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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Taking Woodstock

Der 34-jährige Elliot Teichberg arbeitet als Innenarchitekt im New Yorker Stadtteil Greenwich Village und lebt noch immer bei seinen Eltern, die in der Kleinstadt Bethel im US-Bundesstaat New York ein eher erfolgloses Motel betreiben. Um das Geschäft anzukurbeln hatte Teichberg bereits in den Vorjahren kleine Musikabende organisiert und daher als einziger eine Lizenz um im Ort Musikfestivals abzuhalten. Diese hatte er sich als Präsident der lokalen Handelskammer auch selbst ausstellen können. Für dieses Jahr hatte er eine kleine experimentelle Theatergruppe eingeladen, die in einer Scheune hinter dem Motel unterbracht ist.

Als Teichberg erfährt, dass der Musikproduzent Michael Lang plant, ein großes Musikfestival auf die Beine zu stellen, nimmt er Kontakt mit Lang auf, und bietet ihm an, dieses auf dem Areal des Motels seiner Eltern abzuhalten. Das Gelände erscheint den Organisatoren aber als ungeeignet, stattdessen stellt der befreundete Farmer Max Yasgur seine Weiden zur Verfügung.

Quelle: de.wikipedia.org

Taking Woodstock ist ein 2009 produzierter Historienfilm, der, anlässlich des 40. Jahrestages, die Geschichte des Woodstock-Festivals zum Thema hat. Die Handlung basiert auf dem Roman und der wahren Geschichte von Elliot Tiber. Regie führte Oscar-Preisträger Ang Lee.

Gestern sah ich mit meinem jüngsten Sohn den Film über eines der größten Festivals, die die Welt gesehen hat. Mit seinen 16 Jahren ist selbst meinem Sohn Woodstock ein Begriff, obwohl Woodstock (oder genauer Bethel im US-amerikanischen Bundesstaat New York) eigentlich ein kleiner Punkt in sehr weiter Ferne für ihn sein müsste. Der Film des taiwanesischen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Ang Lee ist eine Hommage an die Organisatoren des Festivals und fängt wunderbar das Gefühl dieses ereignisreichen und generationsdefinierenden Festivals ein. Für jeden Rockbegeisterten ist dieser Film neben der dreistündigen Dokumentation ein absolutes Muss.


Taking Woodstock

Ein harter März

Wie im Vorjahr so dümpelt die Fußballmannschaft des SV Werder Bremen auch in diesem Jahr in der Bundesliga vor sich hin. Nach dem 25. Spieltag ist man auf Platz 6 – drei Punkte hinter Dortmund, vier hinter dem HSV (beide belegen die Plätze, die für die Teilnahme an der UEFA Europa League berechtigen) – und bereits 14 Punkte hinter den führenden Bayern. Champions League ade (11 Punkte sind es bis zu Platz 3, der immerhin noch für eine Qualifikationsrunde zur Champions League ausreichen würde)!

Trotzdem ist Werder wie vor einen Jahr ‚gut’ im Geschäft, immerhin spielt man in der Europa League und steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Und daher ist der März wieder ein Monat, der der Mannschaft nur wenig Luft zum Verschnaufen lässt. Nach dem gestrigen Achtelfinalhinspiel beim FC Valencia (mit 1:1 hat man sich eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel geschaffen, wenn das Unentschieden am Ende auch glücklich ausfiel) geht es am Sonntag in der Bundesliga nach Hoffenheim. Bereits kommenden Donnerstag steht dann das Rückspiel gegen die Spanier an. Samstag wieder Bundesliga (zuhause gegen Bochum). Und am Dienstag, den 23.03., empfängt man im DFB-Halbfinale die Mannschaft des FC Augsburg, die zz. die 2. Bundesliga aufmischt und auf Platz zwei, einem Aufstiegsplatz zur 1. Liga steht. Das wird kein Selbstrennen. Abschluss des Märzes ist das Bundesligaspiel zuhause gegen den 1. FC Nürnberg am 27.03., der immerhin Bayer Leverkusen nach 24 Spieltagen die erste Niederlage beibrachte.

