Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Und noch mehr aus Wolfgangs Schatzkämmerlein (3)

Wieder einmal hat Wolfgangs Schatzkammer eine Reihe von Konzertaufnahmen für uns bereits, die auch mich interessieren (und für Lockwood ist auch ein Slade-Konzert dabei).

Wolfgangs Schatzkammer

Keine vielen Worte dazu, nur soviel: Viel Spaß beim Hören!

Jethro Tull – Stadthalle (Freiburg, Deutschland) – 4/30/1982

Anderson, Bruford, Wakeman and Howe – Shoreline Amphitheatre (Mountain View, CA) – 9/9/1989

The Nice – Filmore West (San Francisco, CA) – 12/12/1969

Cream – Oakland Coliseum (Oakland, CA) – 10/4/1968

Led Zeppelin – Fillmore West (San Francisco, CA) – 4/27/1969

Golden Earring – Tampa Stadium (Tampa, FL) – 3/19/1983

The New Riders of the Purple Sage – Beacon Theatre (New York, NY) – 11/14/1975

Johnny Winter – Palace Theatre (New York, NY) – 11/7/1973

Son Seals Blues Band (with Johnny Winter) – Bottom Line (New York, NY) – 1/10/1978

Alvin Lee and Company – London, England – 1/1/1975

Slade – Winterland (San Francisco, CA) – 5/6/1973

Urlaubsvorbereitungen: Insel Neuwerk

Urlaub auf Neuwerk Allzu viel Geld haben wir nicht im Säckel. Aber für einige Tage wollen wir doch aus den eigenen vier Wänden hinaus: Es ist nicht mehr lang hin, dann beginnen die Sommerferien – und auch mein Urlaub lässt nicht lange mehr auf sich warten.

Zu Pfingsten war ich ja mit meiner Familie und dem Austauschschüler aus Polen für einen Tag in Cuxhaven und dort bei Ebbe im Wattenmeer wandern. Von Cuxhaven kann man zu Fuß oder mit der Pferdekutsche einen Ausflug zur Insel Neuwerk unternehmen. Und so kam uns die Idee, vielleicht einmal mehrere Tage auf der Insel zu verbringen. Wir haben nun einmal ein Faible für Inseln.

Muscheln im Wattenmeer - Insel Neuwerk

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und für eine Reise zu planen, wenn es denn auch nur eine kurze Reise wird, macht viel Spaß. Am Montag nun forschte ich im Internet nach Unterkünften auf Neuwerk und der Möglichkeit mit der Fähre dorthin zu kommen.

Von Cuxhaven fährt in der Sommerzeit täglich eine Fähre zu der kleinen Insel. Und eine Ferienwohnung für uns vier war auch schnell gefunden, gebucht und bestätigt.


Insel Neuwerk

Mit meiner erster Urlaubswoche geht es nun also nach Neuwerk. Die Insel ist wie Helgoland eine ‚verwaltungstechnische’ Besonderheit. Als Stadtteil „Insel Neuwerk“ gehört sie im Bezirk Hamburg-Mitte zur Freien und Hansestadt Hamburg und liegt im südöstlichen Teil der Nordsee bzw. im nordwestlichsten Teil der Elbmündung ca. 13 km von Cuxhaven entfernt. Neuwerk gehört zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und ist geprägt von den Gezeiten. So sollte man beim Wattwandern schon wissen, wann das nächste Hochwasser kommt. Auf jeden Fall bietet die Insel viel entspannende Ruhe und selbst meine Söhne freuen sich schon sehr auf den Inselaufenthalt.

Ry Cooder: Southern Comfort

Die letzten Amerikaner (auch im Verleih als „Kommando Bravo“, im Original „Southern Comfort“) ist ein 1981 erschienenes Kriegsdrama des Regisseurs Walter Hill. Die stimmungsvolle Südstaaten-Filmmusik wurde vom langjährigen Mitarbeiter Hills Ry Cooder komponiert.

Der Film handelt von einer Reserveübung der Nationalgarde, die an einem Wochenende in den Sümpfen von Louisiana stattfindet. Dabei kommt es zu Auseinandersetzungen mit den einheimischen Cajuns, einer frankophonen Bevölkerungsgruppe, die immer mehr eskaliert.

