Kategorie-Archiv: Bahn fahren

Bahn (DBAG usw.) fahren ist Sch…

Gegen den Strom – Tatort (951) aus Bremen: Windparks, SuedLink und Y-Trasse

25 Jahre habe ich in Bremen gelebt. Das ist inzwischen auch schon wieder über 32 Jahre her. Aber natürlich habe ich immer noch einige ‚heiße Drähte‘ zu der Stadt an der Weser, nicht nur dass ich Anhänger des SV Werder Bremen bin. Und als Fan der Tatort-Reihe habe ich natürlich auch zu den Bremer Kommissaren Inga Lürsen und Nils Stedefreund ein ‚besonderes Verhältnis‘.

Am Sonntag lief die neueste Folge aus Bremen: Wer Wind erntet, sät Sturm. Der Titel, man ahnt es, ist eine Ableitung des biblischen Zitats Wer Wind sät, wird Sturm erntet aus Hosea 8,7. Hosea war ein Prophet, der etwa zwischen 750 und 725 v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Das ihm zugeschriebene gleichnamige Buch eröffnet die Reihe der Zwölf kleinen Propheten. – Man erahnt aber auch sogleich die Thematik dieser Tatortfolge: Es geht um die Gewinnung von Windenergie (Wind ernten) und den Widerstand dagegen (… sät Sturm).

Tatort (951) aus Bremen (2015): Wer Wind erntet, sät Sturm – Windpark in der Nordsee

Die Bremer Tatorte beschäftigten sich schon öfter mit Themen, die etwas mit dem Meer, also der Seefahrt und jetzt mit dem Betreiben von Offshore-Windparks, zu tun haben. Sicherlich ist die Gewinnung von Windenergie eine ‚saubere‘ Sache, greift aber stark in die Natur ein. Wer durch Gegenden mit hohen Windstärken fährt (z.B. die Küstenlandschaft Norddeutschlands) wird zwangsläufig auf jede Menge Windkraftanlagen mit riesigen Rotoren stoßen. Das sieht nicht besonders gut aus. Und dass solche Anlagen gerade dort, wo Zugvögel in großen Scharen vorbeiziehen, für diese zur tödlichen Falle werden (‚Vogelschredder‘), kann man sich denken. Das ist dann auch der Ausgangspunkt der Bremer Tatortfolge.

Aber bleibe ich noch etwas beim Thema Windkraft. Auf dem Festlandssockel der deutschen Nordseeküste ist eine riesige Windparklandschaft im Entstehen. Der hier gewonnene Strom reicht aus, um große Teile Deutschlands damit zu beliefern. Aber noch fehlt es an Leitungen von Nord nach Süd, um diesen Strom zu übertragen. Natürlich ist auch das längst in Planung und trägt den Namen Südlink (SuedLink). So wie sich Widerstand gegen die Windparks regt, so formiert sich Widerstand gegen diese Stromtrasse.

Ich wohne 70 km von Bremen, auf halben Weg Richtung Hamburg, entfernt. Und genau vor unserer Haustür ist so eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung (HGÜ) mit einer Übertragungskapazität von 10 Gigawatt geplant. Elektrosmog für die Anwohner inklusive. Dem nicht genug: Ebenfalls vor unserer Haustür ist die so genannte Y-Trasse geplant, eine Erweiterung des Schienenverkehrs, die zunächst der zeitlichen Verkürzung des Personenverkehrs Richtung Süden dienen sollte, jetzt verstärkt für den Gütertransport bereitgestellt werden soll. Laut einer Prognose würden angeblich bis 2025 im Hamburger Hafen und in den Bremischen Häfen dann doppelt so viele Container umgeschlagen wie jetzt. Auch wenn bei uns keine neuen Schienen verlegt werden, so bedeutet das aber trotzdem einen Zuwachs von mindestens 200 Güterzügen am Tag (und in der Nacht natürlich auch). Prost, Mahlzeit! Noch denken wir (meine Familie und ich) nicht über einen Wegzug nach …

Aber zurück zum Krimi aus Bremen: Es geht zunächst um den Mord an einem Umweltaktivisten, der mit drei Schüssen niedergestreckt wurde. Ein weiterer Aktivist ist verschwunden. Ins Visier der Fahnder rückt schnell der Betreiber eines Windparks, der aber andere Sorgen hat, z.B. mit seiner Hausbank, die plötzlich wegen der Ereignisse den vereinbarten Kredit nicht herausrücken will. Zudem ist ein Hedgefonds-Unternehmen an ‚Claims‘ (Ansprüche auf Gebiete im Meer) interessiert, um eigene Windparks errichten zu lassen. Eine undurchsichtige Rolle spielt dabei auch jene Karin Lorenz (Annika Blendl), die sowohl mit dem Windparkbetreiber als auch dem verschwundenen Umweltaktivisten bestens bekannt ist. Als Vizechefin einer Umweltschutzorganisation vergibt sie Zertifikate gegen Geld an Unternehmen, um gewissermaßen deren Umweltverträglichkeit zu attestieren. Am Ende des Krimis haben wir (wenn ich mich nicht verzählt habe) ein halbes Dutzend Tote.


Tatort (951) aus Bremen: Wer Wind erntet, sät Sturm (2015)

Das ist natürlich ‚viel Holz‘ für 90 Minuten Tatort. Und es bleibt dann auch nicht aus, dass sich einige Protagonisten mancher Plattitüde bedienen („Nur wer gegen den Strom schwimmt, gelangt zur Quelle“), um das Thema möglichst schnell auf den Punkt zu bringen. Am Ende kommt aber ein Kriminalfall heraus, der das Betrachten lohnt: Für Spannung ist bis zum Schluss gesorgt. Und wenn man die Thematik Windpark eigentlich auch nur anreißen kann, so macht diese Tatort-Folge doch sehr nachdenklich.

