Kategorie-Archiv: Literatur

WilliZ Welt der Literatur

Russische Wochen (3) – Fjodor M. Dostojewski: Die Dämonen

Komme ich heute zum 3. Buch meiner ‚russischen Wochen‘. Es ist der 1873 veröffentlichte Roman Die Dämonen von Fjodor M. Dostojewski, den ich in folgender Ausgabe vorliegen habe: Deutscher Taschenbuch Verlag, München – 5. Auflage Juni 1982 – 31. – 36. Tausend – dtv weltliteratur – Dünndruck-Ausgabe – Vollständige Ausgabe. Aus dem Russischen übertragen von Marianne Kegel [Marianne Kegel: Die Teufel – Leipzig: Hesse & Becker 1924]. – Titel der Originalausgabe: Бесы ‚Besy‘ (Petersburg 1971/72)

Über dieses Buch:
Der Roman >Die Dämonen< ist eine der machtvollsten, beziehungsreichsten Schöpfungen Dostojewskijs. Seine Romantechnik erreicht hier in der Verbindung von packender Handlung mit tiefster philosophisch-religiöser Thematik ihren Höhepunkt. Ein >Buch des großen Zorns< hat ein russischer Kritiker >Die Dämonen< genannt. Das ist der Roman zweifellos in dem heftigen Angriff Dostojewskijs auf die „nihilistische“ Generation der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts.
Wie in Turgenjews >Väter und Söhne< steht sich die Welt der Väter und der Söhne gegenüber. Der Vater Stepan Trofimowitsch Werchowenskij ficht Dostojewskijs Kampf gegen den Utilitarismus der jungen Genaration aus. Vor seinem Tod läßt er sich aus dem Lukas-Evangelium die Geschichte von der Austreibung der Teufel vorlesen, die dem Roman den Titel und seine religiöse Entschlüsselung gibt. Die Teufel, die Dämonen Russlands, sind die Handlanger der Zerstörung um der Zerstörung willen, vertreten durch den Sohn und Mörder aus politischen Motiven, Pjotr Stepanowitsch, durch die Hauptfigur Nikolaj Stawrogin und seinen Kreis der Nihilisten. Stawrogin ist ein von Machtgier und Zerstörungslust Besessener, der ein Leben voller Ausschweifungen und Grausamkeiten führt und sich schließlich, innerlich gescheitert, erhängt.

War der Ausgangspunkt Dostojewskijs zunächst weltanschaulicher Natur – der Konflikt zwischen den atheistischen, westlich orientierten Revolutionären und seiner nationalen, christlich-orthodoxen Überzeugung -, so wird immer mehr zum eigentlichen Thema, was der Dichter in einem Brief über den Romanplan schrieb: „Die Hauptprobleme, durch alle Teile des Romans hin, werden die gleichen sein, von denen ich bewußt und unbewußt während meines ganzen Lebens gequält worden bin – die Existenz Gottes.“

Fjodor M. Dostojewski: Die Dämonen
Fjodor M. Dostojewski: Die Dämonen

Das ist kein Buch, das man liest, das ist ein Abgrund, in den man hineinstürzt. Mir schien damals, ich habe durch diese Lektüre endgültig erfahren, was Leben wirklich ist: sich hilf- und heillos verstricken und schuldlos schuldig werden. Verzweifelt wie alle Personen des Romans bot sich mir als Ausweg jener an, den Kirillow und Stawrogin wählten: Selbstmord. So ein Buch ist das. Ein gefährliches Buch, wenn man es nicht ganz zu Ende liest.
[…]
Bei der Sitzung eine[s diese]r „Fünferkomitees“ legt ein Mitglied, Schigaljow, sein Buch vor, in dem er das Bild der künftigen sozialistischen Gesellschaft entwirft, ein Bild, gegen das, so sagt er, alle Gedanken früherer Reformer nichts als törichte Träume seien. Jedoch: er bekennt, sich selbst in seinen Ideen verirrt zu haben, und er müsse sehen, daß seine Propagierung der unbeschränkten Freiheit des einzelnen geradewegs in den unbeschränkten Despotismus führen. Es gebe keinen andern Weg als die Teilung des Volks in zwei Gruppen: ein Zehntel erhalte die unbeschränkte Freiheit und damit die absolute Macht, der Rest müsse entmündigt und damit in den „ursprünglichen Zustand der Lämmerunschuld zurückgeführt werden“. Das Ideal der totalen Diktatur, die Vorwegnahme des Faschismus und Stalinismus. (Quelle: zeit.de)

