Kategorie-Archiv: Olympia

Olympische Spiele Turin 2006 – Peking 2008 – Vancouver 2010 – London 2012

London Calling (9): Der goldene 13. Tag

Es war ein goldene Tag für die deutschen Sportler dieser 13. Wettkampftag bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Die Kanuten erpaddelten sich im Zweier Canadier der Männer und im Zweiter Kajak der Frauen die 3. und 4. Goldmedaille in dieser Sportart. Und am Abend gewannen die deutschen Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann als erstes europäische Team Gold. Der Medaillensatz wurde dann noch durch Silber (Christina Obergföll) und Bronze (Linda Stahl) im Speerwurf der Frauen komplettiert.

    Olympia London 2012

Für morgen gibt es Medaillenchancen insbesondere durch den Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz, der als als absolute Gold-Hoffnung in den Serpentine Lake steigt. Außerdem gehen unter anderem die Stabhochspringer Malte Mohr und Björn Otto sowie Hammerwerferin Betty Heidler auf Medaillenjagd.

Kritik kommt inzwischen vom Olympiasieger im Diskuswurf Robert Harting: „Wir vergleichen uns in der Wirtschaft mit sämtlichen Ländern, wir sind für den Euro immens wichtig und wir setzen politisch Maßstäbe. Warum sollen wir uns nur in der Sportförderung nicht mit anderen vergleichen dürfen?“, sagte der 27-Jährige: „Jeder redet über Geld, aber wenn Sportler es tun, bekommen sie einen übergezogen.“ Zudem schoss Harting auch gegen die Fernsehsender, die außer Fußball kaum noch Sport zeigen würden. „Sie setzen unsere sportliche Zukunft aufs Spiel“, sagte der Diskuswerfer. Sicherlich soll ansprechende Leistung auch finanziell gewürdigt werden. Schließlich opfern die Sportler fast ihre gesamt Zeit dem Training und der Vorbereitung auf Wettbewerbe. Aber die Leistung muss dann eben auch stimmen.

London Calling (8): Silbertag mit Goldrand

Gestern am 11. von 16 Wettkampftagen gab es wieder reichlich Silber bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London für das deutsche Team (nachdem es zuletzt am Sonntag lediglich Bronze im Fechten Florett der Männermannschaft gab): Zweimal Silber im Turnen der Männer durch Marcel Nguyen (Barren) und Fabian Hambüchen (Reck), Silber in der Mannschaft der Dressurreiter(innen) und Silber im Radfahren (Keirin) durch Maximilian Levy. Den Goldrand stiftete Robert Harting bei den Diskuswerfern der Männer, der nur knapp seiner Favoritenrolle gerecht wurde und viel Glück hatte, dass der Iraner Ehsan Hadadi bei seinem 5. Versuch auf die Umrandung des Ringes trat. Der wohl an diesem Tag weiteste Wurf war somit ungültig.

    Olympia London 2012

Heute gab es bis jetzt (16 Uhr MESZ) dann nach der bronzenen Medaille der Tischtennisherren einmal Gold (Einer Canadier durch Sebastian Brendel), einmal Silber durch den Vierer Kajak der Frauen und zweimal Bronze ebenfalls um Kanusprint durch Max Hoff (Einer Kajak) und dem Zweier Kajak.

Die bisherige Ausbeute der deutschen Mannschaft kann sich also durchaus sehen lassen, wenn wohl so viele Goldmedaillen wie vor vier Jahren in Peking insgesamt wohl nicht mehr erreicht werden dürften (bisher 7 statt 16 in Peking). Es gab einige Enttäuschungen (besonders durch die Schwimmer und Sportschützen, die ohne Medaillen blieben), aber auch viele angenehme Überraschungen gerade durch junge Sportler.

London Calling (7): Hitchcock lässt grüßen

Gibt es eigentlich inzwischen ein ‘amtliches’ Endergebnis zum Siebenkampf der Frauen bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London? Was sich da gestern dank inkompetenter Sportfunktionäre beim letzten Wettkampf, dem 800-m-Lauf, beim Siebenkampf der Frauen abspielte, war krimireif.

Angeblich soll die 28-jährige deutsche Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf beim abschließenden 800-m-Lauf ihre Bahn verlassen haben und wurde so disqualifiziert. Am Ende stellte sich heraus, dass nicht sie es war, sondern die Russin Kristina Sawizkaja, die auf die weiße Bahnbegrenzung gelaufen war. Und so konnte Lilli Schwarzkopf am Ende doch noch ihre wohlverdiente Silbermedaille im Empfang nehmen. Übrigens: Die Russin wurde nicht disqualifiziert (oder doch? Ist ja auch egal!).

