Kategorie-Archiv: Zukunft Deutschland

Wohin steuert Deutschland?

Bald wird es auch bei uns krachen?!

Sicherlich gibt es keine Ghettos in Deutschland wie in Frankreich, jede Cités, in die die Einwanderer aus Schwarz- und Nordafrika regelrecht abgeschoben werden, fernab vom Eifelturm, wo die Tristesse herrscht und der Staat schon längst sein Recht verloren hat.

Aber so, wie sich die Gewalt aus den Vororten von Paris inzwischen in ganz Frankreich ausbreitet, so muss man damit rechnen, dass sie auch über Ländergrenzen schwappt. Immerhin scheinen Anschläge in Berlin und Bremen von Nachahmern verübt zu sein. Wie schnell solche Gewalt eskaliert, sehen wir in Frankreich.

Immerhin nehmen sich unsere Politiker des Themas an, leider nicht immer sachgerecht. Während die einen gleich von ‚harter Hand gegenüber denjenigen, die Recht und Gesetz mit Füßen treten‘ sprechen, fordern andere verbesserte Angebote für Jugendliche, besonders für Ausländerkinder.

    Krawalle in Paris

Wir können nur hoffen, dass die Krawalle bald ein friedliches Ende finden. Friedlich kann es aber nur werden, auch in Deutschland, wenn den Migranten und ihren Kindern Perspektiven eröffnet werden, die eine vernünfige Zukunft bieten. Angesichts hoher Arbeitslosigkeit, die z.B. in Teilen Berlins bei fast 50 Prozent liegt, kann davon aber keine Rede sein.

siehe auch zdf.de

Gaspreise sollen auch wieder kräftig steigen

Steigen die Benzin- und Heizölpreise, schießen sechs Monate später auch die Gaspreise in die Höhe. Gerade jetzt bekommen dies die 18 Millionen Haushalte in Deutschland, schmerzhaft zu spüren. Doch die neue Preisrunde treibt nicht nur Verbraucher auf die Barrikaden. Kartellamt und Politik wollen jetzt einschreiten.

aus: zdf.de

Endlich wird die Ölpreisbindung des Gaspreises in aller Öffentlichkeit angeprangert und dabei die Gaswirtschaft aufgefordert, diesen Unsinn aufzugeben. Denn tatsächlich seien die Abgabepreise an Privatkunden in der Vergangenheit viel stärker gestiegen als die Importpreise. Es wird Zeit, dass sich Bundeskartellamt und die Länderkartellbehörden der Angelegenheit annehmen, wenn jetzt eine neue Preiserhöhungswelle auf die Verbaucher zurollt – mit einer Preissteigerung von 10 bis 15 % muss gerechnet werden!

Deutschland – wenig kindgerecht

Ein Drittel aller Kinder in Deutschland lebt in nicht kindgerechten Wohnverhältnissen: Die Wohnung zu klein, wenig Spielmöglichkeiten in der Nähe und viel Verkehr. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI).

Die Wohnqualität hängt freilich in hohem Maße vom Einkommen der Eltern ab: Kinder aus einkommensschwachen Familien sind laut Studie häufig benachteiligt. Auf dem Land und im Westen Deutschlands finden Kinder darüber hinaus oft günstigere Wohnverhältnisse vor als in der Stadt und in den neuen Ländern.

siehe: zdf.de

Das ist leider wieder ’nur‘ eine Studie, die aufzeigt, wie wenig kinderfreundlich Deutschland ist. So wie wir mit den ‚Stützen unserer Zukunft‘ umgehen, so wird sich zwangsläufig auch die Zukunft unseres Landes entwickeln. Okay, Deutschland war nie wirklich kinderfreundlich; immer gab es Mängel aufzuzeigen. Aber was uns jetzt stückweise zu Ohren und Augen kommt, sollte alarmierend sein. Wohin führt die Zukunft Deutschlands, wenn wir unseren Kindern nicht das zu bieten im Stande sind, was unsere Kleinen brauchen: Platz zum Spielen, Raum zum Entfalten ihrer Kreativität. Arme Kinder, armes Deutschland!

