Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!
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In den letzten Wochen und Monaten habe ich es mit Romantrilogien, zumindest mit zweien. Da gibt es zum einen die Anselm Kristlein-Trilogie von Martin Walser – und dann die so genannte Baracken-Trilogie des Isländers Einar Kárason. Zunächst haben diese beiden Trilogien nicht viel gemeinsam. Oder vielleicht doch?
Ja, beide Trilogien sind so angelegt, das deren erste Teile in den fünfziger Jahren, deren zweite in den sechziger und der jeweils letzte in den siebziger Jahren spielen. Beide Dreiteiler ranken um einen Familienverband. Bei Walser ist es Anselm Kristlein und seine am Ende sechsköpfige Familie (neben ihm und Frau Alissa sind es vier Kinder); bei Kárason sind es Lina (Karolina), die Wahrsagerin, und ihr Mann Tommi (Tomas) samt einer großen Nachkommenschaft. Auch Anselm Kristleins Frau Alissa hat einen religiösen-esoterischen Einschlag. Und des weiteren sind beide Trilogien so etwas wie sozialkritisch und beleuchten die Zustände ihrer Länder zur jeweiligen Zeit. Hier zur Ergänzung meiner Beiträge zu diesen sechs Büchern eine kurze Übersicht mit entsprechender Verlinkung:
Martin Walser – geboren am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee
Einar Kárason – geboren am 24. November 1955 in Reykjavík
Tostedt hat ein massives Problem mit der rechten Szene. Im Mittelpunkt steht ein Laden im Ortsteil Todtglüsingen, der diese Szene mit Kleidung, Musik usw. ausstattet und Anlaufpunkt der Rechtsextremen aus ganz Norddeutschland ist. Über diesen Laden wird auch der ‚Nachwuchs’ rekrutiert. Daher kam es in der Vergangenheit immer wieder zu brutalen Übergriffen besonders auf Jugendlichen, die sich gegen diese Nazi-Szene wehren. Ich habe hier in diesem Blog bereits öfter darüber berichtet (Übersicht meiner Beiträge siehe unten).
Gestern (06.04.2011 – 19 Uhr 30) gab es nun in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ des NDR-Fernsehen eine Reportage, die die Lage in Tostedt beleuchtet.
Da auch Neo-Nazis dieses Video auf diversen Websites/Blogs benutzen und damit u.a. gegen alle Andersdenkenden hetzen, sogar verdeckt zur Gewalt aufrufen, so habe ich das Video hier wieder entfernt.
Seit der Jugend-Initiative gegen diesen Neo-Nazi-Laden vor zwei Jahren hat sich zwar einiges in Tostedt getan. Erst am 19. März d.J. kam es zu einer Demonstration in Tostedt gegen den Rechtsradikalismus. Aber der Laden – und damit der Treffpunkt – besteht weiterhin, auch wenn der Betreiber des Ladens vom Amtsgericht Tostedt wegen schweren Landfriedensbruchs zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig).
Die TV-Reportage ist hoffentlich wiederum Anstoß, um die Politik in Tostedt (bis hin zur Landesregierung Niedersachsen) wach zurütteln und nochmals auf das Problem aufmerksam zu machen. Es kann nicht sein, dass Tostedt mehr und mehr zu einer Hochburg neonazistischer Umtreibe verkommt.
Im Zentrum des 1973 erschienenen Romans steht jener Anselm Kristlein, der in „Halbzeit“ als Vertreter und Werbefachmann aggressiv und übermütig im Wirtschaftsleben Erfolge suchte; und der sich in „Das Einhorn“ als Schriftsteller vergeblich mühte, etwas aus dem gelebten Leben, z.B. Liebe, in die Erinnerung zu retten. Dieser Anselm Kristlein erreicht in „Der Sturz“ sein letztes Stadium; seine Erlebniswelten, seine Reibungsflächen, seine Sturzbahnen sind die gleichen: Ökonomie und Liebe.
Konsequent und unerbittlich zieht das Roman „Der Sturz“ die Summe von Kristleins Leben in unserer Zeit. In ihm endet die Biografie eines Mannes, der an der vorgegebenen Ordnung der Gesellschaft scheitert.
„Der Sturz“ beschreibt die bundesrepublikanischen Verhältnisse Anfang der siebziger Jahre mit einem leidenschaftlichen Interesse, also realistisch, das in der zeitgenössischen Prosa seinesgleichen sucht.
„Wenn man den ersten Satz des Buches gelesen hat, ist man gezwungen, weiterzulesen bis zum letzten Satz. Das ist Sprachkunst, die zum Lesen zwingt.“ Aurel Schmidt
Wer etwas intensiver in diesem, meinem Blog liest, wird es wissen, dass Martin Walser einer meiner Lieblingsautoren ist. Diesen dritten Band der Anselm Kristlein-Trilogie (suhrkamp taschenbuch 684 – erste Auflage 1981) habe ich in diesen Tagen nun bereits zum vierten Mal gelesen (nach 1987, 1995 und 2003 jetzt 2011 … also alle acht Jahre, wenn das etwas zu bedeuten hat?!) und ich kann mich immer noch für dieses Buch begeistern.
