Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Top 20 Hottest Female Guitarists

Als ich vor kurzem meine zehn (und mehr) größten Gitarristen der Rockmusik (und darüber hinaus) in einer Zusammenstellung vorstellte, war nur eine Frau dabei (Joan Armatrading). Natürlich stellt sich die Frage, was ist mit weiblichen Gitarrenspielern? Ist die Rockmusik also auch nur wieder eine von den vielen Männerdomänen, oder haben auch Frauen eine Change, den Gitarrenolymp zu erklimmen?

Betrachtet man die klassische Musik, so wissen wir, dass es hier überdurchschnittlich viele Frauen gibt, die sich als Interpreten einen Namen gemacht haben. In der Rockmusik sind es vor allem Frauen als Sängerinnen, die wir kennen. Aber klampfespielende Amazonen?

Bei meiner Recherche im Internet wurde mir eines sehr schnell klar: Es gibt viele Gitarristinnen. Aber erfolgreich sind sie eigentlich nur dann, wenn sie auch ein entsprechend attraktives Äußeres vorweisen können. Es sind also wieder nur Männer, die Ranglisten erstellen, die dann nicht das Attribut ‚greatest’, sondern ‚hottest’ vorangestellt bekommen. Also die ‚heißesten’ weiblichen Gitarrenspieler. Das mag auch etwas mit der Spieltechnik zu tun haben, wird sich aber vor allem auf das Äußere der Ladies beziehen: Top 20 Hottest Female Guitarists

Nur wenige der dort aufgeführten Ladies sind mir bekannt und das eigentlich auch nur namentlich (Courtney Love, Jewel und Joan Jett). Von den anderen habe ich mir (nicht ganz) willkürlich eine herausgefischt. Brody Dalle, die früher für The Distillers spielte, jetzt wohl für Spinnerette in die Saiten greift (und auch singt). Typ: Böses Mädchen. Die Stimme ist ganz okay, auf der Gitarre gelingen ihr aber keine allzu großen Wunderwerke, sollen sie wohl auch nicht. Aber horchen wir kurz hinein:


The Distillers – Drain the Blood

Aber weiter. Auf der Suche noch wirklich hervorragenden Gitarristinnen blieb ich bei youtube und wurde hier auch ausreichend fündig. Ich habe gleich mehrere Videos zu einer Playlist zusammengestellt und stelle in folgender Reihenfolge die Gruppen/Gitarristinnen vor:

„Phantom Blue“ – „Vixen“ – Lori Linstruth – Lita Ford – Carina Alfie – Jennifer Batten – Nori Bucci – Orianthi – Miki Sugimoto – Haruka Nakamura – Ruyter Suys & Maria Sol Quintas

Bemerkenswert finde ich, dass sich die Stile der Damen doch sehr ähneln, so als hätten sie einen gemeinsamen Lehrmeister (oder Meisterin) gehabt. Besonders die Technik des Tappings (mit der Schlaghand) und Hammerings (mit der Greifhand) wird (manchmal über Gebühr) benutzt. Hierbei werden die Saiten durch Anschlag mit den Fingerkuppen auf die Bünde gedrückt und dadurch in Schwingungen versetzt (diese Technik findet man vor allem beim Einsatz des Chapman Sticks). Wenn mir die Musik als solches auch nicht ganz zusagt, so ist es doch erstaunlich, welche Virtuosität die Ladies hier entwickeln. Dabei geht leider (wie so oft) der Ausdruck verloren. Aber es gibt sie: die göttinnengleichen „female guitarist players“ der Rockmusik. Aber hören wir doch einfach hinein und lassen uns berauschen (wenn die Qualität der Videos von Ton und Bild auch nicht ganz so berauschend ist):


Female Guitar Players

Kaufrausch: Es weihnachtet sehr …

Allen Unkenrufen zum Trotz und auch trotz Kauf-Nix-Tag am letzten Samstag (konsumkritischer Aktionstag am letzten Freitag (Nordamerika) bzw. Samstag (Europa) im November) – es weihnachtet sehr und drei Wochen vor Weihnachten sind die Deutschen in bester Weihnachtskauflaune. Wie gehabt stehen Unterhaltungselektronik, Bücher und Kosmetik ganz oben auf den Einkaufslisten. Auch der Handel rechnet mit guten Umsätzen. Keiner will sich lumpen lassen. Gespart werden kann später. Also rein ins Gewühle.

