Nein, so doch nicht … (12): Das Wörtchen ‚man‘

Kafkas Prozess beginnt damit („Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, …“), Goethe benutzte es in seinem Faust („Ich weiß, wie man den Geist des Volks versöhnt; …“). Es geht um Indefinitpronoma, also um unbestimmte Fürwörter, die sich leider nicht immer vermeiden lassen, besonders das Wörtchen ‚man‘. Die Frage, die ich hier erörtern will, ist, ob ‚man‘ frauenfeindlich ist, wenn man ‚man‘ benutzt.

In diesem Blog bemühe ich mich, das Wörtchen ‚man‘ tunlichst zu vermeiden. ‚Man‘ klingt wie Mann. Ist aber ‚man‘ mit Mann gleichzusetzen? Werden Frauen also diskriminiert, weil ’s immer nur ‚man‘ und nie ‚frau‘ heißt?

Das Wörtchen ‚man‘ ist wie jemand (siehe Kafka), alle, einer, manche, wer, etwas, einige, andere ein Indefinitpronomen, also unbestimmtes Fürwort. Pronomen treten „an die Stelle eines Nomens (Substantiv; deutsch Namenwort)“ und das Wörtchen ‚man‘ verwenden wir insbesondere dann, wenn wir etwas verallgemeinern, also nicht konkret von einer Person, Sache usw. sprechen. Und ‚man‘ taucht noch in vielen anderen Wörtern auf wie mancherlei – manchmal – mannigfach. Und gibt es da noch jedermann (Hugo von Hofmannsthal und Salzburg lassen grüßen).

Nein, so doch nicht ...
Nein, so doch nicht …: Das Wörtchen ‚man‘

Wie verhält es sich nun mit der ‚Männlichkeit? Was dafür spricht, ist das generische Maskulinum, die Benutzung der verallgemeinernden männlichen Form, z.B. Man hat sein Glück gemacht, wenn … Das Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter) ’sein‘ ist männlich (so wie: Er hat sein Glück gemacht!).

Nun habe ich aber zur Etymologie von ‚man‘ gelesen (pinkstinks.de bzw. frauensprache.com), dass ‚man‘ im ursprünglichen Altnordischen „Frau“ (engl. woman) bedeutet. Das Wort für „Mann“ war nicht ‚man‘, sondern ‚wer‘, aus der Sanskritwurzel vir, wie in wer-wulf, dem Wolfsmann. Und die englische Isle of Man war z.B. der Mondfrau geweiht, die auch als Seejungfrau daher kam. Im Europa des Altertums sei es Mana, die Mondmutter, gewesen, die die Menschen hervorbrachte. Dem widerspricht allerdings, was ich über den Namen der Isle of Man gelesen habe. Danach lehnt sich ‚Man‘ an das keltische Wort für Berg, könnte allerdings auch der Name eines Königs sein. Männlich oder weiblich? Mann oder Frau? Wer weiß es genau? Wie auch immer …

Der Duden sagt, dass die Herkunft mittelhochdeutsch, althochdeutsch sei und ‚man‘ eigentlich irgendeiner, jeder beliebige (Mensch!) meint. Oder an anderer Stelle: ‚man‘ meint irgend jemand, manche oder alle Menschen, formal sind Frauen mitgemeint, wenn MAN „man“ sagt:

Der Duden geht dann noch etwas mehr in die Tiefe und definiert ‚man‘ u.a. mit:

– jemand (sofern er in einer bestimmten Situation stellvertretend für jedermann genommen werden kann), z.B. … man nehme … (wie viele Kochbücher müssten umgeschrieben werden, wenn …)

– irgendjemand oder eine bestimmte Gruppe von Personen, z.B. … man vermutet … (es wird allgemein vermutet)

– du, ihr, Sie; er, sie (zum Ausdruck der Distanz, wenn jemand die direkte Anrede vermeiden will), z.B. … hat man sich gut erholt? …

Und im digitalen Grimm (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm) finden MAN u.a.:

man, seit der mhd. zeit im gebrauche […], sagt ohne bezug auf ein bestimmtes subject im allgemeinen aus, was zugleich von mehreren gelten kann (gramm. 4, 220); bei dieser allgemeinheit ist eine mehrheit verstanden, man menschen, leute …

Wie gesagt: Das Wörtchen ‚man‘ verallgemeinert. Und deshalb versuche ich, es zu umgehen. Wer laufend ‚man‘ benutzt, bleibt im Unbestimmten. Wir wollen angesprochen werden (wir oder ihr statt ‚man‘).. Oder wir wollen, dass sich der Schreiber zu erkennen gibt (ich statt ‚man‘).

Auf jeden Fall finde ich die Verwendung von ‚frau/man‘ statt ‚man‘ für – na ja – unpassend. Ich bin durchaus für eine geschlechtergerechte Sprache. Aber mit diesem ‚frau/man‘ ginge der Schuss nach hinten los. Nein, so doch nicht …!

Zuletzt: Nun, ich komme aus norddeutschem Gefilde. Und da gibt es eine Eigenheit mit dem Wörtchen ‚man‘, das nur hier zu finden ist: ‚man‘ als Adverb (Umstandswort), norddeutsch umgangssprachlich für nur, mal, z.B.:

– lass man gut sein!
– na, denn man los!

