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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Nachschlag zum Ex-Ex

„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!“ heißt es im Sprichwort. Ex-Verteidigungsminister Ex-Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg sorgte zuletzt für reichlich Spott. Seinen Rücktritt werden manche Kabarettisten bedauern, denn da verlässt eine lichte Glamourgestalt die politische Bühne, die immer wieder Anschauungsmaterial für Satire und Parodie bot, um „durch den Kakao“ gezogen zu werden. Aber es bleiben ja noch Politiker genug, die Merkels, Westerwelles und Seehofers. Den Satirikern und Karikaturisten wird der Stoff schon nicht ausgehen.

Eine Arbeitskollegin machte mich auf folgendes Video aufmerksam, in dem Volker Pispers, ein bekannter Kabarettist, unseren fränkischen Lügenbaron noch einmal voll ‚aufs Korn’ nimmt und alles gekonnt auf ‚den Punkt bringt’. Viel mehr ist zu diesem Ex-Ex nicht zu sagen:


Volker Pispers: Guttenberg

Sven Regener: Der kleine Bruder

Es lag schon längere Zeit auf meinem Nachtschrank, der noch fehlende dritte Teil von Sven Regener – Herr Lehmann Trilogie: Der kleine Bruder. Endlich habe ich es geschafft, den kleinen Roman zu lesen. Aber eines nach dem anderen.

Eigentlich war es Zufall, dass meine Frau vor einigen Jahren Sven Regeners Roman „Herr Lehmann“ kaufte. Wir mussten auf einen Anschlusszug warten und stöberten so in einem Zeitschriftenladen am Hamburger Hauptbahnhof nach Neuerscheinung auf dem Buchmarkt:

„Die Handlung des Romans ist in Berlin-Kreuzberg im Sommer und Herbst des Jahres 1989 angesiedelt. … Der 29-jährige Frank Lehmann, von seinen Freunden ihm zum Missfallen nur immer „Herr Lehmann“ genannt, lebt in Berlin-Kreuzberg und arbeitet dort in einer kleinen Kneipe, dem „Einfall“. Die Geschichte um Herrn Lehmann und seine Freunde thematisiert ein Lebensgefühl junger Erwachsener in West-Berlin kurz vor dem Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989.“ (de.wikipedia.org)


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Wiener Straße / Ecke Ohlauer Straße – Berlin – Standort der Kneipe “Einfall”

Nach diesem Roman erschien ein zweiter Teil: Neue Vahr Süd, der ab 30. Juni 1980 bis Mitte November des gleichen Jahres spielt und „Herrn Lehmann“ u.a. bei der Bundeswehr zeigt.

Mit „Der kleine Bruder“ vervollständigte Sven Regener seine Herr Lehmann Trilogie. Dieser Roman ist das Mittelstück der Trilogie und setzt zeitlich dort fort, wo „Neue Vahr Süd“ endete. Wir erleben Frank Lehmann, der von der Bundeswehr vorzeitig entlassen wurde, auf der Fahrt nach Berlin, um dort seinen ‚großen Bruder’ zu besuchen. Allein die Hälfte des Romans von rund 280 Seiten macht diesen ersten Tag in Berlin aus. Insgesamt spielt der Roman vom 12. bis 14. November 1980. „Auf der Suche nach seinem Bruder, dem spannungsbildenden Element der Gesamthandlung, lernt der junge Frank Lehmann eine Nische des Berliner Underground Anfang der 1980er Jahre kennen und bewegt sich in dem nur wenige Straßenzüge umfassenden Mikrokosmos der Hausbesetzer, Punks und Künstler. Auf den nächtlichen Streifzügen durch die Szenelokale mit Karl, dem Mitbewohner von Freddie, mit dem Frank Lehmann sich anfreundet, begegnen ihm immer wieder dieselben Menschen und gegen Ende des Romans hat sich Frank von seinem großen Bruder bereits emanzipiert, einen Job in der Kneipe ‚Einfall’ und ein WG-Zimmer über dieser Kneipe.“ (de.wikipedia.org)

Wer ‚Herrn Lehmann’ bereits aus den ersten beiden Büchern kennt, hat es leichter, sich in die Gedanken des Helden hineinzuversetzen, denn Regener benutzt verstärkt die ‚Wiedergabe der Bewusstseinsinhalte’ seiner Figur Lehmann als stilistisches Mittel. Und es gibt lange Gesprächspassagen zwischen den Akteuren, die die „Kommunikationsstruktur andeuten sollen, wie sie u. a. in der damaligen Hausbesetzungs- und Wohngemeinschaftsszene üblich war.“