Aber damit endet Dostojewskis Hellsicht noch nicht. Es ist Pjotr Werchowenski, dem das Charisma eines Stawrogin abgeht, der diesen daher als ’neuen Zaren‘ auserkoren hat. Warum erinnert mich das so sehr an Putin, der mit seiner Scheindemokratie eine neue Form des Zarentums begründet hat. Stawrogin wollte nicht und nahm sich das Leben, Putin will dafür um so mehr …

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siehe auch:
Heute Ruhetag (16): Fjodor Michailowitsch Dostojewski – Die Dämonen (nachzulesen bei zeno.org)

sowie:
Russische Wochen (1) – Tschingis Aitmatow: Frühe Kraniche
Russische Wochen (2) – Michael Bulgakow: Das hündische Herz

Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz

Tun wir es dem Dichter gleich und denken nicht weiter als einen Grashüpferhupf. Mit einer Eistüte auf dem Gewissen und Sonne im Kopf frönen wir dem Sommer und Joachim Ringelnatz. Und mit seinen Gedichten. Wenn nicht jetzt, wann dann …

Russische Wochen (2) – Michael Bulgakow: Das hündische Herz

Zum Vatertag bekam ich von dem älteren meiner beiden Söhne und seiner Freundin ein Buch geschenkt, das ich inzwischen gelesen habe. Es ist der Roman Meister und Margarita von Michail Bulgakow. Dazu später mehr. Inzwischen hat mir mein Sohn zwei weitere Bücher dieses Autoren ausgeliehen und ich habe mir das deutlich kleinere Buch, den Roman Das hündische Herz: Eine fürchterliche Geschichte [Собачье сердце, 1925], aus dem Russischen übertagen, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Alexander Nitzberg – dtv, München – vollständige Ausgabe 2014 – 3. Auflage 2017, zu Gemüte geführt.

Michael Bulgakow: Das hündische Herz
Michael Bulgakow: Das hündische Herz

Hundeherz, in der neuen Übersetzung: Ein hündisches Herz (Originaltitel russisch Собачье сердце, transkribiert Sobatschje serdze) ist eine Roman des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow. Sie ist eine zynische Satire auf den von der Sowjetunion propagierten „neuen sowjetischen Menschen“ und handelt von einem durch ein Experiment entstandenen grobschlächtig-ruchlosen „Hundemenschen“, der sich zum Alptraum für seinen Schöpfer entwickelt.

Verfasst wurde das Werk 1925, zur Zeit der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP), als in der Sowjetunion kapitalistische Wirtschaftsmechanismen teilweise wieder eingeführt wurden, was heftige politische Auseinandersetzungen und Kämpfe mit sich zog und auch einen grundlegenden Wandel in der Partei selbst zur Folge hatte: Der kommunistische Idealist trat in den Hintergrund zugunsten des kommunistischen Bürokraten. Obschon die NÖP zu einer relativ gemäßigten Haltung gegenüber Schriftstellern und Künstlern führte, wurde Hundeherz, mit seinen unverkennbaren allegorischen Anspielungen auf Widersprüche zwischen ursprünglichen revolutionären Hoffnungen, offizieller Propaganda und den Realitäten der NÖP-Zeit, verboten. Erst 1987, 47 Jahre nach dem Tode des Autors, konnte die Erzählung in der Sowjetunion erscheinen.

Um 1925. Der renommierte Moskauer Chirurg Professor Preobraschenski nimmt einen Straßenköter mit nach Hause – nicht aus Mitleid, sondern um seiner Experimente willen: Sein Ziel ist der >neue Mensch< ... Bugakows bissiger Klassiker, erstmals nach der letzten Fassung des Autors neu übersetzt, ist nicht nur eine moderne Mixtur aus russischem Faust, Frankenstein und Pygmalion, sondern auch eine aberwitzige Parabel auf die neue Sowjetgesellschaft, auf die Grenzen der Wissenschaft sowie die menschliche Natur im Allgemeinen. (aus dem Klappentext)

Moskau um 1925: Der hoch angesehene Chirurg Professor Filipp Filippowitsch Preobraschenski ist auf berjüngende Eingriffe spezialisiert. Aber heimlich experimentiert er – mit Hunden. Bei Lumpi, dem Straßenköter, scheint das Experiment endlich erfolgreich …

