Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Werder in der Bredouille

So langsam kommt zusätzliche Bewegung in den Transfermarkt des europäischen und damit auch deutschen Fußballs (siehe auch meinen Beitrag Wechselfieber), u.a. lautet eine Frage, ob der Ex-Werder-Spieler Diego von Juventus Turin nach Wolfsburg geht?

Ja Werder?! Ich möchte zz. nicht in der Haut von Manager Klaus Allofs stecken, denn an Bord der Bremer herrscht mächtig Unruhe – und noch weiß wenige Tage vor Beginn der neuen Saison keiner genau, wer das Schiff verlässt und wer neu anheuert. In meinem Beitrag schrieb ich u.a.: Ich fürchte …, dass Özil kein weiteres Spiel für den SV Werder Bremen mehr machen wird. Schade drum!

Ja Özil?! Gern würde man ihn in Bremen weiter Fußball spielen sehen. Er ist zwar aus dem Urlaub ins Trainingslager zu Werder zurückgekehrt und beteuerte, seinen Vertrag mit dem SV Werder zu erfüllen, aber seine neuesten Aussagen zum Verbleib in Bremen (siehe NDR-Video) sind wage und deuten eigentlich nur daraufhin, dass er in kurzer Zeit den Verein verlässt. An eine Vertragsverlängerung glaubt wohl selbst Klaus Allofs nicht mehr. Dann wäre ein baldiger Wechsel von Özil allerdings das Beste – für Werder allein schon wegen der Transfereinnahmen. Nach dem neuesten Gerücht könnte es nun doch der FC Barcelona sein, der Özil verpflichtet, da der eigentliche Wunschkandidat Francesc „Cesc“ Fabregas, den die Katalanen gern zum Nachfolger des 30-jährigen Spielmachers Xavi machen wollten, vom FC Arsenal nicht freigegeben wird. Will Özil also nicht verlängern, so sollte er gehen. Der Fall Klose (sein Wechsel zu Bayern München) hat gezeigt, dass Spieler, die den Verein wechseln wollen, nicht mehr bei der Sache sind. So lieber ohne Özil als nur mit einem halben auf dem Platz. Özil also zum FC Barcelona – vieles spricht dafür.

siehe auch zdf.de: Mesut Özil als Mutmacher und Vorbild

Und Per Mertesacker?! Hier gibt es auch weiterhin Gerüchte, dass er zu Arsenal London wechseln könnte. Allerdings scheint nicht viel dran zu sein. Wie es aussieht, bleibt Mertesacker in Bremen. Wie steht es dagegen mit Naldo? Probleme bereitet nach wie vor sein Knie. Keiner weiß, wann er wieder einsatzbereit sein wird.

Wenn Özil geht, wer kommt dann als Ersatz? Längere Zeit schon im Gespräch ist Wesley, der noch beim FC Santos in Brasilien unter Vertrag steht. Er ist Wunschkandidat der Bremer – allerdings ist neuerdings auch Benfica Lissabon an ihn interessiert.

Nein, Allofs hat es diesmal nicht leicht. Und Trainer Thomas Schaaf hat mit Neuzugang Marko Arnautovic ein schwarzes Schaf an Bord der SV Werder bekommen. Der Trainer verdonnerte den 21 Jahre alten Österreicher im Trainingslager zu einem Straftraining. Der Sechs-Millionen-Neuzugang von Twente Enschede, der zuletzt an Inter Mailand ausgeliehen war, hatte eine Schiedsrichterentscheidung von Schaaf nicht akzeptieren wollen und den Ball weggeschlagen. Zuvor hatte Torsten Frings in seinem Interview schon Kritik an Arnautovic geäußert. „Marko ist technisch gut und schnell, hat aber auch eine eigenwillige Art, die er einen Tick weit ablegen muss – gerade in Bremen.“ Ich kann mir nicht helfen, aber dieser Arnautovic scheint mir der richtige Lackaffe zu sein, eine Dumpfbacke ohne Gleichen, der nicht zu Werder passt. Wer hat diesen Mann nur nach Bremen geholt?

Jener Marko Arnautovic bot dann auch am Wochenende im Spiel beim FC Fulham eine indiskutable Leistung (Allofs O-Ton: „Ohne diese Bereitschaft fürs Team gibt es [für Arnautovic] keine Zukunft bei Werder.“). Leider nicht nur er, denn nach einer guten ersten Halbzeit (Pizarro hatte Werder 1:0 in Führung gebracht), war die Mannschaft wohl von allen guten Geistern verlassen und wurde noch mit 5:1 abgestraft. Die Generalprobe für die neue Saison ging in London also völlig daneben.

