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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Tiere im Garten (2): Hummel und Libelle

Im Sommer summt und brummt es bei uns im Garten. Und wie schon erwähnt, sind auch Bienen wieder zu finden, denen es unsere Himbeerbüsche angetan hatten. Wie schön! An einigen Tagen war es so warm, dass sich z.B. eine Hummel, die ermattet von ihrer Arbeit, zu einem kleinen Erholungpäuschen niederließ. Wer mag es ihr verdenken …

Pause im Stroh: Hummel
Pause im Stroh: Hummel

Und obwohl bei uns in nächster Nähe kein besonnter Tümpel mit lehmigen oder sandig-kiesigen Ufern vorhanden ist, hat sich eines Tages auch eine Libelle bei uns umgeschaut. Und gesonnt … Die Libelle, die uns besuchte, gehört zur Art Plattbauch (Libellula depressa) und war ein junges Weibchen. Übrigens: Im Jahr 2001 wurde diese Libellenart in Deutschland zum Insekt des Jahres gewählt.

Libelle Plattbauch (Libellula depressa) - junges Weibchen
Libelle Plattbauch (Libellula depressa) – junges Weibchen

Tiere im Garten (1): Amsel und Jungmeise

Allabendlich gegen 18 Uhr (wir können unsere Uhr danach stellen) lässt sich eine Amsel auf dem Dach unseres Nachbarn nieder und trällert ihr Abendlied. Dabei bekommt sie Antwort von Artgenossen aus der Ferne. Es ist Zwiegesang der besonderen Art.

Singer on the Roof: Amsel unterhält sich mit Artgenossen
Singer on the Roof: Amsel unterhält sich mit Artgenossen

Da bei uns viel Grün ist, so finden sich jedes Jahr im Frühling Vögel, die bei uns brüten. Wenn die Brut dann flügge ist und ihre ersten Ausflüge macht, kann es vorkommen, dass sich so ein Federbausch bei uns vor dem Fenster niederläßt, um sich auszuruhen. Da fallen dem Jungvogel auch schon mal die Augen zu.

Ein Päuschen muss sein: Federbausch Jungmeise
Ein Päuschen muss sein: Federbausch Jungmeise

Oder so eine Jungmeise findet den Weg zum Futterhaus. Manchmal müssen die Eltern noch füttern. Aber nach und nach kommt der Junior allein mit dem Fressen klar.

Jungmeise im Futterhaus
Jungmeise im Futterhaus

Das ‚Killerauto‘

Ja, es summt und brummt wieder vermehrt in unserem Garten. Besonders die Himbeerbüsche haben es den Hummeln und Bienen angetan. Ja, Bienen! So viele Bienen haben wir in den letzten Jahren nicht gesehen. Gern wünschten wir uns so mehr von diesen nützlichen Insekten. Aber immerhin! Sollte das eine Wende zum Guten sein?

Der jüngere meiner Söhne war vor kurzer Zeit mit dem Auto in Richtung Niederlande unterwegs. Er fuhr auch zu später Stunde bei Dunkelheit auf der Autobahn.

Das Killerauto macht Insekten den Garaus
Das Killerauto macht Insekten den Garaus

Am anderen Morgen musste er feststellen, dass er mit einer größen Anzahl Insekten kollidiert ist, die auf der Kühlerhaube einen garstig Tod fanden. Okay, das waren meist kleine Fliegen, wahrscheinlich Mücken und andere vielleicht nicht ganz so nutzbringende Insekten. Aber es verdeutlich uns, dass dank sinnvoller Maßnahmen (Aussäen von bunten Blumenwiesen, Insektenhotels usw.) das Insektensterben etwas eingedämmt wurde.

Getötete Insekten auf der Kühlerhaube
Getötete Insekten auf der Kühlerhaube

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (12): Stadthäuser mit Graffito

Das Grundstück ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt ist natürlich längst aus der Phase der Planung heraus. Zur Straße hin steht ein Block aus vier Wohnhäusern, der der Fertigstellung harrt. Ein Aufbau für den Fahrstuhl wurde nun mit einem Graffito ‚geschmückt‘. Was wir eigentlich nur aus der Stadt kennen, ‚zieht‘ nun auch in den doch eher ländlichen Bereich von Tostedt ein: so genannte Stadthäuser mit städtischem Sprayerwerk!

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

Ich habe versucht, den ‚Autoren‘ des Graffito im Netz ausfindig zu machen, denn u.a. hinterließ er seine Initialen, konnte diesen aber nicht ausmachen. Meine Frau und ich mutmaßen, dass er aus Hamburg (vielleicht auch aus Bremen) stammt und auf der Fahrt mit der Bahn die jungfräuliche ‚Leinwand‘ gesichtet hat, ausgestiegen ist, sein Werk vollbrachte und mit dem nächsten Zug weitergefahren ist.

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

… aus eigener Kraft?!

Beim Griff nach dem rettenden Strohhalm fehlt Werder Bremen drei Spieltage vor Saisonschluss nur noch ein Tor, um Fortuna Düsseldorf vom Relegationsrang zu verdrängen. Selbst Platz 15 ist bei drei Punkten Rückstand in Reichweite. Im Fokus ist zunächst aber das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Werder und der Fortuna – und es gilt: Es ist so knapp, wie es nur sein könnte zwischen den beiden Teams, die am Wochenende in völlig unterschiedlichen Gefühlswelten unterwegs waren. Hier die Düsseldorfer, die in der fünften Minute der Nachspielzeit das niederschmetternde 0:1 gegen Borussia Dortmund kassierten, dort die Bremer, die gegen einen überforderten Gegner nicht nur das Ende ihrer Torflut, sondern auch den höchsten Saisonsieg feierten: 5:1 in Paderborn (Quelle: deichstube.de)


Bundesliga 2019/2020 – 31. Spieltag: SC Paderborn – SV Werder 1:5

Aber es ist halt nur Hoffnung, auf die sich die Bremer stützen können. Der Re-Start in der Coronakrise begann ernüchternd: Im eigenen Stadion gab es eine 1:4-Klatsche gegen Leverkusen. Dem folgte ein Höhenflug (1:0-Siege in Freiburg und auf Schalke – mittendrin ein 0:0 gegen Mönchengladbach). Dann aber zwei Heimspiele, die den Abstieg schon fast besiegelten: 0:3 gegen Frankfurt (ein Nachholspiel) und 0:1 gegen Wolfsburg. Die reinste Achterbahnfahrt!

    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!
    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!

Der jetzige Sieg verspricht neues Vertrauen. Und Werder kann den Klassenerhalt eben auch noch aus eigener Kraft schaffen. Selbst eine Niederlage morgen zu Hause gegen die Bayern (die wollen ihre Meisterschaft klar machen), dürfte verkraftbar sein (Mainz spielt in Dortmund, Düsseldorf in Leipzig und sind krasse Außenseiter). Dann aber müssen Siege her: in Mainz und daheim gegen Köln.

Das Ganze riecht nach Karneval im Sommer: Düsseldorf – Mainz und zuletzt Köln! die Karnevalshochburgen im Land! Wünschen wir, dass der SV Werder im karnevalsfreiem Bremen am Schluss Grund zum Feiern hat!

‚Himmelfahrtskommando‘

'Kommandeurin' prüft den Luftdruck
‚Kommandeurin‘ prüft den Luftdruck

Nein, ein solcher lebensgefährlicher Auftrag war es nicht. Es ging nur am Himmelsfahrtstag mit Muddern, die das Kommando übernommen hatte, den älteren der beiden Söhne, seiner Freundin und mir ins Grüne. Das Wetter war prächtig, also sonnig, windstill und nicht ganz so warm. Also genau richtig, um mit den Rädern die Gegend um Tostedt zu erkunden.

    Teich (Este) bei Bötersheim
    Teich (Este) bei Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim

Das erste Ziel war Bötersheim mit der Bötersheimer Quelle, die die Este nährt. In dem kleinen Örtchen gibt es auch eine uralte Eiche, als 1000-jährige Eiche bezeichnet, wenn es mit den 1000 Jahren auch etwas übertrieben zu sein scheint. Hier beginnt dann auch der Estewanderweg, der natürlich mit dem Rad zu meistern ist.

Estewanderweg
Estewanderweg

Es ging dann weiter über Dohren, Wüstenhöfen und Wistedt, wo es die guten Wieseneier gibt, durch den Düvelshöpen zurück nach Tostedt.

… wieder wie ein Mensch?!

Heute war ich endlich beim Friseur. Den großen Ansturm habe ich erst einmal vorbeiziehen lassen. Aber nachdem ich mir zu Hause den Tag zuvor den Bart gestutzt habe (noch dürfen das die Friseure nicht), habe ich es gewagt. Und das ging dann auch ganz flott: Hände desinfizieren, Kontaktdaten eintragen, Haare waschen und dann schneiden. Alles natürlich mit Gesichtsmaske. Auch der Friseur. Mindestabstand zu den anderen Kunden wurde eingehalten. Also alles wie es in Coronazeiten sein soll!

Willi vor dem Friseur (like a bum) - Willi nach dem Friseur (wieder zivilisiert)
Willi vor dem Friseur (like a bum) – Willi nach dem Friseur (wieder zivilisiert)

Jetzt darf ich mich also wieder unter Menschen wagen. Gut, die Gesichtsmaske hat mein pennerhaftes Aussehen bestens kaschiert. Aber genug ist genug! (Ganz ehrlich: Mir ist es ziemlich piepeschnurzegal, wie ich herumlaufe! Aber wenn’s jetzt wärmer werden sollte, kommt man mit einer solchen Haarpracht schon leichter ins Schwitzen!)

Nein, so doch nicht … (10): Wie werde ich ein erfolgreicher Rechtspopulist?

Zunächst: Populisten sind wir ja eigentlich alle. Die einen rechts, die anderen links. Wer möchte nicht nah am Volke sein? Wer aber in der Politik als Populist erfolgreich sein möchte, der braucht einige Voraussetzungen, die die meisten leider nicht erfüllen. Ist klar: Dann wären wir ja alle erfolgreich … Es genügt also nicht, das Maul aufzureißen und lauthals seine Meinung kundzutun. Auch die Fähigkeit zu differenzieren, wäre angebracht.

Zunächst sollte sich ein potenzieller Rechtspopulist einer größeren Bewegung, am besten einer Partei anschließen. Selbst eine Bewegung oder gar Partei zu gründen ist wenig sinnvoll, da bekanntlich ‚die Revolution‘ ihre eigenen Kindern frisst, d.h. im Gang der Ereignisse bleiben die Gründer meist auf der Strecke (siehe AfD -> Bernd Lucke, dann Frauke Petry – oder Pegida -> Lutz Bachmann). Es muss nicht unbedingt eine rechtsgerichtete Partei sein. Die etablierten Parteien tun es auch. Dort kann es ein werdender Populist auch weit bringen (siehe z.B. Thomas Kemmerich/FDP – Thilo Sarrazin/SPD – Boris Palmer/Grüne). Später ist ein Wechsel zu einer rechtsgerichteten Partei wie die AfD sinnvoll, wenn damit ein Sprung in die Führungsetage erzielt werden kann.

Nein, so doch nicht ... Oder doch?!
Nein, so doch nicht … Oder doch?!

Hier ist es natürlich erst einmal sinnvoll, nicht durch Plattitüden aufzufallen. Zunächst positioniert man sich an der gängigsten Parteilinie, in der Regel ist das die der Parteiführung. Natürlich dauert es eine Zeit, bis man sich ein Mandat erworben hat, mit dem die weiteren Schritte begangen werden können. Um nicht als Hinterbänkler zu verkommen, sollte sporadisch auf sich aufmerksam gemacht werden. Am besten greift ein kommender Populist ein Thema auf, das gerade sehr aktuell ist. Sein Standpunkt muss dabei dem ’seiner‘ Partei genau widersprechen und möglichst in einfache Worte verpackt sein, damit es auch jeder versteht.

Sollten die Angriffe der eigenen Parteifreunde zu stark werden, kann die geäußerte Aussage in soweit modifiziert werden, indem sie ‚abgeschwächt‘ wird. So behauptet man, falsch verstanden worden zu sein. So wechselt der zukünftige Populist scheinbar immer wieder seinen Standpunkt, bis ein gewisser Bekanntheitsgrad erreicht ist.

Gegen ein dann wahrscheinliches Parteiausschlussverfahren wehrt sich der etwaige Populist mit allen Mitteln. Sein eigentliches Ziel heißt aber: Wechsel in die Führung einer in den Parlamenten vertretenen rechtsgerichteten Parteien.

Auf dem Weg dorthin, sind viele Hürden zu nehmen. Wichtig dabei ist, sich bei den eigenen Parteifreunden unbeliebt zu machen, dafür aber bei den Wählern zu punkten. Ein Mindestmaß an Bekanntheit ist unumgänglich.

Ist das Ziel, Führungsmitglied einer rechtsgerichteten Partei zu werden, erreicht, dann kann sich ein solcher denkbarer Populist natürlich auch daranmachen, diese Partei zu unterwandern. Im Grunde geht das wie bisher beschrieben, nur andersherum 😉

Wenn der Ball wieder rollt …

Am Wochenende geht es also nun doch wieder los: die Fußballbundesliga und die 2. Liga starten in die Endrunde der für über zwei Monate unterbrochenen Saison 2019/2020. Die Begeisterung der Fans hält sich in Grenzen: die letzten Spieltage finden ohne sie statt. Der Ball rollt vor leeren Zuschauerrängen. Corona hin, Corona her: Es geht ums Geld aus TV-Einnahmen. Für den SV Werder Bremen sollen es bis zu 45 Millionen € sein, die dem Verein fehlen würden, wäre die Saison vorzeitig abgebrochen worden. Bei einer Fortsetzung mit Geisterspielen sind es dann nur 20 Millionen € Verlust, sagte Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Erstmals seit der Ausgliederung der Profi-Abteilung hat die SV-Werder-Kapitalgesellschaft einen Kredit aufgenommen. In zweistelliger Millionenhöhe.

Trainer Kohfeld mit den Werder-Spielern: Wenn alles schief geht
Trainer Kohfeld mit den Werder-Spielern: Wenn alles schief geht

Da viele Vereine keine finanziellen Reserven aufweisen, hätte nach einem Bericht des „kicker“ 13 Clubs aus Liga 1 und 2 noch in dieser Saison die Insolvenz gedroht.

Beim SV Werder kostet der Kader aktuell in etwa 58 Millionen Euro pro Saison. Wie groß das Budget in der kommenden (Erstliga?)-Saison noch sein darf, sagte Filbry zwar nicht, doch es ist wohl keine Frage, dass zum einen kleine Namen verschwinden werden, um den derzeit stolze 32 Spieler umfassenden Profi-Kader zu verschlanken und kostengünstiger zu machen. Zum anderen muss es für die große Wirkung aber auch große Namen treffen. Milot Rashica steht dabei an erster Stelle. Werder verspricht sich trotz allem immer noch eine Ablöse zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Da aber der Transfermarkt eher einzubrechen droht, weil demnächst weit weniger Geld im Markt sein wird, glaube ich selbst nicht an eine solch hohe Ablösesumme. Aber eine langfristige und ausreichende Entlastung des Etats ist mit ihm allein nicht zu erreichen. Andere Gutverdienende werden bei Werder Bremen ebenfalls auf die Verkaufsliste rücken, z.B. Maximilian Eggestein oder Davy Klaassen, die aber durch ihre zuletzt eher bescheidenen Leistungen nicht gerade von anderen Vereinen umworben sein dürften.

Zum Teil haben Spieler auf Teile ihrers Gehalts verzichtet, die einen freiwillig, andere offensichtlich unter Zwang. Trotzdem ist es schwer zu verstehen, dass die Clubs ihren Spielern vorerst keine weiteren Zugeständnisse abringen wollten, gleichzeitig aber Ticketinhaber bezirzen, ihr Geld nicht zurückzufordern. Geisterspiele machen keinen einzigen Fan glücklich, sondern nur die Gehaltsempfänger in den Clubs, die am Tropf der TV-Sender hängen. Die Fans zahlen und die Spieler kassieren. Der Profi-Fußball, das wurde in der Krise klar, hat sich mit seiner turbokapitalistischen Dynamik schon lange von der Gesellschaft abgekoppelt.

Es ist jetzt an der Zeit, über eine neue Moral im Fußball zu reden. Die absurden Gehälter, die sich immer weiter hochschraubenden Ablösesummen – wer will das alles noch? Es sind immer mehr Fans, die sich vom Profi-Fußball abwenden. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, fürchte aber, dass bald alles wieder beim Alten sein wird. Nur einige Vereine, vielleicht auch der SV Werder, werden auf der Strecke verblieben sein.

Denn sportlich muss sich in diesen letzten neun (für Werder sind es noch zehn) Spiele in Bremen noch einiges tun. Mit vier Punkten hinter dem Relegationsplatz und schon acht Punkten hinter dem rettenden Ufer (Platz 15) steht Werder mit mehr als einem Fuß vor dem Abstieg.

Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber sollten es die Bremer nicht schaffen, in der 1. Liga zu verbleiben, dann wird es in Zukunft schwer werden: Mit einem Kader, dem die großen Namen fehlen, mit reichlich Miesen auf dem Konto – es droht Werder Bremen der dauerhafte Abschied aus der Fußball-Bundesliga.

Pünktlich in diesem Jahr: Die Eisheiligen

In diesem Jahr waren sie auf die Stunde genau pünktlich: die Eisheiligen, die noch zur Mitte des Mais kalte Tage bescheren können. Nachtfröste gab es bei uns zwar nicht, aber das Thermometer kam der Nullgradgrenze doch sehr nah. Und tagsüber waren es gerade einmal 10 ° C und nicht viel mehr. Am Montag und heute auch mit viel Sonne.

Schon vor einigen Jahren hatte ich mich etwas genauer mit ihnen, den fünf Eisheiligen, beschäftigt, besonders mit der Gültigkeit von Bauernsprüchen („Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“): Die kalte Sophie (hier nachzulesen)

Die Eisheiligen und ihre Gedenktage sind die folgenden:
1. Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai
2. Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
3. Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
4. Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
5. Sophia, frühchristliche Märtyrin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen – 15. Mai

Eisheilige: Mamertus – Pankratius – Servatius – Bonifatius und die ‚kalte’ Sophia
Eisheilige: Mamertus – Pankratius – Servatius – Bonifatius und die ‚kalte’ Sophia

Nach eher feuchten Tagen am Wochenende soll es ab kommenden Montag dann wieder wärmer werden. Dann sollte es vorbei sein mit der Kälte.

Un ballo in maschera

Es ist ein ganz besonderer Maskenball, den wir in diesen Wochen, gar Monaten begehen (von Feiern kann keine Rede sein). Von einer Kostümparty, wie sie zu Karneval und Fastnacht, aber vor allem im Fasching stattfindet, auch von Halloween, also keine Spur. Auch mit Verdis Oper hat das alles nichts zu tun.

Wenn wir in Zeiten des Coronavirus mit Masken (in Geschäften, im Öffentlichen Nahverkehr usw.) durch die Gegend laufen, dann müssen wir darauf achten, die Masken nach jedem Gebrauch zu wechseln und die benutzten ‚hochgradig‘ zu reinigen. So habe ich inzwischen mehrere Masken zur Verfügung, auch Tücher, die ebenfalls ihren Dienst tun. So laufe ich z.B. Werbung für eine in Bremen ansässige Großbrauerei 😉

Willi und sein höchst persönlicher Maskenball
Willi und sein höchst persönlicher Maskenball

Ich überlegte mir schon, ob ich mir auch noch eine Schnabelmaske bastle mit zwei Augenöffnungen aus Glas. Den Schnabel der Maske würde ich mit Duftstoffen wie Wacholder, Amber, Zitronenmelisse, Grüner Minze, Kampfer, Gewürznelken u.ä. füllen, um mich so vor der Pest dem Coronavirus zu schützen.

Ich weiß: Man macht in diesen Tagen keine Scherze. Oder doch? Josef Škvorecký, ein tschechischer Schriftsteller, sagte über Jaroslav Hašek, dem Autoren des braven Soldaten Schwejk: „Diese Mischung von Humor und Depression findet man bei allen Nationen, denen die Segnungen der Unfreiheit zuteilgeworden sind.“ – In gewisser Weise trifft das auch auf die heutige Zeit zu, in der wir mit dem Coronavirus leben müssen.

Übrigens: An einigen Maskenballveranstaltungen sind auch unmaskierte Gäste zugelassen. Sie zahlen aber meist einen höheren Eintrittspreis (Krankheit? Tod?). – Bleibt gesund – mit Maske!