„Ich bin vom Stuhl gefallen. Ein Buch, das auf abgründige Weise das Bild des biotechnisch hergestellten Neuen Menschen so vernichtend darstellt – das ist ungeheuerlich.“ Rüdiger Safranski im >Literaturclub< (Schweizer Radio und Fernsehen) „Es ist die erste Übersetzung ins Deutsche, die Geist und Gestus des radikal modernen Werkes wirklich erfasst …“ Eckhard Stuff in rbb kulturradio

siehe auch:
Russische Wochen (1) – Tschingis Aitmatow: Frühe Kraniche

Russische Wochen (1) – Tschingis Aitmatow: Frühe Kraniche

Urlaubszeit oder gar die Zeit des Rentnerdaseins ist auch immer eine Zeit des Lesens. Für mich sind es in diesen Wochen nicht nur die Bücher, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, sondern auch das eine oder andere, das sich lohnt, erneut gelesen zu werden. Zuletzt hatte ich ‚russische Wochen‘, habe also Romane gelesen, die aus Russland stammen oder zumindest in russischer Sprache erschienen sind. Ich mag die russische Kultur, die uns besonders in der Literatur, aber auch durch die Musik (ich denke da an Modest Mussorgski, Sergei Prokofjew, Sergei Rachmaninow oder Dmitri Schostakowitsch, um nur einige zu nennen – ja, ich höre auch gern so genannte E-Musik) Werke von unbezahlbarem Wert geschenkt haben. Ich mag weniger die russische Politik. Dazu aber später einmal mehr, wenn es hier um Dostojewskis ‚Die Dämonen‘ gehen wird.

Beginnen möchte ich mit einem kleinen Roman eines kirgisischen Autoren, der hauptsächlich in russischer Sprache schrieb: Tschingis Aitmatow. Ihn habe ich hier schon einmal vorgestellt mit einem ebenfalls dünnen, aber gehaltvollen Büchlein: Dshamilja, der wohl schönsten Liebesgeschichte der Welt. Aitmatow war eine bemerkenswerte Person. So war er von 1988–1990 Vorsitzender des kirgisischen Autorenverbandes. In der Zeit der Perestroika war er als parlamentarischer Vertreter (Oberster Sowjet der UdSSR) aktiv, seit Ende 1989 auch als Berater Michail Gorbatschows. 1990 wurde er der letzte sowjetische Botschafter in Luxemburg. Bis März 2008 war er Botschafter für Kirgisistan in Frankreich und den Benelux-Staaten und lebte in Brüssel.

Tschingis Aitmatow
Tschingis Aitmatow

Frühe Kraniche heißt der kleine, gerade einmal 120 Seiten starke Roman, der zuerst 1975 unter dem Titel > Ранние журавли (Ranni Zurawli)< in der Zeitschrift Nowy Mir in Moskau erschien. Ich habe ihn aus dem Russischen übersetzt von Charlotte Kossuth in einer Ausgabe des Fischer Taschenbuch Verlages 5327 aus dem März 1984 vorliegen.

Rußland 1943: Sultanmurat, ein halbwüchsiger Kirgisenjunge und Anführer einer Gruppe gleichaltriger Jungen, wartet in der menschenleeren Steppe, wo sie die Saat vorbereiten, auf die ersten Zeichen des Frühlings, den Kranichzug. Dieses Zeichen der Hoffnung auf eine gute Ernte läßt sie für einen Augenblick die Schrecken des Krieges, die Unerbittlichkeit des Winters und die Anstrengungen der bäuerlichen Arbeit vergessen. Sie wissen nicht, daß in den nahen Bergen eine große Gefahr auf sie lauert. Sulranmurat aber bewährt sich in einer schier aussichtslosen Situation.
Aitmatow erzählt mit großer Anteilnahme und Einfühlung von Sultanmurat und seinen Gefährten. Eben noch Kinder, die die Schulbank drücken müssen, sind sie von heute auf morgen dazu ausersehen, die Grundbedürfnisse des Lebens für ihr Kolchosendorf zu sichern. Es ist eine dunkle Zeit, in der sie leben, Krieg und ein scheinbar endloser Winter, Tod und Hunger sind ihre Begleiter, doch die Jungen geben nicht auf.
(aus dem Klappentext).

„Es geht mir um die Liebe und die Kriegszeit. Der Krieg brandet irgendwo … Und hier, gleich daneben, ist die Liebe die Entdeckung der Welt. Zwischen Krieg und Liebe entstehen zwangsläufig unsichtbare Beziehungen und Brücken.“ Tschingis Aitmatow

André Gide: Die Schule der Frauen

Die Stellung der Frau in Ehe und Gesellschaft und der Kampf um die Freiheit ihrer Persönlichkeit stehen im Mittelpunkt dieser drei, nun schon klassischen psychologischen Erzählungen, die sich wie die Tafeln eines Triptychons miteinander verbinden. Wir lesen das Tagebuch einer jungen Frau, deren frisches und klares Urteilsvermögen die vorgetäuschte moralische Überlegenheit ihres Mannes als raffinierten Egoismus entlarvt und die an dieser Erkenntnis zerbricht. In der zweiten Erzählung versucht der Beschuldigte eine Rechtfertigung, in der dritten nimmt, in Form eines Briefes, die Tochter des Ehepaares (inzwischen selbst eine junge Frau) zu den Ereignissen Stellung. Dabei erweist sich, daß die gesellschaftlichen Veränderungen zu einer Befreiung geführt haben: die Tochter nimmt für sich jenes Recht auf die eigene Persönlichkeit ganz selbstverständlich in Anspruch, das der Mutter versagt blieb.