Bitte mitmachen! Noch etwas zur Y-Trasse – Wer in unmittelbarer Nähe von Bahnhöfen oder Bahnstrecken wohnt (gilt besonders für die Strecke Bremen – Hamburg bzw. die Bereiche Seevetal, Buchholz/Nordheide, Rosengarten, Tostedt, Jesteburg, Hanstedt, Buxtehude, Horneburg und Stade), der kann sich unter laermaktionsplanung-schiene.de an einer Befragung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) zum Thema Bahnlärm beteiligen. Die Phase der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung läuft noch bis zum 30. Juni – Weiteres siehe kreiszeitung-wochenblatt.deBitte mitmachen! Anmelden, Immissionsort (eigene Anschrift), Emissionsort (Bahnstrecke/Bahnhof) angebe, dann die wenigen Fragen beantworten mit Ankreuzen – das war’s dann schon …

Wohin, Herr W.?

Inzwischen beglückt die GDL die Bahnkunden mit dem neunten Streik in einem und dem gleichen Tarifkonflikt. Seit heute Morgen zwei Uhr wird neben dem Güter- nun auch wieder der Personenverkehr bei der Deutschen Bahn bestreikt. Und das mit offenem Ende. Auch über die Pfingsttage ist mit Behinderungen im Bahnverkehr zu rechnen. Das hat schon etwas von einem Kasperltheater. Nur ein Beispiel: Am letzten Wochenende war ein erneuter Versuch einer Annäherung zwischen der Gewerkschaft und der Deutschen Bahn gescheitert. Vertreter der Deutschen Bahn und der GDL hatten am Freitag und Samstag über eine Lösung des seit Monaten andauernden Konflikts vertraulich verhandelt – insgesamt 20 Stunden nach Angaben des Konzerns. Zu einem für Sonntagmorgen um 10.00 Uhr verabredeten Treffen beider Seiten kam es nicht mehr. Die GDL warf der Bahn daraufhin vor, den Verhandlungstisch am Samstag verlassen und die Verhandlungen abgebrochen zu haben. Dagegen gab die Bahn an, die Gewerkschaft sei am Sonntagmorgen nicht zu der geplanten Fortsetzung der Gespräche erschienen. Wer sagt nun die Wahrheit?

Die Verantwortung trage die Bahn, die in den Gesprächen bewiesen habe, dass in den Verhandlungen keinerlei Ergebnisse erzielt werden sollten, erklärte die GDL. Vielmehr solle der Tarifabschluss bis zum Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes verschleppt werden. Das wird voraussichtlich Anfang Juli geschehen. Dem Gesetzentwurf zufolge soll künftig in einem Betrieb nur noch der Tarifvertrag der jeweils größeren Gewerkschaft gelten. Streiks einer kleineren Gewerkschaft wie der GDL für einen eigenen Abschluss wären dann möglicherweise nicht verhältnismäßig und illegal.

Dem entgegnet nun der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann: Wer nach acht Streiks „noch immer nicht auf die Zielgerade kommt, der weckt Zweifel, dass er an dieser Alternative ernsthaft interessiert ist“, sagte Hoffmann dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe). Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky wolle „augenscheinlich“ das Gesetz über die Tarifeinheit abwarten, „um dann im Zusammenhang mit dem schwelenden Konflikt gegen das Gesetz klagen zu können“, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Wer verschleppt nun den Tarifkonflikt?

Herr W. sieht seine Felle davonschwimmen und manch einer sieht in den erneuten Streiks nichts anderes, als dass Herr W. „ausschließlich den Versuch der Arbeitsplatzsicherung in eigener Sache“ betreibt. Da ist sicherlich etwas dran, denn die Lokführergewerkschaft GDL sieht sich in ihren heutigen Zielen wohl zu Recht bedroht. In den meisten Betrieben innerhalb der Bahn hat sie kaum die Mehrheit und könnte künftig kaum in Anspruch nehmen, einen eigenen Tarifvertrag mit anderen Regelungen für die bei ihr organisierten Zugbegleiter abzuschließen. Außerdem fürchten Kritiker, Arbeitgeber wie die Bahn könnten die Betriebe so zuschneiden, dass missliebige Spartengewerkschaften immer nur die Minderheit hätten. (Quelle: heute.de)

Das kann man sehen, wie man will. Eines ist auf jeden Fall auch sicher: Mit den Streiks schadet die GDL nicht nur die Bahn, die Wirtschaft und Millionen Fahrgäste, sondern auch sich selbst. Wenn Züge nicht fahren, dann sucht man sich Alternativen: Auto, Busse oder LKWs. Einmal ‚umgestiegen‘, bleiben viele auch bei diesen sicherlich nicht umweltfreundlichen Alternativen. Weniger Bahnverkehr bedeutet aber auch weniger Bahn-Personal.

Inzwischen wurde bekannt, dass der Deutsche Beamtenbund (DBB) – die GDL ist Teil des DBB – den erneuten Bahn-Streik kritisiert und es ablehnt, weiterhin Gelder für die Streikkasse der GDL zur Verfügung zu stellen, was sie bisher in sehr umfänglichem Rahmen getan hat. Wann ist die Streikkasse der GDL also endlich leer?

    GDL-Oberfritzie

Wenn es heute noch eine Wahl zum unbeliebtesten Mann in Deutschland gäbe, so gewönne sicherlich mit großem Abstand Herr Weselsky. Man braucht nur ins Netz zu schauen, um zu sehen, wie ‚beliebt‘ sich der GDL-Chef in der Bevölkerung macht. Es sind nur noch GDL-Mitglieder, die ihm Beifall zollen. Auch die werden immer weniger.

Einen Post von Michael Weyland auf seiner Facebook-Seite spricht wohl vielen (auch mir) aus der Seele (ich fahre zwar Metronom, einem privaten Eisenbahnunternehmen, das NOCH nicht bestreikt wird – fahre innerhalb Hamburgs dann aber auch noch S-Bahn, die als Tochter der Deutschen Bahn durch den Streik Zugausfälle verzeichnete, und musste heute auf die U-Bahn ausweichen …):

Mein lange verstorbener Deutschlehrer hatte – was bestimmte Leute anging, eine sehr treffende Aussage. Er sagte immer: „Den soll der Blitz beim Sch…. treffen!“ Genau dieser Satz ging mir heute durch den Kopf, als ich die neuesten Aktivitäten eines gewissen Claus W., auch bekannt als GDL-Napoleon, hörte. Ich finde es absolut unmöglich, dass es diesem Typen vollständig gleichgültig ist, wie vielen tausend Familien er die Pfingstferien versaut. Insofern wäre die Aktion mit dem Blitz sicherlich die gerechte Strafe.

