Kategorie-Archiv: Literatur

WilliZ Welt der Literatur

Vergessene Stücke (11): Heiner Müller – Quartett

Sex sells, sagt man – auch in der Literatur?

Heiner Müller (* 9. Januar 1929 in Eppendorf, Sachsen; † 30. Dezember 1995 in Berlin) gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bedeutung erlangte er außerdem als Lyriker, Prosa-Autor und Verfasser theoretischer Texte sowie als Regisseur, Intendant und Präsident der Akademie der Künste Berlin (Ost). Sein Zweipersonenstück Quartett aus dem Jahre 1982 ist eine Adaption des Briefromans „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos von 1782.

Der Stoff ist also nicht neu und bereits mehrmals verfilmt worden. Mir persönlich ist der gleichnamige Film von Stephen Frears aus dem Jahr 1988, u. a. mit John Malkovich, Glenn Close, Michelle Pfeiffer, Uma Thurman und Keanu Reeves, am bekanntesten:

„Die intrigante Marquise Isabelle Merteuil schlägt dem Vicomte Sébastien de Valmont vor, die Braut ihres früheren Geliebten Gercourt, Cécile de Volanges, noch vor der Hochzeitsnacht zu verführen. Für die Verführung der verheirateten Marie de Tourvel verspricht sie ihm sogar eine Liebesnacht.“

Das Stück von Heiner Müller selbst kenne ich aus einem Band mit verschiedenen Theaterstücken (suhrkamp taschenbuch 1190 – 1. Auflage 1985) Theater heute, dessen andere Stücke ich hier bereits fast alle vorgestellt habe.

Personen:
Merteuil (Marquise) (spielt auch Valmont bzw. ihre Nichte Volanges)
Valmont (Vicomte) (spielt auch Madame Tourvel)

Zeitraum : Salon vor der französischen Revolution – Bunker nach dem dritten Weltkrieg


Heiner Müller: Quartett

Nun auch dieses Stück ist noch nicht so ganz vergessen. Gerade in den letzten Jahren gab es mehrere Neuinszenierungen (u.a. 2010 am Stadttheater Bern oder erst neulich im theaterlabor des Theater Bremen, Premiere 5. Juni 2011).

„Müller schränkt die Personen der Handlung auf die beiden Antagonisten Marquise Merteuil und ihren ehemaligen Geliebten Vicomte Valmont ein. Die Marquise und der Vicomte reduzieren die Liebe auf Sex und reine Körperlichkeit, vielmehr das Reden darüber. In ständigem Rollenwechsel (Merteuil spielt Valmont bzw. ihre Nichte Volanges, Valmont spielt Merteuil oder Madame Tourvel – daher der Titel Quartett) fechten die zwei Figuren des Stücks einen Machtkampf aus, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe geworden sind. Gekonnte Rhetorik und Perversion werden zum Ersatz für menschliche Beziehungen und auf die Spitze getrieben, bis hin zu brutaler Selbstzerstörung. Dabei zeigt sich jedoch auch immer die Leere und eine Art Endzeitmüdigkeit, die das durch Verstrickungen, Gewohnheit und unerfüllte Sehnsucht aneinander geknüpfte Paar verspürt. Gleichzeitig zeigen sie einen ausgeprägten Galgenhumor, der dem Drama komödiantische Elemente hinzufügt.“

Sex sells? Das Stück hat sicherlich seinen ausgesprochenen (sic!) Reiz. Die Sprache ist lasziv, dabei äußerst geschliffen. Aber es offenbart sich am Ende nur ein leerer Abgrund. Müller kritisierte die Dekadenz, den Verfall der Gesellschaft, in der jeder nur ‚bedient’ werden will, um seine Gelüste zu befriedigen. Dabei verkaufte sich Sex bereits früher schon bestens.

Merteuil. … Das Ideal wäre blind und taubstumm. Die Liebe der Steine. … Warum sollte ich Sie hassen, ich habe Sie nicht geliebt. (S. 457 der genannten Buchausgabe)

Merteuil [als Valmont]: Der Gedanke, der nicht Tat wird, vergiftet die Seele. (S. 465)

Stücke, Prosa, Tondokumente und mehr von Heiner Müller

Max Frisch: Entwürfe zu einem dritten Tagebuch

Max Frisch, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern dürfen, hat neben seinen Stücken und dem erzählenden Werk eine besondere Prosaform entwickelt: das Tagebuch. Es ist nicht zu verwechseln mit den üblichen Tagebüchern von Schriftstellern. In Frischs literarisch ausgestalteten Tagebuch, das Autobiografisches mit fiktionalen Elementen verbindet, findet er eine literarische Form, die ihm in besonderem Maße entspricht und in der er auch seine ausgedehnten Reisen reflektiert. Es enthält neben der Schilderung realer Fakten also auch viel Dichtung und nimmt dabei teilweise spätere Prosa- oder Theaterstücke vorweg. Begonnen hat Frisch mit dieser Form schon früh mit Blätter aus dem Brotsack, die er während seines Aktivdienstes im Herbst 1939 als Kanonier während seiner ersten Militärdienstperiode im Zweiten Weltkrieg verfasste.

Als eigenständige Werke wurden dann seine Tagebucher 1946-1949 und 1966-1971 bekannt. Inhaltlich findet sich im Tagebuch 1946-1949 (das Buch ist in gleicher Schriftart gehalten) in etwa Folgendes:

Erzählungen wie Marion und die Marionetten (Andorra) / Tagebuchnotizen (z.B. Basel, März 1946) / Essays (Du sollst dir kein Bildnis machen) / Reiseberichte / Skizzen (z.B. zum Stück Der Graf von Öderland) / usw.

Das Tagebuch 1966 – 1971 (in unterschiedlichen Schriftarten gehalten) geht über diesen Rahmen schon hinaus und besticht besonders durch die Fragebogen (gewissermaßen nach amerikanischen Vorbild) und seiner satirischen Prosadichtung zur Gründung einer Vereinigung Freitod. Inhaltlich finden wir folgende Prosa-Formen:

FRAGEBOGEN (z.B. Sind Sie sicher, daß Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?) / Artikel (z.B. BERZONA) / Erzählungen (z.B. DER GOLDSCHMIED) / Erinnerungen (Erinnerungen an Brecht) / Tagebuchnotizen (z.B. BERZONA, Juni 1966) / Reiseberichte (Warschau) / Skizzen / Verhöre / Vereinigung Freitod (Entwurf/Notiz zum Handbuch/ Handbuch für Mitglieder: „Wer alt wird, ist selber schuld.“ – damit endet auch dieses Tagebuch)

„Im August 2009 meldeten die Feuilletons eine Sensation: In einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teil des Max-Frisch-Archivs in Zürich war das Typoskript eines bisher unbekannten Werks des Schweizer Autors gefunden worden: 184 Seiten, von Frisch auf Tonband diktiert, von seiner Sekretärin in die Maschine getippt. Der Autor selbst hatte auf der Titelseite notiert: ‚Tagebuch 3. Ab Frühjahr 1982.’