Derweil startet das Christmas-Shopping in den USA eher schleppend. Eigentlich beginnt die Jagd nach Weihnachtsgeschenken, nachdem Truthähne verspeist und alle Familienstreits ausgefochten sind, wenn also „Thanksgiving“ vorbei ist, mit dem für die US-Bürger liebsten Einkaufstag, den „Black Friday“ (Der Freitag direkt nach Thanksgiving hat seinen Namen daher, weil der US-Einzelhandel meist erst ab diesem Tag Gewinne macht, das heißt schwarze Zahlen schreibt). Aber die Wirtschaftskrise bremst die Kauflaune der Amerikaner. Vielleicht erhoffen sich die Schnäppchenjäger doch noch größere Rabatte in den nächsten Wochen.

Zudem zeigen sich einige Kunden etwas nervös. So haben sich bei einem Streit in einem Spielzeugladen in Kalifornien zwei Männer gegenseitig erschossen. Und in New York trampelten Schnäppchenjäger einen Verkäufer tot. Der 34-Jährige wurde von den Schnäppchenjägern überrannt, als die am frühen Morgen die Eingangstür eindrückten und in den Laden stürmten.

Ja, es weihnachtet eben sehr. Wie gut, dass ich die Geschenke für meine Lieben längst besorgt habe. Dieses Jahr fällt alles für uns etwas weniger groß aus. Manchmal ist weniger mehr. Man sollte lernen, sich zu begnügen.

siehe auch meine Beiträge zu Weihnachten aus den Vorjahren

Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

Komisch, wirklich komisch zu sein ist eine durchaus ernste Sache. Wenn Komisches dann auch noch lehrreich ist – um so besser. Da gibt es nun einen promovierten Mediziner, der es versteht, medizinisches Wissen und Witz derart zu mischen, dass es uns zum Schmunzeln bringt: Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Ich berichtete bereits über ihn (Hirschhausen und die buddhistische Bahn). Nun habe ich sein kleines Büchlein: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben. Kurioses aus der Medizin gelesen, und, passend zur Jahreszeit und dem bescheidenen Wetter, einen kleinen Beitrag herausgefischt:

Schnupfen – Laufende Ermittlungen zur laufende Nase

„Kind, zieh dir was an die Füße, du holst dir den Tod.! – Darin sind sich alle Großmütter der Welt einig: Schnupfen ist die direkte Folge von kalten Füßen. Als ich im Medizinstudium etwas von Viren lernte, dachte ich insgeheim: Wie, bitte, gelangen diese kleinen Biester von den kalten Füßen bis in die Nase?

Heute weiß ich, dass kalte Füße nicht Ursache, sondern Folge der Ansteckung sind. Denn sobald die Viren den Körper befallen, kämpft der Kreislauf gegen sie an, die Füße werden schlechter durchblutet und kalt. Den historischen Beweis lieferten zwei Gruppen Studenten.

Die eine musste nasse Socken tragen, die andere nicht. Alle bekamen die gleiche Menge Erkältungsviren ins Gesicht gesprüht, und wird steckte sich an? Beide Gruppen gleich, die experimentell gekühlten Füße machten keinen Unterschied. Millionen Großmütter können irren.


Die Hirschhausen Akademie – „Grippe“

Schnupfenviren sind wie Bill Gates und Dieter Bohlen: Auf Dauer kann man ihnen nicht entfliehen. Aber man kann gezielt den Kontakt verringern, sodass sie einen nicht krank machen. Unser Umgang mit Schnupfen ist sowieso komplett irrational. Abends sind wir krank und werden sauer auf denjenigen, der uns morgens in der U-Bahn angeniest hat. Hätte der nicht wirklich zu Hause bleiben können? Viren brauchen aber ein bisschen, bis sie uns spürbar krank machen. Die wenigsten Erkältungen bekommen wir durch die Luft, viel öfter stecken wir uns über die eigenen Hände an. Aber woher soll ich wissen, welche Schniefnase den Haltegriff in der U-Bahn vor mir angefasst hat? Dann verdamme ich doch lieber den Nieser, den kenn ich wenigstens. Hätte sich doch zumindest die Hand vor die Nase halten können!“ Schließlich lernt jedes Kind, dass Handvorhalten das Beste ist, was man tun kann. Ist es auch – aus Sicht der Viren. Denn die sind von Natur aus unternehmenslustig und leben nur so lange, wie sie immer wieder jemanden neu infizieren können. Ist der Schnodder also von der Nase an der Hand, landet er in Windeseile auch überall dort, wo andere Menschen hinfassen. An der Türklinke, am Haltegriff, daheim an der Fernbedienung. Noch vornehmere Leute haben ja Stofftaschentücher. So wenig ich von Freuds Theorien halte, in Hinblick auf die anale Fixierung hatte er recht. Dieser Blick, mit dem ein erwachsener Mann nach minutenlangem Schnäuzen noch einmal wehmütig den Inhalt seines Stofftaschentuchs begutachtet, dieser Blick ist identisch mit dem Stolz eines Dreijährigen beim Blick zurück in die Schüssel. Bei den Großen kommt noch die Einsicht dazu: Okay – wir Männer können keine Kinder kriegen – aber das hier hab ich ganz allein hinbekommen!