Arbeiten für umsonst

Viele Hochschulabsolventen in Deutschland müssen sich oftmals zunächst mit Praktikantenjobs zufrieden geben. Statistiken darüber, wie viele es genau sind, gibt es bisher nicht. Doch laut Franziska Schreyer, Expertin für den Akademiker-Arbeitsmarkt am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), werden „Praktika nach dem Studium leider selbstverständlicher“. Und längst betrifft das nicht mehr nur Sozial- und Geisteswissenschaftler. „Auch in anderen Bereichen, etwa bei den Juristen und den Architekten, blüht das Praktikantenwesen.“ In der Redaktion des Magazins „Karriere“ ist man ebenfalls auf das Problem der „Generation Praktikum“ aufmerksam geworden. Deshalb startete das Magazin im Herbst 2004 die Initiative „Fair Company“, die Gütesiegel an solche Unternehmen verteilt, die Praktikanten zu gerechten Konditionen einstellen. Bisher sind 162 Unternehmen dabei.

Denn oft genug werden Praktikantenstellen von Unternehmen als Billigjobs missbraucht, d.h. es wird wenig, wenn überhaupt etwas gezahlt. Und die Stellen sind eigentlich ’normale‘ Arbeitsverhältnisse.

(Quelle: heute.de)

Besonders bemerkenswert hierbei finde ich, dass solche Stellen natürlich auch über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden. Es wäre interessant zu wissen, ob man dabei als Kriterium gerechte Bedingungen zu Grunde legt.

Kapitalismus-Debatte

Die SPD schürt die Kapitalismus-Debatte (siehe u.a. zdf.de). So wünscht sie sich, dass Käufer das Verhalten von Unternehmen beachteten, wenn diese sich nur durch Personalabbau sanierten, sagt Ute Vogt. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende legt damit in der von ihrem Parteichef angestoßenen Debatte nach, will ihre Worte aber nicht als Boykott-Aufruf verstanden wissen.

Es ist ganz einfach: Wir, wenn wir Arbeitnehmer sind, haben ein Interesse, dass unsere Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben. Vielleicht sind wir eine aussterbende Spezies (angeblich werden nur noch 40 % des Einkommens in Deutschland durch ‚ehrliche Arbeit‘ verdient). Solange wir aber noch etwas Geld im Geldbeutel haben, so lange sollten wir auch nur dort kaufen, wo die Ware stimmt – aber eben auch die Unternehmenspolitik unseren Interessen (auch der Arbeitnehmer) entspricht. Das ist kein Wahlkampfgetöse, das ist schon fast Notwehr!

Die ’neue‘ und die ‚alte‘ Unterschicht Teil 2

Durch die hohe Arbeitslosigkeit und dem Verfall des Mittelstandes rückt der Begriff ‚Unterschicht‘ wieder in das Medieninteresse. Dauerarbeitslose, auch solche mit hohem Bildungsstand, sehen sich plötzlich in der Unterschicht angesiedelt, während es Mitglieder der Unterschicht nach alter Definition (ausgehend von Bildung und Kultur) gelingt, gesellschaftlich aufzusteigen. Diese ’neue‘ Definition geruht aber lediglich auf dem wirtschaftlichen Aspekt.

Die Unterschicht nach alter Definition entwickelt in Deutschland zunehmend ein eigenständiges Profil, ähnlich dem ‚Klassenbewusstsein‘ der ‚lower classes‘ in den angelsächsischen Ländern. Gefördert wird dieses durch bestimmte öffentliche Medien, die in der Unterschicht einen neuen Absatzmarkt für ihre Produkte finden, indem man sich dem Bildungs- und Kulturniveau dieser Gesellschaftsklasse anpasst.

Schon immer hat sich eine Neben-, Schatten- bzw. Subkultur entwickelt, die neben der Kultur eines Bildungsbürgertums bestehen konnte. Und oft (z.B. in der populären Musik) vermischten sich Kultur und Subkultur zu einer Avantgarde, die innovativ auch auf andere Kunstarten wirkte.

Was sich aber heute abzeichnet, ist eher eine kommerzielle Vermarktung der ‚Nicht- oder Unkultur‘ der Unterschicht, die zudem nicht oder nicht oft von Mitgliedern der Unterschicht selbst geleitet wird.