Obwohl der spezielle Lehmann-Humor auch hier wieder zum Tragen kommt (daher liebe ich ja ‚Lehmann’), so hat mich dieser Roman doch ziemlich enttäuscht. Dabei sollte es mir eigentlich geholfen haben, dass ich ähnlich wie zu ‚Neue Vahr-Süd’ die Ostertor/Steintorszene in Bremen, auch die Szene der 80er Jahre in Berlin-Kreuzberg ansatzweise kenne (ich erinnere mich an eine Kneipe namens „Ruine“, die nicht umsonst diesen Namen trug). Aber zum einen fehlt es mir an Handlung, zum anderen verirren sich Lehmanns Gedankengänge in Welten, die ich – vielleicht aus Langeweile – nicht mehr nachvollziehen kann/will. Auch das Romanende ist etwas ‚abstrus’ (um ein beliebtes Wort dieser Tage zu verwenden), als Frank Lehmann seinen Bruder Manfred endlich findet.

Allein der Szene-Sprache wegen ist das Buch lesenswert. Aber von den drei Teilen der Lehmann-Trilogie ist es für mich der schwächste („Neue Vahr Süd“ ist der beste). Und trotzdem bin ich gewissermaßen traurig, denn mit diesem Roman endet die Trilogie. Es bleibt zwar noch die Zeit Lehmanns Aufenthalt in Berlin zwischen Ende 1980 und Sommer 1989 ‚offen’. Aber thematisch hat sich ‚Lehmann’ erledigt. Allerdings heißt es (auch in diesem Roman): Dreimal ist Bremer Recht! Und manchmal antwortet man darauf: Viermal ist auch nicht schlecht!

Nordische Ski-WM und Biathlon-WM 2011

Leider waren die 41. Alpine Skiweltmeisterschaft in heimischen Garmisch-Partenkirchen für die deutschen Athleten nicht vom großen Erfolg gekrönt. Das soll jetzt bei der 48. Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011, die vom 23. Februar bis 6. März 2011 in der norwegischen Hauptstadt Oslo am Holmenkollen stattfindet, und bei der 44. Biathlon-Weltmeisterschaft (3. März bis zum 13. März 2011 im sibirischen Chanty-Mansijsk) anders werden.

Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 Oslo/Norwegen

 Biathlon-Weltmeisterschaft 2011 Chanty-Mansijsk/Sibirien

Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 Oslo/Norwegen

Biathlon-Weltmeisterschaft 2011 Chanty-Mansijsk/Sibirien

Nun wer wie ich in der norddeutschen Tiefebene zu Hause ist, hat kaum Möglichkeiten zum Wintersport. Nicht, dass wir über zuwenig Schnee klagen könnten, davon gab es in diesem Winter durchaus schon genug. Aber bis auf Langlauf (ohne Loipen) und Schlittschuhlaufen (das nur auf wenigen Flächen) gibt’s keine weiteren Gelegenheiten – es sei denn, man fährt in den Harz. Trotzdem interessiert mich Wintersport.

Die nordische WM läuft bereits und begann dank starker nordischer Kombinierer (Skisprung und Langlauf) verheißungsvoll. Fünf Medaillen für deutsche Sportler in drei Wettbewerben, das ist doch was. Auch die Skispringer könnten wenigstens im Teamwettbewerb auf der Normalschanze mit einer Bronzenen überzeugen. Lediglich bei den Langläufern hapert es noch.

Die Biathlon-WM beginnt heute im eisigen Sibirien mit der Mixed Staffel (die Deutschen sind Titelverteidiger). Und die Erwartungen sind vielleicht etwas zu hoch. Es wird mit mindestens sechs Medaillen in den 11 Wettbewerben gerechnet. Obwohl ich alles anderes als ein Waffenfan bin, finde ich Biathlon faszinierend. Wer schon einmal auf Langlauftretern längere Zeit durch den Schnee getapst ist, weiß, wie anstrengend das ist. Und dann soll man plötzlich eine Tätigkeit ausüben (eben das Schießen auf Scheiben), die ruhige Hände verlangt? Das erinnert mich ziemlich an das Zen in der Kunst des Bogenschießens, auch hier ist die ‚Konzentration durch Atmung‘ wichtig, um sein Ziel zu treffen.