Schließlich wird das Stofftaschentuch gefaltet – damit anschließend beide Hände infektiös sind. Dann ab in die warme Hosentasche. Frischer Rotz im Taschentuch bei Körpertemperatur – das ist für die Viren so eine Club Méditerranée. Schöner könnten sie es nicht haben.

Was hygienischer wäre? Auf den Boden zu schnäuzen. Die Viren finden das niemanden zum anstecken, frieren und langweilen sich zu Tode. Ich mach das. Ich niese ungehemmt auf den Boden, breche die Infektionskette und schütze die Gemeinschaft. Das Dumme daran: Die Gemeinschaft erkennt meinen tiefen Altruismus nicht, sondern hält mich für ein Schwein! Deshalb, liebe Leser, lassen Sie uns Wissen statt Viren verbreiten. Sie haben die Aufgabe und die Pflicht, sollte es Sie ab jetzt irgendwann in der Nase kitzeln, sich vorbildlich zu verhalten und auf den Boden zu explodieren. Es braucht etwas Gewöhnung, aber ich habe diesen Traum, dass sich nicht heute, nicht morgen, aber schon in naher Zukunft, zwei Menschen auf der Straße begegnen, einer niest auf die Erde, der andere stoppt, staunt und sagt: „Sie kennen Hirschhausen!“ Dann liegen sich beide in den Armen und stecken sich nicht an.

aus: Dr. med. Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
(9. Auflage Juni 2008 – Originalausgabe – Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg) S. 127f.

Zum Schluss noch etwas von Hirschhausen zur aktuellen Finanzkrise:


Dr. Eckart von Hirschhausen: Finanzkrise

Jan wird volljährig

Ja, wie die Zeit vergeht. Heute nun wird mein Großer 18 Jahre alt und damit volljährig:

Alles Gute zu Deinem Geburtstag. Und besonders für Deine Zukunft wünschen wir Dir, dass alles so klappt, wie Du es Dir wünschst!

Deine Eltern und Bruder Lukas

Jan wird volljährig

Mit der Volljährigkeit ist das so etwas. Ich wurde z.B. ‚mittendrin’ volljährig, denn zum 01.01.1975 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Volljährigkeit von zuvor 21 Jahren auf 18 Jahre herabgesetzt. Ich wurde also nicht zu einem Geburtstag, sondern zu einem Jahreswechsel volljährig (mit 20 Jahren, 10 Monaten und 28 oder 29 Tagen).

In Schottland wird man übrigens mit 16 Jahren volljährig – im Gegensatz zu den anderen Ländern des Vereinigten Königreichs. Daher hatte sich in früheren Jahren auch der schottische Grenzort Gretna Green zu einer Art Heiratsparadies entwickelt.

Jean-Marie Gustave Le Clézio : Onitsha

Die Vergabe des Literaturpreises 2008 an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clézio sorgte besonders in Deutschland für einiges Unverständnis. Ein Grund: Keiner kannte ihn bisher richtig. Als ich zwei seiner Bücher vor acht Jahren zum ersten Mal las, so war bis heute nicht viel in meinem Gedächtnis von dem Gelesenen hängen geblieben. Natürlich frage ich mich heute, was der Grund dafür sein konnte. So las ich also eines der Bücher Onitsha (1991 – dt. Ausgabe 1993 bei Kiepenhauer & Witsch, Köln) in diesen Tagen erneut.

