Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!
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Wie bereits in Burma so sind es auch jetzt wieder buddhistische Mönche, die sich an Protesten gegen die chinesische Herrschaft in Tibet beteiligen. Tibet wird seit 1950 von China besetzt. 1965 wurde eine Hälfte des ursprünglichen Landes einfach anderen Provinzen zugeschlagen, der Rest bildet eine autonome Region. Seit der Flucht der Dalai Lama 1959 haben viele Tibeter das Land verlassen. Die Verbliebenen drohen durch die systematische Ansiedlung von Chinesen zur Minderheit zu werden.
Da in diesem Jahr die Olympischen Spiele in Chinas Hauptstadt, Peking, stattfinden, sehen viele Tibeter jetzt die Chance, die Weltöffentlichkeit auf ihr kleines Land aufmerksam zu machen. So kam es zu größeren Protesten gegen die chinesische Herrschaft in Tibet, die am Freitag in der Hauptstadt Lhasa nach jüngsten Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 80 Menschenleben forderte. Offizielle chinesische Stellen hatten von zehn Toten gesprochen. In Lhasa herrschte heute laut Augenzeugen angespannte Ruhe, Sicherheitskräfte würden durch die Stadt patrouillieren.
Protestmarsch buddhistischer Mönche in Xiahe. Diese Stadt liegt in der chinesischen Provinz Gansu, gehört historisch aber zur tibetischen Kulturregion
Angesichts der blutigen Unruhen in Tibet hat der Dalai Lama China vorgeworfen, in seiner Heimat einen „kulturellen Völkermord“ zu begehen. Ein uraltes Kulturerbe sei in ernster Gefahr. „Ob mit oder ohne Absicht – es findet eine Art kultureller Völkermord statt“, sagte der Dalai Lama vor Journalisten. China verlasse sich auf Gewalt, um Frieden zu erreichen, und rief indes einen „Volkskrieg gegen den Separatismus“ aus.
China weiß genau, dass im Olympiajahr die ganze Welt sehr genau auf das Land schaut. Ein Blutbad unter buddhistischen Mönchen könnte das Ende für die so sorgsam inszenierten Olympischen Spiele im August bedeuten. Deshalb versucht man nun den Informationsfluss zu lenken: Die staatliche Nachrichtenagentur darf eingeschränkt berichten. Das staatliche Fernsehen zeigt Bilder, die jedoch nur zeigen, wie Tibeter chinesische Geschäfte zerstören und Chinesen verprügeln. Auch der chinesische Standardkommentar, es handele sich um innere Angelegenheiten Chinas, das Ausland solle sich raushalten, ist dieses Mal nicht zu vernehmen.
Auf der 1993 erschienenen Doppel-CD „Nightcap“ veröffentlichte die Gruppe Jethro Tull auch die restlichen der bis dahin nur zum Teil (auf dem 3-CD-Box Set von 1988: 20 Years of Jethro Tull: The Definitive Edition) aufgelegten, als Chateau D’isaster Bänder bekannt gewordenen Aufnahmen, die 1973 im Château d’Hérouville nahe Paris eingespielt, aber nie fertig wurden.
Ian Anderson schrieb hierzu im September 1993:
„The infamous 1973 recording sessions at the Chateau D’Herouville, near Paris, were never completed due to ill-health, technical and production problems, and the sudden decision of the band to return to the U.K. from temporary and ill-advised tax exile.
Rather than continue with the Chateau Tapes, wel decided to begin again with a virtually new work which quickly became the more down-beat and controversial ‚A Passion Play‘.“
Die Mannen von Jethro Tull verließen also damals Frankreich zurück in Richtung Großbritannien, weil es u.a. diverse technische Probleme und Erkrankungen von Bandmitgliedern gab, und entschieden sich, ein neues Projekt zu starten: „A Passion Play“. Einige Teile der in Frankreich aufgenommenen Stücke finden wir allerdings später in verändeter Weise u.a. auf dem „War Child“-Album („Bungle in the Jungle“) wieder. Das gleichnamige „Critique Oblique“ von den Chateau D’isaster Tapes wird Teil von „A Passion Play“.