Der tiefe Graben im Meinungsbild

Karl-Theodor zu Guttenberg hat Recht: Es gibt Wichtigeres als die Diskussion um seine Person. Aber die hat jetzt ja ein Ende: Guttenberg nimmt seinen Hut! Das hat zwar etwas gedauert; Herr Gutenberg nennt in seiner Rücktrittserklärung hierfür akzeptable Gründe. Dass er freiwillig geht – dafür zolle ich ihm meinen Respekt.

Freiwillig? Ginge es nach Volkes Meinung, dann wäre Guttenberg auch heute noch Verteidigungsminister mit guten Aussichten, Frau Merkel eines Tages abzulösen. Von einer „medialen Hetzjagd“ ist die Rede – und: „Die Medien sollten sich wieder mehr an der öffentlichen mehrheitlichen Mehrheit orientieren.“ (User „shegerer“ im heute.de-Blog „Kennzeichen digital“) Guttenbergs Plagiat stellt sich für viele als Bagatelle dar: „… wie Abschreiben in der Schule, das hat doch jeder einmal getan!“. Daher ist es für viele auch nicht nachvollziehbar, dass Guttenberg wegen eines vermeintlichen Kavaliersdeliktes seinen Rücktritt erklärt.

Was die Ausrichtung der Medien an der ‚mehrheitlichen’ Mehrheit betrifft, da sollte uns die BILD-Zeitung genügen. Und es soll tatsächlich vorkommen, dass einige Schüler auch ‚ohne Abschreiben’ zu guten Noten kommen. Das Plagiat Guttenbergs ist keine Jugendsünde, die wäre sicherlich verzeihlich. Es ist Täuschung und Lüge. Wenn ein Mann wie Guttenberg wohlfeile Reden hält, in denen er hohe Ansprüche an sich und andere stellt, dann strahlt eine solche Verfehlung ein Licht aus, das dunkle Schatten wirft.

Die Plagiataffäre ist für mich nur die Spitze eines Eisbergs weiterer Affären. Es ist der bisherige Zick-Zack-Kurs des Herrn Guttenberg, der ihn dieses sagen lässt, um anderes dann zu tun (Stichworte: Opel, Kundus, Wehrpflicht). Sein sorgsam aufgebautes Macher-Image deckt sich nicht mit seinen Taten.

Was mich erschreckt, ist der tiefe Graben, der sich durchs deutsche Meinungsbild in Sachen Guttenberg zieht. Volkes Meinung ist geprägt vom Schein. Das spricht für eine erfolgreiche Imagepflege. Herr Guttenberg gibt sich eloquent, wohl gekleidet und volksnah. Ein Mann von Adel. Und ein Macher eben. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? An diesem so makellos scheinenden Lack kratzte nun eine ganze Webgemeinde. Ohne Internet, so die Experten, wäre sein Rücktritt wohl nicht denkbar. Besonders der Aufruf von 23.000 Doktoranden gegen Guttenberg dürfte ihm den letzten Rest gegeben haben. Natürlich sollten solche Aktionen (besonders wie die gemeinschaftliche Dokumentation der Guttenberg-Plagiate auf dem GuttenPlag Wiki) nicht zum Tagesgeschäft werden (Oder doch?). Ist Guttenberg also freiwillig gegangen? Wohl nicht ganz.

Wird sich Guttenberg nun völlig aus der Politik zurückziehen oder hofft er auf eine zweite Chance? Entsteigt er als geläuterter Sünder wie Phoenix eines Tages aus der Asche hervor? Es deutet einiges daraufhin, dass er in seiner Rücktrittsrede bereits den Grundstock für ein Comeback gelegt hat.

Auch wenn er sich bisher redegewandt und volksnah gab, so wenig interessierte ihn – nach meiner Meinung – das Volk selbst. Es war lediglich Selbstzweck. Ihn interessierten nur die Wählerstimmen, um an die Macht zu kommen. Wie volksnah er wirklich war, beweist das Beispiel Opel: Zunächst wollte Guttenberg Opel den Märkten überlassen, staatliche Hilfen lehnte er ab. Die Arbeitnehmer interessierten ihn dabei wenig. Erst, als es opportun erschien, änderte er die Richtung.

Der große Umbruch

Ob man es nun Wende, Wandel oder Umbruch nennt, wir haben es mehr oder weniger selbst erlebt: Die friedliche Revolution in der DDR, die zum Ende der SED-Herrschaft führte und den Übergang zur parlamentarischen Demokratie begleitete sowie die deutsche Wiedervereinigung möglich machte. Und dieser politische Wandel vollzog sich auch in den anderen Ländern des so genannten Ostblocks einschl. Jugoslawiens. Die Schlagworte Ende der 80er Jahre lauteten Glasnost und Perestroika.