FC Valencia – SV Werder Bremen 1:1 (nach Frings’ Führungstreffer)

Ein solcher Spielplan fordert der Mannschaft viel Substanz ab. So wird man nicht immer den ansonsten an Werder so zu bewundernden Angriffsfußball sehen. Nach dem Hänger (fünf Spiele in Folge verloren) scheinen die Jungs aber wieder in Fahrt zu kommen. Mesut Özil, nach dem Abgang von Diego (der eigentlich fast schon vergessen erscheint) Spielgestalter der Bremer, findet zu alter Spielstärke zurück. Aaron Hunt und Marko Marin empfehlen sich im WM-Jahr weiterhin für die Nationalmannschaft. Und ohne Tim Wiese hätte der SV Werder in Valencia gestern sicherlich etwas älter ausgesehen.

Freuen wir uns auf hoffentlich schöne Spiele und auf ein Weiterkommen der Bremer. Die UEFA Europa League entpuppt sich als durchaus attraktiver Wettbewerb mit vielen großen Teams (Liverpool, Juventus Turin, Benfica und Sporting Lissabon, um nur einige der Großen zu nennen), zu denen natürlich auch der SV Werder Bremen zu zählen ist.

Bildbearbeitung kostenlos

Programme gibt es wie Sand am Meer. Besonders für die Bearbeitung von digitalen Fotos. Die sind dazu oft auch noch kostenlos und im Netz als Download zu beziehen: zdf.de hat einige kostenlose Bildbearbeitungsprogramme zusammengestellt. In der Summe hat man das Werkzeug beisammen, um aus seinen Fotos das Optimale herauszuholen.

Besonders interessant ist dabei PosteRazor, ein Programm, das aus kleinen Digitalfotos Ausdrucke im XXL-Format erzeugt. Der Trick dabei: Weil der heimische A4-Drucker keine übergroßen Papierformate verarbeitet, unterteilt die Software das ausgewählte Bild einfach in mehrere A4-Häppchen. Die werden, mit Klebemarkierungen versehen, als PDF-Dokumente abgespeichert und lassen sich problemlos am Drucker ausgeben. Der User muss die Einzelteile nur noch zusammenfügen – fertig ist das Riesenposter, das bis zu fünf Meter groß sein darf. Außer natürlich, die Tinte geht vorher aus.

Weitere Tipps zur Bildbearbeitung bei Spiegel Online:
So klappt die Porträtretusche
Wie Gratis-Software Porträts aufbrezelt
hierzu (eher für Fortgeschrittene): der freie Kostenlos-Bildbearbeiter Gimp

Sendung im Fernsehen verpasst?

Sendung im Fernsehen verpasst? Das ist meist kein Problem. Viele Sender verfügen im Internet über eine Mediathek, die viele ihrer Sendungen dort auch Tage nach der Sendung zum Abruf bereitstellen. Über die Website sendungverpasst.de, Deutschlands größtem TV-Video-Suchportal, gibt man die Sendung vor – und kommt im günstigen Fall auf die gewünschte Seite; zz. sind dort über 100.000 Sendungen von deutschen Sendern indiziert.

Und noch ein Tipp am Rande: Den Film Home gibt es in deutscher Sprache in voller Länge im Internet bei de.sevenload.com zu sehen. Home ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten Yann Arthus-Bertrand. Der Film besteht weitgehend aus Luftaufnahmen, die mit einer hochauflösenden Digitalkamera in über 50 Ländern auf allen Kontinenten der Erde gedreht wurden. Am 5. Juni 2009, dem Weltumwelttag, wurde er weltweit gleichzeitig im Kino, auf DVD, im Fernsehen und im Internet veröffentlicht. In Paris wurde er auf Großleinwänden vor dem Eiffelturm gezeigt. Sehr empfehlenswert.