Wie in John Boormans «Beim Sterben ist jeder der erste» thematisiert Walter Hill («Nur 48 Stunden») die Überheblichkeit des Zivilisationsmenschen, seine Dummheit und Ignoranz gegenüber der Natur. Das Mißverständnis beginnt dort wie hier damit, daß die Wildnis lediglich als sportliche Herausforderung betrachtet wird. Der packende Actionthriller ist darüber hinaus eine interessante Studie über die Entstehung von Gewalt und nicht zuletzt auch eine politische Parabel über den Vietnamkrieg. (CINEMA)

Von der Musik von Ry Cooder heißt es u.a.: „Von schleppenden Gitarrenklängen untermalte Kamerafahrten durch überflutete Sumpfwälder künden bereits im Vorspann von kommendem Unheil, …“ ODER „Untermalt wird der Film von der unheilvollen Musik Ry Cooders.“

Auch wenn es nicht ein Film ist, den ich mir unbedingt angucken möchte, so ist doch erkennbar, dass es Ry Cooder gelingt, auch in einem Film wie diesen (irgendwo zwischen Thriller und Kriegsdrama) mit seiner Musik zur dichten Atmosphäre der Handlung beizutragen. Hier zunächst der Trailer zum Film im Original:


Southern Comfort Trailer (1981)

Zuletzt ein Stück aus dem Soundtrack von Ry Cooder zu dem Film:


Ry Cooder: Theme From Southern Comfort aus Southern Comfort (Soundtrack) (1981)

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Es ist eine so einfache wie geniale Idee, die der große amerikanische Literat F. Scott Fitzgerald („Der große Gatsby“) in seiner 1921 erschienenen Kurzgeschichte „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ durchspielte: Wie würde das Leben eines Mannes aussehen, der rückwärts altert, also als Greis auf die Welt kommt und als Säugling stirbt?

Benjamin Button (Brad Pitt) kommt 1918 mit dem Aussehen eines 80-jährigen zur Welt. Der schockierte Vater entledigt sich unverzüglich des greisen Winzlings, und so wächst Benjamin bei Pflegemutter Queenie (Taraji B. Henson) im Altenheim auf. Dort freundet er sich mit Daisy an, der Enkelin einer Insassin. Als sich der immer jünger werdende Benjamin und Daisy (Cate Blanchett) viele Jahre später wiedersehen, beginnt nach einigen Anlaufschwierigkeiten eine wunderschöne Liebesgeschichte. Doch Benjamin weiß, dass seine biologische Uhr erbarmungslos in die andere Richtung läuft: Eines Tages wird Daisy nicht nur ihre Tochter, sondern Ben als zweites Kind haben.


Der seltsame Fall des Benjamin Button – deutscher Trailer

Der Film Der seltsame Fall des Benjamin Button in der Regie von David Fincher (USA 2008), der u.a. für Ry Cooder 1988 das Musikvideo zu „Get Rhythm” drehte, ist bestes amerikanisches Erzählkino und erinnert mich sehr an Forrest Gump mit Tom Hanks in der Titelrolle. Erfreulich ist immer wieder, das Hollywood auch noch Geld für solche Filme hat und nicht allein auf Action-Kracher setzt.


Ry Cooder – Get Rhythm

Europawahl 2009

Heute findet nun auch in Deutschland die Wahl zum Europaparlament statt. Es wird mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung gerechnet – wahrscheinlich unter 40 %.

Er sei absolut politisch, „deshalb wähle ich auch nicht mehr.“ Europa sei ihm zu abstrakt und unverständlich geworden. Brüssel sein für ihn das Synonym für Regulierungswut: „Bürokraten sind überall, sie beherrschen uns.“ Mit einer Wahl fürchtet er, dieses System zu unterstützen. Außerdem ist er mit dem politischen Personal unzufrieden.

So äußert sich Oliver Thiele, freier Kameramann in Berlin. Als Gründe für die Europaskepsis gelten die fehlende Transparenz europolitischer Entscheidungen und die geringe Wahrnehmung des Europa-Parlaments. Außerdem hat das Europaparlament das Handicap, dass es selbst keine Regierung und keinen Regierungschef in Europa bestimmen kann. Für viele Wähler ist das aber ein wesentlicher Bestandteil einer Wahl: die, wenn auch indirekte Einsetzung einer Regierung.