Jetzt erleben wir einen ähnlichen Umbruch in den arabischen Staaten. Nachdem die Tunesier Ben Ali und die Ägypter Mubarek ‚in die Wüste geschickt’ haben, droht nun auch Muammar al Gaddafi mit seinem Clan das gleiche Schicksal. Große Teile Libyens sind bereits in den Händen der Aufständigen. Aber Gaddafi samt Sohn Saif al Islam al Gaddafi und Anhängerschaft haben sich in der Hauptstadt Tripolis verschanzt. Ein Bürgerkrieg hat begonnen, der vielleicht ein militärische Eingreifen von außen zur Folge haben könnte. Anders als in Tunesien und Ägypten stemmt sich Gaddafi weiter mit Waffengewalt gegen eine Niederlage im Machtkampf.

Und auch im Jemen kommt es zu Massenprotesten. Tausende Menschen versammeln sich immer wieder in der Hauptstadt Sanaa und fordern den Sturz des Präsidenten Salih. Und zumindest auch der Golfstaat Bahrain ist von Protesten der Bevölkerung betroffen.

Die Frage ist natürlich die, in welche Richtung entwickeln sich diese Staaten, die sich von jahrzehnte langer Tyrannei einzelner Despoten haben drangsalieren lassen. Schon fürchten viele neue Gottesstaaten nach iranischem Vorbild. Ich denke, dass viele Faktoren die weitere Entwicklung beeinflussen. Wichtig dabei ist, wie die westlichen Staaten auf diesen Umbruch reagieren. Wenn diese nur nach Gas und Öl schielen, dann müssen sie damit rechnen, etwas auf die Finger zu bekommen (nach südamerikanischem Vorbild). Es kann nur kooperativ auf Augenhöhe vorgegangen werden. Besonderes Fingerspitzengefühl ist sowohl von Politik und Wirtschaft erforderlich. Wer sich keine Freunde zu schaffen versteht, der schafft sich Feinde. Da China besonders hungrig nach Energie ist, wird das Land versuchen, seinen Einfluss in den arabischen Ländern zu erhören.

Apropos China: Die Nachrichten vom Umbruch in vielen arabischen Staaten sind auch in China angekommen und lassen die Machthaber in Peking äußerst nervös reagieren. Da die «Jasmin-Revolution» befürchtet wird, lässt man den Sicherheitsapparat aufmarschieren, um schon die kleinste Aktion im Keim zu ersticken. Man darf gespannt sein, wie sich die politische Lage in China entwickelt. Der Wandel zu einer freiheitliche Demokratie dürfte aber schwerlich in Gang kommen.

Männertrip

Männertrip (Originaltitel: Get Him to the Greek) ist eine US-amerikanische Filmkomödie des Regisseurs Nicholas Stoller aus dem Jahr 2010 mit Russell Brand und Jonah Hill in den Hauptrollen.

„Aldous Snow (Russell Brand) steht samt Band Infant Sorrow auf dem Zenit seines Schaffens. Dann begeht er den folgenschweren Fehler, sich als Weltverbesserer zu inszenieren. Das lächerliche Album ‚African Child’ wird ein katastrophaler Flop (‚The worst thing for Africa since Apartheid’) und schickt Snows Karriere auf eine jahrelange Talfahrt. Nebenher geht die Ehe mit Popstar Jackie Q (Rose Byrne) in die Brüche; Snow flüchtet sich mehr denn je in Drogen und Alkohol. Bei seiner Plattenfirma in Los Angeles treibt der extrovertierte Boss Sergio (P. Diddy alias Sean Combs) seine Mitarbeiter an, den Laden mit bahnbrechenden Ideen neu zu beleben. Der unscheinbare Frischling Aaron Green (Jonah Hill) wagt sich aus seinem Schneckenhäuschen und schlägt vor, zum zehnjährigen Jubiläum von Snows legendärem Live-Album ins Greek Theatre nach Los Angeles zurückzukehren – Millionenumsatz garantiert! Sergio ist begeistert und gibt Aaron die Chance seines Lebens, während der daheim mit seiner Freundin Daphne (Elisabeth Moss) vor dem Aus steht. Die Krankenschwester bekommt eine berufliche Chance in Seattle und will umziehen. Beide trennen sich – so halbwegs. Aaron fliegt nach London und soll Snow innerhalb von 72 Stunden pünktlich zum Revival-Konzert in L.A. abliefern. Aber der Rockstar pflegt seine Allüren und hält Aaron von der ersten Minute an auf Trab: Der Geleitschutz muss mitsaufen, um Aldous bei Laune zu halten…“