Lobbyisten am Hebel der Macht

Allein ist man machtlos, auch oder gerade in einer Demokratie wie der unseren. Wer bestimmte Interessen politisch durchsetzen will, muss sich entsprechenden Interessengruppen anschließen (oder selbst eine gründen). So gibt es für uns Otto Normalverbraucher z.B. Verbraucherverbände, die im persönlichen Kontakt mit Politikern oder durch die öffentliche Meinung über die Massenmedien mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Daneben haben besonders große Unternehmen und Wirtschaftsverbände ein Interesse daran, politische Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.

So etwas nennt man Lobbyismus. Lobbyismus ist also eine Methode der Einwirkung auf Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse durch präzise Information im Rahmen einer festgelegten Strategie. Es handelt sich um punktuelle Beeinflussungen spezifischer Sachentscheidungen und weniger um anhaltende Mitgestaltung der (staats-)politischen Rahmenbedingungen.

Lobbyismus

Apropos anhaltende Mitgestaltung: Jetzt warnen Experten vor der zunehmenden Einflussnahme durch Lobbyisten, denn in Deutschland bekommen diese immer stärkeren Einfluss auf die Politik, kritisieren Rechtswissenschaftler und halten das für undemokratisch. So hat die neue Bundesregierung mehrere Spitzenpositionen in Ministerien mit ehemaligen Interessenvertretern großer Unternehmen und Wirtschaftsverbände besetzt. Beispiele dafür finden sich im Umwelt-, Gesundheits- und im Verkehrsministerium. So holte beispielsweise Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) kurz nach dem Regierungswechsel einen der führenden Atomlobbyisten, Gerald Hennenhöfer, in sein Ministerium und machte ihn zum Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit. Demnach müsste Hennenhöfer auch seinen ehemaligen Arbeitgeber überwachen. Deshalb wirft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Hennenhöfer Befangenheit vor: „Die Berufung von Herrn Hennenhöfer ist ein politischer Fehler“.

Lobbyisten also in Ministerien? Dagegen sprechen nicht nur Bedenken, die der Bürger hat (Verlust des Vertrauens in Verwaltung und Politik), sondern auch rechtliche Gründe: „Paragraf 20 des Verwaltungsverfahrensgesetzes sieht vor, dass ein Beamter nicht tätig werden darf in Angelegenheiten, in der er vorher Partei war.“ „Der Staat wird zur Beute von Spezialinteressen und gibt damit seine Funktion, Repräsentant der Gemeinwohlinteressen der Gesellschaft zu sein, mehr und mehr auf“ (Verfassungsrechtler Professor Hans Meyer von der Berliner Humboldt-Universität).

Video Experten warnen vor zunehmender Einflussnahme

Nein, zu Westerwelle heute kein Wort.

Dirtiest Hotels 2010

Wer auf Reisen geht, kann einiges erzählen. Dabei möchte man es eigentlich bei positiven Eindrücken belassen. Aber wenn die Unterkunft, die man gebucht hat, alles andere als komfortabel ist, wenn man es sogar als eine Art von Überlebenstraining auffassen muss, in einer versifften Unterkunft unterzukommen, dann ist das natürlich auch Gesprächsstoff – und sollte Warnung für andere sein.

Andere Länder, andere Sitten – und andere Standards. Seltsamerweise (oder auch nicht) tun sich Unterkünfte in Großbritannien durch wenig bewohnbare Unterkünfte hervor. In einer Rangliste „der verschmutztesten Hotels“ bei tripadvisor.com lassen sich innerhalb Europas gleich 8 von 10 Hotels in Großbritannien finden (sechs davon allein in London).