Strafrechtlich dürfte ein solcher Wunsch übrigens keinerlei Sanktionen nach sich ziehen, bisher wäre mir nämlich völlig neu, dass man als deutscher Normalbürger einen Einfluss darauf hat, wen der Blitz wann wobei trifft!18. Mai um 19:08

siehe auch zuletzt: Danke, Herr Weselsky!

siehe auch: Das System Weselsky – Mit diesen vier Methoden knechtet der Bahn-Erpresser seine Gewerkschaft

Danke, Herr Weselsky!

Natürlich meine ich es mit der Überschrift ironisch, aber nicht nur … Die Fratze des Grauens, der Ober-Claus (nur!) eines Teils der deutschen Lokführer, hat wieder zugeschlagen und mit einem neuen Streik den Bahnverkehr für fast eine Woche teilweise zum Erliegen gebracht. Angeblich verursacht dieser Streik der deutschen Wirtschaft einen Schaden von rund 500 Millionen Euro. Woher die Zahlen kommen, ist mir zwar etwas schleierhaft. Sei es darum: Mit dem Geld hätte man die streikenden Lokführer auf Jahre mit fürstlichen Gehaltserhöhungen und Zulagen beglücken können.

Aber ums Geld geht es ja bekanntlich nicht allein. Die GDL, insbesondere Herr Weselsky will das gewerkschaftliche Alleinvertretungsrecht für ALLE Lokführer, überhaupt für alle Bahnangestellten. Und da liegt (ebenso bekanntlich) die Krux begraben: Es gibt da noch die EVG, eine 2. Bahngewerkschaft. Die GDL befürchtet, mit Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes von der konkurrierenden EVG verdrängt zu werden.

Dass die andauernden Streiks der GDL nicht nur zu Lasten der Wirtschaft, sondern insbesondere zu Lasten von bahnfahrenden Arbeitnehmern geht, dürfte klar sein. Urlaubsreisende – wie meine Frau und ich -, die von ihrer Reise zurückkommen und lange im Voraus ein Bahnticket gelöst haben, allerdings auch. Wir hatten aber Glück im Unglück, als wir nach dem Flug aus Sizilien am letzten Donnerstag von Koblenz mit einem Intercity nach Bremen fahren wollten. Der von uns gebuchte Zug fiel zwar durch den GDL-Streik aus, aber ohne großen bürokratischen Aufwand bekamen wir dann sogar einen Zug früher, hatten sogar Sitzplätze und erreichten mithin vor der Zeit unser Ziel. Vielen Dank an dieser Stelle dem Schalterbeamten in Koblenz!

    DB-Fahrkarte mit Vermerk: Zugbindung aufgehoben - Streik

Allerdings wäre die Bahn nicht die Bahn, wenn alles bei ihr reibungslos verliefe: Ein gewisses Ärgernis war es schon, dass das Servicecenter erst um 6 Uhr öffnete. Alle anderen Geschäfte im Hauptbahnhof Koblenz waren bereits um 5 Uhr offen. Unser Zug, der dann ausfiel, sollte um 7 Uhr 13 fahren. Alternativ gab es einen Zug um 6 Uhr 05 und einen nach 8 Uhr. Wir waren zwar gleich die ersten am Schalter, aber ohne große Hoffnung, den Zug um 6 Uhr 05 zu erreichen. Und doch klappte es: Ein Stempel auf unsere Fahrkarte, ein Vermerk, dass die Zugbindung wegen des Streiks aufgehoben ist – und sogar eine Platzreservierung wurde ohne weiter Kosten vorgenommen. Meine Frau ging schon voraus. Und auch ich schaffte es noch in der Zeit, den Zug, der wirklich pünktlich Koblenz verließ, zu erreichen. Allerdings hatte der Zug zwei Wagen weniger als üblich. Und in einem dieser Wagen sollten unsere reservierten Plätze sein. Aber auch die Zugbegleiter zeigten sich flexibel: Man pflanzte uns auf so genannte Bahn.bonus comfort-Plätze.

Nun, die GDL plant vorerst keine neuen Streiks. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient“, sagte Gewerkschaftschef Weselsky. Oh, wie gnädig, Herr Weselsky! – Wahrscheinlich springen jetzt alle Bahnkunden auf, um ihm die Hände zu küssen. Man könnte zumindest meinen, dass er das erwartet. In welcher Welt lebt dieser Mann eigentlich? Gerade bei Bahnstreiks ist eine gewisse Verhältnismäßigkeit zu wahren. Darüber sind Sie und Ihre Gewerkschaftsmitglieder längst hinaus, Herr Weselsky! Den Bahnpendler in Geiselhaft zu nehmen, torpediert jede Form von Solidarität unter Arbeitnehmern!

Streik und Bombenentschärfung

Bekanntlich kommt ein Unglück selten allein (Schlimmer geht immer!). ‚Die Fratze des Grauens‘, Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, hat wieder ‚zugeschlagen‘. Der siebte Lokführerstreik innerhalb weniger Monate betrifft wieder Millionen Pendler. Gestreikt wird noch bis heute Abend 21 Uhr. Und dabei geht’s längst nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern darum, wer die Lokführer in Zukunft vertritt. Dafür Millionen Arbeitnehmer büßen zu lassen, ist schon ein starkes Stück.

In Hamburg kam es dann gestern besonders dicke: Wegen einer Bombenentschärfung zur allerbesten Verkehrszeit mussten die Elbbrücken ab 15.30 Uhr für Bahn- und Straßenverkehr gesperrt werden. Die US-amerikanische 500-Pfund-Sprengbombe wurde in einer Baugrube an der Zweibrückenstraße (HafenCity) entdeckt.