Hier nun ein Video mit dem „Critique Oblique“ von den Chateau D’isaster Tapes, die Bilder stammen von einer Super-8-Kamera-Aufnahme aus dem Jahre 1974 und zeigen Ian Anderson & Co. „backstage“ (Dank an TullTapes – das Video habe ich nur etwas überarbeitet). Die Flötentöne hat Herr Anderson 1993 zusätzlich eingespielt, da das Ausgangsmaterial ohne diese vorhanden war.
Critique Oblique
Critic of the black and white it’s your first night.
The Passion Play gets in the way, spoils your insight.
Tell me how the baby’s made, how the lady’s laid,
Why the old dogs howl with sadness.
(Spoken) The blue thing in the ball leaves naught but a bloody footprint on the memory of last summer’s trip to Europe.
Did you buy a passport from the queen?
Instrumental
And your little sister’s immaculate virginity wings away on the bony shoulder of a young horse named George who stole surreptitiously into her geography revision.
Hier nun der erste Teddybär aus Christas Bärchensammlung, der aus dem Hause Steiff kommt. Einer Sammlung ohne Steiff-Teddys würde sicherlich einiges fehlen. Da meine Frau eine Vorliebe für Exoten hat, so auch hier gleich ein Teddy, der von der Form her sicherlich seinen klassischen Vorgängern aus dem Hause Steiff ähnelt, ansonsten etwas aus der Art geraten ist, die Erdbeere (fast besser noch würde Erdbär passen) aus der „Fruities“-Serie des Jahres 2001 (gekauft haben wir den Bären im April 2003 in der Steiff Galerie Hamburg). Erdbeerrot aus feinstem Mohair und auf dem Kopf ein Filzstiel mit Blättern.
Die Manufaktur Steiff besteht seit 1880. Seitdem werden Plüschtiere hergestellt – eben auch jene Teddybären, die inzwischen Weltruf erlangt haben. Besonders im angelsächsischen Raum (Großbritannien und den USA) sind Teddys von Steiff sehr gefragt, oftmals auch mit eigenen Auflagen, die in Deutschland nicht erhältlich sind (natürlich auch umgekehrt). So war ich im Juli 1996 mit meinem ältesten Sohn für mehrere Tage in London und besuchte dort u.a. das Spielzeuggeschäft Hamley’s. Dort erwarb ich eine Rarität, ein Sweatshirt für meine Frau mit darauf gestickten Steiff-Bärchen und den Schriftzügen von Steiff und Hamley’s. Und natürlich hat auch Harrods in London Steiff-Produkte im Angebot.
Teddy "Erdbeere" aus der "Fruities"-Serie 2001
Der Teddy ist aus feinstem roten Mohair gefertigt, hat rote Filzpfoten und Sohlen und auf dem Kopf einen Filzstiel mit Blätter. Die kleine Dicke kann ihre Arme , Beine und den Kopf bewegen.
Einige Offizielle des SV Werder Bremen würden die vergangene Woche gern aus dem Kalender tilgen: Erst das Torwart-Desaster in Glasgow (0:2), dann das 3:6-Debakel in Stuttgart. Nach dem Spiel (Desaster) ist bekanntlich vor dem Spiel (Desaster) – und ein Unglück kommt selten allein – Und, oh, weh: Dreimal ist Bremer Recht (und viermal ist auch nicht schlecht)!
Nein, ich will keinen Teufel an die Wand malen, bitte, kein weiteres Desaster mehr! Es kann nur noch besser werden. Und einige der Jungs sind ja auch wieder richtig guter Dinge. Im Rückspiel heute Abend zu Hause gegen die Schotten (Glasgow Rangers) wollen sie zeigen, was sie wirklich drauf haben. Da darf man gespannt sein. Sollte es wieder eines dieser „Wunder von der Weser“ geben? Ich bin skeptisch, halte den Werderanern aber natürlich die Daumen.
Immerhin hat man sich dieser Tage bei Werder durch Charakterstärke bewiesen. Nichts wurde unter den Tisch gekehrt, aber auch nichts dramatisiert. Sind eben kühle Norddeutsche, diese Bremer. Also nicht wie die Bayern. Was bleibt auch anderes übrig. Selbst wenn UEFA-Pokal und Meisterschaft dahin sein sollten, so ist spätestens nach der Saison wieder vor der Saison. Und vielleicht lässt sich ja auch in dieser Saison noch etwas drehen. Wenn wenigstens der 2. Platz in der Bundesliga gehalten wird, wäre das eigentlich schon ein Erfolg.