Jean-Marie Gustave Le Clézio

Nun Le Clézio wurde der Nobelpreis als „dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase” zuerkannt. Ich halte „Onitsha“ für ein sehr poetisches Buch. Es ist Entwicklungs- und eine Art Abenteuerroman und ein Buch über eine uns unbekannte Welt, die Welt der Schwarzafrikaner. Afrika hat mich schon immer interessiert, von der Musik bis hin zur Literatur (beginnend mit Albert Camus und das Leben in Nordafrika bis hin zu Wole Soyinka aus Nigeria). Was mich vielleicht vor Jahren beim ersten Lesen dieses Romans störte: Es fehlt mir etwas der psychologische Tiefgang. Die Personen verharren auf einer Oberfläche, die zwar immer wieder einen Blick in die Tiefe zulässt, der dann aber nur unzureichend ausgeleuchtet wird. Sicherlich sind knapp 300 Seiten zu wenig, um sich der vielen Themen, die hier angesprochen werden, ausführlicher zu widmen. So ist dieser Roman wie ein Gedicht, knapp und poetisch, aber ohne epische Breite.


Onitscha/Nigeria

Zum Inhalt: Geoffroy Allen lebt am Nigerstrom, „etwas oberhalb des Stroms, ein wenig stromaufwärts von der Stadt Onitsha, wie im Herzen einer großen Kreuzung von Wasserwegen.“ Geoffroy arbeite für eine britische Handelsfirma, die diverse Waren aus England importiert.

Als Maou, seine Frau, und der zwölfjährige Sohn Fintan im Jahre 1948 in Port Harcourt ankommen, haben sie eine vierwöchige Schiffsreise hinter sich. Maou ist voller Zuversicht und freut sich schon auf ihr Leben in Afrika: weite Grasebenen, in denen man sich verliert, der breite Strom, so breit, dass man ihn für ein Meer halten könnte, Mangobäume, rote Lehmhäuser und ihr Haus auf einem Hügel, das von Bäumen umgeben ist. Fintan wird erstmals seinen Vater sehen.

Doch die Reise führt keineswegs ins Idyll. Maou betritt afrikanischen Boden, und es dauert nicht lange, da macht sie sich bei Kolonialbeamten unbeliebt. In Onitsha trifft sie auf „eine Gesellschaft von langweiligen, pedantischen Beamten“, die in ihrem Klub Bridge spielen, währenddessen angekettete Sklaven für die englischen Herrschaften eine Grube für ein Swimmingpool ausheben.

Goeffrey dagegen träumt davon, das Land zu finden, in das der Legende nach eine schwarze ägyptische Königin einst mit ihrem Volk gezogen ist, als die Stadt Meroë im Jahre 350 nach Chr. vom König Ezana aus Aksum geplündert wurde.

Für Fintan, dem 12-jährigen tut sich dagegen eine wundervolle Welt auf. Mit seinem afrikanischen Freund Bony erlebt er Abenteuer, wobei er in das afrikanische Leben und auch in die Mythologie des schwarzen Kontinents eintaucht.

Als eine schwere Malariaerkrankung Geoffroys die Familie zwingt, Afrika zu verlassen, nimmt Fintan ein Stück von Afrika für immer mit sich nach Europa.

Wie sein Held Fintan hat Le Clézio seine Kindheit in Afrika verbracht. Er hat mit diesem Buch den Roman einer nie vergessenen Initiation geschrieben. Ihm gelingt es, die kunstvolle Verknüpfung von persönlichen Schicksalen mit den uralten Mythen des schwarzen Kontinents und den Bildern einer geheimnisvollen, archaischen Welt, die im Biafrakrieg für immer untergegangen ist, aufzuzeigen.

(Fast) unterschlagene Beiträge – Teil 13

Gates soll Chef im Pentagon bleiben

Einer soll bleiben: Robert Gates, Verteidigungsminister der Regierung Bush soll dieses Amt in der Regierung Obama behalten – mindestens noch ein weiteres Jahr. Gates ist seit zwei Jahren unter Präsident George W. Bush Verteidigungsminister. Er gilt als gemäßigter Politiker und ist seit langem den Republikanern verbunden. Mit seiner Nominierung würde Obama seine Zusage erfüllen, dass auch ein Republikaner in seinem Kabinett sein solle.

Man stelle sich das einmal bei uns vor: Eine alleinige SPD-Regierung mit einem CDU-Minister?!

SPD weint Clement kaum eine Träne nach

Alles Kinderkram. Es ist wie beim Streit zweier Kinder um ein Spielzeug. Gibt einer nach, dann interessiert das Spielzeug plötzlich auch den anderen nicht mehr. Ähnlich verhält es sich nun in der Auseinandersetzung zwischen SPD und dem frühere Bundeswirtschaftsminister und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement. Erst kämpft Clement um seinen Verbleib in der SPD und darf dann bleiben. Jetzt tritt er von sich aus aus der Partei aus.