April, April … und Orkantief Niklas

April, April – der macht, was er will … Den Spruch kennt jedes Kind. Man meint das wettermäßig. Und gleichsam aprilwettermäßig hat sich der März verabschiedet. Als Krönung dann zwei Tiefs, die nicht nur Bäume zum Umstürzen (und damit fast zwangsläufig Züge zum Stillstand) brachten, sondern auch in Deutschland mehrere Tote forderten, von den Milliardenschäden ganz zu schweigen. Besonders gruselig Orkantief Niklas gestern am letzten Märztag, da hätte man gleich zu Hause bleiben sollen, wenn man hätte bleiben können …

Orkantief Niklas über Deutschland (31.03.2015) - Quelle: DWD Deutscher Wetterdienst

Gestern habe ich bereits um 12 Uhr 30 die Koffer auf der Arbeit gepackt und bin dann auch gut mit meinem Zug nach Hause gekommen. Es stürmte zwar schon kräftig, aber der große Orkan stellte sich bei uns hier in Norddeutschland erst später ein: Die Züge durften so ab 15 Uhr nur noch mit Tempo 80 km/h fahren. Kurz nach 17 Uhr war die Strecke Bremen-Hamburg gesperrt (noch um 19 Uhr war kein ‚Schienenersatzverkehr‘ durch Busse eingerichtet; wäre ja auch zu schön … bei der Metronom Eisenbahngesellschaft ist es irgendwie nicht angekommen, dass ein Orkantief nach dem anderen über Niedersachsen fegen wird).

Froh bin ich so, ab heute meinen Osterurlaub zu haben. Da lassen mich Graupelschauern und Gewitter völlig ‚kalt‘. Man ist dann fast erstaunt, wenn plötzlich die Sonne hervorkommt. Aber so ist das Wetter nun einmal im April. Immerhin ist Orkantief Niklas weitergezogen und spätestens ab Karfreitag soll sich das Wetter beruhigt haben, auch wenn’s durch kalte Polarluft eher frisch werden soll.

April, April – der macht halt, was er will …

Nachtrag zum ME 81963

In Sachen des ME 81963 der metronom Eisenbahngesellschaft mbH, der sich in den letzten Wochen wegen ‚verspäteter Bereitstellung‘ sehr häufig um meist mehr als 30 Minuten verspätet hatte, hat sich in den letzten Tagen einiges getan. Hier der Vollständigkeit halber:

Zunächst war mir der Kragen geplatzt und ich hatte mich mit dem Betreff: Wiederkehrende, verspätete Bereitstellung des Metronom-Zuges ME 81963 an die Wochenblatt-Kreiszeitung in Buchholz/Nordheide gewandt:

Sehr geehrte Damen und Herren von der Wochenblatt-Kreiszeitung,

nachdem ich Mitte Februar durch verschiedene Störungen (Stellwerk am Hamburger Hbf., Signal- und Oberleitungsstörung) beträchtliche Verspätung im Zugverkehr zwischen Tostedt und Hamburg hinnehmen musste (siehe in meinem Blog : Alles ziemlich gestört …), gab es seit dem 20.02. mit dem Metronom Zug ME 81963 zwischen Bremen Hbf. und Hamburg Hbf. (Abfahrt in Tostedt um 5 Uhr 23 – Ankunft am Hamburger Hbf. 5 Uhr 59) bis einschließlich heute (also in weniger als drei Wochen) einmal eine Verspätung von über 10 Minuten (24.02.) und sechsmal Verspätungen von mindestens 30 Minuten wegen ‚verspäteter Bereitstellung‘ des Zugs in Bremen. Einmal wurde als Grund ‚fehlerhafte Betriebsplanung‘, zweimal ‚kurzfristige Erkrankung des Lokführers‘ vermeldet (siehe u.a. meinen Blog Es ‚wurmt‘ weiterhin … und meinen ‚verlängerten‘ Twitterbeitrag). In den sechs Fällen mit 30-minütiger Verspätung nahm ich natürlich den Folgezug (Abfahrt Tostedt 5 Uhr 48). Da dieser Zug auch die Fahrgäste aus dem verspäteten Metronom aufnehmen musste, war dieser ‚doppelt‘ belegt, also brechend voll.

Auf eine Anfrage beim Metronom vom 27.02. (online als Beschwerde) habe ich bis heute keine Antwort erhalten.

Sicherlich kann es vorkommen, dass ein Zug einmal ausfällt (die Verspätungen kommen einem Zugausfall gleich), weil sich z.B. ein Lokführer kurzfristig krank meldet. Aber warum ist immer nur dieser Zug betroffen?

Vielleicht etwas zur ‚Geschichte‘ des Zuges: Früher wurde dieser Metronom früh morgens in Tostedt eingesetzt. Dann erfolgte die Bereitstellung bereits in Rotenburg/Wümme. Mit dem Winterfahrplan 2014/2015 wird er nun am Bremer Hauptbahnhof eingesetzt. Ich denke, dass das Konsequenzen für das Personal des Zuges hat. Wer nicht in Bremen wohnt, muss erst einmal nach Bremen kommen.

So dürfte der ME 81963 beim Zugpersonal nicht sehr beliebt sein. Es ist zwar reine Spekulation von mir: Aber auch die metronom Eisenbahngesellschaft ‚mag‘ diesen Zug nicht, weil er am Hamburger Hbf. ausgesetzt wird und erst später wieder zum Einsatz kommt. Der Zug ‚rentiert‘ sich also nicht – wie Fahrgastbefragungen zeigten. Tatsächlich wurde er in früheren Zeiten wenig benutzt. Erst in letzter Zeit ist der Zug gut belegt.

Für mich stellt sich inzwischen wirklich die Frage, ob hinten diesen ‚verspäteten Bereitstellungen‘ Absicht steckt. So oder so vergrault man die Fahrgäste, die am frühen Morgen zur Arbeit müssen.

Sicherlich stellt sich auch die Frage, ob die Privatisierung von Strecken im Nahverkehr in irgendeiner Weise vorteilhaft ist. Sollte es tatsächlich Kostenersparnisse geben, dann sind diese an die Fahrgäste nicht weitergegeben worden, wie die sich jährlich wiederholenden Fahrpreiserhöhungen zeigen.

Aber genug …
Mit freundlichen Grüßen

In der Wochenendausgabe vom 21. März 2015 erschien auf der letzten Seite nun folgender Beitrag:

Kreiszeitung-Wochenblatt vom 21.03.2015: Pendler werden für doof verkauft

Bereits am 27.02. hatte ich über das Online-Formular des metronom folgende Beschwerde abgeschickt:

Was ist los mit dem Zug 81963? An den letzten sechs Werktagen verzögerte sich dessen Abfahrt von Bremen 1x um über 10 Minuten und 3x sogar um über 30 Minuten. Warum diese „verspätete Bereitstellung˜. Und was hat man unter „fehlerhafter Betriebsplanung˜ zu verstehen?