André Gide, am 22. November 1869 in Paris geboren und dort am 19. Februar 1951 gestorben, der seinen Zeitgenossen und vielen seiner konservativen Autorenkollegen als gefährlich, als der große Seelenverderber galt, hat längst seinen Platz in der Weltliteratur. Der Nobelpreisträger (1947) zählt zu den wichtigsten französischen Schriftstellern seiner Generation. Er hat das geistige Gesicht des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Die Erzählungen >École des Femmes< erschien 1929 (dt. 1929), >Robert< 1930, >Geneviève< 1936 (dt. zus. 1950). "Ein scharfzüngiges Manifest für die Frau. Doch bei allem Engagement zum Thema >Emanzipation< geht Gide nie der Charme aus. Schon allein die Komposition ist äußerst reizvoll ... Darüber hinaus jedoch besticht Gide durch seinen überaus eleganten Stil, in dem Einfachheit und Ironie sich raffiniert brechen." (Norddeutscher Rundfunk) André Gide gemalt von Paul Albert Laurens (1924)
André Gide gemalt von Paul Albert Laurens (1924)

Ich finde es schon erstaunlich, wie sich André Gide als Mann vor über 85 Jahren in die unterschiedlichen Rollen der Mutter, des Mannes und dann der Tochter hineinfühlt: André Gide: Die Schule der Frauen [L’École des Femmes] – Erzählungen – dtv 1751 – 3. Auflage 1983. Die Mutter, die zunächst dem Charme ihres späteren Mannes erliegt, erkennt bald, wie perfide ihr Ehegatte ist, wie er nicht nur sie, sondern seine ganze Umwelt hintergeht. Der Mann schiebt in seiner Rechtfertigung alles auf seine Frau und dann auch auf die Tochter. Der Brief der Tochter offenbart dann das ganze Dilemma, dem ihre Mutter ausgesetzt war.

siehe auch: André Gide: Die Falschmünzer

Ingomar von Kieseritzky: Das Buch der Desaster / Anatomie für Künstler

Ende der 1980-er Jahre hatte ich mir zwei Bücher von Ingomar von Kieseritzky gekauft – und natürlich auch gelesen. Bei der Durchsicht meiner Bibliothek bin ich wieder auf diese zwei kleinen Romane gestoßen und habe sie in diesen Tagen erneut vorgenommen. Kieseritzky war ein Verfasser experimenteller Prosa, die stets eine Tendenz zum Grotesken und Absurden aufweist. Sein Humor war grimmig und handelte vorallem von den passionierten Neurosen von Männern. Er war ein überaus stilsicherer Wortakrobat, der es nach meinem Geschmack oft etwas zu dick auftrug. Aber irgendwie passte das stilistisch zu dem von ihm Geschriebenen.

Kieseritzky, der im letzten Jahr gestorben ist, war bei Kritikern durchaus beliebt. So erhielt er viele Auszeichnungen in Form von Stipendien und Literaturpreisen, z.B. 1989 den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen. Ein großes Publikum zu finden, fiel aber nicht ganz so leicht.

Willi liest Kieseritzky
Willi liest Kieseritzky

Das Buch der Desaster (1988)

Wenn ich meinen Kalziumhaushalt saniert habe, werde ich Anna-M. heimsuchen und eine stille, feuchte Feier über die vielen Tode begehen und mit ihr diese Papiere verbrennen. Allzu romantischer Pla; sie hat bestimmt Zentralheizung. Sollte mich nicht, Schwur am chromierten Schreibtisch, der Lungenkrebs krepieren lassen, bliebe nach genügend Sinnstiftung noch Brants Geburtstagsgeschenk, die Mauser-Westentaschenpistole, ein handliches Ding im .kal. 6,35, ausreichend, um das ewige Flattern zu tonisieren.

