Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

youtube am Scheidepunkt

Wer regelmäßig im Internet youtube aufruft, weiß, welch ungeheure Video-Schätze hier zu finden sind. Besonders wenn man nach Musiktiteln sucht, ob nun aus der Klassik, dem Rock oder Pop, hier wird man fündig. Und man braucht kein Jurist zu sein, um zu wissen, das die meisten dieser Videos gegen urheberrechtliche Bestimmungen verstoßen. Um diesem vorzubeugen, hat youtube, die Google-Tochter, diverse Verträge mit Plattenfirmen geschlossen und diese gleichzeitig an den Werbeeinnahmen beteiligt.

Ende Dezember 2008 hat nun die Warner Music Group youtube aufgefordert, alle illegal hochgeladenen Videos zu löschen. Begründet wird diese Forderung damit, dass man sich mit youtube nicht über ein weiteres Lizenzabkommen habe einigen können, sprich: Warner Music will höhere Lizenzgebühren. youtube hat daraufhin damit begonnen, die anrüchigen Videos stumm zu schalten, nicht wie früher, zu löschen („Dein Video xxx beinhaltet unter Umständen Inhalte, deren Eigentümer oder Lizenzgeber WMG ist“).

YouTube

Und Ärger droht nun auch von anderen großen Plattenfirmen. Die Verträge mit Universal, Sony und EMI laufen in den nächsten Monaten aus. Die Lizenzgebühren müssen neu verhandelt werden. Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Verhandlungen wie bei Warner Music völlig scheitern. Aber wir werden sehen (und nichts mehr hören?).

Das eigentliche Problem: Das Suchmaschinenunternehmen Google hatte das populäre Videoportal im Oktober 2006 mit hochfliegenden Erwartungen übernommen. youtube werde sich zu einer sprudelnden Einnahmequelle entwickeln, glaubte man bei Google. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Auch heute fehlt dem Suchmaschinenunternehmen noch immer ein klares Konzept, um mit youtube das große Geld zu machen. Naht also bald das Ende von youtube?

Im Gegenzug wird youtube von immer mehr Personen, Gruppen oder Institutionen entdeckt. So hat jetzt auch der Vatikan mit Papst Benedikt XVI. einen Kanal geöffnet, um auf diesem Weg Informationen und bedeutende Ereignisse des Vatikans unters Volk zu bringen: Der Vatikan bei youtube.

Aber auch Terroristen übermitteln ihre zweifelhaften Botschaften jetzt vermehrt über dieses Videoportal. Die neueren Drohgebärden von El-Kaida gegen Deutschland sind bei youtube zu finden.

youtube steht am Scheidepunkt: Wohin der Weg gehen wird, ist völlig offen. Solange keine klaren, langfristig gültigen Regeln zum Urheberrecht vereinbart werden, ist selbst das Ende von youtube nicht ausgeschlossen.

Walker & Richard

Es gibt nichts Überholteres, Abgehalftertes als den “Schnee” von gestern. George W. Bush ist endlich nur noch Geschichte. Acht Jahre stümperhafte Politik sind beendet. Trotzdem und gerade deshalb müssen die acht Jahre historisch aufgearbeitet werden. Keine Angst, ich maße mir nicht an, dies tun zu können. Für mich bleibt aber doch die Frage, wie ein so durchschnittlich intelligenter Mensch Präsident eines Landes wie die USA werden konnte. Vielleicht nicht die abschließende Antwort, aber Hinweise hierzu gibt Oliver Stones Film „W.“.

Ich war versucht, diesen Beitrag mit dem Titel „Dick & Doof“ zu versehen (Dick wie Richard, Doof eben wie George W.). Aber ich wäre damit übers Ziel geschossen, denn Dick Cheney und George W. Bush auf die bekannten Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy zu reduzieren, wäre nicht angemessen (vielleicht auch eine Beleidigung für die beiden Komiker).

Nun Bush wurde nicht Präsident der USA aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten. In gewisser Hinsicht war er das Sprachrohr (eher noch der Strohmann) einer Garde erzkonservativer Politiker – beginnend mit seinem Vater bis hin zu eben jenem Richard „Dick“ Cheney, der als Vize-Präsident die eigentliche Geschicke der Bush-Administration steuerte. George W. Bush war die Hülle, die durch ihre Volkstümlichkeit die benötigten Wählerstimmen fing.

