Kategorie-Archiv: SV Werder Bremen

SV Werder Bremen 1899 – Bundesligafußball ab Saison 2004/2005 ff.

Schlechtes Omen?!

In der Februar-Ausgabe #207 aus diesem Jahr beleuchtete das Magazin für Fußballkultur 11 Freunde den Neustart von Borussia Mönchengladbach und klärte, wie Dieter Hecking und Max Eberl aus einem Krisenklub einen Titelanwärter gemacht haben. Seitdem geht es mit dem Verein so ziemlich bergab. Neueste Nachricht: Gladbach und Hecking trennen sich im Sommer! – Von daher traue ich mich nicht, in gleicher Weise über den SV Werder Bremen zu berichten.

    Ausgabe 11 Freunde #207 Februar 2019: Gladbachs Neustart

Ausgabe 11 Freunde #207 Februar 2019: Gladbachs Neustart

In diesem Jahr ist nämlich die Mannschaft von der Weser noch ungeschlagen und hat in elf Pflichtspielen neben fünf Unentschieden fünf Siege in der Bundesliga und einen Sieg nach Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund im DBF-Achtelfinale erzielt. Plötzlich stehen die Bremer auf Platz 6 der Bundesligatabelle und damit auf einen Platz, der für die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League berechtigt. Allerdings hat Werder die Mannschaften von Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim im Nacken.

Nein, ich bin – eigentlich – nicht abergläubisch. Aber der Fall ‚Gladbachs Neustart‘, die ganze Lobhudelei um Gladbachs Trainer und Sportdirektor, geben mir zu denken. Also kein Lob für Werder von meiner Seite, dafür sorgen schon andere zur Genüge. Das beginnt damit, dass Bremer Spieler in schöner Regelmäßigkeit in die Elf des jeweiligen Spieltages gewählt werden. Und zuletzt wurde Bremens Cheftrainer, Florian Kohfeldt, zum Trainer des Jahres 2018 gewählt wurde.

Natürlich äußerten sich auch die 11 Freunde zu den Bremern und nennen fünf Gründe, warum sie nächstes Jahr in der Europa League spielen werden (Werders Konterfußball – die Raute im Mittelfeld – Max Kruse – die unbesungenen Helden in Mittelfeld und Abwehr – Jiri Pavlenka, der Torwart). Ich kenne noch einen 6. Grund: Claudio Miguel Pizarro Bosio, zz. leider verletzt, aber trotz seiner 40 Jahre immer noch ein Garant für Wahnsinnstore (zu Pizarro später mehr).

An diesem Wochenende treffen nun die hier genannten Mannschaft (Gladbach und Werder) aufeinander. Werder kann bei einem Sieg in Mönchengladbach, die inzwischen auf Platz 5 abgerutscht sind, den Abstand bis auf zwei Zähler verkürzen. Es winkt also die direkte Teilnahme an der Europa League (ohne Qualifikation und gleich hinein in die Gruppenphase). Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, der über Heimspiele gegen Freiburg, Dortmund und Leipzig und schweren Auswärtsspielen bei den Bayern, in Düsseldorf und Hoffenheim führt.

Natürlich gibt es noch einen anderen Weg nach Europa: Heute spielt Werder auf Schalke im DFB-Pokal-Viertelfinale. Der Sieger des DFB-Pokals nimmt ebenfalls an der Europa League teil. Dafür bräuchten die Bremer allerdings noch drei Siege.

Aber alles schön nacheinander. Schauen wir heute erst einmal nach Gelsenkirchen. Und mag am Sonntag das angesprochenen ‚schlechte Omen‘ weiterhin für Gladbach gelten.

Sollte sich Werder nicht für Europa qualifizieren, dann droht das Auseinanderbrechen der Mannschaft; z.B. macht Max Kruse seinen Verbleib in Bremen von einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb abhängig. Daran mag in Bremen heute keiner denken. Es heißt also: Daumen drücken!

Der Werder-Zug kommt ins Rollen

In der vergangenen Woche wurde beim SV Werder Bremen das 120-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Und die sich selbst gemachten Geschenke sind bekanntlich immer die besten. Nach dem Sieg in Dortmund gegen den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga Borussia im Achtelfinale des DFB-Pokals im Elfmeterschießen (1:1 nach 90 Minuten – 3:3 nach Verlängerung – 4:2 im Elfmeterschießen) gewannen die Bremer ihr Bundesligaheimspiel gegen den FC Augsburg mit 4:0 und sind jetzt nur noch drei Punkte hinter einem Tabellenplatz, der für die Europa League berechtigt.