Wasserversorger in der Klemme

Deutsche Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, die ihre Wasserversorgungswerke an US-Investoren verkauft und zurückgeleast haben, haben jetzt durch die US-Finanzkrise massive Probleme. Dubiose Geschäfte also auch in anderen Wirtschaftszweigen. Am Ende dürfen die Gemeinden ihre Wasserwerke für viel Geld zurückkaufen. Die Kunden werden sich freuen.

Und spätestens mit dem neuen Jahr steigen dann auch schon wieder die Strompreise.

„Die Toten Hosen“ in der Midlife Crisis?

Kurz vor Weihnachten besucht mein großer Sohn ein Konzert der „Toten Hosen“ in Bremen. Rechtzeitig zu Weihnachten beschert uns die Gruppe ein neues Album, das erste Studio-Album nach vier Jahren: In aller Stille (Das wieder ‚was mit den „Toten Hosen“ läuft, vermeldet auch der Anstieg der Videoaufrufe bei youtube).

Dem nicht genug ist Campino, der Toten Hosen-Frontmann, seit dem 20.11. im neuen Wim Wenders-Film in der Hauptrolle zu bewundern: Palermo Shooting, dem deutschen Film-Comeback Wim Wenders’.

In „Palermo Shooting“ spielt Campino den ausgebrannten Star-Fotografen Finn, der auf skurrile Weise dem Tod begegnet. Schlaflos, hastig und oberflächlich bewegt sich der Düsseldorfer Promi-Fotograf Finn durch die Mode- und Kunstszene. Sein Handy klingelt pausenlos, ein Shooting jagt das nächste. Er leidet unter Schlaflosigkeit. Erst als er bei einer nächtlichen Heimfahrt beinahe tödlich verunglückt, merkt Finn, dass er etwas in seinem Leben ändern muss. Nach einer Übernachtung auf den Rheinwiesen bringt ihn eine seltsame Begegnung mit einem Hobby-Schafzüchter auf eine Idee: Er beschließt, wegzufahren und seinen nächsten Job – ein Fotoshooting mit Mila Jovovich – nach Palermo zu verlegen. Dort angekommen, lässt sich der Fotograf durch die Altstadt treiben und verliert sich immer mehr in bedrohlichen Träumereien, in denen er von einem geheimnisvollen Bogenschützen (Dennis Hopper) verfolgt wird. Gemeinsam mit der schönen Restaurateurin Flavia (Giovanna Mezzogiorno) ergründet Finn, was es mit seinen Visionen auf sich hat…

Warum nun Campino in einem Film von Wim Wenders? Beide stammen aus Düsseldorf und der Film beginnt ja auch in dieser Stadt. Und Wenders hat öfter schon mit Musikern zusammengearbeitet. Campino selbst war durchaus erfolgreich in einer Inszenierung von Bertolt Brechts Dreigroschenoper unter der Regie von Klaus Maria Brandauer für den Berliner Admiralspalast, das zwischenzeitliche Metropol-Theater, von August bis Oktober 2006 in der Rolle des Mackie Messer zu sehen. In die Rolle des ausgebrannten Star-Fotografen scheint er aber dann doch nicht so recht zu passen. Campino, der sich redlich müht, sich aber doch mit deutlich sichtbarem Überschuss an Bewusstheit (so wie wir ihn eben kennen) durch die ereignisarmen Szenen bewegt, wird als Figur niemals richtig lebendig. Campino in der Midlife Crisis? So recht mag ihn das keiner abkaufen.

Und der Film selbst? Wim Wenders steht für mich für Kunstfilme, eigentlich für künstliche Filme, die überfrachtet und bedeutungsschwanger daherkommen. Die teils kitschigen Dialoge auch in diesem Film tragen ihren Teil dazu bei. Wim Wenders hat ein Werk geschaffen, das unbedingt Kunst sein will und genau das dann nicht ist. Es ist ein Film, der wesentlich vom Sehen handelt, selbst aber blind für die Last der Bedeutung bleibt resp. die Last dem Zuschauer aufbürdet.

Jethro Tull live in Basel/Switzerland 2008

Die Gruppe Jethro Tull besteht dieses Jahr bereits seit 40 Jahren. Zu diesem Anlass reist die Gruppe um Ian Anderson mit ihrer 40th Anniversary-Tour kreuz und quer durch die Weltgeschichte.