Tagebuch 3
Ab Frühjahr 1982
Widmung: Für Alice
New York, November 1982

„Max Frisch lebte zu dieser Zeit in New York, zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Alice Locke-Carey, bekannt als ‚Lynn’ aus der Erzählung ‚Montauk’. Ihr ist dieses ‚Tagebuch 3’ gewidmet, und vermutlich fällt das abrupte Ende der Aufzeichnungen mit der Trennung von der Amerikanerin im Frühjahr 1983 zusammen. Die USA und die Schweiz, die Reagan-Administration und das belastete Verhältnis zu der um vieles jüngeren Frau, der Kalte Krieg und der Krebstod eines engen Freundes: Wie die beiden legendären, 1950 und 1972 erschienenen Tagebücher verzeichnen auch die ‚Entwürfe zu einem dritten Tagebuch’ Augenblicksnotizen neben längeren reflexiven Passagen – und heben das scheinbar flüchtig hingeworfene Notat in den Rang des Literarischen: ‚Es gibt in Amerika alles – nur eins nicht: ein Verhältnis zum Tragischen.’“
(Klappentext – Entwürfe … – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter von Matt – 3. Auflage 2010, Suhrkamp Verlag Berlin)

„Das Typoskript für ein drittes, 1982 begonnenes Tagebuch wurde 2009 in den Unterlagen von Frischs Sekretärin entdeckt. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass Frisch dieses Werk als 70-Jähriger vernichtet hatte, weil er sich dessen kreativer Gestaltung aufgrund eines zunehmenden Verlusts seines Kurzzeitgedächtnisses nicht mehr gewachsen fühlte. Als das Typoskript 2010 veröffentlicht wurde, erhielt es aufgrund seines fragmentarischen Charakters den Titel Entwürfe zu einem dritten Tagebuch.“

Diese ‚Entwürfe … ’ äußern sich vorherrschend zum Altern, zu einem sterbenden Freund, zum Tod, zu den USA (siehe hierzu meinen Beitrag: Max Frisch und the American Way of Life!), zum Nuklearkrieg, zu Israel, zur Arbeit, zur Liebe, zur Transzendenz und zuletzt zu Frischs Traum von einem Haus für die letzten Jahre („das weiße ‚Lebensabendhaus’ in der Landschaft von New England.“)

Herausgegeben wurde dieses 3. Tagebuch von Peter von Matt, der in einem Nachwort schreibt: „Für sich allein betrachtet, stellt jeder der hier versammelten Texte eine Meditationsvorlage dar.“ (S. 189) Ich habe das beim Lesen ähnlich empfunden. Obwohl es eine chronologische Abfolge des Verfassten gibt, so steht jeder einzelne Text für sich wie ein Bild in einer Galerie, vor dem man verweilen sollte. Jeder Abschnitt (manchmal füllt er keine ganze Seite) verdient der Betrachtung, der Meditation – wie Peter von Matt schreibt.

Dieses 3. Tagebuch ist inhaltlich sicherlich nicht die große Sensation. Aber wir erfahren doch Einiges aus dem Lebensabend eines großen Schriftstellers. Ansonsten ist dieses kleine Buch eher etwas für eingefleischte Max Frisch-Leser.

Literatur von Max Frisch

Max Frisch lebte lange Zeit (von 1965 bis 1984) in einem aufwändig renovierten Haus in dem kleinen Ort Berzona im Tessin (siehe hierzu Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän – Eine Erzählung). Laut dieses 3. Tagebuchs grenzte das Grundstück an den kleinen Friedhof des Ortes.


Größere Kartenansicht
New York – 123 Prince Street (SoHo)

Daneben unterhielt Max Frisch auch weitere Wohnungen, so ein Loft in New York – 123 Prince Street (in SoHo – gekauft 30.04.1981 – verkauft 26.09.1984); Wohnungen in Berlin, Sarrazinstraße 8 (ab 1973 – ging nach der Scheidung an Frau Marianne Frisch-Oellers) und in Zürich, Stockerstraße 39 (von 1979 – 1983). Von 1983 bis zu seinem Tode lebte Max Frisch in Zürich, Stadelhoferstraße 28 (in der Nähe des Café Odéon, das im Tagebuch 1946-1949 erwähnt wird)


Größere Kartenansicht
Zürich, Stadelhoferstraße 28 – Wohnsitz von Max Frisch (1983 – 1991)

Siehe auch meine weiteren Beiträge zu Max Frsich:

Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän – Eine Erzählung
Vergessene Stücke (9): Max Frisch – Biografie: Ein Spiel
Max Frisch: Homo faber – Ein Bericht
Max Frisch und the American Way of Life!
Max Frisch: Mein Name sei Gantenbein
Max Frisch: Stiller

Übers Altern

1982 schrieb Max Frisch im Alter von 71 Jahren in seinen Aufzeichnungen, die vor einem Jahr als Entwürfe zu einem dritten Tagebuch erschienen sind:

„Ich werde ein Greis.

Man wird ein Greis, wenn man sich zu nichts mehr verpflichtet fühlt, wenn man nicht meint, irgendjemand in der Welt irgend etwas zu schulden, und dazu braucht einer noch nicht am Stock zu gehe oder im Rollstuhl zu sitzen; es gibt auch wanderfähige Greise. Vorderhand erschreckt mich noch meine zunehmende Nachlässigkeit gegenüber Freunden, meine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber öffentlichen Ereignissen, meine zunehmende Freiheit …“
(Entwürfe … – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter von Matt – S. 85 – 3. Auflage 2010, Suhrkamp Verlag Berlin)

Mit dem Altern hatte sich Max Frisch bereits in seiner 1979 erschienenen Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän eingehend beschäftigt. Es ist nun nicht so, dass ich mich als Greis fühle. Sicherlich habe ich meine Jährchen auf dem Buckel (so langsam gehe ich auf die sechzig zu), denke auch schon über meinen Renteneintritt nach, aber noch bin ich gut auf den Beinen und – ich hoffe – auch gut im Kopf.

Wie Herr Geiser, dem Protagonisten aus der Holozän-Erzählung, so litt Max Frisch unter einer zunehmenden Merkschwäche, dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Ich selbst prüfe mich nun nicht ständig auf Symptome für einsetzende Senilität. Wenn ich vieles vergesse, dann schon fast aus Absicht, weil ich mich nicht immer mit unnötigem Wissensballast belasten will. Vielleicht ist das schon die von Frisch oben beschriebene ‚Nachlässigkeit’ und ‚Gleichgültigkeit’, obwohl mich ‚öffentliche Ereignisse’ durchaus noch interessieren. Aber hier siebe ich bereits, muss nicht alles wissen. Die Ereignisse müssen mich schon interessieren, also in Bezug zu mir oder meiner Familie stehen.