So endet der Roman „Das Buch der Desaster“ von Ingomar Kieseritzky (dtv/Klett-Cotta 11379 – Mai 1991)

„Magdalena erbrach sich verschnupft und sagte, ich sei ein Trottel“, erinnert sich Kelp auf seiner Reise mit Brant. Und: „Mein Duell mit Anna dauerte genau zwei Jahre, drei Monate, vier Tage.“ Brant wiederum weiß zu berichten: „Es war meine Frau, meine über alles geliebte, wunderbare, sanfte und schöne Natalia, die von dem Kerl geschändet wurde.“ – Frauen, Cognac, und alle sonstigen Freuden und Lieden des Leibes spielen eine große Rolle bei dieser Reise nach Frankreich, die Kelp trotz aller Kalamitäten und Mißgeschicke nur als „sanftes Fiasko“ einstufen mag. „Die erotische Obsession und das ihr automatisch folgende Desaster – darum geht es in Kelps katastrophischen Plaudereien“, schreibt Volker Lilienthal im >Rheinischen Merkur>. „Das Buch der Desaster ist vor allem ein Buch über Männer und ihre lächerlichen Anstrengungen, ans Ziel ihrer sexuellen Begierden zu gelangen. Ich wüßte keinen zweiten Autor, der so köstlich ironisch über das eigene Geschlecht geschrieben hat.“ (aus dem Klappentext)

Eine mit brillantem Sprachwitz erzählte Frankreichreise. 93 Romankapitel über Theorie und Prxis der Alltagskatastrophe; oder: Eine kleine Enzyklopädie des täglichen Flops.
Im „Buch der Desaster“ vereinigen sich Esprit und Informiertheit, Freude an der Theoriebildung und Lust am erotischen Detail. Hohe Zeit, Kieseritzky zu lesen.

„Damit empfiehlt sich dieses Buch als Nachtlektüre für alle, die keine Panne im Leben auslassen. Denn dieses Buch ist für Katastrophenspezialisten das Trostvollste, was seit dem ‚Vaterunser‘ geschrieben wurde.“ Der Stern

„Kieseritzky meistert ein Vokabular vom grob ordinären Ausdruck bis zur kühl objektivierenden wissenschaftlichen Bezeichnung. Ich habe seit langem kein Buch mehr mit so großem Interesse und Vergnügen zweimal gelesen.“ Neue Zürcher Zeitung

„Unerschöpflich scheint Ingomar von Kieseritzkys Phantasie zu sein, wenn es darum geht, Mikrodesaster und Miniaturdebakel kunstvoll in trostreiche Anekdoten zu verpacken … Seine Desaster halten nicht nur jeden Vergleich mit der Wirklichkeit aus, sie sind vor allem viel amüsanter.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Anatomie für Künstler (1989)

Im Roman Anatomie für Künstler – Klett-Cotta, Stuttgart 1989 (Erstausgabe) steht Maximilien Marun im Mittelpunkt. Er erzählt seine aberwitzige Geschichte, von eimem Symposion zur Rettung der Erde, bei der einer der Teilnehmer dank Marun ums Leben kommt. Irgendwo ist es auch so etwas wie ein Liebesroman.

Schon Thomas de Quincey feierte ihn: den Mord als eine schöne Kunst; die elegante, zweckfreie „Herbeiführung ewigen Stillschweigens“. In diesem Buch wird sie in allen Variationen durchgespielt – eine Geschichte, die in einem stillen Antiquitätenladen beginnt. Erzählt wird sie von Max Marun. Der sitzt in einer Klinikzelle und denkt nach über die Fragmente seiner früheren Existenz: die heillose Obsession für Laura; die mit privaten Überlebensprojekten beschäftigte Berliner Szene; die kryptischen Briefe des Onkels aus Schloß Painwood, England. Dort kommt bei ienem „Badeabenteuer“ ein Wissenschaftler ums Leben, Teilnehmer eines prominent besetzten Symposiums zur Rettung des Planeten. Maruns marodes Gedächtnis produziert einen Comic-Strip der Anschläge, mit einer Handlung, die bis zum Schluß ihre Auflösung für sich behält. (aus dem Klappentext)

„Kieseritzky hält seine Leser in Bewegung … Amüsements und Schocks lösen einander ab, hingerissen zwischen Sprachwitz und Denklust wird die Lektüre zum Ereignis.“ Die Zeit

„… ein deutscher Woody Allen.“ Deutsche Welle

„Stilsicherheit und technische Brillanz, Fedankentiefe und historische Geistesgegenwart – da ist alles, was große Literatur ausmacht.“ Süddeutsche Zeitung

Ich fürchte, dass man Kieseritzky heute vorwerfen würde, nicht unbedingt politisch korrekt zu sein. Und irgendwie sexistisch ist das Ganze dann auch noch. Aber das waren Ende der 1980-er Jahre noch keine handelsüblichen Vokabeln. Und irgendwie liegt da auch der Reiz beim Lesen dieser beiden Romane.

