrer Regierung ‚abgewirtschaftet’ haben und weitaus zerstrittener sind als die große Koalition zuvor. Aber Totgesagte leben bekanntlich lange. Und so fürchte ich, dass uns die schwarz-gelbe Regierung noch länger erhalten bleibt, als es uns lieb ist.