Nach langer schwerer Krankheit, nein, ist er nicht verschieden, er ist zurück an der Front oder wie wortspielerisch einige meinten: Beck is back! Wurde auch Zeit, denn bei der SPD schien doch einiges aus dem Ruder zu laufen. Da hatte der gute Kurt zuvor verkündet, man könne auch mit der Linken. Und brachte Frau Y. aus Hessen in Erklärungsnot, die das vor der dortigen Wahl ausdrücklich ausschloss, dann doch den Linksschwenk einleitete, ihn nur nicht vollenden konnte, da eine andere Dame, Frau M., ihr Veto erhob. Von Wortbruch ist da die Rede und von Mobbing der eigenen Parteigenossen gegen Frau M.
Nun, Beck ist wieder da und verkündet: Sein Kursschwenk in Sachen Linkspartei sei kein Wortbruch, sondern Neuorientierung (wie? was? wo?). Und: Auf Bundesebene gäbe es keine Zusammenarbeit. Ha, sagt da der Herr Pofalla, Generalsekretär der CDU: Wer das glaubt, wird selig – oder auch nicht.
Die Hessenwahl hat eine Situation heraufbeschworen, die unsere Politiker in eine heikle Lage versetzt hat. Roland Koch, Noch-Ministerpräsident, hat eine Klatsche bekommen, wie noch nie ein Politiker vor ihm. Trotzdem erhebt er weiterhin den Anspruch, Regierungschef zu bleiben, da seine CDU nun einmal trotz deftiger Verluste die stärkste Fraktion stellt. Nur woher Mehrheiten nehmen und nicht stehlen, wenn sich keine Mehrheiten wie von allein auftun (ist eben nichts mit Schwarz-Gelb).
Da läutet der Hamburger Ole plötzlich das schwarz-grüne Zeitalter ein und auch dem gelb-blaue Guido können die Grünen plötzlich grün werden. Aber eigentlich nur in Jamaikas Farben, denn für Ampel-Rot-Gelb-Grün sieht er nach Becks Äußerung keine Basis mehr, wenn die SPD weiter nach links rückt.
Und die Grünen? Schwarz-Grün in Hamburg: okay. Schwarz-Grün-Gelb in Hessen: Ne, undenkbar – auch ohne Koch nicht, denn die Hessen-CDU wäre eine rechts-reaktionäre Partei, die gegen Ausländer und Minderheiten hetze.
Was zunächst nach einem wahllosen Griff in den Farbtopf aussieht, rückt sich nach und nach zurecht. Nicht alles ist möglich (wäre ja auch zu bunt). Aber der „Wille zur Macht“ steht meist vorne an: Für die SPD notfalls mit den Linken, für die CDU und auch für Westerwelles One-man-FDP notfalls mit den Grünen. Hauptsache man kommt an die Macht. Notfalls sogar mit Mobbing und Wortbruch. Und auch die Grünen sind bereit in des Teufels Großmutter Bett zu kriechen, nur um einige Pöstchen mehr zu ergattern.
Hier ein weiterer Teddybär aus der Sammlung meiner Frau: Fünf Jahre vor dem Mozart-Teddy brachte die Firma Hermann Teddy in Coburg 2001 einen Beethoven-Teddy in einer limitierten Auflage von 500 Stück (europäische Edition) heraus. Wie der Mozart-Teddy so besteht auch Beethoven aus Mohairplüsch mit einer Füllung aus Holzwolle und besitzt ein Musikspielwerk: Für Elise.