Schnutenpulli

Auf der Suche, nein, nicht nach der verlorenen Zeit, sondern nach einem Begriff für diese Dinger, die wir seit Wochen, gar Monaten im öffentlichen Raum vor dem Gesicht zu tragen haben, Nasen-Mund-Maske, nein, von Schutz (Mundschutz oder Atemschutz) darf nicht gesprochen werden, denn findige Anwälte drohen sonst mit Abmahnungen, da „mit diesen Bezeichnungen […] eine Widmung vorgenommen [würde], die Medizinprodukten vorbehalten ist“, also auf der Suche nach einer Bezeichnung dieser Masken für die niederdeutsche Sprache (Plattdeutsch oder kurz: Platt), gab es den Vorschlag: Schnutenpulli.

Selbst diejenigen, die nicht der plattdeutschen Sprache mächtig sind, sollten wissen, was eine Schnute * ist, oder? Eine Schnute ziehen – das kennen wir über Bundeslandgrenzen hinaus. Schnute – das ist grob die Schnauze im Hochdeutschen, also der Mund. Und ein Pulli, ist doch auch klar, ist die umsprachssprachliche Kurzform für Pullover. Schnutenpulli ist also ein Mundpullover, also eine Nasen-und Mund-Maske.

'Schnutenpulli' in grün (Dschungelversion)
‚Schnutenpulli‘ in grün (Dschungelversion)

Und das eigentliche kommt ja noch: „Schnutenpulli“ wurde inzwischen zum plattdeutschen Wort des Jahres gekürt. Auch wenn in einigen Bundesländern bereits diskutiert wird, die Maskenpflicht, sorry: Schnutenpullipflicht aufzuheben – eigentlich gehe ich jetzt geradezu gern mit diesem Ding vor Nase und Mund hinaus – bei einer so liebevollen Benennung!

* Schnüt|chen; Schnu|te, die; -, -n (bes. nordd. für Mund; ugs. für [Schmoll]mund, unwilliger Gesichtsausdruck)
Duden – Die deutsche Rechtschreibung– 24. Auflage 2007

Snüff de Schnauze, Nase; holl dien Snüff! halt deine Schnauze!
Snuut de Schnauze; übertragen Mund, Schnute; nu harr ik mi man de Snuut verbrannt nun habe ich mir den Mund verbrannt; maak man nich so ’n Snuut mach nicht so ein Gesicht oder so eine Schnute; -> Snüff

Mund de Mund, de Babbel, de Beck, de Gaap, de Keek, dat Muul, de Sabbel, de Snuut, de Snüss
Langenscheidt Lilliput Plattdeutsch – 2012

Die vier Prinzipien der Moral

Wir haben nunmehr vier Prinzipien der Moral:

1) EIN PHILOSOPHISCHES: Thue das Gute um sein selbst willen, aus Achtung fürs Gesetz;
2) EIN RELIGIEUSES: Thue es darum, weil es Gottes Wille ist, aus Liebe zu Gott;
3) EIN MENSCHLICHES: Thue es, weil es deine GLÜCKSEELIGKEIT befördert, aus Selbstliebe;
4) EIN POLITISCHES: Thue es, weil es die Wohlfahrt der großen Gesellschaft befördert, von der du Theil bist, aus Liebe zur Gesellschaft, mit Rücksicht auf dich.

Solte dieses nicht alles dasselbe Princip seyn?

Signatur: Georg Christoph Lichtenberg
Signatur: Georg Christoph Lichtenberg

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus) – 4 Principien der Moral (Sudelbücher, 1796-1799. [L 195])

Mario Vargas Llosa: Tod in den Anden

Korporal Lituma und sein Helfer Tomás sollen das mysteriöse Verschwinden dreier Mensch in den peruanischen Anden aufklären. Überall schlägt ihnen Mißtrauen entgegen in dieser feindseligen, abergläubischen Bergwelt, und was sie nach und nach ans Licht bringen, hat die Ausmaße eines unfaßbaren Dramas. Mario Vargas Llosa verbindet in diesem fesselnden Krimi die Abgründe des heutigen Peru mit den Mythen und Ritualen der Inkas. (aus dem Klappentext).

Vor längerer Zeit habe ich hier den Roman Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa, der 2010 den Nobelpreis für Literatur erhielt, ziemlich ausführlich vorgestellt. Es gilt als Vargas Llosas wichtigstes Werk und zählt zu den bedeutendsten lateinamerikanischen Romane überhaupt. Eine der Hauptfiguren, den Sergeanten Lituma, der aus dem entfernten Piura stammt und sich freiwillig ins Amazonasgebiet gemeldet hatte, treffen wir in dem Roman Tod in den Anden als Korporal nach vielen Jahren wieder.

