Eine Weihnachtsgeschichte (zuviel)

Mit Beginn dieser Woche beginnt nun auch ‚offiziell‘ die Weihnachts- bzw. Vorweihnachtszeit. Alles Volkstraurige, Gebüße und Totsonntägliche haben wir hinter uns gelassen, um verstärkt an Weihnachtsgeschenke zu denken, Kekse zu backen (die zu Weihnachten oder danach, da gehärtet, ungenießbar sein werden) und alles in Weihrauch- und Kerzengestank zu ertränken.

Es muss die Zeit vor dreißig und mehr Jahren gewesen sein, als ich folgende Weihnachtsgeschichte zu Papier brachte (an elektronische Medien war noch nicht zu denken), also die Zeit (eher kurz darauf), in der ich mit meinem Kumpel Graue den ‚Idioten‘ (eine unnütze, wenig gelesene Schülerzeitschrift) herausbrachte. Alle Besinnlichkeit ignorierend hier mein spätpubertäres Machwerk:

Es begab sich zu der Zeit – Schnee fiel aus allen Wolken, Herr Schnee mit der tropfenden Rotznase -, dass sich eine Menge von Mensch vorwärts schob, um noch schnell eine Packung bestimmten Inhalts, worauf wir später zu geeigneter Zeit zurückkommen werden, zu erwerben: Die nahenden Feiertage sollten Späßchen bringen! Herr Schnee nun war angeekelt, dass man solch besinnliche Feiertage vor Augen zu diesen Schweinereien bereit sei, wo Kerzenlichter glühen und der Wein auf dem Herd – brrr!

Aber die Menge Mensch grinste nur verächtlich, war ihm alles egal, sogar scheißegal, dass er auf das alles pfiff: Herr Schnee rückte endlich mit der Packung heraus, unser ‚Held’ bezahlte und warf die Tür in den dazugehörenden Rahmen, dass im Widerhall des dadurch entstandenen Knalls ein dicker Tropfen von Herrn Schnees Nasenspitze auf den Ladentresen platschte. Die Stimmung war dahin, auch war es Zeit: Herr Schnee verschloss die Türe und begab sich ins Hinterstübchen, wo bereits der Tannenbaum in Flammen stand. Er holte sein Männlein aus der Hose, schon lange plagte ihn ein großer Druck, und in einem Bogen, der im Schein des brennenden Bäumleins in allen Spektralfarben schimmerte, ergoss sich die Flüssigkeit. Bald war das Feuer gelöscht, Herr Schnee ermattet … Durch sein Prostataleiden musste er stark drücken. Stöhnend sank er in einen ledernen Klubsessel und schlief augenblicklich ein.

    Welche Freude: ein brennender Weihnachtsbaum

Die Menge Mensch, der wir langsam einen Namen geben wollen, vielleicht wäre Kunibert ideal, nun, Kunibert begab sich auf schnellstem Weg in seine Wohnung. Dort zog er die käuflich erworbene Packung, die er auf dem Nachhauseweg in seiner linken Manteltasche verstaut hatte, aus dieser mit der rechten Hand heraus, legte sie auf den Tisch und grinste sich einen: Das wird ein Späßchen werden!

Aber noch war es nicht an der Zeit, noch gab es anderes zu tun. Kunibert ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank und holte einen Dreierpack Dosenbier heraus, riss die Packung auf, um gleich eines der Biere auf den Kopf zu stellen, die restlichen Dosen warf er in den Kühlschrank zurück, der unter einem Fußtritt Kuniberts ächzend ins Schloss fiel. Kunibert nahm die Dose, schüttelte sie kräftig, um darauf den Öffnungsring herunterzureißen, dass das Bier aus der Dose schoss. Schnell hielt er den Daumen auf die Öffnung, das Bier sprühte in feinen Spritzern an die Decke, wo sich bereits ein dicker bräunlich-gelber Fleck befand. In großen Tropfen sammelte sich das Bier und kleckerte in einem gleichbleibenden Takt auf Kunibert hernieder: So ein Duschbad tut wahrlich gut!