aus: filmstarts.de

Nach Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt schon wieder ein Musikerfilm. Wer erinnert sich nicht an die Schlagzeilen von den Exzessen, die z.B. die Stones trieben und bei denen manche Hotelsuite zu Bruch ging. Sex, Drugs & Rock N‘ Roll – dafür soll auch der Film „Männertrip“ stehen, der jetzt als DVD Männertrip bzw. Blu-ray Männertrip (Party Edition) erhältlich ist.


Männertrip – offizieller Trailer

Der Film ist als Komödie umgesetzt und bietet so wenig Authentisches. Die Gags sind zwar durchaus gelungen, aber das Ganze ist doch so angesetzt, um ein möglich breites Publikum zu bedienen. Auch das ‚Happy End’ von Männertrip mag als frohe Botschaft dienen und sagen, Jungs und Mädels lasst die Finger von Drogen. Aber so richtig überzeugend wirkt das dann leider nicht. Immerhin sehenswert ist die Präsenz, die Russell Brand als Rockstar Aldous Snow bietet, wenn man den vorgetragenen Songs allerdings nicht so recht abnehmen mag, dass sie hitverdächtig sind.

Halldór Laxness: Islandglocke

Der Roman “Die Islandglocke”, bestehend aus drei Teilen, von Halldór Laxness (geboren als Halldór Guðjónsson; * 23. April 1902 in Reykjavík; † 8. Februar 1998 in Reykjalundur bei Mosfellsbær) spielt im unter dänischer Herrschaft stehenden Island des späten 17. und frühen 18. Jahrhundert. Halldór Laxness schrieb Die Islandglocke während des Zweiten Weltkrieges.

Im Mittelpunkt stehen der mit allen Wassern gewaschene Bauer Jón Hreggvidsson, die schöne, selbstbewusste und vornehme blonde Richterstocher Snæfriður Íslandssól (im Buch: Snaefridur Islandsonne, auch Snaefridur Björnsdóttir Eydalin) und der Gelehrte Arnas Arnaeus. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder.

Jón Hreggvidsson wird des Mordes an den königlichen Henker angeklagt, kann sich einer Hinrichtung gerade noch entziehen und irrt anschließend jahrelang durch Europa. Nach seiner Rückkehr nach Island wird der Prozess immer wieder aufgerollt. Snaefridur ist die Tochter des Richters, der den Bauern das erste Mal aufgrund vager Indizien verurteilt, das Mädchen selbst ermöglicht ihm aber die Flucht. Und so zieht sich ein Prozess fast 50 Jahre hin, nämlich von 1683 bis 1730 – und ist historisch verbürgt. Die Akten dazu befinden sich in der ‚Arnamagnä(an)ischen Sammlung’ der Universitätsbibliothek von Kopenhagen (Die Handschriftsammlung wird heute in Reykjavík beim Arnamagnäanischen Handschrifteninstitut Islands unterstützt durch die Institution Árnastofnun, die Stiftung Árni Magnússon, aufbewahrt), die mit die ältesten und wertvollsten nordischen Handschriften enthält. Der Stifter dieser Handschriftensammlung war der isländische Pfarrerssohn Arni Magnússon, latinisiert Arnas Magnaeus (1663 – 1730), der erste Isländer, der in Kopenhagen Universitätslehrer wurde. Tragischerweise wurde bei einem Großbrand in Kopenhagen im Jahre 1728 ein großer Teil der Handschriften, Abschriften und Aufzeichnungen Árnis vernichtet, die wichtigsten Handschriften jedoch glücklicherweise gerettet. Einen Teil der Schriften konnte er bis zu seinem Tod Anfang 1730 noch aus dem Gedächtnis erneut zu Papier bringen. Im Roman tritt er als Arnas Arnaeus auf.