Ludwig van Beethoven
35 cm groß, Mohairplüsch, Holzwollfüllung, Musikstimme mit Musik „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven
Hermann Teddy Coburg (Hermann-Spielwaren GmbH, 96450 Coburg)
Komme ich noch einmal auf den Flamenco zu sprechen, der in meinem Betrag Granada und der Flamenco: Paco de Lucia mehr oder weniger im Mittelpunkt stand. Vielleicht etwas verallgemeinert gilt der Flamenco als „Zigeuner“-Musik, obwohl viele Einflüsse die Grundlage dieser Musik bilden. Der Begriff „Zigeuner“ ist natürlich durch die Nationalsozialisten negativ besetzt. Bei uns haben sich die Eigenbezeichnungen durchgesetzt: Sinti und Roma. Dabei bezieht sich die Bezeichnung auf die Dauer des Aufenthaltes in Deutschland. Sinti sind alteingesessene Zigeuner und Roma Neueinwanderer aus Osteuropa. Ähnliche Bezeichnungen gibt es auch in den anderen Ländern West- und Mitteleuropas. In Frankreich setzte sich die Einteilung in Rom, Gitanos und Manouches durch, die Bezeichnungen richten sich nach der Herkunft der Stämme. Mit Rom sind jene Personengruppen gemeint, die aus Südosteuropa nach Frankreich gekommen sind. Gitanos kamen aus Spanien und Manouches aus Mitteleuropa. Paco de Lucia ist übrigens auch ein Zigeuner, ein Gitano.
Ich erinnere mich daran, wenn z.B. im deutschen Fernsehen Flamenco gezeigt wurde, dann oft im Zusammenhang mit dem Gitarristen Manitas de Plata (« Silberhändchen »), der eigentlich Jose Ricardo Balliardo heißt und zu den Camarque-Gitans gehört, die im Süden Frankreichs sesshaft geworden sind. Unter den Puristen des Flamenco erfreut sich Manitas de Plata keiner besonderen Beliebtheit, da ihnen sein Spiel zu virtuos und zu wenig tief gehend, oft dem Massengeschmack angepasst und mithin kommerzialisiert ausgerichtet ist. Trotzdem möchte ich ihn nicht links liegen lassen, immerhin bin ich durch ihn auf den Flamenco schon in frühen Jahren aufmerksam geworden. Hier ein Video mit Manitas de Plata:
Manitas de Plata – Por el Camino de Ronda
Komme ich (endlich) auf das eigentliche Thema dieses Beitrags zu sprechen, dem Gypsy Jazz. Der englische Begriff Gypsy für Zigeuner ist sicherlich genauso wenig politisch korrekt, aber wenigstens nicht so vorbelastet. Richtig wäre nach den genannten Definitionen Sinti-Jazz, aber der Begriff Gypsy Jazz hat sich besonders im angelsächsischen Bereich durchgesetzt.
Der Ursprung des Gypsy Jazz geht auf Jean „Django“ Reinhardt zurück. Übrigens wurde Juliam Bream, von dem in meinem Beitrag Auf der Suche nach Bach die Rede war, durch die Musik Django Reinhardts angeregt, schon früh selbst zur Gitarre zu greifen. Breams Vater war Jazzgitarrist. Außerdem gilt Reinhardt als einer der Begründer des europäischen Jazz.
Django Reinhardt war Gitarrist, wie man sich denken kann, und Manouche, also Zigeuner mit deutschen Wurzeln. Den Jazz entdeckte Reinhardt ca. 1931. Er traf den Geiger Stéphane Grappelli und gründete mit diesem das Quintett Hot Club de France, das erste französische Jazzensemble, das nur Saiteninstrumente verwendet (eine Geige, drei Gitarren, eine Solo- und zwei Rhythmusgitarren, und einen Bass).
Gehen wir aber einige Jahre zurück: Mit achtzehn verletzte Reinhardt seine linke Hand beim Brand seines Wohnwagens schwer. Um die Verkrüppelung des Ring- und kleinen Fingers wettzumachen, setzte er fortan auch den Daumen ein. Seine Soli bestritt er ausschließlich mit Zeige- und Mittelfinger. Und genau die Verletzung prägte den Sound von Reinhardt, denn sie ermöglichte beim Melodiespiel eine sicherere, präzisere und kraftvollere Spielweise. Den Erinnerungen Stéphane Grappellis nach spielte Django Reinhardt mit solcher Kraft, dass seine neuen Gitarren nach einem halben Jahr Löcher im Griffbrett aufwiesen.