Ich selbst habe mich nicht hinreißen lassen, eines der vielen Konzerte auch in Deutschland zu besuchen. Schön, dass es die Gruppe noch gibt. Aber ich schwelge da lieber in alten Erinnerungen. Zuletzt 2005 raffte ich mich noch einmal auf und besuchte ein Konzert in Bremerhaven. Das war ganz okay. Sollte es aber auch gewesen sein.

Natürlich sind bei youtube viele Konzertausschnitte von der jetzigen Tour zu sehen. Jede Menge Handys haben die Kontrollen am Eingang ungeschadet überstanden und bieten reichlich Anschauungsmaterial vom stimmlichen Verfall des Herrn Anderson. Die Wackelbilder mit mehr Nebengeräuschen als eigentlicher Konzertmusik mag ich aber nicht mehr sehen.

Da kommt mir aber ein Konzertmitschnitt vom 15. November 2008, also vor gerade 10 Tagen vom schweizerischen Fernsehsender SF2 live als Teil des ‚AVO Session‘ Festivals aus der Festsaal der Messe Basel schweizweit übertragen, gerade Recht.

Jethro Tull trat in der Besetzung mit Ian Anderson, Martin Barre, David Goodier (Bass), John O’Hara (Keyboards) und Doane Perry am Schlagzeug auf.

Hierzu die Setlist lt. Ministry-of-information.co.uk:

My Sunday Feeling
Living In The Past
Serenade To A Cuckoo
So Much Trouble
Nursie (extended version)
Rocks On The Road
A New Day Yesterday
Too Old To Rock’N’Roll…
Bourée
Nothing Is Easy
Dharma For One (w. claghorn & Count The Chickens)
Heavy Horses
Thick As A Brick
Aqualung
Locomotive Breath

Interessant ist ohne Zweifel das Stück „Dharma for One“ mit dem Schlagzeugsolo – weniger wegen des Schlagzeugsolos, sondern weil Ian Anderson hierfür sein legendäres Claghorn ausgegraben hat, jene nasal klingende Tröte, die er zuerst und zuletzt auf dem ersten Album von Jethro Tull „This Was“ gespielt hatte.

Spätestens bei „Aqualung“ geht jeder alte Tull-Fan in die Knie (eigentlich schon viel früher): Ich weiß nicht, warum sich Ian Anderson das antun muss, aber seine Stimme ist nun wirklich völlig im Eimer. Ich bekomme Bauchschmerzen, ihn so hören zu müssen. Natürlich ist instrumental alles bestens, auch Martin Barre zeigt trotz der langen Tour noch viel Spielfreude. Und auch Goodier und O’Hara sind okay, auch wenn ich beide irgendwie nicht mag.

Aber ich will hier keinen in meine Trauer um alte Zeiten einbeziehen. Wer mag, kann sich hier das gesamte Konzerte anschauen und hören, die sputnik7777 bei youtube eingestellt hat. Vielen Dank von hier an ihn.


Jethro Tull live in Basel/Switzerland 2008

Meine 10 und mehr größten Gitarristen der Rockgeschichte: Zusammenfassung

Ich denke, ich habe sie zusammen: Meine mindestens 10 besten und damit größten Gitarristen der Rockmusik. Und da ich in meiner Aufzählung nicht nur Rockgitarristen führe, sondern auch grenzüberschreitend Gitarristen des Jazz und der Klassik mit einbezogen habe, sind es am Ende eben auch mehr als zehn (ob es dann wirklich ALLE sind, möchte ich bestreiten, aber es muss genügen).

Wer nun den höchsten Thron besteigt, wer also für mich der beste Gitarrist überhaupt ist, vermag ich nicht zu sagen, weil keiner wirklich mit dem anderen vergleichbar ist. Was der eine an Spieltechnik aufzuweisen hat, macht der andere durch Ausdruck wett. Der eine mag eine Virtuosität besitzen, die ein anderer durch Einfallsreichtum ausgleicht.

Werkzeuge der Gitarrengötter

Hier nun in einer Zusammenfassung meine Gitarrenheroen in der Chronologie meiner bisherigen Beiträge. Beginne ich mit meiner Lieblingsgruppe Jethro Tull. Neben dem Kopf, dem Sänger und Flötisten Ian Anderson, ist es Martin Barre, der Gitarrist, der durch sein Spiel den Stil der Band maßgebend mitgeprägt hat. Sicherlich ist er nicht einer der ganz Großen. Er ist aber groß genug, um mit den Gitarristen anderer großer Bands mithalten zu können.