Es ist sicherlich nicht Senilität, eher so etwas wie Altersweisheit, wenn ich mehr und mehr beginne, mich nicht mehr zu allem ‚verpflichtet zu fühlen’. Auf der Arbeit lasse ich so gern Jüngere ’ran (ich habe überlegt, ob ich mich auf dem Weg befinde, eine ‚innere Kündigung’ auszusprechen, was meinen Arbeitsplatz betrifft – so ganz ist das nicht von der Hand zu weisen). Sie können es schon besser als ich und haben noch Ambitionen. Also?! Lasse ich noch einmal Max Frisch sprechen:

„Wonach drängt es mich?
Ich bin schon noch tätig –
Wäre ich ein Bauer, würde man mir kaum noch die Sense in die Hand geben, die Sichel vielleicht; es würde kaum erwartet, dass ich auf die Leiter steige, um Äpfel zu pflücken; ob man mich auf den Traktor lassen würde, frage ich mich; man fände es richtig, dass ich die Hühner füttere, die Enten usw.
Was erwartet man von einem Schriftsteller?
Dass er Interviews gibt.“

(S. 27)

Vergessene Stücke (10): Lars Norén – Dämonen

Erst kürzlich sah ich den US-amerikanischen Film „Der Rosenkrieg“ von (und mit) Danny DeVito und mit Michael Douglas und Kathleen Turner als Ehepaar Rose. Dieser ‚Rosenkrieg’ zeigt, wie aus Liebe mit den Jahren Hass und ein Kampf bis aufs Blut, ja, bis zum Tode werden kann. Der Streitpunkt ist hier materiell, das Haus, das keiner der beiden hergeben will.

Ehedramen üben eine gewisse Faszination aus. Ein weiteres Beispiel ist Wer hat Angst vor Virginia Woolf? von dem US-amerikanischen Dramatikers Edward Albee (1962 uraufgeführt), das uns aus einer Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton aus dem Jahre 1966 bekannt sein dürfte. Hier wird ein junges Paar Zeuge eines eskalierenden Ehestreits.

Das Stück Dämonen des schwedischen Dramatikers Lars Norén (*1944 in Stockholm) ist ähnlich gelagert. Auch hier wird ein anderes Paar in eheliche Auseinandersetzungen hineingezogen. Norén begann bereits als Jugendlicher zu schreiben. 1963 erschien sein erster Gedichtband, bis 1980 von weiteren gefolgt, außerdem drei Romanen, von denen „Die Bienenväter“ 1973 auch auf Deutsch erschien.

Dämonen (Original: Demoner) – Deutsch von Angelika Gundlach – wurde am 28.04.1984 in Stockholms Stadsteater (Regie: Carsten Brandt) uraufgeführt. Die deutschsprachige Uraufführung fand am 21.11.1984 am Schauspielhaus Bochum (Regie: Claus Peymann) statt (lese hierzu: Szenen zweier Ehen – von Hellmuth Karasek in spiegel.de)

Nun so ganz vergessen ist das Stück nicht, immerhin ist mir eine letzte Inszenierung bekannt, die es in der Regie von Thomas Ostermeier an der Berliner Schaubühne im Frühjahr 2010 gab.


»Dämonen« Trailer der Schaubühne Berlin

Das Stück selbst kenne ich aus einem Band mit verschiedenen Theaterstücken (suhrkamp taschenbuch 1190 – 1. Auflage 1985) Theater heute, dessen andere Stücke ich hier bereits teilweise vorgestellt habe.

„Der schwedische Dramatiker Lars Norén (Jahrgang 1944) beschäftigt sich seit den 80er-Jahren mit dem unaufhaltsamen Untergang des ehelichen Zusammenlebens – und setzt damit eine skandinavische Tradition fort, die mit Namen wie Strindberg, Ibsen und Bergmann verknüpft ist. ‚Dämonen’ ist ein klassisches Zimmerschlacht- Stück, in dem ein Ehepaar, das Lustgewinn daraus bezieht, sich gegenseitig fertig zu machen, den Besuch eines anderen Paares dazu benutzt, die Beleidigungen und Erniedrigungen auf die Spitze zu treiben.“ (Quelle: Berliner Morgenpost)

Personen:

Katarina, 36 Jahre
Frank, ihr Mann, 38 Jahre
Jenna, Nachbarin, 36 Jahre
Tomas, ihr Mann, 37 Jahre

Ort und Zeit: Eine Stadtwohnung, 1982

„Entweder ich bringe dich um, oder du mich, oder wir trennen uns, oder wir machen so weiter“, lautet Katarinas lakonisches Fazit ihrer langjährigen Beziehung mit Frank. Und da die beiden, die sich hassen bis aufs Messer und doch nicht voneinander lassen können, nicht schon wieder einen Abend einsam zu zweit in ihrer Nobel-Wohnung verbringen wollen, bitten sie das Nachbarsehepaar herüber. In stilvollem Ambiente vollzieht sich eine gnadenlose Seelenschlacht. „Norén ist ein Großmeister des Dialogs. Die Banalitäten seiner ausgeleierten Alltagswendungen sind so raffiniert verwoben …, dass sie die unausgesprochenen Aggressionen bis in die feinsten Abschattungen verlautbaren.“ (FAZ) „Ein gespenstisches Stück über die Liebe. Oder besser: Über deren Verlust.“ (Süddeutsche Zeitung)
(Quelle: rowohlt-theaterverlag.de)

Anders als z.B. in „Der Rosenkrieg“ erleben wir hier ein Paar, das in seine im Wesentlichen sexuell begründeten Obsessionen gefangen ist. Dazu ist es ein Teufelskreis gegenseitiger Hörigkeit, aus dem beide nicht entfliehen können:

FRANK Ja, ich liebe dich. […] Aber ich mag dich nicht. […] Überhaupt nicht. Ich kann dich nicht leiden. Aber ich kann ohne dich nicht leben.

[…]

KATARINA […] Du machst mich nur unglücklich. Ängstlich … Und so verwirrt. Und leer … Ich will nur weglaufen … Zurück … Zurück.

FRANK Wohin?

KATARINA Zu dir.

[…]

KATATRINA […] Solange ich dich schlecht behandle, kommst du nicht von mir los.

Das geladene Nachbarehepaar wird in diesen Ehekrieg hineingezogen. Schnell entlarvt es sich, zeigt, dass auch bei ihnen nicht alles stimmt, dass Unzufriedenheit herrscht – und ein Begehren dem anderen Paar gegenüber. Die Situation eskaliert, wie sollte es anders sein, der innere seelische Schmerz (FRANK […] Darum geht es doch – um den Schmerz. Sie empfinden einen solchen Schmerz …) stellt sich dar als äußerer körperlicher Schmerz – und endet in einer Kreuzigungsszene. 1982 mag das schockierend gewirkt haben, heute empfindet man es wohl eher als abstoßend, zumindest als ‚übertrieben’.

Lars Norén zeigt sich allerdings in den Dialogen als Könner. Besonders die Rolle des Frank ist dermaßen spitzfindig ausgelegt, dass man sich als Zuschauer (oder Leser) selbst oftmals an den Kopf fassen möchte. Wie er das Gespräch zu drehen versteht, hat schon eine gewisse Klasse.

Ehedramen – die Faszination gesteht weiterhin und wird von unserem Voyeurismus genährt. Auch Noréns Drama bietet dafür – auch heute noch – reichlich viel Futter.