Ganz nebenbei: Ich frage mich, was eigentlich mit Jurica Vranješ ist?

Nach dem er in der Hinrunde der Saison 2009/10 nicht eingesetzt wurde, ist er in der Winterpause ab 01.02.10 zu Gençlerbirligi Ankara bis Saisonende ausgeliehen worden. Im Sommer kehrte er nach Bremen zurück, wo er nur noch mit der zweiten Mannschaft trainieren darf. Spielberechtigt ist er für diese jedoch nicht. Vorausgegangen waren kritische Äußerungen über Bremens Trainer Thomas Schaaf nach seinem Wechsel nach Ankara.

Meldung vom 22.07.2010: Split an Vranjes dran: Der Abschied rückt näher: Jurica Vranjes hat in Hajduk Split endlich einen Club gefunden, der ihn verpflichten will. „Es gibt Interesse“, bestätigte der bei Werder aufs Abstellgleis geschobene Kroate gestern gegenüber dieser Zeitung: „Wenn alles passt, kann es passieren. Split ist attraktiv für mich.“

Gerücht des Tages vom 27.07.: Die Verantwortlichen von Hertha BSC denken angeblich über eine Verpflichtung von Jurica Vranjes nach. Das berichtet die „B.Z.“ (Inzwischen hat die Hertha aber den Bremer Peter Niemeyer nach Berlin geholt. Wieder ein Bremer Mittelfeldspieler weniger, wenn Niemeyer zunächst auch nur ausgeliehen ist)

Vranjes dürfte also zu Hajduk Split gehen …

Nachtrag: Kaum habe ich meinen Beitrag geschrieben, überschlagen sich die Meldungen im Fall Transfer Özil-Barca (es wird spannend – im Gespräch ist übrigens eine Tranfersumme von 12-15 Millionen):

1. Der FC Barcelona steht nach Berichten der katalanischen Sportpresse dicht vor einer Verpflichtung von Mesut Özil. „Sport“ und „El Mundo Deportivo“ berichten übereinstimmend, ein Wechsel des Profis von Werder Bremen zum spanischen Meister sei „fast perfekt“. Mit dem Mittelfeldspieler hätten die Katalanen Einigkeit über einen Vierjahresvertrag erzielt. Allerdings habe sich Barca-Coach Guardiola noch nicht abschließend zu einem Özil-Transfer geäußert. Auch laut der Tageszeitung „El Pais“ stehe eine Einigung über einen Wechsel Özils für rund zehn Millionen Euro unmittelbar bevor.

2. Werder Bremen hat spanischen Medienberichten widersprochen, wonach Mesut Özil unmittelbar vor einem Wechsel zum FC Barcelona steht. „Die Meldung ist falsch. Es gibt keine Gespräche und kein Angebot vom FC Barcelona“, sagte Werders Mediendirektor Tino Polster. Die Sportblätter „Sport“ und „El Mundo Deportivo“ sowie die Tageszeitung „El Pais“ hatten zuvor übereinstimmend berichtet, ein Wechsel Özils zum spanischen Meister sei fast perfekt. Özil selbst äußerte sich zurückhaltend. „Davon weiß ich nichts. Über andere Vereine rede ich auch nicht“, sagte der Mittelfeldspieler.

3. Die Variante …, dass Barca jetzt Özil für ca. 12-15 Mio. kauft & ihn dann 1 Jahr an Werder ausleiht, um ihn nicht aus seinem Umfeld herauszureißen und seine Entwicklung verfolgen zu können, ist am sinnvollsten. Nach der Leihe könnte Özil dann zu Barca und Xavi ersetzen.

4. ???

Weiteres Video bei zdf.de: Werder Bremens Sorgenspieler

Happy Birthday, Mr. Anderson

Heute habe ich einmal daran gedacht (stimmt auch nicht – durch YouTube-Kommentare wurde ich darauf aufmerksam gemacht – an seinen 60. hatte ich damals allerdings gedacht): Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull hat heute Geburtstag und wird 63 Jahre alt. Na denn: Happy Birthday, Mr. Ian Anderson!