„Ich glaube, es war im November 1972, als sich Anselm Kristlein das letzte Mal bei mir meldete …“ – so beginnt im Nachwort der Nachruf auf einen Verstummten, nämlich auf Anselm Kristlein. „… Geboren 1920. …“ wurde dieser Anselm Kristlein, also sieben Jahre vor Martin Walser. „Er war allein. Alles war Feindesland. … Er muß anziehend gewirkt haben auf in Schwierigkeiten geratene Abenteurer. Also auf seinesgleichen.“ – und „Mein Gott, wie wohlgesonnen zog er immer aus, und wie zugerichtet kam er jedes Mal zurück!“ (aus: Nachwort – Nachruf auf einen Verstummten – und ebenso hier:) „… Von 1958 bis 1960, 1964 und 1965 und dann noch von 1970 bis 1972 war er rund um die Uhr bei mir. …“, also bei Martin Walser, der in dieser Zeit an den drei Teilen der Trilogie schrieb.
Ohne Zweifel hat dieser Anselm Kristlein viel mit Martin Walser gemeinsam. Er ist in Vielem das Alter Ego Walsers. Nicht umsonst hat Walser diesem Anselm Kristlein drei Romanbände gewidmet, die allerdings von Band zu Band in der Seitenzahl merklich schrumpften. Der Erzähler Kristlein (aka Walser) zeigt sich deutlich diszipliniert, denn ihm sind die verbalen Exzesse durch Lebensüberdruss nach und nach abhanden gekommen. Das hindert Kristlein-Walser aber nicht daran, die Phantasie weiterhin ausschweifen zu lassen. Hat mich Walsers „Das Einhorn“ schon beeindruckt, so zähle ich „Der Sturz“ zu meinen absoluten Lieblingen, wenn mir auch das Ende (siehe unten) nicht so ganz gefällt. Das hat Martin Walser wohl selbst gemerkt und hat dem Roman ein Nachwort verfasst (siehe oben).
Und wie „Das Einhorn“ so wurde auch dieser Roman verfilmt, wenn Walser diesmal auch nicht am Drehbuch mitgewirkt hatte. Regie des 1979 entstandenen Films führte Alf Brustellin, die Hauptrollen spielten Franz Buchrieser als Anselm Kristlein, Hannelore Elsner als seine Frau Alissa und Wolfgang Kieling als Edmund Gabriel, Anselms ‚besten’ Freund. Das Drehbuch schrieben Alf Brustellin und Bernhard Sinkel. Musik: Klaus Doldinger. Leider habe ich bisher nicht ermitteln können, ob der Film, in welcher Form auch immer, erhältlich ist. Vielleicht kann einer von Euch mir hier weiterhelfen. Mich würde der Film wirklich brennend interessieren.
Nachtrag zur Verfilmung: Inzwischen sind bei YouTube vier Filmausschnitte eingestellt worden (weitere Informationen zu diesem Film auf der Website des Regisseurs Bernhard Sinkel, der wie erwähnt auch am Drehbuch beteiligt war – ich recherchiere weiter nach einer Filmkopie):
Der Sturz – nach dem Roman von Martin Walser – Regie: Alf Brustellin
Hier noch einige Sätze aus den letzten Seiten des Romans. Das Verstummen des Anselm Kristlein kommt nicht von ungefähr. Auf dem Weg in den Süden mit seinem alten Mercedes samt Anhänger und darauf ein Segelschiff, überquert er mit seiner Frau Alissa die Alpen. Von Splügen in der Schweiz aus wählt er eine alte Passstraße, die ihn bei Schneetreiben ins Verderben und zum Verstummen führt:
„Wir standen schon bergauf, Richtung Splügen. … Es ist die alte Paßstrasse. Sie führt durch kein Tunell. Sie führt oben drüber. ….Ich weiß, daß wir bei diesem Wetter mit Sommerreifen und einem 7 Meter langen Segelschiff nicht ohne weiteres über den 2117 Meter hohen und nicht gut gebauten Paß kommen werden. … Drunten an der Abzweigung wird der Paß längst als geschlossen angezeigt. … Selbst wenn es uns so gelingen sollte, ins ennetbirgische Misox zu kommen, kann ich es nicht ändern. Dann sind wir eben entkommen und rutschen irgendwie ermattet ins Italienische, in die Kastanienwälder Chiavennas hinunter. … Der Trailer steht schon fast senkrecht zu uns. Jetzt knackt schon Blech. Etwas splittert. Wir kippen. Wir sind nicht mehr auf der Straße. Es geht hangabwärts mit uns.“