Auf London bezogen kann ich das leider nur bestätigen. Und in solchen heruntergekommenen Hotels sollte man als Entschädigung auch nicht damit rechnen, ein üppiges englisches Frühstück zu erhalten. Continental Breakfast nennt sich das, was aus trockenen Brötchen, etwas Butter, Marmelade und einem undefinierbaren Gesöff (Tee? Kaffee?) besteht. Okay, natürlich kommt es darauf an, was man bucht. In London sollte man wirklich einige Euro resp. Englische Pfund mehr investieren. Oder man hat das Glück wie ich mit meinem Sohn im Jahre 1996, als unser ausgewähltes Hotel ausgebucht war und wir – in einer Kategorie höher – im Hilton London Kensington Hotel, 179-199 Holland Park Avenue (Nähe Notting Hill Gate – Holland Park), unterkamen. Hier gab es auch ein üppiges englisches Frühstück vom Büfett.

Wer in Großbritannien Urlaub macht, sollte bei kleinem Geldbeutel „Bed & Breakfast“ buchen. Hier habe ich eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht – siehe: Rückblick auf unsere Schottland-Reise 2005 (Unterkünfte). Dank Internet kann man nicht nur seine Unterkunft im Voraus buchen, sondern im Vorfeld alle notwendigen Informationen dazu einholen. Ich kann das nur empfehlen zu tun.

Stadt der Gewalt

1990 kommt der Arbeiter Tietou (Jackie Chan) zusammen mit seinem Kumpel Jie illegal nach Japan, um hier nach Tietous Freundin Xiu Xiu zu suchen. Als sie erfahren, dass Xiu Xiu einen Yakuza-Boss geheiratet hat, lässt sich Tietou von diesem als Killer engagieren. Bald steckt er aber so tief in den Machenschaften der Yakuza, dass es für ihn kein Zurück mehr gibt …

Für einen Großteil des deutschen Publikums gilt Jackie Chan immer noch als der Action-Clown schlechthin. Sein Name wird mit an den Slapstick der Stummfilmära angelegten Martial-Arts-Kaspereien und halsbrecherischen, mit viel Humor aufgepeppten Stunts in Verbindung gebracht. Nicht umsonst lockte er in Deutschland mit der Rush Hour-Trilogie die meisten Zuschauer in die Kinos. Doch der Action-Star, dessen 100. Film bald das Licht der Leinwand erblicken wird, hat zwischendurch auch immer wieder ernstere Auftritte eingestreut.

Mit „Stadt der Gewalt“ (Shinjuku Incident) betritt Jackie Chan allerdings Neuland. Hardcore-Fans von Jackie Chan werden sich ebenso wie Kritiker seiner Clownerein verwundert die Augen reiben, denn Stadt der Gewalt ist schonungslos und teilweise sogar sehr brutal. Auch in diesem Film steht Jackie Chan klar im Mittelpunkt. Auf ihn ist der Film zugeschnitten, aber nicht ganz so extrem wie in seinen anderen Werken. Selten stand Chan der Brutalität und seinen Gegnern derart hilflos gegenüber. Es gibt keine wilden Aktionen, mit denen er seinen Feinden entkommt und nebenbei noch eine Handvoll von ihnen zum Schlafen schickt. Stattdessen prügelt er mit Stöcken und Macheten, versteckt sich und rennt um sein Leben. Chan meistert seine dramatische Rolle mit oftmals schmerzverzerrtem Gesicht und Bravour. Sogar einen Job als Auftragsmörder und eine freizügige Sexszene hat das Drehbuch für ihn vorgesehen.

„Stadt der Gewalt“ ist ein Thriller – und nebenbei ein niederschmetterndes Beispiel der verfehlten japanischen Immigrationspolitik der vergangenen Jahre.

Mein jüngster Sohn hat an Freitag eine Gürtelprüfung im Karate bestanden und darf jetzt den grünen Gürtel tragen (6. Kyu). Da ist es nicht verwunderlich, dass er ein Fan von Jackie Chan und seinen Filmen ist. Gewisserweise als ‚Belohnung’ haben wir dann abends diesen neuen Jackie Chan-Film geguckt. Durch die zuvor gelesenen Kritiken wussten wir natürlich, dass „Stadt der Gewalt“ mit den bekannten Jackie Chan-Filmen nicht zu vergleichen ist.