Stücke und mehr von Lars Norén

Martin Walser: Nietzsche lebenslänglich

Es ist ein kleines Buch. Eine gebundene Ausgabe, wie es heißt. Handlich und kompakt. Das möchte ich schon rein äußerlich wenig mit einem Kindle eBook Reader oder so tauschen.

Nietzsche lebenslänglich von Martin Walser zeugt von Walsers Interesse am eigenen Werk. Das kommt vor, erst recht in dem Alter Walsers. Da fragte er seinen Rechner, wie oft Nietzsche bei ihm vorkomme und erstaunte, als er erfuhr, dass es 732 Mal ist. Dabei hatte er nie eine Meinung über Nietzsche. Zumindest nicht geäußert. Walser hat Nietzsche nur gebrauchen können. Als Anrufungen.

„Aber auch meine Romanfiguren kommen nicht ohne ihn aus. Die Fabrikantengattin Blomich im Roman Halbzeit sowenig wie der ganz in Nietzsche Frequenzen lebende und leidende Lehrer Helmut Halm im Fliehenden Pferd und in der Brandung.“ (aus dem Vorwort, S. 7, Nietzsche lebenslänglich – Eine Seminararbeit – 1. Auflage – 2010 – Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg)

„Friedrich Nietzsche gehört zu den wirksamsten Lektüren Martin Walsers. Sein Werk trägt diese dauerhafte Beschäftigung über fünfzig Jahre hin in sich, und das vorliegende Buch bringt die universelle Brauchbarkeit dieses mächtigen Sprachverführers für Walser zum Vorschein.“ (Umschlagtext)

Und:

„Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg am Bodensee, hat, wie er in seinem Tagebuch notiert, gelegentlich ein „gestörtes Verhältnis zur Realität“, die ihn umgibt. Um so vertrauter und verläßlicher dagegen ist sein Verhältnis zur Literatur: Hölderlin, Kleist, Heine und Kafka (Beschreibung einer Form: Versuch über Kafka) zählen zu den erlebbaren und geistesgegenwärtigen Autoren, denen sich Walser besonders nahe fühlt, die seine Arbeit begleiten und die sein Schreiben von allem Anfang an durchdringen. Goethe wird ihm spät noch zum Thema ausführlicher Auseinandersetzung. Friedrich Nietzsche aber ist der Autor, der sich in Walsers Texte von Halbzeit (1960) über Jenseits der Liebe (1976), Ein fliehendes Pferd (1978) bis hin zu Brandung (1985) und der Verteidigung der Kindheit (1991) gleichsam eingeschlichen zu haben scheint, weil er brauchbar ist, für Walser, für seine Romanfiguren.“
(Zu dieser Ausgabe – S. 93)

Wahrscheinlich muss man begeisterter Walser-Leser sein, um dieses Büchlein zu kaufen. Es enthält die Passagen aus seinem Werk, in denen Walser Nietzsche erwähnt, nicht einmal zitiert (oder das nur sehr selten). Okay, einige Texte sind neu, bisher nicht veröffentlicht. Aber auch ohne diese wird ein Walser-Fan nicht gleich sterben wollen. Und doch: Was vielleicht auch für bisher Walser-Unkundige von Interesse sein könnte, dass ist der Einblick in ein kurzgefasstes Walser-Kompendium, in eine Anthologie von Walsers Prosa, auch wenn ich es persönlich nicht für sehr repräsentativ halte (ein bisschen mehr sollte es schon sein).

Martin Cruz Smith: Nacht in Havanna

Sommerzeit ist für mich Krimizeit. Ich habe zwar noch keinen Urlaub (das dauert noch einige Wochen), aber in den ersten Tagen dieses Sommers habe ich mich auf einen Kriminalroman gestürzt, der viel Spannung verhieß – und dies dann durchaus auch einhalten konnte.

Zunächst sagte mir der Autor, Martin Cruz Smith, überhaupt nichts. Dann las ich aber auf dem Umschlagtext zum Buch, dass Cruz Smith auch den Kriminalroman „Gorki Park“ geschrieben hat, der als Vorlage zu dem gleichnamigen Film diente. Und den Film kenne ich natürlich – ein außergewöhnlicher Thriller aus dem Jahr 1983, u.a. mit William Hurt als russischen Polizisten Arkadi Renko, Lee Marvin als Pelzhändler Jack Osborne und Joanna Pacula als Irina Asanova, der späteren Geliebte Renkos.

„Nacht in Havanna“ (im Original: Havana Bay), 1999 erschienen, gehört wie „Gorki Park“ (1981 erschienen) zu der inzwischen mehrbändigen Arkadi-Renko Serie. Es dürften jetzt sieben Romane sein:

Die Reihe um den Polizisten Arkadi Renko beschreibt nicht nur jeweils in sich abgeschlossene Kriminalfälle der verschiedensten Art, sondern dokumentiert eindrucksvoll die Entwicklung von der Sowjetunion der 80er Jahre bis zum heutigen Russland.

Der Autor Martin Cruz Smith wurde 1943 in Philadelphia als Sohn einer Indianerin und eines Jazz-Musikers geboren und arbeitete zunächst als Journalist.

Arkadi Renko ist ein melancholischer Held, wenn auch ein „Ermittler mit dem untrüglichen Gespür“. In „Nacht in Havanna“ ist er „desillusionierter denn je. Denn nach dem sinnlosen Tod seiner Geliebten Irina hat er mit dem Leben abgeschlossen. Nur eine Aufgabe bleibt ihm noch: das Verschwinden seines alten Gegenspielers Sergej Pribluda aufzuklären. Der einst mächtige Geheimdienstchef arbeitet Ende der 90er Jahre in der sozialistischen Enklave Kuba. Im Reich Fidel Castros spioniert er für die russische Regierung geheime Geldströme und ostwestliche Aktivitäten aus. Doch dann ist Pribluda eines Tages verschwunden. Und als wenig später eine unbekannte Wasserleiche in der Bucht von Havanna angeschwemmt wird, muß Renko auf der Zuckerinsel ermitteln. Die kubanischen Behörden und die russische Diplomatie möchten die Angelegenheit am liebsten mit der Identifizierung von Pribluda zu den Akten legen. Doch Renkos Skepsis wächst, je länger er sich in dieser ihm unverständlichen Welt bewegt. Er zweifelt an den Todesumständen und an der Polizei. Und er fragt sich, warum man ihn mit aller Gewalt ausschalten möchte. Was also steckt hinter Pribludas Tod? Scheinbar planlos erkundet Renko die letzten Bastionen der Ewiggestrigen und die Winkelzüge der Profiteure für die Zeit nach Fidel Castro. Alte Revolutionäre und neue Opportunisten, die Mafia aus Ost und West belauern die Insel wie Piraten ein sinkendes Schiff. Wo ist der rote Faden in diesem tödlichen Spiel aus Intrigen und Verrat? Schließlich stößt Renko auf einen Geheimzirkel, der einen irrwitzigen Coup plant …“ Er „gerät unvermittelt in eine flirrend unwirkliche Welt, in der nichts so ist, wie es scheint.“
Aus dem Umschlagtext zum Roman (2. Auflage – 1999 – C. Bertelsmann Verlag, München)


Größere Kartenansicht
Malecón (Uferstraße in Havanna) – ostwärts zum Castillo de San Salvador de la Punta … Havana Vieja [Alt-Havanna] … Im Western lagen Viertel, die Vedano und Miramar hießen … (S. 31)

Der Roman spielt zwar Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Aber die Situation in Kuba dürfte heute ähnlich sein, nur dass statt Fidel Castro jetzt sein Bruder Raúl die Amtsgeschäfte führt. Entgegen gewisser Bedenken von mir gelingt dem Buch durchaus ein Stimmungsbild des heutigen Kuba, auch wenn auf gewisse Klischees nicht ganz verzichtet wurde. Aber es ist nun einmal ein Kriminalroman, ja ein politischer Thriller, dem es um Spannung geht. Die Charaktere haben sicherlich nicht die Tiefe wie in einem wirklich guten Roman, trotzdem wirken sie durchaus akzeptabel.