Nun Django Reinhardt galt als unsteter Mensch. Der Mann mit dem Menjou-Bärtchen entwickelte Starallüren, die ihn oftmals in Schwierigkeiten brachten. Aber Reinhardt war eben Reinhardt, zwar Illiterat und Analphabet, der die ihm später beigebrachren Buchstaben nur deshalb aufs Papier bekam, weil er sie betrachtete mit den künstlerisch begabten Augen des sich an Form und Gestalt ergötzenden Malers, der er auch war. Er war in seiner Zeit schillemd, und eben ungeheuer individualistisch, und eine eigene Art von musikalischem Genie. Aber genug der Worte. Leider ist nur wenig Material in laufenden Bildern von Reinhardt im Internet auf die Schnelle zu finden. So sollen diese zwei folgenden genügen.
Schon als Kind musste Tim Shiel aus Melbourne in Australien zu Hause Jethro Tull hören. Jethro Tull stand auf der Tagesordnung. So etwas bleibt hängen. Und wenn man dann später gern mit Computern spielt, mit diesen Musik macht, so kommt am Ende Folgendes heraus:
Faux Pas – Tim as a Brim (Video Clip by Hannah Kim)
Tim Shiel ist Faux Pas. Und es ist schon eine Taktlosigkeit unseren guten Ian Anderson in Unterhosen zu zeigen (wenn auch nur gezeichnet). Von Tim Shiels, pardon: Faux Pas’ Album „Entropy Begins at Home“ also der Titel „Tim as a Brim“. Klingt irgendwie wie …
Da ging doch am Donnerstag Google die Luft aus, oder? Google war längere Zeit einfach nicht erreichbar. Und seit zwei Tagen können wir auf der Arbeit keine Mails mehr versenden oder empfangen. Angeblich weil eine Spamflut mehrere Server lahmgelegt hat. Meine Firma ist Kunde bei t-online (warum eigentlich noch?). Und Kunden von 1&1 im Norden Hamburgs kommen seit längerer Zeit erst gar nicht ins Netz.
Angeblich war es bei Google ein Problem des DNS-Servers, aber auch von regionalen Ausfällen oder von Server-Probleme bei 1&1 und t-online war die Rede. Passt das eine zum anderen? Was, wenn eines Tages nichts mehr geht? Trommeln? Rauchzeichen?
Mein Glaube an das Gute im Menschen bekommt Nahrung: Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Jürgen Thumann, fordert tatsächlich höhere Löhne, „damit die Mitarbeiter mehr Netto bekommen“. Alle Teile der Gesellschaft müssten am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden, betonte Thumann. Der Grundkonsens über die soziale Marktwirtschaft müsse gepflegt und zum Teil erneuert werden. Ob da einem das schlechte Gewissen plagt?
Sollte er jemals Ambitionen gehabt haben, für die Nationalmannschaft nominiert zu werden, so darf er diese jetzt wohl begraben. Tim Wiese, Torwart von Werder Bremen, hatte beim UEFA-Cup-Spiel in Schottland bei den Glasgow Rangers nicht seinen besten Tag: Ende der 1. Halbzeit ließ er eine Ball durch die Hände ins Tor rutschen. Und dem nicht genug: Gleich Anfang der 2. Halbzeit ließ der Keeper der Grün-Weißen einen Ball nach vorne abprallen und ebnete den Schotten durch Davis das 2:0. Aber was die anderen Bremer gegen die kampfstarken Schotten boten, war auch nicht gerade geeignet, einem vom Hocker zu reißen.
Die Bahn macht es sich leicht: Da sollen die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL erst einmal eine Kooperationsvereinbarung unter Dach und Fach bekommen, damit der mit der GDL ausgehandelte Lokführer-Tarifvertrag in Kraft treten kann. Und da damit nichts wird, wird ab Montag wieder gestreikt. Mehdorn und Schell sollten sich mit Schill treffen und einmal einen schniefen. Vielleicht werden beide dann auch endlich wach.
In meinem Beitrag „Auf der Suche nach Bach“ berichtete ich u.a. über die zwei spanischen Meister der klassischen Gitarre, Andrés Segovia und Narciso Yepes, die sich immer wieder der traditionelle Musik Spaniens gewidmet haben. Und als alter Andalusien-Urlauber wäre es gar eine Sünde, die dortige Musik links liegen zu lassen: den Flamenco. Es ist gottlob nicht so, dass man an den Küsten der Costa del Sol mit Flamenco-Klängen überschüttet wird, dafür bedeutet diese Musik den dortigen Bewohnern viel zu viel, um sie vor die Säue zu werfen. Man ist als Fremder gern geduldet mitzuhören und –zusehen, aber um folkloristische Aufführungen für Touristen geht es dabei nicht.