Das bevorstehende Weihnachtsfest konnte selbst Kunibert nicht ganz ignorieren. Für ihn verband es sich mit einer jahrelangen Tradition, die darin bestand, etwas zu tun, was andere nicht tun, ja, was selbst er das ganze übrige Jahr über nicht tat. Letztes Jahr sprang er aus dem Fenster. Da er sich dabei allerdings den rechten Fuß brach, den Kopf erschütterte und drei Zähne herausbrach, hielt es das zu diese Weihnacht nicht gerade für vorteilhaft. So entschied er sich nach seinem Duschbad dafür, ‚einen draufzumachen’, hatte er dies das ganze Jahr nicht mehr veranstaltet. So zog er seinen dafür speziell angefertigten Anzug an, den blauen mit den Auspolsterungen an Knien und Ellenbogen, wischte mit einem feuchten Tuch seine verstaubte Melone aus, streifte die wollenen Handschuhe über und zog los. Zuerst trank er in der Eckkneipe ein Bier. Ohne zu zahlen entwich er durchs Klofenster und ging weiter in Richtung Innenstadt. Einer ältlichen Frau zog er den Hut über die Ohren, einem Blinden stahl er den Blindenhund und band diesen an die Pforte einer Kirche, wo der Hund kläffend nach den Besuchern der weihnachtlichen Christmesse schnappte, einem Kind ein Ohr abbiss und den elegant gekleideten Herren die Hosen zerriss. Dann zog Kunibert fröhlich pfeifend weiter, er fühlte sich wohl, stieß mit Geschenken beladene Frauen um, wobei die gepolsterten Ellenbogen beste Dienste leisteten, stellte einem Opa ein Bein, und als man ihn für diese Taten zur Rede zu stellen versuchte, sprang er über eine Mauer und war verschwunden.

Es galt, ‚einen draufzumachen’, Kunibert überlegte, er wollte es im wahrsten Sinne des Wortes tun. Nun hatte er aber die bei Herrn Schnee erworbene Packung zu Hause vergessen. Geschwind fegte er durch die Straßen, war in Eile zu Hause, öffnete die Packung, nahm einige Dragees, trank einen Schluck Wasser hinterher, legte sich aufs Sofa, verfiel in Ruhestellung und wartete, wartete und wartete.

Die Dragees, ein namentlich hier nicht unbedingt zu erwähnendes Abführmittel, begannen zu wirken. Er erlöste sich aus seiner Ruhestellung, wobei die Beine zu entknoten waren, sprang vom Sofa auf, erbrach sich, eilte aus dem Haus, fegte erneut durch die Straßen geschwind, bis er an der Stelle war, wo er es sich überlegt hatte, von wegen wortwörtlichem ‚Draufmachen’ und so.

Allerdings wirkten die Dragees schneller als er zu laufen im Stande war. Bräunliche Masse tröpfelte aus seinen Hosenbeinen. Er versuchte zwar angestrengt, das alles zurückzuhalten, aber es half wenig. Endlich fand er einen Platz, wo es lohnte, sich gänzlich zu entleeren. Er öffnete die Hose, zog sie sich über die Knie und …

… aber mein verehrter Leser, sind Sie nicht der gleichen Meinung mit mir, dass das alles andere als eine Weihnachtsgeschichte ist? Herr Schnee hatte schon recht, als er meinte: Schweinerei!

Da muss doch der Schnee aus allen Wolken fallen. Und nicht nur der!

Nun tuten sie wieder

Darauf warte ich schon eine ganze Weile, dass sich bei der Deutschen Bahn AG (DBAG) endlich wieder etwas tut. Nach der Vollsperrung der Strecke Buchholz/Nordheide nach Hamburg-Harburg vom 5. April bis zum 11. Dezember 2004, nach ’spontanen‘ kleineren Bauarbeiten im Bereich des Bahnhofs Tostedt und nach der ‚moderaten‘ Fahrpreiserhöhung im Nahverkehr gibt es jetzt Bauarbeiten (Oberleitungen im Bereich des Bahnhofs Tostedt sollen erneuert werden, wenn ich das richtig verstanden habe) auf meiner Hausstrecke, die dazu führen, dass Regionalbahnen zwischen Tostedt und Buchholz/Nordheide in der Zeit vom 23. November bis zum 8. Dezember 2005 ausfallen und durch Busse ersetzt werden (dadurch 30 Minuten verlängerte Fahrzeit). Mich betrifft das nun nicht, da ich mit dem Metronom fahre, der sich weiterhin freier Fahrt erfreut.