Nach meinem Geschmack ist der Film sicherlich in einigen Szenen zu brutal. Aber diese gehört zu einer Atmosphäre, die sich wie ein dunkler Schatten auf die ganze Szenerie in Tokios dreckigem Vergnügungsviertel Shinjuku legt, wo auch andere illegale Exil-Chinesen mehr schlecht als recht leben. Überhaupt strahlt der Film viel Hoffnungslosigkeit aus, denn die kleinen Erfolge der Protagonisten erweisen sich immer wieder als trügerisch. Und der Film endet dann auch noch ungewöhnlich – kein Happy End für Jackie Chan. Im Gedächtnis bleiben Straßenszenen, in denen in der Dunkelheit der Nacht die Gesichter vom Neonlicht gelb geschienen sind.


Jackie Chan – Stadt der Gewalt – Shinjuku Incident – Deutscher Trailer

Den ganzen Film bei MegaComedyFan (YouTube)

Lebendige Bäche und Flüsse

Mein Wohnort Tostedt grenzt an den nördlichen Teil der Lüneburger Heide, auch kurz Nordheide genannt, und liegt inmitten der Natur, wenigstens mehr oder weniger. Und so gibt es hier in Tostedt auch eine Menge Naturburschen, wenn ich so sagen darf, denen der Erhalt der Natur auf die Stirn geschrieben steht. Einer davon ist Ludwig Tent. Ich kenne ihn, wenn auch nur sehr flüchtig, durch seine Frau, die mit meiner Frau eine Legislaturperiode lang die Grünen im Gemeinderat von Tostedt vertrat.

Ludwig Tent ist beruflich (noch) Leiter der Ansprechstelle Umweltschutz (Technischer Umweltschutz, Wohnraumschutz) beim Umweltschutz des Bezirks Wandsbek in Hamburg und ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um bezirksspezifische Umweltprobleme geht.

Osmerus (Ludwig Tent)

Daneben widmet sich Ludwig Tent dem Schutz von Bächen und Flüssen und hat ein, wie ich finde, sehr interessantes Blog ins Netz gestellt mit dem Titel: Osmerus – Lebendige Bäche und Flüsse – Der gute Zustand ist das Ziel. Osmerus ist der Gattungsname für die Stinte, einem Meeresfisch in den Küstengewässern Europas von der Ostsee bis zur Biskaya. Eine im Süßwasser lebende Form, der Binnenstint, ist in den großen Seen von Nordeuropa verbreitet.

Das Blog kann ich nur empfehlen. Es enthält nicht viel Bla-bla, sondern Bilder, die schon so fast für sich selbst sprechen. Viele der Fotos sind natürlich in der Gegend rund um Tostedt entstanden. Außerdem zeichnet Ludwig Tent, zusammen mit Bent Lauge Madsen, verantwortlich für ein Buch mit dem Titel Lebendige Bäche und Flüsse. Kurze Einleitung aus dem Buch:

Die bisherige Nutzung unserer Bäche und Flüsse hat diese früher reich besiedelten Lebensräume vielerorts in verödete, unbewohnbare „Linien in der Landschaft“ verwandelt, Fische wurden daran gehindert, aufwärts zu ihren Laichplätzen zu wandern und früher gewundene Gewässer verwandelten sich zu eintönigen Kanälen, die unnötig hart unterhalten wurden.

Fachliche Erkenntnisse und geänderte Wassergesetze haben uns jedoch die Möglichkeit gegeben, den Schaden wiedergutzumachen. Häufig genügt bereits die Veränderung der Unterhaltungspraktiken, speziell beim Mähen und Räumen von Pflanzen, so daß die Gewässerdynamik wieder wirksam werden kann.