    Olympia London 2012

Das war dann auch schon die zweite Silbermedaille bei den Leichtathleten, die seit Freitag ihre Wettbewerbe austragen. Mit persönlicher Bestleistung errang der Welt- und Europameister David Storl im Kugelstoßen den zweiten Platz. Ansonsten gingen deutsche Medaillenhoffnungen (Diskuswerfen der Frauen, Weitsprung der Männer) leider leer aus.

Am Freitag gab es dann noch eine Goldene im Rudern im Doppelvierer, die eine beeindruckende Leistung zeigten und mit einer Länge Vorsprung vor den favorisierten Kroaten siegten. Und Andreas Tölzer holte im letzten Judowettbewerb (Männer über 100 kg) noch eine weitere bronzene Medaille für die deutsche Mannschaft.

Inzwischen sind auch die Schwimmwettbewerbe beendet, die für die deutsche Mannschaft eine absolute Pleite wurden. Nicht eine Medaille errangen die deutschen Schwimmer. Was da Britta Steffen, Paul Biedermann und Co. ablieferten, war die schlechteste Leistung seit vielen Jahrzehnten. Teilweise kamen die Athleten nicht ansatzweise an ihre bisherigen Leistungen heran. Da muss sich der Schwimmverband fragen lassen, was da verkehrt gelaufen ist.

Und auch den Sportschützen ging es bisher nicht besser. Nicht dass ich mich unbedingt für Medaillen aus dem Schießsport begeistern könnte. Aber dieses kollektive Versagen sollte Konsequenzen im Bereich Sportförderung haben.

Hier die Nationenwertung

Heute nun um 22 Uhr 50 MESZ gibt es einen weiteren Höhepunkt dieser 30. Olympischen Spiele, denn Endlauf über 100 m der Männer. Im Mittelpunkt: Usain Bolt. Wer soll ihn schlagen, wenn nicht er sich selbst wie bei der WM 2011, als er einen Fehlstart verursachte und disqualifiziert wurde, schlägt.

Alle bisherigen olympischen Endläufe über 100 m Männer seit 1972: Die schnellsten Männer der Welt

Weiterer neuer Wind im Werder-Segel

Heute nur kurz etwas aus London zu den Olympischen Spielen. Gestern war Bronzetag für das deutsche Team. Bronze im Judo der Herren bis 100 kg durch Dimitri Peters aus Rotenburg/Wümme (also ganz aus meiner Nähe), Bronze im Tischtennis Einzel der Männer durch Dimitrij Ovtcharov (ja, diese Dimitri(j)s) und Bronze im Teamsprint Bahnradfahren der Männer. Als I-Tüpfelchen gab es dann noch Gold bei den Frauen im Teamsprint, was eigentlich eine Bronzene hätte sein sollen, wären nicht im Vorlauf die britischen Frauen und dann im Finale die Chinesinnen wegen Wechselfehler ‚zurückgestuft’ worden. Rein sportlich wäre es eben nur Bronze geworden.

Die neue Fußballsaison rückt näher und manche Mannschaft begibt sich bereits an diesem Wochenende in die Startlöcher: Am Samstag, den 4. August, tritt Werder zum ersten halbwegs ernsthaften Kick an, dann wartet beim Liga-total-Cup in Hamburg der FC Bayern München. Man möchte gern wissen, wo man bereits steht … Die Frage ist besonders bei den Fans in Bremen berechtigt.:

Damit der Umbruch beim SV Werder, dem Fußball-Bundesligisten, nicht zum Schiffbruch wird, hat Manager Klaus Allofs jetzt den jungen Belgier Kevin de Bruyne verpflichtet, den man auf den Außenbahnen (sowohl links wie rechts), wohl aber als ’10-er‘ (Spielmacher) trotz der Rückennummer ‚6‘ einzusetzen gedenkt. Bis zuletzt hat Allofs den Wechsel nicht bestätigen wollen. Doch die Eckdaten standen längere Zeit fest: De Bruyne wird für ein Jahr (ohne Kaufoption) geliehen und kostet 1,3 Millionen Euro (1 Mio Pfund) Gebühr. Gestern wurde es nun amtlich: De Bruyne wurde den Medien vorgestellt. Seine ersten Einsätze wird der offensive Mittelfeld-Mann am Wochenende beim Liga-total-Cup in Hamburg feiern können.