Ein Ausschnitt aus Oliver Stones Film „W.“ zeigt George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney im Gespräch – u.a. über die Zulassung von Foltermethoden wie Waterboarding. Es ist erstaunlich, wie Cheney hier seinem Präsidenten ein Papier zur Unterzeichnung geradezu unterschiebt, das Foltermethoden in einem freiheitlichen Staat legalisierte. Diese Szene ist bezeichnend für die „Zusammenarbeit“ zwischen Bush und seinen Ratgebern – und geradezu erschreckend, wie hier eine angebliche Führungskraft den Manipulationen unterlegen kann:


Walker & Richard

Morgens. Mittags. Abends.

Dieses Jahr begann schon einmal nicht so toll. Ich will gar nicht von der Finanzkrise sprechen, deren Auswirkungen sich erst so richtig in diesem Jahr zeigen werden. Keiner weiß wirklich, was auf einem zukommt. Nein, mich hat ein Virus erwischt (nicht meinen Rechner, mich selbst), der mich für fast zwei Wochen niedergeworfen hat. So hat es mich schon seit Jahren nicht mehr erwischt. Und so durfte ich Medikamente schlucken – morgens – mittags – abends, zuletzt sogar ein Antibiotikum, weil mein Hausarzt in meinem linken Lungenflügel ein Rasseln vernommen hatte. Liest man dann zu den Pillen und Tabletten den Beipackzettel bzw. die Packungsbeilage (offiziell heißt das Gebrauchsinformation: Information für den Anwender, nein, nicht für den Anwender am Rechner), dann fragt man sich, warum man das Zeug eigentlich nimmt – am Ende ist man kränker als zuvor. Und was das Zeug dann auch noch kostet! Da lohnt sich meist schon ein Vergleich im Internet (da bekommt man vieles billiger als in seiner Apotheke vor Ort).

Packungsbeilage

Nun, so schlimm ist es am Ende dann doch nicht. Ich habe mich in diesen letzten Tagen ausgeruht, viel geschlafen, auch einiges gelesen und am Rechner weniger gedaddelt (daher waren auch die Beiträge hier zuletzt eher kurzgefasst oder fielen sogar an einigen Tagen ganz aus). Und so schlimm ist wohl auch das neue Jahr nicht: Mit einem Barack Obama als neuen US-Präsidenten kann es eigentlich nur besser werden (und George W. darf wieder die Sonnenuntergänge in Texas genießen – hätte er gern früher haben dürfen – und darf wieder tun, was er lange nicht mehr durfte, siehe: Bushs letzte Nacht als Präsident).

Hoffen wir, dass die Medizin ohne Nebenwirkungen bleibt und das tut, was sie soll: Heilen. Das gilt für mich (und für alle Kranken). Das sollte auch für unseren Planeten gelten, der Wirtschaft und Politik. So ’ne Art Obama täte Deutschland natürlich auch gut. Aber mit einer Angela oder einen Frank-Walter greifen wir lediglich zu Mittelchen, die höchstens lindern, aber nicht wirklich helfen.

Unerwarteter Wintereinbruch mit Schnee

Also der Wetterbericht sagt immer noch etwas ganz anderes: Leichter Regen mit Sturmböen. Windig ist es schon etwas – aber statt Regen bekamen wir heute mehrere Zentimeter Schnee ab – hier im hohen Norden. Natürlich freuen sich da nicht nur die Kinder zum Wochenendbeginn. So nutzten wir die Chance und bauten im Garten einen großen Schneemann. Von langer Dauer wird dieser kurze Wintereinbruch aber wohl nicht sein, leider …

Wintereinbruch 23.01.2009 im Norden

Wintereinbruch 23.01.2009 im Norden

Wintereinbruch im Norden – 23.01.2009

Schneemannbau

Schneemannbau

Wintereinbruch im Norden – 23.01.2009: Bau eines Schneemanns

Empore Buchholz/Nordheide – Backstage

Keine Angst: Ich habe nicht über Nacht musikalisch die Seiten gewechselt. Meine Frau schenkte zu Weihnachten ihren Eltern Karten für das „Winter-Zauberland“, einem Abend mit Schlager, Evergreens und Parodie in der Empore in Buchholz/Nordheide – also bei uns in der Nähe.