Übrigens: Die Erträge aus dem Verkauf dieses Buches erhält die Stiftung Natur und Pflanzen (Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt) für Maßnahmen des Fließgewässerschutzes.

Der Witzableiter (16): Oh Schreck, lach’ nach

Fortsetzung von: (15): Damit Sie bitte recht verstehen

In der Kolumne „Der Witzableiter“ von Eike Christian Hirsch, die 1984 im ZEITmagazin erschien, geht es heute um absichtliche Missverständnisse. Dahinter verbirgt sich eine gewisse Bosheit, wenn man den Gegenüber bewusst zu missverstehen trachtet. Außerdem erfahren wir heute etwas zur Theorie des Lachens. Viel Spaß!

„Na, hören Sie mal, das ist doch wohl der Gipfel der Unverschämtheit!“ tobt der Kollege, „ich erzähle Ihnen, daß meine Frau ein Baby erwartet, und Sie fragen, von wem!“ „Nun, regen Sie sich doch nicht auf“, versucht der andere ihn zu beruhigen, „ich dachte ja nur, Sie wüßten es.“

Das letzte Mal habe ich den Tropfen Adrenalin erwähnt, der in jedem Witz enthalten sein sollte. Jetzt, wo wir uns den Mißverständnissen zuwenden, die mit voller Absicht herbeigeführt werden, kommen die Gefühle noch eher in Gang.

Bei der großen Abendeinladung ziert sich der Operettentenor erst noch, aber dann gibt er doch eine Arie zum besten. Großer Beifall. Die Hausfrau kommt mit Sekt, und der Tenor meint zufrieden: „Schließlich habe ich ja meine Stimme auch mit hunderttausend Mark versichern lassen.“ „Nicht möglich“, staunt die Gastgerberin, „und jetzt will die Versicherung nicht zahlen, was?“

Es ist, wir bemerken es nebenbei, nicht der Doppelsinn von Worten, der hier das Mißverständnis nahe legte. Im Gegenteil, das boshafte Gegenüber erlaubt es sich, die ganze Botschaft mit Gewalt anders aufzufassen. „Na, Herr Meyer, wie ist denn Ihr Prozeß ausgegangen?“ „Wie zu erwarten – die gerechte Sache hat gesiegt!“ „O, das tut mir aber leid für Sie.“

Manchmal kann sich der Mißversteher aber auch auf einen Doppelsinn berufen. „Für meinen letzten Hit habe ich zwanzigtausend Mark gekriegt.“ „Sie Ärmster“, sagt der Kritiker, „haben Sie die bezahlt oder abgesessen?“ Die Machart kommt auch im Alltag vor, man kann sich ja leicht dümmer anstellen, als man ist.

Das Starlet kommt aus den Ferien zurück. „Du glaubst gar nicht“, sagt sie stolz zu einer Kollegin, „wie ich umschwärmt worden bin.“ „Ja, ja“, entgegnet die andere, „wir hatten hier auch eine furchtbare Mückenplage.“

Diese Witzkategorie „Absichtlich mißverstanden“ biete uns Gelegenheit, der Frage nachzugehen, wie eigentlich das Lachen entsteht. Zwei Theorien haben, soviel ich sehe, die meisten Anhänger gefunden. Herbert Spencer, ein englischer Philosoph, begann als Ingenieur, war dann Journalist und veröffentlichte mit vierzig Jahren 1860 eine Abhandlung über das Lachen. Zu dessen Erklärung verwendete er den modernsten Begriff der damaligen Naturwissenschaft: den Begriff der Energie. Beim Lachen, meinte er, werde psychische Energie abgeführt, die der Körper nicht mehr braucht.