    Mario Vargas Llosa 2010
    Mario Vargas Llosa – Foto: Daniele Devoti – Padova, Italien (13. Juni 2010)

Wie schon Mario Vargas Llosas Das grüne Haus so führt uns auch der Roman Tod in den Anden in eine uns völlig unbekannte Welt:

In der gottverlassenen Gegend haben sich die beiden Polizisten in ihrem Posten, einer Notunterkunft, eingerichtet. Manchmal kommt der Radiosender Junín herein. Bewaffnet und verbarrikadiert erwarten die Repräsentanten der peruanischen Staatsmacht nachts furchtsam die Terroristen. Letztere bleiben zwar über den ganzen Roman hinweg fern, wohl aber ist in der Kantine der Straßenbauer von mehreren Massakern die Rede.

Am Ende: Zwar wird der erfolglose Korporal Lituma zum Unteroffizier befördert, muss aber den abgelegenen Posten Santa María de Nieva in der Selva kommandieren. Der Gendarm Tomás Carreño hat mehr Glück. Er wird nach Piura – direkt in die ziemlich zivilisierte Heimatstadt seiner geliebten Frau Mercedes – versetzt.

Das Buch lässt sich, wie der Titel suggeriert, als Kriminalroman lesen. Die Auflösung des Falls kommt am Romanende nicht überraschend daher. Das große Thema, Menschenopfer der alten Peruaner beim Wegebau – fortgesponnen in den neuzeitlichen Straßenbau im Hochgebirge, wird in der Romanmitte explizit genannt. Der Saumpfad soll durch eine Straße ersetzt werden. Die darob erzürnte Berggottheit muss besänftigt werden.

Schlaf – des Todes kleiner Bruder

Vor wenigen Tagen, am 21. Juni, war der Tag des Schlafes. Gerade auch noch an einem Tag mit Neumond. Da soll es sich besser schlafen lassen.

Der Schlaf hat einen Bruder, den Tod. Wie die Träume sind Schlaf und Tod Kinder der Nyx, der aus dem Chaos entstandenen Nachtgöttin der griechischen Mythologie. Wenn der Schlaf die Menschen überkommt, entrückt er sie. Er kann bleiern kommen oder leicht, friedlich oder unruhig, mit süßen Träumen oder mit Alpdrücken. Und er kann ausbleiben – für zahllose Menschen eine schwere Folter. Noch heute hat der Schlaf für uns etwas Unfaßbares, Unkontrollierbares.
(Quelle: zeit.de – Regina Oehler)

Der Schlaf - des Todes kleiner Bruder
Der Schlaf – des Todes kleiner Bruder

Süßer Schlaf! Nichts bereitete mir so viel Freude, schenkte mir so viel Freiheit und gab mir die Macht, geschützt vor dem Elend meines Bewusstseins, zu fühlen, zu denken, zu träumen. Ich litt nicht an Schlafsucht – ungewollt nickte ich nie ein. Ich schlief einfach für mein Leben gern.
Ottessa Moshfegh: Mein Jahr der Ruhe und Entspannung (My Year of Rest and Relexation. 2018) – deutsch von Anke Caroline Burger

Wer sich zwingen will einzuschlafen und dabei nur daran denkt, dass er gerade nicht schlafen kann, wird nie Ruhe finden. Man muss eine Egalheit dem eigenen Schlaf gegenüber entwickeln.
Hazel Brugger

Ob nun acht die richtige Anzahl Stunden Schlaf sind, mag dahin gestellt sein. Viele kommen mit weniger Stunden pro Nacht aus, manche wie ich schlafen auch gern einmal länger. Es kommt dann darauf an, wann ich eingeschlafen bin, denn oft geht mir noch einiges, was mich des Tags beschäftigte, durch den Kopf und es dauert dann, bis ich wirklich schlafe. Und an einige Tagen gönne ich mir auch noch ein Mittagsschläfchen.

Und? Letzte Nacht gut geschlafen?

Es ist übrigens erstaunlich (oder auch nicht), wie oft ich mich mit Schlafen beschäftigt habe, wobei in diesem Blog ‚Schlafen‘ oft auch im übertragenem Sinne vorkommt.

siehe auch: Der Schlaf in der Literatur – Bruder des Todes, Glückszustand und großes Rätsel

Juli Zeh: Spieltrieb (2004)