Ja, richtig: Lass man gut sein, Willi!

Robert Walser: Mädchen

Es war im Jahr 1978, also vor nun 42 Jahren – ich war im noch zarten Alter von 24 Jahren -, da gönnte ich mir als Werkausgabe Edition suhrkamp (ja, die mit dem Reihendesign in Spektralfarben) das Gesamtwerk in 12 Bänden von Robert Walser (erste Auflage zum 100. Geburtstag). Irgendwie muss ich über Hermann Hesse auf Walser gestoßen sein. Aber gleich das Gesamtwerk?

    Robert Walser (1878 - 1956)
    Robert Walser (1878 – 1956)

Nun, es war nicht nur Hesse, der sich für Robert Walser einsetzte. Walser hatte auch einen zumindest heute prominenten Leser: „Wenige seiner Leser von 1909 dürften so klar und sicher wie Kafka in einem Brief geurteilt haben: ‚Ein gutes Buch.‘ (Auch Max Brod hat bezeugt, ‚Jakob von Gunten‘ [ein Roman von Robert Walser] sei ein Lieblingsbuch seines Freundes gewesen.)
aus dem Nachwort zu Jakob von Gunten – ein Tagebuch (1909)

Nun, um es vorweg zu nehmen: Die Investition hat sich gelohnt. Robert Walser fällt dermaßen aus dem Rahmen, den die Schriftsteller um die Zeit 1900 bis 1935 gebildet haben, dass es mich eigentlich wundert, Walser auch heute noch im Olymp deutschsprachiger Dichter zu wähnen.

Aber komme ich endlich zur Sache. Hier ein Gedicht von ihm, das im März 1927 im „Prager Tagblatt“ erstmals erschien. Max Brod war Mitarbeiter der Zeitung und hat Walser dadurch unterstützt, dass er von seinem Werk vieles veröffentlichen ließ (so schließt sich dann auch der Kreis Walser-Brod-Kafka):

    Das eine dieser beiden Mädchen
    sieht zierlich aus wie ein Salätchen
    von duftenden und zarten Blättchen
    und hat die schönstgeformten Wädchen
    und schaut zum Fenster still hinaus
    ins morgendliche Landschaftshaus.
    Des andern Mädchens Haar ist kraus
    wie ein zerzauster Blumenstrauß.
    Unangefochten steht die eine
    als Ungezwungene und Reine
    auf ausgesprochen feinem Beine,
    im Mieder vor dem Sonnenscheine.
    Die andre küßt und flüstert: „Du!“
    Besinnung schließt sich ganz ihr zu,
    sie zittert, knistert, lodern, puh,
    von Leidenschaft bis in die Schuh`
    und kennt im Herzen keine Ruh‘.
    Die erste weiß nichts von Genüssen,
    wofür noch jed` hat büßen müssen,
    sie gleicht mit jedem Atemzug
    dem wonnenangefüllten Krug.
    Die zweite ist von sündigfrommen,
    lüsternen Flammen eingenommen,
    von Ungenügsamkeit umglommen,
    und hat sie nicht mehr wegbekommen.
    Wie fröhlich, selig ist ein Leben,
    das heiter uns aus uns kann heben.
    Das ist`s ja eben, daß wir kleben
    am Körpers Nöten, statt zu schweben
    in unherabgezognem Streben,
    wie Reben, die im Trieb, zu geben,
    sich wohlbefinden an den Stäben.

Zu seiner Zeit wurde Walser Geschwätzigkeit vorgeworfen (bezog sich vor allem auf seine Romane). So ganz kann das nicht bestritten werden. Aber es ist eine besondere Geschwätzigkeit. Und besonders die Gedichte von ihm zeugen von einem Wort-Klang-Spiel von kindlichem Ernst. Wie das Gedicht ‚Mädchen‘ so sind viele mit „ziemlich gewollten, unglücklichen Reime[n]“ ausgestattet. Aber darin liegt der Reiz: Vielleicht sollten wir etwas kindlicher sein.

Hier nur ein kleines, weiteres Beispiel Walser’scher Dichtkunst:

“Schnee liegt vergnügt auf allen Dächern
wie längst vergeßne Brief in Fächern”

„Wie ich zum Dichten kam, weiß ich selber nicht recht. Das gab sich, wie sich sonst etwas gibt. Ich habe mich oft gefragt, wie es anfing. Nun, es fing bei einem Zipfelchen an und nahm mich fort. Kaum wußte ich, was ich tat. Ich dichtete aus einem Gemisch von hellgoldenen Aussichten und ängstlicher Aussichtslosigkeit, war immer hlb in Angst, halb in einem beinah übersprudelnden Frohlocken.“
Robert Walser

Happy birthday, Herr Lukaschenko!

Gestern feierte Alexander Lukaschenko, seit 1994 der Präsident von Belarus, seinen 66. Geburtstag, den er aber auf den heutigen Tag verlegt hat, um am selben Tag wie sein jüngster Sohn Nikolaj (* 2004) feiern zu können. Gemeinsame Auftritte der beiden verdeutlichen: Nikolaj soll wohl zu seinem Nachfolger gemacht werden (Nordkorea lässt grüßen! Hat Putin eigentlich einen Sohn?)


VIDEO Tagesthemen: Trotz massiver Einschüchterung demonstrieren Zehntausende gegen Staatschef Lukaschenko (30.08.2020)

Anlässlich seines gestrigen Geburtstages wurde „batka“ („Papa“), wie Lukaschenko sich gern bezeichnen lässt, mit vielen Geschenken überhäuft, u.a. legten junge Frauen, die von einem alten Mann sangen, den sie nun bekommen hätten, ohne ihn zu wollen, Kürbisse nieder – ein traditionelles Zeichen dafür, dass sie ihn verschmähen (bei uns nennen wir das ‚einen Korb geben‘).

Geschenk für 'batka' ('Papa')
Geschenke für ‚batka‘ (‚Papa‘)

Währenddessen spielte das Geburtstagskind mit seinem neuen Spielzeug, einem Sturmgewehr und einer kugelsicheren Weste, vor dem Palast der Unabhängigkeit, und wurde seinem neuen Spitznamen, Lukaschambo (Kofferwort aus seinem Nachnamen und ‚Rambo‘) voll und ganz gerecht.

Lukaschenko ganz martialisch
Lukaschenko ganz martialisch

Damit keiner der Bürgerinnen und Bürger die Geburtstagsparty stören konnte, wurden Schützenpanzer nach Minsk gebracht und in der Nähe der Residenz von Lukaschenko geparkt, „um die Sicherheit des Personals zu stärken“. Er fühlte sich wohl von den vielen weiß-rot-weißen Blumen bedroht. Immerhin wurde von Litauen aus vor Tagen „eine Sonde mit acht Luftballons mit Anti-Staatssymbolen gestartet. Dank der Aktionen der Besatzungen der Mi-24-Hubschrauber der Luftverteidigungskräfte wurde der Flug der Ballons ohne den Einsatz von Waffen gestoppt »; noch einmal Glück gehabt!

Und um die überschäumende Begeisterung des Volkes für seinen Präsidenten in Zaum zu halten, wurde der Unabhängigkeitsplatz in Minsk durch Sicherheitskräfte abgesperrt. Und zu ausgelassene Bürger wurden zur ‚Abkühlung‘ ihres Gemütes aus dem Verkehr gezogen.

Absperrung des Unabhängigkeitplatzes
Absperrung des Unabhängigkeitplatzes

Noch einmal: Happy birthday, Dir und Deinem Sohn, Herr Lukaschenko!

Postkarten (5): Grüße aus Minsk (Мінск)

Die Lebensgefährtin und Studienkollegin meines ältesten Sohnes stammt aus Belarus (Weißrussland). So besuchte er mit ihr schon mehrere Male deren Eltern, die in der Hauptstadt Belarus‘, in Minsk, leben. Und so bekamen wir von ihm anlässlich seines ersten Aufenthaltes dort die folgende Postkarte:

Minsk: Straßenbahn in der Oberen Stadt 1938
Minsk: Straßenbahn in der Oberen Stadt 1938

Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn mich die jetzigen Ereignisse, der Protest vieler Bürger gegen die manipulierten Präsidentschaftswahlen vom 09. August, besonders interessieren. Ich wünsche dem belarusischem Volk, dass sie Lukaschenko, der nun schon seit 26 Jahren das Land als ‚letzter Diktator Europas‘ regiert, abschütteln und dem Wunsch nach Freiheit und Frieden verwirklichen.

Grüße aus Minsk (Мінск)
Grüße aus Minsk (Мінск)

siehe auch:
Postkarten (1): GrönlandPostkarten (2): IrlandPostkarten(3): Alexandria/ÄgyptenPostkarten (4): Pellworm

Die Heide blüht …!

Mein Wohnort Tostedt liegt am Rand der Lüneburger Heide. Mit dem Fahrrad ist es nicht weit, um – wie in diesen Tagen – die Heideblüte zu sehen. In den letzten zwei Jahren war der ältere meiner beiden Söhne, der in Mannheim studiert, mit seiner Freundin bei uns zu Besuch. Und dabei haben wir auch zwei- oder dreimal einen Abstecher in die Heide gemacht. Aber ohne Glück: Es war zu früh (Ostern 2018 und 2019) oder zu spät (Anfang Oktober 2018 und Mitte November 2019), um die Heide in Blüte zu sehen. Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr etwas damit …

Heide bei Höpen/Schneverdingen
Heide bei Höpen/Schneverdingen

Dafür habe ich mit meiner Frau in diesen Tagen endlich die Heide blühen sehen können. Wir waren zweimal mit dem Rad unterwegs. Einmal nach Höpen/Schneverdingen (41,1 km hin und zurück) und einmal nach Wesel/Undeloh (35,1 km hin und zurück).

Heide bei Wesel/Undeloh
Heide bei Wesel/Undeloh

Ja, die Heide blüht … Aber wann blüht die Heide nun eigentlich? Die Besenheide (Calluna Vulgaris) blüht von August bis September. Dann wird die Landschaft in ein kräftiges Violett getaucht und entwickelt ihre ganz besondere Anziehungskraft. Eine Faustregel sagt, dass die Besenheide vom 08.08. bis zum 09.09. blüht. Aber natürlich kann die Blüte auch mal früher oder später einsetzen. Die weniger verbreitete Glockenheide blüht bereits ab Juli. Die Intensität der Blüte hängt von den Wetterbedingungen ab und kann von Jahr zu Jahr variieren.

Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 5: Heimreise Cuxhaven – Tostedt

Jede Reise hat einmal ein Ende. So auch die Radtour, die ich mit meinen beiden Söhnen von Tostedt über Rotenburg/Wümme, Bremen-Vegesack und Bremerhaven nach Cuxhaven gemacht hatte. Wir hatten die heißesten Tage des Jahres ausgesucht. Kein Tag unter 30 ° C im Schatten. Und so kamen am Ende mit kleinen Touren in Cuxhaven 257,2 km zusammen.

In Cuxhaven hatten wir uns bestens erholt, haben dort die Wärme und Sonne wirklich voll ausnutzen können. Am Freitag, den 14. August, hieß es nun Abschied nehmen von Sonne und Meer. Da der ältere meiner beiden Söhne schon am Wochenende wieder zurück nach Mannheim musste, fuhren wir mit dem Zug zurück nach Tostedt.

Fahrradwagen im Zug nach Hause
Fahrradwagen im Zug nach Hause

Natürlich hätten wir von Cuxhaven auch den Elbe-Radweg bis zur Fähre Cranz und von dort den Este-Radweg über Buxtehude nach Tostedt nehmen könnten. Vielleicht das nächste Mal, d.h. von Tostedt aus zur Elbe und weiter in den hohen Norden.

Trotz der Strapazen (die Hitze) hat es Spaß gemacht, mit den eigenen Söhnen einmal wieder etwas gemeinsam zu machen. Und ich denke, die beiden hatten auch ihren Spaß dabei. Der Ältere der beiden, der in Mannheim studiert, ist übrigens mit seiner Freundin auch schon öfter auf Radtour gewesen, und die beiden haben es bis zum Bodensee geschafft. Respekt!

Siehe auch:
Wenn der Vater mit seinen Söhnen …
Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 1: Tostedt – Rotenburg/Wümme
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 2: Rotenburg/Wümme – Bremen-Vegesack
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 3: Bremen-Vegesack – Bremerhaven
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 4: Bremerhaven – Cuxhaven

Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 4: Bremerhaven – Cuxhaven

Wenn der Vater mit seinen Söhnen eine Radtour macht … Nun am Mittwoch, den 12. August d.J., ging es auf die vorerst letzte Etappe von Bremerhaven nach Cuxhaven. Wir hatten dank der Klimaanlage im Hotel gut geschlafen und standen wieder um 7 Uhr auf. Bereits gegen 8 Uhr 45 waren wir dann auf den Rädern, denn im Hotel wurde wegen der Coronakrise kein Frühstück angeboten. Wir hätten ein Frühstück für unterwegs ordern können, aber das bestand nur aus Sandwiches usw. – alles in Plastik eingeschweißt: nein, danke! So suchten wir den nächsten Bäcker auf und hatten Glück. In der Schleusenstraße fanden wir an einer Straßenecke die Stadtbäckerei Engelbrecht, die wirklich eine leckere Auswahl an süßen und herben, belegten Backwaren anbot, Kaffee und Tee aller Art: So ließen wir uns draußen nieder und genossen die Sonne beim Frühstücken.

Schmackhaftes Frühstück in Bremerhaven vor der Abfahrt nach Cuxhaven
Schmackhaftes Frühstück in Bremerhaven vor der Abfahrt nach Cuxhaven

Bremerhaven ist eine Hafenstadt. Und so führte uns der Beginn der 8. und letzten Etappe des Weser-Radweges u.a. am Columbus Cruise Center und dem Eurogate Containerterminal vorbei.

Warten im Hafen von Bremerhaven
Warten im Hafen von Bremerhaven

Dann wurde es schnell ländlich mit Deichen zur Weser hin. Wir kamen durch Ortschaften wie Wremen und Dornum mit kleinen Hafenanlagen, in denen die Boote durch die Ebbe auf Grund lagen. Auf dem Deich ließen sich gut kleine Päuschen machen.

Wremen von oben (mit Weser-Radweg in rot) © Google Earth
Wremen von oben (mit Weser-Radweg in rot) © Google Earth

An diesem Tag war es nicht ganz so heiß und die 51 km bis zu unserem Ziel ließen sich so deutlich angenehmer zurücklegen. Wir waren nach dem Frühstück gegen 10 Uhr gestartet und kamen bei unserem Hotel zur Seerobbe gegen 14 Uhr an. Diesmal hatten wir eine Unterkunft mit zwei Schlafzimmern und konnten uns so für die zwei Nächte, die wir bleiben sollten, ausbreiten.

Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer
Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer

Nach dem Duschen war unser Ziel natürlich der Strand am Wattenmeer. Es dauerte allerdings noch etwas, bis gegen 19 Uhr 30 die Flut kam und wir wenigstens etwas Wasser unterm Kiel bekamen. Gleich in Strandnähe aßen wir dann auch zu Abend in der Strandbar Cuxhaven. Natürlich wieder etwas Fischiges. Und später gönnten wir uns dann auch noch einige Cocktails in der Barracudabar.

