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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Das geheime Tagebuch der Carla B.

Wenn ich Tagebücher lese, dann eigentlich doch eher die von Kafka oder Frisch. Nun gibt es in der taz eine Seite, die Wahrheit heißt und in loser Folge das geheime Tagebuch der Carla Bruni veröffentlicht. Ja, Carla Bruni, die mit dem Nicolas Sarkozy.

Bruni & Sarkozy

Na, stutzig geworden? Klar, taz und geheime Tagebucher, das passt zusammen wie Feuer und Wasser. Aber auf Feuer kann man Wasser kochen und so köchelt auch die taz, denn: Die Wahrheit ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit, und das geheime Tagebuch der Carla Bruni ist nichts anderes als Satire. Und die ist wirklich köstlich …

Seit ihrer Hochzeit mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vertraut Ex-Model und Sängerin Carla Bruni ihrem Tagebuch ihre Erlebnisse im Élysée-Palast an. Alles über ihre Ehe-Vorbereitungen, „Wer-wird-Millionär“-Gucken mit dem Frischangetrauten, Probleme mit dem Ex Eric Clapton, einen angeblichen Nazi-Vergleich, die Arbeit am neuen Album UND das Dasein als Première Dame, Anrufe von Mick Jagger und eine Reise im Witwen-Fummel durch Afrika, Nicolas impertinentes Söhnchen Jean und die nervige Cecilia, den ersten Streit, die alten Akt-Fotos, die England-Reise mit „Mr. Bruni“, einen Abend des Schrecks mit dem bösen Berlusconi, und Versteckspielen vor der Palastwache…. alles ist für die interessierte Nachwelt notiert.

Siehe auch meinen Beitrag: Carla Bruni: No Promises

Darwinius Masillae – the Missing Link?

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein wissenschaftlicher Fund derart die Gemüter erregt. In der Ölschiefergrube Messel bei Darmstadt wurde ein einzigartiges Fossil gefunden, eine nahezu vollständig erhaltenen Versteinerung eines Lebewesens, das vor rund 47 Millionen Jahren lebte und ganz neue Einblicke in unsere Urverwandschaft erlaubt. In der Grube Messel wurden schon viele berühmte Versteinerungen, wie die vom Urpferdchen, gefunden.

Eines der Besonderheiten ist die exklusive Vermarktung dieses Fossil. Grund hierfür: Es könnte ein Missing Link sein, ein fehlendes Bindeglied zwischen zwei Arten, hier: das Bindeglied zweier unterschiedlicher Entwicklungslinien im Stammbaum der Primaten. Getauft wurde es auf den Namen „Ida“; der wissenschaftliche Name lautet „Darwinius Masillae“.

Die Verwendung des Begriffs Missing Link ist allerdings PR in Reinform. Obwohl es eine Menge Missing Links in der Evolution gibt, verstehen viele Menschen darunter eines: das von Wissenschaftlern seit langem gesuchte evolutionäre Verbindungsglied zwischen Affe und Mensch. Sozusagen der Heilige Gral der Paläontologie. Eins aber ist schon jetzt klar: Darwinius ist – wenn er überhaupt einer ist – sicherlich nicht dieser Missing Link. Affen und Menschen trennten sich vor etwa fünf bis zehn Millionen Jahren.

Das gefundene Fossil ist also ein ganz entfernter Verwandter von uns Menschen und könnte so etwas wie der Stammvater der Primaten sein. Nicht der letzte gemeinsame Vorfahr von Affe und Mensch, sondern der erste.

Welcher Medienrummel um diesen Fund gemacht wurde, beweist u.a. Google, das auf seiner Startseite am Tag der Veröffentlichung folgendes geänderte Logo auf seiner Website einstellte:

Google Logo Missing Link

Das Fossil wird zunächst im American Museum of Natural Science aufbewahrt, später soll es dann in London und womöglich noch in diesem Jahr auch in Deutschland zu sehen sein.

siehe auch zdf.de: Die geheime Entdeckung zur Sendung Terra X, 31.05. 19.30 Uhr:
Die Dokumentation zeigt, wie das Fossil aus dem Verborgenen in die Hände der Forscher gelangte und wie sie durch detektivische Arbeit zu ihrem spektakulären Forschungsergebnis gelangten.