Zwischen Snaefridur und dem Gelehrten Arnas Arnaeus entwickelt sich ein Liebesverhältnis, das aber nicht seine Erfüllung findet. So heiratet Snaefridur den Junker Magnús Sigurdsson von Braedratunga (eigentlich Bræðratunga), der sich als Quartalssäufer entpuppt und sogar so weit geht, seine Frau gegen Schnaps zu verkaufen. Und neben dem Bischof von Skálholt und seiner Frau Jórunn, der Schwester Snaefridurs spielt noch der so genannte Wartefreier und Domkirchenpastor Sigurdur Sveinsson eine gewichtige Rolle. Diesen von ihr zuvor immer wieder demütigend zurückgewiesenen „ewigen Freier“, den gelehrten, zeitweise fanatisch asketischen und dem Katholizismus zugeneigten Pastor heiratet sie zuletzt, als es sich zeigt, das ihre Beziehung zu Arnas Arnaeus für immer zerbrochen ist. Nach dem Tod des Bischofs von Skálholt und seiner Frau durch die Pest, wird dieser dessen Nachfolger.

Die Romantrilogie ist kein historischer Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine freie Dichtung. Aber wir lernen ein Land am Anfang der Neuzeit kennen – vertreten durch die Protagonisten dieses Romans. Dabei spielt die soziale und politische Situation Islands in diesem Roman eine große Rolle; gezeigt werden die verelendeten Bauern, die stolze, aber gleichfalls recht einfach lebende Oberschicht und die reichen dänischen Profiteure, aber auch der Stolz auf das Land und seine alten Überlieferungen bei Isländern aller Schichten.

„Gelahrte Männer haben in ihren Büchern mancherlei über die vielen Vorboten aufgezeichnet, welche die Beulenpest auf Island ankündigten. Zunächst kann man Hungersnot und Mißernten nennen, die es in allen Teilen des Landes gab mit großer Sterblichkeit unter dem Volk, insonderheit bei den Armen. Großer Mangel an Angelschnüren. Dazu kam Raub und Diebstahl mehr denn gewöhnlich, so auch Blutschande, zudem Erdbeben im Südland. Dazu vielerlei seltsame Dinge. In Eyrarbakki ehelichte eine Frau von achtzig Jahren einen Mann von einiges über zwanzig im Herbst vor der Pest und wollte ihn im Frühjahr impotentiae causa wieder loswerden. Am siebzehnten Majus wurden sieben Sonnen gesehen. Im selbigen Frühjahr bekam ein Schaf in Bakkakot im Skorratal ein mißgestaltes Lamm mit Schweinskopf und Schweinsborsten; der Oberkiefer bis zu den Augenhöhlen fehlte, die Zunge hing lang hervor über dem Unterkiefer, der keinen Zusammenhang mit der Hirnschale, und man fand keine Spur von Augen; Ohren lang wie an einem Jagdhund; vom Schädel hing eine kleine Zitze mit einem Loch darin. Als das Lamm geboren ward, hörte man es deutlich sprechen, indem es diese Worte sagte: Mächtig ist der Teufel in Kindern des Irrglaubens. Vom Kirkjubaearkloster verbreitete sich im Winter vor der Pest die Kunde, daß der Pächter des Klosterhofs wie auch ein anderer Mann, als sie zusammen am Abend durch den Kirchhof gingen, unter ihren Füßen ein Jammern vernommen; im Kirchspiel von Kjalarnes in der Luft eine Schimpferei. Im Skagafjord ward ein Rochen aus dem Wasser gezogen, der, sowie man ihn ins Schiff gebracht, fürchterlich zu lärmen und kreischen anhub, und als man ihn auf dem Strande ausgenommen und gevielteilt, in jedem einzelnen Stück weiter lärmte und kreischte; und als man die einzelnen Stücke nach den verschiedenen Hütten der Fischer gebracht, da schrien sie alle und ein jegliches auf seine Weise immerfort, lärmend und kreischend, so daß man sie alle samt und sonders wieder ins Wasser geschmissen. Menschen in der Luft. Und schließlich bleibt zu vermelden, daß jenes Ei, welches ein Huhn auf Fjall zu Skeid legte, deutlich ein dunkles Zeichen eingepreßt wies, das in umgekehrter Weise das Zeichen Saturni war, bedeutend: Omnium rerum vicissitudo veniet [Der Wechsel aller Dinge komme!].“

Halldór Laxness: Islandglocke (suhrkamp taschenbuch 228 – 1. Auflage 1975 – Suhrkamp Taschenbuch Verlag – S. 368f.)