Ian Anderson (Jethro Tull) 2008
aus: jethrotull.com/press/pressphotos (2008 – 1 MB groß)

Anlässlich des 300. Geburtstages von Johann Sebastian Bach trat die Gruppe Jethro Tull mit Ian Anderson und Gaststar Eddie Jobson am 16. März 1985 im Internationalen Congress Centrum Berlin auf: Bach Rock (Dank an www.laufi.de für die Videos).


Jethro Tull: Wond’ring Aloud (Bach Rock 1985)

Walk the Line & Get Rhythm

Am Wochenende lief im Fernsehen der bekannte Film über das Leben von Johnny Cash: Walk the Line. Walk the Line ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 2005, die vom Leben des auch bei uns bekannt gewordenen Country-Sängers erzählt. Regie führte James Mangold, der auch das Drehbuch gemeinsam mit Gill Dennis anhand der Autobiografien Man in Black und Cash: The Autobiography schrieb. Die Hauptrollen spielen Joaquín Phoenix und Reese Witherspoon. Der Filmtitel lehnt sich an Johnny Cashs Song I Walk the Line an.


Walk the Line: Joaquín Phoenix als Johnny Cash

Ich kenne Johnny Cash zwar, seine Lieder wie „Ring of Fire“ und natürlich „Get Rhythm“. Aber Country Music war eigentlich nie ganz mein Ding, und so fand ich die Musik von Johnny Cash zwar erträglich, aber sie war mir nicht Anlass, irgendeine Platte von ihm zu kaufen. Nun aber, und das ist der Witz, eines seiner Lieder zählt zu meinen Lieblingsliedern: das bereits erwähnte Get Rhythm, wenn auch als Coverversion von Ry Cooder (dem ich ja hier gleich eine ganze Kategorie gewidmet habe), einen nach meiner beschiedenen Meinung 10 besten Gitarristen der Rockmusik.

Zunächst aber noch etwas zum Film: Was mich wirklich beeindruckt hat, das war die schauspielerische Leistung von Joaquín Phoenix als Johnny Cash. Die Lieder von Cash singt im Film der Schauspieler zudem selbst – auch das ist hervorragend gelungen. Für Cash-Fans sowieso, für allen anderen Filmfreaks aber auch: Der Film ist wirklich empfehlenswert (und wenn schon mein großer Sohn sich den Film als DVD gekauft hat, dann muss der Film einfach gut sein).

Zurück zu Ry Cooder – hier noch einmal kurz als Wiederholung:

Die bekanntesten Alben von Ry Cooder sind „Chicken Skin Music“ (1976), „Bop till you Drop“ (1979), das überhaupt erste digital aufgenommene Album der Rockgeschichte, und „Get Rhythm“ (1987).

Von zuletzt genannten Album hier der Titelsong:


Ry Cooder: Get Rhythm

Fans von Johnny Cash werden es gleich gemerkt haben. Das Lied stammt aus dessen Feder. Ry Cooder hat zwar viele Lieder selbst geschrieben, aber er hat sich – wie bereits erwähnt –auch immer wieder bei anderen Autoren bedient (von Elvis über Chuck Berry bis eben hin zu Johnny Cash). Die gecoverten Versionen klingen dabei aber immer typisch wie Ry Cooder (und sind nach meiner Meinung oft auch besser als die Originale).

Hier zum Vergleich (bei youtube zu finden) die Originalversion Johnny Cash – Get Rhythm aus dem Jahre 1956

Nachtrag: Es gibt ein Musikvideo mit Ry Cooder: Get Rhythm aus dem Jahre 1988 in der Regie von David Fincher, u.a. bekannt als der Regisseur von Filmen wie Der seltsame Fall des Benjamin Button.


Ry Cooder – Get Rhythm

Wind(s) of Change

Nein, ich meine nicht die große politische Veränderung, die Ende der 1980er-Jahre den politischen Wandel in Europa einläutete und von denen die Scorpions erfolgreich sangen. Ich will hier von den kleinen, uns betreffenden alltäglichen Veränderungen sprechen, die uns manchmal wie kalter Wind ins Gesicht blasen.

Wäre jeder Tag ein Feiertag, sich vergnügen wäre so ermüdend wie arbeiten, soll wohl Shakespeare gesagt resp. geschrieben haben. Selbst das Vergnügen wird, wenn es zur Routine verkommt, langweilig. So sind Abwechslung und Neues, so ist Bewegung Leben. Nun nicht jeder Mensch ist gegenüber Veränderungen aufgeschlossen. Und selbst wenn, dann besteht oft ein Zögern, eine Unsicherheit, ja bei manchem eine Angst dem Neuen gegenüber.