Witzableiter (16)

Im Oberhaus begegnen sich zwei Lords auf dem Korridor. „Wie ich höre“, sagt der eine, „waren Sie gezwungen, Ihre Gattin zu beerdigen, mein armer Freund.“ „Ja“, seufzt der andere, „was sollte ich tun? Sie war tot …“

Spencer meinte, was sich später als Witz herausstellte, wirke zuerst einmal alarmierend auf uns. Stelle sich der Schrecken als unbegründet heraus, so lache man die überflüssige Energie weg. Aber, psychische Energie? Gibt es so was überhaupt? Der Ausdruck selbst ist heute überholt.

„Mein Lieber, leihen Sie mir doch hundert Mark, Sie bekommen sie morgen zurück. Sie haben das Wort eines Ehrenmannes.“ „Gut, aber wo ist der Ehrenmann?“

Die andere Herleitung des Lachens hat ebenfalls Tradition. Schon Immanuel Kant hat sie von Vorgängern übernommen. Kant meinte ja (das habe ich Ihnen schon mal erzählt), daß beim Verstehen eines Witzes sozusagen in unserem Kopf ein Hin und Her stattfindet. Aus dieser Bewegung ergebe sich, meinte Kant, schließlich das Lachen. Erst seien die Gedanken in Bewegung, danach die Gefühle, dann die Eingeweide und das Zwerchfell, so daß schließlich „die Lunge die Luft mit schnell aneinander folgenden Absätzen ausstößt und so eine der Gesundheit zuträgliche Bewegung bewirkt.“

„Sieht nach Regen aus“, sagt die Wirtin, als sie dem Gast den Kaffee auf den Frühstückstisch stellt. „Aber wenn man genau hinsieht“, meint der Gast, „merkt man doch, daß es Kaffee sein soll.“

Die Ansicht Kants, das Lachen habe seinen Ursprung im gedanklichen Kontrast des Witzes, hat auch der Philosoph Friedrich Theodor Vischer 1837 in seiner Ästhetik aufgegriffen. Wir erkennten diesen Kontrast, meinte er, „bemühen uns, den Widerspruch zu reimen, und es geht nicht: es geht nicht, und wir versuchen es doch wieder, und diese An- und Abspannung erzeugt das fröhliche Gelächter.“

Das altgewordene Liebespaar sitzt auf dem Sofa. „Ich finde“, sagt die Frau, „wir sollten doch noch heiraten.“ „Das finde ich auch“, sagt ihr Freund, „aber wer würde uns denn noch nehmen?“

An diesem Beispiel kann man sich klarmachen, daß Spencer durchaus recht hat mit der Annahme, erst sei da ein Schrecken, der im Lachen abfließe. Aber auch Kants Ansicht leuchtet uns hier ein: Man geht zwischen den Positionen hin und her und kann in die Erschütterung des Lachens geraten. Das zeigt, finde ich, daß beide Theorien sich keinesfalls ausschließen. Es ist sogar sinnvoll, sie zu kombinieren.

Bei einem Presseempfang sagt Goebbels zu einem amerikanischen Korrespondenten: „Wenn Ihr Roosevelt eine SS hätte, gäbe es bei Ihnen keine Gangster mehr.“ „Gewiss“, antwortet der Amerikaner, „die wären längst Standartenführer.“

Eike Christian Hirsch – Der Witzableiter (Kolumne in 25 Teilen)
aus: ZEITmagazin – Nr. 43/1984

[Fortsetzung folgt]

Die Labergesellschaft

Verkommen wir immer mehr zu einer Gesellschaft, in der nur noch gelabert und geschwafelt wird? Sicherlich ist es wichtig, miteinander zu sprechen, Informationen auch verbal auszutauschen. Das meine ich nicht. Ich meine dieses Gerede ohne Gehalt, diese Statements, die nichts aussagen – dieses ganze unnötige Bla-Bla.