„Das ist ein Buch weit entfernt von aller kostümierten Geschichtsunterrichtung – es ist ein Nachklang aus dem alten herrlichen Island der Skalden, eine echte Saga, eine moderne Epiphanie jenes Volksgeistes, der einst die Geschichten vom Skalden Egil und dem geächteten Grettir gedichtet hat.“ (Hermann Hesse)

‚Bild’ dir einen Minister

Wissenschaftler, allen voran die Juristen, attackieren jetzt den guten Freiherrn zu Guttenberg. Der habe „planmäßig und systematisch“ wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue. Wenn er sein Vergehen nicht bewusst begangen hat, wie er behauptet, was war es dann: Schlampigkeit? Ich fürchte fast, dass der Herr zu Guttenberg tatsächlich ‚nicht bewusst’ plagiiert oder das aus dem Bewusstsein ‚verdrängt’ hat. Das deutet dann daraufhin, dass Deutschland einen Psychopathen aus Verteidigungsminister hat.

'Bild' dir - einen Minister
Quelle: dapd

Erstaunlich ist natürlich, dass eine anscheinend große Mehrheit der Deutschen dafür ist, dass zu Guttenberg in seinem Amt bleibt. Die Unterstützungskampagne der Bild-Zeitung trägt wohl auch hier ihre faulen Früchte. Apropos Bild-Zeitung:

Da gibt es bereits längere Zeit eine Kampagne der BILD-Zeitung, in der hochkarätige Prominente ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen dürfen. So durfte sich z.B. auch der Schauspieler Armin Rohde ‚kritisch’ in zwei knappen Sätzen äußern. Bisher hatte ich Herrn Rohde für einen guten, da auch nachdenklichen Künstler gehalten. Aber Rohde und BILD – das passt für mich eigentlich nicht zusammen (aber mancher Promi weiß manchmal nicht, was er tut …).

Jetzt wollte man wohl auch die Pop-Rock-Gruppe „Wir sind Helden“ in diese BILD-Kampagne einbinden. Judith Holofernes, die Sängerin bekannte da nur: Ich glaub, es hackt! – und veröffentlichte den Schriftverkehr mit der Werbeagentur, die mit dieser Kampagne beauftragt ist, im Internet.

Zuletzt schrieb Judith Holofernes in ihrer Antwort auf die Anfrage:

Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.

In der Gefahr, dass ich mich wiederhole: ich glaub es hackt.

Mit höflichen Grüßen,
Judith Holofernes

Ja, da gebe ich der jungen Sängerin gern Recht. Wir sehr BILD Deutschland macht, erkennen wir an der Person zu Guttenberg. Bezeichnend ist daher, dass aus einer bestimmten Ecke Judith Holofernes und ihrer Band geradezu unterstellt wird, die Veröffentlichung des Schriftwechsels im Internet lediglich als Popularitätsschub betrieben zu haben. Das sind wohl auch die Leute, die ‚abstruse Lügenbarone’ unterstützen, oder?!

Heute kein EDV-Betrieb

Endlich habe ich heute einmal Zeit, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Wann kommt man schon dazu. Denn: Heute gibt es keinen EDV-Betrieb auf meiner Arbeit. Man kann lediglich lokal an seinem Rechner arbeiten, hat aber keinen Zugang zur ‚bunten, weiten Welt’ des Internets. In unserem Serverraum müssen neue Starkstromleitungen verlegt werden. So wird das auch genutzt, um alte gegen neue Serverschränke auszutauschen. Dafür mussten aber alle Server ausgebaut, also vom Daten- und Stromnetz genommen, heruntergefahren und ausgeschaltet werden.

Heute kein EDV-Betrieb

Wenn die Elektriker fertig sind und wir wieder Strom haben, dann müssen die neuen Schränke aufgebaut, die Server wieder eingebaut und gestartet werden – und was wohl am meisten stresst: Die Geräte müssen zuvor wieder ordnungsgemäß verkabelt werden, was seine Zeit kostet. Und es darf gehofft werden, dass alle Rechner ordnungsgemäß starten. Das heißt: Daumen drücken! (Sonst brauche ich am Montag erst gar nicht wieder zur Arbeit erscheinen …).

Postkarten(3): Alexandria/Ägypten

Postkarte aus Alexandria

Als ich diese Postkarte erhielt, da war Mubarak noch Staatspräsident von Ägypten. Meine Arbeitskollegin war Anfang Januar d.J. auf einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer unterwegs und besuchte dabei auch Alexandria. Da konnte noch keine ahnen, dass kurz darauf der Umsturz in Tunesien auch Ägypten erreichen würde.