Vor allem aber die Frage: Ist auch zukünftig mit solchen Ausfällen des 81963 zu rechnen?

Zu diesen „verspätete Bereitstellungen˜ werde ich mich auch an den Fahrgastbeirat wenden. Neben all den anderen Zugausfällen und großen Zugverspätungen wg. Stellwerk-, Signal- und Oberleitungsstörungen in Nahverkehr in den letzten Wochen ist das jetzt wirklich der Gipfel.

Da es auch in der Folgezeit erneut zu solch Verspätungen kam, schrieb ich nochmals am 05.03. an den metronom:

Es geht ERNEUT um den ME 81963. Nachdem dieser Zug am 17.2. über 10 Minuten Verspätung hatte, dann am 20.2., 24.2., 26. und 27.2. wegen verspäteter Bereitstellung in Bremen immer mindestens 30 Minuten Verspätung hatte, so gab es in dieser Woche am 3.3. einen Zugausfall wg. kurzzeitiger Krankmeldung des Zugführers – und heute (5.3.) nochmals eine Verspätung um 30 Minuten: 6x an 10 Werktagen. Ich möchte Ihnen nicht unbedingt den betriebswirtschaftlichen Schaden ausrechnen (schätzungsweise betroffene 200 Fahrgäste a 30 Minuten und Lohnkosten von rund 40‚¬ €/Std. – sie dürfen das gern selbst berechnen, erschrecken Sie nicht über das Ergebnis!), aber ich denke, dass das Maß nun wirklich voll ist. Heute kam noch hinzu, dass Ihre Meldungen bei Twitter/Facebook ziemlich spät ‚raus gegangen sind. Etwas früher und ich hätte wenigstens noch eine weitere Tasse Tee in Ruhe trinken können.

Ich bin übrigens mit dem Fahrgastbeirat im Kontakt, werde mich auch mit dem HVV in Verbindung setze, denn ich verkehre mit Ihren Zügen im HVV-Bereich.

Was lange währt, wird irgendwann gut: Per Post bekam ich mit Schreiben vom 18.03.2015 dann von der metronom Eisenbahngesellschaft doch noch eine Antwort:

Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Mitteilung bezüglich unseres metronom 81963. Zuerst möchten wir uns bei Ihnen für die entstandenen Unannehmlichkeiten sowie die Verspätungen in aller Form entschuldigen.

Bedauerlicherweise gab es einige Probleme bei der Bereitstellung dieses Zuges.
Hier bei metronom wurde an einer Lösung gearbeitet. Jeder Zug muss vor der Bereitstellung für unsere Fahrgäste entsprechend vorbereitet werden. Die Vorbereitung wird nur durch ausgebildete, qualifizierte Mitarbeiter ausgeführt. Leider hat jedoch auch bei metronom die Krankheitswelle zugeschlagen und Mitarbeiter die sich in der entsprechenden Qualifizierung befinden, sind ausgefallen. Dieses führte zu Engpässen und zur verspäteten Bereitstellung. Nun konnten wir durch den Einsatz und die Unterstützung aus anderen metronom Standorten diese Ausfälle kompensieren.

Sehr geehrter Herr xxx, wir wünschen Ihnen weiterhin immer eine gute Fahrt mit dem metronom und senden

freundliche Grüße aus Uelzen.
metronom Eisenbahngesellschaft mbH
i.A. xxx

Übrigens: Der Fahrgastbeirat für den Landkreis Harburg spricht morgen, den 24.03., mit der Geschäftsführung des Metronom und wird dabei auch die Probleme mit dem ME 81963 zur Sprache bringen.

Fazit: Wenn all das Bla-bla und sonstige Gedöns um diesen ME 81963 dazu führt, dass dieser Zug nun wieder regelmäßig und (halbwegs) pünktlich unterwegs sein wird, dann soll mir das genügen. Immerhin zeigt sich, dass die Personaldecke beim Metronom doch arg dünn ist. Man spart eben, wo man meint sparen zu können, auch wenn es auf Kosten der Kunden geht. Man darf gespannt sein, was so als nächstes den Bahnpendler heimsuchen wird.

Es ‚wurmt‘ weiterhin …

Mit der Bahn zu fahren ist kein Honiglecken. Wer glaubt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, dem sei gesagt: Schlimmer geht immer! Bei der Bahn (hier speziell der Metronom Eisenbahngesellschaft) sowieso …

War letzte Woche noch so gut wie alles ziemlich gestört, so sind es in dieser Woche die Bereitstellungen der Züge am frühen Morgen. Am Dienstag (24.2.) war laut Durchsage eine ‚fehlerhafter Betriebsplanung‘ Grund für die ‚verspätete Bereitstellung‘ des Zuges ab Bremen (ich denke: Der Lokführer hat einfach verpennt). Auf jeden Fall ist dieser Terminus technicus bahnii (‚fehlerhafter Betriebsplanung‘) ganz neu für mich.

Gut 10 Minuten Verspätung nimmt man ja fast schon in Kauf. Aber heute (26.2.) verzögerte sich die Ankunft des Zuges aus Bremen in Tostedt um geschlagene 40 Minuten (schon am Freitag, den 20.2., waren es angeblich 30 Minuten).

Auch beim übernächsten Zug aus Bremen Richtung Hamburg klappte es mit der Bereitstellung nicht wie gewünscht. Was ist los mit diesen vermurxten Metronom-Zügen? Es ‚wurmt‘ und ‚wurmt‘ und ‚wurmt‘ …!

Nachtrag 27.02.2015: Es ist unglaublich: Aber auch heute hatte mein Zug nach Hamburg am frühen Morgen ‚wegen verspäteter Bereitstellung’ eine Verspätung von knapp 40 Minuten. Geht noch was beim Metronom?