Mit einem Marktwert von neun Millionen Euro ist de Bruyne für Werder zu teuer. So hat man wohlweislich auch auf eine Kaufoption beim Leihvertrag verzichtet. Aber ob es wirklich so sinnvoll ist, einen Spieler für nur eine Saison zu verpflichten, mag jeder selbst beurteilen.

SV Werder Bremen: Umbruch oder Schiffbruch?

Apropos Umbruch: Eingeleitet wurde der Umbruch auch dadurch, dass die Spitzenverdiener den Verein verließen, um so die Gehälter doch um einen großen Teil zu reduzieren. Zuletzt hat leider auch Naldo die Kurve gekratzt und spielt jetzt bei den Wolfsburgern. Sandro Wagner, der bereits ausgemustert war, findet bei dem Bundesligaabsteiger Hertha BSC ein neues Betätigungsfeld.

Allerdings dürfte der Neue, Kevin de Bruyne, wieder ein neues Loch in Werders Kassen reißen (Gebühr und anstehendes Gehalt).

Bleibt noch eine Frage: Kommt das junge Talent des KSC, Hakan Calhanoglu, nun zu Werder Bremen oder nicht? Die Vereine sind sich über die Ablösesumme alles andere als einig. Der KSC fordert wohl über 3 Millionen Euro. Für einen so jungen Spieler ist das für Herrn Allofs, Talent hin, Talent her, einfach zu viel Geld. Aber was noch nicht ist, kann ja dann im nächsten Jahr vielleicht werden ….

Es hat sich also einiges beim SV Werder getan. Mancher Platzhirsche ist entschwunden, da scheint es tatsächlich so zu sein, als käme ein bisschen Spaß bei der Mannschaft auf. Solange man keine Dresche bekommt (morgen am Samstag wäre gegen die Bayern dazu die erste Möglichkeit ;-)), sollte die gute Stimmung anhalten. Schön wäre es, wenn diese auch am Saisonende einmal wieder vorhanden wäre. Dann könnte man sich manch dumme Entschuldigung ersparen. Also auf nach Hamburg und ziehen wir den Bayern die Lederhosen aus …

London Calling (6): Silberstreif am Horizont

Gestern gab es ohne Zweifel mit dem Gold des Deutschland-Achter im Rudern aus deutscher Sicht einen der Höhepunkt bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Es war ein hart umkämpfter Sieg, denn die Briten hielten lange dagegen, brachen erst kurz vor dem Ziel ein, was die Kanadier nutzten, um an ihnen noch vorbeizuziehen. Anspruch und Leistung deckten sich also. Den Erfolg der ersten Ruder-Finals machte der Doppelvierer der Frauen mit Silber perfekt.

Olympia 2012 London: Gold für den Deutschland-Achter (Rudern)

Apropos Silber: Gestern war ein silberner Tag, denn insgesamt erzielten die deutschen Sportler fünf Silbermedaillen. Neben dem Ruderdamen waren es nicht unbedingt ‚erwartete’ Erfolge. Am überraschesten ist wohl das Silber im Mehrkampf Turnen der Männer durch Marcel Nguyen. Und er hat in den Einzelwettbewerben Chancen auf weiteres Edelmetall. Fabian Hambüchen patzte zweimal und enttäuschte.

Unerwartet ist auch die Silbermedaille durch Kerstin Thiele im Judo der Frauen bis 70 kg. Im Endkampf hatte sie dann aber keine Chance.

Und dann gab es gestern noch das Einzelzeitfahren im Radsport – sowohl bei den Frauen wie bei den Männern. Und sowohl bei den Frauen durch Judith Arndt als auch bei den Männern durch Tony Martin wurde … Silber gewonnen. Tony Martin musste sich nur den britischen Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins geschlagen geben.

    Olympia London 2012

Nun kann man philosophieren, was so ein zweiter Platz Wert ist. Fragen wir die Fußballspieler des FC Bayern München (dreimal wurden sie in dieser Saison nur ‚zweiter Sieger’, sowohl in der Meisterschaft wie im Pokal und der Champions League), dann wird man in wenig glückliche Gesichter schauen. Silbermedaillengewinner sind als Zweitplatzierte nun einmal auch Verlierer. Der ‚Anspruch’, den man sich zuvor gestellt hat, spielt sicherlich die Hauptrolle. Wer (wie die Bayern) nur den Sieg gelten lässt, wird sich als Zweiter eben vorrangig als Verlierer fühlen. Wer aber alles gegeben hat und dann überraschend so weit vorn liegt, wird eine silberne oder bronzene Medaille als Gewinn empfinden. Mir würde es genügen, nur der zweitreichste Mann der Welt zu sein.