(S. 348 –352)
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Splügen – Chiavenna über Splügenpass
(Fahrtroute von Anselm Kristlein)
Der Roman besteht aus drei Kapiteln mit jeweils 19 Unterkapitel. Die Kapitel sind benannt. Die Unterkapitel selbst tragen keine Überschriften, so habe ich diese ihrem Inhalt gemäß wie folgt beschriftet:
I. Geldverdienen
1 Bewegungslos im Bett
2 Schwimmen, Pferd und Schmetterlinge
3 Irmgard, die Cousine … zuvor: Hotel und 72.000 DM „Verlust“
4 Geldverdienen – Absage beim BuSoM (Bund sozialdemokratischer Millionäre) … und wieder auf der Wiese ohnmächtig …
5 Waffenklang der Währungen oder Der Dollarstrom
6 Armenische Arbeit …
7 Leiter Blomichs Betriebserholungsheim am Bodensee (in Reutenen)
8 der Gegentyp
9 Genovev im Grasbett
10 Fortsetzung „der Reise“
11 Fabrikarbeit – Angis Brust – Genovev-Alma „wiedergefunden“
12 Traum: Blomichs Ansprache an Anselms Erschöpfung
13 „Leben“ mit der sechsfingrigen Finchen …
14 Blomichs Bote – der unangreifbare Heinrich Müller …
15 Birnmostkommune (Agi & Co.) und der “neue” Anzug
16 Loch ausgraben – Dr. Zerrls Rassenforschungen und Frau Finchen (2) – Hajar-Kommune und Festnahme
17 Anklage wegen Doppelmord …
18 Tracht Prügel dem Allgemeinen zuliebe auf dem Weg zu Alissa
19 Bewegungslos im Bett (Schluß des Kreislaufs, s. I. 1)
II. Geldverdienen. Phantasie der Angestellten
1 Alissa pachtet das Gästehaus – statt Angestelltentum u.a.
2 Königs (Sozialabt.) Ansichten zum Kaiser (Liegenschaften) – vor ihrem gemeinsamen Tode …
3 Loch schaufeln
4 Gespräche über Blomich – 2 Schreibmaschinengeräusche vom Band (Edmunds Buch …)
5 Anselm und Hanni im Schäferkarren, zuvor die Apothekenhelferin – Alissa mit Schock im Krankenhaus …
6 Vorweihnacht: Alissa im Krankenhaus; abendliche Gespräche, u.a. mit Fritz Hitz, dem dichterischen Anarchisten …
7 Silvester(vorbereitungen)
8 Im neuen Jahr schlechte Nachrichten und Michel Enzingers Briefe (bis zu seinem Tod in Anselms Grube)
9 1. Schub Weibliche – 2. Schub Männliche – Verkauf der Blomich-Gruppe an die Amis und damit „Schluss“
10 Der Gegentyp (2)
11 Familienausflug mit Semmelautomaten und Unfall
12 Zukunftspläne
13 Anselms Vorstellungen …
14 Edmunds „Selbstmord“
15 Edmunds Notizen (Spinnensexualität)
16 Tod (Blomich u.a.) im Atombunker …
17 Probleme mit Lissa und ein weiterer Freitod …
18 Vor dem Auszug
19 Alissas Innenleben
III. Geldverdienen. Phantasie der Angestellten. Mit dem Segelschiff über die Alpen
1 Unterbringung der Kinder: Lissa und die Saucen
2 Unterbringung der Kinder: Guido und die Beerengewinnung des Onkel Josef
3 Unterbringung der Kinder: Drea und die Friedhofgärtnerei
4 Unterbringung der Kinder: Philipp und die Reinlichkeit
5 Kinder aussetzen oder ab mit ihnen ins Akademische …
6 Fortschreibung des Gegentyps
7 Die Cousine im Fetzenkleidchen
8 Aufbruch (mit dem Segelschiff …)
9 Erinnern an die Kinder – Jobs im Hotel …
10 Empfangschef und Anselm, der Kofferträger
11 Unerkannt …
12 Hoteldiener als Hochstapler – vom unaufhaltsamen Fall und der Unbestimmtheit des Tuns …
13 Über Stoppeln springen und ein weiterer Sturz
14 Dieses Hin und Herr … und Alissas Sieg
15 Im Schlafsack einkehren unter dem milchigen Gletscher …
16 Das wird Anselm nie vergessen …
17 Vor ’m Nadelöhr
18 Über die Alpen …
19 Papierschneeweiß liegend zwischen Autoteilen, Weg- und Satzzeichen