Von Harry Sacksioni dürften die wenigsten bisher etwas gehört haben. Er ist Niederländer und eigentlich nur als Gitarrist von Herman van Veen bekannt geworden. Ich habe ihn hier aufgeführt, weil er durchaus meisterlich die akustische Gitarre zu handhaben versteht. Und ich liebe die akustische Gitarre.

Die beiden nächsten werden wohl nicht nur von mir zu den ganz Großen gezählt: Jimi Hendrix und Eric Clapton. Was muss ich zu den beiden noch schreiben. Vielleicht ist es Clapton, den man nicht umsonst zum Gitarrengott erhoben hat.

Steve Winwood ist eher bekannt als Sänger und Meister der Tasteninstrumente. Aber er beherrscht auch das Gitarrenspiel im außergewöhnlichen Maße. Auch wenn ich ihn nicht ganz oben sehe, so wollte ich ihn doch nicht unterschlagen, schon deshalb, weil seine Musik mich eine längere Zeit begleitet hat.

Da ich chronologisch vorgehe, kommt David Lindley vor Ry Cooder. Beide sind Meister der Slide-Gitarre und sind sich oft genug im Leben über den Weg gelaufen. Beide schöpfen aus dem Schatz traditioneller amerikanischer Musik – sowohl des Nordens als des Südens.

In den 60-er Jahren war er einer der Großen und wurde in einem Atemzug mit Clapton und anderen Heroen der Bluesgitarre genannt: Peter Green. Leider war er sich selbst im Weg und schaffte es nicht, an der Spitze zu bleiben. Aber auch in späteren Jahren blitzte immer wieder sein Können auf, sodass er für mich hier nicht fehlen darf.

Noch ein Meister der akustischen Gitarre, ob nun klassisch oder folkrockig – zudem mit einem ausgeprägt eigenem Stil: Leo Kottke.

Und wenn wir schon bei akustischen Gitarren sind, dann kommen wir am Flamenco und damit an Paco de Lucia nicht vorbei. Mit ihm bewegen wir uns allerdings schon im Grenzgebiet jenseits der Rockmusik. Fusion lautet da wohl das Zauberwort. Und mit ihm tauchen dann schnell Namen auf wie John McLaughlin, Larry Coryell und Al di Meola, alles Gitarristen, die sich zwar dem Jazz verpflichtet sehen, immer wieder auch die Verbindung zum Rock gesucht haben. Und wenn ich Paco de Lucia nenne und damit in Spanien lande, so möchte ich, wenn es auch mit Rockmusik wenig zu tun hat, Gitarrengrößen der Klassik nicht vergessen, die ihre Heimat eben in Spanien haben: die Meister der klassischen Gitarre, Andrés Segovia, Narciso Yepes und Carlos Motoya – und nur der Vollständigkeit halber hier auch den englischen Gitarristen und Lautisten Julian Bream nennen.

Auch mit meinen beiden nächsten Favoriten bin ich noch ziemlich weit von der Rockmusik entfernt. Zuerst Django Reinhardt, der sich mit seinem Gypsy Jazz auch in Deutschland größerer Popularität erfreute. Dann nochmals Rock in der Verbindung mit Jazz – Terry Smith von der Gruppe „If“ – heute fast vergessen.

Aber komme ich zur Rockmusik zurück. Und in meiner Chronik folgt Mark Knopfler und Dire Straits. Auch er zeichnet sich durch einen eigenen, fast könnte man sagen: eigenwilligen Stil aus. So spielt er die E-Gitarre mit den Fingerkuppen in fast klassischer Manier und zupft dabei die dicke E-Saite mit dem Daumen.

Ry Cooder habe ich bereits erwähnt. Obwohl er eigentlich nie durch spektakuläre Gitarrensoli hervortritt, sein Stil auf der Slidegitarre ist eher prägnant, so ist es der Ausdruck, der besticht. Bei Cooder swingt es.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich u.a. Chris Spedding, der immer wieder mit anderen Rockgrößen zusammengekommen ist. Das wird seinen Grund haben.

Als einzigste Frau hat es Joan Armatrading bei mir in die Gefilde der Gitarrentitanen geschafft. Sie hat von Anfang an versucht, sich auch über ihr Gitarrenspiel auszudrücken; zunächst mit der akustischen (wenn auch elektrisch verstärkt: Ovation), dann mit der elektrischen Gitarre, und hat dabei ihren eigenen Stil geschaffen.