Außerdem gab es gestern noch durch Hannes Aigner im Kajak-Einer Kanu-Slalom (Wildwasserslalom) eine Bronzemedaille.

Und dann waren da ja noch die Schwimmer, die wiederum komplett enttäuschten, hätte nicht wenigstens Markus Deibler als Neunter über 200 m Lagenschwimmen durch den Startverzicht des achtplatzierten Südafrikaners Chad le Clos doch noch den Endlauf heute erreicht. Was haben die Schwimmer nur falsch gemacht. Fragt man die Schwimmer, verweisen sie auf die Trainer, die aber auch keine Antwort wissen.

Übrigens die gestern angesprochenen Badminton-Spieler, die versuchten, ihre Spiele zu verlieren, um eine bessere Ausgangsposition in der K.o-Runde zu haben, sind disqualifiziert worden.

Hier die Nationenwertung

Heute gibt es 18 Entscheidung, u.a. geht es weiter mit Ruderentscheidungen und den ersten Bahnradwettbewerbe. Spannend wird es im Halbfinale im Tischtennis der Männer nach dem frühen Ausscheiden von Timo Boll: Dort trifft Dimitrij Ovtcharov am Morgen (11 Uhr MESZ) auf Weltmeister Zhang Jike. Ebenso schwer wird es für Angelique Kerber, die sich im Tenniseinzel der Frauen in Wimbledon bis ins Viertelfinale gekämpft hat. Dort trifft sie (13 Uhr MESZ) auf die an Nummer eins gesetzte Wiktoria Asarenka. Drücken wir die Da(u)men!

London Calling (5): Erster Medaillensegen

Nach der Silbermedaille im Fechten am Montagabend gab es gestern gleich einen ersten Medaillensegen für die deutschen Sportler bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Allen voran waren es die Vielseitigkeitsreiter (Dressur, Gelände und Springen), die sowohl das Mannschafts- wie auch das Einzelgold durch Michael Jung auf seinem Pferd ‚Sam’ holten. Außerdem gab es noch einmal Bronze durch Sandra Auffarth. Ein leicht fader Beigeschmack hat dieser Erfolg allerdings: Der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag kritisierte im Vorfeld, dass die deutschen Reiter und Pferde ohne Doping-Trainingskontrollen bei den Olympischen Spielen in London an den Start gegangen sind. Immerhin gab es bei Olympia 2008 in Peking einen Dopingfall in der deutschen Springreiter-Equipe.

Ole Bischof, der Olympiasieger von 2008, konnte seinen Erfolg zwar nicht wiederholen, gewann aber immerhin die Silbermedaille, über die sich auch Sideris Tasiadis, der ‚Grieche’ aus Augsburg, im Canadier-Einer beim Kanuslalom freuen darf.

Hier die Nationenwertung

    Olympia London 2012

Im Schwimmen gab es auch gestern keinen Podiumsplatz: Die deutsche Männer-Staffel über 4×200 m Freistil wurde Vierte. Gold holten sich die USA (6:59,70) mit Superstar Michael Phelps, der mit seiner 19.Olympiamedaille nun alleiniger olympischer Rekordhalter ist.

Negativer Höhepunkt war gestern das Damendoppel beim olympischen Badminton-Turnier. Im Spiel zwischen den topgesetzten Chinesinnen Wang Xiaoli/Yu Yang und den Südkoreanerinnen Jung Kyung Eun/Kim Ha Na versuchten beide Paare, das Spiel zu verlieren, um eine bessere Ausgangsposition in der K.o-Runde zu haben. Neun Aufschläge spielten die Chinesinnen im ersten Satz ins Netz oder Aus und verloren schließlich 11:21, 14:21. Die Zuschauer quittierten die Vorstellung mit Buh-Rufen. Erst nachdem der Schiedsrichter beide Doppel ermahnt hatte, fingen zumindest die Südkoreanerinnen an, um den Sieg zu spielen.

Heute am 5. Wettkampftag steht der deutsche Achter im Rudern (Finale ab 11 Uhr 30) im Mittelpunkt des sportlichen Interesses. Alles anderes als der Gewinn von Gold dürfte als Enttäuschung angesehen werden.

Der Mittwoch hat aber noch andere Highlights zu bieten. So startet Radsportler Tony Martin als Mitfavorit in das Einzelzeitfahren (ab 15.15 Uhr). Auch Judith Arndt rechnet sich in dieser Disziplin bei den Frauen (ab 13.30 Uhr) Chancen aus.

Europameister Jörg Fiedler träumt davon, ab 21 Uhr im Degen-Finale um eine Medaille zu fechten. Und dann gibt es ja die nächste Chance für die deutschen Schwimmer sich Edelmetall abzuholen.

London Calling (4): Endlich die erste Medaille

Es hat lange gedauert, bis die deutschen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspiele 2012 in London ihre erste Medaille eingeheimst haben: Silber im Degenfechten der Frauen durch Britta Heidemann, die damit ihren Erfolg aus Peking vor vier Jahren nicht ganz wiederholen konnte. Dem Ganzen war ein ‚aufregendes’ Halbfinale vorangegangen: „Britta Heidemann hatte schon drei Angriffe gefahren in der dramatischen Schlussphase ihres Halbfinalkampfes im Degenfechten, und immer hatte ihre Gegnerin, die Südkoreanerin Shin A-Lam, ebenfalls getroffen. Aber Heidemann musste treffen, denn sie war passiver gewesen in diesem Kampf. Es ertönte ein letztes ‚Allez’ der Obfrau Barbara Csar aus Österreich, Heidemann stürzte in die Koreanerin – und traf! Und damit begann das ganze Drama.“ Es ging um die Frage, ob Heidemann vor dem „Allez“ die Aktion begonnen hatte. Und um die Zeit – hier stellte sich heraus, dass der Stich in der Zeit gewesen sein musste. Dann, endlich, um 19:16 Uhr, exakt 28 Minuten nach der letzten Aktion, entschieden die Funktionäre: Heidemann hat gewonnen. Den Finalkampf verlor dann die Deutsche gegen Jana Schemjakina (Ukraine) 8:9 nach Sudden Death (Bei Gleichstand nach Ablauf der Zeit wird Vorteil ausgelost, dann max. eine Minute bis zum „entscheidenden“ Treffer weitergefochten).

    Olympia London 2012

Zuvor gab es eigentlich nur Enttäuschungen. Besonders die Schwimmer zeigten bisher nicht die erwartete Leistung. Gestern erst ging Paul Biedermann im 200m Freistil-Finale mit einen 5. Platz baden. Beim Tischtennis musste der auf Rang 4 gesetzte Timo Boll bereits in der 4. Runde die Segel streichen. Und die Schützen haben auch nicht das gehalten, was man von ihnen erwartete (ist vielleicht auch besser so).

Dafür ‚sahnen’ die Chinesen wie bereits bei ihrer Heim-Olympiade in Peking vor vier Jahren in fast allen Sportarten kräftig ab und führen bereits mit 17 Medaillen (davon allein neun goldene) die Nationenwertung an.

Die Olympischen Spiele haben inzwischen ihren erste Skandal, einen Twitter-Skandal. Die Schweizer Delegation schloss den Fußballer Michel Morganella aus, nachdem der Profi von US Palermo über den Kurznachrichtendienst Spieler aus Südkorea auf das Übelste beleidigt hatte. „Er hat die Ehre der Südkoreaner verletzt“, sagte Gian Gilli, Teamchef der Schweizer Mannschaft. Morganella entschuldigte sich, sein Account bei Twitter wurde geschlossen. Vom Schweizer Fußball-Verband muss er laut Sprecher Marco von Ah weitere „harte Sanktionen“ fürchten. „Ich habe einen Riesenfehler gemacht“, sagte Morganella. Solche Einsichten kommen etwas spät.

Nicht besonders glücklich finde ich den Sieg des Radrennfahrers Alexander Winokurow (Kasachstan) im Straßeneinzelrennen, da er früher in Dopingskandale verwickelt war. Unmittelbar danach erklärte er das Ende seiner sportlichen Karriere.

London Calling (3): Olympia-Logo London 2012

Heute Abend beginnen mit der Eröffnungsfeier die Spiele der XXX. Olympiade, wie die Olympischen Sommerspiele 2012 in London ganz offiziell heißen (das ZDF überträgt live: 21.30 – 21.45 Uhr Olympia-Countdown und 21.55 – 1.30 Uhr Olympia live: Die Eröffnungsfeier (Moderation: Michael Steinbrecher, Reporter: Wolf-Dieter Poschmann)).