Nachwort – Nachruf auf einen Verstummten
„Walser hat im „Sturz“ das Höllenhafte unserer Existenz zum Furchtbaren hin zu gespitzt … Seine Gegen-Utopie trägt die realen Züge des Spätkapitalismus.“
Peter Laemmle
„… das konsequenteste Denkspiel der deutschen Nachkriegsliteratur.“
ARD-Fernsehen
Und nach etwas: Martin Walser wurde vor wenigen Tagen (am 24. März) 84 Jahre alt. Das hindert ihn aber nicht daran, weiterhin produktiv zu sein. Am 15. Juli erscheint im Rowohlt Verlag mit Muttersohn ein weiteres umfassendes Werk aus seiner Feder. Ich bin sehr gespannt. „Thema sei das Verhältnis von Glauben und Wissen. Im Mittelpunkt stehe ein dreißigjähriger Mann, dem seine Mutter beigebracht habe, dass zu seiner Zeugung kein Mann nötig war. Der Roman spiele in der Landschaft zwischen Donau und Bodensee mit ihren vielen Klosterbauten, wo Glaubensleistungen erbracht worden sind wie sonst kaum wo in Europa.“ (Quelle: St. Galler Tagblatt)
Unter dem Titel „Vergessene Stücke“ möchte ich mich hin und wieder Theaterstücken widmen, die schon lange nicht mehr oder heute nur sehr selten auf deutschen Bühnen aufgeführt werden. Es sind Theaterstücke, die vor einiger Zeit für ein gewisses Aufsehen gesorgt haben, Stücke, die sicherlich auch heute noch von einige Bedeutung sind, die aber mehr oder weniger vergessen wurden. Wenn überhaupt, dann sich diese Stücke heute zwischen Buchdeckeln erhältlich.
Beginnen möchte ich mit dem Stück „Bei geschlossenen Türen“ (Original: „Huis clos“), heute eher unter dem Titel „Geschlossene Gesellschaft“ bekannt, von Jean-Paul Sartre. Sartre war in erster Linie Philosoph und Begründer des Existentialismus. Aber er wurde auch durch eine größere Anzahl von Dramen bekannt, die natürlich seine philosophischen Ansichten widerspiegeln.
„Bei geschlossenen Türen“ schildert die Hölle, die „die anderen“ sind. In dem Second-Empire-Salon eines heruntergekommenen Hotels foltern sich drei Menschen in gegenseitiger Selbstentblößung.
Personen:
Inès Serrano
Estelle Regault
Joseph Garcin
Kellner
Jean-Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft (Huis clos)
(weitere Ausschnitte bei YouTube)
Als Garcin, begleitet vom Kellner, in den Salon tritt, fragt er: „Wo sind die Pfähle? … Die Marterpfähle, die Bratroste, die Blasebälge?“ So langsam wird dem Zuschauer bewusst, dass sich die Personen des Stücks in der Hölle befinden. Sartre, der als Atheist religiöse Fragen eigentlich vollständig ausklammerte, übersetzt hier ein religiöses Motiv in die existentialistische Analyse der menschlichen Situation und erschließt so die grundsätzliche Ausweglosigkeit des menschlichen Daseins unter dem Blickpunkt der Ewigkeit.
Inès stellt sehr schnell fest: „Der Henker – das ist jeder von uns für die beiden andern.“ Sie will sich ihre „Hölle selbst erwählen …“ können. Aber (wie Garcin sagt) „… die Hölle, das sind die andern.“ (Original: „L‘ Enfer c’est les autres.“)
Jede Liebe, Sexualität und Anerkennung ersticken in Hoffnungslosigkeit und sind somit zum Scheitern verurteilt. „Wenn Garcin am Ende die letzten Worte ‚also – machen wir weiter’ sagt, hat sich ihre Lage nicht verändert. Sie werden ihre Notgemeinschaft ewig aufrechterhalten müssen, ohne wirklich voranzukommen.“
Es ist schon so etwas, wenn alte, verknöcherte Herren meinen, alles bestimmen zu müssen. Das gilt für Familien, das gilt für die Politik – und das gilt auch für Sportverbände wie die FIFA. Hier ‚regiert’ Herr Blatter seit 13 Jahren und möchte demnächst wiedergewählt werden.