Alles ziemlich gestört …

Es ist wieder einmal ‚der Wurm drin‘ … bei der Bahn. Und nicht nur ein Wurm. Viele Würmer. Wurmstichig nennt man das. Nachdem ich dank der Orkane Elon und Felix und dank des nicht vorhandenen Krisenmanagement der Deutschen Bahn AG und insbesondere auch der Metronom Eisenbahngesellschaft bereits vor sechs Wochen stundenlang durch Norddeutschland geirrt war, nein wurde, kam es in den letzten Tagen nicht ganz so dicke, wie der Berliner sagt, aber fett genug:

Letzte Woche Donnerstag (12.2.) hatte ich Glück im Unglück (was kein Verdienst der Bahn war), als am Hamburger Hauptbahnhof das dortige Stellwerk eine Störung aufwies. Trotz Massenauflauf auf dem Südsteg – ich schlug mich erfolgreich durch die Menschentraube – erreichte ich noch einen längst um 30 Minuten verspäteten Zug Richtung Bremen, der als erster nach Behebung der Störung den Bahnhof verließ (wow, ein Regionalzug, sonst haben doch die Fernzüge Vorrang, wie kommt denn das? – wir Pendler sind doch eigentlich der letzte Dreck, von deren Konten Monat für Monat die Kosten für das Jahresabonnement abgebucht werden, um DIE braucht man sich nicht weiter zu kümmern …). So kam ich ohne größere Verspätung zu Hause an. Andere hatten nicht so viel Glück und waren noch gut bedient, mit gut 30 Minuten Verspätung nach Hause zu kommen. Dafür war mein Zug allerdings brechend voll, denn in Hamburg-Harburg quoll der Bahnsteig geradezu über mit Fahrgästen, die in meinen Zug wollten.

Wäre es dabei geblieben, ich hätte hier kein Wort verfasst. Aber in dieser Woche nahm das Übel seinen weiteren Lauf. Montags ist es schon Routine, wenn mein früher Zug minutenlang vor dem Hauptbahnhof warten muss, weil angeblich kein Gleis frei ist (morgens um 6 Uhr, ich lache!). Diesen Montag dauerte es besonders lang.

Der nächste Höhepunkt dann am Dienstagmorgen (17.2.). Mein Zug hatte schon etwas Verspätung aus Bremen kommend, was wohl dazu führte, dass wir vor Buchholz zum Stillstand kamen, weil ein Güterzug unseren Zug kreuzte (‚Zugkreuzung‘ im Fachjargon der Bahn). Nach Buchholz dann Bummelfahrt und erneut Stillstand: Signalstörung! Wie der ‚dienstliche‘ Ablauf bei einer Signalstörung ist, kann in meinem Beitrag Das Stellwerk ODER Da wundere ich mich überhaupt nicht mehr …!!! nachgelesen werden. Am Ende waren es dann doch ‚nur‘ 15 Minuten Verspätung.

Dem nicht genug: Am Mittwoch (18.2.) auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gab es eine Oberleitungsstörung zwischen Bienenbüttel und Lüneburg. Die Strecke fahre ich eigentlich nicht. Aber mein Metronom-Zug, der abwechselnd im Dreieck Uelzen – Hamburg – Bremen unterwegs ist, kam aus Uelzen und der fährt über Lüneburg und sollte laut Reiseauskunft trotz der Oberleitungsstörung sogar pünktlich sein. War es aber nicht. Sollte laut Anzeige erst zehn Minuten Verspätung haben und außerhalb der Bahnhofshalle auf Gleis 14 B ankommen. Da kam dann auch ein Zug, der nach Bremen fahren sollte – fuhr aber in den Bahnhof ein – und war dann schon der nächste Zug nach Bremen. Mein Zug kam natürlich auf Gleis 11 B an (auch außerhalb der Bahnhofshalle), wo noch ein Bummelzug nach Tostedt stand, den zu nehmen ich gewillt war – aber nicht der Zug. Dank der Menschentraube, die mir den Weg versperrte, konnte ich ihm nur noch hinterherwinken. Dann war mein Zug endlich da – und am Ende kam er zeitgleich mit dem genannten Bummelzug in Tostedt an. Verspätung 13 Minuten. Bei dem Tohuwabohu fast noch ‚in der Zeit‘.

Auch dem noch nicht genug: Heute (20.2.) fiel mein Zug morgens wohl ganz aus. Die Anzeige verhieß zwar eine Verspätung von 30 Minuten (aus Bremen kommend), der nächste Zug fährt aber schon 24 Minuten später, war sogar pünktlich bis kurz nach Buchholz. Denn dort bummelte er auf der Schnellfahrtrasse – die Signalstörung vom Dienstag schien mir noch nicht so ganz behoben zu sein. Gestern Abend wurden nämlich Züge wegen einer Signalstörung zwischen Buchholz und Hamburg-Harburg wieder einmal über Maschen und Jesteburg (Güterzugstrecke) umgeleitet. So hatte ich also neben der Verspätung von 24 Minuten (weil ich den nächsten Zug nehmen musste) noch zusätzlich einige Minuten Verspätung. Und wenn man auch noch der S-Bahn hinterherwinken muss, so summiert sich das auf gesamt 33 Minuten.

Ich schlage vor (angesichts der wiederholten Bummelfahrten der Metronom-Züge) Hinweisschilder, wie es diese wohl vor rund 100 Jahren gegeben haben soll, wieder einzuführen. Neben den Rauchverbots- und Alkoholkonsumverbotsschildern macht sich so ein Schild doch wirklich gut:

Blumenpflücken während der Fahrt verboten!
Blumenpflücken während der Fahrt verboten!

Die Bahn – keinen Plan

Die Orkane Elon und Felix hatten am Wochenende besonders Norddeutschland fest im Griff. Ein solch doppeltes Sturmtief kommt selbst im hohen Norden nur selten vor.