Am folgenden Tag wollten wir dann aber doch etwas mehr als nur im Wasser planschen. Ebensfalls in unmittelbarer Nähe des Strandes gibt es das Freibad Steinmarne. Durch die Coronakrise finden allerdings nur bis zu 250 Badegäste Einlaß. Und wir hatten Glück. Wir waren die Numeri 246, 247 und 248. Nach uns kam nur noch ein älteres Pärchen hinein. Alle anderen mussten warten … So konnten wir uns im Meerwasserbecken erfrischen und unsere Bahnen ziehen.

Abends gab es wieder Fisch im Restaurant “Zur Schlemmerpfanne”.

In meinem Beitrag Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr habe ich mich schon etwas genauer über die technische Seite einer solchen Radtour geäußert. Hier die nötigen Ergänzungen: Per Smartphone (mit Funknetz, also mobilem Internet) hatten wir uns den GPX Viewer heruntergeladen, der sowohl GPX- als auch KML-Dateien unterstützt. Diese Daten für den Weser-Radweg fanden wir im Internet wie folgt:

1. Die 8. Etappe des Weser-Radweges im Internet aufrufen: 8. Etappe
2. Download der GPX- bzw. KML-Datei über entsprechende Buttons ansteuern, drücken und dann herunterladen

Des Weiteren:
1. GPX Viewer-App herunterladen
2. Menü aufrufen und mit ‚Dateien öffnen‘ die entsprechende GPX-Datei anklicken (es können auch mehrere sein), dann auf öffnen klicken


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Siehe auch:
Wenn der Vater mit seinen Söhnen …
Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 1: Tostedt – Rotenburg/Wümme
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 2: Rotenburg/Wümme – Bremen-Vegesack
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 3: Bremen-Vegesack – Bremerhaven

Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 3: Bremen-Vegesack – Bremerhaven

Frisch gemacht und durch das reichhaltige Frühstück gestärkt ging es am Dienstag, den 11. August, um 9 Uhr 45 auf unsere 3. Etappe von Bremen-Vegesack nach Bremerhaven. Zunächst mussten wir die Weserseite wechseln und benutzten hierfür die Fähre Bremen-Vegesack – Lemwerder. Eigentlich gehört diese Überfahrt noch zum Wümme-Radweg.

Auf der Fähre Bremen-Vegesack - Lemwerder
Auf der Fähre Bremen-Vegesack – Lemwerder

Auf der linken Weserseite trafen wir dann auf die 7. Etappe des Weser-Radweges, der uns über Elsfleth (davor mussten wir einen Bogen um die Einmündung der Hunte in die Weser fahren), Brake und Rodenkirchen bis Nordenham brachte. Der Weg führte lange Strecken am Weserdeich entlang, bot hier keinen Schatten und bei über 33 ° C (im Schatten) und zudem viel Gegenwind wurde es wirklich wieder strapaziös.

Am Weserdeich längs
Am Weserdeich längs

In Brake kamen wir an dem kleinen Hafen vorbei und sichteten dort ein Fischrestaurant. Es war Zeit für einen kleinen Imbiss. Und so gönnten wir uns jeder zu einem kalten Getränk ein dickes Fischbrötchen.

Blick auf die Weser bei Nordenham
Blick auf die Weser bei Nordenham

So gestärkt ging es also nach Nordenham in den Ortsteil Blexen, von wo aus wir mit der Fähre nach Bremerhaven wieder die Weserseite wechselten. Das Teilstück Nordenham-Mitte – Blexen gehört übrigens schon zur 8. Etappe des Weser-Radweges.

In der Nähe des Weser-Radweges und zudem zentral in der Nähe des Klimahauses 8 ° Ost, des Deutschen Auswandererhauses, des Zoos am Meer (mit den angeblich schwulen Pinguinen), des Deutschen Schiffahrtsmuseums und des neuen Hafens mit seinen vielen Booten hatten wir unsere nächste Unterkunft gebucht: das B&B Hotel Bremerhaven.

An diesem Dienstag (11.08.) hatten wir 66,5 km zurückgelegt und waren erst nach sieben Stunden gegen 16 Uhr 45 in Bremerhaven angekommen. Dabei müssen aber über zwei Stunden an Pausen und Warte- und Fährzeiten abgezogen werden. Es war zudem der heißeste Tag während unserer Tour.

Im Hotel hatten wir wieder ein Dreibettzimmer, das allerdings deutlich kleiner ausfiel als die Zimmer zuvor. Aber das sollte uns nicht stören, da es vor allem einen großen Pluspunkt aufwies: das Zimmer hatte Klimaanlage.

Nach dem Duschen und Umziehen gingen meine beiden Söhne mit mir in Richtung neuer Hafen, um dort in einem kleinen, aber feinen Bistro mit Blick auf die Boote im Hafen zu Abend zu essen: im jaich – Café & Bistro Übersee

Zu einem leckeren Steuermanns Bier gab es Kulinarisches aus der ‚Region‘: Labskaus bzw. Matjes Hausfrauenart – nichts Aufregendes, aber besonders schmackhaft. Kann ich nur weiterempfehlen.

In meinem Beitrag Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr habe ich mich schon etwas genauer über die technische Seite einer solchen Radtour geäußert. Hier die nötigen Ergänzungen: Per Smartphone (mit Funknetz, also mobilem Internet) hatten wir uns den GPX Viewer heruntergeladen, der sowohl GPX- als auch KML-Dateien unterstützt. Diese Daten für den Weser-Radweg fanden wir im Internet wie folgt:

1. Die 7. Etappe des Weser-Radweges im Internet aufrufen: 7. Etappe
2. Download der GPX- bzw. KML-Datei über entsprechende Buttons ansteuern, drücken und dann herunterladen

Des Weiteren:
1. GPX Viewer-App herunterladen
2. Menü aufrufen und mit ‚Dateien öffnen‘ die entsprechende GPX-Datei anklicken (es können auch mehrere sein), dann auf öffnen klicken


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Wenn der Vater mit seinen Söhnen …
Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 1: Tostedt – Rotenburg/Wümme
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 2: Rotenburg/Wümme – Bremen-Vegesack

Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 2: Rotenburg/Wümme – Bremen-Vegesack

Die erste Etappe der Radtour meiner beiden Söhne mit mir vom Wohnort Tostedt nach Rotenburg/Wümme hatten wir gut überstanden, die Nacht verbrachten wir in einem Dreibettzimmer im Hotel am Pferdemarkt, ein großes Zimmer mit Balkon, in dem es sich in angenehmen Betten trotz der Hitze halbwegs erträglich schlafen ließ. Der Wecker stand auf 7 Uhr und gegen 7 Uhr 45 frühstückten wir dann in Ruhe, wobei uns wegen des Coronavirus Getränke und Speise an den Tisch serviert wurden. Alles war bestens, die müden Knochen hatten sich erholt. Es konnte also losgehen (bei drei Personen in einem Zimmer und einem Bad mit Klo ist das immer so eine Sache: das dauert seine Zeit). So kamen wir um 9 Uhr 45 endlich in die Puschen.

Es ging natürlich den Wümme-Radweg weiter bis zum heutigen Ziel in Bremen-Vegesack. Auf dem letzten Teilstück des Tages ließ sich dann die Wümme auch öfter sehen.

Wieder einmal ein Blick auf die Wümme
Wieder einmal ein Blick auf die Wümme

Heute wählten wir wieder die Südroute des Wümme-Radweges, kamen durch Orte wie Ahausen, Hellwege und Sagehorn – und dabei gehörig ins Schwitzen. Heute kamen genau 78 km zusammen, für die wir sechs Stunden brauchten, was natürlich unseren Schnitt von gestern etwas nach unten trieb. Allerdings war neben einigen Trinkpause auch eine rund einstündige Essenspause in Bremen-Borgfeld dabei.

Unterwegs: eine kleine Verschnaufpause
Unterwegs: eine kleine Verschnaufpause

Als wir die Hochhäuser von Bremen-Osterholz sahen, kamen wir über die Landesgrenze Niedersachsen-Bremen und fuhren vom Süden Bremens in dessen Norden – ab Borgfeld immer an der Wümme entlang, durch den wohl ländlichsten Teil Bremens. Bremen ohne Deiche würde wohl bei Hochwasser absaufen. So findet man hier links- wie rechtsseitig der Weser Deiche, an denen Radfahrer viele Kilometer auf, meist neben dem Deich zurücklegen können. So fuhren auch wir drei wohl über 35 km durch diesen idyllischen Teil Bremens.

Im ‚hohen‘ Norden Bremens, irgendwo kurz vor Ritterhude, fließt dann die Wümme mit der Hamme zusammen und wird zur Lesum, die dann bei Bremen-Vegesack in die Weser fließt.

Als wir dort gegen 15 Uhr 45 eintrafen, begann es leicht zu tröpfeln und in der Ferne grummelte es (in Rotenburg soll es ganz schön geschüttet haben). Wir kamen aber noch halbwegs trocken in unserer Unterkunft an: dem Atlantic Hotel Vegesack – wieder ein Dreibettzimmer.

Ich gestehe, dass ich an diesem Tag wirklich groggy war. Die Sonne hatte mir zugesetzt. Besonders das letzte Teilstück in Bremen (am Deich gab es keinen Schatten) war anstrengend. Wie froh war ich, als wir endlich im Hotel waren und ich mich unter die Dusche stellen konnte. Dann ging es aber wieder und wir latschten noch etwas durch diesen Ortsteil Bremens, guckten, wo uns morgen die Fähre auf die linke Seite der Weser bringen wird. Dann aßen wir auch noch in Ruhe.

Sohn allein am Frühstücksbuffet
Sohn allein am Frühstücksbuffet

Die Nacht war dann allerdings auch noch sehr warm und es dauerte, bis wir alle drei Schlaf fanden. Dafür entschädigte das abwechslungsreiche Frühstücksbuffet am nächsten Morgen. Inzwischen war es Dienstag, der 11. August. Wir standen wieder um 7 Uhr auf, waren um 7 Uhr 45 im Frühstücksraum, den wir allein für uns hatten. Und um 9 Uhr 45 ging es dann wieder los …

In meinem Beitrag Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr habe ich mich schon etwas genauer über die technische Seite einer solchen Radtour geäußert. Hier die nötigen Ergänzungen: Per Smartphone (mit Funknetz, also mobilem Internet) hatten wir uns den GPX Viewer heruntergeladen, der sowohl GPX- als auch KML-Dateien unterstützt. Diese Daten für den Wümme-Radweg fanden wir im Internet wie folgt:

1. Den Routenverlauf im Internet aufrufen: wuemme-radweg.de/routenplaner
2. Dort rechts auf den Link „Zur Route und zum Routen-Download (GPS, KML, Overlay-Dateien)“ klicken, es öffnet sich die Seite tourow.i-ventions.de
Die Route ist schon zu sehen. So scrollt man am besten die Karte etwas größer, klickt dann mit der Maus auf den orangenen Radweg.
3. Ein Menü öffnet sich und man kann die GPX- bzw. KML-Datei herunterladen

Des Weiteren:
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2. Menü aufrufen und mit ‚Dateien öffnen‘ die entsprechende GPX-Datei anklicken (es können auch mehrere sein), dann auf öffnen klicken


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Wenn der Vater mit seinen Söhnen …
Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr
Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 1: Tostedt – Rotenburg/Wümme

Radtour 2020: Wümme-Weser – Etappe 1: Tostedt – Rotenburg/Wümme

Eine Radtour bedarf einer gewissen Planung.Wohin will man und welche Route nimmt man, wie teilt man die Route ein, wo nächtigt man? Was gibt es dort jeweils für Sehenswürdigkeiten? Auch eine minimale Zeitplanung ist nicht schlecht. Wetteraussichten (denn welche Klamotten brauche ich), Flickzeug, Helm, Gerätschaften wie Tablets, Smartphones, Kameras usw. Und natürlich muss man alle Beteiligten unter einen Hut bringen.

Aber genug des Vorgeplänkels. Komme ich zu der Radtour, die ich mit meinen beiden Söhnen am Sonntag, den 09. August d.J., von meinem Wohnort aus begann.

Wir trafen uns gemeinsam zu einem Frühstück gegen 9 Uhr, bequatschten noch die letzten Details. Und um 10 Uhr 45 (alle schnell noch einmal aufs Töpfchen) ging es endlich los. An diesem ersten Tag wollten wir nicht gerade die längste Strecke der Tour, die über Bremen-Vegesack, Bremerhaven nach Cuxhaven führen sollte, fahren, immer schön lüttje piano, wie man hier im Norden sagt. Es sollte nach Rotenburg/Wümme gehen und das entlang des Wümme-Radweges.

Wümme-Radweg
Wümme-Radweg

Dieser führt über eine Nord- und eine Südroute bis Bremen-Vegesack und beginnt eigentlich in Wilsede. Wir stiegen in der Nähe von Otter (südlich von Tostedt) ein und fuhren zunächst die Nordroute über Königsmoor und Lauenbrück bis Scheeßel.

Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven - Cuxhaven
Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven – Cuxhaven

In Scheeßel wechselten wir auf die Südroute des Wümme-Radweges und fuhren bis zu unserem Ziel in Rotenburg, wo wir unmittelbar an diesem Radweg unser erster Quartier, ein Dreibettzimmer im Hotel am Pferdemarkt, gebucht hatten. Wir kamen gegen 13 Uhr 45 an und brauchten somit rund drei Stunden für die 44,7 km, was einen Schnitt von etwa 15 km/h entspricht. Wer jetzt sagt, das wäre aber lahm, der sollte bedenken, dass eine Lufttemperatur von über 30 ° C im Schatten herrschte (Schatten ist gut – vom Gepäck, das wir mit uns führten, ganz zu schweigen). Zieht man die Trinkpausen ab, so kommen wir auf mindestens 20 km/h. Meine Söhne hätten es sicherlich viel schneller geschafft, aber ihr Herr Vater, der alte Sack (ich), hat sich schon längst von sportlichen Höchstleistungen verabschiedet. Aber das nur nebenbei.

Auf dem Weg nach Rotenburg kreuzten wir auch hin und wieder den Fluss Wümme, der diesem Radweg nun einmal den Namen gibt. Ansonsten ging es meist an Maisfelder vorbei und durch eher rustikal anmutende Ortschaften. Alles norddeutsch geprägt, flach und auf meist gut befahrbaren Wegen (die B75 wurde nur zweimal gekreuzt).

Unterwegs: Blick auf die Wümme
Unterwegs: Blick auf die Wümme

Im Hotel ging es erst einmal unter die Dusche und anschließend hinaus. Das Hotel liegt ja gleich in der Innenstadt und zu großen Wanderungen hatten wir erst einmal keinen Bock.

Willi erholt sich am Abend bei einem friesischen Bier im Biergarten Heimathaus von Rotenburg
Willi erholt sich am Abend bei einem friesischen Bier im Biergarten Heimathaus von Rotenburg

Abends dann (wir hatten uns zuvor schon einmal schlau gemacht) gingen wir zu Essen und Trinken in den Biergarten des Heimathauses. Dort saßen wir gemütlich unter Obstbäumen z.B. bei einer friesischen Hopfenkaltschale und entspannten uns bei diesem herrlich-sonnigen Wetter.

Der erste Tag war geschafft, die Knochen noch heil und der Gemütszustand optimal.

In meinem Beitrag Radtour 2020: GPS, Google Earth und mehr habe ich mich schon etwas genauer über die technische Seite einer solchen Radtour geäußert. Hier die nötigen Ergänzungen: Per Smartphone (mit Funknetz, also mobilem Internet) hatten wir uns den GPX Viewer heruntergeladen, der sowohl GPX- als auch KML-Dateien unterstützt. Diese Daten für den Wümme-Radweg fanden wir im Internet wie folgt:

1. Den Routenverlauf im Internet aufrufen: wuemme-radweg.de/routenplaner
2. Dort rechts auf den Link „Zur Route und zum Routen-Download (GPS, KML, Overlay-Dateien)“ klicken, es öffnet sich die Seite tourow.i-ventions.de
Die Route ist schon zu sehen. So scrollt man am besten die Karte etwas größer, klickt dann mit der Maus auf den orangenen Radweg.
3. Ein Menü öffnet sich und man kann die GPX- bzw. KML-Datei herunterladen

Des Weiteren:
1. GPX Viewer-App herunterladen
2. Menü aufrufen und mit ‚Dateien öffnen‘ die entsprechende GPX-Datei anklicken (es können auch mehrere sein), dann auf öffnen klicken


Auswahl von Bildern auf meiner Facebook-Seite

Siehe auch:
Wenn der Vater mit seinen Söhnen …

Belarus – Wohin geht der Weg?

Beim Messenger Telegram gibt es den Kanal Free Belarus News, über den unabhängige Journalisten und Menschenrechtsaktivisten aus Belarus berichten. Die Nachrichten sind auf Russisch und Englisch und auch über einen Webbrowser aufrufbar: Free Belarus News

Lukaschenko hat einen Stich
Lukaschenko hat einen Stich

Politikwissenschaftler und viele andere sind es, die über die möglichen Szenarien rätseln, die sich in dem Land ereignen könnten. Auch ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was auf Belarus zukommen könnte, denn die Ereignisse in dem Land beschäftigen mich aus gegebenen Anlässen (siehe meinen Beitrag „Marsch der Freiheit“ in Belarus) doch sehr:

1. Lukaschenko setzt zunächst auf Zeit und hofft wohl, dass sich die Proteste gegen ihn mit der Zeit verlaufen. Dafür spricht, dass den Protestierenden das Geld ausgeht. Wer nicht arbeitet, bekommt kein Geld. Und Ersparnisse haben die meisten Belarusinnen und Belarusen nicht. Den Anführerinnen und Anführer der jetzigen Protestbewegung würde man die Ausreise gestatten. Dafür spricht, dass man z.B. Pawel Latuschko, der entlassenen Direktor des Nationalen Akademischen Janka-Kupala-Theaters, in diesen Tagen angeboten hat, per Charterflug oder diplomatischem Auto das Land zu verlassen. Verhaftungen der Oppositionsführung würden eher wieder zu erneuten Demonstrationen und Streiks führen.

2. Sollten die Proteste weiter andauern, so setzt Lukaschenko auf brutale Gewalt und lässt sogar auf die Demonstranten schießen. Das kann nicht ausgeschlossen werden. Ich denke aber, dass sich viele Polizisten und Soldaten überlegen werden, ob sie auf das eigene Volk schießen werden. Der ‚Schuss‘ würde eher nach hinten losgehen und dann endgültig zum Sturz von Lukaschenko führen.

3. Lukaschenko hat Neuwahlen nicht vollständig abgelegt. Die sollen aber erst nach einem Referendum über eine neue Verfassung (die ja erst ausgearbeitet werden müsste) stattfinden. Ob Lukaschenko das wirklich will, ist zu bezweifeln. Er will auf diese Weise nur Zeit gewinnen und hofft wie zu Punkt 1, dass die Proteste mit der Zeit abebben.

4. Wie es zz. aussieht, will Lukaschenko die Protestierenden mit kleinen Nadelstichen zermürben. Pawel Latuschko (Punkt 1) wird durch Schergen Lukaschenkos bedroht, wenn er nicht ausreist. Inzwischen kommt es wieder zu Verhaftungen – nicht von der Straße her, sondern aus den Häusern. Und der Generalstaatsanwalt kündigte die Einleitung einer strafrechtlichen Untersuchung gegen den Koordinierungsrat an, da dieser „auf die Übernahme der Staatsmacht abzielt und die nationale Sicherheit der Republik Belarus schädigt“. Das spricht für eine schrittweise Eskalation der Situation.

5. Vielleicht das Wünschenswerteste: Moskau lenkt ein, aber nicht militärisch, im Gegenteil: Putin biete Lukaschenko Asyl an und das nötige Kleingeld, damit dieser seinen Lebensabend in Ruhe verbringen kann, wenn er abdankt. Aus heutiger Sicht ist das reines Wunschdenken.

Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Situation in Belarus in der nächster Zeit entwickelt. Russland spielt dabei sicherlich eine große Rolle, soweit Lukaschenko auf Putin hören mag. Dieser wird wohl kaum auf militärische Aktionen setzen, denn damit wäre die Spitze der Eskalation erreicht.