Herr Joseph S. Blatter ist ‚von Haus aus’ umstritten. Gerüchte über Fälle von Korruption vor seiner jeweiligen Wiederwahl 1998 und 2002 waren im Umlauf. Jetzt hagelt es Kritik an Blatters Birma-Reise: „FIFA-Präsident Joseph S. Blatter muss sich mit Kritik seitens des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung auseinandersetzen. Markus Löning empfand die Reise des Schweizers Blatter vor wenigen Wochen nach Birma unpassend. ‚Dialog ist gut, es muss aber zweifelsfrei sein, dass es um die Birmesen geht und nicht um die Wiederwahl von Herrn Blatter’, sagte Löning dem Nachrichtenmagazin Focus. Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied der Antikorruptionsorganisation Transparency International, schloss sich der Ansicht Lönings an.“
Und die Vergabe der Fußball-WM 2018 nach Russland und 2022 an den Wüstenstaat Katar – beides wurde von Herrn Blatter lanciert – sorgte nicht gerade für all zu große Begeisterung in der Fußballwelt. Besonders Katar 2022 geriet in die Kritik wegen des subtropischen und heißen Klimas im Sommer dort. Die Luftfeuchtigkeit liegt dann bei 85 %, Temperaturen von 45 °C sind keine Seltenheit. Die Anregung, diese WM im Winter stattfinden zu lassen, wurde zunächst von Sepp Blatter abgelehnt. So meinte er zur Hitze-WM in Katar: „Wer weiß, wie in zehn Jahren das Klima ist“. Inzwischen ist aber wohl eingelenkt.
Sepp Blatter ist inzwischen 75 Jahre alt. Ich denke, dass es da Zeit wird, abzudanken. Es ist schon erschreckend, wie sehr alte Herren aus Führungspositionen heraus über alle Belange des Sports meinen bestimmen zu müssen. Geltungsbedürfnis, Machtgier und zunehmend Starrsinn bis hin zum Realitätsverlust prägen die Entscheidungen solcher ‚alter Männer’. Herr Blatter, wollen Sie als Gaddafi des Fußballs in die Geschichte eingehen?!
Die etwas anderen Cops ist eine US-amerikanische Actionkomödie des Regisseurs Adam McKay. Produziert wurde die Komödie von der Produktionsfirma des Hauptdarstellers Will Ferrell und des Regisseurs (Gary Sanchez Productions).
„Gegen die Cops Christopher Danson (Dwayne Johnson) und P.K. Highsmith (Samuel L. Jackson) wirkt selbst Dirty Harry wie ein Waisenknabe. Bei der Verfolgung eines harmlosen Haschischdealers legen die Haudraufs auch schon mal halb New York City in Schutt und Asche. Ganz anders Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg), zwei typische Schreibtischhengste, die sich um Dansons und Highsmiths Papierkram kümmern, statt selbst auf den Straßen der Metropole für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch dann tut Allen einen Fall von Wirtschaftskriminalität im Umfeld des Finanzinvestors David Ershon (Steve Coogan) auf, der sich bald als ausgewachsene Verschwörung darstellt. Endlich erhalten die Cops aus der zweiten Reihe die Chance, nicht weiter im Schatten ihrer gefeierten Kollegen zu stehen, sondern auch einmal selbst für Schlagzeilen zu sorgen…“
Wer Inspektor Clouseau für zu überdreht, albern oder gar infantil hält, sollte die Finger von diesen ‚etwas anderen Cops’ lassen. Denn dieser Film fackelt ein leuchtendes Feuerwerk an zündenden Gags ab. Dabei wird an Absurdität nicht gespart (z.B. in der minutenlangen Diskussion der beiden Protagonisten über den hypothetischen Krieg zwischen Löwen und Thunfischen). Und wie bei den Clouseau-Filmen gibt es auch hier einige Running Gags besonderer Art.
Manchmal strotzen die Gags aber schon etwas zu sehr vor Irrwitz und Hirnverbranntheit. Da ist mir der dann doch eher etwas dezentere Inspektor Clouseau ein wenig lieber. Übertreibung tut nicht immer gut.
So spielt das Leben (Original: Life as We Know It) ist eine US-amerikanische Komödie mit Josh Duhamel und Katherine Heigl in den Hauptrollen. Regie führte Greg Berlanti.
„Vor einigen Jahren hatten die Konditorin Holly Berenson (Katherine Heigl) und der Fernsehregisseur Eric Messer (Josh Duhamel), der bei Sportübertragungen die richtigen Kameraeinstellungen auswählt, ein Blind Date, das nicht einmal fünf Minuten dauerte und schrecklich in die Hose ging. Trotzdem müssen sich die beiden immer wieder sehen, haben sie doch dieselben besten Freunde, die jungen Eltern Peter (Hayes MacArthur) und Alison Nocack (Christina Hendricks). Als diese bei einem Autounfall ums Leben kommen, hinterlassen sie eine kleine Tochter und ein unerwartetes Testament. Fortan sollen sich Holly und Eric gemeinsam um das Baby kümmern. So richtig passt das keinem von beiden in den Kram, ist Eric doch dafür berüchtigt, alles flachzulegen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und auch Holly hat mit dem Kinderarzt Sam (Josh Lucas) gerade erst ihren vermeintlichen Traummann aufgetan. Doch ihre toten Freunde wollen sie auch nicht im Stich lassen, also müssen sich die Streithammel wohl oder übel zusammenraufen…“
Die amerikanischen Filmemacher haben ihre Probleme, wenn es um den Tod geht. Etwas sehr schnell wird der Tod der Eltern so gut es eben geht unter den Tisch gekehrt. Der Film soll schließlich eine Komödie sein. Das es anders geht, hat ein britischer Film wie Vier Hochzeiten und ein Todesfall bewiesen. Trotzdem ist der jetzt auf DVD So spielt das Leben bzw. auf Blu-ray So spielt das Leben erschienene Film durchaus sehenswert, denn er hat neben einigen Längen auch seine Stärken in überdurchschnittlich ausgetragenen Screwball-Gefechten. Und geradezu köstlich sind die Szenen mit der überdrehten Sozialarbeiterin Groff (herrlich ironisch: Sarah Burns), die ansonsten offenbar nur hurende Transen als Klienten hat.