Der Flamenco hat viele Wurzeln. Und eine Heimat ist Granada, die Stadt, über die die Alhambra, jene maurische Festung, thront, die schon aus der Ferne zu sehen ist. Nur nebenbei: Einer der Söhne dieser Stadt ist Federico García Lorca, eines der bedeutendsten Literaten Spaniens, der sich als ebenso begnadeter Musiker auch mit dem Flamenco beschäftigte.
Flamenco – das ist Tanz (Baile) im Mittelpunkt, der Gesang (Cante) und die Gitarrenmusik (Toque Guitarra). Da ich mich auf der Suche nach hervorragenden Gitarristen diese Welt über die Klassik nach Spanien verirrt habe (aber von Verirrung kann natürlich keine Rede sein), bin ich eben jetzt beim Flamenco gelandet, da die Gitarre das Instrument des Flamenco ist. Und neben Carlos Montoya u.v.a. ist besonders ein Gitarrist zu nennen, der über die Grenzen des Flamenco und des Landes Weltruhm erlangte: Paco de Lucia.
Paco de Lucía
Carlos Montoya
Jan Akkerman
Larry Coryell
Al di Meola
John McLaughlin
Zunächst für mich als oftmaliger Wanderer durch Málagas Gassen hier ein, nein der Malagueña, gespielt von Carlos Montoya (dieser kommt dabei auch ohne hohe E-Saite aus):
Carlos Montoya: Malagueña
Und bevor ich auf Paco de Lucia zu sprechen komme (ich lasse ihn dann auch lieber selbst sprechen – über sein Gitarrenspiel), hier einige Ausschnitte aus der TV-Sendung „Granada – Zauber aus 1001 Nacht“, die eine kleine Einleitung in den Flamenco gibt und am Schluss Paco de Lucia bei einem Auftritt in der Stierkampfarena – Plaza del Toros – zu Granada zeigt:
Granada und der Flamenco
Paco de Lucía gilt vielen als der Welt bester Gitarrist. Ich kann diese Meinung nur unterstützen. Was der Mann auf der Gitarre zaubert, ist kaum zu fassen. Die Gitarre ist seine stetige Begleiterin (auch im Bett? – sicherlich). Nun, Paco de Lucia ist nicht nur Flamencogitarrist. Er hat schon früh in anderen Revieren geräubert, von der Klassik bis zum Jazz. Dabei hat er aber nie seine Herkunft, die traditionelle Musik Andalusiens, geleugnet.
Zunächst ein erstes Video mit einem Stück „Entre dos aguas“ (was man wohl mit „zwischen den Ozeanen“ übersetzen könnte), in dem Paco de Lucia mit Begleitband bereits Rückgriffe auf moderne Musikelemente nimmt:
Paco de Lucia – Entre dos aguas (1976)
Dann ein Video (der erste Teil von zehn) von einem Auftritt 1997 in Viena (soll wohl Vienna heißen, also Wien). Hier vermengt er auf unnachahmliche Weise Elemente des Flamenco, überhaupt der spanischen Folklore, mit Klassik und Jazz. Absolut hörenswert für jeden Freund der akustischen Gitarre:
Paco De Lucia – Amor Flamenco (Viena 1996) 1/10
Und es musste kommen, wie es kam. Andere Gitarristen schlugen sich förmlich darum, mit Paco de Lucia auftreten zu können. Bereits 1970 kam es zu einem Zusammentreffen zwischen ihm und Jan Akkerman, den wir von der Gruppe „Focus“ (bereits in vielen meiner Beiträge angesprochen, u.a. Focus: Sylvia) kennen. Hier behandelt Paco den guten Jan mit einiger Nachsicht:
Jan Akkerman and Paco de Lucia: „Tres Hermanos“ Live 1970