„Was, wenn die Urenkel der Nihilisten längst ausgezogen wären aus dem staubigen Devotionalienladen, den wir unsere Weltanschauung nennen? Wenn sie die halb leergeräumten Lagerhallen der Wertigkeiten und Wichtigkeiten, des Nützlichen und Notwendigen, Echten und Rechten verlassen hätten, um auf Wildwechseln in den Dschungel zurückzukehren, dorthin, wo wir sie nicht mehr sehen, geschweige denn erreichen können? Was, wenn ihnen Bibel, Grundgesetz und Strafrecht nie mehr gegolten hätten als Anleitung und Regelbuch zu einem Gesellschaftsspiel? Wenn sie Politik, Liebe und Ökonomie als Wettkampf begriffen? Wenn >das Gute< für sie maximierte Effizienz bei minimiertem Verlustrisiko wäre, >das Schlechte< hingegen nichts als ein suboptimales Resultat? Wenn wir ihre Gründe nicht mehr verstünden, weil es keine gibt?"
Juli Zeh: Spieltrieb (2004) S. 7

Tief im Westen der Republik in unseren Tagen, an einem Bonner Gymnasium, entwickelt sich die atemberaubende Geschichte einer obsessiven Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als Ziel einer ausgeklügelten Erpressung. Es beginnt ein perfides Spiel.
Ganz ruhig fängt das an: Ada, überaus selbstbewusste Schülerin, vierzehn Jahre alt, kommt neu an ein Gymnasium namens Ernst-Bloch, wo der Alltag sie nicht fordert und die Lehrer meist schwache Gegner beim intellektuellen Kräftemessen sind. Anfangs erregt Ada auf Ernst-Bloch wenig Aufmerksamkeit. Das soll sich ändern im Fortgang dieses Romans.
Während im Großen und Ganzen der Weltpolitk die Fronten von >Gut< und >Böse< unter dem Eindruck von Terrorismus und den Spätfolgen einer zusammengestürzten Weltordnung durcheinandergeraten sind, entwickelt sich im Mikrokosmos auf Ernst-Bloch eine mitreißende Geschichte, die unausweichlich auf eine Kette unerhörter Begebenheiten zuläuft, bis der Lehrer Smutek sich schließlich in einer Gewaltorgie gegen seine Schüler rächt und befreit.

(aus dem Klappentext)

    Juli Zeh - 2018
    Juli Zeh – 2018

Nachdem ich die dreiteilige Verfilmung des Romans „Unterleuten“ von Juli Zeh gesehen hatte, las ich noch einmal den 2004 erschienenen Roman Spieltrieb der damals erst 30-jährigen Autoren. Heute gehört Juli Zeh sicherlich zu den arriviertesten Autorinnen in Deutschland. Der Roman wurde 2013 verfilmt.

Der weit über 500 Seiten starke Roman ‚Spieltrieb‘ war bei seinem Erscheinen ziemlich umstritten. Während die einen den Roman in den höchsten Tönen lobten, wurde er andererseits als „pornolastiges Hanni-und-Nanni-Remake“ verunglimpft, zudem sei er zu sehr von Robert Musils „Törless“ inspiriert worden. Im Mittelpunkt des Romans steht so Musils Der Mann ohne Eigenschaften. Richard Kämmerlings von der FAZ schrieb, „er hat nur das Gefühl, den Roman einer überambitionierten Klassenstreberin gelesen zu haben.“

Ich halte Juli Zehs Roman für eine Art Jugendroman, der für Erwachsene geschrieben wurde, denn die sicherlich ausufernde Handlungsfülle, besonders die literarischen Anspielungen dürften für Jugendliche kaum nachvollziehbar sein. Und irgendwie – zumindest vom Typus her – sehe ich in Ada, der Protagonistin, ein Alter Ego der Autorin. Vielleicht täusche ich mich da.

Bemängelt wurde übrigens auch die „chronische Verwendung schiefer Metaphern“, die ich zunächst auch etwas merkwürdig, dann aber durchaus witzig fand. Besonders die Bilder, die aus der Meteorologie stammen (und Wetter spielt bei uns immer eine wichtige Rolle), sind zwar schräg, aber einfallsreich.

Der Roman dreht sich um das Spiel als „letzte uns verbliebene Seinsform“. „Wissen Sie, was übrig bleibt, wenn man dem Menschen alle Wertvorstellungen nimmt? […] Der Spietrieb bleibt.“ (S. 547) – „Moral dient der Herbeiführung von Berechenbarkeit. Der Mensch ist […] am berechenbarsten, wenn er pragmatisch handelt. Wenn er spielt.“ (S. 552)

Spieltrieb ist ein großer Roman über die Unmoral und ihre Folgen, letztlich aber ein moralischer Roman, der die Fortgeltung von überkommenen Wertprinzipien in Frage stellt und sich damit einer der großen Fragen unserer Zeit annimmt. Wer weiß noch, was gut und was böse ist – und woher kann er das wissen? – siehe auch: perlentaucher.de