200 Jahre Fahrrad

Zu Ostern weilte ich in Mannheim und besuchte mit Frau und jüngerem Sohn meinen älteren Sohn, der dort studiert. Wie schon vor einem Jahr (500 Jahre deutsches Reinheitsgebot für Bier) so gab es auch diesmal ein Jubiläum zu feiern: 200 Jahre Fahrrad. Und diesmal hatte das auch wirklich etwas mit Mannheim zu tun.

Mannheim Ostern 2017 – Augustaanlage – 200 Jahre Fahrrad

Am 12. Juni 1817 fuhr nämlich Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine (Draisine) durch Mannheim. Die Laufmaschine gilt als die Urform des Fahrrads. Heute – nach fast 200 Jahren – ist das Fahrrad weltweit das am meisten genutzte Transportmittel und ein zentrales Element für die Entwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität.

    200 Jahre Fahrrad 2017
    200 Jahre Fahrrad 2017

Nun anders als vor knapp 10 Jahren geschrieben (Tanz ums goldene Kalb), verfüge ich mit Familie inzwischen auch über vierrädriges Gefährt, das aber überwiegend mein Jüngster für Fahrten zur Arbeit benutzt. Ansonsten haben wir der ‚Stall‘ voll mit Fahrrädern. Ich weiß nicht, wie hoch der Anteil an Fahrrädern pro Bewohner in Deutschland ist, aber bei uns dürfte er bei über 1,5 Fahrrad/Person liegen, die Kinderräder u.ä., die meine Frau für ihre Tageskinder bereithält, nicht mitgezählt.

Heute ist das Fahrrad zu einem Hightech-Artikel geworden mit Navigationssystem und Fahrrad-Computer. Längst verfügen Räder heute über hydraulische Scheibenbremsen, vorne wie hinten, und natürlich Kettenschaltung mit x-vielen Gängen. Seitenläuferdynamos fürs Licht, die früher das Fahren bei Dunkelheit erheblich erschwerten, sind längst durch Nabendynamos ersetzt. Fahrradrahmen, Sattel und Lenker – alles nur vom Feinsten. Und nicht nur mehr bei Rentnern up to date sind E-Bikes. Die bieten nicht nur eine Anfahrhilfe, sondern unterstützen den Biker bei widrigem Gelände oder garstigen Wettersituationen.

Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich in meinem Leben auf dem Fahrrad zurückgelegt habe. Die letzte größere Radtour ist allerdings auch schon wieder fast elf Jahre her (Fehmarn 2006). Sonst bin ich meist mit meiner Frau rund um Tostedt unterwegs. In frühen Jahren allerdings war ich in den Ferien oft mit Freunden auf dem Rad unterwegs und habe so ziemlich viel in Norddeutschland (speziell Niedersachsen) abgegrast. Da lassen sich einige Anekdoten erzählen vom (erlaubten) Zelten in Vorgärten, kostenfreien Bewirtungen und überhaupt gastfreundlichen Menschen aller Orts. Und nicht umsonst bin ich seit rund 50 Jahren (mit kurzen Unterbrechungen) Mitglied des Jugendherbergswerk DJH.

Also auf, ihr müden Krieger! Gerade zu diesem Wochenende soll’s draußen sonnig und endlich wieder wärmer werden. Man muss ja nicht gleich für die Tour de France trainieren. Mit gepacktem Picknickkorb findet jeder einen Weg ins Grüne. Fröhliches Radeln wünsche ich! 😉

Worte zum Wochenende (14. KW 2017): Offliner

Noch einmal richtig reinhauen, dann ist es schon wieder Wochenende. Und dann noch drei Arbeitstage und mein österlicher Urlaub darf beginnen. Apropos Ostern:

Es gibt einige, die nutzen die Zeit vor Ostern, um sich ihrer selbst durch Fasten bewusster zu werden. Davon gibt es wieder solche, die ganz bewusst aufs Online-Sein, um es einmal so auszudrücken, verzichten. Soweit das möglich ist. Also im Privaten. Im Neudeutschen bezeichnet man solche Menschen, die nicht über einen Instant Messenger, z.B. Telegram, oder ähnlichem via Internet erreichbar sind, als Offliner.

Worte zum Wochenende (14. KW 2017 – WilliZBlog)

Ja, diese ständige Verfügbarkeit, dieses permanente Online-Sein, ist schon so etwas wie eine Seuche. Und damit uns auch nur nicht der Strom ausgeht, schleppen wir kleine mobile Kraftwerke, Power-Banks genannt, mit uns herum.

Vielleicht sollte wir wirklich einmal etwas länger die kleine Taste betätigen, die solche Geräte wie Smartphones und Tablets ausschaltet, auch wenn es nur für kurze Zeit ist (zum Eingewöhnen), z.B. wenn wir unterwegs sind. Wieder einmal die Umwelt wahrnehmen, die nicht nur über ein kleines Display zu bewundern ist. Denkt daran, in einer Woche ist Ostern!

Europa winkt

Bezogen auf die letzten sieben Spieltage entpuppte sich der SV Werder Bremen als die erfolgreichste Mannschaft der Fußball-Bundesliga. Selbst die Bayern (nach dem 0:1 in Hoffenheim) hinken da hinterher. Die Bremen holten 19 von 21 möglichen Punkten und dürften das Abstiegsgespenst langsam, aber sicher verscheucht haben. Was ist geschehen?

Obwohl das Jahr nicht gerade gut für die Bremer begann, so zeigte sich bereits in den Heimspielen gegen Dortmund und den FC Bayern, die zwar beide verloren gingen, wenn auch nur knapp, dass die Mannschaft mehr Potential hat, als viele dachten. Außerdem hatte man sich zur Winterpause mit einem Spieler verstärkt, der nicht nur gleich zum Stammspieler wurde, sondern der auch zum Schlüssel des Erfolgs wurde: Thomas Delaney. Mit seiner Hilfe hat sich die Abwehr deutlich stabilisiert.

Und der Angriff zeigt sich flexibel und effizient. Mit Gnabry, der leider noch immer verletzt ist, Kruse, Bartels, Altmeister Pizarro und auch mit Delaney, wenn er vom Trainer aus offensiver agieren darf, gibt eine ganze Reihe von Spielern, die für ein Tor gut sind. Und natürlich hat sich auch schon so mancher Abwehrspieler in die Torschützenliste eingetragen. Die Mannschaft ist unberechenbar geworden.

SV Werder Bremen – Schalke 04 3:0 – Kruse und Co. feiern

Und in der Ferne winkt sogar Europa. Natürlich ist das noch in weiter Ferne. Erst einmal sollte der Klassenerhalt in trockene Tücher gewickelt sein, denn in diesem Jahr dürften die 35 Punkte, die Werder bisher erzielt hat, kaum reichen, um dem 16. Tabellenplatz, dem Relegationsplatz (Spiele um den Klassenerhalt gegen den Tabellendritten der 2. Liga), zu entgehen. Das Gedrängel am ‚Abgrund‘ ist so groß wie lange nicht. Schon am Freitag im Spiel in Frankfurt könnte die Serie der Bremer reißen. Aber insgesamt sind es noch sieben Spiele bis zum Saisonende. Da ist vieles noch möglich, sogar ein sechster Platz, der für die Qualifikation zur Europa League berechtigt.

Martin Walser wird 90

„Ja, der Walser …!” – Der Tonfall macht die Musik. Dem einen ist es ein Seufzer. Dem anderen entspringt dieser Ausruf einer unverhohlenen Bewunderung. Bewundernswert ist es auf jeden Fall, in diesem hohen Alter, Martin Walser wird heute 90 Jahre alt, noch so geistig rege zu sein. Und erst vor Kurzem erschien der Roman Statt etwas oder Der letzte Rank aus seiner Feder. Ob das sein letztes Werk sein wird? Eher nicht …

Ich habe mich in diesem Blog immer wieder mit Martin Walser beschäftigt. Ich habe so ziemlich alle seine Bücher, insbesondere natürlich seine Romane, gelesen. Und ich mag ihn immer noch. Natürlich ist er umstritten, wie sollte er es auch NICHT sein, wenn er sich immer so freimütig äußert. Und auch mir gefällt nicht immer alles, was er von sich gibt. Da sind jetzt seine Äußerungen zur AfD. Walser hält diese rechtspopulistische Partei für ungefährlich und armselig. „In zehn Jahren weiß kein Mensch mehr, wer oder was die AfD war“, sagte Walser in einem Interview. Zu bedenken sei allerdings, dass offenbar jede weitergehende Herausforderung durch ein Problem wie derzeit die Flüchtlinge jene mobilisiere, die sich in einer Gesellschaft „schon vorher als zu kurz gekommen fühlten“. Das machten dann Parteien wie die AfD zum Programm. – Mit Sicherheit macht man um solche Parteien zu viel Gewese.

Eintragung aus Martin Walsers Tagebuch: Orli Loks aus dem Roman „Das Einhorn“, Anselm Kristleins große Liebe
Eintragung aus Martin Walsers Tagebuch: Orli Loks aus dem Roman „Das Einhorn“, Anselm Kristleins große Liebe

Nun, den letzten Rank (die letzte Wendung, die der Verfolgte nimmt, um dem Verfolger zu entgehen) habe ich immer noch ungelesen auf meinem Schreibtisch liegen. Walsers runder Geburtstag sollte Anlass sein, das Lesen endlich nachzuholen. Alles Gute zum Geburtstag und vor allem noch weitere schaffensreiche Jahre!

In Zeitraffer – Speed Watching

Wer gern Filme und speziell Serien guckt, kennt das Problem: Wann soll man die Serien gucken, wenn man nebenher arbeiten, einkaufen, essen und irgendwann auch schlafen muss? Da bringt der TV-Sender arte laufend interessante Krimi-Reihen (zz. die belgische Reihe Zimmer 108), die anderen Sender sowieso (s.u.). Daneben gibt es Video-on-Demand-Dienste wie Netflix, Amazon (Prime) Video und wie sie alle heißen, die Serien und Filme per Streaming dem Abonnenten übers Internet zugänglich machen. Bei dem großen und inhaltlich durchaus auch interessanten Angebot kann man schnell süchtig werden.

Auch ich habe mich von dieser Sucht anstecken lassen, auch wenn ich mich bisher gänzlich auf Inhalte aus dem guten alten Dampffernseher beschränke – allerdings via Mediatheken (und am Rechner).

Der Tatort-Serie habe ich hier bereits eine eigene Rubrik (Kategorie) gewidmet. Daneben gibt es oft donnerstags am 20 Uhr 15 in der ARD Krimis, die ich Stadt-Krimis nennen möchte, da meist eine bestimmte Stadt im Mittelpunkt dieser Krimis steht (u.a. Athen, Bozen, Zürich, Tel Aviv und Urbino). Beim ZDF ist oft der Samstag- und der Montagabend Krimizeit – und ZDFneo ist geradezu der Krimisender schlechthin.

Wenn man z.B. die zehn Folgen der ersten Staffel von ‚Fargo‘ (wurde u.a. im SRF und auf ZDFneo gesendet) gucken möchte, eine herrlich skurrile Adaption des gleichnamigen Films von Ethan und Joel Coen aus dem Jahr 1996, dann braucht man über sieben Stunden, also fast einen ganzer Arbeitstag. Das klingt nicht nach viel. Aber wer hat schon sieben Stunden am Stück Zeit.

Dann gibt es diese Endlosstaffeln. Staffel an Staffel. Auf meine Person reduziert: Mankells Wallander, eine schwedisch-deutsche Produktion mit 32 Folgen in drei Staffeln, ist eine Krimireihe nach Motiven des schwedischen Bestseller-Autors Henning Mankell, der auch einige Tatort-Drehbücher verfasst hat. Bei anderthalb Stunden pro Folge kommt man also auf 48 Stunden. Das sind zwei ganze Tage (ohne Schlaf).

Und … und … und … es sind ja nicht nur Serien. Die abendfüllenden Filme darf man nicht vergessen. Ich frage noch einmal: Wann soll man das alles gucken?

Ich habe auf dem Weg zur Arbeit (und zurück) mein Tablet dabei und kann so schon einmal einen halben Tatort gucken. Notfalls kann mich so ein handliches Gerät auch dorthin begleiten, wohin auch der Kaiser zu Fuß gehen musste. Aber das ist nicht genug:

„In der nicht endenden Folgenflut lautet die Antwort für einige hartgesottene Fans mittlerweile ‚speed watching‘ – Konsum von Serien mit doppeltem Abspieltempo. Credo: Wer doppelt so schnell guckt, schafft auch doppelt so viele Folgen. Der Trend stammt aus den USA.

Glaubt man Anleitungen von Könnern, wird das Gehirn dabei schrittweise an die doppelte Abspielgeschwindigkeit gewöhnt. Wer ‚Gilmore Girls‘ oder ‚Westworld‘ erst mit 1,2-fachem und dann 1,5-fachem Tempo guckt, schafft irgendwann auch das Zweifache oder sogar mehr. Dabei helfen Video-Player wie VLC und Erweiterungen für den Internet-Browser. ‚Das Leben ist kurz. Verschwende es nicht damit, Videos mit einfacher Geschwindigkeit zu gucken‘, schreibt der Nutzer einer entsprechenden Erweiterung für Google Chrome.“ (Quelle: heute.de)

VLC-Player: Einstellung der Geschwindigkeit
VLC-Player: Einstellung der Geschwindigkeit

Also ehrlich: Ich habe es probiert. Und mag es an meinem Alter liegen (die Aufmerksamkeit nimmt mit den Jahren dann doch schneller ab) oder weil’s mir einfach nicht schmeckt: Speed Watching ist dann doch eher etwas für Hardcore-Typen. So ein Film läuft bei deutlich höherer Geschwindigkeit so ab wie ein ICE durch die Landschaft rauscht. Man sieht (und hört) zwar, was da vorüberhuscht, aber die Details gehen verloren. Und besonders beim Ton erschlafft das Gehirn sehr schnell. Aber vielleicht mangelt es mir an Gewöhnung.

In der Welt von Android

Es ist soweit: ich habe mich entschlossen, mich endlich aus dem Fenster („Windows“) zu lehnen, um in die Welt des Maschinenmenschen (Android) einzusteigen. Auf gut Deutsch: Ich habe mir ein mobiles Endgerät, genauer: ein Tablet, zugelegt.

Nicht, dass ich bisher nicht mobil ausgestattet war (und bin). Ich habe ein Handy Sony Ericsson W810, das mit 10 Jahren (im April 2006 kam es auf den Markt) auf dem Buckel gewissermaßen aus der Steinzeit der Mobilgeräte stammt. 😉 Nur meine Frau hat mit ihrem Nokia 3310 aus dem Jahr 2000 ein Gerät, das aus der Prähistorie kommt. 😉 😉 Allerdings wurde genau dieses Nokia 3310 Anfang 2017 von der Firma HMD Global, die im Jahr zuvor die Markenrechte für Nokia-Handys erworben hatte, als Retro-Modell erneut auf den Markt gebracht. Mehr als von unterwegs telefonieren, wenn’s nötig ist, will ich mit meinem Handy aber auch nicht.

Nokia 3310

Auch sonst bin ich mit einem inzwischen auch in die Jahre gekommenen Netbook (es zählt vier ½ Jahre und war damals im September 2012 ein Auslaufmodell) immer noch mobil. Hat man WLAN (und wo hat man das heute nicht), dann tut es immer noch seine Dienste, wenn es auch etwas langsam in Gang kommt.

Natürlich ist mein Netbook der Schnee von gestern (gewissermaßen Eisenzeit). Und da ich unterwegs ganz gern Videos gucke oder mein Abonnement 11 Freunde – Magazin für Fußballkultur auch mobil verfügbar ist, so habe ich mich also für ein Tablet mit Android als Betriebssystem entschieden, auch diesmal wieder für ein Auslaufmodell – des Preises wegen (ich bin nun einmal ein Knauser). So komme ich damit auch nur per WLAN ins Netz (Mobilfunk brauche ich nicht – zum Telefonieren reicht das besagte Handy) bzw. kann über USB-Kabel das Tablet von meinem Rechner aus ‚füttern‘.

Tablet Lenovo TAB2 A10-70
Lenovo TAB2 A10-70 mit 25,7 cm (10,1 Zoll Full HD IPS) Display (MediaTek MT8165 Quad-Core Prozessor, 1.5GHz, 2 GB RAM, 32 GB eMMC, 5MP + 8MP Kamera, Dolby Atmos Sound, Android 5.1)

Ja, die schöne neue digitale Welt holt selbst mich ein. Aber auf eines verzichte ich nach wie vor: Unterwegs ständig erreichbar zu sein Und ich muss nicht das Essen, das ich im Restaurant zu mir nehme, fotografieren und gleich ins Netz stellen (obwohl ich bei Instagram auch schon ein Konto habe und durch meine Google-Youtube-Konten Fotos im Netz speichern kann). SMS und Messenger-Dienste brauche ich eigentlich nicht (okay, meine Söhne benutzen Telegram, so bin ich inzwischen auch dort gelandet).

Was ganz gut ist: Schon morgens nutze ich das Tablet, um zu gucken, ob mein Zug Verspätung hat oder nicht. Da gibt es das DB Navigator-App, das leicht und schnell zu bedienen ist. Und natürlich gibt es da jede Menge andere kostenlose Apps, die einem das Leben erleichtern können.

Auf jeden Fall renne ich nicht den ganzen Tag mit so einer Plastikkiste in der Gegend herum. Nein, ich bin kein Smombie. Ich will heile nach Hause kommen. Will ich wissen, wie spät es ist, da gucke ich auf meine gute analoge Armbanduhr (also keine Smartwatch). Und unser Haus ist zwar verkabelt und WLAN ist auch aktiviert. Aber ansonsten muss ich meine Hände und deren Finger benutzen, um Geräte an- oder auszuschalten. 😉 😉 🙂

Jimi, Bob & Joan (sowie Frank)

Ein Blick auf die Programmseiten von arte lohnt sich meist. In den letzten Monaten wurden hier höchst interessante, da aufschlussreiche Dokumentationen zu Musikern ‚unseres Vertrauens‘ gezeigt. So gab es dort eine abendfüllende Hendrix-Biografie unter dem Titel „Hear My Train A Comin'“ aus dem Jahr 2013, die u.a. erst kürzlich aufgetauchtes, bislang unbekanntes Bildmaterial zeigt, auf das Regisseur Bob Smeaton zurückgreifen konnte, darunter Amateurfilme, die Hendrix selbst und Drummer Mitch Mitchell auf ihren Reisen gedreht haben. Etwas älter (aus dem Jahr 2009) ist die Dokumentation Jimi Hendrix – The Guitar Hero, die one (früher Eins Festival) ausstrahlte. „Renommierte Musiker wie Dave Mason, Eric Clapton, Mick Taylor und Slash diskutieren in diesem Dokumentarfilm über Jimi Hendrix‘ Musik und sie erklären, warum seine Arbeit noch heute einen Höhepunkt der Rockmusik darstellt.“


Jimi Hendrix: „Hear My Train A Comin'“

Man muss nicht Pfadfinder (gewesen) sein, um irgendwann in seinem Leben mit in die Verse des Liedes ‘Blowin‘ in the Wind‘ eingestimmt zu haben; spätestens „The answer, my friend, is blowin’ in the wind. The answer is blowin’ in the wind” kann wohl (fast) jeder mitsingen. Längst ist das Lied eine Hymne und in jedem Liederbuch zu finden, das zum Erlernen des Gitarrenspiels oder für gemütliche Abende am Lagerfeuer zusammengestellt wurde.

Martin Scorsese, einer der wichtigsten zeitgenössischen US-Filmemacher, der mit so gut wie allen namhaften Schauspielern der USA zusammengearbeitet hat, zeichnete auch für zahlreiche Dokumentationen verantwortlich, so die 2005 entstandene über Bob Dylan: No Direction Home. Dieses zweiteilige, fast drei 1/2 –stündige Porträt zeigt Dylans Schaffen und Umgebung im Zeitraum 1961 bis 1966 (und lief ebenfalls auf arte).

Bob Dylan - No Direction Home

Bob Dylan ist als Songwriter, Folksänger und Rockmusiker „einer der einflussreichsten und innovativsten Musiker der Gegenwart. Starregisseur Martin Scorsese gelang es, den scheuen Künstler vor die Kamera zu bekommen und ein Porträt des Phänomens Bob Dylan zu entwerfen. Angefangen bei seinen Wurzeln in Minnesota über seine ersten Auftritte in den Bars von Greenwich Village 1961 und seinen kometenhaften Aufstieg bis hin zum Jahr 1966, als er bei seinem ersten Auftritt mit einer elektrischen Gitarre seine Fans verprellte und sich zeitweilig von der Konzertbühne zurückzog.“

„Da erfahren wir, dass der Mann, den die ganze Welt für die zentrale musikalische Figur der amerikanischen Protestbewegung gehalten hat, sich selbst nicht dafür hielt. ‚Mit irgendwelchen Ideologien hatte ich nie wirklich was am Hut. Egal in welcher Szene ich mich bewegte, ich fühlte mich immer als Außenseiter.‘ Mal schildern Weggefährten wie Pete Seeger, Joan Baez oder Allen Ginsberg die Entwicklung Dylans, der sich vom Rock ’n‘ Roller seiner Jugendtage über den Protest-Folksänger der frühen 60er bis zum elektrischen Rocker jener England-Tour wandelte.“

Am 28. August 1963 trat Dylan gemeinsam mit Joan Baez und anderen Folksängern bei der Abschlusskundgebung des Civil Rights March nach Washington auf, bei der Martin Luther King seine berühmte Rede I Have a Dream hielt. Dieser Auftritt findet sich natürlich auch in der Dokumentation über Joan Baez wieder.

Joan Baez und Martin Luther King

Es ist wieder der Sender arte, der (noch wenige Tage) die Dokumentation über Joan Baez – How Sweet the Sound aus dem Jahr 2010 zeigt(e):

„Das Gewissen einer Generation: Die politisch engagierte Folksängerin Joan Baez sang im Luftschutzbunker, während draußen die Bomben fielen. Aber sie ist auch eine der wichtigsten und bekanntesten Vertreterinnen der Folkmusik. Seltene Archivaufnahmen und sehr persönliche Interviews machen den Dokumentarfilm zu einem zugleich persönlichen und historischen Porträt.“

„In einem ersten umfassenden Dokumentarfilm über Joan Baez werden sowohl die Privatperson Baez als auch ihre Karriere, ihre Geschichte als Live- und Studiomusikerin und ihr bemerkenswerter Weg als Menschenrechtsaktivistin beleuchtet. Historische Aufnahmen zeigen Joan Baez bei ihrem umstrittenen Besuch in Nordvietnam, wo sie mit den Einwohnern von Hanoi während der heftigsten Luftangriffe des Kriegs betet, aber auch Martin Luther King Jr., der der inhaftierten Joan Baez einen Solidaritätsbesuch abstattet.“

„Musikalische Aufnahmen vom legendären Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 oder eines frühen Auftritts im historischen Club 47 in Cambridge werden mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Crosby, Bob Dylan oder Reverend Jesse Jackson zu einer dichten Erzählung verwoben. Der Dokumentarfilm gibt in bisher nicht dagewesener Art und Weise Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin, die mit über 70 Jahren noch auf internationalen Tourneen unterwegs ist.“


Joan Baez – How Sweet the Sound (im englischen Original)

Vor gut einem Jahr feierte Joan Baez ihren 75. Geburtstag. Ins Beacon Theatre in New York lud sie hierzu viele namhafte Gäste ein, die mit ihr auf die Bühne traten, nämlich David Bromberg, Jackson Browne, Mary Chapin Carpenter, Judy Collins, Emmylou Harris, Indigo Girls, Damien Rice, Paul Simon, Mavis Staples, Nano Stern und Richard Thompson. „Bis heute fühlt sie sich politischen und sozialen Aspekten ebenso verbunden wie Menschenrechts- und Umweltthemen. Außerdem unterstützt und fördert sie seit Jahrzehnten jüngere Kolleginnen und Kollegen – einige von ihnen stehen mit ihr bei diesem Konzert auf der Bühne des Beacon Theaters.“ Joan Baez 75th Birthday Celebration wurde ebenfalls von arte gesendet.


Joan Baez 75th Birthday Celebration – Beacon Theatre New York – 2016

Und dem nicht genug: der Sender arte zeigt am Freitag (17.03.2017) ab 21 Uhr 45 Frank Zappa: „Er war ein hochtalentierter Musiker und hellsichtiger Kritiker seiner Zeit: der amerikanische Rockmusiker Frank Zappa. In „Zapped – Frank Zappa in seinen eigenen Worten“ beleuchtet Thorsten Schütte anhand von selten gezeigten Fernsehinterviews und Bühnenauftritten die zwei Facetten des Frank Zappa. Der Dokumentarfilm lässt das reiche musikalische Erbe des Ausnahmekünstlers wieder aufleben und erinnert an dessen unermüdlichen Kampf gegen den Konformismus.“

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (7): Öffentliche Auslegung

Der Rat der Gemeinde Tostedt hat wie berichtet in seiner Sitzung am 7. Februar 2017 die Einleitung einer Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 „Karlstraße“ (betrifft das Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘) und gleichzeitig die Durchführung einer öffentlichen Auslegung beschlossen. In der Zeit vom 27. Februar bis 27. März 2017 sind der „Entwurf der 2. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 sowie der Entwurf der Begründung mit Anlagen“ im Rathaus der Samtgemeinde Tostedt, Fachbereich „Bauen und Planung“ einzusehen. Jedermann kann zu dieser Planung schriftlich oder zur Niederschrift Stellung nehmen.

Wie ebenfalls kurz berichtet waren meine Frau und ich letzten Donnerstag im Rathaus von Tostedt, um Einsicht in die Unterlagen zu nehmen. Interessant waren dabei Details, die uns so bisher nicht bekannt waren, z.B. das Gutachten einer schalltechnischen Untersuchung zu der Lärmbelastung. Bisher wurde uns dieses Gutachten vorenthalten. Aufschlussreich war es auch zu sehen, wie sich die Planung innerhalb der letzten gut zwölf Monate entwickelt hatte.

Der geänderte Bebauungsplan sieht jetzt vier so genannte Baufenster (überbaubare Flächen) vor, in denen insgesamt sieben bzw. 7 ½ Häuser entstehen sollen. In einer der ersten Planskizzen waren zehn Häuser vorgesehen. Damit wäre eine Wohnanlage errichtet worden, die den Investoren sicherlich maximalen Ertrag, dem Ort Tostedt aber eine weitere Bausünde a la Krech-Siedlung eingebracht hätte. Ich fürchte, dass selbst die jetzige Planung überdimensioniert ist.

Inzwischen wurden auf dem gut 14.000 m² großen Grundstück kräftig aufgeräumt. Mit diesem Kahlschlag erinnert es etwas an ein ausgebombtes Viertel der Nachkriegszeit (das stammt nicht von mir). Aber das soll sich ja bald ändern.

Panoramablick mit Kahlschlag - © K.B./Tostedt

Unbedingt interessant möchte ich es eigentlich nicht nennen, aber es ist schon aufschlussreich, was so neben riesigen Stein sonst noch so im Erdreich gefunden wurde, z.B. ein Tank, der vor der Entsorgung sicherheitshalber ordnungsgemäß entleert wurde. Immerhin das. (Fotos © K.B./Tostedt)

Entsorgung eines im Erdreich vergrabenen Tanks - © K.B./Tostedt

Zurück zur öffentlichen Auslegung des geänderten Bebauungsplanes und der Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen: Einige Punkte gibt es für meine Frau und mich, die uns wichtig sind. In einer Kleinstadt mit knapp 14.000 Einwohnern wie Tostedt, die im ländlichen Raum steht, sollte die Bebauung mit Häusern dem ländlichen Charakter entsprechen (ohne gleich provinziell zu sein). Neubauten sollten sich dabei dem Umfeld anpassen, was auch bei dieser Bauplanung zu berücksichtigt ist.

Wie geht es weiter: Nach der Auslegung tagt am 9. Mai 2017 erneut der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Tostedt und berät u.a. über die Stellungnahmen. In der Ratssitzung am 13. Juni 2017 sollte dann die Änderung des Bebauungsplanes endgültig beschlossen werden. Schon zuvor werden wohl die Bauanträge von der Bauherrengemeinschaft Tostedt GbR im Fachbereich „Bauen und Planung“ eingehen.

Nordischer Dreikampf

Nein, es handelt sich nicht um eine neue Wintersportart. Es geht um die drei norddeutschen Vereine in der Fußballbundesliga der Herren: SV Werder Bremen, VfL Wolfsburg und HSV, die alle drei – dicht an dicht – gegen einen möglichen Abstieg in die Zweitklassigkeit kämpfen.

Saison 2016/2017 – 23. Spieltag SV Werder – SV Darmstadt 98 2:0 – Pizarro fällt im Strafraum

Nach der Niederlage in Bremen dürfte Darmstadt als erster Absteiger (mit 12 Punkten aus 23 Spielen) schon fast feststehen. Auch der FC Ingolstadt mit 18 Punkten hat schon fünf Punkte Rückstand auf den HSV und Wolfsburg (beide 23 Punkte) und dürfte nur noch wenige Chancen auf den Klassenerhalt haben. Lediglich die Bremer weisen zz. 25 Punkte auf und liegen auf Platz 14.

Aber damit sind die Bremer noch längst nicht gerettet. Betrachtet man die letzten Spiele, so gab es nach mehreren unglücklich verlorenen Spielen immerhin drei Siege in Folge. Aber die kamen eher mit viel Massel als Können zustande. So gegen die Darmstädter: Die erste Halbzeit der Bremer war die reinste Katastrophe. Und wäre nicht Felix Wiedwald ins Tor zurückgekehrt, wer weiß, wie die Spiele in Wolfsburg und zu Hause eben gegen Darmstadt ausgegangen wären.

Noch sind elf Spiele zu bestreiten, und die drei norddeutschen Vereine werden wohl unter sich den Kandidaten für den Relegationsplatz unter sich ausmachen dürfen. Wären da nicht Spieler wie Serge Gnabry und Max Kruse, die allein fünf der letzten sechs Werder-Tore erzielt haben, man müsste fürchten, dass zum Ende der Saison z.B. Hannover 96 (zz. Drittplatzierter der 2. Liga) Gegner der Bremer sein könnte.

Selbst wenn der SV Werder die Klasse halten sollte, so wird es schwer sein, die genannten Spieler Gnabry (Vertrag bis 30.6.2020) und Kruse (Vertrag bis 30.6.2019) an der Weser zu halten. Besonders Serge Gnabry steht schon auf dem Wunschzettel mancher Verantwortlicher anderer Vereine.

Am Freitagabend geht es nach Leverkusen, die sich von Trainer Roger Schmidt getrennt haben. Neue Besen kehren bekanntlich gut. Nur wer dieser ‚neue Besen‘ in Leverkusen sein wird, steht noch aus [Tayfun Korkut ist der neue Trainer – er war zuletzt bis zu seinem Rücktritt am 27. Dezember 2016 beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und davor beim Erstligisten Hannover 96 tätig]. Vielleicht eine Chance für Werder, den vierten Sieg in Folge einzufahren? Ich mag daran nicht so recht glauben …

Worte zum Wochenende (9. KW 2017): Meteorologischer Frühlingsanfang

Gestern waren meine Frau und ich im Rathaus von Tostedt, um uns den „Entwurf der 2. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 sowie den Entwurf der Begründung mit Anlagen“ anzuschauen, die dort in der Zeit vom 27. Februar 2017 bis 27. März 2017 in der Schützenstraße 26, Fachbereich „Bauen und Planung“, Zimmer 409, 21255 Tostedt, während der Öffnungszeiten zur allgemeinen Einsicht ausliegen. Es geht dabei um das Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ bei uns hier in Tostedt.

Dabei bekamen wir doch noch Einsicht in einige nicht uninteressante Details, so in das Gutachten einer schalltechnischen Untersuchung zu der Lärmbelastung. Bisher wurde uns dieses Gutachten vorenthalten. Aufschlussreich war es auch zu sehen, wie sich die Planung innerhalb der letzten gut zwölf Monate entwickelt hatte. Dazu und zum ‚Stand der Dinge‘ aber später sicherlich noch etwas mehr

Worte zum Wochenende (9. KW 2017 – WilliZBlog)

Meteorologisch beginnt der Frühling auf der Nordhalbkugel am 1. März, begann also bei uns am Mittwoch. Und an diesem Wochenende dürfen wir mit annähernd frühlingshaftem Wetter rechnen, morgen am Samstag mit Temperaturen bis zu 14 ° C. Dann soll es zwar wieder etwas frischer und auch regnerischer werden, aber die Sonne wird sich nicht verleugnen lassen.

Apropos Samstag: Da spielt der SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga gegen den Tabellenletzten, den SV Darmstadt 98, für den es um alles oder nichts geht. Mit Torsten Frings kommt damit wieder einmal ein alter Werder-Bekannter an die Weser, der in Darmstadt seinen ersten Cheftrainerposten bekommen hat. Einerseits hoffe ich zwar, dass es ihm nicht so geht wie Valérien Ismaël, der in Wolfsburg nach der Niederlage gegen die Bremer seinen Hut nehmen durfte. Andererseits hoffe ich natürlich, dass Werder mit einem Sieg, dem dritten in Folge, langsam aber sicher in etwas geruhsameres Fahrwasser gerät.

Also wieder Wochenende! Seien wir ehrlich: Irgendwie hangeln wir uns so durch – von Wochenende zu Wochenende. Spätestens am Freitag erstaunt, wie schnell die Woche wieder einmal verging. Und am Montag knatschig, weil die Arbeitswoche wie ein scheinbar unüberwindbarer Berg noch vor uns liegt.

Worte zum Wochenende (8. KW 2017): Gewürz, Gewürztes, Würziges

Puh, ist es etwa Herbst? Der nicht allzu gute „Thomas“ fegte über Deutschland hinweg. Und auch an diesem Wochenende soll’s feucht und stürmisch bleiben. Bis in die nächste Woche hinein. Da bleibt man eigentlich lieber zu Hause.

Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Morgen machen wir vier (ja, auch der ältere meiner beiden Söhne weilt in seinen Semesterferien einige Tage bei uns) Hamburg unsicher. Zunächst geht’s ins Spicy’s Gewürzmuseum (das mit dem Deppenapostroph – okay, leitet sich vom englischen Spice für Gewürz her, und im Englischen benutzt man den sächsischen Genitiv mit ‚Hochkomma‘, heißt er dort „Saxon genitive“ oder eben auch „apostrophic genitive“ (sic!), also wollen wir das durchgehen lassen 😉 ). Das Gewürzmuseum befindet sich in der Speicherstadt, die zusammen mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus auf der Liste des UNESCO-Welterbes zu finden ist. Bisher kannten wir die Gebäude nur von außen. So sind wir gespannt, wie es im Inneren eines solchen Speicherhauses aussieht.

Worte zum Wochenende (8. KW 2017 – WilliZBlog)

Grund des Besuches: Wir alle vier sind begeisterte Hobbyköche und haben ein besonders Faible für Kräuter und Gewürze. So werden wir uns dort sicherlich einige Anregungen holen können. Anschließend wollen wir bei der Elbphilharmonie vorbeigucken und hoffen hineinzukommen. Und dann natürlich zum Essen. Mal gucken, was wir dann noch so treiben werden …

Mit großem Interesse gucke ich heute Abend nach Wolfsburg, wo der SV Werder Bremen auf den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga trifft. Nach dem 0:2-Sieg der Bremer in Mainz sieht man an der Weser wieder Licht am Ende des Abstiegstunnels. Leider fällt mit Clemens Fritz (Gelbspeere) und Thomas Delaney (Jochbeinbruch) das zuletzt so erfolgreiche defensive Mittelfeld (Doppelsechs) aus. Es wird schwer sein, das zu kompensieren. Von daher wäre ich schon froh, wenn Werder wenigstens einen Punkt aus der VW-Stadt holt, zumal mit Valérien Ismaël ein gern gesehenes Gesicht aus alten Werderzeiten als Trainer auf der Seite Wolfsburgs steht und ich ihm nichts Schlechtes gönne …