    Bauarbeiten bei der Deutschen Bahn

Aber dafür tuten sie wieder – besonders des Nachts, da diese Tageszeit für Bauarbeiten natürlich am besten geeignet ist. Und da ich ziemlich in der Nähe des Tostedter Bahnhofs wohne und gewöhnlich bei offenem Fenster schlafe, dringt das Getute (akustische Wahnsignale für die Bauarbeiter: Achtung, ein Zug kommt! Den Hintern einziehen …) bis zu mir an mein nur bedingt schlafenes Ohr. Sicherlich dienen solche schrillen Signale dazu, die Bauarbeitern auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Und wenn er leicht schläfrig vor sich hinpusselt, wird er wieder hellwach werden. Nur warum muss ich auch geweckt werden? Gibt es keine anderen Möglichkeiten, z.B. visuelle Signale, die warnen, wenn in Wohngebieten des Nachts gewerkelt wird?

weitere Infos siehe: bauarbeiten.bahn.de

Träume sind Schäume

Da sind die Jungs ganz fidel und entspannt nach Barcelona gereist mit Träumen von direkt verwandelten Eckbällen usw. Mindestens einen Punkt wollte man holen. Aber Träume sind bekanntlich Schäume. Wenn man dann nicht sein ganzes verfügbares Potential abrufen kann, dann muss man damit rechnen, seine Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Schön oder gut zu spielen reicht eben nicht. Schlimmer noch: Miroslav Klose erlitt einen Jochbeinbruch und wird mehrere Wochen ausfallen.

    Klose am Boden

Nach dem 1:3 (1:2) in Barcelona mag man jetzt rechnen. Ein Sieg gegen Athen muss her (sonst droht das völlige Aus), um wenigstens noch im UEFA-Pokal weiterspielen zu können. Und nur, wenn die Katalanen auch bei Udinese Calcio gewinnen, dann geht es in die nächste Runde in der Champions League. Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wäre …

Am Wochenende geht es jetzt Auf Schalke weiter – ohne K&K-Sturm (kommt man vielleicht den Dortmundern zuvor und engagiert Ailton: soll nur ein Witz sein); wie immer vor einem Spiel von Werder: man darf gespannt sein!

Fußball und Fernsehen

Fußball und Fernsehen gehören in Deutschland (und nicht nur hier) sehr eng zusammen. Wer hat nicht eines der legendären Endspiele einer Fußballweltmeisterschaft mit deutscher Beteiligung vor der Glotzkiste gesehen und dabei keine feuchten Finger und keinen rasenden Puls bekommen. Ich erinnere mich noch sehr genau an die WM 1966 in England. Aber auch wochentags an die Europapokalspiele. Da durfte ich schon einmal länger aufbleiben, als ich noch jung war. Und natürlich die Fußball-Bundesliga jeden Samstag in der Sportschau und später im aktuellen Sportstudio.

Bereits nach dem 2. Weltkrieg wurde sehr schnell das Fernsehen wieder in Deutschland eingeführt. Und am 1. April 1963 kam zur bis dahin allein bestehende ARD das ZDF, also zweite deutsche Fernsehen hinzu. Ein besonderes Ereignis war dann die Einführung des Farbfernsehens am 25. August 1967. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Farbfilm im Fernsehen, den Abenteuerfilm Cartouche, der Bandit mit Jean-Paul Belmondo.

Mit Einführung des Kabelfernsehens zum 1. Januar 1984 startete dann auch der erste Privatsender PKS (Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenfunk – heute SAT.1) und damit gewissermaßen auch das Verderben, zumindest, was das Übertragen von Fußballspielen betrifft. Denn jetzt wurden plötzlich die Gebühren für die Übertragungsrechte von Fußballspielen von Jahr zu Jahr in die Höhe geschraubt. Von 1992 bis 2003 war es dann auch SAT.1, das mit der Sendung ‚ran‘ die Bundesligaspiele übernahm; als Privatsender brachte SAT.1 zwischen zwei Toren mindestens einen Werbespot.

Aber nicht genug: Leo Kirch, neben Axel ‚Cäsar‘ Springer (Wild-Zeitung) Deutschlands größter Medienmogul, gründete den ersten Sender für Pay-TV. Und da Fußball nun einmal der deutschen Männer liebste Nebenbeschäftigung ist, schraubte er die Preise für Übertragungsrechte noch einmal ordentlich in die Höhe. Zwar ging sein ganzer Laden dann baden. Aber ‚Premiere‘ hatte den Fisch an Land gezogen und strich dazu für Zweitverwertungsrechte (oder wie immer man das nennt) noch horrende Summen ein.