Was die drei Musiker da zaubern, ist gewaltig. Mein jüngster Sohn sagte, als wir das folgende Video gemeinsam betrachteten: Die spielen ja keine Gitarren mehr! Ich denke, er hat es auf den Punkt gebracht. Eigentlich bin ich gegenüber solcher Akrobatik auf einem Musikinstrument allergisch (ich weiß z.B. nicht, welche Ehre es sein soll, als „schnellster Gitarrist der Welt“ wie Al di Meola bezeichnet zu werden). Spätere Aufnahmen von John McLaughlin fand ich mit der Zeit tödlich langweilig, da nur noch reine Technik mit wenig Geist und kaum Gefühl präsentiert wurde. Auch diese drei Musiker liefen Gefahr, die Spieltechnik überzubewerten. Ich denke, es war Paco de Lucia, der dem Ganzen dann doch die nötigen Seele samt Geist einhauchte. Auf der anderen Seite: Hier lassen die drei Jungs wirklich ‚die Sau ’raus’; sollen sie es auch einmal:
Paco de Lucia – John McLaughlin – Al di Meola: Mediterranean Sundance
Die Schicht der Bezieher mittlerer Einkommen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Ihr Anteil an der gesamten Bevölkerung ging von 62 Prozent im Jahr 2000 auf 54 Prozent 2006 zurück. Entsprechend gestiegen ist der Bevölkerungsanteil an den Rändern der Einkommensverteilung, wobei in der Mittelschicht die Abwärtsmobilität stärker ausgeprägt war als der Aufstieg in höhere Einkommensklassen. Auch wenn sich der konjunkturelle Aufschwung im Jahr 2007 fortgesetzt hat, dürfte sich an der relativen Einkommenssituation in der Mitte der Gesellschaft nur wenig verändert haben. Parallel zur Entwicklung der objektiven Einkommenslage zeigt sich eine deutliche Veränderung der subjektiven Wahrnehmung der Bevölkerung: Über alle Einkommensschichten hinweg ist festzustellen, dass die „Sorgen um die eigene wirtschaftliche Entwicklung“ zugenommen haben.
Was heißt das konkret? In den vergangenen Jahren sind rund 5 Millionen Menschen in Deutschland aus der Mittelschicht in die Randzonen der Gesellschaft abgerutscht. Zur Mittelschicht wird gezählt, wessen Einkommen von 70 bis max. 150 % des Durchschnitteinkommens beträgt. Die Kluft zwischen reich und arm wird immer größer: Die Gruppe der obersten 2,5 Prozent der Haushalte, die am meisten verdienen, hätten ihren Anteil am Gesamteinkommen demnach von 7,5 (2000) auf 9,8 Prozent (2006) gesteigert. Dagegen seien die zehn Prozent der Bundesbürger, die das geringste Einkommen bezogen, weiter abgerutscht: Hätten sie sich 2000 noch 3,6 Prozent des Gesamteinkommens gesichert, seien es 2006 nur noch 2,9 Prozent gewesen.
Diese Entwicklung ist an sich nicht neu, nur beschleunigt sich der Prozess anscheinend immer mehr. Man muss nicht unbedingt Volkswirt sein, um zu begreifen, dass ein schrumpfender Mittelstand schädlich für die gesamte Wirtschaft ist, da bei sinkendem Einkommen eines Großteils der Bevölkerung auch die Nachfrage sinkt. Mit dem Wegbrechen des Mittelstandes nähernd wir uns zunehmend „amerikanischen Verhältnissen“. Das ist z.B. am Gesundheitswesen auszumachen, dass sich so langsam dem amerikanischen „Standard“ nähert; anders ausgedrückt: Wer Geld hat, kann sich eine umfassende medizinische Versorgung leisten, wer auf Leistungen der Krankenkassen angewiesen ist, muss sich in immer mehr Fällen überlegen, ob er eine Behandlung in Anspruch nimmt: die Zuzahlungen sind aus dem normalen Geldbeutel vielleicht nicht mehr bezahlbar.
Fast genauso schlimm: Der noch existente Mittelstand ist genötigt, immer öfter den einen oder anderen Euro „umzudrehen“, bevor er diesen ausgibt. Vieles ist auch für Mittelständler nicht mehr bezahlbar, will er sich nicht über Gebühr mit Schulden belasten.