Video Sensationeller Fossilienfund gibt Einblicke in die Evolution des Menschen

Bilderserie: Sensationeller Fossilfund aus Messel

Wolfsburg, die No. eins im Norden

Wer zuletzt lacht, lacht am besten – heißt es. Sollte am Ende der HSV das bessere Lachen haben? Nachdem der HSV gegen den SV Werder Bremen sowohl im UEFA-Cup-Halbfinale als auch im DFB-Pokal-Halbfinale – zuletzt dann auch noch im Bundesliga-Punktspiel – das Nachsehen hatte, gelang den Hamburger Fußballern gestern mit dem Sieg in Frankfurt (Siegtreffer in letzter Minute) und dem Erreichen des 5. Tabellenplatzes doch noch die direkte Teilnahme am UEFA-Cup in der nächsten Saison.

Und Werder? Die verhunzte Bundesliga-Saison sollte mit dem Gewinn des UEFA- und des DFB-Pokals doch noch ein gutes Ende finden. Aber was die Mannschaft am Mittwoch vor 40.000 Zuschauern im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul gegen Schachtar Donezk bot, war bestenfalls ‚gute Hausmannskost’, sprich Bundesligadurchschnitt. Sicherlich war das Fehlen von Diego, Mertesacker und auch Almeida schmerzlich spürbar; aber auch ohne diese sollte mehr zu Stande kommen als das ideenlose Nach-vorne-Gebolze. Besonders Mesut Özil, der Diego vertreten musste, litt am Mittwochabend unter einer schweren Spielhemmung. Donezk bemühte sich wenigstens, spielerisch zu überzeugen, was auch ab und zu gelang; insgesamt war das Gekicke aber eines Endspiels nicht würdig. So verlor der SV Werder das Spiel in der Verlängerung mit 1:2.

Werders Niederlage im UEFA-Cup-Endspiel 2009

Was bleibt, ist der DFB-Pokal, der am kommenden Samstag um 20 Uhr in Berlin gegen die Werkself aus Leverkusen ausgespielt wird. Gelingt es Trainer Thomas Schaaf die Mannschaft noch einmal zu motivieren und wieder in Gang zu bringen? Die klare Niederlage gestern in Wolfsburg verheißt nichts Gutes. Allerdings machte es Leverkusen in Cottbus auch nicht besser.

Sollte Werder auch das DFB-Pokal-Endspiel vermasseln und damit in der nächsten Saison international nicht mehr vertreten sein, dann sieht die Zukunft des Vereins wahrlich nicht sehr rosig aus, zumal Diego in diesem Endspiel zum letzten Mal im Werder-Dress auflaufen wird. Der HSV hätte dann wahrlich das bessere Lachen …

An Werder und HSV vorbei hat sich der VfL Wolfsburg nach vorn geschoben und ist verdientermaßen mit dem erstmaligen Gewinn einer deutschen Fußballmeisterschaft auch die Numero eins im Norden der Republik. Dazu kann ich nur gratulieren! Genau. Gratulation nach Wolfsburg (immerhin sind die Wölfe auch Niedersachsen – wie ich).

60 Jahre Grundgesetz

Heute vor 60 Jahren wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet und besiegelte so auch die Teilung Deutschlands in zwei Staaten. Das Grundgesetz (hier der Wortlaut) ist eigentlich die Verfassung des deutschen Staates, stellte bis zur Wiedervereinigung aber eher eine Art Provisorium dar (daher auch der Name Grundgesetz und nicht Verfassung).

Grundegesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Das Grundgesetz ist die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Besondere Bedeutung haben aufgrund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus die im Grundgesetz verankerten Grundrechte. Sie binden die Staatsgewalt als unmittelbar geltendes Recht (Art. 1 ). Das Bundesverfassungsgericht bewahrt als unabhängiges Verfassungsorgan die Funktion der Grundrechte, das politische und staatsorganisatorische System und entwickelt sie weiter.

siehe ard.de: 60 Jahre Grundgesetz
siehe zdf.de.: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland

Am 23. Mai findet seit 1979 alle fünf Jahre auch die Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung statt. So trifft sich heute die 13. Bundesversammlung zur Wahl.