Last not least ein Maestro besonderer Art: Frank Zappa, mit dem ich mich erst in diesen Tagen ausführlicher beschäftigt habe. Auch wenn er sich selbst nicht als Virtuosen sah, so gehörte er ungelogen zu den Gewaltigen des Gitarrenspiels. Okay, manche Soli sind auch für mich etwas zu lang geraten. Aber wie er die volle Breite (und Länge) des Griffbretts nutzt, wie er in seinen Improvisationen experimentiert, das ist ohne Gleichen.

Soll ich es am Ende doch wagen und den größten Gitarristen der Rockmusik küren? Ich denke, dann kämen Eric Clapton und Frank Zappa am ehesten für mich in Frage. Clapton, weil er neben einer hervorragenden Spieltechnik auch sehr viel Ausdruck in sein Spiel zu legen versteht; Zappa für seine musikalischen „Eskapaden“, um seine Experimentierfreudigkeit so zu nennen. Jimi Hendrix, der auch immer wieder genannt wird, wenn es darum geht, den größten Gitarristen zu nennen, war für mich zu abgedreht. John McLaughlin, der sicherlich ein Wahnsinnstechniker ist, wirkt auf mich leider zu steril. Wenn, dann käme noch Paco de Lucia für mich in Frage, aber der gehört ja nicht in den Olymp der Rockmusik.

Siehe auch meinen Beitrag. 100 größten Gitarrensolos der Rockmusik – Plätze 1 – 10

Markennamen

In einem früheren Beitrag Von Archaismen und Neologismen schrieb ich über das Wandelbare unserer Sprache: „So wie Tier- und Pflanzenarten leider für immer aussterben, so verschwinden auch Wörter mit der Zeit. Aber dank eines Darwinismus in der Linguistik entstehen immer wieder neue Arten, d.h. Wörter, die unseren Wortschatz erweitern, zumindest den Schwund der Wörter, die untergegangenen, kompensieren.“

Weiter schrieb ich: „Interessant ist auch, wie bestimmte Begriffe durch Markennamen ersetzt wurden. Klebstoff, Klebestreifen, Papiertaschentuch, Suppenwürze oder Getreideflocken kennt kein Mensch, aber Uhu, Pattex, Tesa, Tempo, Maggi oder Kellegg’s.“

„Markennamen geben dem ansonsten anonymen Produkt einen „Namen“ und erhöhen dadurch die Unterscheidungsfähigkeit zu Produkten der gleichen Kategorie.“ So steht es in einem Lexikon der Marken.

Leider ist es heute so, dass fehlender Individualismus durch ein Bevorzugen bestimmter Markenartikel kaschiert wird. Dies gilt z.B. beim Kauf von Kleidung. So wird man in einer Gruppe schnell zum Außenseiter, wenn man es wagt, sich mit „namenlosen“ Hosen, Shirts, Jacken oder Schuhen zu kleiden. Je teurer, desto besser. Qualität spielt eher eine untergeordnete Bedeutung.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die so genannte Markentreue. Wer sich schon als Kind mit einer Zahnpasta einer bestimmten Marke die Zähne geputzt hat, tut dies oft bis ins hohe Alter. Was für Zahnpasta gilt, gilt um so mehr auch bei Waren ‚im höheren Preissegment’, also für ‚höherpreisig positionierte’ Artikel.

Komme ich aber auf die Marken und ihre Namen zurück. Das angesprochene Lexikon gibt u.a. neben einer Übersicht der Firmenlogos und Werbesprüche (Slogans) einen interessanten Einblick in die Herkunft bestimmter Markennamen, hier nur ein Beispiel: Google.

Wer hat sich nicht längst einmal gefragt, woher der Name kommt bzw. was er bedeutet. Hierzu das Lexikon:

Der Firmenname entstand als Wortspiel auf den von Eward Kastner geprägten Begriff. Kastner, ein amerikanischer Mathematiker, hatte seinen 8-jährigen Neffen gebeten, ein Wort für eine Zahl mit einer 1 und 100 Nullen zu erfinden: Googol.

Page und Brin wählten hiervon abgeleitet den Namen „Google“ (manchen Quellen zufolge aufgrund eines Schreibfehlers), da er perfekt die Mission des Unternehmens reflektierte, die immense, unendlich erscheinende Menge verfügbarer Informationen im Internet zu organisieren.

So erfährt man also vieles von Aldi bis hin zu Zewa und darüber hinaus: Ein durchaus aufschlussreicher Rundgang durch die Entstehungsgeschichte der Markennamen.