Das Ende ist dann ziemlich verwirrend und ‚verliert’ sich in der Aufdeckung eines „irrwitzigen Coups“, in dem auch der Máximo Líder bzw. Comandante (Fidel Castro) verstrickt ist. Das ist dann vielleicht doch etwas sehr dick aufgetragen. Spannend ist das aber allemal. Daher möchte ich diesen Kriminalroman durchaus zu den interessanten und damit lesbaren zählen. Und irgendwie regte er meinen Appetit auf Urlaub an (Sonne, Strand und Musik à la Buena Vista Social Club – und ‚’ne Buddel voll Rum’).

Frankfurter Buchmesse: Gastland Island

Vom 12. bis 16. Oktober 2011 findet wiederum die Frankfurter Buchmesse statt. Wie in jedem der letzten Jahre, so gibt es auch diesmal ein Gastland, das einen besonderen Schwerpunkt bildet. 2011 ist das Ísland unter dem Motto Sagenhaftes Island.

Für ein Land wie Island mit gerade einmal gut 300.000 Einwohner, aber mit 103000 qkm fast so groß wie die ehemalige DDR (108333 qkm), ist es sicherlich eine große Ehre, Gastland einer so großen Buchmesse zu sein. Allerdings hat Island eine jahrhundertlange literarische Tradition, die mit den Isländersagas um 1200 beginnt. Rechtzeitig veröffentlicht der S. Fischer Verlag als Neuübersetzungen Die Isländersagas in 4 Bänden mit einem Begleitband. Aber natürlich glänzt Island auch mit zeitgenössischen Autoren wie Einar Kárason, Sjón und Gyrðir Elíasson, um nur einige zu nennen. Und Halldór Laxness dürfte selbst den Nicht-Island-Kennern ein Begriff sein.

Willi über dem Skaftafellsjökull 1990
Willi über dem Skaftafellsjökull 1990

Natürlich freut es mich besonders, dass Island diese Ehre zukommt. Mein Augenmerk und das meiner Familie ist in letzter Zeit wieder sehr auf Island ausgerichtet. So habe ich mich selbst vermehrt mit isländischer Literatur (z.B. Halldór Laxness und Einar Kárason) beschäftigt. Auch wenn es längst noch nicht amtlich ist, aber für 2013 ist nach dann 23 Jahre eine erneute Island-Reise geplant. Island ist und bleibt von der Natur und der Kultur her ein faszinierendes Land für mich.

Javier Marías: Mein Herz so weiß

„Ich wollte es nicht wissen, aber ich habe erfahren, dass eines der Mädchen, als es kein Mädchen mehr war, kurz nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise das Badezimmer betrat, sich vor den Spiegel stellte, die Bluse aufknöpfte, den Büstenhalter auszog und mit der Mündung der Pistole ihres eigenen Vaters, der sich mit einem Teil der Familie und drei Gästen im Esszimmer befand, ihr Herz suchte. Als der Knall ertönte, etwa fünf Minuten, nachdem das Mädchen den Tisch verlassen hatte, stand der Vater nicht sofort auf, sondern verharrte ein paar Sekunden lang wie gelähmt mit vollem Mund und wagte nicht zu kauen noch zu schlucken und noch weniger, den Bissen auf den Teller zurückzuspucken; und als er sich endlich erhob und zum Badezimmer lief, sahen jene, die ihm folgten, wie er, als er den blutüberströmten Körper seiner Tochter entdeckte und die Hände an den Kopf hob, den Bissen Fleisch im Mund hin und her bewegte, ohne zu wissen, was er mit ihm anfangen sollte.“

(S. 9 – Klett-Cotta Deutscher Taschenbuch Verlag 12507 – Juni 1998)

„Eine junge Frau erhebt sich vom Tisch, geht ins Bad, knöpft ihre Bluse auf und erschießt sich. Diese dunkle Szene, von der der Ich-Erzähler nur gehört hat, läßt ihm keine Ruhe. Die junge Frau war seine Tante, die Schwester seiner Mutter, die Frau, die sein Vater vor seiner Mutter geheiratet hatte. Vierzig Jahre später ist der Erzähler selbst verheiratet. Dunkle Vorahnungen und nebensächliche Ereignisse beunruhigen ihn. Der Ich-Erzähler ist Dolmetscher und leidet an eine déformation professionelle, die ihn dazu zwingt, jedes Detail zu registrieren und zu interpretieren: die kleinen, scheinbar unbedeutenden Dinge im Leben zu zweit und auch jene Details, die ihm nach und nach mehr über die Ereignisse vor seiner Geburt verraten, als ihm lieb ist …“ (Aus dem Klappentext)

Javier Marías Franco (* 20. September 1951 in Madrid) ist ein spanischer Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer. Sein Roman Mein Herz so weiß (Original: Corazón tan blanco, Barcelona 1992) erschien in Deutschland 1996 in der J. G. Cotta_sche Buchhandlung, Stuttgart, in einer Übersetzung von Elke Wehr.

Javier Marías gilt als einer der bedeutendesten Schriftsteller des heutigen Spaniens. Sein Werk wurde in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt (Stand: 1998). Der Titel des Romans ist ein Zitat aus Shakespeares Macbeth (2. Akt, 2. Szene):

„My hands are of your colour; but I shame
To wear a heart so white.”
(Shakespeare)

Oder:

“Meine Hände
Sind blutig, wie die deinen; doch ich schäme
Mich, daß mein Herz so weiß ist.“