Dass nicht alle Londoner unbedingt olympia-begeistert sind, versteht sich von selbst. Kritiker befürchten, East London könnte durch die Spiele für viele seiner Einwohner zu teuer werden. Eine ganz andere Art der Kritik erfuhr das Logo für die Spiele in London, das vom Beratungsunternehmen Wolff Olins entworfen und am 4. Juni 2007 vorgestellt wurde. Das Logo, dessen Entwicklung 400.000 Pfund kostete (mehr nicht?), ist eine abstrakte, an Glasscherben erinnernde Darstellung der Zahl 2012.

„Es möchte ‚den dynamischen Olympischen Geist und die Begeisterungsfähigkeit, die die Menschen überall auf der Welt erreichen soll’ symbolisieren. … Der Auftrag lautete, ein Emblem zu schaffen, das die vier wichtigen Markensäulen ‚Zugang, Teilnahme, Anregung und Begeisterung’ repräsentiert und in der Markenvision der Spiele für alle „kulminiert’.

Das scherenschnittartige Emblem möchte die markenorientierte Welt widerspiegeln, in der Menschen, insbesondere junge Menschen, sich nicht mehr mit statischen Logos identifizieren wollen, sondern auf dynamische Symbole reagieren, die auf neue Technologien setzen und über herkömmliche und neue Mediennetzwerke verbreitet werden können.“ (Quelle: dasauge.de)

    Olympia London 2012

Das allgemeine Logo in Rosa mit gelben Rand scheint von Farbblinden entworfen zu sein. Die Farben sind „hübsch-hässlich“. Daneben gibt es das Logo auch in Grün, Orange und Blau. Es sind beliebige weitere Farbkombinationen anwendbar, so dass Sponsoren das Logo flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen können. Nun ja …

„Unmittelbar nach der Präsentation rief das Logo in der Öffentlichkeit starke negative Reaktionen hervor. Bereits wenige Stunden später hatten Zehntausende Personen eine Petition unterschrieben, mit der ein neues Logo gefordert wurde. Eine animierte Version, die am selben Tag wie das Logo präsentiert worden war, löste gemäß der Hilfsorganisation ‚Epilepsy Action’ bei mehreren Personen epileptische Anfälle aus. Die beanstandete Animation wurde daraufhin nach kurzer Zeit von der Website des Organisationskomitees entfernt. Der damalige Londoner Bürgermeister Ken Livingstone forderte, dem Unternehmen, das diesen ‚katastrophalen Fehler’ begangen habe, dürfe kein Honorar überwiesen werden.“ (Quelle: de.wikipedia.org)

Aber dem noch nicht genug. Betrachtet man das Logo ganz ‚aufmerksam’, dann kann man durchaus nachvollziehen, wie der Guardian das Logo sieht: Lisa Simpson, die London einen Blowjob gibt“. Wieder andere fühlten sich an ein „verzerrtes Hakenkreuz“ erinnert.

    Olympia London 2012 Lisas London-Blowjob

Im Februar 2011 beschwerte sich ausgerechnet der Iran, das Logo sei dem Wort „Zion“ ähnlich und damit rassistisch. Der Generalsekretär des Iranischen Olympischen Komitees drohte mit einem Olympiaboykott und forderte andere muslimische Staaten auf, ebenfalls gegen das Logo zu protestieren. Betrachtet man das Logo auch unser dieser Sicht, so ist an dieser Kritik durchaus etwas dran:

Logo Olympia London 2012: Zion lässt grüßen

Was also Markenorientierung und Dynamik betrifft, so hat das Logo die Anforderungen geradezu übertroffen. Es ist ein 400.000 Pfund teurer markig-dynamischer Dreck!

Olympische Spiele sind immer auch eine Prestigesache. China hat vor vier Jahren bei den Spielen in Peking alles aufgewendet, um die Welt zu beeindrucken. In London ist zwar alles eine Nummer kleiner, trotzdem lassen sich die Engländer die Olympischen Spiele in diesem Jahr etwa elf Milliarden Euro kosten. Dafür gibt es neue Stadien, Bahnhöfe und Kunstwerke. Fotostrecke auf zeit.de

weitere interessante Beiträge auf zeit.de

London Calling (2): Olympia 2012

Sieben Jahre ist es her, dass die 30. Olympische Sommerspiele 2012 an London vergeben wurden. Damit ist die britische Hauptstadt bereits zum dritten Mal nach 1908 und 1948 Olympia-Schauplatz.