Gestern Abend war es soweit. Meine Frau begleitete ihre Eltern in das Konzert mit Plätzen in der ersten Reihe und anschließendem Sekt-Empfang „backstage“ (war aber wohl im Foyer) mit einigen der Sänger und Sängerinnen, u.a. mit dem Duo Treibsand (einer der beiden Herren kommt aus Jesteburg, ist also eine lokale Größe).

Rosen fürs Duo Treibsand

"Schwiegermutter" mit Duo Treibsand

Schwiegermutter mit dem Duo Treibsand

Die Empore in Buchholz ist ein Veranstaltungszentrum und bietet u.a. Theater und Musik von Klassik bis Rock/Pop.

Mission Accomplished: Neuer Job für W.

Seit gestern ist George W. Bush ohne Job. Mission accomplished – Mission ausgeführt?! Also was tun? In seiner Amtszeit zeigte sich, dass er zu mehr als nur zum US-Präsidenten taugt. So hat zdf.de aus der Vielzahl seiner Talente die herausgesucht, die wohl am besten zu ihm passen: Jobvorschläge für W. – Brezelbäcker, Masseur?

Oliver Stones's W

übrigens: Am kommenden Freitag, den 23.01., zeigt der TV-Sender Pro7 ab 22 Uhr 25 Oliver Stones erst im letzten Jahr verfilmtes George W. Bush-Portrait: W.

Nachtrag: zdf.de bietet eine überhaupt nicht autorisierte Biografie des George W. Bush: Being W (Video – 90 Min.)

Obamas Antrittsrede: Dein Platz in der ersten Reihe

Ein neuer Präsident gibt uns Gelegenheit, mit der umstrittenen Politik einer wenig beliebten US-Administration abzuschliessen – und erlaubt uns, diesen hoffnungsvollen Moment zu feiern. Die Erwartungen an Obama sind hoch und bereits gibt es Druckversuche die Umsetzung seiner Wahlversprechen zu verhindern. Aber unsere Aktion für echten Wandel hat gerade erst begonnen. Treffe online auf (andere) Avaaz-Mitglieder auf unserem globalen Netzwerk, wo wir gemeinsam die Zusammenarbeit und Einflussnahme auf die Regierung Obama planen.

Einige von uns werden an der Arbeit sein, während Obama spricht, andere vor dem Fernseher, doch es wird inspirierend sein, am Bildschirm die Avaaz Hub Page online zu haben und diesen besonderen Moment mit Aavaz-Mitgliedern auf der ganzen Welt zu teilen. Auf dem Obama Hub herrscht bereits reger Austausch.

Klicke hier, um unsere aktuelle Berichterstattung zu verfolgen und an der Diskussion teilzunehmen, während wir bei Obamas Amtseinführungsrede am Dienstag 20. Januar live dabei sind. Die Rede wird in Deutschland ab 17 Uhr ausgestrahlt (New York 11 Uhr, Rio 14 Uhr, Hong Kong am Mittwoch 12 Uhr):

Obamas Antrittssrede

Bewegungen hängen von ausserordentlichen Ereignissen ab. Unsere Bewegung für eine bessere Welt hat mit der Wahl Obamas etwas zu feiern. Er hat versprochen von Bushs verfehlter Klima- und Menschenrechtspolitik abzukehren und in Zusammenarbeit mit der globalen Staatengemeinschaft Unrecht und Armut zu bekämpfen. Nichts von all dem wird möglich sein ohne dem Mitwirken engagierter Weltbürger – der Wandel kommt nicht über Nacht und erfordert großen Einsatz. Lasst uns diesen Moment zusammen teilen, und lasst uns darüber sprechen, wie wir Einfluss nehmen können auf diesen neuen Präsidenten, der für unsere Anliegen ein offenes Ohr hat.

Sei Teil dieses historischen Augenblicks! Verfolge Obamas Amtseinführung zusammen mit Avaaz-Mitgliedern auf der ganzen Welt!