Postkarte aus Alexandria (Poststempel)

siehe auch: Postkarten (1): GrönlandPostkarten (2): Irland

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (Original: Scott Pilgrim vs. the World) ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahre 2010, bei dem Edgar Wright Regie führte; er basiert auf der Comicbuchserie Scott Pilgrim von Bryan Lee O’Malley.

Der 22-jährige Titelheld Scott Pilgrim (Michael Cera) lebt in Toronto eine klassische Slacker-Existenz ohne Job oder größere Ambitionen. Seine wenig intensive Beziehung (erotischer Höhepunkt: Spontan-Umarmungen) zum deutlich jüngeren Schulmädchen Knives (Ellen Wong) wird von all seinen Freunden und zunehmend auch von ihm selbst als Fehler angesehen. Und seine Band Sex Bob-omb sollte es wohl nie über den Status eines Lo-Fi-Hobbyprojekts hinausschaffen. Aufregend wird Scotts Leben erst, als er auf einer Party seine Traumfrau Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) trifft. Die zeigt zwar – nach einem katastrophalen ersten Annäherungsversuch – tatsächlich Interesse an ihm, hat aber auch Altlasten der besonderen Art im Gepäck: Sieben Verflossene haben sich zu einer Liga der teuflischen Ex-Freunde formiert und stellen sich Scott der Reihe nach in Duellen auf Leben und Tod in den Weg…

aus: filmstarts.de


Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt – offizieller Trailer

Nach Die Legende von Aang schon wieder eine Realverfilmung einer Comic-Serie? Das schon, aber eine, die durchaus Spaß macht. Meine Söhne fanden den Film zwar ziemlich ungewöhnlich, aber ansonsten ‚ganz cool’. Ab Donnerstag gibt es den Film jetzt als DVD Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt bzw. als Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (Limited Edition im Metallic-Schuber) [Blu-ray] im Handel zu kaufen.

„Das herausstechendste Merkmal an Scott Pilgrim ist aber, wie diese Geschichte erzählt wird. Wright überträgt Scotts Fantasie und Gefühlswelt direkt auf die Leinwand und wertet das winterlich-triste Kanada durch schier endlose optische Spielereien auf, die direkt aus Comics und Videospielen zu entstammen scheinen – da werden Geräusche durch animierte Lautwörter unterstützt, rollenspielartige Erfahrungswerte den Charakteren zugeordnet und auf der Toilette gar ein gelber Pixelbalken eingeblendet, der sich simultan zu Scotts Blase entleert. Basierend auf der sechsbändigen, im Manga-Stil gehaltenen Graphic Novel ‚Scott Pilgrim’ ist Wrights Film somit die visuell eindrucksvollste Comic-Verfilmung seit „Sin City“. Die Detailverliebtheit setzt sich auch auf der Tonspur fort, für die unter anderem Soundeffekte aus den ‚Zelda’- und ‚Street Fighter’-Spielen lizensiert wurden, während die Musik von den Indieveteranen wie Beck (der die Songs der Filmband ‚Sex Bob-omb’ beigesteuert hat), Broken Social Scene und Metric stammt.

So richtig spektakulär wird es aber erst, wenn es zu den hyperkinetischen Kämpfen mit Ramonas Ex-Freunden kommt, die von Wright irgendwo zwischen Prügelspielen, ‚Dragonball’-Animes und ‚Guitar Hero’ inszeniert werden.“

Nun da mir sowohl „Dragonball“-Animes als auch „Guitar Hero“ durchaus ein Begriff sind, konnte ich mit dem Film durchaus etwas anfangen. Ansonsten ist es ein Film für eher junge Zuschauer, denn es ist ein „überdrehte(r), knapp zweistündige(r) Sturm auf die Sinne“ mit vielen „kleinen Anspielungen – seien es Querverweise zu Videospielen, Seitenhiebe auf Hipster- und Indie-Attitüden oder augenzwinkernde Kommentare zu Hollywood“.

Wer sich noch nicht völlig zum alten Eisen zählt, wird an diesem Film ebenfalls Spaß haben. Empfehlen kann ich den Film auch Eltern, die Kinder im Alter so um die 20 Jahre haben. Ich fand die Tricks durchaus gelungen. Vielleicht sind es dem Ende zu etwas zu viele ‚Kampfszenen’ – das ermüdet dann doch. Witzig fand ich als alter Bassgitarrist auf jeden Fall die „Bass Battle“ (Guitar Hero lässt grüßen).