Und so zahlt man extra (Pay-TV) oder vergnügt sich mit der abgespeckten Kost, die uns die Nicht-Bezahl-Sender servieren. Und so gucke ich heute in die Röhre (aber nicht TV-Röhre), weil sich SAT.1 nicht für das Champions-League-Spiel von Werder Bremen in Barcelona, sondern für das Schalke-Spiel am morgigen Abend entschieden hat. So ein dröges Spiel kann ich mir sparen; da wären mir sogar die Bayern lieben.

Etwas zur Geschichte des Fernsehens in Deutschland

Gegen den Ungeist der Zeit

Wie schon angeführt, lese ich in den Heften der Literaturzeitschrift ‚Akzente‘ des Jahrgangs 1955, also denen vor 50 Jahren. Hier nun fand ich u.a. einen Artikel über Karl Kraus, dem Herausgeber und maßgeblichen Autor der Zeitschrift „Die Fackel“, die im Österreich und darüber hinaus bis in die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts Politik, Kultur und Journalismus aufmischte.

Karl Kraus "Die Fackel"
Karl Kraus "Die Fackel" 1899 – 1936

So schreibt der Autor, Helmut Uhlig, u.a.:

In Karl Kraus war nicht mehr und nicht weniger als der Geist der Sprache am Werk, um den Geist der Zeit, den Kraus als Ungeist entlarvte, zu bekämpfen.

Wenn die Vernunft als natürlicher Widersacher der zeitbeherrschenden Mächte dieser Epoche aufgefaßt werden kann, dann hatte sie in den ersten drei Jahrzehnten unseres Jahrhunderts ihre klarste und enschiedenste Repräsentanz in Karl Kraus.

Kraus‘ Zeitgegnerschaft … richtete sich gegen das Intrigenspiel in der Politik, gegen die Verlogenheit der Presse, gegen das Schablonenhafte der sogenannten öffentlichen Meinung.

Wer sehr wird ein solcher Vernunftsgeist in der heutigen Zeit vermisst. Denn am Zeitgeist hat sich nichts Wesentliches geändert. Dieser ist in seiner Ausdrucksweise nur subtiler, nicht mehr so grobschlächtig wie in der Zeit während und zwischen der beiden Weltkriege. Und er hat sich flächenddeckend auch über Gebiete wie Wissenschaft und Wirtschaft ausgebreitet. Damals wie heute handeln die Mächtigen im Namen aller und meinen nur ihren eigenen Vorteil.

Wenn man heute in den Heften der „Fackel“ blättert, so fällt einem nicht selten das Unverhältnismäßige von Thema und Umfang seiner Polemik auf. Und selbst der aktuelle Anlaß von damals scheint noch zu gering, um solchen Aufwand im Verstand des heutigen Betrachters zu rechtfertigen.

Gewiss ist das wahr. Aber zeigt sich der Ungeist nicht gerade in den kleinen Dingen? Muss nicht hier der Hebel angesetzt werden, um die Decke zu lüften, unter der es modert und nach Korruptheit stinkt? Selbst der kleinste Skandal, der aufgedeckt wird, beweist doch nur, wie es auch ums Ganze bestellt sein muss.

zu: Karl Kraus und die Sprache
Helmut Uhlig – Vom Pathos der Syntax (aus Akzente – Jg. 1955 Heft 6)

Bayern doch im Glück (13. Spieltag BL 2005/2006)

Ohne Ballack wollte es für die Bayern in Bielefeld zunächst nicht so gut laufen, während Werder Bremen sich Wolfsburg mit 6:1 souverän vom Leib hält. Aber in der Nachspielzeit ist es dann Pizarro, der den knappen und nicht gerade verdienten Sieg der Bayern klarmacht. Die Bayern haben das Glück also doch für sich gepachtet.

    2x Borowski - 2x Klose

Und wenn es Werder nicht schafft, seine ganzen Möglichkeiten in die Waagschale zu werfen, so wie es die Mannschaft in München bei der dummen 1:3-Niederlage nicht geschafft hat, dann winkt den Bayern die nächste Meisterschaft. Aber noch ist es nicht soweit (schielt nicht auf die Bayern – blickt auf Euch) …

Deutschland, wir kommen – Teil 2

Jetzt stehen auch die letzten Teilnahme für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland fest. Neben den schon bekannten Teams haben sich nun auch Australien und Trinidad & Tobago, aus Europa Tschechien, Spanien und die Schweiz qualifiziert.

