Popeln!

Seit gestern bin ich eigentlich dran mit dem Impfen! Ich warte noch auf eine Benachrichtigung bzw. einen Anruf von meinem Hausarzt. Auf einer Warteliste bei einer Gynäkologin (ja, richtig gelesen) bin ich bereits eingetragen. Vielleicht werde ich bei der ‚verimpft‘. Wenn bis Anfang der nächsten Woche ’nichts‘ kommt, dann werde ich mich wohl selbst um einen Impftermin bemühen müssen. Denn anders als diese Pappnasen von selbst ernannten Querdenkern, Coronaleugnern, Impfgegnern und Verschwörungsschwaflern möchte ich mich impfen lassen.

Schnell getestet habe ich mich vor Ostern, als der ältere meiner beiden Söhne zu uns zu Besuch kam (auch er hatte sich zuvor schnell testen lassen). Er ist Medizinstudent und weiß um die Auswirkungen des Virus Bescheid.

Popeln … … der neue Selbstschnelltest!
Popeln … … der neue Selbstschnelltest!

Anders als einige unserer Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit ihrer Aktion #alles-dicht-machen die Auswirkungen der zum Kampf gegen die Covid-19-Pandemie eingeführten staatlichen Maßnahmen auf das gesellschaftliche Leben satirisch übersteigert zum Ausdruck brachten und damit aus nachvollziehbaren Gründen viel Kritik einstecken mussten (Kopf der Aktion war übrigens der Regisseur Dietrich Brüggemann), möchte ich, wie oben gezeigt, einen neuen Selbstschnelltest vorstellen: Das Popeln in der eigenen Nase! Dabei darf man sich gern auch an die eigene Nase fassen. AfD-Ler dürften das sicherlich nicht so witzig finden.

Der eigentliche Text auf diesem Bild lautete übrigens: Popeln … … auch eine Art, in sich zu gehen! Vielleicht sollten wir das in jetzigen Corona-Zeiten tun (nicht popeln, sondern ‚in uns gehen‘), dabei den Humor nicht verlieren (mit dem haben wir Deutsche bekanntlich oft unsere Schwierigkeiten) und uns an die von der Politik verordneten, leider oft nicht immer nachvollziehbaren Corona-Regeln halten. Lieber ein Mehr als ein Zuwenig an Sicherheitsmaßnahmen, damit wir hoffentlich bald das Virus ‚in den Griff‘ bekommen.

Der SV Werder Bremen in Corona-Zeiten: Dem Abstieg entgegen ..

Vor einigen Wochen sah es noch gut aus für den SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen betrug am 24. Spieltag satte 11 Punkte auf den Relegationsplatz (16. Platz Arminia Bielefeld mit 19 zu 30 Punkten für Werder auf dem 12. Tabellenplatz). Aber nach sechs Niederlagen in Folge stehen die Bremer an der Kippe …

Fußball und die Corona-Pandemie, das ist ‚ein seltsam Abenteuer‘. Was früher undenkbar war oder zumindest als Höchststrafe galt, ist inzwischen fast schon Alltag: die Fußballspiele ohne Publikum. Anfangs untermalten die Privatsender solche Spiele noch mit Publikumsgeräusche. Heute werden nur noch Trainerstimmen laut. Und während der Amateurfußball völlig brach liegt, wird in den Profiligen fleißig weitergekickt. Coronaregeln hin, Coronaregeln her.

Es geht natürlich um das liebe Geld. Denn dank satter Einnahmen aus Fernsehgeldern schaffen es die Vereine, halbwegs glimpflich über die Runden zu kommen. Und dem nicht genug, planten die großen europäischen Vereine aus England, Italien und Spanien sogar eine Super League jenseits des europäischen Fußballverbandes, der UEFA. Geldgier selbst in solch prekären Zeiten! Pfui, Spinne!