Bei mir auf der Arbeit tut sich einiges. Die Bereiche meines Jobs stehen neuerdings auf dem Prüfstand und ‚versprechen’ Veränderung. Vieles davon, das lässt sich zuvor schon ablesen, ist einfach Unsinn. Wenn Veränderungen am ‚grünen Tisch’ bestimmt werden, dann verheißt das nicht immer Gutes. So versucht man, den wenigen Einfluss, den man ausüben kann, zu nutzen, um auf Entscheidungen einzuwirken..

Auch mein jüngerer Sohn, der im Sommer seinen Schulabschluss in Tostedt erfolgreich an der Realschule absolviert hat, steht in diesem Tagen vor neuen Herausforderungen. Seit Donnerstag besucht er die Fachoberschule in Stade und muss sich in den nächsten Tagen und Wochen auch erst einmal in der neuen Umgebung wiederfinden. Dazu kommt, dass es erst einmal sehr chaotisch an der Schule zuging. Das liegt in der Natur der Sache selbst. Wenn auf einmal ca. 2000 Schüler ‚auf der Matte’ stehen, dann bricht auch gut gemeintes Management schnell zusammen. Nur für manchen ‚Neuen’ ist das zunächst einmal Stress. Wie soll er sich selbst in der neuen Umgebung finden, wenn diese sich selbst noch nicht gefunden hat. Spätestens in wenigen Wochen wird die Routine eingezogen sein – und die Belastungen dieser Tage werden vergessen sein. Noch wehen Winde der Veränderung.

Apropos: Wind of Change. Lange vor den Scorpions hat eine andere Gruppe von den Winden der Veränderung gesungen. 1971 erschient auf der LP (CDs gab es damals noch nicht) Mick Abrahams: A Musical Evening das Lied Winds of Change (also in Mehrzahl). Mick Abrahams, der zuvor bei Jethro Tull die Gitarre gespielt und gesungen hatte und 1969 u.a. mit Jack Lancaster Blodwyn Pig gründete, sang dann auch noch den Change Song (Blodwyn Pig: Ahead Rings Out 1969)


Mick Abrahams Band: Winds of Change (1971)

Die Mick Abrahams Band bestand aus:
Mick Abrahams plays guitar, seven string slide guitar, mandolin, pedal steel guitar and sings
Ritchie Dharma plays drums, congas and various percussion
Bob Sargeant plays organ, piano, second guitar and sings
Walt Monaghan plays bass guitars and sings

Und hier auch noch den Change Song von der Gruppe Blodwyn Pig – ebenfalls mit Mick Abrahams:


Blodwyn Pig: Change Song

Siehe auch meine Beiträge:
Blodwyn Pig: Sing Me a Song That I Know
Mick Abrahams Band: Why Do You Do Me This Way

Soll erfüllt

Bei der Europameisterschaft der Leichtathleten in Barcelona vom 27. Juli bis 1. August 2010 hat die deutsche Mannschaft insgesamt 16 Medaillen errungen und liegt in der Mannschaftswertung auf Platz vier. Obwohl nicht alle Athleten und Athletinnen die Erwartungen erfüllt haben, die in sie gesteckt waren, kann man sagen, dass das Team als Ganzes das Soll erfüllt hat und am Ende sogar mehr Medaillen nach Hause bringt als gedacht. Denn es gab auch die eine oder andere positive Überraschung (z.B. die beiden Silbermedaillen über 1500 m und im Sperrwerfen der Männer durch Carsten Schlangen bzw. Matthias de Zordo). Enttäuschend war das Abschneiden u.a. im Hammerwurf, sowohl bei den Frauen als auch Männern.

Überflieger dieser EM war der französische Sprinter Christophe Lemaitre. Der erst 20-Jährige gewann dreimal Gold, sowohl über 100 m, 200 m und als Schlussläufer der 4-100m-Staffel. Bestes Ergebnis eines Deutschen war die 8,47 m im Weitsprung der Männer durch Christian Reif am letzten Wettkampftag.