In meinem Beitrag „I have done the deed” habe ich mich bereits mit diesem Roman einwenig beschäftigt. Es geht darin u.a. um eine Tat, ein Verbrechen, das „nicht existiert, [… wenn es] nicht ausgesprochen wird.“ (S. 53) „Vielleicht kommt ein Augenblick, in dem die Dinge erzählt werden können, sie selbst, vielleicht um zur Ruhe zu kommen oder um endlich zu einer Fiktion zu werden.“ (S. 283) Hinter dem Selbstmord der jungen Frau vor 40 Jahren, der Tante des Ich-Erzählers, verbirgt sich ein Drama Shakespeare’schen Ausmaßes. „Es ist die Glut Macbethscher Einflüsterungen, sprachlicher Verderbtheit, die reales Verderben bewirkt.“ (Hellmuth Karasek im „Spiegel“). Lady Macbeth stiftete ihren Mann zum Mord an König Duncan an und begeht vom Gewissen geplagt Selbstmord. Der Selbstmord im Roman ist ähnlich gelagert. Auch die Tante hatte einen Satz gesprochen: „Es war ein Satz des Verzichts, nicht der Anstiftung, es war der Satz von jemandem, der sich zurückzieht und für besiegt erklärt.“ (S. 321) Aber genau dieser Satz führte zum Verbrechen. Und als der Tante bewusst wurde, was sie damals so beiläufig gesagt hatte, wurde sie sich ihrer Schuld bewusst: “Meine Hände sind blutig, wie die deinen; doch ich schäme mich, daß mein Herz so weiß ist.“ Und: „Übersetzbare, herrenlose Worte, […] die zu […] Handlungen anstiften, […] Aber wer sie sagt, erträgt sich nicht, wenn er sie vollzogen sieht.“ (S. 321)


Größere Kartenansicht
Calle de Alcalá, 15, Madrid (im Roman: Calle Alcalá 15, hier in einem alten Casino fand die Hochzeitsfeier von Juan, dem Ich-Erzähler, und Luisa statt, siehe S. 100 – der Name der Straße nach einer alten Universität in Madrid: Alcalá)

Der Roman ist ein Buch, von dem man hin- und hergerissen wird. Einige Passagen im ersten Teil sind sicherlich etwas ermüdend und schleppend (Marías sinnt schwermütig-pessimistisch über die Ehe nach). Erst am Schluss des Romans ergeben sie Sinn. Aber dann kommen Passagen, die den Leser in ihren Bann ziehen, es gibt kaum ein Entkommen. Selbst scheinbar unbedeutenden Dinge im Leben des Ich-Erzählers verursachen durch die Erzählweise eine Spannung, die sich erst zuletzt ähnlich wie beim Protagonisten, dem ein Unbehagen plagt, lösen. Marías erzeugt diese Spannung, dieses Unbehagen auch beim Leser, durch kleine Sätze, deren Bedeutung erst spät geklärt wird: „… sie denken nicht daran, daß sich bisweilen alles ändert, nachdem man weiß, sogar das Fleisch oder die Haut, die sich auftun, oder etwas wird aufgeschlitzt.“ (S. 169)

Unser Literaturpapst reagierte übrigens beim Erscheinen des Buchs enthusiastisch: „Begeistert bin ich von diesem Marías, ich glaube, das ist einer der größten im Augenblick lebenden Schriftsteller der Welt … Ich habe seit vielen Jahren kein Buch gelesen, das mich so tief getroffen hat.“ (Marcel Reich-Ranicki im „Literarischen Quartett“) Ich kann es ihm nicht ganz verdenken. Was mich allerdings wundert ist, dass der Roman Mein Herz so weiß seit längerer Zeit nicht mehr neu in Deutschland aufgelegt wurde. Überhaupt erscheint mir die Literatur von Javier Marías in Deutschland etwas stiefmütterlich behandelt zu sein. Sollte es doch etwas zu ‚schwer’ sein fürs deutsche Gemüt?

Zuletzt hier noch eine sicherlich hilfreiche Rezension mit weiteren Textpassagen zu Mein Herz so weiß

Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän – Eine Erzählung

Der Mensch erscheint im Holozän (mit der Widmung: Für Marianne) ist eine kleine Erzählung von Max Frisch, die ich als 1. Auflage, also Erstausgabe, besitze. Mit Erstausgabe ist das so etwas. Besitzt man eine solche, dann hat man mit Sicherheit einen besonderen Schatz in Händen, denn gerade Erstausgaben haben einen höheren materiellen Wert als die folgenden Auflagen. Mir ist natürlich der ideelle Buch eines Buches wichtiger, also der Inhalt. So bin ich natürlich schon einige Zeit am überlegen, ob ich mir z.B. einen Kindle eBook Reader, dem großen Verkaufsschlager von amzon.de, zulegen werde. Aber noch mag ich Bücher in ihrer Handlichkeit, mag das Blättern in Papier.

Zurück zu Frischs kleiner Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän aus dem Jahre 1979. Es ist ein Spät-, gar Alterswerk des Schweizer Schriftstellers. Zur Zeit der Veröffentlichung war Frisch 68 Jahre alt war. Allerdings schrieb er an dieser Erzählung bereits seit 1972 (da war er 61 Jahre alt, also gerade 4 Jahre älter als ich es heute bin). Es ist aber vor allem ein Alterswerk vom Inhaltlichen her. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fand das Buch im deutschsprachigen keine allzu große Resonanz bei Publikum und Kritik. Die Erzählung wurde als Nebenwerk des Autors abgetan. In den USA allerdings wurde es als kleines Meisterwerk gefeiert. Dem stimme ich gern zu. Alterswerke gibt es natürlich genug, wenn Schriftsteller alt geworden sind und noch geschrieben haben. Oft verfassen Autoren im hohen Alter ihre Autobiografie. Hermann Hesses „Glasperlenspiel“ ragt dabei etwas heraus, da es nicht nur ein sehr umfangreiches Werk ist, sondern sogar eine Art Utopie. Gerade in den letzten Jahren überraschen uns auch Autoren von Weltruf (Mario Vargas Llosa, Gabriel García Márquez, Martin Walser) mit eher Pikantem, Erotischem (siehe meinen Beitrag: Alterssex in der Literatur).

Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän - 1. Auflage

„Mit der phantastischen Wachheit des Einsamen registriert Herr Geiser die kleinen Anzeichen einer denkbaren Katastrophe. Das Tal ist durch Unwetter von der Umwelt abgeschnitten. Gefaßt darauf, daß eines Tages oder in der Nacht, wenn man schläft, der ganze Berg ins Rutschen kommt und das Dorf verschüttet für alle Zeit, liest Herr Geiser im Lexikon, in der Bibel, in Geschichtsbüchern und schreibt ab, was nicht vergessen werden soll. ‚Schlimm wäre der Verlust des Gedächtnisses.’ Dann schneidet er aus, was ihn wissenswert dünkt, und heftet Zettel um Zettel an die Wand. ‚Der Mensch gilt als das einzige Lebewesen mit einem gewissen Geschichtsbewusstsein. / Ob es Gott gibt, wenn es einmal kein menschliches Hirn mehr gibt, das sich eine Schöpfung ohne Schöpfer nicht denken kann, fragt sich Herr Geiser. / Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt; die Natur kennt keine Katastrophen.’ Max Frisch erzählt die letzten Alltage eines Mannes, der begreift, daß er sich abhanden kommt und eingehen wird ins Unbewusstsein der Natur, in Erdgeschichte mit ihren Jahrmillionen. Eine Erzählung ohne Klage, wortkarg-exakt, Satz um Satz bestimmt vom Bewusstsein der Unentrinnbarkeit, auch wenn es schließlich heißt: ‚Das Dorf steht unversehrt. Im August und im September, nachts sind Sternschnuppen zu sehen oder man hört ein Käuzchen.’“
(aus dem Umschlagtext – Suhrkamp Verlag – Erste Auflage 1979 – ISBN 3-518-02850-2)

Max Frisch lebte von 1965 bis 1984 in einem aufwändig renovierten Haus in dem kleinen Ort Berzona im Tessin. In dem gleichen Tal Valle Onsernone spielt auch die Erzählung, die Frisch ausdrücklich als nicht autobiografisch bezeichnete. Allerdings sind die Parallelen zwischen dem Herrn Geiser, dem Helden der Erzählung, und Max Frisch nicht völlig zu leugnen. Auch Max Frisch fürchtete um sein Gedächtnis. Und die im Buch beschriebene Wanderung des Herrn Geiser aus dem Tal über den Passo della Garina ins nächste Tal, dem Valle Maggia, kannte Frisch sehr gut.


