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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Willi auf Radtour (05): Schafstall ohne Schafe

Heide verbinden wir oft mit Schafen. Die Lüneburger Heide mit Heidschnucken. Im Umfeld meines Wohnortes sind Schafe aber eher rar. Auf einer Radtour bin ich zwar beim Schafstall Riepshof vorbei gekommen. Aber der dient eher als Begegnungsstätte für zahlreiche Anlässe. Schafe gibt es hier nicht (mehr).

Schafstall Riepshof
Schafstall Riepshof

Schafe fand ich dann aber auf einer anderen Tour, die mich u.a. von Todtglüsingen in Richtung Neddernhof führte, beides gehört zu Tostedt. Neben einer Heidschnucke graste auch ein normales Hausschaf.

Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen
Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen

Wer Schafe, speziell Heidschnucken, in einer Herde sehen will, der muss schon etwas tiefer in die Heide fahren. In Schneverdingen zum Beispiel ist jeden Morgen gegen 10:30 h am Schafstall am Höpen von Ostern bis Oktober (dieser Zeitraum gilt auch als Blütezeit der Heide) der öffentliche Heidschnuckenaustrieb (Eintrieb gegen 17 Uhr) zu sehen. Hier an der L 171 und in der Nähe des Heide-Kiosks sind die Heidschnucken von Schneverdingens Schäfer Günther Beuße zu Hause. Insgesamt ziehen über 9.000 Heidschnucken in 13 Herden an 365 Tagen im Jahr durch die Heideflächen der Lüneburger Heide.

Statt Europa nun doch Abstiegskampf?!

Es läuft nicht rund beim SV Werder Bremen. In den letzten Wochen habe ich mir hier Kommentare erspart. Was soll ich da schreiben: Toll gespielt und doch verloren? Immerhin Punkte geholt in Dortmund, Frankfurt und Leverkusen? Pech gehabt gegen Hertha und den FC Freiburg (jeweils nur unentschieden gespielt)!

Nun gegen Schalke, die trotz magerer Fußballkost dank des 2:1-Sieges in Bremen ähnlich wie vor zwei Jahren vorn mitmischen, ging schief, was schief gehen konnte. Der einzigste Höhepunkt war da der Auftritt von Oldie Claudio Pizarro – und auch nur wegen seiner ’neuen‘ Frisur:

Werder verliert gegen Schalke 1:2 trotz schnieken Pizarro
Werder verliert gegen Schalke 1:2 trotz schnieken Pizarro

Statt Europa winkt jetzt ein Abstiegskampf. Und wenn es hart auf hart kommt, wird nichts mit einem erneuten Nordderby gegen den HSV (wenn die Hamburger auf- und die Bremer absteigen).

Oh ja, Abstiegskampf – denn es geht jetzt gegen Mannschaften wie Paderborn (14. Spieltag), Mainz (16. Spieltag) und Köln (17. Spieltag), also die drei Letzten der Fußball-Bundesliga. Und dann warten auch noch Brocken wie Wolfsburg (nächster Spieltag) und Bayern (15. Spieltag) auf die Bremer (und das auch noch auswärts).

Okay, natürlich gibt es in einem Jahr wieder das Nordderby. Aber nach acht Spielen ohne Sieg (drei Niederlagen und fünf Unentschieden) müssen so langsam wieder Punkte eingefahren werden, um dann – wenigstens das – im Mittelfeld der Bundesliga dahinzudümpeln. Eher glaube ich an den Weihnachtsmann als an eine Qualifikation für Europa. Und Weihnachten ist ja auch schon bald …

Quiz zum Wochenende (02): Brücken

Ich hatte es bereits angekündigt: Brücken! Brücken verbinden. Ob nun das eine Ufer mit dem anderen oder Menschen. Stellen wir uns die Frage, welche Brücken wir kennen, welche besonders berühmt sind, dann kommen zumindest mir gleich folgende Brücken in den Sinn: die Golden Gate Bridge am Eingang zur Bucht von San Francisco oder die Tower Bridge in London. Als Nordeutsche kenne ich natürlich die Köhlbrandbrücke in Hamburg, über die ich nicht nur im Auto, sondern auch schon einmal mit dem Fahrrad gefahren bin. Als Bahnfahrer kenne ich natürlich die Hohenzollernbrücke in Köln. Wer aus Norden kommt überquert hier den Rhein, bevor er in den Kölner Hauptbahnhof einfährt. Aus deutscher Sicht geschichtsträchtig ist die Glienicker Brücke über die Havel zwischen Berlin und Potsdam, als Agentenbrücke bekannt, über die während des kalten Krieges Spione ausgetauscht wurden.