Europawahl 2009

Ich selbst bin mir bis heute noch nicht sicher, ob ich wirklich zur Wahl gehen werde. Ich teile die Skepsis vieler Bürger. Brüssel, das heißt für mich in erster Linie Bürokratie. Allein Stimmenverweigerung wird aber keine Reform dieses erstarrten Europas bringen. Es müssen zusätzlich andere Wege gefunden werden.

siehe auch heute.de: Die Europawahl 2009

Nachtrag: Nach heißen Diskussionen mit meinem älteren Sohn, der zum ersten Mal wählen darf, habe ich mich entschlossen, doch zur Wahl zu gehen: Jede nicht abgegebene Stimme ist eine verlorene Stimme. Man kann seinen Protest gegen die Europa-Bürokratie auch dadurch zum Ausdruck bringen, indem man z.B. eine ungültige Stimme abgibt. Zwar hat die Abgabe einer ungültigen Stimme keinen Einfluss auf das Wahlergebnis, aber in der amtlichen Wahlstatistik werden ungültige Stimmen explizit aufgeführt. Ansonsten empfehle ich die Wahl der Piratenpartei.

Ian Anderson: Sitting on a Park Bench

Sitting on a park bench
eyeing little girls with bad intent.
Snot running down his nose
greasy fingers smearing shabby clothes.

(Lyrics by Jennie Franks – Aqualung)

Rock Dreams: Ian Anderson (Jethro Tull)

Ian Anderson (Jethro Tull). Troll, Satyr, alter Schmutzfink: kleine Mädchen werden gewarnt, von so einem Typ Bonbons anzunehmen. Aus dem Nichts hinter einer Parkbank tauchte er auf, aus Büschen sprang er hervor, streckte übermütig ein Bein in die Luft, um auf dem anderen im Kreis herumzutaumeln, kaum sichtbar unter all seinen Haaren. Von Zeit zu Zeit blitzte aus dem Gewuschel ein wildes Auge hervor, manchmal konnte man sogar etwas Gepöbel hören, ein Grammeln oder einen ausgeprägten Rülpser. Das war der Augenblick, wo er eine Flöte aus seinem schmutzigen Regenmantel zog und ihr Töne von außergewöhnlicher Zartheit entlockte: seine Opfer konnten nicht anders, sie folgten ihm, wohin immer er sie führte.

Aus: Schober, Ingeborg : Rock Dreams: Rock Lexikon : wer, wo was wann? Alle Namen, alle Platten. 20 Jahre Popmusik von A bis Z. – München : Schünemann, 1973, ungez.

Ingeborg Schober/Guy Peellaert: Rock Dreams - 1973

Dieses Buch vereinigt Guy Peellaerts phantastische, bereits weltberühmte Bildergeschichte des Rock-Zeitalters und Ingeborg Schobers Rock-Lexikon mit der umfassenden Discographie zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.- viele Farbbilder (Fotos künstlerisch verfremdet, z.T. doppelseitig) und unzählige s/w Fotos

Guy Peellaert (Brüssel, Belgien, April 6, 1934 – Paris, Frankreich, November 17, 2008) war ein belgischer Künstler, Maler, Illustrator, Comic-Zeichner und Fotograf; u.a. malte er die Plattencover für David Bowie (Diamond Dogs) und The Rolling Stones (It’s Only Rock ’n‘ Roll). Außerdem entwarf er die Film-Poster für Filme wie Taxi Driver, Paris, Texas (Wim Wenders) und Short Cuts. Sein Stil war beeinflusst von Psychedelic Art and Pop Art.

Durch das Bild Nighthawks von Edward Hopper erinnerte ich mich an diese Bildgeschichte von Guy Peellaert, weil stilistisch (auch in der Farbgebung) viele Ähnlichkeiten zwischen den beiden Künstler vorhanden sind. Ich musste in Schränken und alten Truhen kramen, bis ich das großformatige Buch wieder gefunden hatte.

Unsinnige Wikipedia

Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Ohne Humor hätten sich wahrscheinlich die meisten Menschen längst schon erschossen, erhängt oder sonst wie das Leben genommen. So hangeln wir uns oft dank Humor (Galgenhumor!) durch den Alltag. Und wenn uns das Lachen nicht gerade im Halse stecken bleibt, dann hat es befreiende Wirkung. Humor als Therapie. Lachen als Überlebensstrategie.