Der Bundesversammlung werden nach Stand vom 21. Mai 2008 die 612 Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie 612 von den Landtagen gewählte Mitglieder angehören. Horst Köhler, der amtierende Bundespräsident, wird wieder für das Amt kandidieren. Die SPD hat ihre Kandidatin von 2004, Gesine Schwan, erneut nominiert. Kandidat für Die Linke ist der Schauspieler Peter Sodann. Die rechtsextremistischen Parteien NPD und DVU nominierten einen eigenen Kandidaten.

Nachtrag: Mit der knappen Mehrheit von 613 Stimmen wurde Horst Köhler heute als Bundespräsident wiedergewählt. Gesine Schwan kam auf 503 Stimmen.

Herr Albin in Thomas Manns „Zauberberg“

Herr Albin ist ein Patient auf dem »Berghof«. Herr Albin ist »blutjung und schlenkricht, mit rosigem Kindergesicht und kleinen Backenbartstreifen neben den Ohren« (III, 122). Nach drei Jahren Kur spielt er theatralisch mit Selbstmord (III, 121). Von ihm stammen die Pistolen, mit denen am Ende ein Duell ausgetragen wird. Die »innerlich verödete Frau Magnus« sitzt im Rausch auf seinem Schoß, nachdem Mynheer Peeperkorn sie aufgemuntert hat (VII, 863). Später nimmt Albin an Dr. Krokowskis spiritistischen Sitzungen teil, wo er ziemlich energisch auftritt (VII).

Nun, das ist keine schmeichelhafte Beschreibung des Herrn Albin. Wie gut, dass ich nicht gemeint sein kann (oder männliche Verwandte von mir gleichen Namens), denn der Roman Der Zauberberg von Thomas Mann, der 1924 veröffentlicht wurde, spielt in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg. Er handelt vom Reifeprozess des jungen Hans Castorp. Während eines siebenjährigen Aufenthalts in einem Tuberkulose-Sanatorium trifft Castorp dort Menschen, die ihn mit Politik, Philosophie, aber auch Liebe, Krankheit und Tod konfrontieren.

Nachzulesen ist die Beschreibung in einem Figurenlexikon zu dem Roman, das Teil eines online aufrufbaren Literaturlexikons ist, als Beta-Version am 13.04.2009 ins Netz gestellt. Dieses Lexikon soll in erster Linie Lesern als digitale Gedächtnisstütze dienen. Neben dem Figurenlexikon findet der Leser ausführliches Material zu Thomas Manns Josef und seine Brüder mit Landkarten, Indizes und eigenem Figuren-, Orts- und Sachlexikon. Außerdem enthält dieses Literaturlexikon ein weiteres Figurenlexikon zu Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften. Figurenlexika zu Hugo von Hofmannsthals Dramen und Libretti sowie zu Theodor Storms Novellen sind in Vorbereitung.

Literaturlexikon online

Das Literaturlexikon online befindet sich noch in der Aufbauphase. Die einzelnen Lexika entstehen sukzessive und nach dem Baukastenprinzip. Über gegenwärtig schon verfügbare, demnächst erscheinende oder in Vorbereitung befindliche Lexika gibt die Seite Lexika Auskunft. Herausgeberin ist Frau Prof. Dr. Anke-Marie Lohmeier von der Universität des Saarlandes (Fachrichtung 4.1 – Germanistik).

Per Fahrrad zum Evangelischer Kirchentag in Bremen

Heute beginnt in Bremen der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag und endet am Sonntag, den 24. Mai. Die Kirchentagslosung lautet nach 1. Moses 3,9: Mensch, wo bist Du?

Der erste Kirchentag an der Weser wird bunt und maritim. Zu den rund 2500 Veranstaltungen werden 100.000 Menschen erwartet; Veranstaltungen mit Abendgebeten und Diskussionen. Mit Musik und Vorträgen. Mit liturgischen Abenden, packenden Open Airs, einem Zentrum für Jugend und einem für Kinder (Programmheft als PDF – Stand: 01.03.2009 zum Download: 2,8 MB groß– aktuelle Datenbank online).