Unwetterwarnung für den Landkreis Harburg/Niedersachsen – Orkantiefs Elon und Felix Januar 2015

So hieß es besonders am Freitag fast immer „Baum im Gleis“, wenn man mit dem Zug unterwegs war. Sicherlich war es mehr als Pech, was mich auf dem Weg von Hamburg (Arbeit) nach Hause ereilte. Mein Zug sollte um 13 Uhr 15 losfahren, kam aber schon mit größerer Verspätung aus Uelzen an. Dass ich mehrmals den Bahnsteig wechseln musste, ist nichts Neues. Dann ging es mit knapp 20 Minuten Verspätung also los von Hamburg Hbf. nach Hamburg-Harburg. Dort war dann erst einmal Feierabend. Die reguläre Strecke Harburg – Buchholz in Richtung Bremen war gesperrt (wohl: „Baum im Gleis“). Immerhin gibt es eine Ausweichstrecke über Maschen und weiter über die Gleise, die sonst vom Güterverkehr genutzt werden. Und tatsächlich wurde nach reiflicher Überlegung entschieden, dass nicht nur Züge des Fernverkehrs, sondern auch der Nahverkehrszug des Metronoms (also meiner) nach Bremen diese Route einschlagen soll. Kaum hatte dieser Zug nun Maschen passiert, da standen wir schon wieder, angeblich wegen eine Störung (nur wer oder was war gestört, wohl die ansagende Zugbegleiterin). Nach ungefähr 30 Minuten Stillstand, dann die Durchsage: jetzt wäre auch diese Strecke („Baum im Gleis“) auf unbestimmte Zeit gesperrt. SUPER!

Inzwischen ging es schon auf 15 Uhr zu, da hatte man sich entschieden, unseren Zug bis Stelle (das liegt auf der Strecke nach Uelzen) vorfahren zu lassen, um ihn dann zurück nach Harburg zu beordern. Dort kamen der Zug dann gegen 15 Uhr 15 an. Anderthalb Stunden Bahnfahrt, um wieder dort anzukommen, wo man los gefahren ist.

Nun, bis hierhin konnte man das alles unter „Höhere Gewalt“ abhaken, auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum immer wieder Bäume ins Gleis fallen und meist dabei Oberleitungen kappen (so viele Bäume sollte es doch längst der Bahnstrecken nicht mehr geben). Was nun kam, möchte ich eine „bodenlose Frechheit“ nennen: Wie schon in früheren Notfällen so zeigte sich auch an diesem Freitag wieder einmal, dass weder die Deutsche Bahn AG noch die Metronom Eisenbahngesellschaft so etwas wie ‚einen Plan’, sprich Notfallplan hat.

Ab Harburg bis Buchholz sollte es einen ‚Schienenersatzverkehr’ geben (von dort fuhren wiederum Züge bis Bremen). Inzwischen hatten weitere Züge ihre Fahrgäste in Harburg entladen, aber von Bussen zeigte sich nirgends eine Spur. Der Bahnhofsvorplatz war mit Menschen übersät. Der Bahnhof selbst war bereits überfüllt. Obwohl Bahn wie Metronom seit 14 Uhr wussten, dass nichts mehr in Richtung Bremen geht, soll der erste Ersatzbus gegen 16 Uhr in Harburg eingetroffen sein: EIN Bus, der in null Komma Nichts brechendvoll war. Gegen 16 Uhr 45 war ich dann nochmals beim Harburger Bahnhofsvorplatz – und da spielte sich das gleiche Schauspiel ab: EIN bereits überfüllter Bus und eine Menschentraube davor.

Ich bin dann von meinem Sohn mit dem Auto abgeholt worden und war endlich gegen 18 Uhr 40 in Tostedt, da die Ausfallstraße zur Autobahn in Harburg durch die Feuerwehr blockiert und nur Stopp-and-Go-Verkehr möglich war. Ein Unglück kommt ja selten allein.

Bei der Metronom Eisenbahngesellschaft weiß man sehr genau, wodurch es zu Verspätungen im Bahnverkehr kommen kann: Was war da denn los? Wie man mit solchen Situationen umgeht, davon versteht man aber dort – so scheint’s – nicht allzu viel: Die Durchsagen im Zug und dann auf den Bahnsteigen waren etwas für die Katz. Nirgends zeigte sich ein Verantwortlicher des Metronoms. Informationen an die wartenden Fahrgäste gleich null! Zu viele Köche (Deutsche Bahn AG, Metronom sowie viele weitere inzwischen privatisierte Bahnunternehmen) rühren im Brei, sodass die nötige Kommunikation zwischen den einzelnen Stellen nicht klappt, zumindest nicht zu klappen scheint.

Man muss wissen, dass sich solche Ereignisse in letzter Zeit eher häufen: Im Juni 2013 gab es Abenteuerfahrten mit dem Metronom, im Oktober 2013 dann den Stillstand durch Orkantief ‚Christian’ und erst im Juni 2014 waren Fahrgäste und Zugpersonal wohlauf, nachdem morgens ein morscher Baum auf die Strecke Buchholz – Hamburg-Harburg gestürzt war und dabei die Oberleitung heruntergerissen hatte. Und dieser Ereignisse sind lediglich die Spitze des ‚Eisberges’.

Wie auch immer: Dieser Freitag geht in die Annalen der Metronom-Geschichte ein und übertrifft eindeutig mein bescheidenstes Erlebnis mit den Zügen dieser Eisenbahngesellschaft.

Das Stellwerk ODER Da wundere ich mich überhaupt nicht mehr …!!!

Nein, heute nichts zu den Streiks der GDL und ihrem Obersten, den Herrn Claus Weselsky (Die Fratze des Grauen). Auch ohne diese ist das Bahnfahren oft genug kein Vergnügen. Aber eines nach dem anderen:

Neulich (Ende Oktober) lief auf N3 (NDR Fernsehen) in der Sendereihe die nordstory die Folge Das Herz der Millionenstadt. Hier wurde der Hamburger Hauptbahnhof vorgestellt. „In Deutschland gibt es bis heute keine größere, freitragende Bahnhofshalle als in Hamburg. Diese Stahlkonstruktion ist eine der größten ‚Kathedralen’ im Industriebau des frühen 20. Jahrhunderts.“ Täglich kommen hier bis zu 450.000 Menschen an.

Der Hamburger Hauptbahnhof ist an Werktagen auch für mich zweimal täglich Dreh- und Angelpunkt meiner Fahrten zu und von der Arbeit. Hinzu kommen Fahrten an Wochenenden und im Urlaub. Alle Wege nach Hamburg führen über diesen Hauptbahnhof. So komme ich pro Jahr auf mindestens 400 ‚Begegnungen’.

Stellwerk am Hamburger Hauptbahnhof

Da war die Sendung für mich natürlich interessant, zumal diese auch einige Blicke ‚hinter die Kulissen’ erlaubte. Eine dieser Kulissen war das Stellwerk, über das der Zugverkehr, der den Hamburger Hauptbahnhof anläuft, gesteuert, geregelt bzw. gestellwerkt wird.