In der Flut an Komödien aus Hollywood nimmt dieser Film einen guten Mittelplatz ein. Wie gesagt: etwas zu lang. Dafür durchaus etwas für Romantiker. Auch mit akzeptablen Schauspielerleistungen. Aber eben auch ein Film, den man eher schnell vergisst. „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ wird nicht erreicht.
Ian Anderson hat nicht nur mit „Locomotive Breath“ das wohl von der Gruppe Jethro Tull bekannteste Lied geschrieben. Es gibt auch noch andere Lieder, die etwas mit Eisenbahnen zu tun haben:
On Preston platform
Do your soft shoe shuffle dance
heißt es in dem sehr kurzen Lied „Cheap Day Return“, ein Liedchen mit akustischer Begleitung, wie es von Ian Anderson viele gibt (Wond’ring Aloud fällt mir auf die Schnelle ein, und Nursie – oder: Slipstream), meistens nicht eine Minute lang.
Cheap Day Return war und ist wohl auch heute noch ein Bahnticket in Großbritannien: Wer am gleichen Tag auch wieder die Rückreise antritt, fährt preiswerter als mit einem normalen Ticket: Spartag-Rückfahrkarte würde das bei uns wohl heißen.
Brush away the cigarette ash that’s
falling down your pants.
Der Bahnsteig der Preston Station dient als Zwischenstation (um eine Zigarette zu rauchen) auf dem Weg zum kranken Vater. Dort angekommen, bedient die Krankenschwester auch ihn mit einem Tee und bittet um ein Autogramm. Und es ist ihr Lachen, was ihm in Erinnerung bleibt:
And you sadly wonder
does the nurse treat your old man
the way she should.
She made you tea,
asked for your autograph —
what a laugh.
Im letzten Teil „Das gelobte Land“ (Original: Fyrirheitna landið) der Barackentrilogie von Einar Kárason, die in den siebziger Jahren spielt, besuchen wir mit Mundi (Ásmundur Grettisson), den Ich-Erzähler und Sohn von Dolli, und Manni (Hermann Þórgnýsson), den Sohn von Toti und Fia, die Vereinigten Staaten, das ‚gelobte Land’. In New York treffen sie auf Bobo, Mundis Halbbruder, der sie zur deren Großmutter Gogo, die zusammen mit ihrem Sohn (dem Onkel der beiden) Baddi irgendwo in der amerikanischen Provinz in einem Wohnmobil (Mobile Home) wohnt, begleitet. Manni und Mundi betrachten es als eine Art Studienreise: „Forschung! …kulturanthropologische Untersuchung!“ Wie Manni es nennt.
Immer wieder erfolgen Rückblenden auf die Zeit in Island, die teilweise auch noch in den sechziger Jahren spielen und hier den Tonfall des Erzählers aus den ersten beiden Romanen (Die Teufelsinsel und Die Goldinsel) wiedergibt. Am Ende dieser Rückblenden erfolgt der Entschluss von Mundi und Manni, in die Staaten zu reisen.