Mit dem Rad zum Kirchentag in Bremen

Mein Sohn Jan hat sich bereits gestern Abend mit der Evangelischen Jugend aus Tostedt per Fahrrad mit Zwischenhalt in Lauenbrück auf den Weg nach Bremen gemacht. In Achim, Syke, Delmenhorst und Lilienthal sammelten sich die Teilnehmer, um am heute Morgen in einer Sternfahrt nach Bremen aufzubrechen. Dort werden die Radreisegruppen von Bremens Umweltsenator Dr. Reinhard Loske, dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen sowie dem Komponisten, Sänger und Musiker Fritz Baltruweit begrüßt. Bremen ist nämlich eine fahrradfreundliche Stadt mit vielen Radwegen.

Mensch wo bist du? – Auf dem Rad gewesen!
Rund 50 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Hittfeld fuhren vom 19. – 24. Mai 2009 auf dem Rad zum Kirchentag nach Bremen

Mensch, wo bist Du? – Auf dem Rad, Herr!

siehe auch: Kirchentag bei Radio Bremen (Bremen vier)

siehe auch: Evangelischer Kirchentag in Köln 2007

Schräger als Fiktion

Schriftstellerin Kay Eiffel (Emma Thompson) ringt mit sich, wie sie ihren letzten und möglicherweise besten Roman abschließen soll – sie muss sich nur noch ausdenken, wie sie ihre Hauptperson, Harold Crick, am besten umbringen kann, dann wäre ihr Buch fertig. Sie hat jedoch keine Ahnung, dass Harold Crick (Will Ferrell) in der wahren Welt auf unerklärliche Weise tatsächlich am Leben – und sich plötzlich ihrer Worte bewusst ist, die nur er hören kann! Fiktion und Realität prallen aufeinander, als der zunehmend bestürzte Harold begreift, was Kay mit ihm vor hat und sich mit Händen und Füßen dagegen zu wehren beginnt. Denn er muss dringend einen Weg finden, wie er das Ende ihres Romans (und sein eigenes) abwenden kann…

Der Film Schräger als Fiktion (Stranger than Fiction – USA 2006 – Regie: Marc Foster) mit Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman, Emma Thompson und Queen Latifah lag bei mir schon einige Zeit herum. Ich hatte die durchaus guten Kritiken gelesen, aber irgendwie war es noch nicht an der Zeit, den Film anzuschauen. Da es am Freitagabend nichts Berauschendes im Fernsehen gab, stöberte mein Jüngster unsere Videobestände durch und kam mit dem besagten Film auf DVD und der Frage zu mir, wie der Film denn wäre. Ich wusste nur, dass er ganz gut sein soll, aber an den Inhalt konnte ich mich nicht mehr erinnern. So wagten wir es und legten die DVD in das Abspielgerät.

Viele ‚Lieblingsfilme’ habe ich nicht gerade, aber Schräger als Fiktion hat gute Chancen, mit zu den mir liebsten Filmen gezählt zu werden. Die Idee finde ich stark – und die Umsetzung mit gut aufgelegten Schauspielern ist bestens gelungen.

Man stelle sich einmal vor: Plötzlich hört man eine fremde Stimme, nein, keine innere Stimme, die einen zu beeinflussen versucht, sondern eine, die literarisch aufbereitet das kommentiert, was man gerade so macht. Statt in der Realität zu leben, ist man nur ein Teil einer Fiktion, eines Romans, den sich ein Autor ausdenkt.

Oder auch umgekehrt: Man schreibt einen Roman. Plötzlich bekommt man einen Anruf von der Hauptfigur, die scheinbar der Wirklichkeit angehört.

Sicherlich ließe sich dieser Plot auch in einem Roman realisieren. Aber der Film erweist sich als das hierfür beeigneteste Medium. Der Spiegel nannte es einen wunderbaren Kinobilderroman.


Schräger als Fiktion (USA 12006 – Regie: Marc Foster)

Die Kirche zeigt Flagge gegen Rechts

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche zeigen Flagge gegen rechtsextremistische Umtriebe und unterstützen die Jugend-Initiative in Tostedt, die sich in einem Offenen Brief an die Politik gewandt hatte.

„Die Samtgemeinde Tostedt muss jetzt hart durchgreifen“, fordert der stellvertretende Pastoralrats-Vorsitzende der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde, Matthias Kurrig, auf Anfrage. Alle gesetzlichen Möglichkeiten müssten ausgeschöpft werden (siehe: Gemeinsam gegen braunen Sumpf).