Nun ist nicht alles, was sich als Humor ausgibt, auch wirklich zum Lachen. Da gibt es reichlich Krudes, Blödsinniges und Infantiles. Und das natürlich auch im Netz. Von stupidedia.org, der „Enzyklopädie ohne Sinn“, hatte ich bereits schon einmal berichtet. Da gibt es noch weitere Sammlungen im Gewand eines Wiki, in denen sich Parodie, eben auch Derbes, Satire und Nonsens die Hand geben. Erwähnenswert ist da uncyclopedia.org, content-frei und unzyklopädisch (‚unkreisförmisch’?). Erwähnenswert auch schon allein der englischen Ausgabe wegen.

Als Fan der Musikgruppe Jethro Tull gefällt mir da natürlich der Beitrag über diese Band besonders. Selbst um solchen Blödsinn zu verfassen bedarf es eines gewissen Grundwissens, das der Autor einbringt. Ich erwähne das hier, weil nämlich eine bestimmte Art des Humors (z.B. die Parodie) speziell davon lebt, besonderes Wissen überspitzt darzustellen. Viel Spaß beim Lesen!

siehe auch zdf.de: Wikipedia für Blödsinn

Open Air 2009

Die Festival-Freiluft-Saison 2009 geht in die Startlöcher. Holt schon einmal Eure Zelte und Schlafsäcke hervor. Die musikalischen Kracher stimmen ihre Saiten.

Das Ganze hat bereits im Mai begonnen und erreicht am kommenden Wochenende seinen ersten Höhepunkt mit Rock am Ring am Nürburgring in der Eifel (ist bereits ausverkauft) und Rock im Park auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg vom 5. bis 7. Juni.

Open Air Festival Saison 2009

Unmittelbar vor unserer Haustür startet am Eichenring in Scheeßel zwischen Bremen und Hamburg das Hurricane Festival am 19. Juni und geht bis zum 21. Juni.

Richtig hart geht es vom 30. Juli bis 1. August in Wacken, Schleswig-Holstein, zu: Metal bis zum Abwinken. Ist allerdings auch schon ausverkauft!

Mein großer Sohn hat sich mit Freund fürs Taubertal-Festival entschieden (Eintrittskarten und Bahntickets sind bereits gekauft) in Rothenburg ob der Tauber vom 07. – 09. August 2009. Dort treten u.a. Die Toten Hosen, Farin Urlaub Racing Team, Flogging Molly und In Extremo auf.

Kann man nur hoffen, dass der Wettergott mitspielt. Ansonsten wird man baden gehen (in Scheeßel gehört ein Matschbad bereits mit zur Tradition).

Ende gut, alles gut

Werder Bremen hat zum sechsten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Die Hanseaten besiegten in Berlin die Werkself aus Leverkusen mit 1:0 und bereiteten damit ihrem scheidenden Superstar Diego ein schönes Abschiedsgeschenk. Mit diesem Pokalerfolg findet die insgesamt verkorkste Fußball-Bundesliga-Saison doch noch ein gutes Ende.

Werder Bremen: DFB-Pokal-Sieger 2009

Nach dem verlorenen Finale im UEFA-Cup in Istanbul und der 1:5-Niederlagen in Wolfsburg gegen den neuen deutschen Meister erschien es fraglich, ob Trainer Thomas Schaaf die Mannschaft moralisch noch einmal aufbauen könnte. Immerhin konnte er bis auf Mertesacker in der Abwehr sein bestes Team aufstellen. Und besonders Mesut Özil, der in Istanbul seiner Rolle als Spielmacher und Diego-Ersatz nicht gerecht wurde, spielte wie befreit auf. In der Abwehr war es einmal mehr Naldo, der immer wieder aufräumte. Kein Wunder, wenn im Ausland auch für ihn Interesse gezeigt wird. Werder Bremen zeigte sich von seiner besten Seite. Nur am Ende schien nach 55 Pflichtspielen in dieser Saison den Spielern die Luft auszugehen. Aber Leverkusen war zu harmlos, um das Blatt noch zu wenden.