Eigentlich wollte ich hier noch einiges zu Normen, Richtlinien und insbesondere zur Sportförderung schreiben. Aber das ist ein weites Feld und meine Zeit erlaubt es nicht, auf die Schnelle die nötigen Informationen hierzu zu recherchieren. Aber selbst als Laie kann man sich vorstellen, welche Auswirkungen der Gewinn einer Medaille oder andersherum das Versagen eines Athleten bei der Vergabe von Fördergelder z.B. aus der Deutschen Sporthilfe haben, denn die Leistungen der Sportler bei internationalen Wettkämpfen sind dabei das entscheidende Kriterium, im Nachwuchsbereich wird insbesondere die Leistungsperspektive berücksichtigt, wie es bei der Deutschen Sporthilfe heißt.

Ians elf Finger?!

Nachdem ich die Gruppe Jethro Tull zum ersten Mal im Fernsehen sah (Wie ich zu Jethro Tull kam), kaufte ich mir meine erste Langspielplatte (LP – damals gab es noch keine CDs) am 6. September 1969. Das Datum ist mir auch heute noch gegenwärtig (6.9.69 – siehe meinen Beitrag: Mondlandung mit Shakespeare). Und natürlich war es eine Scheibe von Jethro Tull: Stand Up.

Jethro Tull: Stand Up (1969)

Es fiel mir nicht gleich auf, erst später: Auf der Zeichnung des Covers (genauer: ein Holzschnitt) hat Ian Anderson elf statt der üblichen zehn Finger. Über das Jethro Tull Board @ www.laufi.de bin ich wieder auf dieses Detail des Stand Up-Covers gestoßen: Ja, es sind elf Finger.

Ian Andersons elf Finger

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum elf Finger? Hat sich der Künstler James Grashow einfach vertan (kann er nicht bis zehn zählen?)? Oder war es höhere Absicht, da Ian Anderson als Flötist besonders viele Finger braucht – vielleicht eine Art Heiligenschein auf etwas niedrigeren Niveau? Nun James Grashow hat sich in einem Interview erst kürzlich dazu geäußert: It was a mistake. So profan sind manchmal die Dinge.

Ich fand (und finde auch heute noch) das Cover natürlich sehr cool. Besonders Ians Tabaksbeutel hatte es mir damals angetan, sodass ich mir bald nach Kauf der LP auch einen solchen Tabaksbeutel zulegte, den ich am Hosengürtel trug (zum Barett wie bei Lockwood hat’s bei mir aber nicht gereicht).

Männer, die auf Ziegen starren

Als Kleinstadtreporter Bob Wilton (Ewan McGregor) den bei seiner Mutter wohnenden Frühpensionär Gus Lacey (Stephen Root) interviewt, ist er überzeugt, einen Verrückten vor sich zu haben. Lacey behauptet, vom Militär in Fähigkeiten wie Gedankenlesen, durch Wände gehen und dem Töten durch Blicke geschult worden zu sein. Zu absurd, um wahr zu sein. Doch Wilton wird bald eines Besseren belehrt: Als ihn seine Frau (Rebecca Mader) verlässt, geht er als Journalist in den Nahen Osten, um über den Irak-Krieg zu berichten. Doch er bekommt keinen Zugang zu den Truppen und ist dazu verdammt, in einer Kuwaiter Hotelbar abzuhängen. Dort trifft er auf Lyn Cassady (George Clooney), den er aus Laceys Erzählungen kennt. Cassady gilt als bester Mann einer geheimen, parapsychologisch geschulten Militäreinheit unter Führung des Hippie-Ausbilders Bill Django (Jeff Bridges). Der Jedi-Krieger und Supersoldat beschließt, den jungen Journalisten zu einer ultra-geheimen Operation in den Irak mitzunehmen…

Männer, die auf Ziegen starren ist ein wunderbar absurder Film und urkomisch. Regisseur Heslov kann sich dabei absolut auf seine Schauspielerriege verlassen. George Clooney ist sowieso immer großartig, wenn er sich selbst auf die Schippe nimmt. Sein Auftritt mit Old-School-Schnautzer, weit aufgerissenen Augen und bedeppertem Blick erinnert an seine Zusammenarbeiten mit den Coen-Brüdern bei Burn After Reading und O Brother, Where Art Thou?. An die Kooperation mit den Spezialisten für schräge Figuren aus Minnesota erinnert auch der Auftritt von Jeff Bridges. Bill Django ist der „Dude“ aus The Big Lebowski mit mehr Energie und einer Militäruniform. Ewan McGregor (Illuminati, Trainspotting) hat den undankbarsten Part, da er im Gegensatz zu seinen Mitspielern nicht auf die Pauke hauen darf. Umso höher ist es ihm anzurechnen, dass auch die lustigen Momente seiner durch das Szenario stolpernden Figur funktionieren. Es ist schon amüsant, dass der Obi-Wan aus George Lucas‘ „Star Wars“-Prequel-Trilogie keine Ahnung hat, was Jedi-Krieger sind. Kevin Spacey (Superman Returns, American Beauty) streut als Unsympath wunderbar sarkastische Spitzen, während Stephen Lang, der in James Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora noch den Prototyp eines harten Militärs gegeben hat, nun genau dieses Image persifliert.