Blicken wir zunächst kurz auf die heute auftretenden Unterschiede im Profil zwischen Unterschicht und höheren Gesellschaftsschichten:

Die Unterschicht ist im Wesentlichen ohne eigene Kunst bzw. eignet sich die Werke aus der Kunst höherer Schichten in vereinfachter Form an. Im Bereich der Körperkultur ‚pflegt‘ man in gehobeneren Schichten seinen Körper, Sport dient als Ausgleich. In der unteren Gesellschaftsschichten ist nur ein rudimentäres Körperbewusstsein vorhanden oder es werden vorgegebene Trends übernommen (z.B. Tattoos). Überhaupt besteht in der Unterschicht ein erhöhtes Maß an Adaption, d.h. Übernahme bei geringer individueller Anpassung von Mode usw., während in höheren Kreisen mehr Wert auf persönliche Noten gelegt wird. Kurz gesagt und stark verallgemeinert: Unterschicht will Spaß, der Gebildete Freude und Glück!

Durch das wirtschaftliche Aufsteigen von Mitgliedern der Unterschicht alter Prägung (Kultur und Bildung) öffnen sich neue Märkte. Damit wird den geringen Ansprüchen dieser Aufsteiger Rechnung getragen nach dem Motto: Man kann keinen Goethe verkaufen, wo Schwarzenegger verlangt wird! Andersherum: Mitglieder höherer Schichten mit eindeutig mehr Bildung und Kultur, die aber in wirtschaftliche Bedrängnis geraten und so auf längere Sicht im wirtschaftlichen Sinne der Unterschicht verfallen, können sich Goethe nur noch in abgespeckter Form leisten, um dieses Bild auch hier aufzugreifen.

Wohin das am Ende führen kann, ist absehbar: ein Verfall des Geschmacks, überhaupt ein Verfall der Kultur und Kunst und der Bildung! Eines Tages laufen wir alle mit tätowiertem Arsch herum, die Kanne Bier in den Klauen, trällern irgendeine Schweinemucke und sind auch sonst verblödet …?! Näch, Mann ey?!

Die ’neue‘ und die ‚alte‘ Unterschicht Teil 1

Der TV-Sender RTL II ist ein Beispiel dafür, wie für eine eindeutige Unterschicht unserer Gesellschaft ‚Programm‘ gemacht wird (Beispiel: Big Brother). Und da die Mittelschicht zugunsten der Unterschicht mehr und mehr bröckelt, findet ein solcher Sender ein zunehmend größeres Publikum, sodass auch andere Fernsehsender verstärkt auf Sendungen setzen, die dem eher schlichten Geschmack dieser Klasse entsprechen.

Ja, man spricht wieder von ‚Unterschicht‘, wenn auch die Definitionen dieses Begriffs sehr unterschiedlich ausfallen. Angesichts von über 5 Millionen Arbeitslosen darf man sich nicht wundern, wenn eben diese Bevölkerungsschicht wächst. Aber ist das so in Ordnung, jeden Arbeitslosen zur Unterschicht zu rechnen? Es gibt viele Akademiker, die keine Anstellung finden. Solange sie nur kurze Zeit ohne Arbeit sind, ist ein Zurechnen zur Unterschicht sicherlich falsch. Mit der Zeit aber und mit zunehmenden finanziellen Problemen beginnt dann sehr schnell der ‚gesellschaftliche Abstieg‘.

‚Unterschicht‘ ist in Deutschland ein verpöhntes Wort. Keiner will eigentlich dazu gehören (auch wenn er dazu gehört). Im Angelsächsischen ist das etwas anderes. Da haben die ‚lower classes‘ ein eigenes ‚Klassenbewusstsein‘ entwickelt. Mit dem Wachsen der Unterschicht (nicht nur durch Arbeitslosigkeit) gewinnt aber auch in Deutschland diese gesellschaftliche Gruppe ein eigenständiges ‚Profil‘, wenn der Begriff ‚Unterschicht‘ auch weiterhin nicht gern gehört wird. Das genannte Beispiel der TV-Sendung ‚Big Brother‘ ist hierfür eines der vielen Indizien. Man zeigt hier ein Selbstbewusstsein – und auch der Außenstehende, der sich diese Sendungen anschaut und aufgrund seiner Bildung usw. den ‚Helden‘ dieser Sendung sehr nahe kommt, sieht sich in seinem Selbstwertgefühl (wenn auch eher unbewusst) gestärkt.