40. Todestag von Jan Palach

Jan Palach, geb. am 11. August 1948 in der mittelböhmischen Stadt M?lník, erlebte als Student den Prager Frühling und seine Niederschlagung durch die Streitkräfte des Warschauer Pakts im August 1968. Er nahm an den Protesten teil, die sich gleichermaßen gegen die Okkupationsmächte und die nachgiebige Haltung der tschechoslowakischen Regierung richtete. Als Hilfeschrei und symbolischen Protestakt wählte er den Freitod: Am 16. Januar 1969 übergoß sich Jan Palach mit Benzin und zündete sich auf dem Prager Wenzelsplatz an. In einem Abschiedsschreiben bezeichnete er sich als ersten Freiwilligen, der die Menschen in seinem Land als Fackel aufrütteln wolle. Drei Tage später, heute vor genau 40 Jahren, am 19. Januar 1969, starb er in einem Prager Krankenhaus. Sein Begräbnis wurde zu einer erschütternden politischen Demonstration. Auch wenn er nicht der einzige war, der auf diese Art seinen Protest bekundete, so wurde er doch zu einer international gewürdigten Symbolfigur des gewaltfreien Widerstands gegen militärische und ideologische Gewalt.

siehe auch: Jan Palachs Prag

Martin Walser: Ein springender Brunnen

Es ist eines der großen Erinnerungs-Bücher der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, der Entwicklungsroman eines Jugendlichen zur Zeit des Nationalsozialismus, 1932 beginnend und 1945 endend – Martin Walsers Ein springender Brunnen.

Es ist die Geschichte von Johann und seinem zwei Jahre älteren Bruder Josef, der 1944 an der Ostfront ums Leben kommt. Und es ist die Autobiografie von Martin Walser selbst. 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren und aufgewachsen, erleben wir in „Ein springender Brunnen“ die Zeit des Nationalsozialismus aus der Sicht eines Kindes und Heranwachsenden. Allein dieser Blick verrät uns viel von der schleichenden Veränderung der Köpfe dieser Menschen bis hin zu einer Entwicklung, die brutale Übergriffen auf Andersdenkende bzw. Andersgeartete zulässt.

Zudem bewahrt Walser in diesem 1998 erschienenen Buch vor allem auch viele der skurrilen Typen und der schwäbisch-alemannisch redenden Bewohner auf und beklagt in seinem Nachwort zurecht den Niedergang an mundartlicher Sprache, den möglichen Verlust einzelner Wörter, die durch kein anderes Wort zu ersetzen sind und unterzugehen drohen.


Wasserburg am Bodensee

In erster Linie geht es aber um den heranwachsenden Johann, seine – vom Vater geschulte – poetische Sicht der Dinge, seine ersten Erfahrungen in Liebesdingen. Und wir erfahren seinen inneren Konflikt, den der Widerspruch zwischen Religion und Leben in ihm auslöst. Ziemlich am Ende des Buches heißt es u.a.: „Johann wollte nie mehr unterworfen sein, weder einer Macht noch einer Angst …“ Das gilt für Vieles.

Ich selbst habe Wasserburg und den Bodensee bisher noch nicht besucht (bis zum Rheinfall von Schaffhausen habe ich es einmal geschafft). Aber einige Lokalitäten aus dem Roman sind mir und meiner Familie durchaus vertraut. Zum einen ist es das Kreuzeck (zwischen Alpspitze und Zugspitze), dort oben, wo Johann im Januar 1945 seine Hochgebirgsausbildung absolvieren musste. Und das Eisstadion von Garmisch, wo er nach Kriegsende gefangengehalten wird. Hier habe ich 2002 mit meinen Söhnen einige Runden auf dem Eis gedreht.