aus: filmstarts.de

Wie ich schon an anderer Stelle schrieb (zum Film Up in the Air): Filme mit George Clooney sind in der Regel gute Filme. Dieser Film ist sogar ein sehr guter Film – und jetzt auch auf DVD Männer, die auf Ziegen starren erhältlich. Bemerkenswert finde ich besonders, wie der Betrachter des Films geschickt im Ungewissen gelassen wird, ob das eben Gezeigte unglaublich wahr oder alles doch nur völliger Unsinn ist. Und genau aus diesem ‚inneren Konflikt’ des Betrachters heraus bezieht der Film seinen Witz. Natürlich weiß jeder, das hier Unsinn offeriert wird. Aber eigentlich würde man es doch gern glauben wollen.

Es gibt diverse Analogien zu Star Wars. Cassady bezeichnet sich und seine Kameraden in seinen Erzählungen als Jedi. Wilton fragt Cassady, was das sei – Darsteller Ewan McGregor spielte in den Star-Wars-Episoden 1 bis 3 selbst einen Jedi. Wie in den ersten drei Episoden gibt es mit Hooper einen Jedi-Schüler, der auf die dunkle Seite der Macht wechselt: Hooper zerstört die Einheit und bricht seinen Lehrer durch den Verrat emotional, außerdem belegt er Cassady mit einem Fluch (ach ja, die Geschichte mit dem Todesstoß – selten habe ich so gelacht).

Gestern habe ich mir den Film mit meinen Lieben mit Genuss angeschaut. Was soll ich sagen: Der Film ist wirklich witzig und unterhaltsam. Ich kann ihn nur weiterempfehlen.


Männer, die auf Ziegen starren – dt. Trailer

Hier ein etwas längerer Trailer samt Kommentierung von www.sputnik.de bei YouTube.

Jethro Tull: A Passion Play – Update

Vier Jahre ist es bereits her, dass TullTapes bei YouTube sein Projekt JETHRO TULL RARE PASSION PLAY 1973 LIVE vorstellte (ich berichtete darüber). Er hatte altes 8mm-Filmmaterial digitalisiert und zusammengeschnitten. Nun hat er dieses alte Material noch einmal aufgearbeitet und erneut bei YouTube ins Netz gestellt.

Ian Anderson (Jethro Tull): A Passion Play live 1973

Wer wenigstens einige Vorstellungen davon hat, welche Arbeit darin steckt, ein solches Video zusammenzustellen, wird mir zustimmen, dass das Ergebnis wirklich gelungen ist. Gegenüber seinem ersten Versuch verfügt TullTapes (inzwischen 40 Jahre alt, lebt in den USA) jetzt über eine Videobearbeitungssoftware, die mehrere Video- bzw. Tonspuren zulässt. Das eröffnet natürlich neue Horizonte. Ich kann mich bei ihm auf diesem Weg nur herzlich für die Arbeit und die Bereitstellung der insgesamt vier Videos (Gesamtlänge knapp 32 Minuten) bedanken (einzigstes Manko: die öfteren Einblendungen von TullTapes’ Mailadresse und der Hinweis „Not for Sale“ nerven etwas).

Das meiste Filmmaterial stammt von den Konzerten in Oakland (23.07.1973 – an diesem Tag erschien das Album „A Passion Play“ in den USA) und im Madison Square Garden (28. bzw. 29.08.1973). Der Sound des gesamten Films ist aus Oakland.