Dem türkischen Fußball-Verband droht derweil nach den Ausschreitungen beim WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz der Ausschluss aus internationalen Wettbewerben. Es ist schon gröblichst unsportlich und geradezu erbärmlich, was sich da die türkischen Zuschauer, insbesondere aber Sicherheitskräfte und türkische Spielern, die Schweizer in den Katakomben des Stadions tätlich angriffen, geleistet haben. Man darf gespannt sein, wie sich die FIFA entscheidet. Ein entsprechender Ausschuss wird darüber beraten.

    Welcome to Hell

siehe auch zdf.de u.a.

Es ist nicht an die Zeit, Sport und Politik miteinander zu verquicken. Aber dieses elende Macho-Gehabe türkischer Männer, das leider zur Genüge auch von in Deutschland lebenden jungen Männern an den Tag gelegt wird, bestimmt das Leben in der Türkei. Die Ausstreitungen jetzt in Istanbul sind da nur die Spitze des Eisberges. Eine Gesellschaft, die Entgleisungen solcher Art zulässt, ja geradezu herausfordert, verliert sein Anrecht auf einen Platz im Chor der europäischen Länder. Allahlob sind nicht alle Türken so!

Schottland 1985: Weiter nach Keith auf dem Whisky Trail

Auf unserer Schottland-Reise vor 20 Jahren ging es von John O’Groats (hoch im Norden der britischen Insel) zurück Richtung Süden über Inverness weiter nach Keith.

Dienstag, den 13. August 1985 (11. Reisetag):

Vor 8 Uhr stehen wir bereits auf, da sich in den anderen Zimmer schon einiges regt. Christa duscht sich schon; ich bleibe noch einen Augenblick liegen.

Um 8 Uhr sind wir dann unten im Dining room zum Frühstück. Ich esse Porridge (warme Hafergrütze), während Christa Cornflakes bevorzugt. Anschließend essen wir gekochten Schinken zu Toast. Dazu gibt es wieder einmal Tee. Zum Anschluß essen wir Oatcakes mit Orangenmarmelade.

Während ich … anschließend dusche, zahlt Christa und packt unsere Sachen. 9 Uhr 45 sind wir draußen und gehen Richtung „Last house“. Heute scheint wieder die Sonne. Um 10 Uhr soll ein Bus kommen und uns von John O’Groats (das nach einem Holländer namens Jan van Groot heißt, wer und was der war, ist uns nicht so ganz klar) nach Wick bringen. Wir warten und warten und glauben schon, daß der Bus vor 10 Uhr und ohne uns abgefahren ist (heute ist ja der 13.), aber er kommt dann doch noch. Unser Travelpass „Highlands & Islands“ gilt bei ihm nicht und so zahlen wir pro Nase 80 p. (rund 3,20 DM).

Um 11 Uhr 15 sind wir in Wick und gehen gleich dort zum Bahnhof. Um 12 Uhr 05 fährt der Zug von hier nach Inverness (an der Georgemas Junction wird der Teil aus Thurso an den Zug angekoppelt). Die Strecke kennen wir ja schon; sie führt u.a. an Helmsdale, Dingwall und Muir of Ord vorbei. Um 16 Uhr 25 (mit 15 Minuten Verspätung) sind wir in Inverness. Die Fahrt hat uns recht ermüdet.

In Inverness kaufen wir uns zunächst Brot, Käse, Milch, Applepies und eine Flase Guinness (1 l = 1 £ 39). Dann setzen wir uns in den Zug nach Aberdeen, der um 17 Uhr 32 losfahren und uns nach Keith bringen soll.

18 Uhr 45 sind wir in Keith. Der Bahnhof liegt etwas außerhalb vom Ort, so sind wir zunächst ziemlich irritiert, aber dann kommen wir gleich an einer Whisky-Brennerei vorbei (Strathisla Distillery), die den bekannten und edlen Tropfen namens „Chivas Regal“ herstellt, und wir wissen, daß wir nicht falsch sein können.