Was ich da sah, verdeutlichte mir sogleich, warum es mit der Pünktlichkeit im Bahnverkehr rundum Hamburg oft nicht zum besten bestellt ist: Da wunderte ich mich überhaupt nicht mehr … Ich kenne mich mit Stellwerken nun wirklich nicht aus. Aber man muss kein Fachmann sein, um festzustellen: Die Technik ist ziemlich überholt! Bei dem Stellwerk am Hamburger Hauptbahnhof handelt es sich allem Anschein nach um ein Relaisstellwerk mit schönen Stelltafel, auf denen eingestellte Zugstraßen angezeigt werden. Alles leuchtet in bunten Farben. Hier und da blinkt es. Den entsprechenden Filmausschnitt hierzu, also das Stellwerk betreffend, lässt sich unten betrachten.

Geradezu peinlich dann das, was dem diensthabenden Fahrdienstleiter geschah. Ein Signal sprang nicht von rot auf grün um. Auch das Drücken des entsprechenden Knöpfchen von Hand bewirkte nichts. So musste telefonisch und zudem schriftlich – der Sicherheit wegen – ein Fahrbefehl an den Lokführer des Zuges ergehen, der bisher vergeblich auf grünes Licht wartete. Das alles dauert natürlich.

Streiks, Stellwerkstörungen, unbefugte Personen im Gleis, Böschungsbrände, Störungen am Fahrzeug, Verzögerungen im Betriebsablauf, Zugüberholungen und Zugkreuzungen, Personenschäden – die Liste lässt sich geradezu beliebig erweitern. Von ‚herrenlosen Gepäckstücken’ und ‚Schienenersatzverkehr’ ganz zu schweigen. Da wundert es eigentlich eher, wenn es tatsächlich vorkommen soll, wenn Züge bei der Bahn pünktlich ihr Ziel erreichen.


Das Stellwerk ODER Da wundere ich mich überhaupt nicht mehr …!!!

Die Fratze des Grauens

    Dieser Dialekt. Das ist das Markanteste, das an Claus Weselsky, 55, auffällt, abgesehen von seinem akkurat gestutzten Schnäuzer. Er sächselt. Und redet von „glaren Bodschafden an den Arbeidgeber“, die „Eisenbohn“, über „Dariefverdräge“, unzureichende „Angebode“ und, aus seiner Sicht unvermeidbar, den „Arbeidsgampf“.
    Jeder Mensch spricht so, wie er spricht, aber bei Weselsky, geboren in Dresden, hat die Sprache eine eigene Bedeutung. Sächsisch ist laut einer Umfrage der unbeliebteste Dialekt im Land. 30 Prozent finden das Idiom „besonders unsympathisch“. Dass ihm das egal ist, dass er redet wie sonst keiner der wichtigen Arbeitnehmer-Vertreter, sagt einiges über sein Selbstverständnis.

Schaut man auf die Website der GDL, der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, dann blickt man zz. mindestens viermal (dreimal ist Mindestmaß) in die Visage eines Herrn Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL – für mich ist es die Fratze des Grauens.

    Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL – die Fratze des Grauens

Dank des Herrn Weselsky wird wieder einmal ein Arbeitskampf auf dem Rücken der Fahrgäste von Deutscher Bahn samt S-Bahn ausgetragen. Nach einem ersten neunstündigen Streik in der letzten Woche wurde dann seit gestern 14 Uhr (bis heute Morgen 4 Uhr) erneut gestreikt. Noch streikt die GDL stundenweise. Denke ich an das Jahr 2011 zurück, da wurde TAGELANG z.B. die metronom Eisenbahngesellschaft bestreikt.

Alle Bahnräder stehen still, wenn Herr Weselsky es will (gottlob, nicht alle Räder …)

Es geht nicht in erster Linie um einen verbesserten Tarifvertrag, es geht vor allem um die Gewerkschaft selbst und damit um Macht und Einfluss. Herr Weselsky fürchte um seinen Kopf:

Die GDL fordert nämlich nicht nur fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Sie will auch durchsetzen, dass sie künftig nicht nur die Lokführer vertritt, sondern auch andere Berufsgruppen wie Zugbegleiter. Für diese hat bisher die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Tarifverträge ausgehandelt. Die Bahn fürchtet konkurrierende Tarifverträge. Derweil plant die Bundesregierung ein Gesetz zur Tarifeinheit. Und das könnte dann vielleicht das Ende von GDL und damit von Herrn Weselsky sein.

Wer ist dieser Claus Weselsky, der Millionen von Bahnkunden und Pendler ‚auf der Strecke’ liegen lässt? Weselsky führt seit 2007 die GDL. Er gilt als „kompromisslos, mit eiserner Härte. Alle Entscheidungen fällt am Ende er. Als ‚Choleriker’ beschreibt ihn einer.“ – „‚Der duldet keinen Widerspruch’, sagt einer, der lange mit ihm in der GDL-Zentrale in Frankfurt am Main zusammengearbeitet hat. Die Leiter der sieben Gewerkschafts-Bezirke hat Weselsky persönlich ausgesucht. Die Organisation ist so schlagkräftig wie kaum eine andere, mit nur minimalem Aufwand kann sie das Land lahmlegen.“ – „Selbst Ex-Chef Manfred Schell, einst ein Förderer, hat sich von ihm abgewandt und staunt über Weselskys Eifer: ‚Der tut so, als würde er in den Heiligen Krieg ziehen.’ […] und fordert Weselskys Rücktritt.“ (Quelle: tagesspiegel.de)

Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ kritisierte die streikenden Lokführer. Es werde immer offensichtlicher, dass es der GDL „vorwiegend um die Ausweitung ihres Machtbereichs geht und nicht um tarifliche Forderungen“, sagte Pro Bahn Bundessprecher Gerd Aschoff. „Und das macht die GDL mit Mitteln, die nicht mehr nachvollziehbar sind.“

Die Lokführergewerkschaft agiere zunehmend „auf dem Rücken der Fahrgäste“, sagte Aschoff. Wegen der kurzen Vorwarnzeiten hätten viele Fahrgäste keine Chance, sich auf die Einschränkungen im Bahnverkehr einzustellen.