Aber es gibt natürlich auch noch andere Brücken, von denen ich hier auch noch die eine oder andere zeige: Elemente im Kletterwald, die als Brücke dienen, die Kommandobrücke auf einem Schiff oder eine Seebrücke. Manche tragen Brücken im Mund. Turner machen Brücken. Oder wir haben Brücken, kleinforamtige Teppiche, in der guten Stube.

Hier vierzehn Brücken, die ich im Bild festgehalten habe. Vielleicht kennt Ihr ja die eine oder andere Brücke und wisst, wo diese zu finden sind. Die Auflösung findet Ihr im Kommentar:

(1) Steine, die als Brücke dienen (2) Plattform, eine ‚halbe‘ Brücke
(3) ‚Brücke‘ im Kletterwald (4) Seebrücke
(5) Brücke aus Stein (6) Brücke aus Stahl
(7)Hängebrücke (8) Schiffsbrücke (auch eine ‚Brücke‘)
(9) Brücke aus Holz (10) Schrägseilbrücke
(11) Brücke mit Haus (12) Eisenbahnbrücke mit vielen Liebesschlössern
(13) Baumgipfelpfad (14) Seebrücke in die Ostsee – 2019 © ARD

Willi auf Radtour (04): Baseball in Dohren

Auf meiner Radtour durch die Gegend um Tostedt bin ich auch nach Dohren gelangt. Der Ort gehört zur Samtgemeinde Tostedt und ist durchgehend landlich geprägt (früher hätte ich von ‚Kuhdorf‘ gesprochen). Für Baseball-Experten ist der Ort allerdings bundesweit bekannt, denn hier gibt es die Wild Farmers, einen Baseballverein, der es bis in die höchste deutsche Spielklasse, der 1. Baseball-Bundesliga Nord, geschafft hat und sich dort nun schon einige Jahre behauptet.

Dohren: Große Anzeigetafel Dohren Wild Farmers
Dohren: Große Anzeigetafel Dohren Wild Farmers

Ich weiß es zwar nicht genau, aber der Name Wild Farmers leitet sich wohl vom KFZ-Kennzeichen für den Landkreis Harburg ab, zu dem Dohren gehört: WL nach der Kreisstadt Winsen (Luhe). Gern wird dieses Kennzeichen als ‚Wilder Landwirt‘ übersetzt, was auf Englisch bekanntlich ‚Wild Farmer‘ heißt.

Dohren: Baseballspielfeld
Dohren: Baseballspielfeld

Es ist bereits 15 Jahre her, da versuchte es der jüngere meiner beiden Söhne auch mit Baseball und war Mitglied der Schülermannschaft. Diese gewann 2004 die niedersächsische Meisterschaft und durfte somit auch an der deutschen Schülermeisterschaft teilnehmen, die in Mannheim stattfand. Allzu erfolgreich waren da die jungen wilden Landwirte allerdings nicht.

Niedersachsenmeister Schüler 2004: Dohren Wild Farmers - Siegerehrung
Niedersachsenmeister Schüler 2004: Dohren Wild Farmers – Siegerehrung

Hier die Spielregeln des Baseballs als PDF-Datei

Willi auf Radtour (03): Brücken

Es gibt für mich eine Vorliebe für Wasser: Ich mag Flüsse, noch mehr Seen und besonders das offene Meer, ob nun vom Festland betrachtet oder von einer Insel. So manchen Urlaub haben wir dort verbracht, wo auch Wasser in der Nähe ist. Selbst in den tiefen Süden Deutschlands an die Zugspitze zog es uns, weil es dort neben Wildgewässern auch den Eibsee gibt.