Das Spiel am Samstag war nicht nur das Abschiedsspiel von Diego, der in den drei Jahren in Bremen für viele wunderschöne Fußballmomente gesorgt hat. Mit ihm verliert die gesamte Bundesliga einen großartigen Spieler. Am Samstag verabschiedete sich auch Werders Mannschaftskapitän Frank Baumann, ein zwar eher unauffälliger, dafür aber sehr effizient spielender Fußballer, immerhin auch 28-facher Nationalspieler, der gewissermaßen als Sprachrohr von Trainer Schaaf auf dem Spielfeld agierte. Obwohl er als ungekrönter König des taktischen Fouls im Mittelfeld gilt, zeichnete er sich insbesondere durch Fairness und Loyalität aus. Baumann bleibt Werder Bremen aber erhalten und wechselt als Assistent von Klaus Allofs ins Management des Vereins.

siehe auch zdf.de: Video Eine Pokal-Party in Grün-Weiß

Polnischer Gegenbesuch

Anfang September letzten Jahres war mein Sohn Jan für rund 10 Tage als Austauschschüler im Partnerort von Tostedt, in Lubaczów unweit der Grenze zur Ukraine, zu Besuch. Er war Gast bei Piotr, einem Schüler des Lizeums in Lubaczów. Seit 1996 besteht dieser Schüleraustausch im 2-jährigen Rhythmus, wobei im September das Treffen in Polen, im darauf folgenden Mai/Juni in Deutschland stattfindet.

Am 25. Mai kamen die polnischen Schüler nun zum Gegenbesuch. Zum Programm gehörten u.a. Besuche der Städte Hamburg und Lüneburg. Außerdem waren sie für einen Tag im Heidepark bei Soltau.

Am Pfingstsonntag war Familientag abgesagt. So fuhren wir mit unserem polnischen Gast, jenem Piotr, bei dem unser Sohn im letzten Herbst zu Besuch war, nach Cuxhaven, damit er die Nordsee kennenlernt und hier speziell das Wattenmeer. Während unseres Aufenthalts in Cuxhaven war gerade Ebbe, sodass wir zu Fuß weit ins Wattenmeer hineinlaufen konnten.

Wanderung durchs Watt

Wattwurm

Wanderung durchs Watt

Wattwurm

Wanderung durchs Watt

Wanderung durchs Watt

Wanderung durchs Watt

Fischereihafen von Cuxhaven

Kutschfahrt durchs Watt

Fischereihafen von Cuxhaven

Heute sind sowohl die polnischen Schüler wie ihre deutschen Gastgeber nach Berlin aufgebrochen, um dort bis morgen zu verweilen. Die Polen fahren von dort aus dann per Bus wieder nach Hause zurück.

Nun Piotr sprach etwas Deutsch. Ansonsten klappte die Verständigung auf Englisch ganz gut. Bei anderen Gastschülern gab es da wesentlich größere Probleme mit der Sprache, da diese kaum Deutsch und noch weniger Englisch konnten. So mussten sie sich mit Händen und Füßen verständigen.

siehe meine Beiträge: Ab nach PolenCzesc, Polska!Besuch des KZ Auschwitz-Birkenau

Ry Cooder: The End of Violence

Wenn der Klang-Archivar und -Archäologe Ry Cooder nicht gerade dabei ist, alte, längst in Vergessenheit geratene Klangschätze auszugraben und unseren verblüfften Ohren zuzuführen, dann geht der Maestro der Slide-Gitarre auch gerne seinem einträglichen Broterwerb nach und spielt mal den einen oder anderen herausragenden Film-Soundtrack ein.

So hat er bei mehreren Filme für den Regisseur Walter Hill, z.B. Long Riders (1980) und Crossroads – Pakt mit dem Teufel (1986), dafür gesorgt, dass die Hintergrundmusik stimmt. Und nach dem vielgelobten Soundtrack zu Paris, Texas von 1985 ist The End of Violence (Am Ende der Gewalt) aus 1997 bereits die zweite Arbeit von Ry Cooder für einen Film von Wim Wenders. Ebenfalls 1997 arbeiteten die beiden Künstler in der Musikdokumentation Buena Vista Social Club zusammen.

Dass dieser instrumentale Original-Score zu The End of Violence mit diversen Selbstzitaten, getragenem Jazz und klassischen Elementen doch ein gehöriges Maß anders klingt als erwartet, liegt nicht zuletzt an der glücklichen Mitwirkung von Ausnahmemusikern wie Jon Hassel, Jacky Terrasson, Howie B., James Blood Ulmer, Flaco Jimenez und Sohnemann Joachim Cooder, die der vorliegenden CD auch ohne Filmbilder zu einem eindrucksvollen Eigenleben verhelfen. Zudem ist diese Musik in erster Linie eine reine Filmmusik, die man beim Betrachten des Films nicht so richtig wahr zunehmen scheint. Wäre der Film aber ohne diese Musik, so verlöre dieser enorm an Spannung und Emotion. Zudem tauchen bestimmte musikalische Themen immer wieder auf.

Ry Cooder: The End of Violence

Zu diesem Film sind zwei Soundtracks erschienen. Ein Sampler und ein Score-Album. Auf dem Score sind Ry Cooders Instrumentalstücke zu hören.

In den Anmerkungen auf dem Plattencover äußert sich Wim Wenders zu Ry Cooders Arbeit wie folgt:

Ry had done the score of „Paris, Texas“ for me twelve years ago. The images of that film are inseparable from the haunting sounds of his guitar ever since. More so, it’s like they never even existed without them. Could that be? Ry’s approach to producing music for a movie is unique. He doesn’t sit down and write it. He watches. He watches over and over. And then he plays, in front of the screen. Over and over. Until he uncovers the music that the faces and the landscapes and the things on the screen are making deep down in themselves. He brings that silent score up to the surface, so we can all hear it, thereby rendering those faces, landscapes, objects more visible. His guitar not only produces all those tender, caring, scaring sounds, it also works as a camera, – yes, I’m serious! – as a new and so far unknown instrument of photography. It makes us see better. It’s as if you could take the bottleneck from Ry’s finger, look through it like a viewfinder and rediscover the world. Here, in „The End of Violence“, Ry improves our understanding of Los Angeles, of the people who live there and work there, whether they are movie producer or gardener, stunt woman or cleaning lady. „Magic“ like Howie B. would say.

Musik-CD The End of Violence


Ry Cooder: Define Violence (from the original score „The End of Violence”, composed by Ry Cooder)


Wim Wenders: End of Violence (Trailer)

Ich bin kein unbedingter Fan von Wim Wenders’ Filmen. Sie sind mir oft zu kopflastig, wenn auch in beeindruckenden Bildern fotografiert.

„Es gibt einige schöne, wasserklare Bilder und Bewegungen in diesem Film, es gibt schöne Sets und auch ein paar erstaunlich komisch-kluge Dialoge. Aber über all das fällt wieder wie ein großer Schatten Wenders· missionarischer Moralismus.“

Und Andreas Kilb schrieb zum Film in Die Zeit: „So verzettelt er sich in Nebengeschichten, Nebenfiguren, die aus der hinreichend simplen Grundidee ein allzu kompliziertes Allerlei machen. Man spürt, daß der Regisseur seine Sache ernst meint, aber immer, wenn es darauf ankommt, behält die Geschichte gleichsam die Unterwäsche an. Wenders schreckt vor den Konsequenzen seiner eigenen Phantasie zurück. Statt Gewalt, Schmerz und Verlorenheit zu zeigen, deckt er sie mit Drehbuchphrasen zu.“

Mit den Geschichten von Mike Max und Ray Bering kann Wim Wenders klassische Hollywood-Genres wie das Liebesmelodram, den Verschwörungsthriller und den Krimi zitieren und variieren. Zugleich ermöglichen sie ihm aber auch einen Diskurs über das Kino und die Gesellschaft, die Gewalt in den Medien und die Gewalt auf den Straßen, der in seiner Komplexität seinesgleichen sucht.

Ein wesentlicher Pfeiler des Films ist ohne Zweifel die Musik von Ry Cooder. Beim Film-Dienst hieß es: Neben dem Darstellerensemble ist es Ry Cooders Gitarren-Teppich, der manche Ungereimtheit verschleift bzw. überspielt.

Zuletzt: In einer Episode besucht der Polizist Doc die Stuntfrau Cat an einem Filmset. Das Bühnenbild ist eine Nachbildung des Lunchrooms von Edward Hoppers berühmtesten Gemälde „Nighthawks“ (siehe meinen gestrigen Beitrag: Edward Hopper im Bucerius Kunst Forum, Hamburg).