Aber noch einmal zurück zu den Definitonsmöglichkeiten des Begriffs ‚Unterschicht‘. Geht man allein von der wirtschaftlichen Situation des Betroffenen aus, so kann auch ein Hochgebildeter durch wirtschaftliche Einbußen gesellschaftlich absteigen. Er wird nach dieser Definition ein Mitglied der Unterschicht; von der Bildung her bleibt er aber ‚vorerst‘ seiner alten Klasse erhalten.

Geht man vom Bildungsstand einer Person aus, so kann diese, auch wenn sie nicht sehr gebildet ist, gesellschaftlich aufsteigen, wenn ihre wirtschaftliche Lage dieses hergibt. Von Bildung und Kultur her verbleibt sie aber in der Unterschicht, zumal sie keine Akzeptanz in der ’neuen‘ Klasse findet, es sei denn, dass sie den Rückstand an Bildung und Kultur ’nachholt‘, was nur in wenigen Fällen gegeben ist. Der gesellschaftliche (wirtschaftliche) ‚Wiederabstieg‘ ist meist vorprogrammiert.

Das Ergebnis der heute stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen ist die Vermengung in Grunde unterschiedlichster Gesellschaftsschichten. Und ökonomisch betrachtet ergeben sich daraus neue Absatzmöglichkeiten, die auch schon teilweise, wie anfangs belegt, genutzt werden.

CDU/CSU: Pakt für Deutschland

Kaum stehen die nächsten Landtagswahlen an und die Republik wird durch neue horrende Arbeitslosenzahlen aufgescheucht, da zieht – wie aus dem Nähkästchen – die CDU/CSU ein 10-Punkte-Programm zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, hochtrabend ‚Pakt für Deutschland’ genannt, hervor. Und man wolle mit der Bundesregierung zusammenarbeiten. Na denn …

Viel Neues wird da nicht offeriert, eigentlich fast nur alte Kamellen in neuem Gewand. Immerhin ist gleich der erste Punkt diskutierbar: Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf 5 Prozent, um – wie es heißt – den „Teufelskreis aus steigenden Sozialbeiträgen und steigender Arbeitslosigkeit endlich (zu) durchbrechen“. Damit würden die, die Arbeit geben, und die, die Arbeit nehmen, entlastet. Über Steuern würden dann auch die zur Kasse gebeten, die nur vom Ertrag ihres ‚Ersparten’ leben.

Ganz zu Lasten des arbeitenden Volkes gingen dann die Punkte, die im Mäntelchen höherer Flexibilität einhergehen: Längere Arbeitszeiten (zur Jobsicherung), untertarifliche Entlohnung (zum Einstieg für Langzeitarbeitslose), Änderung („Modernisierung“) des Kündigungsschutzrechtes (d.h. Lockerung), des Jugendschutzgesetzes (Kinderarbeit?), des Betriebsverfassungsgesetzes (Beschneidung der betriebliche Mitbestimmung) und des Arbeitszeitgesetzes (langfristige Arbeitszeitkonten).

Maßnahmen zur Förderung der Teilzeitarbeit sind auch nichts Neues und haben in der Vergangenheit nicht viel gebracht. Und was die Union unter der „Schaffung der rechtlichen Grundlagen für betriebliche Bündnisse für Arbeit“ versteht, bleibt ziemlich im Dunkeln. Sicherlich ist der Abbau von bürokratischen Hemmnissen zu begrüßen. Nur dürfen diese nicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.

Wie gesagt: Nicht viel Neues! Fast immer geht es zu Lasten derjenigen, die gegen Entgelt arbeiten. Warum eigentlich? Gibt es nicht genug Einschnitte durch höhere Belastungen? Und was ich schon aus ökomomischen Gründen nie verstehen werden: Wie denkt man Arbeitsplätze zu schaffen, wenn die Arbeitszeiten verlängert werden? Wie soll die Nachfrage an Gütern gesteigert werden, wenn man weniger Lohn zahlt?