Größere Kartenansicht
(A) Berzona/Valle Onsernone im Tessin/Schweiz – Wohnort von Max Frisch von 1965-1984
Weg nach (B) Aurigeno/Valle Maggia (eigentlich über den Passo della Garina)
(C) Bellinzona (Bahnstation zwischen Basel und Locarno)

Seit Tagen regnet es in dem Tal. Herr Geiser wird 74 Jahre alt und lebt seit 14 Jahren im Tal. Er leidet unter einer zunehmenden Merkschwäche. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, sammelt er Informationen unterschiedlichster Art, schreibt diese auf kleine Zettel. Dann schneidet er aus, was ihn wissenswert erscheint, und heftet Zettel um Zettel an die Wand. Aber das hilft wenig. Allerdings ist sein Gedächtnis noch außergewöhnlich, wenn es um Ereignisse früherer Jahre geht. So erinnert er sich fast minutiös an seine Matterhornbesteigung vor 50 Jahren mit seinem Bruder Klaus.

Auszug aus: Max Frisch - Man in the Holocene
Auszug aus der englischsprachigen Ausgabe (Man in the Holocene)

Auszug aus 1. Auflage 1979: Max Frisch - Der Mensch erscheint im Holozän
Auszug aus 1. Auflage 1979

An einem frühen Morgen macht sich Herr Geiser auf dem Weg über einen Pass ins nächste Tal. Es ist wie eine Flucht. Was er dort allerdings will, ist ihm selbst nicht klar. Unverrichteter Dinge kehrt er um, bevor der den Ort Aurigeno erreicht hat. Wieder zu Hause erleidet er einen Schlaganfall.


Max Frisch über „Der Mensch erscheint im Holozän“

Siehe auch meine weiteren Beiträge zu Max Frsich:
Vergessene Stücke (9): Max Frisch – Biografie: Ein Spiel
Max Frisch: Homo faber – Ein Bericht
Max Frisch und the American Way of Life!
Max Frisch: Mein Name sei Gantenbein
Max Frisch: Stiller

Literatur von Max Frisch

Vergessene Stücke (9): Max Frisch – Biografie: Ein Spiel

Das Leben ist ein Weg mit vielen Kreuzungen, an denen wir uns entscheiden müssen, welche Richtung wir einschlagen. Was wäre, wenn wir die eine oder andere Entscheidung rückgängig machen könnten, um einen anderen Weg einzuschlagen? Das Leben nähme dann einen anderen Verlauf …

Das ist das Thema des Theaterstücks Biografie: Ein Spiel von Max Frisch, das ursprünglich 1966/67 geschrieben und am 1. Februar 1968 im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt wurde. Um den Bedürfnissen des Tourneetheaters entgegenzukommen, überarbeitete Max Frisch im Sommer 1984 das „Spiel“ Biografie und reduzierte die Zahl der Schauspieler auf fünf. Zum ersten Mal wurde diese neue Fassung von der Truppe „Das Ensemble“ am 15.09.1984 im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen aufgeführt, Regie: Christian Quadflieg; Zsoka Dunar spielte die Antoinette, Klaus Barner den Kürmann, Klaus Höhne den Spielleiter.

Frisch stellte dem Stück ein Motto voran, ein Zitat des Werschinin aus Anton Tschechows Drei Schwestern: „Ich denke häufig: wie, wenn man das Leben noch einmal beginnen könnte, und zwar bei voller Erkenntnis? Wie, wenn das eine Leben, das man schon durchlebt hat, sozusagen ein erster Entwurf war, zu dem das zweite die Reinschrift bilden wird! Ein jeder von uns würde dann, so meine ich, bemüht sein, vor allem sich nicht selber zu wiederholen […].“

Personen:
Hannes Kürmann
Antoinette Stein
Spielleiter (früher: Registrator)
Assistentin
Assistent

Der todkranke Verhaltensforscher Hannes Kürmann erhält die Möglichkeit, sein Leben noch einmal neu zu beginnen. Ein Registrator (in der Neufassung: Spielleiter) führt ihn durch vergangene Schlüsselerlebnisse und lässt ihm die Wahl, sich mit dem Wissen um die Zukunft zu den Ereignissen und Menschen anders zu verhalten und dadurch seine Biografie zu verändern. Im Vordergrund steht Kürmanns Wunsch nach einer „Biografie ohne Antoinette“ (S. 426 – Max Frisch: Gesammelte Werke in zeitlicher Folge – 1976-1985 – Band VII – Suhrkamp Verlag – 1. Auflage 1986), die Frau Kürmanns, deren gemeinsame Ehe nach sieben Jahren zerrüttet ist. So wiederholt Kürmann als erstes jenen Abend, an dem er zum Professor ernannt wurde und bei einer Feier Antoinette Stein kennenlernte. Doch wie er die Begegnung auch zu gestalten versucht, stets mündet sie in einer gemeinsamen Nacht des künftigen Paares:

Spielleiter: … Sie verhalten sich nicht zur Gegenwart, sondern zu einer Erinnerung. Das ist es. Sie meinen die Zukunft schon zu kennen durch Ihre Erinnerung. Drum wird es jedesmal dieselbe Geschichte. (S. 420)

Im Wesentlichen geht es in dem Stück um die Beziehung zwischen Mann und Frau:

Spielleiter: Sie halten sich für einen Frauenkenner, weil Sie jeder Frau gegenüber jedesmal denselben Fehler machen. (S. 421)

Zwar kommt es immer wieder zu kleineren Abweichungen im Verhaltensmuster, aber:

Spielleiter: … Sie hatten die Wahl, Ihre Biografie zu ändern, das wünscht man sich manchmal, und was dabei herauskommt: Variationen des Banalen. (S 485)

Als sich am Schluss der Registrator/Spielleiter an Antoinette wendet und ihr das Angebot macht, ihre Biografie zu verändern, verlässt Antoinette Kürmann ohne zu zögern. Daraufhin verkündet ihm der Registrator/Spielleiter, er sei nun frei und habe noch sieben Jahre zu leben.