Gestern habe ich mir die Videos in aller Ruhe zu Gemüte geführt. Bedenkt man, dass das Ursprungsmaterial mit damals handelsüblichen Gerätschaften (z.B. 8-mm-Kameras) aufgenommen wurde, so ist das Ergebnis der digitalen Überarbeitung bestens gelungen. So sind die Videos auch im Vollbildformat noch gut zu betrachten. Überraschend gut ist auch der Ton. Dank TullTapes darf man auch 37 Jahre nach den Konzerten an diesem ungewöhnlichen Ereignis teilhaben und verspätet „A Passion Play“ live im Video sehen


Jethro Tull 1973: A Passion Play Oakland CA, New York NY (Playlist)

Up in the Air

Ryan Bingham (George Clooney) liebt seinen Job, den 99 Prozent aller Menschen wahrscheinlich nicht einmal geschenkt haben möchten: Für eine Firma in Omaha, Nebraska feuert er amerikaweit Leute aus ihren Jobs. Immer dann, wenn ein Manager kalte Füße bekommt, tritt Bingham auf den Plan und eröffnet den Mitarbeitern, dass es ihre Stelle nicht länger gibt oder dass sie freigestellt werden. Er ist der Beste seines Fachs. Eiskalt, aber dennoch einfühlsam, soweit dies möglich ist. Seine Welt liegt über den Wolken und in anonymen, austauschbaren Flughafen-Hotels. Er hasst Verpflichtungen, hat aber ein großes, persönliches Ziel: Er will als siebter Mensch die Zehn-Millionen-Bonusmeilen-Schallmauer durchbrechen. Als Bingham in der Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga) eine Seelenverwandte erkennt, gerät seine kleine Welt, die er gerade der ehrgeizigen Jung-Geschäftsfrau Natalie (Anna Kendrick) im Auftrag seines Bosses Craig (Jason Bateman) erklärt, ins Wanken…

aus: filmstarts.de

Up in the Air ist eine US-amerikanische Tragikomödie von Regisseur Jason Reitman aus dem Jahr 2009. Der Spielfilm basiert auf dem Roman „Mr. Bingham sammelt Meilen“ von Walter Kirn. Die Hauptrollen wurden von George Clooney, Vera Farmiga und Anna Kendrick gespielt. Der Film ist jetzt auch auf DVD Up in the Air erhältlich.


Up in the Air (dt. Trailer)

Filme mit George Clooney sind in der Regel gute Filme. Obwohl ich nach dem Lesen der Inhaltsangabe zu diesem Film erst skeptisch war, so kann ich jetzt „Up in the Air“ nur wärmstens empfehlen. Welchem Genre der Film genau zuzuordnen ist, vermag keiner so recht zu sagen: Tragikomödie dürfte aber am besten passen.

Ryan Bingham lebt nach einer eigenen Philosophie: Danach ist jeglicher Ballast von Bord zu werfen, sowohl materielle Güter als auch persönliche Verbindungen. Und so lebt er über 320 Tage im Jahr nur aus einem Trolley, den er von Hotel zu Hotel mit sich führt, und meidet Kontakte, die zu engeren Beziehungen führen könnten. Lediglich mit der Geschäftsfrau Alex, in der Bingham eine Seelenverwandte zu erkennen meint, wird er intim, soweit es beider Terminkalender zulassen.

Als sein Job plötzlich via Internetkonferenzen erledigt werden soll und die Reisen dadurch hinfällig werden, gerät Binghams Welt zum ersten Mal ins Wanken. Nach und nach erkennt es, dass seine so feine Philosophie nur Vorwand und er eigentlich ein einsamer Mensch ist.

Regisseur Jason Reitman hat die Rolle des Ryan Bingham ganz auf George Clooney zugeschnitten, der sich unglaublich charmant, aber gleichzeitig auch arrogant gibt. Seine Seele scheint ein Stahlbad durchlaufen zu haben, trotzdem ist er nicht unverletzbar. Er liebt seine Unabhängigkeit und ist dennoch insgeheim auf der Suche nach Geborgenheit, selbst wenn er sich das auf seiner Odyssee durch die USA nicht eingestehen will.

Sodom und Gomorrha in Duisburg

Frau Eva Herman hat einen Traum:

Den Traum eines Landes mit glücklichen Menschen, ohne Drogen, ohne übermäßigen Alkohol, ohne eine sexualisierte Gesellschaft, sondern eines Landes, in dem Menschen leben, denen Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt wichtig sind. Wünschenswert wäre ein Land, in dem die Menschen sich füreinander verantwortlich fühlen, ein Land, in welchem Politiker nicht mehr die Unwahrheit sagen dürfen, ein Land mit Medien, die wahr berichten. Ein Land mit geistiger Freiheit und Hilfe sowie Liebe für den Nächsten.