    Olympia London 2012

Die Spiele beginnen bereits morgen mit dem Fußballspiel Großbritannien – Neuseeland im Frauenturnier in Cardiff, Millennium Stadium. Die eigentliche Eröffnungsfeier ist dann am Freitag, den 27. Juli. Am Sonntag, den 12. August, enden die olympischen Spiele. Er werden Teilnehmer aus über 200 Länder erwartet sowie einige unabhängige Olympiateilnehmer (drei Athleten von den Niederländischen Antillen sowie einer aus dem Südsudan).

Mittelpunkt und Hauptveranstaltungsort wird der Olympiapark (englisch Olympic Park) mit dem Olympiastadion (80.000 Zuschauer) für Leichtathletik, Eröffnungs- und Schlussfeier sein, der überwiegend im Stadtteil Stratford liegt.


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Olympic Park, London

Für Deutschland wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) 391 Athleten in 23 Sportarten für die Spiele in London nominiert (DOSB-Starterliste).

Hier zunächst die offizielle Website der Olympischen Spiele: London 2012

Die deutsche Berichterstattung erfolgt im Internet u.a. auf sportschau.de/olympia und zdfsport.de

London Calling (1): Von Gurken und Scherben

Es ist jetzt schon wieder viele Jahre her, dass ich zuletzt in London war. Mit meinem ältesten Sohn fuhr ich Anfang Juli 1996 für eine knappe Woche mit der Fähre, damals noch von Hamburg aus, bis Harwich und von dort mit dem Bus weiter bis in die britische Hauptstadt. Da unser eigentlich gebuchtes Hotel irgendwie belegt war, kamen wir in einer Preisklasse höher im Hilton Hotel National (heute Hilton London Kensington Hotel) in der Holland Park Avenue unter. Nicht schlecht, denn u.a. gab es statt des Continental breakfast ein ordentliches britisches Frühstück mit allem Drum und Dran, ein so genanntes Full breakfast. Zurück flogen wir dann ab London Heathrow.

Underground Station Piccadilly Circus - London 1996

The Tower - London 1996

London 1996

Kensington Gardens: Peter Pan Statue - London 1996

Mein Sohn war damals 5 ½ Jahre alt und ein großer Dinofan. So besuchten wir u.a. das Natural History Museum in London. Und natürlich waren wir auch beim Peter-Pan-Denkmal in Kensington Gardens. Auf dem Weg nach Greenwich kamen wir durch die so genannten Docklands. Hier war in den Jahren zuvor ein eigener Stadtteil mit einem eigenen Geschäftszentrum entstanden. Die vielen futuristisch anmutenden neuen Hochhäuser entwickelten sich schnell zu einer exklusiven Wohnlage. Der Bürogebäudekomplex nennt sich Canary Wharf und befindet sich auf der Isle of Dogs im Stadtbezirk London Borough of Tower Hamlets. Canary Wharf steht in Konkurrenz zum historisch gewachsenen Finanzzentrum in der City of London. Erreichbar war und ist das mit einer extra gebauten fahrerlosen Hoch- und Untergrundbahn, der Docklands Light Railway (DLR), deren Stationen sich teilweise in den Bürohochäusern selbst befinden (z.B. Heron Quays). Vergleichen lässt sich das Ganze mit der neuen HafenCity in Hamburg.

    London – Canary Wharf


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London – Canary Wharf

Seit diesen Jahren hat sich in London einiges getan. Nicht nur, dass für die in wenigen Tagen am 27. Juli beginnende Olympiade neue Wettkampfstätten wie Olympiastadion, das Aquatics Centre und der London Velopark entstanden, die Liste der höchsten Bauwerke in London ist um einige Hochhäuser größer geworden.


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London – 30 St Mary Axe (The Gherkin)

Vielen wird der 180 m hohe Wolkenkratzer 30 St Mary Axe, häufig The Gherkin (englisch für Essiggurke) oder Swiss-Re-Tower genannt, im Finanzbezirk der City of London bekannt sein. Neu hinzugekommen ist The Shard, auch Shard London Bridge (vormals London Bridge Tower, auch Shard of Glass; von englisch shard ‚Scherbe‘, ‚Splitter‘), das mit 310 Meter (zweit)-höchste Gebäude Europas. Der verzögerte Baubeginn erfolgte am 16. März 2009, die Einweihung war in der letzten Woche, am 5. Juli 2012. Die endgültige Bauhöhe von 310 Metern wurde am 30. März 2012 durch Aufsetzen einer stählernen Spitze als letztes Bauelement erreicht.


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London – Shard London Bridge (beim Näherrücken entpuppt sich Shard noch als Baustelle bei Google Maps)

Es wird also wieder einmal Zeit, London zu besuchen. In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr. Die Olympischen Spiele schaue ich mir mit meinen Lieben im Fernsehen an. Aber vielleicht im nächsten Jahr?

siehe auch meinen Beitrag: Berlin. London. Sankt Petersburg.

Olympia kann kommen

Neben der Fußball-Europameisterschaft endeten am Sonntag auch die Europameisterschaften der Leichtathletik in Helsinki. Und mit insgesamt 16 Medaillen waren die deutschen Sportler besonders erfolgreich. Olympia kann also kommen. Es ist nur zu hoffen, dass einige der erfolgreichen Athleten in Helsinki nicht bereits ihr Pulver verschossen und vor der Zeit den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben.

Am Freitag in drei Wochen bereits (27.07.2012) beginnen also in London die 30. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit, die am 12. August enden. Es wird erwartet, dass über 200 Nationen bzw. Nationale Olympische Komitees (NOK) Athleten entsenden werden. Die Leichtathleten nehmen übrigens am 3. August ihre Wettkämpfe auf.

    Olympia 2012 London

Der Fußball beginnt übrigens schon am 25. Juli, also zwei Tage vor der offiziellen Eröffnungsfeier. Auch diesmal sind bei den Männern nur U-23-Mannschaften zugelassen, die mit maximal drei älteren Athleten verstärkt werden dürfen. Das olympische Fußballturnier ist also auch weiterhin nicht mit einer Weltmeisterschaft vergleichbar. Kurios und lange diskutiert ist die Tatsache, dass bei den Olympischen Spielen 2012 nach langer Pause wieder eine britische Mannschaft teilnehmen wird, die das ganze Königreich vertritt, denn eine britische Fußballnationalmannschaft existiert wegen der traditionellen Eigenständigkeit der Fußballverbände von England, Nordirland, Schottland sowie Wales offiziell nicht.

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, wurde am Wochenende die 99. Tour de France 2012 gestartet. Allerdings erfolgt in Deutschland eine Live-Übertragung der Tour nur noch über den Sender Eurosport. ARD und ZDF übertragen wegen der Dopingproblematik die Grande Boucle (Große Schleife) nicht mehr live.

Ergebnisse der Tour de France siehe sportschau.de oder auf der offiziellen Website der Tour.

Hier noch einige Informationen zur Fußball-Europameisterschaft 2012. In die UEFA EURO 2012 Mannschaft des Turniers wurden folgende Spieler gewählt:

Tor: Gianluigi Buffon (Italien), Iker Casillas (Spanien), Manuel Neuer (Deutschland).

Verteidigung: Gerard Piqué (Spanien), Fábio Coentrão (Portugal), Philipp Lahm (Deutschland), Pepe (Portugal), Sergio Ramos (Spanien), Jordi Alba (Spanien).

Mittelfeld: Daniele de Rossi (Italien), Steven Gerrard (England), Xavi Hernández (Spanien), Andrés Iniesta (Spanien), Sami Khedira (Deutschland), Sergio Busquets (Spanien), Mesut Özil (Deutschland), Andrea Pirlo (Italien), Xabi Alonso (Spanien).

Sturm: Mario Balotelli (Italien), Cesc Fàbregas (Spanien), Cristiano Ronaldo (Portugal), Zlatan Ibrahimović (Schweden), David Silva (Spanien).

Die Auswahl ist mir etwas zu ‚ergebnisorientiert’, also nimmt etwas zu viel ‚Rücksicht’ auf die Platzierungen der Mannschaften. Lediglich Ibrahimović (Schweden – schon der Gruppenphase ausgeschieden) ist aufgrund seines Bekanntheitsgrades in diese Mannschaft gewählt worden. Für Buffon (Italien) im Tor hätte ich durchaus Petr Čech (Tschechien) gewählt. Und Mats Hummels hat bis auf den groben Schnitzer im Spiel gegen Italien ein großartiges Turnier gespielt. Aber sei es drum …

Spaniens Mittelfeldregisseur Andrés Iniesta ist von der Technischen Kommission der UEFA zum besten Spieler der UEFA EURO 2012 gewählt worden. Und der Spanier Fernando Torres hat sich in den Schlussminuten der UEFA EURO 2012 mit einem Treffer sowie einer Vorlage gegen Italien den Goldenen Schuh als bester Torschütze des Turniers gesichert.