Max Frisch zu seinem neuen Stück «Biografie» 1967
(Beitrag des SR DRS – Schweizer Radio der deutschen und rätoromanischen Schweiz)

Stücke von Max Frisch

Max Frisch: Homo faber – Ein Bericht

Am 15. Mai jährte sich der 100. Geburtstag von Max Frisch, am 4. April sein 20. Todestag.
Max Frisch (* 15. Mai 1911 in Zürich; † 4. April 1991 ebenda) war ein Schweizer Schriftsteller und Architekt. Mit Theaterstücken wie „Biedermann und die Brandstifter“ oder „Andorra“ sowie mit seinen drei großen Romanen Stiller, Homo faber und Mein Name sei Gantenbein erreichte Frisch ein breites Publikum und fand Eingang in den Schulkanon. Darüber hinaus veröffentlichte er Hörspiele, Erzählungen und Prosawerke sowie zwei, die Zeiträume von 1946 bis 1949 und 1966 bis 1971 umfassende, literarische Tagebücher.

Anlässlich dieser Jahrestage strahlte am Sonntag, den 22.05., der TV-Sender Arte neben einer Dokumentation über Max Frisch auch den von Volker Schlöndorff 1991 verfilmten Roman Homo faber aus. Der Film ist auch bei YouTube Homo Faber (Voyager) German Part 1-11 zu sehen. Weiterea Filmmaterial findet sich auf dem Account maxfrischarchiv bei YouTube.


Homo Faber (1991) Movie Teaser

Der Titel des Romans setzt die Hauptfigur namens Walter Faber in Bezug zum anthropologischen Begriff des homo faber, des schaffenden Menschen. Walter Faber ist ein Ingenieur mit streng rationaler, technisch orientierter Weltanschauung: „Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen.“ (S. 22 – Max Frisch: Gesammelte Werke in zeitlicher Folge – 1957-1963 – Band IV.1 – Suhrkamp Verlag – 1. Auflage 1976) und „Ich halte es mit der Vernunft …“ (S. 80) und „Wir leben technisch, der Mensch als Beherrscher der Natur, der Mensch als Ingenieur, und wer dagegen redet, der soll auch keine Brücke benutzen, die nicht die Natur gebaut hat.“ (S. 106/107)

In diese so scheinbar geordnete Leben brechen von heute auf morgen der Zufall und die verdrängte Vergangenheit ein. Durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Ereignisse trifft er nacheinander auf seinen verstorbenen Jugendfreund, seine unvergessene Jugendliebe und seine Tochter, von deren Existenz er nichts ahnt. Unwissentlich geht Faber mit der jungen Frau eine inzestuöse Liebesbeziehung ein, die ein tragisches Ende nimmt. Erst am Ende erkennt er seine Verfehlungen und Versäumnisse; todkrank will er sein Leben wandeln.

Neben autobiografischen Elementen verarbeitete Max Frisch in „Homo faber“ zentrale Kernthemen seines Werks: den Konflikt zwischen persönlicher Identität und sozialer Rolle, die Bestimmung des Daseins durch Zufall oder Schicksal, den Gegensatz von Technik zu Natur und Mythos („Manie des Technikers, die Schöpfung nutzbar zu machen, weil er sie als Partner nicht aushält, nichts mit ihr anfangen kann; …“ (S. 169)), die misslungene Beziehung zwischen den Geschlechtern („… der Mann [sagt Hanna] will die Frau als Geheimnis, um von seinem eignen Unverständnis begeistert und erregt zu sein. …“ (S. 140)) und das verfehlte Leben („Ich halte nichts von Selbstmord, das ändert ja nichts daran, daß man auf der Welt gewesen ist, und was ich in dieser Stunde wünschte: Nie gewesen sein!“ (S. 136))

Der Roman spielt im Jahre 1957 in den USA, Mittelamerika (Mexiko und Guatemala) sowie in Europa (das Ende in Griechenland), ist also bereits über 50 Jahre alt. Aber er hat nichts von seinem besonderen Reiz verloren und konnte genauso gut auch heute spielen (sieht von den technischen Gegebenheiten, z.B. Propeller- statt Düsenflugzeuge, einmal ab). Ich habe den Roman in den gesammelten Werken von Max Frisch vorliegen. Eine nachträgliche Recherche der Chronologie hat ergeben, dass das zunächst verwendete Datengerüst nicht ganz korrekt ist. Dieses wurde nachträglich mit den Publikationen des Romans seit der Taschenbuchausgabe 1977 geändert. Mit dem Titelhelden Walter Faber begeben wir uns so auf eine umfangreiche Reise (in Klammern stehen die ursprünglichen Daten):

26.03.1957 (02.04.1957) La Guardia, New York mit einer Super-Constellation (DC-4)
Houston, Texas (Zwischenlandung)

Wüste von Tamaulipas/Mexiko – Notlandung

Mexico-City (Ciudad de México)

Flug Campeche
Zug Campeche – Palenque (- Coatzacoalcos)

Weiter mit dem Landrover ab Palenque
Strecke zwischen Palenque und der Plantage – 70 Meilen Luftlinie / 100 Meilen zu fahren
18. Breitengrad
Rio Usumacinta, Grenze zwischen Mexico und Guatemala


Größere Kartenansicht
Campeche, Mexiko – Palenque, Chiapas, Mexiko – Frontera Echeverría, Chiapas, Mexiko (Grenze zu Guatemala)

20.04. Abflug Caracas
21.04. Ankunft New York, Idlewild

22. – 30.04. Schiffsreise N.Y. – Europa
29.04. Fabers 50. Geburtstag an Bord
30.4. in Southampton
1.5. Ankunft in Le Havre – Sonderzug nach Paris

Autoreise von Paris nach Griechenland über Italien

13.05. Avignon (Nacht der Mondfinsternis) – weiter Arles – Marseille – Toulon – Le Trayaz

Italien (Pisa – Florenz – Siena – Perugia – Arezzo – Orvieto – Assisi – Rom)
Laterano -> Via Appia
Auto in Bari gelassen

Patras – Korinth – Theodohori -> Agioi Theodoroi (Schlangenbiss und Unfall) – Megara – Daphni – Athen

27.05. (03.06). Widersehen mit Hanna in Athen
so muss sein 28.05. (04.06.) Tod Sabeths

01.06. (08.06.) New York
02.06. (09.06). Flug Richtung Caracas – Besuch bei Herbert (Plantage in Guatemala)

20.06. Ankunft in Caracas

21.06 – 08.07. Faber schreibt „Erste Station“ nieder in Caracas (erkrankt)

09.-13.07. Cuba, dann Lissabon
15.07. Düsseldorf
16.07. Zürich

19.07. Krankenhaus, Athen
20.07. Fabers OP Athen (ENDE des Romans)

Literatur von Max Frisch


Größere Kartenansicht
Berzona/Tessin/Schweiz – Wohnort von Max Frisch von 1964-1991

Max Frisch zum 100. Geburtstag: Kein stiller Eidgenosse
Ein Liebender, der mit dem Leben haderte – Max Frisch zum 100. Geburtstag
Das Max-Frisch-Fieber steigt
Das Prinzip Frisch
weiteres Material: Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek