Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Ian Anderson: Sitting on a Park Bench

Sitting on a park bench
eyeing little girls with bad intent.
Snot running down his nose
greasy fingers smearing shabby clothes.

(Lyrics by Jennie Franks – Aqualung)

Rock Dreams: Ian Anderson (Jethro Tull)

Ian Anderson (Jethro Tull). Troll, Satyr, alter Schmutzfink: kleine Mädchen werden gewarnt, von so einem Typ Bonbons anzunehmen. Aus dem Nichts hinter einer Parkbank tauchte er auf, aus Büschen sprang er hervor, streckte übermütig ein Bein in die Luft, um auf dem anderen im Kreis herumzutaumeln, kaum sichtbar unter all seinen Haaren. Von Zeit zu Zeit blitzte aus dem Gewuschel ein wildes Auge hervor, manchmal konnte man sogar etwas Gepöbel hören, ein Grammeln oder einen ausgeprägten Rülpser. Das war der Augenblick, wo er eine Flöte aus seinem schmutzigen Regenmantel zog und ihr Töne von außergewöhnlicher Zartheit entlockte: seine Opfer konnten nicht anders, sie folgten ihm, wohin immer er sie führte.

Aus: Schober, Ingeborg : Rock Dreams: Rock Lexikon : wer, wo was wann? Alle Namen, alle Platten. 20 Jahre Popmusik von A bis Z. – München : Schünemann, 1973, ungez.

Ingeborg Schober/Guy Peellaert: Rock Dreams - 1973

Dieses Buch vereinigt Guy Peellaerts phantastische, bereits weltberühmte Bildergeschichte des Rock-Zeitalters und Ingeborg Schobers Rock-Lexikon mit der umfassenden Discographie zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.- viele Farbbilder (Fotos künstlerisch verfremdet, z.T. doppelseitig) und unzählige s/w Fotos

Guy Peellaert (Brüssel, Belgien, April 6, 1934 – Paris, Frankreich, November 17, 2008) war ein belgischer Künstler, Maler, Illustrator, Comic-Zeichner und Fotograf; u.a. malte er die Plattencover für David Bowie (Diamond Dogs) und The Rolling Stones (It’s Only Rock ’n‘ Roll). Außerdem entwarf er die Film-Poster für Filme wie Taxi Driver, Paris, Texas (Wim Wenders) und Short Cuts. Sein Stil war beeinflusst von Psychedelic Art and Pop Art.

Durch das Bild Nighthawks von Edward Hopper erinnerte ich mich an diese Bildgeschichte von Guy Peellaert, weil stilistisch (auch in der Farbgebung) viele Ähnlichkeiten zwischen den beiden Künstler vorhanden sind. Ich musste in Schränken und alten Truhen kramen, bis ich das großformatige Buch wieder gefunden hatte.

Unsinnige Wikipedia

Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Ohne Humor hätten sich wahrscheinlich die meisten Menschen längst schon erschossen, erhängt oder sonst wie das Leben genommen. So hangeln wir uns oft dank Humor (Galgenhumor!) durch den Alltag. Und wenn uns das Lachen nicht gerade im Halse stecken bleibt, dann hat es befreiende Wirkung. Humor als Therapie. Lachen als Überlebensstrategie.

Nun ist nicht alles, was sich als Humor ausgibt, auch wirklich zum Lachen. Da gibt es reichlich Krudes, Blödsinniges und Infantiles. Und das natürlich auch im Netz. Von stupidedia.org, der „Enzyklopädie ohne Sinn“, hatte ich bereits schon einmal berichtet. Da gibt es noch weitere Sammlungen im Gewand eines Wiki, in denen sich Parodie, eben auch Derbes, Satire und Nonsens die Hand geben. Erwähnenswert ist da uncyclopedia.org, content-frei und unzyklopädisch (‚unkreisförmisch’?). Erwähnenswert auch schon allein der englischen Ausgabe wegen.

Als Fan der Musikgruppe Jethro Tull gefällt mir da natürlich der Beitrag über diese Band besonders. Selbst um solchen Blödsinn zu verfassen bedarf es eines gewissen Grundwissens, das der Autor einbringt. Ich erwähne das hier, weil nämlich eine bestimmte Art des Humors (z.B. die Parodie) speziell davon lebt, besonderes Wissen überspitzt darzustellen. Viel Spaß beim Lesen!

siehe auch zdf.de: Wikipedia für Blödsinn

Open Air 2009

Die Festival-Freiluft-Saison 2009 geht in die Startlöcher. Holt schon einmal Eure Zelte und Schlafsäcke hervor. Die musikalischen Kracher stimmen ihre Saiten.

Das Ganze hat bereits im Mai begonnen und erreicht am kommenden Wochenende seinen ersten Höhepunkt mit Rock am Ring am Nürburgring in der Eifel (ist bereits ausverkauft) und Rock im Park auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg vom 5. bis 7. Juni.

Open Air Festival Saison 2009

Unmittelbar vor unserer Haustür startet am Eichenring in Scheeßel zwischen Bremen und Hamburg das Hurricane Festival am 19. Juni und geht bis zum 21. Juni.

Richtig hart geht es vom 30. Juli bis 1. August in Wacken, Schleswig-Holstein, zu: Metal bis zum Abwinken. Ist allerdings auch schon ausverkauft!

Mein großer Sohn hat sich mit Freund fürs Taubertal-Festival entschieden (Eintrittskarten und Bahntickets sind bereits gekauft) in Rothenburg ob der Tauber vom 07. – 09. August 2009. Dort treten u.a. Die Toten Hosen, Farin Urlaub Racing Team, Flogging Molly und In Extremo auf.

Kann man nur hoffen, dass der Wettergott mitspielt. Ansonsten wird man baden gehen (in Scheeßel gehört ein Matschbad bereits mit zur Tradition).

Ende gut, alles gut

Werder Bremen hat zum sechsten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Die Hanseaten besiegten in Berlin die Werkself aus Leverkusen mit 1:0 und bereiteten damit ihrem scheidenden Superstar Diego ein schönes Abschiedsgeschenk. Mit diesem Pokalerfolg findet die insgesamt verkorkste Fußball-Bundesliga-Saison doch noch ein gutes Ende.

Werder Bremen: DFB-Pokal-Sieger 2009

Nach dem verlorenen Finale im UEFA-Cup in Istanbul und der 1:5-Niederlagen in Wolfsburg gegen den neuen deutschen Meister erschien es fraglich, ob Trainer Thomas Schaaf die Mannschaft moralisch noch einmal aufbauen könnte. Immerhin konnte er bis auf Mertesacker in der Abwehr sein bestes Team aufstellen. Und besonders Mesut Özil, der in Istanbul seiner Rolle als Spielmacher und Diego-Ersatz nicht gerecht wurde, spielte wie befreit auf. In der Abwehr war es einmal mehr Naldo, der immer wieder aufräumte. Kein Wunder, wenn im Ausland auch für ihn Interesse gezeigt wird. Werder Bremen zeigte sich von seiner besten Seite. Nur am Ende schien nach 55 Pflichtspielen in dieser Saison den Spielern die Luft auszugehen. Aber Leverkusen war zu harmlos, um das Blatt noch zu wenden.

Das Spiel am Samstag war nicht nur das Abschiedsspiel von Diego, der in den drei Jahren in Bremen für viele wunderschöne Fußballmomente gesorgt hat. Mit ihm verliert die gesamte Bundesliga einen großartigen Spieler. Am Samstag verabschiedete sich auch Werders Mannschaftskapitän Frank Baumann, ein zwar eher unauffälliger, dafür aber sehr effizient spielender Fußballer, immerhin auch 28-facher Nationalspieler, der gewissermaßen als Sprachrohr von Trainer Schaaf auf dem Spielfeld agierte. Obwohl er als ungekrönter König des taktischen Fouls im Mittelfeld gilt, zeichnete er sich insbesondere durch Fairness und Loyalität aus. Baumann bleibt Werder Bremen aber erhalten und wechselt als Assistent von Klaus Allofs ins Management des Vereins.

siehe auch zdf.de: Video Eine Pokal-Party in Grün-Weiß

Polnischer Gegenbesuch

Anfang September letzten Jahres war mein Sohn Jan für rund 10 Tage als Austauschschüler im Partnerort von Tostedt, in Lubaczów unweit der Grenze zur Ukraine, zu Besuch. Er war Gast bei Piotr, einem Schüler des Lizeums in Lubaczów. Seit 1996 besteht dieser Schüleraustausch im 2-jährigen Rhythmus, wobei im September das Treffen in Polen, im darauf folgenden Mai/Juni in Deutschland stattfindet.

Am 25. Mai kamen die polnischen Schüler nun zum Gegenbesuch. Zum Programm gehörten u.a. Besuche der Städte Hamburg und Lüneburg. Außerdem waren sie für einen Tag im Heidepark bei Soltau.

Am Pfingstsonntag war Familientag abgesagt. So fuhren wir mit unserem polnischen Gast, jenem Piotr, bei dem unser Sohn im letzten Herbst zu Besuch war, nach Cuxhaven, damit er die Nordsee kennenlernt und hier speziell das Wattenmeer. Während unseres Aufenthalts in Cuxhaven war gerade Ebbe, sodass wir zu Fuß weit ins Wattenmeer hineinlaufen konnten.

Wanderung durchs Watt

Wattwurm

Wanderung durchs Watt

Wattwurm

Wanderung durchs Watt

Wanderung durchs Watt

Wanderung durchs Watt

Fischereihafen von Cuxhaven

Kutschfahrt durchs Watt

Fischereihafen von Cuxhaven

Heute sind sowohl die polnischen Schüler wie ihre deutschen Gastgeber nach Berlin aufgebrochen, um dort bis morgen zu verweilen. Die Polen fahren von dort aus dann per Bus wieder nach Hause zurück.

Nun Piotr sprach etwas Deutsch. Ansonsten klappte die Verständigung auf Englisch ganz gut. Bei anderen Gastschülern gab es da wesentlich größere Probleme mit der Sprache, da diese kaum Deutsch und noch weniger Englisch konnten. So mussten sie sich mit Händen und Füßen verständigen.

siehe meine Beiträge: Ab nach PolenCzesc, Polska!Besuch des KZ Auschwitz-Birkenau

Ry Cooder: The End of Violence

Wenn der Klang-Archivar und -Archäologe Ry Cooder nicht gerade dabei ist, alte, längst in Vergessenheit geratene Klangschätze auszugraben und unseren verblüfften Ohren zuzuführen, dann geht der Maestro der Slide-Gitarre auch gerne seinem einträglichen Broterwerb nach und spielt mal den einen oder anderen herausragenden Film-Soundtrack ein.

So hat er bei mehreren Filme für den Regisseur Walter Hill, z.B. Long Riders (1980) und Crossroads – Pakt mit dem Teufel (1986), dafür gesorgt, dass die Hintergrundmusik stimmt. Und nach dem vielgelobten Soundtrack zu Paris, Texas von 1985 ist The End of Violence (Am Ende der Gewalt) aus 1997 bereits die zweite Arbeit von Ry Cooder für einen Film von Wim Wenders. Ebenfalls 1997 arbeiteten die beiden Künstler in der Musikdokumentation Buena Vista Social Club zusammen.

Dass dieser instrumentale Original-Score zu The End of Violence mit diversen Selbstzitaten, getragenem Jazz und klassischen Elementen doch ein gehöriges Maß anders klingt als erwartet, liegt nicht zuletzt an der glücklichen Mitwirkung von Ausnahmemusikern wie Jon Hassel, Jacky Terrasson, Howie B., James Blood Ulmer, Flaco Jimenez und Sohnemann Joachim Cooder, die der vorliegenden CD auch ohne Filmbilder zu einem eindrucksvollen Eigenleben verhelfen. Zudem ist diese Musik in erster Linie eine reine Filmmusik, die man beim Betrachten des Films nicht so richtig wahr zunehmen scheint. Wäre der Film aber ohne diese Musik, so verlöre dieser enorm an Spannung und Emotion. Zudem tauchen bestimmte musikalische Themen immer wieder auf.

Ry Cooder: The End of Violence

Zu diesem Film sind zwei Soundtracks erschienen. Ein Sampler und ein Score-Album. Auf dem Score sind Ry Cooders Instrumentalstücke zu hören.

In den Anmerkungen auf dem Plattencover äußert sich Wim Wenders zu Ry Cooders Arbeit wie folgt:

Ry had done the score of „Paris, Texas“ for me twelve years ago. The images of that film are inseparable from the haunting sounds of his guitar ever since. More so, it’s like they never even existed without them. Could that be? Ry’s approach to producing music for a movie is unique. He doesn’t sit down and write it. He watches. He watches over and over. And then he plays, in front of the screen. Over and over. Until he uncovers the music that the faces and the landscapes and the things on the screen are making deep down in themselves. He brings that silent score up to the surface, so we can all hear it, thereby rendering those faces, landscapes, objects more visible. His guitar not only produces all those tender, caring, scaring sounds, it also works as a camera, – yes, I’m serious! – as a new and so far unknown instrument of photography. It makes us see better. It’s as if you could take the bottleneck from Ry’s finger, look through it like a viewfinder and rediscover the world. Here, in „The End of Violence“, Ry improves our understanding of Los Angeles, of the people who live there and work there, whether they are movie producer or gardener, stunt woman or cleaning lady. „Magic“ like Howie B. would say.

Musik-CD The End of Violence


Ry Cooder: Define Violence (from the original score „The End of Violence”, composed by Ry Cooder)


Wim Wenders: End of Violence (Trailer)

Ich bin kein unbedingter Fan von Wim Wenders’ Filmen. Sie sind mir oft zu kopflastig, wenn auch in beeindruckenden Bildern fotografiert.

„Es gibt einige schöne, wasserklare Bilder und Bewegungen in diesem Film, es gibt schöne Sets und auch ein paar erstaunlich komisch-kluge Dialoge. Aber über all das fällt wieder wie ein großer Schatten Wenders· missionarischer Moralismus.“

Und Andreas Kilb schrieb zum Film in Die Zeit: „So verzettelt er sich in Nebengeschichten, Nebenfiguren, die aus der hinreichend simplen Grundidee ein allzu kompliziertes Allerlei machen. Man spürt, daß der Regisseur seine Sache ernst meint, aber immer, wenn es darauf ankommt, behält die Geschichte gleichsam die Unterwäsche an. Wenders schreckt vor den Konsequenzen seiner eigenen Phantasie zurück. Statt Gewalt, Schmerz und Verlorenheit zu zeigen, deckt er sie mit Drehbuchphrasen zu.“

Mit den Geschichten von Mike Max und Ray Bering kann Wim Wenders klassische Hollywood-Genres wie das Liebesmelodram, den Verschwörungsthriller und den Krimi zitieren und variieren. Zugleich ermöglichen sie ihm aber auch einen Diskurs über das Kino und die Gesellschaft, die Gewalt in den Medien und die Gewalt auf den Straßen, der in seiner Komplexität seinesgleichen sucht.

Ein wesentlicher Pfeiler des Films ist ohne Zweifel die Musik von Ry Cooder. Beim Film-Dienst hieß es: Neben dem Darstellerensemble ist es Ry Cooders Gitarren-Teppich, der manche Ungereimtheit verschleift bzw. überspielt.

Zuletzt: In einer Episode besucht der Polizist Doc die Stuntfrau Cat an einem Filmset. Das Bühnenbild ist eine Nachbildung des Lunchrooms von Edward Hoppers berühmtesten Gemälde „Nighthawks“ (siehe meinen gestrigen Beitrag: Edward Hopper im Bucerius Kunst Forum, Hamburg).

Edward Hopper im Bucerius Kunst Forum, Hamburg

Die Malerei Edward Hoppers (1882-1967) zieht heute auf der ganzen Welt Menschen in ihren Bann. Mit unterkühltem Realismus zeigte der amerikanische Künstler Anfang des 20. Jahrhunderts isoliert wirkende Gestalten im Diner oder Hotelzimmer; seine Werke wurden zum Inbegriff für die Melancholie des modernen Lebens. Die Ausstellung Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit präsentiert acht der bedeutendsten Gemälde Hoppers zusammen mit rund 90 weiteren Meisterwerken aus dem Whitney Museum of American Art in New York, darunter Arbeiten von Arbeiten von Man Ray, Lyonel Feininger, Charles Sheeler und Georgia O’Keeffe.

Modern Life
Edward Hopper und seine Zeit

9.5. – 30.8.2009
im Bucerius Kunst Forum, Hamburg

Eines seiner bekanntesten Bilder, überhaupt eines der bekanntesten Bilder des 20. Jahrhunderts, ist Nighthawks (Nachtschwärmer) aus dem Jahre 1942:


Edward Hopper (Musik: Benny Goodman)

Three Friends – die (halbe) Gentle Giant Reunion

Die Gibraltar Encyclopedia of Progressive Rock vermeldet (etwas großspurig) die Reunion von der Gruppe Gentle Giant:

Nun, im letzten Jahr 2008 taten sich Gary Green, der ehemalige Gentle Giant-Gitarrist, und Malcolm Mortimore (Drummer auf dem GG-Album „Three Friends”) mit Roger Carey (Bass und Gesang), Andy Williams (Gitarre) und John Donaldson (Keyboards) zusammen, um eine Gruppe mit dem Namen „Rentle Giant“ zu gründen. Im März nun diesen Jahres kam Kerry Minnear (einer der alten Gentle Giant-Köpfe) hinzu, außerdem Mick Wilson (ehemals 10CC) als Leadsänger, sodass sich eine siebenköpfige Band bildete. Neuer Name der Band: Three Friends (nach einem GG-Titel).

Three Friends

Nun eine Reunion ohne die Shulman-Brüder (man könnte auch ‚Shulmen’ sagen) ist natürlich keine wirkliche ‚Wiedervereinigung’. Aber weder Ray (übrigens einer der besten Bassisten, die die Rockszene gehört hat) noch Derek Shulman (Phil, der älteste der Brüder ist ja bereits 1972 ausgestiegen) haben Interesse daran gezeigt, Gentle Giant wieder auferstehen zu lassen. Aber vielleicht ändern sie ihre Meinung ja noch. Daher heißt es auch auf einer Seite zu „Three Friends“: This is not a Gentle Giant reunion. It’s a new band. – Aber immerhin: Drei alte GG-Freunde haben sich wieder zusammengetan und spielen dabei alte Gentle Giant Songs. Geplant sind auch eigene neue Lieder.


Three Friends: Free Hand

Was es da bisher an Audio- und Video-Material gibt, lässt durchaus aufhorchen. Gespannt bin ich natürlich auf neu gestricktes Material (von Kerry Minnear darf man einiges Gute erwarten). Und wenn dann die Band auch noch auf Tournee geht und sich vielleicht eines Tages auch bei uns sehen lässt, wäre das um so besser.

siehe u.a. auch meine Beiträge:
Gentle Giant live im Golders Green Hippodrome 1978
Oaksenham – armenischer Progressive Rock

Die lebende Schlaftablette: Heino vor Gericht

„Heino bestreitet Vorwürfe vor Gericht“, lasen wir bei dpa und waren bass erstaunt. Vor dem Gerichtshof für Menschenrechte vielleicht? …

… Wird er endlich für seine „musikalischen“ Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen? Nein, zu früh gefreut. Es geht nur um einen Streit zwischen Heinos Tourneeveranstalter und einer Versicherung, die nicht für eine wegen Krankheit abgesagte Tour zahlen will. Der Grund: Heino habe seinen wahren Gesundheitszustand verschwiegen. Der aber beteuert: „Ich war nie im Leben krank.“ Die Richterin hielt ihm daraufhin vor, in zwei Jahren 120-mal beim Arzt gewesen zu sein. Seine Hausärztin habe ihm 30-mal je 20 Schlaftabletten verschrieben. Da fragt man sich: Wozu braucht ausgerechnet der dröge Heino Schlaftabletten? Dieser erklärt: Er habe die Tabletten meist an seine Frau Hannelore oder an Bandmitglieder verteilt. Zweifelsfrei clever, dämpfen die Pillen doch den panischen Fluchtreflex, den Heinos Lieder auslösen. Ob er auch sein Publikum sediert hat, ist noch unklar. Das wäre dann aber wirklich ein Fall für die Menschenrechtler.

aus: taz vom 28.05.2009

übrigens: Bild sprach mit dem blond-grauen Zombie

Coverversionen & Bootlegs von Jethro Tull

Von der Gruppe Jethro Tull gibt es jede Menge Cover-Versionen, also Lieder der Gruppe, die von anderen Musikern ‚nachgespielt’ werden. Besonders beliebt ist dabei natürlich der größte Hit „Locomotive Breath“. Im Internet habe ich jede Menge solcher Cover-Versionen gefunden – in unterschiedlichster Qualität. Besonders bei YouTube lassen sich solche Stücke en masse aufrufen.

Jetzt bin ich auf ein Konto bei YouTube gestoßen, dessen Inhaber rayblue69 aus den Niederlanden sich besonders auf die akustisch vorgetragenen Stücke von Jethro Tull gestürzt hat – und auf Titel, die bisher sehr wenig gecovert wurden.

Youtube - Playlists - rayblue69

Es ist schon ein großes Wagnis, sich auch an Stücke heranzutrauen, die in ihrer Struktur sehr komplex sind. Und dem guten Raymond geht so trotz musikalischer Fertigkeiten instrumentaler wie gesanglicher Art doch einiges in die Hose. Trotzdem finde ich seine ‚Interpretationen’ ziemlich interessant. Und sei es nur, um festzustellen, welche Leistung die Herren Anderson und Co. vollbringen.

Ein beliebtes Thema ist das der so genannten Bootlegs. Bei Bootlegs handelt es sich um nicht autorisierte Tonaufzeichnungen, die zumeist bei Konzerten entstanden sind. Davon gibt es von Jethro Tull eine geradezu unüberschaubare Anzahl. Da die Aufnahmen in der Regel nicht mit professionellen Aufnahmegeräten erfolgten, ist die Qualität meist eher bescheiden.

Besonders in Italien gibt es eine große Tull-Fan-Gemeinde. Da wundert es nicht, dass auch von dort die Website bootlegstullianos kommt, die eine umfangreiche Liste solcher Bootleg-Aufnahmen präsentiert und dazu die Möglichkeit, solche Aufnahmen auch herunterzuladen.

Da mich besonders alte Aufnahmen von Jethro Tull interessieren, so kann ich u.a. folgende Bootlegs empfehlen:

1972 – My God * (21/01/1972, Essen, Germany)

Setlist: My God (including elements of Soirée, By Kind Permission Of and Bourée) / Thick As A Brick / Aqualung / To Cry You A Song / A New Day Yesterday / Cross-eyed Mary / Tomorrow Was Today, Hymn 43 (medley) / Nothing Is Easy.

1973 – A Live Passion * (17/05/1973, Hampton, Va. USA)

Setlist: A Passio Play Part 1 / A Passion Play Part 2 / Phone Call / Instrumental / A New Day Yesterday

Jethro Tull: A live Passion 1973

Für weitere Bootleg-Quellen siehe auch Jethro Tull Board @ www.laufi.de mit weiteren Link-Angaben.

Das Spieler-Karussell dreht sich wieder: Diego geht nach Turin

Noch ist die Fußball-Saison 2008/2009 nicht ganz zu Ende (u.a. spielt am Samstag um 20 Uhr der SV Werder Bremen in Berlin um den DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen und damit vor allem auch um die Teilnahme an der neuen UEFA Europa League), da kommt das Spieler-Karussell bereits wieder in Schwung.

Nehmen wir als Beispiel Bayern München: Der Wechsel von Lukas Podolski zum 1. FC Köln steht ja schon längere Zeit fest. Daneben verlassen Massimo Oddo (zurück zum AC Mailand – er war ausgeliehen) und Mats Hummels zu Borussia Dortmund den Verein. Der brasilianische Mittelfeldspieler Zé Roberto denkt vielleicht daran, in seine Heimat zurückzukehren. Auf der anderen Seite sind Anatoly Tymoschuk von Zenit St. Petersburg und der ablösefreie Ivica Olic vom HSV (als Podolski-Ersatz) bereits ‚gebucht’. Weitere Neuzugänge sind Andreas Görlitz (war an den Karlsruher SC ausgeliehen), Alexander Baumjohann und aus der 2. Mannschaft der Bayern die Spieler Holger Badstuber und Thomas Müller.

Die Frage ist, ob Franck Ribéry zu halten sein wird. Immerhin hat er noch zwei Jahre Vertrag ohne jegliche Ausstiegsklausel und wird bleiben, wenn sich die Bayern weiter entsprechend verstärken. Neben einen Torwart (vielleicht Manuel Neuer von Schalke 04) und einen Außenverteidiger sind die Bayern besonders an Mario Gomez interessiert – der Deal ist wohl schon in trockenen Tüchern. Sollte dagegen Ribéry nicht zu halten sein, dann denkt man in München an Wesley Sneijder als Ersatz (zz. Bei Real Madrid – der dürfte auch nicht gerade für ein Ei und ein Butterbrot zu haben sein).

Der Menschenhandel blüht also wieder.

Wie sieht es nun bei Werder Bremen aus? Im Mittelpunkt steht natürlich Diego, der zur Saison 2006/2007 für rund 6 Millionen Euro vom FC Porto nach Bremen kam und der jetzt nach drei Jahren für ein Vielfaches (mit Optionen rund 27 Millionen Euro) nach Italien zu Juventus Turin wechseln wird. Frank Baumann, jahrelang Kapitän der Bremer, beendet seine Karriere (er bleibt aber bei Werder und wird ab dem 01.01.2010 seine Arbeit als Assistent des Geschäftsführers Profifußball aufnehmen) und Alexandros Tziolis, der nicht gehalten hat, was Otto Rehhagel versprach, kehrt zu Panathinaikos Athen zurück (er war ausgeliehen, um in Bremen Erfahrung zu sammeln). Bleibt die Frage, was mit Claudio Pizarro sein wird. Den hatte Werder vor einem Jahr von Chelsea London ausgeliehen. Das Interesse ist groß an ihm, immerhin war er der erfolgsreichste Schütze dieser Saison in Bremer Reihen. Da aber gegen ihn ein Verfahren anhängig ist (als Spieler soll er auch als Spielervermittler aufgetreten sein, was verboten ist) und mit einer längeren Sperre gerechnet wird, sitzt Bremen hier weiterhin in der Zwickmühle. Ein Vertrag kommt also vorerst wohl nicht in Frage, vielleicht verlängert Bremen die Ausleihe um ein weiteres Jahr.

Trikots des SV Werder Bremen für die Saison 2008/2009

Dafür gibt es aber einige mehr oder weniger prominente Rückkehrer, die bisher ausgeliehen waren, neben Kevin Schindler, Said Husejinovic und John Jairo Mosquera u.a. Boubacar Sanogo (zurück aus Hoffenheim), der aber kaum als vollwertiger Ersatz für Pizarro gelten kann (wenn Pizarro nicht in Bremen bleibt). Übrigens ist Sanogo von Werder auf die Transferliste gesetzt worden (das Interesse an ihm ist also eher klein). Und natürlich Carlos Alberto, Werders bisher teuerster Einkauf resp. Fehleinkauf (vor zwei Jahren gab man für ihn 8,5 Millionen Euro aus; sein Vertrag läuft bis 30.06.2011, also noch zwei Jahre), der eigentlich aus Brasilien kommend wieder an der kalten Weser eintreffen sollte. Wird er vielleicht wirklich noch einmal ins Werder-Trikot schlüpfen? Aus Werders zweiter Mannschaft kommt Timo Perthel.

Sanogo und Carlos Alberto für Pizarro und Diego? Damit würde sich Werder bestimmt nicht verbessern. Durch Diegos Verkauf wird viel Geld in die Kasse von Werder Bremen gespült. Und irgendwo hört man dann, das es ein Interesse an Fußball-Nationalspieler Marko Marin von Borussia Mönchengladbach geben könnte. Ich denke, in Bremen wird man erst einmal das DFB-Pokal-Endspiel abwarten. Sollte es auch da eine Pleite geben, dann wird die nächste Saison eine Durststrecke ohne internationale Präsenz werden. Aber auch dafür muss man natürlich in Bremen gewappnet sein.

Nun vieles ist noch reine Spekulation und die Jagdsaison ist ja erst eröffnet. Besonders Vereine mit millionen- resp. milliardenschweren Sponsoren (z.B. bei 1899 Hoffenheim) werden ein gehöriges Wort mitsprechen beim Ein- bzw. Verkauf von Spielern. Profi-Fußball ist nun einmal Geldsache. Kleinere Vereine wie Werder Bremen können so nur mit einer geschickten Ein- und Verkaufsstrategie ihren Kopf über Wasser halten. Und eine gute Nachwuchsarbeit gehört auch dazu.

siehe auch meinen Beitrag: Gerüchte und Realitäten

Transferlisten der DFL Deutsche Fußball Liga

neueste Übersicht über den Transfermarkt der Fußball-Bundesliga