Og einu sinni kom Fía að leita eftir sérfræðiráðgjöf; hvað er hægt að gera við drykkfelda syni? Ég veit að enginn hefur meiri reynslu af því en þú Lína mín, eins og vandræðin hafa nú verið með hann Badda! Æ æ æ, það sem er á okkur lagt. Það kom styggð að langömmu. Átti nú að fara að skíta hann Badda út? Hvað ert þú að hafa áhyggjur af honum, spurði hún hvöss. En Fía sagði, ekkert nema ljúfmennskan, að það væri nú ekki þannig meint, hún væri bara svo slegin og sjokkeruð útaf honum Hermanni syni sínum, sem lægi í brennivíni allar helgar. Allir hans peningar færu í brennivín. Hann slægi jafnvel slöku við vinnu útaf andskotans brennivínsfýsninni! Og langamma sá að kellingin kom með friði og var ekki að fiska eitthvað upp um Badda sem hún gæti smjattað á meðan hún væri að telja allar sínar milljónir. Svo að gamla konan trúði henni fyrir leyndardómum drykkjusýkinnar: Tilfellið væri einfaldlega það að þessum mönnum væri ekki sjálfrátt. Þarna væru illir andar að verki. Ji minn almáttugur hjálpi mér! Jaá, það er ekkert að efast um. Það eru drykkjupúkar og illir andar sem drekka í gegnum þessa menn. Ég man eftir því uþþuþvuzz þegar við vorum hérna útí Minnakoti sjö sé og hann Tómas heitinn var alltaf að drekka! Ég ákvað, no! Nú rek ég úr honum illa andann. Ja, svo er ekkert með það, ég hef nú mínar aðferðir, er kannski ekkert að gaspra svona um það, en svo er hann sofnaður brennivínsdauða uzzuzz þarna inní herberginu og ég fer að særa, og svo sé ég hreinlega hvernig andinn fór úr honum svona púff uppí loftið og ég verð voða glöð. Jæja! En bara heldurekki að púkinn stingi sér þá ofaní vögguna hjá litla barninu uþþuþþuþvuzzz; og nú gerði Lína krossmörk og bænaði sig í bak og fyrir. Hjá litla barninu? spurði Fía skjálfrödduð. Var það hún Úlla, sem dó? Neei, sagði langamma, örlítið ergileg yfir skilningsleysinu: Það var hann Baddi!
(s. 175-176)
Hierzu der deutsche Text:
Minnakoti = ‚Meine Hütte’
(S. 188-189 – 1. Auflage Taschenbuchausgabe Februar 1999 – btb Taschenbuch 72228)
Es ist eine Reise in die amerikanische Provinz der Südstaaten. „Die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Autor auch von Bagatellen zu erzählen weiß, die dann unter seiner Feder zu bedeutsamen Ereignissen werden, ist hierzulande ohne Bespiel.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Es sind eben tatsächlich meist die scheinbar unbedeutenden Dinge, die das Leben bestimmen. Wir begegnen in diesem dritten Teil auch wieder Baddi, dem Trunkenbold, dem „verdammte Säuferschwein“, dem nicht nur der Leser zwischen Sympathie bis hin zur körperlichen Unerträglichkeit begegnet, sondern auch die jungen US-Reisenden. Alle sind sie wieder einmal die geborenen Verlierer, aber wie sie ihr Schicksal tragen, macht sie zu Helden!
Die Lokführergewerkschaft GDL feiert ihren 24-stündigen Streik (von Montag 2 Uhr 30 bis Dienstag 2 Uhr 30) bei den großen Bahn-Konkurrenten als vollen Erfolg. Sie hofft nun auf schnelle Angebote der Arbeitgeber.
Dazu GDL-Chef Claus Weselsky: „Die Sturheit der Arbeitgeber führt dazu, dass der Tarifkonflikt erneut auf dem Rücken der Reisenden ausgetragen werden muss.“ Wirklich ein Muss?
als Kunde der metronom Eisenbahngesellschaft mbH, also als Pendler, der alltäglich als Arbeitnehmer auf die Bahn angewiesen ist, auch als Vater eines 17-jährigen Sohnes, der mit dem Zug zur Schule fahren muss, erlauben Sie mir, Ihnen den folgenden Artikel zukommen zu lassen.
Ich kann nur noch einmal an Sie als Beteiligte appellieren, den Kunden, für den Sie arbeiten und der Sie bezahlt, bei all den Tarifstreitigkeiten nicht zu vernachlässigen.
Mit freundlichen Grüßen
Bis zum heutigen Tag habe ich keine Antwort bekommen. Das deutet nicht nur auf Sturheit, sondern unverkennbar auf Ignoranz gegenüber all den Kunden hin. Zudem gibt es wenige bis gar keine Informationen auf den jeweiligen Websites zu dem Stand des Streiks, z.B. Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) – Arriva Deutschland als Eigner der metronom Eisenbahngesellschaft (noch diese selbst).
Heute nun, nach genau drei Wochen, hat sich dann doch die LNVG per Mail bei mir gemeldet. Hier der – wie ich finde – interessante Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Albin,
vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir möchten kurz auf einen Punkt in Ihrem Anschreiben eingehen. Sie schreiben: Kritiker behaupten nun, Metronom hätte den Zuschlag bekommen, weil diese durch ‚Dumping-Löhne’ den Preis drücken konnte.
Hinsichtlich der Personaltarife haben wir in einzelnen Ausschreibungen Mindestlöhne auf Basis repräsentativer Tarifverträge vorgegeben, sofern Landesvergabegesetze dieses vorsehen. Inzwischen verlangen wir in der Regel eine Tariftreueerklärung, bei der die Eisenbahnverkehrsunternehmen bestätigen müssen, dass sie ihre Mitarbeiter nach einem mit einer tariffähigen Gewerkschaft abgeschlossenen Tarifvertrag, der in Niedersachsen für die Mitarbeiter der nichtbundeseigenen oder der bundeseigenen Eisenbahnen gültig ist, bezahlen werden.