Auch ich halte Verlässlichkeit und gegenseitigen Respekt, ein Land mit geistiger Freiheit für wünschenswert. Menschen sollten sich füreinander verantwortlich fühlen. Wahrheit und Gerechtigkeit sollten regieren. Vor fast 47 Jahren, am 28. August 1963, hatte ein anderer ebenfalls einen Traum (ich hoffe nur, Frau Herman bezieht sich nicht auf diesen Traum, das wäre eine unverschämte Anmaßung): Martin Luther King (siehe meinen Beitrag: 40. Todestag von Martin Luther King) hatte einen Traum, in dem die Menschen am Tisch der Brüderlichkeit sitzen und in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.

Frau Eva Herman, die zuvor die Loveparade in Duisburg für ein Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen erklärt hatte, für eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, versucht in einem zweiten Artikel (Große Resonanz auf »Loveparade«-Artikel) u.a. mit ihrer Traumvorstellung ihre Aussagen zu relativieren. Aber was sie da zuvor behauptet hat, steht in keinem Verhältnis zum Unglück, das am Wochenende 20 (inzwischen 21) Menschen das Leben gekostet hat.

Ich selbst bin kein Fan des Techno. Es ist einfach miese Musik. Und schon allein das Wort Loveparade stört mich gewaltig, weil Parade für mich ein ursprünglich militärischer Begriff ist (Militärparade), der nicht im Einklang mit dem Wort Liebe stehen kann. Und inwieweit man bei einer solchen kommerzialisierten Großveranstaltung überhaupt von Liebe reden kann, bei der es nur um Spaß geht, ist mir auch schleierhaft. Aber die wirren Thesen der Frau Herman dürften selbst jeden wirklichen Christen aufschrecken. So schreibt sie: Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Steckt also Gott hinter dem Unglück? Diese Art eines christlichen Fundamentalismus ist ein verbaler Fußtritt nicht nur gegen die Opfer und ihre Angehörigen, es ist auch ein Fußtritt gegen jeden aufrichtigen Menschen, der für Aufrichtigkeit, Wahrheit, Freiheit, aber auch für Toleranz und Gerechtigkeit einsteht.

Denn Frau Hermans Traum könnte sich schnell als Alptraum erweisen, ihre Sichtweise von heiler Welt und Ordnung impliziert Elemente, die diese schnell zu einer totalitären Weltschau verengt. Beispiele hierfür (nicht nur literarische wie Orwells 1984 oder Margaret Atwoods Geschichte einer Dienerin) gibt es reichlich. Hermans Wunsch nach Friede, Freude, Eierkuchen ließe sich nur in einem totalitären Staat verwirklichen. Ich denke, dass selbst Frau Herman das nicht wünscht.

Noch ein Wort zur Loveparade als Massenveranstaltung: Die Bedenklichkeit solcher Events ist längst erkannt. Wenn Hunderttausende sich auf engstem Raum treffen, dann ist nie auszuschließen, dass es zu einer Massenpanik kommt. Beispiele dafür gibt es genügend. Wer sich also zu einer solchen Veranstaltung aufmacht, sollte sich dessen bewusst sein. In Duisburg hätte es auch noch viel schlimmer kommen können, denn eine Massenpanik fand dort eigentlich nicht statt. Es wurden nur zu viele Menschen durch das Nadelöhr Tunnel auf engsten Raum zusammengepfercht. So traurig es ist: Bei einer wirklichen Panik hätte es weit mehr Opfer gegeben. Wer nun wirklich Schuld an dem Unglück von Duisburg hat, wird zz. in einem miesen Schwarze-Peter-Spiel zwischen Veranstalter und Öffentlicher Hand ausgetragen. Eines steht aber fest: Die Loveparade hätte niemals stattfinden dürfen. Wer hierfür sein Okay gegeben hat, trägt auch Verantwortung.

Rolling Sheeps

Das Verkehrszeichen, das vor Steinschlag warnt, sieht eigentlich anders aus. Unter Steinschlag versteht man meist den Niedergang von Steinen als Geröll oder Schutt an einem Hang. Auf dem Rückweg vom Gipfel des Drachenfelses sahen wir nun das folgende Hinweisschild. Auch hier warnt es vor Geröll, das einen Anhang herunterkommen kann … und auch vor herabfallenden Schafen?

Steinschlag und mehr: Rolling Sheeps

Weitere kuriose Verkehrs- und Hinweisschilder in diesem Blog:
Mind your headAutowaschanlagePer Rad zur Hölle(K)eine Hundekotablage