Auch der SV Werder darf spielen und hatte sich nach dem Fastabstieg im letzten Jahr ein Plätzlein im Mittelfeld der Liga eingerichtet. Finanziell geht es dem Verein aber nicht gerade gut. Es fehlen die Zuschauereinnahmen. Und aus Transfererlösen. Ein Wechsel von Milot Rashica kam wegen zu hoher Forderungen der Bremer nicht zustande. Und durch Verletzungen und der zuletzt mehr als mäßigen Leistungen ist sein Marktwert von etwa 35 auf 12 Millionen € gesunken. Werder hätte vor einem Jahr das Angebot akzeptieren sollen.

Um finanziell zu überlegen hatte der Verein im vergangenen Dezember mit Hilfe einer Landesbürgschaft einem 20-Millionen-Euro-Kredit aufgenommen. Jetzt geht Werder an die Börse und vermarktet eine Mittelstandsanleihe. Die Verzinsung soll bei mindestens sechs Prozent liegen, die Laufzeit beträgt fünf Jahre und drei Monate. Mit 1000 Euro ist man dabei, aber es werden institutionelle Investoren (zum Beispiel Versicherungen oder Kapitalgesellschaften) gesucht. Auf diese Weise sollen bis zu 30 Millionen Euro auf dem Kapitalmarkt abgefischt werden. Dann mal zu … Der Kapitalismus lebe hoch!

Wenn aber nun entgegen allen Erwartungen der letzten Wochen die Mannschaft doch noch absteigen sollte? Ein Positives hätte es zumindest: Davie Selke bräuchte nicht übernommen werden, da die Kaufpflicht gegenüber Hertha BSC (der Big City Club, der plötzlich auch mitten im Abstiegsstrudel steckt und durch mehrere Corona-Erkrankungen mindestens drei Spieltage aussetzen muss – dadurch lässt sich der genaue Standort von Werder Bremen in der Tabelle nicht ausmachen) beim Abstieg nicht zieht. Wer macht solche Verträge? Werder müsste 12 Millionen € zahlen, obwohl Selke gerade noch 5 Millionen € wert ist und sowieso nicht in die Planung passt.

Statt das Geld für einen überschätzten Stürmer zu verbraten, wäre es sinnvoll, einen Spielgestalter an die Weser zu holen. Denn hier mangelt es: Wenn Werder, wie gegen Mainz, das Spiel machen muss, dann kommt dabei meist nicht viel heraus. Da wundert es schon nicht mehr, wenn der 32-jährige Philipp Bargfrede wieder aktiviert wird.

Schaut man auf den verbleibenden Spielplan, dann wird einem schon angst und bange: Am Samstag in Berlin gegen Union, die sich in der oberen Hälfte der Tabelle festgesetzt haben und gerade zu Hause stark sind. Dann das Heimspiel gegen Leverkusen, bei denen niemand weiß, woran er ist. Es geht weiter nach Augsburg, die ebenso wie Werder noch im Abstiegskampf stecken. Das letzte Heimspiel ist gegen Mönchengladbach, die vielleicht am letzten Spieltag doch noch Ambitionen auf Europa haben.


SV Werder Bremen Fanshop

Ich gestehe: Wenn Werder ein Verein wäre, der nur auf die große Kohle schielte (okay, mit Partnern wie Wiesenhof und wohninvest sind wohl keine Werder-Fans glücklich), dann wäre für mich der gezahlte Fußball längst gestorben. Aber es ist unverkennbar, dass ich auf dem Rückzug bin, denn (nicht nur wegen der Coronakrise) meine letzten Beiträge zu Werder in diesem Blog stammen vom 07. bzw. 12. Juli des Vorjahres.

Der Frühling

    Wie wundervoll ist die Natur!
    Man sieht so viele Blüten,
    auch sieht man Schafe auf der Flur
    und Schäfer, die sie hüten.
    Ein leises Lied erklingt im Tal:
    der müde Wandrer singt es.
    Ein süßer Duft ist überall,
    bloß hier im Zimmer stinkt es!

Heinz Erhardt aus Die feiernden Deutschen: 789 brauchbare Gedichte

Heinz Erhardt: Noch 'nen Gedicht ...
Heinz Erhardt: Noch ’nen Gedicht …

Ach ja, Frühling ist’s, auch wenn es nicht so scheint (es scheint so, ist es aber nicht). Was nicht ist, kann noch werden, wenn auch nicht gleich, so doch in einigen Tagen (oder Wochen? Hoffentlich nicht …?!). Wenn es im Zimmer stinkt (wie beim guten Heinz Erhardt), dann liegt es daran, dass wir uns nicht ins Freie wagen (bei diesen Temperaturen, bei diesem kalten Wind, bei diesem verdammten April-Wetter!) und lieber die gute Stube (das besagte Zimmer) vollpupsen. 😉

P.S. Und gerade heute Morgen muss die Sonne scheinen, wenn auch nur bei 1 ° C. Brrr ….

Nach Ostern

Jetzt ist es bereits wieder eine Woche her, dass wir zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen das Osterfest feiern mussten (siehe hierzu: Osterbrunch 2020 per Skype und Nachösterliches Corona-Care-Paket).

Belarusische Ostern

In diesem Jahr stand es bei uns zudem unter den Ereignissen in Belarus. Die Freundin meines älteren Sohnes kommt aus diesem Land, das gekennzeichnet ist durch das gnadenlose Vorgehen der Sicherheitskräfte Lukaschenkos gegen die Opposition. Das orthodoxe Osterfest fällt in diesem Jahr auf den 2. Mai. Aber wir haben es einfach vorverlegt und feierten es gemeinsam mit unserem Ostern: In Belarus müssen die Eier rot gefärbt und auch der Kulitsch, ein runder Kuchen aus süßem Hefeteig mit Rosinen und kandierten Früchten gespickt, muss gebacken werden. Viele bereiten auch eine Quarkspeise, genannt Pascha, zu. Diese hat jedoch im Gegensatz zu den anderen beiden Speisen keine religiöse Bedeutung.

Ostern 2021 nach belarusischem Brauchtum
Ostern 2021 nach belarusischem Brauchtum

Mit von meinem Sohn im Zwiebelsud gefärbte Eier, dem Kuchen und der besagten Quarkspeise begannen wir am Ostermontag unseren Brunch, zu dem noch vieles andere Leckere (u.a. viel Fischiges und Käse) hinzukam. So verweilten wir den halben Tag, da das bescheidene Wetter nicht gerade zu einem Aufenthalt im Freien einlud. Als wir am Ostermontag unserer Sohn am Bahnhof verabschiedeten, begann es auch noch zu schneien.

Literarische statt wirklicher Reise

Ja, bei diesem Wetter – Ende März hatten wir noch Temperaturen von über 20 ° C – kann man schon Depressionen bekommen: nie über 10 ° C, fast immer kalter Wind, wenn Sonne, dann wechselte sich diese meist mit Graupel-, Schnee- oder Regenschauern ab. Statt einer Reise hatte ich mich so im warmen Stübchen auf eine literarische Reise begeben und bin in die Welt des Herrn Franz Kafka eingetaucht. Da musste sich auch dieser Blog einige Zeit gedulden.

Corona und keine Ende

Es erstaunte mich keinesfalls, dass sich Politiker an der Coronakrise bereicherten (Stichwort: Maskenaffäre). Ärger ist dagegen das Corona-Management, das nur schleppend in die Gänge kommt. Jeden Tag (ich kann es schon nicht mehr hören und sehen) neue Meldungen und neue Verordnungen, die nur verdeutlichen, wie sehr sich die Politiker um Wählerstimmen zu bemühen, aber nicht um das Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu kümmern scheinen.

Sonntagsmorgen, im Bett

Was – was ist?
Ach so. Heute ist Sonntag. Da kann ich noch liegen.
Mit den Schultern kuscheln. Mich ans Kopfkissen schmiegen –
Aus alter Gewohnheit wacht man Sonntags immer
so früh auf wie wochentags – das kommt vielleicht von dem Schimmer
da von den Jalousien – was ist denn das für ein Geratter und Gebraus?
Na, jedenfalls heute muß ich nicht raus.

 
Ich kann heute ganz stille liegen und ruhn.
Und muß gar nichts. Und hier kann mir keiner was tun.
So ein Bett ist eigentlich eine schöne Sache –
da müßte noch so eine Sonnenplache
drüber sein, und dann fährt man damit überall hin –
Woher kommt das, daß ich heute so furchtbar müde bin –?

 
Gestern abend haben wir wesentlich zu viel Schwedenpunsch getrunken,
Paul war zum Schluß ganz in seinen Sessel versunken;
ich habe auch noch so einen komischen Geschmack im Mund und –

 
Halb neun! Da muß ich richtig wieder eingeschlafen sein.
Sonntagsmorgen im Bett, das ist fein.
Das heißt: Was nun noch kommt, ist weniger schön …
Heute muß ich zu Onkel Otto und Tante Frieda gehn –
Margot ist auch da, die keusche Lilie …
Warum, lieber Gott, ist man sonntags stets in Familie?
Vor Tisch sind sie beleidigt, und nach Tisch sind sie satt –
wenn ich dran denke, wird mir jetzt schon ganz matt.

 
Abends ist Theater… morgen muß ich unbedingt mal mit Kempner telephonieren:
Er muß mir die Diele billiger tapezieren –
achtzig ist zu viel – der Junge ist wohl nicht ganz gesund! Und – –

 
Halb zehn!
»Willi! Aufstehn! Aufstehn!«
Ja doch, ja!
Ich stehe ja schon auf, Mama.

 
Jetzt geht der Sonntag los! Nein: eigentlich ist er jetzt vorbei.
Jetzt kommen die Zeitungen und Briefe und Telephon und Geschrei.
Das ist nun weniger geruhsam und labend …

 
Aber so ist das im Leben:
Das Schönste vom Sonntag ist der Sonnabend abend.

Kurt Tucholsky

Moin! Is al wedder Sönndag!
Moin! Is al wedder Sönndag!

Ach ja, wie kenne ich das. Und mir ging es früher ähnlich: Der Sonntag war schon so etwas für den Arsch, abgesehen von der buckligen Verwandtschaft, die durch ihren Besuch diesen freien Tag verdarb, da graute am Horizont bereits der MONTAG so grau in grau. Da war mir der Samstagabend doch um einiges lieber, auch wenn er die mir innewohnende Freude eines Freitagabends bereits um einiges verpasste.

Aber ich bin ja jetzt im Stand der Gnade, in the state of grace – wie der Angelsachse sagt. Gnade ist vielleicht nicht das richte Wort – ich bekomme die über viele Jahre von mir persönlich und von meinen Arbeitgebern eingezahlten Beiträge in die Rentenversicherung als monatliche Zahlungen zurück. Da ist jeder Tag ein Sonntag und jeden dieser Morgen (Mz.) kann so lange im Bett verbracht werden, wie es meinem Gutdünken entspricht.

Kurz und spitz (12): Schreiben oder erst ein Bier

    Wenn ich weiß, was ich nicht schreiben will oder nicht mehr beschreiben muss und was bereits beschrieben wurde, kann ich ja schon mal eine Menge aussortieren. Und dann das erste Bier öffnen.
    Tex Rubinowitz im ‚Standard‘

Kurz und spitz: Schreiben oder erst ein Bier
Kurz und spitz: Schreiben oder erst ein Bier

Auch auf die Gefahr hin, dass ich für einen Trinker gehalten werde (aber wo liegt da die Gefahr), so komme ich auch heute erneut aufs Trinken zurück. Wie Herr Rubinowitz habe ich ‚eine Menge aussortieren‘ können und suche nur noch den Flaschenöffner, um mir mein erstes Bier für heute zu öffnen …

Kurz und spitz (11): Trinken

    Das Trinken ist gescheiter,
    Das schmeckt schon nach Idee,
    Da braucht man keine Leiter,
    Das geht gleich in die Höh‘.

Kurz und spitz: Trinken
Kurz und spitz: Trinken

Da kann ich nur eines sagen:

Prost! Gëzuar! Eskerriska! Yec’hed mat! Наздраве! Skål! Cheers! Kippis! À votre santé! εις υγείαν! !לחיים Sláinte! Salute! 乾杯 Salut! Uzdravlje! في صحتك Sveikatą! Saħħa! Proost! ممنون- شادباش Na zdrowie! Noroc! Эа здоровье! Na zdravie! Salud! ไชโย Şerefe! Будьмо! Egészségedre! sự Cạn ly, nâng cốc chúc mừng! Iechyd da! На ўра! Na strowje! Gejuig! ቺርስ Alqışlayır! 干杯 Huraon!င်္ Rõõmuhõisked! Tsjoch! Murna! Ke aloha! Nwee ekele! Skál! 건배 Badenoş! Iubentium! Mahafaly! Sorakan! Harikoa! баяр хүргэе! Jubel! به سلامتی Felicidades! ਚੀਅਰਸ Manuia! Thabisang! Mufaro! Farxad! Surak! Саломатӣ! Begenýär! Masinwabe! Kubabaza! Prosit!

„Na denn, Prost, wer nix hat de host!“

Literarische Reise: Kafka – Biographie in drei Bänden von Reiner Stach samt Zusatzband „Kafka von Tag zu Tag“

Keinem anderen Schriftsteller habe ich mehr Aufmerksamkeit in diesem Blog gewidmet als Franz Kafka. Und von keinem habe ich mehr Bücher als von ihm, genauer: Bücher über Kafka. Denn das Werk des Prager Schriftstellers ist verhältnismäßig schmal. Und wie mich Kafka interessiert (ein hier eher unpassendes Wort), so faszinierte er auch immer wieder viele andere Leser – vom Schriftsteller bis zum Philologen.

Nun habe ich es gewagt, mich auf eine spezielle literarische Reise zu machen. Ich habe mir das über 2000 Seiten starke (mit Anmerkungen usw. noch um einiges umfassendere) Opus von Reiner Stach gegönnt, seine Kafka-Biographie in drei Bänden samt Zusatzband „Kafka von Tag zu Tag“ und einer historischen Karte von Prag zu Kafkas Lebzeiten.

Reiner Stach: Kafka-Biographie in drei Bänden
Reiner Stach: Kafka-Biographie in drei Bänden

18 ganze Jahre hat Stach an dieser Biographie gearbeitet und dabei besonders die Hintergründe der Lebensumstände des Prager Schriftstellers zur Jahrhundertwende um 1900 beleuchtet. So tauche ich als Leser in die Welt der k. und k.-Monarchie ein, die in Prag von Auseinandersetzungen zwischen Tschechen und Deutsch sprechenden Bürger geprägt war, bei denen Juden wie Kafka oft zwischen die Fronten gerieten. So ist dieses Werk viel mehr als die Lebensbeschreibung eines außergewöhnlichen Schriftstellers. Es ist das Ergebnis einer umfangreichen Recherche der Zeit vor rund 100 Jahren.

Die Biogrphie ist in folgende Bände gegliedert:

Die frühen Jahre 1883-1910
Die Jahre der Entscheidungen 1910-1915
Die Jahre der Erkenntnis 1916-1924

Zusatzband: Kafka von Tag zu Tag (Dokumentation aller Briefe, Tagebücher und Ereignisse)

Mit Reiner Stach gibt es ein Interview, in dem er aufschlussreich über seine Arbeit an diesem umfassenden Werk berichtet:

Reiner Stach, Literaturwissenschaftler und Kafka-Biograf – Interview aus dem Jahr 2016 (ARD Alpha)

Ähnlich wie Kafka seinen Helden Gregor Samsa in seiner Erzählung Die Verwandlung in ein Ungeziefer verwandeln ließ, so habe ich mir vor einiger Zeit herausgenommen, Kafka sich in mich verwandeln zu lassen. Er wird mir meine Spielerei sicherlich verzeihen:

Kafka verwandelt sich zu 'Willi'
Kafka verwandelt sich zu ‚Willi‘

Glasfaserausbau in Tostedt: Internet in Lichtgeschwindigkeit

Da sage mir eine(r), ich lebte in der finstersten Provinz. Die Anbindung an meinen kleinen Wohnort ist dank der Nähe der Autobahn und durch den Bahnhof auf der Bahnstrecke Bremen-Hamburg fast schon optimal. Und auch sonst können wir hier nicht klagen, was die schulische, ärztliche und allgemeine Grundversorgung betrifft. Was fehlt ist ansonsten in kurzer Zeit zu erreichen (und mit Kino, Theater und Konzerten ist es zz. bekanntlich auch in den Metropolen ‚Essig‘). Und jetzt kommt der Glasfaserausbau!

Schon seit geraumer Zeit haben wir schnelles Internet (DSL). Als meine beiden Söhne ausgezogen waren, habe ich unseren Anschluss von 100 auf 50 Mbit/s reduzieren lassen. Das reicht mir ganz und gar. An der nächsten Straßenecke steht der Verteilerkasten. Bis dahin ist Glasfaser verlegt. Die letzten Meter bis zu unserem Haus sind dann noch mit Kupferleitung ausgestattet, was aber der Leistung keinen Abbruch tut.

Zwei Kabeltrommel mit Glasfaserleitung vor der Haustür
Zwei Kabeltrommel mit Glasfaserleitung vor der Haustür

Wem 50 oder 100 Mbit/s zu wenig sind [bei 50 Mbit/s beträgt die Downloadzeit für ein Video von 2 GB rund 5:20 Minuten → 50 Mbit * 60 Sek / 8 (8 bit machen ein Byte) = 375 MB (Megabyte) → 2 GB / 0,375 GB = 5 Min. und 20 Sekunden] – das gilt wohl besonders für Gamer (also die Daddelfreaks, die mit hohen Datenraten operieren) – denen wird jetzt bei uns das Glasfasernetz ausgebaut mit bis zu 1000 Mbit/s. So werden in meinem Wohnort zz. Straße für Straße die Kabel auf dem öffentlichen Grund verlegt und vor jedem Haus mit einem kurzen Verbindungsstück versehen, an dem dann später die Zuleitung zum Hausanschluss angebracht wird.

Aushub für die Verlegung des Glasfaserkabels
Aushub für die Verlegung des Glasfaserkabels



In diesen Tagen zieren also große Kabeltrommeln, auf denen die Glasfaserkabel aufgerollt sind, unsere Straße. Hier ein kurzes Video, das zeigt, wie der Ausbau dann weitergehen soll:


Glasfaseranschluss – So bekommt ihr Internet in Lichtgeschwindigkeit ewe.de

Auf der Suche nach dem ‚Schnee von gestern‘

Wintereinbruch – auch bei uns im hohen Norden. Wann hatten wir zuletzt ein solches Winterwetter mit Schnee und fast 10 Tagen Dauerfrost? Und nur wenige Tage danach: Frühling! Statt minus 12 Grad plötzlich 18 Grad plus. Und Sonne! Da zieht es uns ins Freie.

So wie der Schnee kam, so schnell war er dann auch wieder weg. Dahingeschmolzen, Dreck hinterlassend!

Der Schnee von gestern: Ein Haufen Dreck und Matsch
Der Schnee von gestern: Ein Haufen Dreck und Matsch

Letzte Woche Donnerstag hatte ich mich auf den Weg gemacht, auf der Suche nach dem ‚Schnee von gestern‘ und fand nur zusammengekratzten Schneematsch, im Wald auch noch unberührten Nassschnee: eben der ‚Schnee von gestern‘.

Der Schnee von gestern: Düvelshöpen/Tostedt
Der Schnee von gestern: Düvelshöpen/Tostedt

Den Schnee von gestern kennen wir als Redewendung, die besagt, das etwas Vergangenheit ist, das nicht mehr gilt, eine Sache, die einmal wichtig war, jetzt aber nicht mehr von Bedeutung ist.

Ursprünglich lautete die Redewendung „Schnee vom vergangenen Jahr “ und stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Dichter des französischen Spätmittelalters Francois Villon soll den Ausdruck geprägt haben. Er ist Teil seiner Ballade des dames du temps jadis („Ballade der Frauen von einst“): „Mais ou sont les neiges d’antan?“ – „Aber wo ist der Schnee vom letzten Jahr?“ Villon nutzt die Redewendung als Refrain und verweist damit auf Vergangenes wie historische Ereignisse und Personen und eine längst vergangene Schönheit.