Und auch der Kirchenkreis Hittfeld der evangelischen Kirche bezieht eine eindeutige Position angesichts der jüngsten Eskalation in Tostedt. Die Pastorenschaft, die Diakone, der Kreisjugenddienst wie alle Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes stellen sich einmütig hinter die Forderung der Tostedter Jugendlichen, die ein entschlossenes gesellschaftliches Handeln gegen rechte Umtriebe einfordern (siehe: Kirchenkreis Hittfeld zeigt Flagge gegen Rechts); u.a. heißt es dort:

Der Kirchenkreis warnt vor jeder Form der Verharmlosung und Verdrängung. So sei es bei aller demokratischen Freiheit auch nicht hinzunehmen, dass der Eindruck entstehen könnte, die rechte Szene sei ein zu akzeptierender Teil der Gesellschaft, betonte Jäger. Von den öffentlich Verantwortlichen müssten unmissverständliche Signale ausgehen, um deutlich zu machen, dass die Zivilgesellschaft in großer Breite dem rechten Angriff auf die Demokratie widersteht.

Die neue Rechte sei gezielt auf der Suche nach Kontakten hinein in die bürgerliche Gesellschaft, so Jäger. Diese Taktik gelte es zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Vom oft noch vorherrschenden Bild des Neonazis in Springerstiefeln mit kahlgeschorenem Kopf müsse man sich verabschieden. Es sei eine zweite Generation von Neonazis unterwegs, die oft nicht leicht zu identifizieren sei.

„Den netten, weichgespülten Nazi von nebenan aber gibt es nicht“, betonte der Superintendent. Die Erscheinungsform habe sich verändert, die menschenverachtenden Inhalte seien jedoch die gleichen geblieben.

Der Kirchenkreis mahnt, den Blick in dieser Hinsicht zu schärfen und Zivilcourage zu zeigen. So sei es andernorts durch Aufklärung und breite Bündnisse von Kirchen, Politik, Gewerkschaften und Verbänden bereits gelungen, die schleichende Integration rechter Gedanken in die Schranken zu weisen. Insbesondere durch intensive Jugendarbeit in Vereinen und Organisationen könne erreicht werden, dass die Anfälligkeit für stumpfe, simple und ewiggestrige Parolen abnehme.

Excalibur – The Celtic Rock Opera

Am 25. Juli 2009 und nun auch – wegen der großen Nachfrage – am 24. Juli 2009, wird die Legende um das Schwert EXCALIBUR in der Kaltenberg Arena zu neuem Leben erweckt. Als Jubiläums-Event des weltweit größten Mittelalterspektakels „Kaltenberger Ritterturnier“ in der Arena beim Schloss in Kaltenberg startet dieses Konzertereignis voller Mystik und Magie und lässt den Zuschauer eintauchen in eine versunkene Welt der Könige, Ritter und Zauberer!

Die Celtic Rock Opera wurde komponiert und arrangiert von Alan Simon. Mitwirkende sind dabei u.a. Martin Barre von Jethro Tull, Alan Parsons, Jacqui McShee (von der früheren Gruppe Pentangle bekannt), die Gruppe Fairport Convention mit Simon Nicol, Dave Pegg, Chris Leslie und Gerry Conway, Corvus Corax, Andreas Völlenweider u.a. Der Schauspieler Michael Mendl spielt den Zauberer Merlin.


Excalibur – The Celtic Rock Opera – TRAILER

EXCALIBUR ist die Legende aller Legenden: erschaffen von einem Gott, vorausgesagt von einem Zauberer und gefunden von einem König. Ein uraltes Geheimnis, das nun musikalisch enträtselt wird.

Weitere Videos zu EXCALIBUR

Mit Schirm, Charme und Melone

Fernsehserien lassen mich heute völlig kalt. Ich habe einfach keine Lust (und auch keine Zeit), Woche für Woche, vielleicht sogar noch Tag für Tag die einzelnen Episoden einer Serie zu verfolgen. In jungen Jahren war das schon etwas anders. Ich erinnere mich an Serien wie Solo für O.N.C.E.L., einer US-amerikanische Fernsehserie des Geheimagenten-Thriller-Genres, die in den 60er Jahren lief. Die Hauptfiguren darin sind der Amerikaner Napoleon Solo (Robert Vaughn) und der Russe Illya Kuryakin (David McCallum), die für das „United Network Command for Law Enforcement“ (U.N.C.L.E) arbeiten.