Und warum werden die Verantwortlichen der Wirtschaft nicht mit ‚ins Boot‘ geholt, indem sie ihr für alle notwendiges Scherflein beitragen (z.B. durch verbesserte Ausbildung). Gerade die Wirtschaft hat ein hohes Maß an Verantwortung, dem sie nur selten gerecht wird.

Sicherlich muss endlich etwas geschehen in Deutschland. Die hohe Arbeitslosigkeit kostet uns alle viel, ohne wirtschaftlich Nutzen zu bringen. Man kann dabei die Vorschläge der CDU/CSU nicht gänzlich unter den Teppich kehren, auch wenn sie reichlich populistisch begründet sind. Aber eigentlich zeigt die Union damit nur ihre eigene Hilflosigkeit auf; auch ihr fehlt ein wirksames Gesamtkonzept.

Globalisierung

Es ist noch nicht so lange her, da wurden Globalisierungsgegner als ewig Gestrige defamiert. Man solle nur an die Märkte denken, die sich da für die deutsche Wirtschaft auftun. Gerade in der Globalisierung liegen unsere Chancen.

Und so reist unser Bundeskanzler nicht nur nach China, sondern auch nach Saudi-Arabien und weitere Ölstaaten in der Golfregion. Die mitreisenden Topmanager bringen Milliardenaufträge im Handgepäck nach Hause.

Vielen Dank, Herr Bundeskanzler! Viele Aufträge bedeuten viel Arbeit für deutsche Arbeitnehmer. Für deutsche Arbeitnehmer? Globalisierung ist das Erschließen von neuen Märkten, auch Arbeitsmärkten! Und so darf man sich nicht wundern, wenn deutsche Firmen Milliardenaufträge nach Hause tragen, die dann im Ausland ausgeführt werden.

Inzwischen zeigt sich, dass die Kritik an der Globalisierung mehr als berechtigt ist. Und die Auswirkungen haben auch wir zu spüren durch den drastischen Abbau des Sozialstaates und Massenarbeitslosigkeit, da die Mechanismen zur Regulierung des Arbeitsmarktes nur noch global ‚wirken‘. Jede nationale Arbeitsmarktpolitik wird dadurch letztendlich hinfällig oder zeigt nur punktuell Wirkung, ein Tatbestand, der gern durch ‚mahnende‘ Worte eher vertuscht als aufgedeckt wird:

Die fetten Jahre sind eben vorbei. Die soziale Marktwirtschaft stehe auf dem Abstellgleis.

Auf zfd.de gibt es eine Serie: Vision Deutschland. Hier schrieben u.a. Moritz Freiherr von Knigge und Michael Schellberg:

„Im Gegensatz zur freien Marktwirtschaft erschließt sich Freiheit in einer sozialen Marktwirtschaft erst in Bezug auf Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Jegliches politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Handeln, auch oder insbesondere in Krisenzeiten, muss sich anhand dieses demokratischen Grundverständnis messen lassen.“

Angesichts der Machtgier der Politiker und der Raffgier von Wirtschaftsbossen ist das ein frommer Wunsch!

Die Kunst des Liebens – zum 25. Todestag von Erich Fromm

Diese Jahr ist (wie eigentlich jedes Jahr) ein Jahr der besonderen Jahrestage oder besser: der besonderen Todestage. So jährt sich der Todestag von Albert Einstein zum 50. Mal und der von Friedrich Schiller zum 200. Male. Da vergisst man einen 25. Todestag, z. B. den von Erich Fromm (gestorben 18. März 1980), ziemlich schnell.

Dabei ist Erich Fromm als Psychoanalytiker und Sozialpsychologe ebenso bekannt wie als Autor und bedeutender Humanist des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer in Deutschland geborener Humanwissenschaftler hat Erich Fromm weltweit gewirkt. Seine Schriften und Erkenntnisse werden weltweit gelesen und rezipiert.