Werder Bremen nach dem 4:0 Sieg am 21. Spieltag 2018/2019 gegen den FC Augsburg

Endlich wurden die Chancen im Spiel genutzt. Sicherlich haben die Bremer Spieler in dieser Saison schon besser gespielt – aber dafür haperte es bisher an der Effektivität. Besonders der als ‚Chancentod‘ bezeichnete Milot Rashica vergab bisher viele gute Möglichkeiten. Jetzt scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein.

Aber das schönste aller Tore der letzten Woche erzielte der inzwischen 40-jährige Claudio Pizarro beim 2:2-Ausgleich gegen Borussia Dortmund.

Nach hinten durchgereicht?

Es hat sich viel getan, seitdem ich hier meinen letzten Beitrag in Sachen Fußballbundesliga, insbesondere in Sachen des SV Werder Bremen geschrieben habe. Inzwischen krebst der Hamburger Sportverein (HSV) in der 2. Liga herum. Der Unabsteigbare ist also tatsächlich abgestiegen und macht sich daran, das hohe Haus der 1. Liga zurückzuerobern. Natürlich sieht das zz. ganz gut aus, wenn die Leistungen allerdings alles andere als bundesligatauglich zu nennen sind. Aber lasse ich den HSV HSV sein.

Anders Werder Bremen. Schon lange nicht mehr sind die Bremer dermaßen gut gestartet. Zeitweise waren sie sogar auf einem Champions League-Platz – vor den Bayern. Bei manchem Punktgewinn spielte sicherlich auch das Glück eine gewisse Rolle. Dieses Glück ist aber spätestens mit dem 9. Spieltag aufgebraucht. In den letzten fünf Spielen reichte es nur noch zu einem kümmerlichen Punkt. Und schauen wir auf den weiteren Spielplan der Hinrunde, dann warten bis auf Fortuna Düsseldorf nur noch Schwergewichte auf die Mannen von der Weser. Ich fürchte, die Bremer werden nach und nach hinten durchgereicht werden.

Es ist nicht schlecht, was die Bremer abliefern. Aber sie Abwehr leistet sich zu viele Fehler. Im Angriff sind die Stürmer nicht entschlossen genug (oder zu ungenau). Es fehlt der letzte entscheidende Biss. Nie waren die Bayern so anfällig wie in diesem Jahr. Aber die Bremer schafften es nicht, endlich einmal wieder gegen die Münchner zu punkten.


Bundesliga 2018/2019 – 13. Spieltag Werder Bremen – Bayern München 1:2

Europa ade? Ich fürchte: Ja! Immerhin sieht es so aus, als hätte der SV Werder einmal nichts mit dem Abstieg zu tun. Das ist nach all dem Ach und Krach der letzten Jahre doch auch schon etwas. Und dass Claudio Pizarro trotz seiner 40 Lenze immer noch einen wichtigen Beitrag zum Spiel der Bremer abliefert, freut wohl jeden Werder-Fan.

Claudio Pizarro im Spiel gegen die Bayern (13. Spieltag 2018/2019)
Claudio Pizarro im Spiel gegen die Bayern (13. Spieltag 2018/2019)

Jetzt sollte nichts mehr schief gehen …

Schon aufgefallen? Werder Bremen ist wieder die Nummer eins im Norden! Durch den 3:1-Sieg in Augsburg ist das Team von Trainer Florian Kohfeldt auf Platz zwölf der Bundesliga-Tabelle geklettert – und hat nach dem HSV und dem VfL Wolfsburg nun auch Hannover 96 hinter sich gelassen. Jetzt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen, was den Klassenerhalt betrifft.

Schon gleich zu Anfang zeigte sich Werder als das deutlich dominantere Team, dann am Ende konterstark. Ohne Überraschungen in der Startelf geht es Florian Kohfeldt offenbar nicht: Kapitän Zlatko Junuzovic rutschte trotz seiner beiden Vorlagen beim 3:1-Sieg gegen Köln schon wieder aus der Startelf. Ein ähnliches Schicksal ereilte Milot Rashica, der am Montag sein erstes Tor für Werder erzielt hatte. Für sie durften Philipp Bargfrede (nach überstandenen Magen-Darm-Problemen) und Ishak Belfodil von Beginn an ran. In der Abwehr ersetzte erwartungsgemäß Sebastian Langkamp den verletzten Milos Veljkovic.

Und die Entscheidung für Ishak Belfodil wurde belohnt. Nicht nur, dass der Algerier in Bremens Diensten zwei Tore schoß, er gab auch die Vorlage zum 3. Werder-Tor durch Max Kruse.

Die Hereinnahme des Angreifers in die Startelf war aber nicht Kohfeldts einzige Maßnahme, die voll griff. Dazu zählte auch die Manndeckung von Michael Gregoritsch. Philipp Bargfrede kümmerte sich um den Torjäger der Augsburger und machte bei Ballbesitz der Gastgeber aus der Bremer Vierer- eine Fünferkette. Damit kamen Gregoritsch und Co. überhaupt nicht zurecht, ihnen gelang fast nichts.


Fußball-Bundesliga 2017/2018 (27. Spieltag): FC Augsburg – Werder Bremen 1:3

Obwohl Werder mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen einen enormen Zwischenspurt hingelegt hat, obwohl der Vorsprung auf den Relegationsplatz mittlerweile acht Zähler beträgt und obwohl die Mannschaft in Augsburg eine erste Halbzeit hingelegt hatte, die mit das Beste war, was Werder in den letzten Jahren gezeigt hat, besteht die maximale Zuversicht aus Sätzen wie diesem: „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht – mehr nicht.“ Florian Kohfeldt bringt es auf den Punkt: „Wir sind noch lange nicht durch. Jetzt können wir erstmal durchatmen. Aber dann werde ich die Jungs auch wieder daran erinnern.“

Und der HSV? Der Bundesliga-Dino taumelt unaufhaltsam der 2. Liga entgegen. Nach der 1:2-Niederlage zu Hause gegen Hertha BSC übernahmen die Hamburger das Schlusslicht vom 1. FC Köln. Einigen der HSV-Fans schmeckt das natürlich überhaupt nicht: Nach Droh-Plakaten und Grabkreuzen auf dem Trainingsplatz folgte mit dem Spiel gegen Berlin die nächste Krawall-Stufe. Diesmal blieb es nicht bei Drohungen. Die Chaoten wollten direkt auf die Spieler los, versuchten die Kabine zu stürmen. Es gab neun Verletzte.

Zurück in der Spur

Mit Florian Kohfeldt als Cheftrainer des SV Werder Bremen geht es wieder bergauf. Nichts gegen seinen Vorgänger Alexander Nouri, der es immerhin geschafft hatte, die lange schlechteste Abwehr der Bundesliga zu stabilisieren. Das ging allerdings zu Lasten der Offensive. Unter Kohfeldt wurde das Angriffsspiel wiederbelebt und erinnert bereits an bessere Werdertage.

Werders Torschützen gegen Wolfsburg: Ludwig Augustinsson und Florian Kainz (2x)

Schon seit einigen Wochen zeigte sich die Bremer Mannschaft von einer spielerisch guten Seite. Nur blieb ein zählbarer Erfolg aus. Selbst bei den Bayern in München konnte Werder lange Zeit mithalten. Jetzt endlich scheint der Knoten geplatzt zu sein. Nach einem noch eher unglücklichen 0:0 gegen Hertha BSC auf eigenem Platz gewannen die Bremer auf Schalke und gestern zu Hause gegen Wolfsburg.


22. Spieltag 2017/2018: Werder Bremen – VfL Wolfsburg – 3:1

Noch dümpelt Werder auf dem 15. Platz herum, hat aber die Abstiegsränge endlich verlassen und könnte nun im Spiel gegen Freiburg und anschließend gegen den HSV auch endlich Plätze gut machen. Ich bin gespannt …

Endlich!

Neuer Trainer, neues Glück? Am 12. Spieltag der laufenden Saison hat es endlich geklappt: Der SV Werder Bremen gewinnt sein erste Spiel – und wie … – gleich mit 4:0 gegen den gut gestarteten Wiederaussteiger Hannover 96. Und so, als wäre nichts gewesen, sind es Max Kruse und Fin Bartels, die fast im Alleingang die Niedersachsen niederringen. Erst ist es Fin Bartels, der ein Zuspiel von Max Kruse verwertet. Dann flankt Bartels zweimal auf Kruse, der die Treffer drei und vier markiert. Und da Max Kruse in Halbzeit zwei auch schon vorher ein Tor geschossen hat, so wird daraus ein lupenreiner Hattrick.

Fußball-Bundesliga 2017/2018: SV Werder Bremen – Hannover 96 4:0 – Max Kruse mit Hattrick

Natürlich sind die Bremer noch weit davon entfernt, die untersten Ränge in der Bundesliga zu verlassen. Aber so ein Spiel macht Hoffnung. Und es sollte das Selbstvertrauen, das in den letzten Wochen und Monaten ziemlich gelitten hatte, stärken. Auch wenn es jetzt am kommenden Samstag gegen RB Leipzig, dem Tabellendritten, geht. Spätestens eine Woche darauf kommt der zweite Aufsteiger, der VfB Stuttgart, an die Weser.


Fußball-Bundesliga 2017/2018: SV Werder Bremen – Hannover 96 4:0

Also: Endlich! Vier Tore in einem Spiel. Dafür brauchten die Bremer zuletzt 11 Spiele.

Nach desolater Vorstellung: Werder trennt sich von Trainer Nouri

Am Mittwoch im DFB-Pokalspiel hatte der SV Werder Bremen im Spiel gegen Hoffenheim noch ungehörig viel Glück auf seiner Seite und gewann das Spiel mit 1:0. Zwei durchaus berechtigte Elfmeter wurden den Kraichgauern verwehrt. Gestern nun aber war das Ende der Fahnenstange erreicht. Auch im zehnten Spiel der laufenden Saison konnten die Bremer nicht siegen und unterlagen nach desolater Leistung dem FC Augsburg zu Hause mit 0:3. Heute nun hat sich der Verein von Cheftrainer Alexander Nouri getrennt. U23-Coach Kohfeldt und Borowski übernehmen vorerst.

    Werder Bremen: ein sinkendes Schiff?

Nouri übernahm im September 2016 das Traineramt von Viktor Skripnik beim SV Werder. Der Coach hatte es in der Folge geschafft, die Mannschaft defensiv zu stabilisieren und führte die Bremer zu einem achten Tabellenplatz in der vergangenen Saison. Die Werderaner schnupperten sogar am europäischen Geschäft.

In dieser Spielzeit lief es bei den Grün-Weißen jedoch alles andere als rund. Was nützt eine stabile Abwehr, wenn vorn keine Tore erzielt werden. Zwar hatte Nouri die Mannschaft gegen Augsburg mit zwei Spitzen (Belfodil und Kruse) endlich etwas offensiver aufgestellt. Aber die Verunsicherung war von der ersten Minute an trotz des Sieges gegen Hoffenheim (oder gerade deshalb, denn von Hoffenheimer Seite gab es harsche Kritik am destruktiven Spiel der Bremer) zu spüren.

Nouri war es nicht gelungen, neben der defensiven auch eine offensive Komponente einzurichten. Besonders das Umschaltspiel in die Spitze klappte nicht. Wenn der Erfolg mager ausfällt, die Mannschaft dann im entscheidenden Spiel eine dermaßen bescheidene Leistung zeigt, dann stellt sich natürlich die Frage, ob der Trainer noch der richtige ist. Nicht nur sein taktisches Konzept scheint fehl am Platze zu sein, sondern auch seine Gabe, die Mannschaft hinreichend zu motivieren.

Fußball ist ein kurzlebiges Geschäft. Das gilt besonders für Trainer. Werder hatte in dieser Saison den Anspruch, einmal nicht gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Genau dort sind sie aber gelandet und kommen nicht weg. Nach fast einem Drittel der Spielzeit besteht nun die akute Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Werder musste handeln und hat es getan. Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach dem Nachfolger. Als heiße Kandidaten gelten Bruno Labbadia, Markus Weinzierl, Andre Schubert, Marcel Koller und U23-Coach Florian Kohfeldt, der zusammen mit Tim Borowski erst einmal die Mannschaft übernimmt. Kohfeldt ist jetzt schon der dritte U23-Trainer (nach Skripnik und Nouri), der Cheftrainer der ersten Mannschaft wird. Bei einem Namen wie Labbadia wird mir gleich ganz schwindelig. Er mag zwar schon die eine oder andere Mannschaft vor dem Abstieg gerettet haben (was jetzt vielleicht tatsächlich das Wichtigste bei Werder ist), aber für Nachhaltigkeit steht er nicht gerade, ein Punkt, der bei Werder von Bedeutung ist (siehe Otto Rehhagel oder Thomas Schaaf). Aber vielleicht ist das heute auch gar nicht mehr so das Ding.

Ob ich einen Wunschkandidaten habe? Zunächst sollte Kohfeldt seine Chance bekommen. Auf Dauer könnte ich mir einen Mann wie den Schweizer Marvel Koller, ehemaliger Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, oder Markus Weinzierl (zuletzt Schalke 04) vorstellen. Wir dürfen gespannt sein.

Bereits am Freitagabend werden wir sehen, ob Werder endlich die Kurve bekommt. Da steht das Spiel in Frankfurt an. Die Frankfurter haben bisher das erreicht (einen gesicherten Mittelfeldplatz), was sich die Bremer eigentlich erträumt hatten.

Werder kommt nicht aus den Startlöchern

Ein Fußballspiel beginnt mit einem 0:0. Und was das Spiel des SV Werder in Köln betrifft, fürchtete ich, dass ein Fußballspiel auch so enden kann. Meine Befürchtung wurde wahr. Okay, immerhin nicht in Köln verloren. Aber wirklich weitergekommen sind die Bremer auch nicht. Neun Gegentore in neun Spielen, da sind selbst die Bayern und Dortmund mit sieben Gegentreffern kaum besser. Aber mit nur drei geschossenen Toren – und seit 394 Minuten ohne Tor (das letzte Werder-Tor fiel in Wolfsburg in der 56. Minuten am 5. Spieltag) – sind nur die Kölner gleich schlecht. Daher ja auch meine Befürchtungen … das 0:0.

Alexander Nouri, der Trainer, hatte zuletzt die Abwehr verstärkt (daher nur die 9 Gegentore), dabei aber den Angriff vernachlässigt. Zudem kam die Verletzung von Werders besten Stürmer, Max Kruse, hinzu. Gegen Köln versuchte es Nouri nun endlich offensiver. Aber die Kölner erstickten die anfänglichen Offensivbemühungen der Bremer sehr schnell. Sie setzten ebenfalls wie Werder auf ein 4-2-3-1-System. Defensiv wurde dieses System zu einem 4-4-2. So wurde verhindert, dass Bremen effektiven Raumgewinn erzielen konnte. Das Ergebnis kennen wir. Die wenigen Torchancen wurden vergeben. Aber auch die Kölner trafen das einmal sogar leere Tor nicht.

Bundesliga 2017/2018: 1. FC Köln – SV Werder Bremen 0:0 (9. Spieltag) – Johannes Eggestein stürmt

Werders Trainer konnte noch einmal seine Haut retten. Die Diskussionen um ihn werden nach dem 0:0 in Köln aber nicht weniger. Am Mittwoch geht es gegen die TSG Hoffenheim im DFB-Pokal um das Erreichen des Achtelfinales, dann am Sonntag ebenfalls zu Hause gegen Augsburg bereits schon ‚um die Wurst‘. Gelingt auch hier kein Sieg, dann … dann dürfte die Luft um Alexander Nouri nicht nur sehr dünn, sondern wahrscheinlich leer geworden sein.

Ein Hoffnungsschimmer gibt es aber wieder: Max Kruse spielte nach seiner schweren Schulterverletzung wieder wenige Minuten in Köln. Im Pokalspiel sollte er vielleicht noch geschont werden, um dann gegen Augsburg bereits in der Startelf zu sein: Dann kommt wieder Wind in die Segel! Und Nouris Arsch ist (erst einmal) gerettet!

HSV – SV Werder – die 107te

Morgen fällt zum 107. Mal die Klappe zum norddeutschen Fußball-Derby zwischen dem HSV und dem SV Werder Bremen. Und wie schon in den letzten Jahren, so steht auch diese Partie unter dem dunklen Stern des Abstiegskampfes. O ja, der HSV begann diese Saison zunächst verheißungsvoll mit zwei Siegen, die allerdings mit einigem Glück erzielt wurden, während die Bremer gleich zwei Niederlagen kassierten. Inzwischen sind beide Mannschaft wieder dicht aneinandergerückt, da der HSV die nächsten vier Spiele alle verlor, während Werder immerhin drei Unentschieden herausholte. Aber bisher immer noch einen Sieg.

So stehen beide Mannschaften unter Druck.

Während die Hamburger in den letzten Spielen nicht gerade spielerisch glänzten, zeigten die Bremer durchaus ansprechende Leistungen. Besondern in der Defensive, in den letzten Jahren die absolute Schwachstelle, war die Mannschaft gut aufgestellt. Dafür aber haperte es im Angriff. Schon gab es die ersten Diskussionen um den Trainer. Alexander Nouri sei zu zaghaft. Das Umschaltspiel unausgereift.

Hinzu kam dann auch noch, dass sich Max Kruse am 4. Spieltag im Spiel gegen Schalke 04 nach einem Foul schwer verletzte und sich beim Sturz auf die Schulter das Schlüsselbein brach. Wie gut, dass man kurz vor Toresschluss noch den Algerier Ishak Belfodil von Standard Lüttich ausgeliehen hatte, der jetzt als Kruse-Ersatz aufs Feld auflaufen darf. Bisher hat er ganz ordentlich gespielt, nur fehlen noch die Tore.

Werder - Schalke (4. Spieltag 2017/2018): Max Kruse bricht sich das Schlüsselbein

Ein Sieg wäre jetzt so wichtig, um vor der nächsten Länderspielpause Ruhe in die Mannschaft zu bekommen. – Gleich habe ich Feierabend und dann mit Brückentag und dem Tag der deutschen Vielfältigkeit vier Tage am Stück frei. Da hoffe ich doch das Beste für den SVW von 1899 und damit auf einen gelungenen Wochenendbeginn für mich.

Nein, so doch nicht … (5): Geld regiert den Fußball

Nein, ich komme nicht umhin. Es hat etwas gedauert. Aber dieser 222-Millionen-Transfer des brasilianischen Fußballstars Neymar an die Seine macht auch mich, den Fußball-Freund, sprachlos. Es ist schon einige Zeit her (März 2013), da habe ich gewissermaßen aufgeschrien: Der gekaufte Fußball. Ja, ich weiß: Geld regiert die Welt und damit auch den Fußball!

Nein, so doch nicht (5): Geld regiert den Fußball

Als Diego vom SV Werder Bremen 2009 für rund 25 Millionen Euro zu Juventus Turin wechselte, war das ein warmer Geldregen, den die Bremer gut gebrauchen konnten. Diego kam für rund sechs Millionen Euro 2006 vom FC Porto an die Weser. Trotz hoher Gehaltszahlungen an den Brasilianer also ein deutliches Plus in der Kasse.

Kevin de Bruyne, der die Saison 2012/2013 auf Leihbasis bei den Bremern spielte, wechselte 2015 von Wolfsburg für 74 Millionen Euro zu Manchester City. Für einen gerade einmal 24-Jährigen, wenn sicherlich auch hervorragenden Spieler viel Geld. Damals konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

Schon zuvor gab es mehrere Rekordtransfers, so bereits 2001 Zinédine Zidane für 73,5 Millionen Euro zu Real Madrid, dann Cristiano Ronaldo 2009 für 94 Millionen Euro und erstmals die 100-Millionen-Grenze überschreitend Gareth Bale 2013 für 101 Millionen Euro – beide ebenfalls zu Real Madrid.

Zu Beginn der neuen Saison 2017/2018 ist das alles aber nur noch ein Klacks. Paris SG, seit etwa 2012 fest in der Hand der katarischen Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI), überwies an den FC Barcelona sage und schreibe satte 222 Millionen Euro für den Brasilianer Neymar. Und Barca fiel nichts Besseres ein, als von dem Geld den gerade einmal 20-jährigen Ousmane Dembélé für 105 Millionen Euro von Borussia Dortmund als Neymar-Ersatz zu holen.

Neben Spanien ist es zum Saisonbeginn besonders die englische Premier League, die viel Geld bewegt und über 5,5 Milliarden Euro in neue Spieler investierte. Diese Unsummen können natürlich nur gezahlt werden, wenn zahlungskräftige Investoren bzw. Vereinsinhaber über diese Mittel verfügen. Ein anderer wichtiger Grund sind die TV-Gelder, die an die Vereine ausgezahlt werden. Da liegt der englische Fußball ganz weit vorn.

Es ist nicht neu, dass sich meine 11 Freunde über solche Transfersummen ereifern. Fußballvereine sind längst Wirtschaftsunternehmen. Aber hier baut sich eine Blase auf, die, wir kennen es aus anderen Branchen, sehr schnell platzen kann. Und wie im realen Leben so weitet sich die Kluft zwischen arm und reich, hier zwischen kleinen Vereinen wie z.B. dem SV Werder, und Vereinen wie Paris SG.

Der Artikel zum 222-Millionen-Euro-Tranfer in 11 Freunde enthält drei Kommentare, die ich keinem vorenthalten möchte. Ein gewisser Titus Roleder schrieb:

Immer noch Peanuts zu den Jahreseinkommen der „US“-Hedgefondsmanager. Man erinnere nur an John Paulson, der an der Finanzkrise 2011 insgesamt 4,5 MILLIARDEN US-Dollar innerhalb dieses einen Jahres verdiente. Oder man schaue sich BLACKROCK an. Dank der Ablenkungsmedien ist diese Firma zum Herrscher der kapitalistischen Welt aufgestiegen. Mehr oder minder unbemerkt vom geblendeten Pöbel.

Hierauf gab es als Erwiderung: Hier geht’s um Fußball, Blödmann 😒

Worauf Titus Roleder antwortete:

Und wem gehören ein stattlicher Teil der Fußballclubs in der taktgebenden Premier League? Hoppla, die sind ja im Besitz von US-Hedgefonds…;-)

Geld regiert die Welt – und den Fußball!

Gruß an den Tabellenletzten

Ja, ich weiß: In Hoffenheim zu verlieren, selbst zu Hause gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Aber wer mag das noch hören. Klar, schon in Hoffenheim war für den SV Werder Bremen mehr möglich, eine Punkteteilung vielleicht gerechter als dieses 1:0 für die Kraichgauer durch einen unglücklich abgefälschten Ball. Und gegen die Bayern hielt das Bremer Bollwerk, eine Fünferkette, immerhin bis zur 72. Minute. Dann kamen die vier herausragenden Minuten des Robert Lewandowski. Der Pole traf erst per Hackentrick (72.) nach Vorabreit von Coman und dann per Doppel-Tunnelschuss durch die Beine von Robert Bauer und Keeper Jiri Pavlenka (75.).

Fußball-Bundesliga 2017/2018 – 2. Spieltag: SV Werder – Bayern München – Abseits oder nicht?

Mit dieser Saison gibt es in der Fußball-Bundesliga den Videobeweis. Noch hapert es damit, weil es vor allem keine klare Linie gibt, wann der Video-Assistent eingreifen soll. Sicherlich hätten die Bayern einen Strafstoß bekommen müssen, als ein Bremer Mittelfeldspieler bei einem Eckball in der 41. Minute Lewandowski von hinten geschubst hatte, sodass dieser nicht zum Kopfball hochkam. Aber auch das erste Tor des Polen roch – wenigstens für mich – stark nach Abseits (oder etwa nicht?!).

Ohne Tor und ohne Punkte steht der SV Werder Bremen nach zwei Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Sicherlich kein Beinbruch – und doch! Sollten die Bremer erneut nur gegen den Abstieg kämpfen müssen? Oder ist nach nunmehr sieben mageren Jahren endlich wieder ein fettes Jahr zu erwarten?

Vielleicht kommt auch diesmal die Länderspielpause (Qualifikationsspiele zur WM in Russland 2018) zur rechten Zeit. Erst am 10. September geht es für Werder Bremen weiter gegen die Hertha in Berlin. So könnte die Pause wirklich guttun, denn gegen die Bayern ging den Bremern zum Spielende doch sichtlich die Luft aus.

Auch stellt sich die Frage, ob sich der SV Werder noch verstärken wird. Das so genannte Transferfenster ist noch bis zum Donnerstag (31.08.) geöffnet. Aber ob der angesagte Mittelstürmer Paul Onuachu vom dänischen Club FC Midtjylland an die Weser kommt, ist zz. mehr als fraglich. Im Gegenteil besteht die Gefahr, dass für Werder wichtige Spieler den Verein verlassen.

Obwohl die Bremer auf dem letzten Tabellenplatz stehen, haben sie besonders in der Abwehr zwei gute Spiele gezeigt. Gegen die Bayern standen sie sicherlich etwas zu tief in der eigenen Abwehr. Beim Umschaltspiel, das durch die sehr defensive Grundausrichtung mit dem Rückzug tief in die eigene Hälfte aber weite Wege zu überwinden hatte, fehlte dann vorne bei Kontern oft das nachrückende Personal oder auch die Kraft, für den letzten präzisen Pass. Hier muss Alexander Nouri, der Trainer noch etwas feilen. So kommt die Länderspielpause dann doch recht. Gegen die Hertha werden wir mehr wissen.