Wir unternehmen erhebliche Anstrengungen, um eine tarifliche Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine hohe Qualifikation und Motivation bei diesen zu gewährleisten und deren Arbeitsplätze auch im Ausschreibungswettbewerb zu sichern. In allen aktuellen Ausschreibungen haben wir außerdem die Zugbegleitquote deutlich erhöht und schaffen damit neue Arbeitsplätze.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. B. T.
Das klingt schon einmal sehr gut. Besonders die „Tariftreueerklärung“ halte ich für angebracht. Inwieweit diese allerdings bereits bei den Verträgen mit der metronom Eisenbahngesellschaft (hier besteht z.B. ein Acht-Jahresvertrag bis 2018 für das erwähnte Hanse-Netz) Berücksichtigung findet, ist leider nicht ersichtlich.
Und noch eines: Die Metronom-Züge verkehren auch im Hamburger Verkehrsverbund (das betrifft alle Züge ab Tostedt in Richtung Hamburg):
„Fahrgäste mit einem Fahrschein des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) können selbstverständlich die neue Kundengarantie des HVV in Anspruch nehmen. Grundsätzlich gilt die HVV-Garantie, wenn das genutzte Verbundverkehrsmittel mehr als 20 Minuten später als im Fahrplan angegeben an Ihrer Zielhaltestelle ankommt.
Geben Sie bei der HVV-Garantie die Details zu der verspäteten Fahrt im HVV an, die maximal drei Tage zurück liegen darf. Bitte halten Sie für den folgenden Antrag zur HVV-Garantie Ihre persönlichen Daten, Ihre Emailadresse und die verwendete Fahrkarte bereit. Sie erhalten sofort nach dem Absenden eine Eingangsbestätigung an Ihre Emailadresse. Bitte beachten Sie, dass Sie entweder die HVV-Garantie oder die bundesweiten Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr wahrnehmen können. Eine Kombination beider Leistungen ist nicht möglich. Der Unterschied Fahrgastrechte / HVV-Garantien wird unter folgendem Link beschrieben: HVV-Garantie!“
Ich habe ‚spaßeshalber’ online diese Kundengarantie des HVV in Anspruch genommen und bin jetzt gespannt, wie entschieden wird. Übrigens: Mein Entschädigungsbetrag beträgt 1,60 Euro für eine Fahrt. In der Antwortmail stand u.a.:
„Die HVV-Garantie ist ein Leistungsversprechen. Pünktlichkeit ist für unsere Kundinnen und Kunden des öffentlichen Nahverkehrs eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale. Mit Ihren Angaben helfen Sie uns dabei, die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs im Hamburger Verkehrsverbund stetig zu verbessern.
Wir haben Ihren Antrag in unserem System unter der oben genannten Garantienummer erfasst. Sobald Ihre Angaben geprüft wurden, erhalten Sie von uns eine Nachricht über das Ergebnis.“
Nachtrag: Schlimmer geht immer … Jetzt kommt es für uns Pendler ganz dicke: Die GDL bestreikt die Bahn-Konkurrenz (dazu gehört über die Arriva eben auch der Metronom) am Donnerstagmorgen 3 Uhr bis Samstag 2 Uhr ganze 47 Stunden lang: ‚Der Kunde ist wieder einmal der Arsch, in den man bis zum Abwinken treten kann!‘
Als regionales Unternehmen hinkte unser Telekommunikationsanbieter (Internet via DSL und Telefon) vielleicht den ‚Standards’ der Deutschen Telekom etwas hinterher. Aber die EWETEL (in den Regionen Niedersachsen, Bremen, Bremerhaven, Brandenburg, Osnabrück sowie Ostwestfalen-Lippe tätig) bietet seit einigen Wochen Online-TV kostenlos zum DSL-Paket.
Und das heißt: Mehr als 35 öffentlich-rechtliche und private Sender via Adobe Flash Player im Internet in einer Auflösung von ca. 696 x 392 Pixel (also im Bildformat 16 x 9). Somit kann man überall dort, wo das eigene WLAN-Netz hinreicht, zweitfernsehen. Daneben gibt es dann natürlich auch noch eine allerdings kostenpflichtige Online-Videothek.
Einzigstes Manko: Man kann die TV-Bilder nicht ohne Weiteres aufnehmen. Will man TV-Sendungen auch auf den Rechner speichern, dann benötigt man dazu ein spezielles Aufnahme-Tool, wie z.B. Stream Catcher 2 von Data Becker. Hiermit wird der Ton direkt von der Soundkarte und das Bild ähnlich wie bei einer Hardcopy (Screenshot) gespeichert. Empfehlenswert ist allerdings hierfür der Data Becker MPEG2-Video-Encoder, den man für einmalig 5 € Kosten freigeschalten kann.