Heute wird allerorts fast nur noch verbaler Müll produziert. Die wirklich wichtigen Informationen bleiben dabei auf der Strecke. Hier einige kleine Beispiele:

Wenn Herr Löw, seines Zeichen Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, ausdrücklich getont, dass er sich jetzt zu 100 % auf die kommende Weltmeisterschaft in Südafrika konzentriere, dann klingt das zunächst ganz nett. Klar, alle Fußballfans in Deutschland wollen, das die deutsche Mannschaft Weltmeister wird. Und um dieses Ziel zu erreichen, muss man sich voll und ganz darauf konzentrieren und auf dieses Ziel hinarbeiten. Auch der Bundestrainer. Es ist schließlich sein Job, das Beste aus der Mannschaft herauszuholen. Gäbe er nicht 100 %, dann würde man ihn in die Wüste schicken. Was ich meine: Früher musste sich ein Bundestrainer nicht vor die Presse stellen, um auch dem letzten Journalisten ins Ohr zu flüstern, was sein Job ist. Dieses Geschwafel ist nichts anderes als Selbstbeweihräucherung.

Beispiel Westerwelle: Seine verbalen Attacken in Sachen Hartz IV (Ein Esel als Außenminister) bezwecken nichts anderes, als in der Wählergunst wieder zu steigen, nachdem die FDP zuletzt stark abgesunken war.

Wer kennt das nicht, dieses höfliche Bla-Bla bei Hotlines oder Ansagen im Zug. Wenn man z.B. in den Zügen der metronom Eisenbahngesellschaft fährt, wird man freundlich gegrüßt und nach jeder Station ebenso freundlich darauf hingewiesen, dass der Alkoholkonsum in diesen Zügen nicht gestattet ist. Dem, der jeden Tag mit diesen Zügen fährt, geht dieses Gelabere mit der Zeit auf den Geist. „Wir würden uns freuen, Sie wieder in einem unserer Züge begrüßen zu dürfen!“, heißt es am Ende einer solchen Fahrt. Ich würde mich freuen, nicht ständig mit den gleichen Sprüchen belästigt zu werden. Viele dieser Durchsagen sind informationsfrei und daher nichts anderes als sinnfreies Geschwätz.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild’ ich einen Arbeitskreis, in dem meist nur um den heißen Brei herumgeredet wird. Selten kommt man zu konkreten Ergebnissen.

Unser Alltag wird mehr und mehr von leerem Gerede und Geseire überflutet. Das Wenige, was wirklich als Information darin enthalten ist, geht verloren, weil man zuvor die Ohren schließt. Würde man sich auf das Wesentliche konzentrieren und auf jegliches Gefasel verzichten, dann würden wir in vielen Dingen mit Sicherheit weiterkommen.

Die Alternative macht’s

Das Rad wurde bekanntlich öfter erfunden. Das hat natürlich auch seine Vorteile, denn manches Rad ist komfortabel, ein anderes eher preiswert. Das gilt natürlich auch für Programme, also Software. Leider lässt sich Software meist nicht eins zu eins vergleichen, der Funktionsumfang ist oft sehr unterschiedlich – und danach richtet sich dann auch der Preis. Aber manchmal benötigt man gar nicht den vollen Umfang eines Programms, dann möchte man auch nicht den vollen Preis zahlen. Also sucht man nach preiswerteren Alternativen. Doch wo suchen und dann auch noch finden? Alternativeto.net ist eine Website, die Alternativen zu Programmen aufzeigt, z.B.:

Muss man ab und zu ein Diagramm erstellen (z.B. ein Organigramm seiner Firma), dann biete sich natürlich Microsoft Visio an, wenn man mit Windows-Rechnern arbeitet. Aber Visio ist nicht gerade billig. Sucht man nach Alternativen, so stößt man z.B. auf Dia vom GNOME-Projekt oder Open Office Draw, beides freie Software.

Natürlich kann das auch schnell zur Qual der Wahl werden, dann nämlich, wenn die Liste der Alternativen zu lang wird. Auf jeden Fall lohnt es sich, nach Programmalternativen zu suchen, wenn die gewünschte zu teuer sein sollte. Ich denke, die Alternative macht ’s.