In den 70er Jahren war es die Western-Serie Rauchende Colts, die ich öfter sah – allein aber nur wegen des Schauspielers und Countrysängers Ken Curtis in der Rolle des Hilfssheriffs Festus Haggen (Synchronsprecher Gerd Duwner). Ich habe mich damals kringelig gelacht mit meinen Freunden.

Die Serie schlechthin war für mich aber Mit Schirm, Charme und Melone, die am 18. Oktober 1966 im damals noch jungen ZDF startete. Die erste deutsche Staffel (eigentlich schon die 4.) wurde alle vier Wochen ausgestrahlt und war noch in schwarz-weiß. Die folgende Staffel (die 5. Staffel in Großbritannien) begann dann Mitte 1967 und wurde jetzt bereits alle 14 Tage gesendet – und das in Farbe. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte die Serie (nicht nur in Deutschland) eben mit der 4. (1965-66) und 5. (1967) englischen Staffel, als neben John Steel, der in allen Folgen der Serie zu finden ist, Diana Rigg als Emma Peel auftritt.

„Mit Schirm, Charme und Melone“ ist eine britische Fernsehserie mit dem Originaltitel „The Avengers“. Insgesamt wurden 161 Folgen von 1961 bis 1969 und 26 weitere Folgen von 1976 bis 1977 unter dem Originaltitel „The New Avengers“ gedreht. Die Serie vereint Krimi-, Action-, Science-Fiction- und Thriller-Elemente.


Vorspann zu “Mit Schirm, Charme und Melone” (4. englische Staffel – 1965 – 1966)

Ende 1966, Anfang 1967 war ich gerade einmal 12 bzw. 13 Jahre alt. Wenn ich heute ein besonderes Faible für britische Eigenarten habe (besonders für britischen Humor), dann wurde die Saat hierzu spätestens mit dieser Serie gesät. Und mit Diana Rigg als Emma Peel erahnte ich damals, was knisternde Erotik bedeutet:


Mit Schirm, Charme und Melone – Die Königin der Sünde

Diese englische Agentenserie lief bereits seit dem 7. Januar 1961 im britischen Fernsehen und erfreute sich auf der Insel großer Beliebtheit. Jedoch wurde das Konzept im Laufe der Jahre mehrmals geändert und auch der Spannungsbogen der einzelnen Geschichten ausgeweitet. Von Anfang an dabei war John Steed (Parick Macnee). Ihm zur Seite stand damals ein männlicher Partner mit Namen Dr. David Keel (Ian Hendry). Der englische Originaltitel der Serie war ‚The Avengers’ (Die Rächer). Der Name ist darauf zurückzuführen, dass Dr. David Keel den Mord an seiner verlobten rächen wollte. Er blieb dann noch seinem Partner John Steed erhalten und löste mit ihm gemeinsam weitere Fälle. 1962 stieg der Schauspieler Ian Hendry aus der Serie aus und die Figur des Agenten John Steed wurde etwas stärker in den Mittelpunkt gestellt. Die wesentliche Änderung im Konzept der Serie war, dass ab der 2. Staffel eine Frau mit Namen Dr. Catherine Gale (Honor Blackman) die neue Partnerin Steeds wurde. Und sie blieb ihm in zwei Staffeln (2 und 3) erhalten. Die Zuschauer gewöhnten sich schnell an das Agentenpaar und sahen die einzelnen Episoden mit großer Begeisterung. Völlig überraschend kündigte die Schauspielerin Honor Blackman Anfang 1964 ihren Vertrag, weil sich für sie die Chance zu einer Filmkarriere eröffnete. Der alles entscheidende Grund für ihren Ausstieg aus ‚The Avengers’ war das Rollenangebot der Pussy Galore in dem James-Bond-Film ‚Goldfinger’. Nun wurde seitens der Produzenten fieberhaft nach einer neuen Partnerin für John Steed gefahndet. Schließlich fiel nach langem Suchen die Wahl auf Diana Rigg. Fortan stand sie John Steed als Emma Peel zur Seite. Die junge Schauspielerin wollte das Medium Fernsehen einmal ausprobieren und nahm die neue Aufgabe gerne an. Was keiner erwartete, trat jetzt ein: Emma Peel und John Steel wurden von den Zuschauern zum beliebtesten Agentenpärchen auserkoren und innerhalb von nur zwei Jahren wurde die Serie weltweit von vielen Fernsehsendern ins Programm genommen. Mit diesem Siegeszug erreichte die Serie den Höhepunkt ihrer Popularität. Noch heute verbinden die Zuschauer ihre Erinnerungen an die Serie insbesondere mit den Folgen, in denen Diana Rigg als Emma Peel mitwirkte.