Kreuzeck
Bergregion zwischen Alpspitze und Zugspitze

Weg zum Kreuzeck
Weg zur Bergstation Kreuzeck

Martin Walser musste sich vorwerfen lassen, durch diesen Roman die Nazizeit zu verharmlosen. Auschwitz käme nicht vor. Die Kritik ging wohl soweit, dass man Walser Geschichtsrevisionismus und latenten Antisemitismus vorwarf. Man kann das alles nachlesen. Aus meiner Sicht ist das natürlich völliger Humbug. Walser hat einen Roman seiner Entwicklung zum Erwachsenen geschrieben. Bei dem im Roman geschilderten Bild der Nazizeit versucht er möglichst realistisch zu sein, und schafft damit durchaus ein Beispiel der persönlichen Gewissenserforschung.

siehe hierzu den Ausschnitt in: Weihnachten 1932 in Wasserburg/Bodensee

Da bekommt selbst der Ackermann das Magengrummeln

Wie schön, dass er nach kurzem Unwohlsein wieder zur Arbeit gefunden hat, unser Herr Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Da schlug ihm wohl die Tatsache, dass sein Geldinstitut 2008 ebenso unter die Räder gekommen ist wie andere Banken – Herr Ackermann und Co. fuhren im vergangenen Jahr knapp 4 Milliarden Euro Verlust ein -, doch gehörig auf den ansonsten robusten Magen.

Nun ein Herr wie Ackermann bleibt selbst in der Krise umtriebig. Und was lange schon angekündigt war, es nimmt jetzt entgültig Formen an: Die Deutsche Bank übernimmt 22,9 % der Postbank, um damit das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden auszubauen. Vorläufig sind es ‚nur’ 22,9 %, denn das Ziel (mindestens 25 % und eine Aktie), um damit eine Sperrminorität zu bekommen, hat Ackermann noch verfehlt.

Aber wie kommt ein solcher Kauf zustande? Wer fast vier Milliarden Euro in den Sand setzt, kann doch keine großen Anteile an anderen Unternehmen erwerben, oder? Er kann! Die Post bekommt für den Verkauf der Postbank ihrerseits rund acht Prozent der Deutschen Bank. Also ein mittelalterlicher Tauschhandel. Bravo! Was mich entsetzt ist die Tatsache, dass dieser Deal in Börsenkreisen als „völlig normal“ eingestuft wird. Aber was ist heute noch „völlig normal“? Hochriskante Finanzspekulationen sind das hoffentlich nicht mehr. Und ein solcher Schweinehandel sollte es auch nicht mehr sein.

Jagger/Cooder/Hopkins/Watts/Wyman: Blow With Ry (1969)

Als Studiomusiker begleitete Ry Cooder unter anderen Künstler wie Gordon Lightfoot, die Rolling Stones (Love in Vain (Ry spielt hier im Mittelstück die Mandoline), Sister Morphine (Ry spielt Slidegitarre)), Eric Clapton, Van Morrison usw. Es war das Jahr 1969, als sich die Stones zu ihren „Let it Bleed“-Sessions (das Album enthält u.a. „Love in Vain“) trafen. Und in einer lauen Nacht im Mai ’69 warteten die ROLLING STONES im Aufnahmestudio auf ihren Leadgitarristen. So begannen die 3/5 Stones (Mick Jagger, Bill Wyman und Charlie Watts) zusammen mit den Gästen Nicky Hopkins und Ry Cooder draufloszujammen, während der Toningenieur das Ganze auf Bandmaterial festhielt. An eine Veröffentlichung des Materials war eigentlich nie gedacht. 1972 kamen die Aufnahmen als „Jamming With Edward“ dann doch in die Läden, jedoch zu einem weitaus geringeren Preis aufgrund der Tatsache, dass „Edward“ eben keine sauber eingespielte Studioplatte war.

Man kann sich natürlich über den Wert einer solchen Scheibe streiten. Wahrscheinlich ist der musikgeschichtliche Wert größer als der Hörgenuss. Immerhin vermittelt „Edward“ dem Hörer ein Gefühl von Studio-Arbeit, was eine korrekt produzierte Platte natürlich nicht bietet.

Ich selbst bin kein allzu großer Fan der Stones und habe sie nur einmal (ich denke es war 1980) live im Niedersachsen-Stadion von Hannover gesehen. Umgehauen hat mich das damals nicht. Aber als Fan von Ry Cooder möchte ich zumindest einen Ausschnitt aus dieser Jammerei (sic!?) vorstellen:


Jagger/Cooder/Hopkins/Watts/Wyman: Blow With Ry (1969)

Siehe hierzu den totalen Verriss der Scheibe bei intro.de