    Erich Fromm

Allein die Veröffentlichung „Die Kunst des Liebens“ (1956) sorgte nicht nur in der Fachwelt für Aufsehen, sondern erreichte bis heute weltweit eine Auflage von über 25 Mio. und war z.B. in Deutschland (in den 80-er Jahren) Monate lang auf der Bestsellerliste.

Also Anlass genug, das kleine Büchlein von gerade einmal 150 Seiten (und auch schon fast 50 Jahre alt ist es) einmal wieder zur Hand zu nehmen.

Fromm fragt in dem Buch danach, was Liebe ist, was die Eigenschaften echter Liebe sind und diese von anderen Formen ‚der Liebe‘ unterscheidet. Muß man Liebe lernen? Worin besteht die Kunst des Liebens?

Liebe ist für Erich Fromm nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person. Sie ist eine Haltung, eine Charakterorientierung, welche die Bezogenheit eines Menschen zur Welt als Ganzer und nicht nur zu einem einzigen „Objekt“ der Liebe bestimmt.

Wenn also jemand nur eine einzige andere Person liebt und ihm alle übrigen Mitmenschen gleichgültig sind, dann handelt es sich bei seiner Liebe nicht um Liebe, sondern um eine ’symbiotische Bindung‘, im Grunde um einen erweiterten Egoismus. Trotzdem glauben die meisten Menschen, Liebe komme erst durch ein Objekt zustande und nicht aufgrund einer Fähigkeit. Weil man nicht erkennt, dass die Liebe ein Tätigsein, eine Kraft der Seele ist, meint man, man brauche nur das richtige Objekt dafür zu finden und alles andere gehe dann von selbst.

Man könnte diese Einstellung mit der eines Menschen vergleichen, der gern malen möchte und der, anstatt diese Kunst zu erlernen, behauptet, er brauche nur auf das richtige Objekt zu warten, und wenn er es gefunden habe, werde er wunderbar malen können. Und so ist auch Lieben eine Kunst!

Wenn ich einen Menschen wahrhaft liebe, so liebe ich alle Menschen, so liebe ich die Welt, so liebe ich das Leben. Wenn ich zu einem anderen sagen kann: „Ich liebe dich“, muss ich auch sagen können. „Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst.“

So alt das Buch ist, so aktuell ist es auch heute noch. Vielleicht sollte man es zur Pflichtlektüre machen für alle diejenigen, die an der Gestaltung der Welt (Stichwort: Zukunft Deutschland) beteiligt sind.

Patt in Kiel

Zwar wird die CDU stärkste Fraktion im Kieler Landtag sein; aber zusammen mit der FDP reicht es nicht für die Mehrheit. Zünglein an der Waage ist der SSW (Wählerverband der dänischen Minderheit). Wie es aussieht, wird sich dieser für SPD/Grüne entscheiden und diese zumindest tolerieren. Dann sind CDU/FDP ‚angearscht‘.

Obwohl die Aussichten für Heike Simonis ganz gut waren, ist das Wahlergebnis keine so große Überraschung. Die SPD verliert an die CDU und durch viele Nichtwähler. Auch die Wahlbeteiligung sinkt weiter von 69,5 % aus 2000 auf 67,5 %. Immerhin positiv: die NPD kommt auf gerade 1,9 % der Stimmen (immmer noch 1,9 % zu viel). Völlig verkalkt sind die Leute im hohen Norden dann doch nicht.

Immer noch beeinflusst die Politik in Berlin den Ausgang von Landtagswahlen. Fischer und sein zögerliches Verhalten zum Thema Visamissbrauch haben den Aufwärtstrend bei den Grünen gestoppt. Aber: Die Leute begreifen nicht, dass es mit Merkel (oder Stoiber) und Westerwelle auch nicht besser wird.

    Deutsche Politiker-Pappnasen

Und zur Politik auf Landesebene: Da hätte ein Blick über die Landesgrenze nach Niedersachsen genügt, um zu sehen, dass die CDU auch nicht nur mit Wasser, sondern mit faulem Wasser kocht. Allein die Schulreform dort ist den Namen nicht wert, sondern ein Rückschritt in die 60-er Jahre des vorigen Jahrhunderts – Pisa zum Trotz!