Am 4. November 1965 traf man im ZDF in Mainz die Entscheidung, dieses Erfolgsformat auch nach Deutschland zu holen. Aber ob dieses Konzept in unserem Land Erfolg haben würde, war fraglich. Noch etwas vorsichtig bei den Planungen erwarb man zunächst eine Lizenz für 13 Episoden aus der 4. Staffel. Man wählte die Folgen aus, die nach Einschätzung der Redaktion für das deutsche Publikum interessant sein könnten. Der Erfolg nach Ausstrahlung der ersten Folgen im Spätherbst 1966 war gigantisch. Die Serie entwickelte sich sofort zu einem Renner. Schnell wurde nun beim ZDF die Entscheidung getroffen, weitere Folgen aus dieser Serie auszuwählen und zu lizenzieren.

Auch der Deutsche Serientitel „Mit Schirm, Charme und Melone“ konnte nicht treffender sein. John Steed, der als Geheimagent mit besonders schwierigen Aufgaben innerhalb der Verbrechensbekämpfung betraut ist, ist stets korrekt gekleidet. Eben ein Gentleman mit feinem Spürsinn, der dazu noch über eine gehörige Portion Humor verfügt. Daneben ist Emma Peel als seine Partnerin die perfekte Ergänzung: schlagfertig und supersexy. Mit kühler Lässigkeit, Emmas Karatekünsten, verblüffendem Scharfsinn und humorvollem Charme gelingt den beiden die Aufklärung der kompliziertesten Kriminalfälle. Dabei sind drei Dinge für das taffe Agentenduo besonders wichtig: Schirm, Charme und Melone!

Mit ihren außergewöhnlichen Methoden zogen Emma Peel und John Steed die Zuschauer in Windeseile in ihren Bann. Emma Peel, eine Karate-Lady im Lederanzug, setzt ihre Kunst im Kampf gegen Ganoven ein. Stattdessen bevorzugt John Steed lieber einen Regenschirm als Waffe, in dem ein kleiner Degen versteckt ist.

(aus dem Beipackzettel zur 8-DVD-Boxset: Mit Schirm, Charme und Melone – Edition 1)

Die 4. Staffel (die erste in Deutschland) aus den Jahren 1965-66, eben mit Emma Peel als kongeniale Partnerin von John Steed, gibt es jetzt als Boxset mit insgesamt acht DVDs. Das sind 26 Folgen der Serie mit einer Laufzeit von über 20 Stunden. Als besonderes Schmankerl sind auch alle fürs Fernsehen entfallenden Szenen enthalten (teilweise im Original, wenn keine Synchronisation vorliegt, dann aber mit deutschen Untertiteln): Mit Schirm, Charme und Melone – Edition 1 (8 DVDs)

Okay, das Bild ist nicht immer ganz so scharf, der Ton (mono) aber gut zu verstehen. Als das Boxset bei mir eintraf, musste ich mir gleich einen Teil anschauen (Das schottische Schloss): Ach, Emma, ich liege Dir zu Füßen … und das Wochenende (da gibt es sowieso nur Murx im Fernsehen) ist gerettet.

Und wer nicht genug von John Steed und Emma Peel bekommen sollte, dem empfehle ich Mit Schirm, Charme und Melone – Edition 2. Am 21. August diesen Jahres kommen dann die weiteren Folgen mit dem Agentenpaar – diesmal in Farbe – auf dem Markt und können bereits jetzt vorbestellt werden.

 
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