Mit diesem Beitrag will ich eine neue Kategorie, einen neuen Themenkreis, eröffnen, der sich mit Brücken beschäftigt. Bekanntlich gibt es Städte wie Venedig, die vor allem durch ihre Brücken bekannt sind. Hamburg, so sagt man, hätte allerdings mehr Brücken als Venedig. Und wer Hamburg kennt, wird dort über viele Brücken gegangen sein, die oft gar nicht als solche erkennbar sind (z.B. viele Bahnbrücken). Ich weiß nicht, über wie viele Brücken ich bereits gegangen bin. Brücken haben etwas Verbindendes. Nicht nur, dass sie ein Ufer, ob nun das von Flüßen oder das über Meeresengen, mit dem anderen verbinden. Sie verbinden gewissermaßen auch Menschen.

Ein kleiner Abstecher: Neben Brücken verbinden auch Fähren Gestade miteinander. An die erste Fähre, an die ich mich erinnere, ist die Sielwallfähre in Bremen, die in wenigen Minuten über die Weser führt und die Neustädter z.B. schnell zum Weserstadion führt. Aber das ist schon ein Thema für sich. Eine der letzten Fähren, mit der ich mit meiner Frau gefahren bin, ist die zur Hallig Hooge.

Komme ich zu den Brücken zurück: Während meiner kleinen Touren mit dem Rad durch das Umfeld meines Wohnortes Tostedt bin ich auch über verschiedenen Brücken gekommen. Wenige Kilometer westlich von Tostedt befindet sich eine Wasserscheide. Die einen Flüsse fließen in Richtung Weser, andere enden in der Elbe. Die Wümme (plattdeutsch Wümm) ist der 118 km lange Hauptquellfluss der Lesum, die ab der Vereinigung mit der von Nordosten (rechts) herankommenden Hamme noch weitere 10 Kilometer bis zur Mündung in die Unterweser zurücklegt. Die Quelle der Wümme liegt im höchsten Teil der Lüneburger Heide im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide südlich von Niederhaverbeck. Nur wenige Kilometer von der Quelle entfernt entspringt auch die Este, die allerdings in die Elbe mündet.

Plan von Riepshof mit Schafstall und Wümme
Plan von Riepshof mit Schafstall und Wümme

Um von Tostedt über Riepshof nach Königsmoor zu kommen, muss die Wümme über eine kleine Brücke überquert werden. Hier ist der Fluß noch schmal.

Brücke über die Wümme bei Riepshof
Brücke über die Wümme bei Riepshof

Durch das Wäldchen Düvelshöpen fließt der Tostedter Graben, der in die Oste mündet, die wiederum in die Elbe fließt. Neben einer kleinen Brück als Stein ….

Steinbrücke über den Tostedter Graben in Düvelshöpen
Steinbrücke über den Tostedter Graben in Düvelshöpen

… gibt es mehrere Holzbrücken, die über das kleine Gewässer führen. Gerade solche Brücken fügen sich wunderbar in die herbstliche Waldlandschaft ein.

Eine von mehreren Holzbrücken über den Tostedter Graben in Düvelshöpen
Eine von mehreren Holzbrücken über den Tostedter Graben in Düvelshöpen

In der Nähe von Tostedt gibt es den kleinen Ort Bötersheim, das zur Gemeinde Kakensdorf gehört. Es ist ein stller, geradezu idyllischer Ort, durch den die Este, ebenfalls ein Nebenfluss der Elbe (siehe oben), fließt. Neben einer Steinbrücke gibt es auch den unten gezeigten Steg, der aber nur zu finden ist, wenn sich der Wanderer durch ein Wäldchen schlägt, in dem er auch die Bötersheimer Quelle findet, aus der angeblich heiliges, magisches Wasser entspringt und in der manche ein rituelles Bad in dem eiskalten Wasser nehmen. Wohl an!

Steg über die Este bei Bötersheim
Steg über die Este bei Bötersheim

Willi auf Radtour (02): Von Rindviehern, Pferden und Gänse

Niedersachsen ist auf dem Lande von der Tierhaltung geprägt. Dass das nicht immer so super ist, wissen wir eigentlich alle. Ich sage nur Gülle, die hauptsächlich aus Urin und Kot landwirtschaftlicher Nutztiere besteht. Und ich sage Nitrat, das ins Trinkwasser gelangt. Besonders die Schweinezucht als Massentierhaltung ist äußerst bedenklich. So sind Schweine im Freien auch nicht anzutreffen, dafür aber deren ‚Duft‘, der neben der eigentlichen Gülle oft genug auf dem Lande die Luft verpestet.

Aber ich komme vom Thema ab. Wenn ich mit dem Rad durch die Gegend fahre, so sind immer auch Tiere zu sehen. In Quellen, gehört zu Wistedt, einem Nachbarort von Tostedt, gibt es den Biohof Quellen, der u.a. Limousin-Rinder hält. Auf einer Wiese waren schwarze Rinder zu sehen (es muss sich um die Rasse Angus handeln). Als ich vorbeifuhr, säugten gerade zwei Muttertiere ihre Kälber.

Angus-Rind mit Kalb in Quellen
Angus-Rind mit Kalb in Quellen

Ebenfalls in Quellen schnatterte eine Schar Gänse, die zwar den Martinstag überlebt hatte, die aber wohl zu Weihnachten als Festbraten auf manchem Mittagstisch landen werden.

Gänse in Quellen
Gänse in Quellen

Niedersachsen hat ein springendes Pferd im Wappen. Rund um Tostedt finden sich so natürlich viele Pferde (meist Reitpferde) auf den Wiesen.

Pferde beim Futtern im Düvelshöpen
Pferde beim Futtern im Düvelshöpen

Hier noch ein weiteres Rindvieh, ein Holstein-Rind, das vorwiegend der Milchwirtschaft dient. In Dohren gibt es den Hof Dallmann, der Tostedt und Umfeld mit Milch und Milchprodukten beliefert.

Holstein-Rindvieh bei Dohren
Holstein-Rindvieh bei Dohren

Ebenfalls in Dohren sah ich die folgenden Pferde in der Sonne verweilen.

Pferde in Dohren
Pferde in Dohren

Willi auf Radtour (01): Durch Wälder

Ja, so langsam kommt mein Rentnerdasein in Gang – mit sieben Gänge auf dem Rad durch die Wildnis rund um meinen Wohnort. Meine Lieben hatten mir ja vor über einem Jahr ein E-Bike zugestanden (nach der Knie-OP war ich so schnell wieder mobil). Und jetzt als Neu-Rentner nutze ich das, um bei zwar kaltem, aber meist doch sonnigen Wetter die Gegend unsicher zu machen.

Willis Fahrrad am Wegesrand
Willis Fahrrad am Wegesrand

Mal scheint die Sonne, mal ist es bedeckt, aber immer ist es schon ziemlich kalt (so zwischen 2 und 4 ° C bei östlichen Winden). Da helfen nur eine dicke Jacke, Handschuhe und Mütze.

Willi lässt sich von der Sonne bescheinen
Willi lässt sich von der Sonne bescheinen

Rund um Tostedt blüht nicht nur die Lüneburger Heide (wenn sie blüht), sondern nachdem es mit der Schafhaltung nicht mehr so üppig ist, wachsen auch wieder Bäume und so sah ich vor lauter Bäumen durchaus Wälder, die sich neben Heide, Wiesen und weiteren landwirtschaftlich genutzten Arealen über weite Flächen rund um den Ort erstrecken.

Im Wald (1) - unterhalb des Otterbergs in der Nähe des Schafstalls Riepshof
Im Wald (1) – unterhalb des Otterbergs in der Nähe des Schafstalls Riepshof

Eine Tour führte mich durch einen Wald, durch den der Schafstall Riepshof zu erreichen ist. Es hat etwas gedauert, aber nun verfärben sich die Blätter herbstlich in rot, gelb und braun. Gleich um die Ecke bei uns gibt es das Wäldchen Düvelshöpen (Düvel ist der Teufel – Höpen heißt eigentlich Hoffen, ist aber irgendwie auch eine Landschaftsbezeichnung, alles ist plattdeutsch).

Im Wald (2) - Im Düvelshöpen
Im Wald (2) – Im Düvelshöpen

Natürlich gibt es nicht nur Wald zu sehen, sondern per Rad lassen sich auch fließende Gewässer, dazu Brücken, und natürlich auch Tiere ansteuern und beobachten. Niedersachsen hat ja ein Pferd im Wappen. Und so sind an vielen Orten auch diese behuften Säugetiere zu sichten.

Sushi satt

Gleich am ersten Tag meines Rentnerdaseins (am Freitag, den 1.11.) ließ ich es mir gut ergehen. Am Vormittag hatte ich eine kleinere Radtour von rund 20 km unternommen (am Düvelshöpen vorbei, beim Schafstall Riepshof mit kleiner Pause, dann noch zur Wümme hinunter – zurück über Otter). Erst einmal sachte anfangen. Sportliche Betätigung steht bei mir auf jeden Fall auf dem Zettel.

Abends war ich dann mit meinen Lieben (leider nur mit einem Teil) in Hamburg-Harburg zum Sushiessen. Es galt, einen Geburtstag nachzufeiern – und natürlich den Start in meinen Ruhestand (allzu ruhig soll es aber nicht werden).

Sushi mit Willi
Sushi mit Willi

Wenn es auch nicht so aussieht: Wir ließen es uns schmecken (bei vollem Mund fehlt dann die überschäumende Freude) und haben uns prächtig unterhalten.

Der erste Tag in Freiheit

Was tun wir nicht alles für unsere Lieben. Da quälen wir uns durch den Alltag, um pekuniäre resp. monetäre Standfestigkeit zu erheischen, nur damit die lieben Kleinen nicht vor Hunger schreien. Aber dann hat man es satt! Ein gefüllter Magen sättigt lange schon nicht unseren Mangel an Freiheit.

Übrigens Angst und Hunger sind Geschwister im Hypothalamus, der ‚unteren Kammer‘ unseres Gehirns. Hier werden Neurotransmitter produziert, so genannte Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen. So auch Neuropeptid Y, einen Botenstoff auf Aminosäurenbasis, das an der zentralnervösen Steuerung des Hungers und der Angst beteiligt ist, hai capito?

Aber was quatsche ich da von Hunger und Angst! Jetzt findet auch mein Freiheitsbedürfnis, mein Hunger nach Freisein Sättigung. Obwohl: Wer sich ewig (ehelich!) bindet, der ist gebunden! Aber das ist ein anderes Thema …

Vom Franz zum Willi (wie aus Kafka ein Albin wird, wenn auch nur grafisch)
Vom Franz zum Willi (wie aus Kafka ein Albin wird, wenn auch nur grafisch)

Der Freiheitsdrang bzw. das Erreichen von Freiheit löst meist einen Schwall menschlichen Übermutes aus. Man möchte rufen, brüllen … Nur was? FREIHEIT?! Das klingt nach Müller-Westernhagen, muss also nicht sein. Da fällt mir Herr Lothar Frohwein ein. Sein (bzw. Loriots) „Kraweel, Kraweel!“ hat so etwas Besonderes, das nach lauthalsen Verkünden verlangt:

    Kraweel, Kraweel!
    Taubtrüber Ginst am Musenhain!
    Trübtauber Hain am Musenginst!
    Kraweel, Kraweel!


Kraweel, kraweel!

Ach, die Freiheit! Es überkommt einem ein ungesättigte Gefühl wie Fett, das für den Menschen so essentiell ist. Dabei ist Fett nicht gleich Fett, Freiheit nicht gleich Freiheit. Wer faul auf seiner Haut liegt, mag durch Lassen resp. Unterlassen befreit sein vom Tun. Aber was zu tun ist, sollte getan werden, auch wenn man sich dazu aufraffen muss. Freiheit ist die Freiheit, tun zu können, was man will. Und wie gesagt: frei von Angst und Hunger!

[Just habe ich einen Bärenhunger bekommen – von dem ganzen Geschreibe!]

Tri Tra Trullala – jetzt ist die Rente endlich da – Jucheisassa

Es ist nicht das Ende aller Dinge, oh nein, es ist der Beginn. Hermann Hesse sagte es in seinem Gedicht ‚Stufen‘ so (ich verweise hier kurz auf meinen erst kürzlich verfassten Beitrag): ‚Bereit zum Abschied sein und Neubeginne.‘ – Und: ‚Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.‘

‚Sich lähmender Gewöhnung entraffen‘, das trifft den Nagel auf den Kopf! Arbeit, Broterwerb: Obwohl ich mich die vielen Jahre nie daran gewöhnt habe, so habe ich aber die Lähmung gespürt. Sich dem endlich zu entraffen, was will ich mehr! Endlich geschafft, da mag es erschallen:

Gloria, Victoria, widewidewitt jucheisassa
Gloria Victoria widewidewitt bummbumm!

Ruhm und Sieg der gewonnenen Freiheit! Auf zu neuen Ufern! Die Reise kann beginnen! Ade, du Leid. Bye bye, du Drangsal, du dumme Notwendigkeit! Ab heute wird gelebt …!!!

Bisher stand dieser mein Blog unter dem Motto: I ran the race and the race was won by running slowly – frei nach einer Zeile aus dem Lied ‚We used to know‘ eines gewissen Herrn Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull. Bekanntlich ist der Weg das Ziel (Konfuzius). Ankommen ist auch nicht schlecht. Und manchmal ist es besser, sich bedächtig dem Ziel zu nähern (by running slowly): Mir gefiel diese Zeile von Anfang an.

Bereit zum Gehen, wenn auch in schlaffen Latschen – der letzte Tag bis zur Rente
Bereit zum Gehen, wenn auch in schlaffen Latschen – der letzte Tag bis zur Rente

Von diesem Kurs will ich jetzt nicht abkommen. Mit Bedacht sich neuen Bestimmungsorten zu nähern, wird auch weiterhin mein Bestreben sein. Aber ich will es klarstellen: Das ist ein Blog eines älteren Herrn (ich meine mich) und wird von einem betrieben, der sich (ab jetzt) als Rentner ausweisen darf. Daher ab heute statt Williz Blog: Williz Wildes Wuseln und vor allem: Rentners renitentes Ram¬tam¬tam!

Ich möchte da rufen: Höret Willis Trommel dumpfes Geroll! Aber wahrscheinlich hört das wieder kein Schwein (frei nach Friedrich Karl Waechter). So verhallt es im Wald (reim dich oder ich fress dich!). Jeder tut, was er tun muss. Und jeder geht seinen eigenen Weg! Sei es drum! Ich gehe den meinen …

Nicht, dass ich neue Saiten aufziehen will. Aber so, wie sich der Ton in der Politik verändert hat, so werde auch ich meinen TON (hört ihr wirklich nicht das dumpfe Geroll meiner Trommel?) ändern. Ihr werdet es sehn (resp. hörn)!

Heute wurde der letzte Kram gepackt (es war mein letzter Arbeitstag!), Zunächst gönne ich mir eine wohlverdiente Ruhepause. Ich muss mir mein Rentnerdasein erst einmal einrichten. Das ‚neue Haus‘ soll schließlich wohnlich werden. Weg mit altem Krempel. Hinein die frische Luft! Die Beine hoch, Amerika!

Aber dann, aber dann … geht’s so richtig los!

Abschiedsfeierlichkeiten – noch 2 Tage bis zum furiosen Finale

Ich gestehe: Die feierliche Verabschiedung meiner Wenigkeit in den Ruhestand war bereits gestern. Es gab auf der Arbeit warme Worte und warmes (und kaltes) Essen, den einen oder anderen feuchten Hundedreck Händedruck, mancher Busen wogte an meiner Brust. Fehlte nur noch das Schultergeklopfe und ungebändigter Tränenfluss.

Frau Irina K. deckt den gabenreichen Tisch (vielen Dank dafür!)
Frau Irina K. deckt den gabenreichen Tisch (vielen Dank dafür!)

Nein, es war ganz lieb und wohl gemeint. Viele helfende Hände hatten alles Notwendige hergerichtet. Mir wurde geradezu untersagt, selbst Hand anzulegen. Und geschmeckt hat es natürlich auch (ich meine das Essen).

Zum Abschied gibt es viele Geschenke für den zukünftigen Rentner
Zum Abschied gibt es viele Geschenke für den zukünftigen Rentner

Am Morgen, als ich mein Büro betrat, wurde ich schon überrascht von der Deko, mit der mein Zimmer geschmückt war: Ach, die grüne Neune …! Und so viel Zulauf wie an diesem Tag hatte ich sonst noch nie zu vermelden. Außerdem gab es vor allem eines: Geschenke, Geschenke, Geschenke! Vielen Dank auch dafür!

Frau B. überreicht das Geschenk der Standortleitung
Frau B. überreicht das Geschenk der Standortleitung

Verbleiben mir zwei Tage, in denen ich die Geschenke und meinen eigenen letzten Kram nach Hause zu schaffen habe. Dann, auch das gestehe ich, mache ich drei dicke Kreuze in meinen Kalender! Endlich habe ich es (dann) geschafft.