Whisky-Brennerei Chivas Regal in Keith Whisky-Brennerei Chivas Regal in Keith
Whisky-Brennerei in Keith – Stammhaus von Chivas Regal

Das Tourist Information Centre hat zwar geschlossen, aber hilfsbereite Schotten weisen uns auf das Ashley Lodge Hotel hin, wo wir auch für 16 £ 95 ein Doppelzimmer bekommen. Wir stellen unsere Sachen ab und gehen etwas in Keith herum, machen einige Fotos, so auch von der Distillery; sind kurz nach 20 Uhr auf unserem Zimmer und machen uns Tee. Eine Kochgelegenheit ist vorhanden. Dazu essen wir Brot mit Käse und Bacon-Schinken, Tomätchen und Stück Gurke. Zum Abschluß des Tages trinken wir eine „Tasse“ Guinness mit dem obligatorischen Schuß Whisky. Während ich Tagebuch pinsle, packt Christa schon einmal wieder unsere Rucksäcke. Wir sind zwar müde, fühlen uns aber sonst ganz gut, da auch heute wieder alles bestens geklappt hat.

Gegen 22 Uhr 30 legen wir uns schlafen, es ist soweit ruhig im Hotel, so daß wir bald einschlafen. Aber in der Nacht sind wir öfter wach, da das Bett in der Mitte durchgelegen ist und wir so „zusammenstoßen“. Sonst schlafen wir aber ganz gut.

siehe auch: Reisevorbereitung Schottland 2005

Alles in trockenen Tüchern

Es ist schon erstaunlich, wenn sich zwei Rivalen, die sich zuvor Spinnefeind waren, zusammenraufen, um gemeinsam das Werk anzugehen, um den Karren Deutschland aus dem Dreck zu ziehen. Das geht natürlich nur, wenn beide Seiten Abstriche ihrer bisherigen Politik zulassen. Und dass der dann ausgehandelte Kompromiss am Ende so gut wie keinen wirklich beglückt, war absehbar. ‚Wahlversprechen‘, was man auch immer darunter versteht, gehen dabei den Bach hinunter.

Und wer hat am allem Schuld? Natürlich der Wähler, der sich nicht eindeutig für eine politische Richtung entscheiden konnte. Der darf das jetzt alles ausbaden: Kürzungen aller Orts und als ‚Entschädigung‘ satte Steuererhöhungen (z.B. Mehrwertsteuer um 3 Punkte), die wirtschaftspolitisch eher schaden dürften.

Wer, was, wie und wann zu tragen hat – hier der gesamte Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD

Sich dünne machen, wenn es brennt …

Letzte Woche fanden Feuerlöschübungen bei mir auf der Arbeit statt. Zunächst wurden uns die wichtigsten Informationen in einem Vortrag, dann in einem Video mitgeteilt. Zuletzt ging es dann an die Praxis. Und siehe da: plötzlich hatte sich die Anzahl der Teilnehmer deutlich reduziert. Und von denen, die sich dann unter freiem Himmel trafen, scheuten sich dann auch wieder viele, Feuerlöscher oder Feuerdecke in die Hände zu nehmen.

    Feuerlöschübung

Diese Scheu oder gar Angst kann ich nur teilweise nachvollziehen. Besonders ‚beeindruckt‘ war ich aber von der ‚Flucht‘ einer Person des Hauses, die in ihrer leitenden Position eigentlich wissen sollte, wie man sich verhält, wenn es ‚brennt‘. Ähnlich wie sie sich bei dieser Feuerlöschübung ‚dünne‘ machte, so macht sie sich … Aber komme ich zur Feuerlöschübung zurück. Hier einige Infos, die ich ganz interessant finde. Wer weiß schon, welches Löschmittel bei welchen Bränden geeignet ist …

Mit der DIN EN 2 erfolgt eine Einteilung der verschiedenen Feuerlöscher in Brandklassen. Jede Brandklasse repräsentieret dabei bestimmte Stoffeigenschaften. Die DIN EN 2 gibt damit wesentliche Anhaltspunkte, welche Feuerlöscher bei bestimmten Objekten eingesetzt werden dürfen. Folgende Brandklassen sind zu unterscheiden:

Brandklasse A:
Brände fester Stoffe, haupsächlich organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen, z.B. Holz, Papier, Stroh, Textilien, Kohle, Autoreifen

Brandklasse B:
Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen z.B. Benzin, Benzol, Öle, Lacke, Teer, Äther, Alkohol, Stearin, Paraffin

Brandklasse C:
Brände von Gasen z.B. Methan, Propan, Wasserstoff, Acetylen, Erdgas, Stadtgas

Brandklasse D:
Brände von Metallen z.B. Aluminium, Magnesium, Lithium, Natrium, Kalium und deren Legierungen

Brandklassen und geeignete Löschmittel
Brandklassen und geeignete Löschmittel

Brandklassen als PDF-Datei